"Wetter bezieht sich auf den kurzfristigen Zustand der Atmosphäre an einem bestimmten Ort, wie Temperatur, Niederschlag und Wind. Klima hingegen beschreibt die durchschnittlichen Wetterbedingungen über einen längeren Zeitraum, typischerweise 30 Jahre oder mehr, und gibt einen langfristigen Überblick über die klimatischen Verhältnisse einer Region" - so die AI Zusammenfassung zum Thema. Wir haben heute sowohl mit Wetter als auch mit Klima zu tun. Mittags ist es hier noch ruhig und nett und der Großsegler GURINE verlässt den Hafen von Rosendal.Allerdings zieht gerade ein benanntes Sturmtief "Floris" über die britischen Inseln und das bringt auch für uns starken Wind und Regen. Wir binden deswegen die Triton besonders gut fest und aktivieren alle Leinen und Fender.Wir wollen uns heute unter anderem mit dem Klima hier beschäftigen und besuchen das "Folgefonn Senteret". Dort findet in diesen Tagen die "Rosendalsveko", statt, eine Klimakonferenz, die "Wissensinstitutionen, Unternehmen, die Zivilgesellschaft und Politiker zusammen bring, um Ideen zu den Themen Klima, Biodiversität, Energie, Geschäftsentwicklung und Nachhaltigkeit zu entwickeln". An der Konferenz können wir nicht teilnehmen, aber wir besuchen die Ausstellung im Zentrum.Hier wird interaktiv die Geschichte des Hardangerfjords und des Folgefonna Gletschers erzählt. Weitere Themen sind der Wasserkreislauf, Klima und Klimawandel und die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen. Die Ausstellung ist nur klein, aber sehr gut gestaltet mit verschiedenen Stationen und zahlreichen Filmen (alle auch auf Englisch). Wir erfahren, dass der Gletscher erst nach der letzten Eiszeit entstanden ist. Besonders interessant finde ich den Kreislauf eines Wassertropfens aus dem Golf von Mexiko mit dem Golfstrom (siehe Bild unten rechts) nach Norwegen, verdunstet, fällt als Schnee auf den Gletscher und wird dort zu langsam zu Gletschereis verdichtet. Diese schmilzt dann wieder, fließt über Flüsse zum Fjord und dann wieder ins Meer.Auch Windräder, Wasserturbinen und Fischfarmen und deren Einfluss auf die freilebenden Fische werden thematisiert und Lösungsansätze werden aufgezeigt (genau die Themen der Konferenz). Wir freuen uns, als wir in einem Nebenraum ein Modell des Turmes finden, den wir gestern am Ufer gesehen haben. Wir hatten vermutet, dass die Rampen zum Testen von Rettungsbooten verwendet werden und bekommen das hier bestätigt.Mit unserer Eintrittskarte können wir auch der direkt verbundenen Schiffbaumuseum besuchen. Hier wurden von 1855 bis 1955 zahlreiche Holzschiffe gebaut. Zu sehen sind verschiedenen Werkzeuge, Halbmodelle und - zur Freude von Ralf - eine ganze Sammlung von Kurvenlinealen, von denen er selbst einige besitzt.Wir laufen das kurze Stück zurück zu unserem Hafen. Mittlerweile hat sich das Wetter ganz erheblich verändert und der vorhergesagte Regen hat begonnen.Wir haben die Gelegenheit genutzt, um eine Maschine Wäsche zu waschen und zu trocknen. Die Preispolik ist hier streng und mit unseren 40 Kronen kaufen wir jeweils genau zwei Maschinenstunden. Das reicht beim Trockner nicht und so hängen wir alles auf.Zurück auf der Triton kümmert sich Ralf noch um die optimale Positionierung der Fender und hilft einem anderen Segler beim Anlegen.Genau zur vohergesagten Zeit zwischen wird der Wind dann richtig stark und die Triton legt sich deutlich auf die Seite. Die nahegelegene Wetterstation misst in Böen bis zu 60 Knoten, das ist Windstärke 11. Hier im Hafen ist die höchste Zahl, die ich lese ganz kurz 38 Knoten, immerhin noch Windstärke 8. Aber wir liegen hier gut und haben keine Probleme. Dieses Bild stammt von der (feuchten) Webcam im Hafen. Und dann ist das ganze Drama wie abgestellt vorbei und die Sonne versucht tapfer noch ein paar Strahlen durch die Wolken zu schicken (siehe Titelbild). Wir schauen dann zu, wie sich von der Seite wieder Windwellen neben der Triton aufbauen.Auch während ich das hier schreibe, pfeift der Wind wieder ums Schiff, die Fender und Leinen knarrzen und hin und wieder legen wir uns schwankend auf die Seite. Ich bin gespannt, wie die Nacht verläuft, denn da soll es noch einmal richtig windig werden.
Posts mit dem Label Wetter werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Wetter werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Montag, 4. August 2025
Donnerstag, 15. August 2024
Tag 73 - Skerries-Carlinford: Rechenaufgabe
Wir wollen heute 30 sm nach Norden in den Carlingford Lough segeln und das bedeutet eine genaue Planung, denn die Einfahrt ist eng und der Tidenstrom erreicht dort bis zu 5 kn. Wir müssen außerdem berücksichtigen, dass wir nicht bei Niedrigwasser in die Marina fahren können, wie der Tidenstrom an der Küste läuft und wie sich der Wind über den Tag entwickelt. Bis ca. 13 Uhr soll er günstig für uns aus Südwesten kommen, dann aber ungünstig auf Nordwest drehen. Wir entscheiden, dass der wichtigste Aspekt der Strom in der Einfahrt ist und dass wir dort um ca. 15 Uhr ankommen sollten. Es sind 25 sm bis zur Ansteuerung, wir rechnen mit fünf Stunden fahrt, also geht es um 10:00 Uhr bei grauem Himmel los - was unserer Laune aber keinen Abbruch tut.Damit wir auch mit dem ungünstsigen Wind in Richtung Ziel fahren können, nutzen wir die Gelegenheit, um "Höhe zu machen" und fahren weiter als notwendig nach Westen, also nach links. Der Winddreher kündigt sich mit einem bedrohlichen Himmel an.Wir sehen die weißen Schaumkrönchen auf dem Wasser und die dunklen Wolken und rechnen mit einer Schauerboe, also eine kurze Zeit mit drehendem Starkwind und Regen. Zur Vorbereitung darauf verkleinern wir das Vorsegel (das Groß ist bereits gerefft).Tatsächlich bekommen wir kurz danach den Regen, den starken Wind (bis 24 Knoten - Stärke 6) und die Winddrehung. Unser guter Sir Henry ist davon aber unbeeindruckt und steuert zuverlässig weiter (siehe Titelbild). Jetzt macht es sich bezahlt, dass wir "zu hoch" gefahren sind, denn trotz der Winddrehung schaffen wir die Ansteuerung ohne wenden zu müssen und nur eine Viertelstunde nach der geplanten Zeit.Mittlerweile ist auch die Sonne wieder herausgekommen und der richtige Strom schiebt uns sehr flott durch die Einfahrt Richtung Marina. Ralf aktiviert seinen Sonnenhut.Hier kommt der Wind nun von vorne und wir müssen im engen Fahrwasser motoren. Wir haben genug Wasser, um sicher in die Marina zu fahren und sind mit unseren Überlegungen zur Navigation sehr zufrieden.Unseren nächsten Schlag planen wir entweder nach Ardglass, das wir schon kennen (oben Mitte) oder direkt nach Peel auf der Isle of Man (oben rechts). Aber morgen bleiben wir erst einmal hier. Ralf macht schon einmal einen kleinen Erkundungsgang an Land und wieder faszinieren uns die Gegensätze heute. Begonnen haben wir kalt, grau und regnerisch, zwischendurch die Schauerboe mit Starkwind und abends ist es dann in der Marina sonnig und friedlich (Foto von Ralf).
Mittwoch, 26. Juli 2023
Tag 60 - Penzance: Pläne, Vorbereitungen, Verwaltung
Wie gut, dass wir unseren Ausflug gestern gemacht haben, denn heute ist es - wie vorhergesagt - grau und regnerisch. Wir haben es an Bord nett mit unserem festen Dach, dem Cockpitzelt und einem elektrischen Heizlüfter.Ralf geht noch ein paar Besorgungen an Land erledigen und ich beschäftige mich mit den "Ermüdungseigenschaften strebenbasierter Gitterstrukturen unter schwellender Druckbelastung" - so das Thema der Bachelorarbeit des jüngsten Sohnes, die ich Korrekturlesen darf. Etwas einfacher formuliert werden dabei 3D-gedruckte Aluminium-Körper systematisch zerstört.Nachdem ich so in die Tiefen des Maschinenbaus tauchen durfte (gut verständlich und sehr interessant) mache ich einen Abstecher in das Designen von Grabsteinen, schreibe Mails, erledige Überweisungen und telefoniere mit verschiedenen Familienmitgliedern. So geht der Tag schnell herum. Zusammen mit Ralf mache ich mich dann an die Planung unserer Überfahrt nach Irland (siehe Titelbild). Wir überlegen, wann wir fahren wollen, ob wir unterwegs noch einen Stop auf den Iles of Scilly einlegen wollen und welcher Hafen in Irland unser erstes Ziel wird. Nach Studium der verschiedenen Wettermodelle entscheiden wir uns, morgen direkt nach Irland aufzubrechen und zu versuchen, den Hafen Kilmore Quay zu erreichen. Den können wir allerdings nicht bei jeder Tide anlaufen, so das wir als Alternative Dunmore East einplanen. Es sind direkt rund 150 sm, allerdings müssen wir zunächst bei dem vorhergesagten Westwind bis Landsend aufkreuzen. Wir melden uns dann hoffentlich am Freitagabend aus Irland wieder!
Samstag, 22. Juli 2023
Tag 56 - Morlaix: Technik, Pläne und Entscheidungen
Wir machen weiter, wo wir gestern aufgehört haben - ich mit dem Einrichten unserer Satelliten-Verbindung und Ralf mit Einkäufen und Arbeiten am Boot. Ich kenne die Probleme mit Iridium schon von unserer Atlantikrunde und es ist nicht wesentlich besser geworden... Zusammen mit unserem Wetterprogramm von Predictwind (mit dem wir sehr zufrieden sind) müssen vier Apps installiert und eingerichtet werden. Diverse Nummer müssen ermittelt oder beantragt werden (SIM-ID, IMAI, Telefonnummer, Mail-Adresse). Um die Mittagszeit machen wir eine Pause und fahren nochmal in die Stadt. Heute ist hier Markt und vor dem "Hotel de Ville" gibt es nette Picknickplätze (siehe Titelbild).Wir suchen uns eine Plätzchen für unser Mittagessen, das zwar hübsch aussieht, aber eher flau schmeckt.Wir laufen noch ein kleines Stück durch die sehr hübsche Altstadt mit ihren Fachwerkhäuser......dann will Ralf noch auf das Viadukt und ich fahre zurück zum Boot um meine ganze frisch eingerichte Technik zu testen und zu dokumentieren. Hier im Hafen ist es nicht einfach, ausreichend viele Satelliten zu empfangen, aber schließlich kann ich Mail, SMS und sogar einen Anruf (auf einer kostenlosen Testnummer) erfolgreich durchführen. So wie die Windsituation aussieht, ist es sinnvoll, morgen den Sprung über den Kanal zu machen. Wir werden die Iles of Scilly nicht gut ansteuern können, also setzen wir Kurs auf Penzance. Morgen können wir um 8:43 durch die Schleuse und das reicht hoffentlich, um vor dem nächsten Tiefdruckgebiet in England anzukommen.
Dienstag, 16. August 2022
Tag 79 - Port Joinville - Port Guen (Belle-Île): Wetterwechsel
Pünktlich um 8;00 Uhr sind wir bereit zum Auslaufen und ein offizieller Helfer vom Hafenbüro kommt mit dem Beiboot, um uns aus der engen Lücke zu dirigieren. Es dauert eine Weile, bis das andere Boot aus dem Weg geräumt ist, aber dann können wir das volle Hafenbecken verlassen.Es ist bedeckt und kühl, wir haben Fleece und Ölzeug an. Außerdem sind für den Vormittag Regen und Gewitter vorhergesagt. Eigentlich soll es Südwind geben, der dann für uns schräg von hinten käme, aber zunächst können wir unseren Kurs kaum anliegen. Wir nehmen die Segel dicht und versuchen unser Bestes. Hinter uns ballen sich Wolken zusammen und es kommt der versprochene Regen, allerdings zunächst nicht als Schauerbö, sondern als "Schauerflaute", so dass wir für kurze Zeit dem Motor mitlaufen lassen, um nicht steuerungslos in die zahlreichen Fischerfähnchen zu treiben. Durch den heftigen Regen werden die Windwellen sozusagen plattgemacht.Leider trifft das nicht auf den atlantischen Schwell zu. Durch weit entfernte Wetterereignisse baut sich eine entsprechende Dünung auf. In unserem Fall ist sie so groß, dass der Rumpf des Nachbar-Seglers fast vollständig in den Wellen verschwindet.Wir müssen dann auch nicht lange warten, um richtige Schauerböen mit starkem Wind und Gewitter zu bekommen, so dass ein Reff erforderlich wird. Glücklicherweise hat der Wind mittlerweile gedreht, so dass wir abfallen können. Ich habe keine Probleme dem Wind - damit kommen die Triton und Sir Henry (Windpilot) super zurecht, aber Gewitter auf See mag ich gar nicht. Ich zähle die Zeit zwischen Blitz und Donner (sehr kurz!) und lege sicherheitshalber mein Smartphone in Alufolie gewickelt in den Backofen. Dieser soll wie ein faradayscher Käfig funktionieren und die Elektronik (insbesondere die Navigationssoftware) vor einem Blitzeinschlag beschützen... Deswegen gibt es auch keine Bilder...
Das Gewitter zieht vorbei, der Wind wird weniger (aber nicht zu wenig) und es wird heller. Als ich von meiner Freiwache komme, sehe ich blauen Himmel und Ralf, der mit der Sonne um die Wette strahlt!Ich übernehme die Wache und habe Spaß daran, den wechselhaften Himmel zu beobachten. Zwei Regenzellen ziehen an uns vorbei, aber die dritte erwischt uns dann wieder. Diesmal aber nur Regen und kein Starkwind. Von blauem Himmel über bedrohliche Wolken mit Regen zurück zu blauem Himmel dauert es weniger als eine Stunde.Mit ausgebaumten Segeln kommen wir gut voran und sind schon wieder zu schnell, denn die Schleuse zum inneren Hafen öffnet laut unseren Informationen 1,5 Stunden vor Hochwasser, also um 19:00 Uhr. Wir trödeln also noch etwas vor der Insel herum und bekommen einen schönen Regenbogen zu sehen (siehe Titelbild). Der Hafen Le Palais ist insgesamt etwas trickreich, da hier halbstündlich Fähren ankommen, die im engen ersten Hafenbecken drehen. Das zweite Becken fällt vollständig trocken und das dritte ist nur durch besagte Schleuse zu erreichen. Wir fragen über Funk einen Liegeplatz an und erfahren, dass wir nur eine Nacht bleiben dürfen. Das gefällt uns nicht und wir beschließen, vor dem Hafen zu ankern und erst morgen einen Platz zu suchen.Heute Nacht soll es insgesamt schwachwindig sein, so dass wir auf ruhigen Schlaf hoffen. Und tatsächlich geht am Abend der Wind fast vollständig weg.Nun haben wir noch unsere Ankerlaterne gesetzt und freuen uns darauf, morgen die Insel zu entdecken. Heute hatten wir jedenfalls einen sehr abwechslungsreichen Segeltag: Wind aus fast allen Richtungen und von 5-28 Knoten Stärke, Gewitter, Starkregen, Sonnenschein und einen Regenbogen!
Mittwoch, 4. Juli 2018
Tag 365 - Worton Creek-Grove Point: Hitze und Blitze
„Morgen soll es ein wenig kühler werden“ habe ich gestern
optimistisch geschrieben. Weit gefehlt! Ich kann mich nicht erinnern, jemals
außerhalb einer Sauna so geschwitzt zu haben… Und als Bonus war es noch Sauna
mit Aufguss, denn zur Hitze kommt auch noch die Luftfeuchtigkeit. Wir hoffen
wieder auf die Nachmittagsbrise und fahren erst um 13:45 Uhr los.
Es ist zwar nicht viel Wind, aber ein Kollege hat die Segel
oben und so versuchen wir es auch. Wir haben es nicht weit (ca. 12 sm) und so ist
es OK, dass wir nur seeeehr langsam vorankommen. Hier oben gibt es wieder mehr
Tidenstrom, weil es im Chesapeake-Delaware Kanal keine Schleuse gibt und so
auch Wasser von dort in die Bay strömen kann.
Es entwickelt sich ein Gegenstrom von ca. 1 Knoten - das
wäre normalerweise bei einer Marschfahrt von 5 kn kein Problem… Aber wir machen
ja selbst kaum Fahrt in Richtung Ziel. Irgendwann springt dann der Plotter um
und zeigt an, dass wir rückwärts fahren… Das ist dann der Moment, in dem wir
doch die Maschine anwerfen…
Wir haben uns einen Ankerplatz am Eingang des Sassafras
River ausgesucht, vor dem kleinen Städtchen Betterton. Unser Handbuch
beschreibt es als guten Ort zum Ankern und Baden. Wir kommen langsam näher und
sehen verschiedene Jetski-Fahrer ihre Runden drehen. Im Wasser treibt ein gekentertes Fahrzeug und daneben sehen
wir zwei Schwimmer. Wir bieten unsere Hilfe an und haben die Unfallstelle schon
fast erreicht, als ein weiterer Jetski mit zwei Helfern eintrifft, die das Teil
dann wieder aufrichten und meinen, dass sie alleine klar kommen.
Wir fahren also weiter und werfen unseren Anker ziemlich nah
am Landungssteg. Ich kontrolliere daher nochmal die Wettervorhersage bei
Windfinder und Windy. Es soll nachts schwachwindig aus östlichen Richtungen bleiben.
Schwachwindig bedeutet keine eindeutige Richtung beim Ankern, dazu kommt noch
die Strömung durch die Tide. Nicht optimal.
Wir gehen aber erst einmal schwimmen, ein Genuss, nach dem
heißen Tag. Das Wasser ist hier erstaunlich kühl und wir kommen richtig
erfrischt wieder aufs Boot. Durch die Sonne ist das Teakdeck so heiß geworden,
dass wir nicht mit nackten Füßen darauf laufen können, deswegen bekommt auch
die Triton eine Dusche.
Ich bin gerade dabei, das Abendessen zu machen, als wir
beide eine SMS mit einer Flutwarnung für unser Gebiet bekommen. Ein Blick zum
Himmel zeigt ein ganz unerfreuliches Bild. Es haben sich dunkle Gewitterwolken
aufgebaut und die Sonne geht mit einem ganz unheimlichen roten Licht unter.
Eine merkwürdige Stimmung, aber es ist immer noch fast windstill.
Wir machen die Luken zu, räumen das Deck frei und sichern
bewegliche Teile. Und dann geht es auch schon los und bläst aus allen Rohren. Unangenehm
ist, dass – wie üblich – die Wolke den Wind ganz erheblich gedreht hat. Oberes
Bild: Sonne etwa rechtwinklig zum Boot – unteres Bild: Sonne direkt vor dem
Boot, das bedeutet, der Wind kommt jetzt aus westlichen Richtungen und wir
liegen auf einmal mit dem Heck in Richtung Steg und Land. Gar nicht gut. Dazu
kommt eine unangenehme Welle, die sich ganz schnell aufgebaut hat.
Wir beschließen, dass wir hier nicht bleiben wollen, sondern
geschützter auf der anderen Seite der Bucht liegen. Im letzten Licht holen wir
den Anker hoch und versuchen, unterwegs keine Hummerpötte zu treffen. Neben uns
wird der Himmel in unregelmäßigen Abständen von Wetterleuchten erhellt. Aber für
ein richtiges Gewitter fehlt der Donner. Ich bin froh, denn Gewitter auf See
mag ich gar nicht! Jedenfalls lege ich sicherheitshalber mein Handy in Alufolie
gewickelt in den Backofen. Nicht weil wir jetzt „Smartphone im Schlafrock“
essen wollen, sondern um es vor einem eventuellen Blitzeinschlag zu schützen… Wir
kommen gut am neuen Ankerplatz an und auch das Ankern im Dunkeln funktioniert.
Nur für die Farbmarkierungen (wegen der Kettenlänge) brauche ich die
Stirnlampe. Mittlerweile hat sich die Situation beruhigt und ich hoffe auf eine
ereignislose Nacht.
Labels:
2018,
Ankern,
Bordleben,
Chesapeake Bay,
Maryland,
Sabbatical,
Segeln,
Triton,
USA,
Wetter
Abonnieren
Posts (Atom)








































