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Sonntag, 1. April 2018

Zusammenfassung: März 2018


Statistik
Seemeilen: 341
Motorstunden: 19
Segeltage: 13
Nächte auf See: 1
Liegetage: 18
Häfen/Ankerplätze: 13 
Martinique: St. Anne, Anse Miton (A), Marina Z’Abricot, St. Pierre
Dominica: Prince Rupert Bay (M)
Guadeloupe: Point-A-Pitre, Ilet du Gosier (A), Pigeon Island (A), Deshaies (A)
Les Saintes: Anse de Bourg (A)
Antigua: English Harbour, Jolly Harbour (A)
St. Barts: Gustavia (A)
St. Martin: Marina Fort Louis
                                                      
Segeln und Wetter
Bis Martinique waren wir in den Windward Islands – also Gegenwind bei der Fahrt nach Norden. Das hat sich jetzt geändert, denn die weiteren Inseln sind die Leeward Islands. Sie machen einen sanften Bogen nach Westen und der Wind kommt nun eher halb oder sogar etwas von hinten. Außerdem ist jetzt im März die Zeit des starken Christmas Winds vorbei.

Für uns bedeutet das überwiegend Wind in angenehmer Stärke aus angenehmer Richtung, so dass unsere Segeltouren richtig Spaß machen. Nur auf Dominika pfeift uns der Wind am Ankerplatz noch so richtig um die Ohren und dort kommen (durch die hohen Berge) auch immer wieder kräftige Regenschauer. Seit Guadeloupe regnet es wesentlich weniger – dafür ist es manchmal an windgeschützten Orten sehr warm. Im Moment sind wir auf St. Martin und hier kühlt es abends jetzt schon auf 23°C ab – für uns sehr ungewohnt…

Boot
Bei unserem Anker (ein 25 kg Spade, mit dem wir sehr zufrieden sind) funktioniert der Schalter der Ankerwinde nicht mehr richtig. Wir bekommen auf Martinique einen neuen und tauschen ihn aus. Auf St. Martin wird die Ankerkette nochmal neu farbig markiert – es ist wichtig zu wissen, ob wir ausreichend Kette herausgelassen haben (3-5 mal Wassertiefe laut Echolot).

Auch auf St. Martin kommt unser Paket mit den Z-Profilen für die kleinen Seitenfenster an, die Ralf vor unserer nächsten längeren Fahrt montieren will. Fünf von 10 Fenstern sind schon fertig. Überhaupt wollen wir hier auf St. Martin noch alle wichtigen Arbeiten am Boot erledigen, weil wir davon ausgehen das es auf den Virgin Islands nicht mehr so viele Möglichkeiten dafür gibt.
Zwischendurch hat Ralf noch unser neues Beiboot geklebt, dass versehentlich bei einem Anlegemanöver am Heck der Triton ein kleines Loch bekommen hat. Sonst sind wir mit dem Zustand des Bootes sehr zufrieden.

Verpflegung/Versorgung
Wir kaufen größere Mengen in Martinique und auf Guadeloupe ein, denn hier gibt es europäische Waren zu guten Preisen. Auf den anderen Inseln ergänzen wir mit Brot und frischen Produkten. Insgesamt ist die Versorgungslage hier sehr gut. Wir gehen auch ab und zu auswärts essen, meist ein Imbiss auf Ausflügen und finden, dass auch da das Preis-Leistungsverhältnis auf den französischen Inseln am besten ist.

Crew
Das war jetzt unser neunter Monat an Bord – seit 271 Tagen sind wir praktisch 7 Tage die Woche, 24 Stunden am Tag zusammen, ein echter Beziehungstest. In diesem Monat haben wir uns gut verstanden. Irgendwie haben wir immer noch Gesprächsthemen, sei es über Pläne, Erlebnisse, neue und alte Freunde, Familie, Politik, Bücher, menschliches Verhalten, Ethik und Moral, Beziehung im allgemeinen und speziellen, Länder, Eindrücke etc.

Sightseeing
Auf Martinique waren wir ja schon im Januar und daher machen wir keine großen Ausflüge. Stattdessen sind wir mit Fähre, Bus und zu Fuß unterwegs und gehen ein wenig Shoppen in Fort de France und beim Decathlon.

Auch Dominica hatten wir schon im Januar besucht, aber diesmal gehen wir nicht in die Hauptstadt Roseau, sondern in die Prince Rupert Bay im Norden der Insel. Dort haben sich die Guides zur PAYS Organisation zusammengeschlossen und bieten verschiedene Führungen an. Wir fahren auf dem Indian River und nehmen an einer Rundfahrt über die Insel teil – wild und schön, aber sehr viele Schäden durch den Hurrikan Maria letztes Jahr. Hier fällt ganz besonders die Freundlichkeit der Menschen auf – wir werden mehrfach auf der Straße angesprochen und herzlich begrüßt. Wir spüren dass wir willkommen und wichtig für die Wirtschaft der Insel sind – unbedingt besuchen!

Ganz neu für uns war Guadeloupe, auch wieder eine französische Insel. Unsere Ausflüge führen uns in den hohen, vulkanischen Westteil und der gefällt uns landschaftlich ganz besonders gut. Ganz besonders viel Spaß macht uns verschienene Besuche bei Wasserfällen und das Baden in den dazugehörenden Seen. Die Marina in Point-A-Pitre ist groß und gut ausgestattet und wir fühlen uns wie in Europa.

Noch europäischer ist es dann auf den Saintes, einer Inselgruppe im Südosten, die auch zu Guadeloupe gehört. Sehr gepflegt mit vielen Touristen und entsprechenden Angeboten. Wieder zurück in Guadeloupe erkunden wir noch Pigeon Island (schönes Schnorcheln) und Deshaies (viele Pelikane) an der Westküste.

Unsere nächste Insel ist wieder eine mit englischer Vergangenheit: Antigua. Wir liegen ganz wunderbar in der Marina von English Harbour. Das ist gleichzeitig die größte Touristenattraktion. Bei anderen Ausflügen auf der Insel haben wir zwar schöne Erlebnisse, aber wirklich attraktive Tipps zum Sightseeing gibt es nicht. Sehr empfehlenswert ist jedoch das sonntägliche Barbecue auf Fort Shirley, das seit über 30 Jahren dort regelmäßig veranstaltet wird. Steelband, Sonnenuntergang, wunderbare Aussicht, leckeres Essen – ein tolles Erlebnis. Weniger attraktiv ist Jolly Harbour – das Wasser ist milchig, der Ankerplatz rollig und die Fahrt an Land weit.

Wieder zurück in Frankreich und in der Welt der Schönen und Reichen sind wir auf St. Barthélemy (St. Barts). Die kleine Insel ist ein einziges Luxus-Resort. Viele Superyachten, viele exklusive Geschäfte, viele elegante Villen und sehr viele Autos. Wir haben viel Spaß auf einer Inselrundfahrt mit einem Quad und es gibt wirklich sehr schöne Strände und fantastische Aussichtspunkte.

Nun sind wir auf St. Martin, einer kleinen Insel mit einem französischen und einem niederländischen Teil. Wir haben noch nicht viel angesehen, weil wir uns hier um die TRITON und verschiedene Fragen der Organisation und Verwaltung kümmern wollen/müssen. Bisher kennen wir nur die französische Inselhauptstadt Marigot, die vom Hurrikan Irma schwer angeschlagen ist.

Begegnungen
Wieder sind die Begegnungen mit anderen Seglern etwas ganz Besonderes. Jeder, der bis hierher gekommen ist, hat ganzes Stück interessanten Weg hinter sich. Auf Dominica treffen wir Lynn und Mark von der ROXY, Susea und Gene von der MOODY BLUES (beide aus USA) und Bruna und Marco von der italienischen GAGIANDRA, die mit uns an Ausflügen teilnehmen. Auf Guadeloupe gibt es ein Wiedersehen mit Kerstin und Ralf von der LOTHLORIEN und mit Daniel von der AQUAVITE.

Auf Antigua haben wir nette Nachbarn im Hafen: die OCEAN HOBO aus England mit Linda und Ian, und die LA CAPITANA aus Finnland. Ganz zufällig treffen wir Gaby und Markus von der KISU und Amanda und Simon von der CARRIED AWAY wieder – richtig nett. Dadurch lernen wir dann auch noch Sam und Adrian von der NEVA kennen. Mit der Crew der LOTHLORIEN und Margret und Martin von der TOCCATA gehen wir gut essen.

Daneben folge ich auch einer ganzen Reihe von Segeln über ihre Blogs, Facebook und Instagram oder ich „stalke“ sie auf Marinetraffic – immer interessant zu lesen, wo die anderen sind und was sie so erleben. Mit Segelfreunden, die in andere Richtungen oder in einer anderen Geschwindigkeit fahren, sind wir über Mail, WhatsApp und andere Messenger verbunden – wirklich ein gutes Gefühl, ein Teil dieser internationalen Gemeinschaft zu sein.

Neben den Seglern haben wir natürlich auch noch Kontakt mit zahlreichen anderen Menschen, die hier leben und arbeiten. Besonders gut haben uns die Mitglieder von PAYS auf Dominika gefallen, z.B. Martin „Providence“, der einen wirklich guten und mehrsprachigen Service angeboten hat. Mein persönlicher Favorit ist Didier, der Taucher, der uns bei unserem Anker-Missgeschick so schnell und gut geholfen hat – selten einen so sympatischen und charmanten Menschen getroffen!

Fazit
Entspanntes und schönes Segeln in den Leeward Islands, sehr vielseitige Erlebnisse und viele nette Begegnungen. Als Charter-Revier finden wir bisher Guadeloupe am besten. Die Insel selbst bietet viele verschiedene Buchten und Häfen und die Nachbarinseln Marie Galante, Les Saintes, Dominica und Antigua können mit Tagestörns erreicht werden.

Bevor wir hier waren, haben wir uns gefragt, was wir vier Monate in der Karibik machen sollen, aber die Zeit vergeht wirklich wie im Fluge. Nun wollen wir noch einen Monat auf den Virgin Islands verbringen und dann ist es schon Zeit für den Sprung auf die Bermudas und dann an die US-Ostküste.

Montag, 12. März 2018

Tag 251 - Portsmouth-Pointe-a-Pitre: Eine Insel weiter

Heute stehen die 40 sm nach Pointe-A-Pitre auf Guadeloupe auf dem Plan. Das bedeutet mal wieder eine Passage zwischen zwei Inseln: in der Abdeckung von Insel 1 wahlweise Flaute oder (bei höheren Bergen) Fallböen, eine Windverstärkungs-Zone an der Nordspitze von Insel 1, atlantischen Schwell in der Durchfahrt zwischen den Inseln und dann auf Insel 2 wieder Abdeckung, bis das Ziel erreicht ist.
Wir kennen das jetzt schon, binden gleich ein Reff ins Groß und rollen die Fock nicht ganz aus. Heute ist es allerdings überwiegend sonnig und es gibt keine einzige Schauerböe. Außerdem bewegen wir uns jetzt zwischen den „Leeward Islands“ und dass bedeutet, dass der Wind nicht mehr von vorne kommt, sondern von der Seite und wir auf direktem Weg schnelle Fahrt machen können. Mir macht das richtig Spaß!
Guadeloupe besteht eigentlich aus zwei Inseln, die durch einen Fluss getrennt sind. Das sieht dann auf der Karte aus ein ein umgedrehter Schmetterling. Unser Hafen liegt sozusagen am Kopf des Schmetterlings, genau zwischen den Inseln. Eine ist hoch und bergig, die andere ganz flach. Zwischen den beiden „Flügeln“ ist das Wasser flacher und wechselt die Farbe von leuchtend blau zu türkis. Bei der Einfahrt in die geschützte Marina sehen wir als ersten einen Pelikan, der es sich auf einer Fahrwasser-Tonne gemütlich gemacht hat.
Wir finden noch einem Platz am Gästesteg, räumen das Boot auf und machen uns dann auf die Suche nach einem Café. Ralf träumt immer nachmittags um 16:30 Uhr von Kaffee und Kuchen. Leider waren wir seit Portugal nicht mehr in einem Land mit einer entsprechenden „Kaffee-Kultur“. Es ist auch kaum zu glauben, dass wir nur 40 sm von Dominica entfernt sind, so anders ist die ganze Situation hier. Gebäude und Vegetation sind in hervorragendem Zustand, hier liegt eine Yacht neben der anderen und um den Hafen herum gibt es eine große Auswahl von Geschäften und Restaurants. Natürlich ist auch ein Café dabei, leider ohne Kuchen. Aber ich bekomme ein Eis und Ralf einen Cappuccino.

Sonntag, 11. März 2018

Tag 250 - Portsmouth: Auf dem Markt

Nach insgesamt 12 Stunden Schlaf bin ich wieder fit und wir entscheiden und für einen Ausflug an Land. Ralf hat im Guide gelesen, dass es im „Paradise Café“ Frühstück geben soll und wir wollen ja die örtliche Wirtschaft unterstützen. Das Café ist offen aber mit Frühstücksgästen hat hier niemand gerechnet. Ich entdecke in der Theke ein paar Eier und so einigen wir uns auf Rührei mit Beilagen, Brot, Tee und Saft – geht doch!
Wir sitzen draußen und können die Stimmung in uns aufnehmen. Direkt gegenüber sind zwei sehr unterschiedliche Häuser. Das eine ist total verfallen (Hurrikan?) und offensichtlich verlassen. Direkt daneben war „Mr. Tidy“, wie wir ihn taufen, am Werk und jätete den Vorgarten. Sein Haus ist frisch gestrichen, alle Schäden am Dach sind ausgebessert und es sieht sauber und ordentlich aus. Wir haben auch Spaß, die Menschen zu beobachten, die vorbeikommen. Alle laufen stolz und aufrecht und haben oft ein schickes, buntes Accessoire wie einen Hut oder ein Tuch.
Am Samstag ist hier Markt und in den Straßen am Anleger wird aus Autos heraus und auf kleinen Tischen die Ware angeboten. Verschiedene Kunden sind unterwegs und man kennt sich, wie aus den zahlreichen Begrüßungen ersichtlich ist. Auch wir werden mehrfach mit einem freundlichen: „Welcome to our island!“ oder einer Frage nach dem Befinden bedacht.
Die Stadt selbst ist ziemlich kaputt, schwer zu entscheiden ob Hurrikan oder allgemeiner Verfall. Trotzdem sind viele Gebäude bunt bemalt und fröhlich.
Aus unserer Sicht ist die Elektroinstallation oft abenteuerlich und ich überlege schon, ob ich noch einen Instagram-Account aufmache, auf dem ich dann die wildesten Lösungen zeige: Insta_lations… Hier könnte ich Bilder für die nächsten 365 Tage machen, denn jeder Strommast hat seinen eigenen Charme!
Wir besorgen noch frisches Obst und Gemüse, von dem es hier reichlich zu kaufen gibt: Wassermelonen, Karotten, Paprika, Zwiebeln und Frühlingszwiebeln.
Die Stimmung ist gut, denn es wird getrommelt, was das Zeug hält. Begleitet von karibischen Rhythmen machen wir uns auf den Weg zurück zum Boot.
Ich verbringe den Nachmittag mit Fotos sortieren und bearbeiten und ich kämpfe mit dem Internet, um mein Blog für gestern samt Fotos online zu bekommen. Währenddessen fährt Ralf nochmal an Land, um sich Fort Shirley anzuschauen, das uns schon durch sein makelloses rotes Dach aufgefallen ist. (Foto von Ralf)
Das Fort wurde im 18. Jahrhundert von den Engländern errichtet und dann in der wechselvollen karibischen Geschichte abwechselnd von Engländern und Franzosen genutzt und weiter ausgebaut. Es überblickt den Naturhafen Price Rupert Bay, in dem wir jetzt ankern und in den Glanzzeiten waren hier bis zu 600 Mann stationiert. (Foto von Ralf)
Seit Ende der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts wurden die Gebäude teilweise renoviert (mit Hilfe von EU-Geldern) und heute wird es als Touristen-Attraktion genutzt und es kann für Veranstaltungen gemietet werden. Es steht auf der Vorschlagsliste zum UNESCO-Weltkulturerbe. (Foto von Ralf)

Samstag, 10. März 2018

Tag 249 - Dominica: Taxi-Tour

Einige Segler haben eine Tour über die Insel organisiert und wir können uns anschließen. Schon morgens um 8:00 Uhr werden wir von „Alexis“ mit seinem Wassertaxi am Boot abgeholt. Mit uns fahren noch Lynn und Mark von der ROXY, Susea und Gene von der MOODY BLUES (beide aus USA) und Bruna und Marco von der italienischen GAGIANDRA. An Land erwartet uns dann unser Guide Jeff mit einem Minibus und die Reise geht los. Gleich als erstes sehen wir an einem Haus das Bild von Elizabeth Israel, auch genannt Ma Pampo, eine der ältesten Personen der Welt – bei ihrem Tod 2003 war sie 128 Jahre alt.
Wir fahren quer über die Insel von unserem Ankerplatz im Nordwesten an die Atlantikküste im Osten und steuern dort verschiedene Aussichtspunkte an. Unterwegs sehen wir die großen Schäden, die der Hurrikan Maria letztes Jahr angerichtet hat. Viele Palmen sind nur noch Stämme, an deren Spitzen erst wieder einige Blätter sprießen und es wir lange dauern, bis sich das wieder erholt hat. Bananen wachsen wesentlich schneller und da sind schon einige wieder fast reif. An den Häusern fehlen viele Dächer und sind durch blaue Planen ersetzt. Teilweise sind nur noch Ruinen zu sehen – traurig! Hier gibt es eben keinen „reichen Onkel“, wie bei den französischen, niederländischen oder amerikanischen Inseln.
Unser Guide zeigt uns das Grab von Roosevelt „Rosie“ Douglas, einem Aktivisten (Civil Rights), Sozialisten (Sozialistische Internationale) und Politiker (Premierminister von Dominica), der große Pläne für sein Land hatte, aber nach acht Monaten im Amt plötzlich verstarb. Dann besuchen wir die „Red Rocks“, eine beeindruckende Gesteinsformation direkt am Meer, die jederzeit für einen Science Fiction Film verwendet werden könnte.

Weiter im Landesinneren geht es zu einer kleinen Schokoladen-„Fabrik“. Leider gibt es im Moment keinen Herstellungsprozess zu sehen, denn die Kakao-Bäume wurden vom Hurrikan zerstört.
Ralf interessiert sich dann auch mehr für den Wiederaufbau, die kleine Schreiner-Hütte und das verwendete Holz, „White Cedar“, das auf der Insel wächst und sich zum Bauen gut eignet. Wir können aber doch noch Schokolade kaufen und wieder die vielen verschiedenen Blumen bewundern. Die Natur hat hier eine unglaubliche Energie.

Wir schlappen allerdings etwas ab und es wird Zeit eine Mittagspause einzulegen. Jeff bringt uns zu einem kleinen Restaurant mit einer schönen Aussicht. Dort bekommen wir das typische karibische Essen: Huhn oder Fisch mit Reis, (Süß)Kartoffeln, Gemüse und Salat. Hier ist es frisch und gut zubereitet. Dazu ein lokales Bier (Kubuli) und in meinem Fall einen frisch gepressten Guavensaft. Zum Dessert noch Brotpudding – lecker!
So gestärkt geht es an die nächste Herausforderung: einen privaten Wasserfall. Wir kaufen Karten in einem kleinen Shop und werden dann zu einem Parkplatz gefahren.
Von dort aus sind wir auf uns alleine gestellt und folgen einem Pfad durch den „Wald“. Einige aus unserer Gruppe waren schon letztes Jahr hier und berichten, dass sie durch einen Hohlweg mit einem Blätterdach gelaufen sind – davon ist nach dem Hurrikan nichts mehr übrig…
Der Wasserfall selbst ist nicht besonders groß aber sehr hübsch und einige von uns nutzen die Gelegenheit für ein erfrischendes Bad im ziemlich kühlen Wasser. Dann geht es wieder zurück zum Bus.
Die Rückfahrt führt dann an der Westküste entlang. Hier ist nach meinem Eindruck nicht so viel von der Vegetation zerstört, aber zahlreiche Brücken sind schon beim Hurrikan „Erika“ vor zwei Jahren weggeschwemmt worden und an vielen Stellen gibt es nur Behelfsbrücken, was die Fahrt natürlich verzögert. Nach rund 10 Stunden kommen wir voll mit Eindrücken aber ziemlich müde wieder in Portsmouth an.
Bei mir ist die Müdigkeit so groß, dass ich mich vor dem Abendessen noch kurz hinlegen will. Als ich wieder aufwache ist es 23:30 Uhr und ich verzichte auf Abendessen und Blog-Schreiben und entscheide mich gleich für die Nachtruhe…

Freitag, 9. März 2018

Tag 248 - Dominica: Auf dem Fluss

Früh am Morgen geht Ralf noch zu „Customs and Immigration“ um uns auf Dominica anzumelden. Eine gewisse Herausforderung ist dabei das Anlanden am Dinghy-Steg und vor allem die Aufgabe, zu verhindern, dass das schöne, neue Boot an dem Betonpier Schaden nimmt. Aber das und die Verständnisprobleme wegen des Sprachfehlers der Dame bei der Anmeldung („Password“ statt „Passport“) wurden von Ralf souverän gelöst.

So haben wir noch Zeit für unser Frühstück bevor unser netter Helfer von gestern „Providence“ auf die Minute pünktlich um 10:00 Uhr bei uns vorbeikommt um uns für eine Tour auf dem Fluss abzuholen. An Bord ist bereits ein amerikanisches Ehepaar und er nimmt auch noch vierköpfige französische Familie mit. So geht es vollbesetzt in den „Indian River“. Am Ufer ist noch viel kaputt und überall sind die Spuren des Hurricans „Maria“ im letzten September.
Auf dem Meer waren wir in schneller Fahrt mit dem Außenborder unterwegs, aber hier auf dem Fluss ist es ganz still und wir bewegen uns nur langsam durch Staken mit dem Ruder fort. Providence berichtet, dass der gesamte Fluss durch umgestürzte Bäume unpassierbar war, aber diese sind alle beseitigt worden und überall wächst frisches Grün. Problematisch ist, dass die gesamte Bananen- und Ananas-Ernte zerstört wurde und viele Kokos-Palmen fehlen.
Am Fluss leben verschiedene Vögel und große Krabben, die in Erdhöhlen wohnen. Zahlreiche Wurzeln bilden bizarre Muster und wir merken, wie fruchtbar der Vulkanboden ist und was die Natur für eine Kraft hat.
Die Führung findet in Englisch und Französisch statt, das unser Guide fließend spricht. Sogar ein paar Worte Deutsch kann er – sehr beeindruckend! Was mich jedoch immer erstaunt ist die Tatsache, dass selbst junge Franzosen (die Kinder sind 12 und 14) offensichtlich kein Englisch sprechen. Ich verstehe nicht, dass das dort in der Schule nicht unterrichtet wird, denn von allem, was ich in der Schule (nach Lesen, Schreiben und Dreisatz) gelernt habe, ist Englisch das, was ich später im Leben am besten gebrauchen konnte. – Nach einer Weile kommen wir zu einem Anleger mit einer Erfrischungsstation.
Weiter geht es zu Fuß durch den Wald, oder besser durch den ehemaligen Wald, denn auch hier hat der Hurrican viel Verwüstung angerichtet.
Providence zeigt und verschiedene Blumen und Heilpflanzen und erzählt, wie diese hier verwendet werden. Kopfschmerzen oder Prostata-Beschwerden – kein Problem! Wir bekommen auch Lorbeerblätter mit dem Tipp, daraus einen Tee zuzubereiten.
Zurück in der Station gibt es einen Guavensaft und jede Familie bekommt einen kleinen Vogel mit passender Blüte gebastelt.
Dann fahren wir wieder flussabwärts und müssen durch die Mündung wieder hinaus auf’s Meer. Leichter gesagt als getan, denn durch den Schwell brechen sich dort die Wellen. Aber unser Guide ist Profi und wartet eine Pause ab bevor er geschickt durch die Brandung fährt und uns sicher wieder zu unserem Schiff bringt.
Dort finden wir einen fliegenden Fisch vor, leider schon tot, der sich an Bord verirrt hat. Ralf fährt nochmal in die Stadt auf der Suche nach Kaffee und Kuchen (Kaffee ja, Kuchen nein) und etwas Huhn zum Abendessen (ja, aber gleich 2 kg) und dann sind wir zum Sundowner bei Lynn und Mark auf die ROXY eingeladen. Sie sind letztes Jahr von Michigan aus bis hierher gesegelt. Wir haben wieder viel zu erzählen und die Sonne ist schon lange untergegangen, bis wir wieder zurück auf der TRITON sind.

Donnerstag, 8. März 2018

Tag 247 - St. Pierre - Prince Rupert Bay: Regen, Wind und Regenbogen

Wie geplant stehen wir heute früh auf, denn wir wollen die 54 sm im nach Portsmouth sicher im Tageslicht schaffen. Als wir um 6:30 Uhr den Anker hochholen sind wir nicht die einzigen und insgesamt vier Schiffe machen sich auf den Weg nach Norden. In der Abdeckung von Martinique ist es fast windstill und so ziehen wir alle nur das Groß hoch und motoren los.
Sicherheitshalber haben wir gleich ein Reff eingebunden, denn die nördlichen Spitzen haben oft unangenehme Auswirkungen auf Wind und Wellen und die Durchfahrten zwischen den Inseln wirken wie eine Düse. Kaum sind wir um die Ecke bekommen wir reichlich Wind und Wellen und dann kommt auch noch eine schwarze Wand auf uns zu: Schauerböe! Aber die Triton und Sir Henry haben die Sache gut im Griff und schon bald scheint wieder die Sonne und wir bekommen einen schönen Regenbogen.

Wir trauen dem Frieden aber nicht so recht, denn neben uns wird es schon wieder schwarz. Wir binden auch noch ein Reff in die Fock und dann geht es auch schon los mit Wind und einem richtigen Wolkenbruch. Die Sicht wird nahezu Null und wir sind froh, dass wir unsere Mitstreiter noch auf dem AIS sehen können. Mitten im Getümmel geht auf einmal der Wind völlig weg und wir fahren für 10 Minuten mit Maschine – dann bläst es wieder und weiter geht die schnelle Fahrt.
Erst in der Abdeckung von Dominica wird es ruhiger, aber wir können trotzdem noch fast die ganze Strecke segeln. Für das letzte Stück machen wir dann die Maschine an. Als wir uns der Bucht „Prince Rupert Bay“ im Norden von Dominica nähern treffen uns noch einmal starke Fallböen von dem nahegelegenen „Rollo Head“. Zwischendurch gibt es auch immer mal wieder einen Regenschauer. Daher bekommen wir auch bei der Ansteuerung von Portsmouth nochmal einen wunderbaren Regenbogen zu sehen. Das war schon bei unserem letzten Besuch in Roseau im Januar so und Dominica wird für mich immer die Insel der Regenbogen bleiben.
Diese Bucht hatte – ähnlich wie jetzt St. Vincent – in Seglerkreisen einen sehr schlechten Ruf. Vor einigen Jahren hat sich daher eine Gruppe von jungen Männern zusammengeschlossen und die „Portsmouth Assiciation of Yacht Services“, kurz PAYS, gegründet. Sie bieten Moorings an, veranstalten Barbecues am Ufer, organisieren Touren und sorgen für Sicherheit. Wir werden gleich von einem Mitglied „Providence“ freundlich begrüßt und bekommen Hilfe mit einer Mooring. Später werden wir auch noch zu einem Barbecue am Strand eingeladen und morgen wollen wir an einer River-Tour teilnehmen.

Zwischen zwei Regenschauern bauen wir noch unser Beiboot auf, aber an Land wollen wir heute nicht mehr, denn bis wir dort sind, würden wir pitsch-patsch nass sein und da bleiben wir lieber in unserem gemütlichen, warmen Boot. Ziemlich warm, denn wegen des Regens können wir die Luken immer nur kurz öffnen… Ein wettertechnisch sehr abwechslungsreicher Tag: zwischen Windstille und mehr als 6 Windstärken war alles dabei. Wolkenbruchartiger Regen, mehrfach wunderbare Regenbogen und so viel Sonne, dass Ralf, obwohl gut vorgebräunt – einen Sonnenbrand hat (was er natürlich leugnen wird).

Montag, 15. Januar 2018

Tag 196 - Roseau - Saint-Pierre: Zurück nach Martinique

Wir segeln heute wieder zurück nach Martinique, weil Jan am Donnerstag von dort aus nach Mexiko fliegen wird. Die Sonne lacht am blauen Himmel und der Wind ist nicht so stark wie auf der ersten Passage, daher können wir noch einmal richtig schönes Segeln genießen. Jan setzt das Groß und bindet gleich noch ein Reff hinein.
Danach kann er dann mit Game of Thrones im Cockpit entspannen.
Auch die Angel war wieder am Start, aber diesmal haben wir nur Seegras gefangen. In der Abdeckung von Martinique müssen wir wieder mit Motor mithelfen, aber die letzte Stunde können wir dann wieder Segeln, bis dann alles wieder ordentlich weggepackt werden muss.
Unser Anker fällt rechtzeitig zu unserer Lieblingszeit so gegen 17:00 Uhr vor Saint-Pierre im Norden der Insel. Um 18:00 Uhr geht die Sonne unter und in der Stunde davor haben wir goldenes Licht bei angenehmen Temperaturen.
Kurz bevor es ganz dunkel wird, gehen wir noch schwimmen und duschen. Dann entscheiden wir uns für ein Abendessen an Land. Es ist im Vergleich zu dem nur ca. 30 sm entfernten Dominica wirklich eine andere Welt. Hier ist nichts vom Hurrikan zerstört, es gibt einen wunderbaren Anlegesteg für die Beiboote und im Ort haben wir die Auswahl zwischen verschiedenen Restaurants mit französischer oder kreolischer Küche.

Sonntag, 14. Januar 2018

Tag 195 - Roseau: Sonntagsruhe

Nach Tagen des Aktiv-Urlaubs mit Tauchen, Segeln und Sightseeing entscheiden wir uns heute für einen Tag „zur freien Verfügung“. Das ist mir ganz recht, denn nach meiner Freitags-Spritze schlafe ich schlecht und bin zwei Tage nicht so richtig fit. Wir beginnen erst einmal mit einer leckeren Ei-Pizza zum Frühstück.
Ralf nutzt die Gelegenheit, um ein paar Reparaturen vorzunehmen. Er befestigt das Kabel von unserem Ankerlicht neu und kümmert sich liebevoll um unsere mittlerweile 34 Jahre alte elektro-mechanische Selbststeueranlage. Der Kompass-Geber (und auch das Ersatzteil) hatten sich auf dem Atlantik verabschiedet.
Jetzt war die Gelegenheit, den Fall zu analysieren und er kommt zu dem Ergebnis, dass das Problem die Schleifkontakte sind. Statt der Auflagepunkte sind nur noch Löcher an den Enden der Kontakte. Als erste Hilfe setzt Ralf Lötpunkte auf die Löcher und so wie es aussieht, könnte es funktionieren. Nun muss sich die Reparatur noch in der Praxis bewähren.
Nachmittags fahren Ralf und Jan nochmal an Land. Unsere Freunde, die schon mit dem Kreuzfahrtschiff hier waren, gehen sie ins „Ruinencafé“. Leider gibt es keine Fotos, obwohl ich sie gebeten hatte, ein paar Bilder zu machen…

Sonst ist Sonntags wenig los und die Geschäfte sind geschlossen, daher sind die Beiden schon bald wieder zurück. Heute hat es tagsüber nicht geregnet und so konnten wir unsere Kissen trocken, aber abends ziehen wieder ein paar Regenwolken auf.