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Montag, 31. August 2026
Tag 88 - Ærøskøbing-Lyø: Wetterwechsel am Geburtstag
Heute ist Ralfs Geburstag und wie schon oft verbringen wir ihn auf der Triton. Wir starten gemütlich Richtung Lyø und kommen mit halbem Wind gut voran.Etwas irritiert sind wir von einer Sturmwarnung von Lynby Radio, denn unser normaler Wetterbericht spricht von moderatem Wind. Wir lesen noch einmal nach und offensichtlich sind Starkwindereignnisse während Gewittern gemeint. Tatsächlich ziehen am Himmel neben uns bedrohliche Wolken auf.Wir hören den Donner und wechsel vom Sonnenhut zum Südwester. Glücklicherweise schaffen wir es ohne Gewitter in den Hafen.Hier ist mehr los als in Ærøskøbing und wir merken, dass es nicht mehr weit nach Deutschland ist, denn hier liegt eine ganze Reihe deutscher Boote.Wir wollen uns noch etwas die Insel anschauen und laufen guter Dinge los. Ich stecke im letzten Moment noch mein Fahrrad-Regencape in den Rucksack. Vorne am Hafen können wir Fahrräder ausleihen und wir machen uns auf den Weg Richtung Dorf. Das ist nicht weit, denn die Insel ist ca. 4 x 4 km groß und hat rund 100 Einwohner.Sie ist bekannt für ihre schönen Dorfteiche und das können wir bestätigen. Im Wasser gibt es eine perfekte Spiegelung, die erste von vielen heute.Mitten im Dorf ist der Kaufmann und wir prüfen dort das Angebot. Es gibt frisches Obst und vor dem Laden sind diverse Golf-Carts geparkt. Das ist eine sinnvolle Art der Fortbewegung. Allerdings gibt es auch "richtige" Autos.Besonders erfreulich ist, dass Ralf hier auch Kaffee und ein Croissant bekommt. Das ist wirkliche ein besonderer Platz mit einer schönen Atmosphäre.Wir fahren vorbei an empörten Gänsen (eine zischt Ralf an) und blühenden Gärten bis zur Westseite der Insel.Dort gibt es den "Glockenstein" der angeblich einen hellen Ton erklingen lässt, wenn man ihn mit einem kleineren Stein anschlägt. Wir treffen dort die drei Seglerinnen vom Nachbarboot und ich mache ein paar Fotos von ihnen auf dem Stein. Bevor wir den klang ausprobieren können, beginnt es heftig zu regnen. Und dann haben wir ein richtiges Gewitter mit Blitz und Donner und wirklich wolkenbruchartigen Regenfällen. Wir versuchen uns unterzustellen, aber gegen diese Regenmengen helfen weder Blätterdach noch Regencape...Aber der Spuk ist schnell vorbei und wir fahren ziemlich feucht zurück zum Boot. Die Sonne ist wieder herausgekommen und tatsächich ist in der Ferne ein schwacher Regenbogen zu sehen.Der Wind ist nun völlig eingeschlafen und am Hafen erwartet uns die nächste Spiegelung im glatten Wasser. Erstaunlich, wie schnell der Himmel wieder blau geworden ist.Wir sitzen beim Abendessen wie meist im Cockpit und ich stehe auf um die beiden Ausblicke einzufangen. Hinter im Osten liegt der friedliche Hafen......während vor unserem Bug Richtung Westen über der geschützten Ankerbuch dramatisch die Sonne untergeht. Das war ein schöner und sehr abwechslungsreicher Geburtstag und wahrscheinlich unser letzten Abend in Dänemark.
Freitag, 21. August 2026
Tag 78 - Endelave: Radtour und Grillabend
Wir haben heute wunderbares Wetter und entscheiden uns für eine Radtour auf einem 12 km langen Rundweg zur Nordspitze der Insel, der - hier auf der Kanincheninsel - netterweise "Kanino" genant wird (grüne Punkte).Der Weg führt zunächst am Ufer entlang bis zu einem kleinen Aussichtsturm für die Beobachtung von Vögeln in einem Schutzgebiet. Im Moment sind allerdings nur jede Menge Möwen da.Die nächste Sehenswürdigkeit ist ein Stein aus der Bronzezeit. Auf einem Schild lesen wir, dass er eine Vertiefung hat, die möglicherweise zu religiösen Zweicken diente. Das Problem: es ist kein Stein zu sehen. Schließlich finden wir ihn neben der Straße versteckt im hohen Gras und er ist eher klein und unspektakulär:Es geht weiter nach Norden durch einen lichten Wald mit vielen Birken bis der Weg durch einen Zaun mit einem Weiderost auf dem Boden führt und wir uns wundern, welche Art von Tieren nicht hinein oder nicht heraus dürfen. Die Frage wird bald beantwortet, denn wir treffen eine ganze Menge Schafe.Neben der Weide gibt es eine Sitzgelegenheit, die wir für unser Picknick (und in Ralfs Fall für einen kleinen Mittagsschlaf) benutzen. Auf einem Schild wird erklärt, dass die Schafe (und auch Ponys) das Gras kurz halten sollen um anderen Pflanzen die Chance auf Wachstum zu geben.Als nächstes wollen wir wieder unsere neue Drohne ausprobieren. Diesmal soll sie uns beim Radfahren filmen und das klappt schon recht gut.Neben Hasen, Vögeln und Schafen gibt es auch noch eine ganze Weide mit jungen Kühen auf der Insel.Ralf gibt sein Allerbestes, um die jungen Damen mit frischem Gras anzulocken und sie kommen auch interessiert näher, aber keine traut sich wirklich ganz heran.Als letzte Station schauen wir uns noch die kleine Kirche an, sehr ähnlich der Kirche auf Tunø (allerdings ohne Leuchtturm) und ebenfalls mit einem sehr gepflegten Friedhof.Im Hafen ist es ziemlich leer geworden und die TRITON und die NALA DANICA liegen dort friedlich nebeneinander.Zum Abendessen sind wir mit Annette und Allan zum Grillen verabredet. Dafür gibt es einen schönen Platz direkt am Hafen (siehe auch Titelbild).Wir haben uns acht Jahre lang nicht gesehen, können aber so reden, als wäre das erst gestern gewesen. So haben wir einen sehr schönen Abend zusammen mit leckerem Essen, zwei Desserts und einem wunderbaren Sonnenuntergang.
Dienstag, 18. August 2026
Tag 75 - Tunø: Radtour und Drohnentest
Wir beginnen den Tag sehr enspannt. Das ist hier kein Problem, denn auch das volle Besichtigungsprogramm kann an einem halben Tag erledigt werden.Auf Tunø gibt es die Geschichte, dass der Pfarrer jahrelang mit der Frau des Leuchtturmwärters geschlafen hat... Das war aber kein Grund zur Aufregung, da der Kirchturm auch als Leuchtturm fungiert (siehe Titelbild) und der Pfarrer über 100 Jahre lang auch als Leuchtturmwärter arbeitete. Wir haben uns heute eine Fahrradtour über die Insel vorgenommen, sind aber zunächst bei der Kirche vorbeigefahren, wo uns eine sehr nette Katze begrüßte.Der kleine Friehof rund um die Kirche ist sehr gepflegt und erinnert mehr an einen botanischen Garten.Wir werfen auch noch einen kurzen Blick in das kleine Museum, aber wir sind durch die tollen Museen in Aarhus sehr verwöhnt und eine Sammlung von alten Telefonen (auch ein frühes Nokia Handy) beeindruckt uns nicht.Da schauen wir uns doch lieber einen sehr beeindruckenden Apfelbaum an! Überhaupt sind die Häuser und Gärten hier alle sehr gepflegt und erinnern uns an Tesco, eine der Scilly Inseln.Die Navigation auf der Insel ist einfach, denn es gibt Die Straße, die vom Hafen an einem Ende der Insel bis auf die andere Seite führt.Wir fahren die kleinen Hügel hinauf und hinunter bis wir zu einem freien Feld kommen. Hier wollen wir unsere neue Drohne ausprobieren und der erste Versuch klappt schon recht gut.Leider hat das Hotel geschlossen, in dem wir eigenlich zu Mittag essen wollten, um die lokale Tourismusbrache zu unterstützen. Also fahren wir noch einmal zurück in den Ort und dann wieder die nun schon bekannte Straße entlang, bis wir zu dem kleinen, privaten Flugplatz kommen. Eigentlich ist es nur eine erstaunlich kurze Landebahn und das Flugzeug ist einfach am Wegesrand geparkt...Kurz darauf erreichen wir das andere Ende der Insel, an dem die Gemeinde netterweise ein Plumpsklo aufgestellt hat.Als weitere Attraktion gibt es dann auch noch eine Sitzgruppe mit Blick aufs Meer, ein guter Platz um unseren nächsten Drohnenflug zu starten.Schon auf dem Feld haben wir verschiedene Flugmodi ausprobiert und hier versuchen wir unseren Lieblingsmodus, den Bumerang, bei dem die Drohne in einem weiten Bogen um uns herum fliegt. Hier ein Standbild, das Video ist auf Instagram.Sehr zufrieden mit unserem Ausflug und dem Test fahren wir durch die hübsche Landschaft zurück in den Hafen.Heute morgen war es dort ziemlich leer, aber mittlerweile sind die Plätze gut gefüllt, überwiegend von deutschen Booten. Wir plaudern noch ein wenig mit unseren Stegnachbarn und genießen dann die schöne Abendstimmung.
Sonntag, 16. August 2026
Tag 73 - Aarhus: Zeitreise
Im Jahr 2017 war Aarhus Kulturhauptstadt Europas - kein Wunder, denn die Stadt hat wirklich viel zu bieten. Heute besuchen wir das "European museum of the year 2026", das den Namen "Den gamle by" trägt - die alte Stadt. Wir sind erst ein wenig überrascht, weil das Eingangsgebäude sehr modern ist: außen aus Stahl und Glas, innen mit hellem Holz.Aber die Sache klärt sich bald auf. Das Freilichtmuseum besteht aus über 50 Gebäuden, die aus ganz Dänemark hierher gebracht und wieder aufgebaut wurden. Insgesamt vier Epochen werden gezeigt. Der Eingang gehört also zur Moderne 2014.Bevor wir die Gebäude anschauen, besuchen wir jedoch erst eine Ausstellung zur Geschichte der Stadt Aarhus. Dazu geht es mit dem Aufzug in den Keller und damit in eine andere Zeit. Wir sehen den Beginn der Stadt als Wikingersiedlung, nach der Christianisierung als Domstadt, die Industriealisierung und das Wachstum durch Hafen und Eisenbahn und schließlich die Besetzung der Stadt durch die Deuschen im 2. Weltkrieg.Auch das moderne Aarhus als Zentrum von Handel, Produktion, Musik und Sport wird gezeigt. Die Stadt ist stark gewachsen und ist jetzt - nach Kopenhagen - die zweitgrößte Stadt Dänemarks.Im Gebäude sind auch noch verschiedene Einzelausstellungen, darunter Schmuck, Porzelan und Uhren. Ralf kann nicht wiederstehen...Wieder im Freien laufen wir durch die Straßen und finden einen netten Platz für unser mitgebrachtes Picknick.Viele der Geschäfte und Wohnungen können betreten werden - so ist im modernen Teil ein 2008 geschlossener Jazzclub vollständig aufgebaut worden. Alles ist so, wie es am letzten Tag benutzt wurde, inklusive den Aschenbechern!Es gibt auch zwei moderne Wohnung, einmal von einer 31-jährigen Single Frau und dann von einer fünfköpfigen Regenbogenfamilie mit zwei Müttern. Im Moment ist die vollständig eingerichtete Wohnung noch vertraut, aber später wird sie einmal ein interessantes Zeitzeugnis sein.Für die 70er Jahre ist eine kompletete Einkaufsstraße aufgebaut. Viele Dinge, z.B. das Wählscheibentelefon und das orangene Tapetenmuster, wirken auf uns vertraut, weil wir uns an diese Zeit noch erinnern können.Unser absoluter Favorit ist "Poul's Radio" mit alten Schallplatten (von denen wir viele kennen), Plattenspielern und Tonbandgeräten und einer Reparaturwerkstatt. In vielen Geschäften arbeiten Freiwillige und beantworten Fragen.Dann geht es noch weiter in die Verganganheit und zwar in die 20er Jahre. Wir besuchen die Wohung einer Mittlklassefamile, schon mit fließendem Wasser in der Küche und Telefon.Auch hier gibt es Geschäfte und wir schauen uns die Buchhandlung und den Haushaltswarenladen an.Anfang des letzen Jahrhunderts gab es zunehmend mehr Automobile und wir besichtigen eine Werkstatt, in der nicht nur Autos, sondern auch Fahrräder repariert werden können. Das Gebäude mit einem daran hängenden Fahrrad haben wir schon von der anderen Seite des kleinen Kanals gesehen (siehe Titelbild).Der nächste Zeitsprung führt uns dann wirklich in die "alte Stadt" mit Fachwerkhäusern und repräsentativen Wohnungen, die im Barock- und Rokkokostil eingerichtet sind.
Auch hier dürfen Geschäfte nicht fehlen und wir schauen beim Schmied (der sehr beschäftigt ist) und beim Uhrmacher vorbei.Wir haben auf unseren Reisen schon einige Museumsdörfer gesehen, die uns die Vorstellung von einer anderen Zeit vermitteln sollten. Hier ist es - besonders in den 20er und 70er Jahren und der Neuzeit ganz besonders gut gelungen, weil die Wohnungen und Geschäfte so vollständig eingerichtet sind (und teilweise noch genutzt werden). Wir haben gar nicht alles anschauen können. Als letzte Tag gehen wir noch ins Plakatmuseum (ebenfalls auf dem Gelände).Neben den klassischen dänischen Plakaten zeigt eine Sonderausstellung 151 Werke zum Thema Tourismus, der eine der wichtigsten Branchen Dänemarks ist. Eine der Beschriftungen formuliert es so: "Tourismus ist eine kulturelle Begegnung mit dem Unbekannten, die Vergnügen und Lernen in sich vereint."Wir haben in den letzten drei Tage viel Vergnügen in Aarhus gehabt und einiges gelernt. Die Stadt und ihre Angebote haben uns wirklich gut gefallen und wir hatten wirklich gutes Wetter für unseren Ausflüge. Auch wenn wir bei weitem nicht alles gesehen haben, wollen wir morgen weitersegeln.
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