Zum Abschluss und zum Ausgleich für den wilden Ritt gestern zeigte sich der Atlantik in unseren letzten 24 Stunden dann wieder von der freundliche Seite. Der Wind bläst in der üblichen Passat-Stärke um 5 Beaufort nur die Wellen sind immer noch ziemlich groß. Wir kommen so schnell voran, dass wir um 22:00 Uhr das Groß herunternehmen, damit wir nicht zu früh in Barbados sind und nicht einklarieren können.
So schaukeln wir langsam durch die Nacht, die uns auch nochmal einen wunderschönen Sternenhimmel zeigt. Schon 50 sm vor dem Ziel können wir am Horizont die Lichter von Barbados erkennen. Um 11:30 Bordzeit = 7:30 lokale Zeit sind wir kurz vor der Ziellinie und rufen Luc von der Ralley Control über Funk an. Der sagt uns, dass die Offiziellen nicht ab 8:00 (wie in den Unterlagen angegeben und von uns getimed) da sind, sondern frühestens um 9:00 und dass wir noch in der Carlisle Bay ankern sollen.
Also drehen wir vor der Linie ab und fahren ein Stück zurück. Der Anker fällt in kristallklarem Wasser und wir nutzen die Chance zu einem Bad und danach zu einer Süßwasser-Dusche an Deck – herrlich! Der Rumpf der Triton sieht gut aus, bis auf eine kleine Kolonie von Entenmuscheln am Heck.
Kaum sind wir wieder trocken, kommt auch schon der Anruf von Luc und wir dürfen zu Custom, Immigration und Health. Wir überqueren die Linie nach 22 Tagen, 1 Stunde und 6 Minuten. Jimmy und Luc begrüßen uns am Steg mit einem keinen Geschenk und nehmen die Leinen entgegen. Wir haben einen „Agent“ und alle Offiziellen sind sehr freundlich und unkompliziert. Nur Paul hat es versäumt, seinen Rückflugschein auszudrucken, daher muss er morgen nochmal hin…
Wir sind so schnell fertig, dass wir es noch um 11:00 Uhr zur Öffnung der Brücke (passend zu Bridgetown) in die Careenage Marina schaffen. Hier sind wir mitten in der Stadt und hier liegen auch viele andere unserer Mitsegler. Wir dürfen hier vier Tage bleiben. Das ist günstig, denn am 12.12. ist die große Abschiedsparty und am 13. freuen wir uns dann auf Jan, der aus Mexiko kommt.
Nachdem wir unser Boot festgebunden haben, schlappen wir erst mal ab, den hier ist es deutlich über 30 Grad. Für Weihnachtsstimmung sorgen aber unzählige hübsch dekorierte Weihnachtsbäume. Erst nach der Siesta, als es um 17:30 kühler wird, machen wir uns auf den Weg, um etwas zu essen zu suchen. Um 18:00 Uhr geht die Sonne unter und die Temperaturen werden gut erträglich. Gleichzeitig beginnt ein reges Leben auf den Straßen. Überall sind bunte Lichter und natürlich sind auch die Weihnachtsbäume und eine Krippe samt heiliger Familie farbig beleuchtet.
Wir landen schließlich in einem Hühner-Fast-Food-Laden. Erst gibt es ein paar Probleme, weil Ralfs Karte nicht akzeptiert wird, aber das Boot ist nicht weit weg und meine funktioniert dann. Anschließend gehen wir noch ins Bridge House, wie er Name schon sagt direkt an der Brücke zum Hafen, und trinken dort Bier und Cocktails auf unsere gute Reise und glückliche Ankunft.
Ich nutze das kostenlose WLAN um meine Bilder des Tages auf Instagram hochzuladen. In den nächsten Tagen werde ich meine Fotos durchschauen und die Post von der Reise noch mit Bildern ergänzen. Hier erst einmal vielen Dank für die netten Kommentare zum Blog, die ich erst jetzt lesen konnte und für die zahlreichen Glückwünsche – wie lieb, dass ihr an uns gedacht und mitgefiebert habt.
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Sonntag, 10. Dezember 2017
Samstag, 9. Dezember 2017
Tag 159 - Atlantik 21: Berg- und Talbahn
Nach 10 Tagen „Happy Sailing" im Passat, wo die wichtigsten Fragen waren „Was gibt es zu essen?" und „Was lese ich als nächstes?" wurde unsere Überfahrt auf dem letzten Stück doch noch recht abwechslungsreich. Dazu das folgende Rezept: Man nehme 1. Wind der Stärke > 6 Beaufort, 2. Wellen > 3 m (diese Höhe gibt unser Wetterbericht an, ich hätte auch eine größere Zahl geglaubt), 3. Große dunkle Wolken, die Halbmond und Sterne verdecken und 4. In unregelmäßigen Abständen Schauerböen, die den Wind drehen und verstärken und manchmal auch die Triton duschen.
Es ging schon gestern Nachmittag los, erst mit den Wellen und stärkerem Wind und dann kam auch schon die erste Schauerboe. Bei Tag kann man sie recht gut erkennen: eine dunkle Wolke, die unten wie abgeschnitten aussieht, darunter ein Regenschleier. Die spannende Frage ist dann: zieht sie in Luv oder Lee vorbei oder trifft sie uns mittig? Wir binden ein Reff ins Groß und reffen die Fock je nach Bedarf ein oder aus. Wegen der Schaukelei gibt es nur Gulaschsuppe, Nudeln und Brot aber insgesamt läuft es gut. Halt wie Schauerboen auf der Ostsee, nur dass wir dort eine Ölhose und hier eher eine Badehose anziehen, wenn es regnet.
Auch meine Nachtwache gestaltete sich recht interessant. Sonst höre ich nachts gerne Audiobook oder Musik und es gibt ein Körbchen mit Knabbereien und Obst. Davon war heute Nacht aber weit und breit nix zu sehen. Auch sonst war außer dem schwachen roten Glimmen der Instrumente absolut nichts zu erkennen, denn bei Beginn meiner Wache war wirklich stockpechrabenschwarze Nacht. Wind und Wellen waren eher mehr geworden und wir waren schnell unterwegs. Teilweise ging es mit bis zu 10 kn Fahrt im Surf die Wellen hinunter in die Dunkelheit. Die Schauerboen konnte ich nur ahnen, war da ein noch schwärzeres Schwarz am Horizont? So um 2:30 Uhr ging dann der Mond auf und auch wenn er hinter den großen Wolken nicht zu sehen war, so wurden durch seinen Schein doch einige Konturen sichtbar. Bei meinen regelmäßigen Rundumblicken entdeckte ich plötzlich vor mir zwei kleine Lichter: ein Schiff! Aber auf welchem Kurs? Ich aktiviere das AIS und kann dort sehen, dass sein Kurs sicher an uns vorbei verläuft. Aber wieder mal ein Beispiel, dass es wirklich wichtig ist, aufmerksam Wache zu gehen!
Wir sind absolut begeistert, wie gut Sir Henry und Lady Triton (ich denke, es ist an der Zeit, auch unsere alte Dame in den Adelsstand zu erheben) mit den Bedingungen zurechtkommen. Bisher hat Henry jede Welle zuverlässig ausgesteuert und unsere Lady folgt willig. Wichtig ist, dass wir immer genug Druck im Rigg haben und Fahrt im Schiff ist, damit wir mit dem Wellensystem mitfahren und nicht in einem Wellental „verhungern". Das beeinflussen wir, mit der Größe des Vorsegels, das vom Cockpit aus eingestellt werden kann und indem wir anluven (zum Wind hinfahren) oder abfallen (vom Wind wegfahren). So haben wir unser bestes Etmal bisher erzielt: 158 sm laut Logge und sogar 164 sm laut GPS.
Im Moment hat sich die Sache etwas beruhigt. Die Wellen sind immer noch hoch (Motto: „Auf den blauen Bergen segeln wir…"), aber der Wind ist etwas schwächer geworden und am hellblauen Himmel sind nette Schönwetter-Cumulus-Wolken (Schäfchenwolken) zu sehen. Ich fange an, mir Gedanken zu machen, wo eigentlich die Einklarierungs-Flagge „Q" genau gesetzt wird und werde auch die Gastlandsflagge für Barbados heraussuchen. Vielleicht sind wir morgen schon da!
Es ging schon gestern Nachmittag los, erst mit den Wellen und stärkerem Wind und dann kam auch schon die erste Schauerboe. Bei Tag kann man sie recht gut erkennen: eine dunkle Wolke, die unten wie abgeschnitten aussieht, darunter ein Regenschleier. Die spannende Frage ist dann: zieht sie in Luv oder Lee vorbei oder trifft sie uns mittig? Wir binden ein Reff ins Groß und reffen die Fock je nach Bedarf ein oder aus. Wegen der Schaukelei gibt es nur Gulaschsuppe, Nudeln und Brot aber insgesamt läuft es gut. Halt wie Schauerboen auf der Ostsee, nur dass wir dort eine Ölhose und hier eher eine Badehose anziehen, wenn es regnet.
Auch meine Nachtwache gestaltete sich recht interessant. Sonst höre ich nachts gerne Audiobook oder Musik und es gibt ein Körbchen mit Knabbereien und Obst. Davon war heute Nacht aber weit und breit nix zu sehen. Auch sonst war außer dem schwachen roten Glimmen der Instrumente absolut nichts zu erkennen, denn bei Beginn meiner Wache war wirklich stockpechrabenschwarze Nacht. Wind und Wellen waren eher mehr geworden und wir waren schnell unterwegs. Teilweise ging es mit bis zu 10 kn Fahrt im Surf die Wellen hinunter in die Dunkelheit. Die Schauerboen konnte ich nur ahnen, war da ein noch schwärzeres Schwarz am Horizont? So um 2:30 Uhr ging dann der Mond auf und auch wenn er hinter den großen Wolken nicht zu sehen war, so wurden durch seinen Schein doch einige Konturen sichtbar. Bei meinen regelmäßigen Rundumblicken entdeckte ich plötzlich vor mir zwei kleine Lichter: ein Schiff! Aber auf welchem Kurs? Ich aktiviere das AIS und kann dort sehen, dass sein Kurs sicher an uns vorbei verläuft. Aber wieder mal ein Beispiel, dass es wirklich wichtig ist, aufmerksam Wache zu gehen!
Wir sind absolut begeistert, wie gut Sir Henry und Lady Triton (ich denke, es ist an der Zeit, auch unsere alte Dame in den Adelsstand zu erheben) mit den Bedingungen zurechtkommen. Bisher hat Henry jede Welle zuverlässig ausgesteuert und unsere Lady folgt willig. Wichtig ist, dass wir immer genug Druck im Rigg haben und Fahrt im Schiff ist, damit wir mit dem Wellensystem mitfahren und nicht in einem Wellental „verhungern". Das beeinflussen wir, mit der Größe des Vorsegels, das vom Cockpit aus eingestellt werden kann und indem wir anluven (zum Wind hinfahren) oder abfallen (vom Wind wegfahren). So haben wir unser bestes Etmal bisher erzielt: 158 sm laut Logge und sogar 164 sm laut GPS.
Im Moment hat sich die Sache etwas beruhigt. Die Wellen sind immer noch hoch (Motto: „Auf den blauen Bergen segeln wir…"), aber der Wind ist etwas schwächer geworden und am hellblauen Himmel sind nette Schönwetter-Cumulus-Wolken (Schäfchenwolken) zu sehen. Ich fange an, mir Gedanken zu machen, wo eigentlich die Einklarierungs-Flagge „Q" genau gesetzt wird und werde auch die Gastlandsflagge für Barbados heraussuchen. Vielleicht sind wir morgen schon da!
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Freitag, 8. Dezember 2017
Tag 158 - Atlantik 20: Schiebestrom
Wenn ich hier von unserem Etmal erzähle, dann lese ich die zurückgelegte Strecke auf unserem „Tages-Seemeilen-Zähler" ab. Die Zahl steht auf unserer Logge und die bekommt ihre Informationen vom Log-Geber, einem kleinen Schaufelrad, dass sich im Wasser dreht. Hier wird also die Fahrt durchs Wasser bzw. die Strecke, die wir durchs Wasser zurücklegen angezeigt. Manchmal verheddert sich etwas in dem Rädchen und dann steht die Logge oder zeigt wesentlich zu wenig an. So war es z.B., als wir nach der langen Liegezeit in Santa Cruz zu diesem Trip aufgebrochen sind.
An dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön an Andrea und Andreas von der AKKA. Bisher hatten wir (bzw. Ralf) in so einem Fall den Geber nach innen herausgezogen und gereinigt, wobei durch das dann entstehende Loch immer eine gute Portion Wasser ins Schiff kam. Der AKKA Tipp war dann, eine Leine an entsprechender Stelle quer unter dem Rumpf hin- und herzuziehen und das hat prima geklappt!
Neben der Logge können wir aber auch noch auf unserem Kartenplotter die Geschwindigkeit über Grund und die Restdistanz bis zum Ziel sehen. Beides wird anhand von unseren GPS-Positionen berechnet und kann von der Logge abweichen, z.B. wenn Strömung uns hilft oder hindert. Man kann sich das ganz einfach vorstellen, wenn wir auf einem Fluss fahren. Wenn der Rhein mit 2 kn strömt und wir 5 kn Marschfahrt fahren, kommen wir flussabwärts wesentlich schneller voran. Gleiches gilt in Tide-Revieren, wo es möglich ist, die Strömungen zum Vorteil zu nutzen. Erfahrungsgemäß ist es nicht sinnvoll, gegen die Natur zu arbeiten, denn die hat ganz bestimmt den längeren Atem…
Langer Rede kurzer Sinn: auf unserer Logge habe ich für die lezten 24 Stunden eine Strecke durchs Wasser von 144 sm abgelesen. Das sind 6 kn Schnitt und für unser Schiff sehr ordentlich. Laut Plotter waren es gestern Mittag noch 557 sm und heute mittag nur noch 302, also 155 sm Differenz. Wir haben also durch den Strom (North Equatoria Current) 11 sm geschenkt bekommen. Schiebestrom ist eben ein guter Strom!
Sonst ist nichts besonderes zu vermelden. Sir Henry und unsere liebe Triton machen ihre Sache sehr gut. Wir lesen, essen, schlafen, reden und haben gut gelernt, uns in unser schwankenden Welt zu bewegen. Allerdings wird es langsam Zeit, dass wir ankommen, denn die Äpfel werden knapp…
An dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön an Andrea und Andreas von der AKKA. Bisher hatten wir (bzw. Ralf) in so einem Fall den Geber nach innen herausgezogen und gereinigt, wobei durch das dann entstehende Loch immer eine gute Portion Wasser ins Schiff kam. Der AKKA Tipp war dann, eine Leine an entsprechender Stelle quer unter dem Rumpf hin- und herzuziehen und das hat prima geklappt!
Neben der Logge können wir aber auch noch auf unserem Kartenplotter die Geschwindigkeit über Grund und die Restdistanz bis zum Ziel sehen. Beides wird anhand von unseren GPS-Positionen berechnet und kann von der Logge abweichen, z.B. wenn Strömung uns hilft oder hindert. Man kann sich das ganz einfach vorstellen, wenn wir auf einem Fluss fahren. Wenn der Rhein mit 2 kn strömt und wir 5 kn Marschfahrt fahren, kommen wir flussabwärts wesentlich schneller voran. Gleiches gilt in Tide-Revieren, wo es möglich ist, die Strömungen zum Vorteil zu nutzen. Erfahrungsgemäß ist es nicht sinnvoll, gegen die Natur zu arbeiten, denn die hat ganz bestimmt den längeren Atem…
Langer Rede kurzer Sinn: auf unserer Logge habe ich für die lezten 24 Stunden eine Strecke durchs Wasser von 144 sm abgelesen. Das sind 6 kn Schnitt und für unser Schiff sehr ordentlich. Laut Plotter waren es gestern Mittag noch 557 sm und heute mittag nur noch 302, also 155 sm Differenz. Wir haben also durch den Strom (North Equatoria Current) 11 sm geschenkt bekommen. Schiebestrom ist eben ein guter Strom!
Sonst ist nichts besonderes zu vermelden. Sir Henry und unsere liebe Triton machen ihre Sache sehr gut. Wir lesen, essen, schlafen, reden und haben gut gelernt, uns in unser schwankenden Welt zu bewegen. Allerdings wird es langsam Zeit, dass wir ankommen, denn die Äpfel werden knapp…
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Donnerstag, 7. Dezember 2017
Tag 157 - Atlantik 19: Nächtliche Aktivitäten
Um Mitternacht begann meine Wache, in mondloser Dunkelheit, aber dadurch wieder mit einem wunderbaren Sternenhimmel. Wie sich herausstellte, verbarg sich der Mond hinter einer dicken schwarzen Wolke, wieder genau hinter unserem Schiff, aus der es offensichtlich auch regnete. Aber sie zog hinter uns vorbei und für drei Stunden hatte ich eine ruhige Nacht. Trotzdem hatte ich ein wachsames Auge auf die Wolkensitutation und eine davon, genau in Windrichtung, gefiel mir gar nicht. Dazu kam, dass ich den Kurs auf einmal mehrfach anpassen musste, weil der Wind drehte. Angeblich soll man Squalls auf dem Radar sehen können, also aktivierte ich die entsprechende Sicherung. Leider ohne Erfolg, der Radar tat keinen Mucks. Mittlerweile war es fast 4:00 Uhr, Zeit für den Wachwechsel. Ich weckte Ralf und Paul und die zwei waren kaum draußen, als der Regen begann.
Es gibt einen deutschen Seglerspruch, der sogar von Jimmy Cornell (der sechs Sprachen fließend spricht) zitiert wurde: „Erst der Wind und dann der Regen, Seemann kannst dich schlafen legen. Erst der Regen, dann der Wind, Seemann aus dem Bett geschwind!" Nun hatten wir ja erst den Regen und daher haben wir das Groß und die Foch je 1x gerefft. Außer vielleicht 10 Minuten Regen ist aber nix weiter passiert, die Wolke zog mal wieder dicht hinter uns vorbei und wir entschieden uns, die Fock wieder auszureffen, aber sicherheitshalber das Reff im Groß zu lassen. Die Fock kann dann ggf. von der Wache alleine bedient werden.
Blieb noch das Problem mit dem Radar. Ich probiere das Radar immer mal aus, wenn ich es nicht brauche, damit ich ein wenig mit den Einstellungen spielen kann. Wir hatten es also schon im Einsatz und da funktionierte alles einwandfrei. Ich hätte aber wohl doch noch mal in Teneriffa testen sollen… Ralf hat schon alle Leitungen überprüft und für weitere Untersuchungen müsste der Radarmast gelegt werden, aber das wollen wir bei der Schaukelei nicht machen.
Im Moment ist der Himmel klar und die Triton rennt im Passat und mit Schiebestrom – noch 443 sm bis Barbados!
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Mittwoch, 6. Dezember 2017
Tag 156 - Atlantik 18: Adrenalin am Morgen
Mir ist es eigentlich am liebsten, wenn ich nix Besonderes zu erzählen haben und im Blog über Zeitzonen, wahren Wind und gefühlte Entfernungen philosophieren kann. Gestern Nachmittag sah es auch noch ganz so aus. Unser Dreamteam arbeitete prächtig und wir genossen die Aussicht, die Stimmung, einen schönen Sonnenuntergang und gebackenen Camembert mit Preiselbeeren und Kartoffelspalten. Auch in der Nacht, wieder bei hellem Mondlicht, ging es gut voran, aber es war schon abzusehen, dass wir wegen der Winddrehung von Ost Richtung Nordost in absehbaren Zeit ein Manöver fahren müssen.
Heute Morgen bei Tageslicht war es dann soweit: Halse. Das bedeutet, alle Segel (Groß, Fock, Parasailor) und der Ausbaumer und der Bullenstander müssen auf die andere Seite. Erster Schritt: Parasailor runter. Gar nicht so einfach, denn der größte Vorteil: er fällt nicht zusammen wir jetzt zum größten Nachteil, denn er muss zusammenfallen, damit wir den Bergeschlauch herunterziehen können. Das ist einer der Gründe, warum wir das Großsegel oben haben: die Hoffnung, dass der Para im Windschatten besser zu handhaben ist. Wir lassen ihn ganz nach vorne zum Vorstag, ziehen in Lee an der Schot und Ralf macht auf dem Vorschiff im richtigen Moment Klimmzüge an der Bergeleine – klappt prima! Dann machen wir die Halse (Groß auf die andere Seite) und gehen auf den neuen Kurs.
Während Ralf und Paul auf dem Vorschiff arbeiten, schaue ich mir unsere Geschwindigkeit nur mit 2x gerefftem Groß und die Schaumkronen auf den Wellen an und schlage vor, nur die Fock und nicht den Parasailor zu setzen. Gesagt, getan, der Ausbaumer wird abgebaut und die Schoten werden umgefädelt. Wir haben im Cockpit nur vier Winschen (zum Festkurbeln und Sichern von Leinen) und davon werden zwei für den Ausbaumer benötigt, so dass entweder die Schoten des Parasailors oder der Fock mit den anderen beiden bedient werden können. Die Fockschoten waren daher in den letzten Tagen rechts und links auf zwei Klampen belegt. Alles ist soweit fertig gefädelt und sortiert, da passiert es: Ralf und Paul machen beide gleichzeitig die Fockschoten los und diese werden dadurch so lang, dass sich die Fock mehrfach um das Vorstag wickeln kann und sich durch einfaches Ziehen nicht wieder lösen lässt.
Dumm gelaufen, denn wir hatten die Fock ja gerade deswegen ein Stück ausgerollt, damit sich der Parasailor nicht um das Vorstag wickelt, denn das war uns vor Jahren schon einmal beim Spinnakern passiert. Genau deswegen wissen wir aber auch, was jetzt zu tun ist, um das Problem zu lösen: Groß runter, Motor an, Henry auskuppeln und in die Abwickel-Richtung Kreise fahren… Das schreibt sich jetzt so schnell, aber bei Windstärke 5+ mit entsprechenden Wellen und Schwell war es für mich dann doch aufregend. Hat aber super geklappt und wir konnten dann die Fock auf der neuen Seite ausbaumen und das Groß – ungerefft – wieder setzen.
Zurück im Cockpit findet Ralf das Boot etwas langsam und fragt sich schon, ob es ein Fahler war, den Parasailor unten zu lassen, als ich hinter uns eine große schwarze Wolke entdecke Könnte das ein Squall sein? Ich schrieb ja gestern schon über diese kleinräumigen Wetterphänomäne, die heftigen, drehenden Wind und Regen bringen. Während wir noch hinschauen, wird die Wolke noch dunkler und bedrohlicher und wir sehen unten die Regenschleier. Tatsächlich ein Squall! Glücklicherweise war er genau hinter uns und zieht daher auch schräg hinter uns vorbei. Wir sind dann doch ganz froh, dass wir nur Fock und Groß oben haben, die im Zweifelsfall besser und kontrollierter zu beherrschen sind.
Im Moment sieht der Himmel aber wieder nett aus und wir sind mit 6 kn Richtung Ziel unterwegs – alles gut an Bord.
Heute Morgen bei Tageslicht war es dann soweit: Halse. Das bedeutet, alle Segel (Groß, Fock, Parasailor) und der Ausbaumer und der Bullenstander müssen auf die andere Seite. Erster Schritt: Parasailor runter. Gar nicht so einfach, denn der größte Vorteil: er fällt nicht zusammen wir jetzt zum größten Nachteil, denn er muss zusammenfallen, damit wir den Bergeschlauch herunterziehen können. Das ist einer der Gründe, warum wir das Großsegel oben haben: die Hoffnung, dass der Para im Windschatten besser zu handhaben ist. Wir lassen ihn ganz nach vorne zum Vorstag, ziehen in Lee an der Schot und Ralf macht auf dem Vorschiff im richtigen Moment Klimmzüge an der Bergeleine – klappt prima! Dann machen wir die Halse (Groß auf die andere Seite) und gehen auf den neuen Kurs.
Während Ralf und Paul auf dem Vorschiff arbeiten, schaue ich mir unsere Geschwindigkeit nur mit 2x gerefftem Groß und die Schaumkronen auf den Wellen an und schlage vor, nur die Fock und nicht den Parasailor zu setzen. Gesagt, getan, der Ausbaumer wird abgebaut und die Schoten werden umgefädelt. Wir haben im Cockpit nur vier Winschen (zum Festkurbeln und Sichern von Leinen) und davon werden zwei für den Ausbaumer benötigt, so dass entweder die Schoten des Parasailors oder der Fock mit den anderen beiden bedient werden können. Die Fockschoten waren daher in den letzten Tagen rechts und links auf zwei Klampen belegt. Alles ist soweit fertig gefädelt und sortiert, da passiert es: Ralf und Paul machen beide gleichzeitig die Fockschoten los und diese werden dadurch so lang, dass sich die Fock mehrfach um das Vorstag wickeln kann und sich durch einfaches Ziehen nicht wieder lösen lässt.
Dumm gelaufen, denn wir hatten die Fock ja gerade deswegen ein Stück ausgerollt, damit sich der Parasailor nicht um das Vorstag wickelt, denn das war uns vor Jahren schon einmal beim Spinnakern passiert. Genau deswegen wissen wir aber auch, was jetzt zu tun ist, um das Problem zu lösen: Groß runter, Motor an, Henry auskuppeln und in die Abwickel-Richtung Kreise fahren… Das schreibt sich jetzt so schnell, aber bei Windstärke 5+ mit entsprechenden Wellen und Schwell war es für mich dann doch aufregend. Hat aber super geklappt und wir konnten dann die Fock auf der neuen Seite ausbaumen und das Groß – ungerefft – wieder setzen.
Zurück im Cockpit findet Ralf das Boot etwas langsam und fragt sich schon, ob es ein Fahler war, den Parasailor unten zu lassen, als ich hinter uns eine große schwarze Wolke entdecke Könnte das ein Squall sein? Ich schrieb ja gestern schon über diese kleinräumigen Wetterphänomäne, die heftigen, drehenden Wind und Regen bringen. Während wir noch hinschauen, wird die Wolke noch dunkler und bedrohlicher und wir sehen unten die Regenschleier. Tatsächlich ein Squall! Glücklicherweise war er genau hinter uns und zieht daher auch schräg hinter uns vorbei. Wir sind dann doch ganz froh, dass wir nur Fock und Groß oben haben, die im Zweifelsfall besser und kontrollierter zu beherrschen sind.
Im Moment sieht der Himmel aber wieder nett aus und wir sind mit 6 kn Richtung Ziel unterwegs – alles gut an Bord.
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Dienstag, 5. Dezember 2017
Tag 155 - Atlantik 17: Dreamteam
Nun ist unser Parasailor schon fast 48 Stunden oben und es ist wirklich eine Freude, dem Zusammenspiel von unserer Triton, Sir Henry und Para (wie wir ihn jetzt liebevoll nennen) zu beobachten. Anders als bei einem Spinnaker greifen die Schoten (Leinen zum Bewegen des Segels) nicht hinten am Schiff an, sondern laufen zur Mitte. Dazu kommt, dass das Segel durch die Matte nicht zur Seite zieht, sondern nach oben will. Zusätzlich haben wir die Fock noch ein Stück ausgerollt, einmal um zu verhindern, dass sich Para um das Vorstag wickelt, aber auch um das Boot wieder auf Kurs zu bringen, sollte es zu stark anluven wollen. Zusammen mit unserem gemäßigten Langkiel führt das dazu, dass das System sich auch bei großen Wellen und Winddrehern selbst korrigiert. Wir haben nichts anderes zu tun, als aufzupassen, dass sich keine Scheuerstellen bilden, nach Squalls (fiesen Schauerböen mit heftigen Regen und Winddrehern) Ausschau zu halten und mit fettem Grinsen auf unsere Logge (Geschwindigkeitsmesser) zu schauen. Gerade hatten wir unser bisher bestes Etmal von 151 sm!
Das fette Grinsen könnte allerdings auch daher kommen, dass wir gefühlt ununterbrochen gegessen haben: Cous-Cous-Salat, frisch gebackenes Brot, Muffins und auch noch Schokoladenpudding mit Pfirsichen (danke Paul).
Da ist es vielleicht ganz gut, dass gestern – trotz des sehr schicken schwarz-goldenen Köders - kein Fisch angebissen hat. Wir waren auch so schon satt genug. Heute ist es extrem heiß (das Thermometer im Cockpit zeigt 36 Grad) und im Moment hat niemand Lust, sich an den Herd zu stellen.
So langsam merken wir auch, dass wir weiter nach Westen kommen, denn die Sonne geht jetzt immer später auf. Bei 360 Grad Erdumfang und 24 Stunden entsprechen 15 Grad Länge einer Stunde. Wir haben uns entschieden, an Bord unsere Start-Zeitzone (UTC) beizubehalten und die Wachen einfach durchlaufen zu lassen. Barbados hat UTC -4, also ist es dort vier Stunden früher als an Bord (im Verhältnis zu Deutschland sind es -5 Stunden). So hatte beim Start Paul mit der Wache von 4:00 – 8:00 Uhr die Sonnenaufgangs-Wache. Mittlerweile hat sich das verschoben und Ralf, der ab 8:00 Uhr dran ist bekommt den Sonnenaufgang zu sehen (heute um 9:19 Uhr).
Wie wir von meinen Eltern hören (die jetzt nicht nur SMS sondern auch Satelliten-Mails schicken können – ich bin ganz stolz auf die beiden, die mit über 80 noch neue Kommunikationsmethoden lernen), wird das erste Schiff, die 22m lange SEA DRAGON, Barbados heute oder morgen erreichen. Wir haben darauf verzichtet, uns jeden Tag die Positionen der anderen Schiffe per Mail schicken zu lassen, weil wir unsere Satelliten-Zeit sparen wollen, aber jetzt sind wir doch neugierig. Ich freue mich schon darauf, mir anzusehen, wer mit welcher Taktik gefahren ist und ob Schiffe aus unserer Gruppe einen außerplanmäßigen Tankstopp auf den Kapverden einlegen mussten.
Das fette Grinsen könnte allerdings auch daher kommen, dass wir gefühlt ununterbrochen gegessen haben: Cous-Cous-Salat, frisch gebackenes Brot, Muffins und auch noch Schokoladenpudding mit Pfirsichen (danke Paul).
Da ist es vielleicht ganz gut, dass gestern – trotz des sehr schicken schwarz-goldenen Köders - kein Fisch angebissen hat. Wir waren auch so schon satt genug. Heute ist es extrem heiß (das Thermometer im Cockpit zeigt 36 Grad) und im Moment hat niemand Lust, sich an den Herd zu stellen.
So langsam merken wir auch, dass wir weiter nach Westen kommen, denn die Sonne geht jetzt immer später auf. Bei 360 Grad Erdumfang und 24 Stunden entsprechen 15 Grad Länge einer Stunde. Wir haben uns entschieden, an Bord unsere Start-Zeitzone (UTC) beizubehalten und die Wachen einfach durchlaufen zu lassen. Barbados hat UTC -4, also ist es dort vier Stunden früher als an Bord (im Verhältnis zu Deutschland sind es -5 Stunden). So hatte beim Start Paul mit der Wache von 4:00 – 8:00 Uhr die Sonnenaufgangs-Wache. Mittlerweile hat sich das verschoben und Ralf, der ab 8:00 Uhr dran ist bekommt den Sonnenaufgang zu sehen (heute um 9:19 Uhr).
Wie wir von meinen Eltern hören (die jetzt nicht nur SMS sondern auch Satelliten-Mails schicken können – ich bin ganz stolz auf die beiden, die mit über 80 noch neue Kommunikationsmethoden lernen), wird das erste Schiff, die 22m lange SEA DRAGON, Barbados heute oder morgen erreichen. Wir haben darauf verzichtet, uns jeden Tag die Positionen der anderen Schiffe per Mail schicken zu lassen, weil wir unsere Satelliten-Zeit sparen wollen, aber jetzt sind wir doch neugierig. Ich freue mich schon darauf, mir anzusehen, wer mit welcher Taktik gefahren ist und ob Schiffe aus unserer Gruppe einen außerplanmäßigen Tankstopp auf den Kapverden einlegen mussten.
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Montag, 4. Dezember 2017
Tag 154 - Atlantik 16: Schnelle Fahrt
Gestern Nachmittag um 15:00 Uhr haben wir den Parasailor gesetzt. Mittlerweile funktioniert das reibungslos. Dann muss er noch richtig eingestellt werden. Wir haben ausprobiert, dass er am besten steht, wenn das Groß gerefft wird, weil er dann im oberen Bereich freien Wind bekommt. Je nach Wellenhöhe wird dann noch die Empfindlichkeit von Sir Henry ausgewählt. Ja, und danach haben wir das alles nicht mehr angefasst und ihn sogar nachts stehenlassen, denn der Vollmond ist so hell, dass wir genug sehen um ihn im Zweifelsfall bergen zu können. Der Schwell kommt im Moment schräg von hinten, hebt unser Heck an und dann surfen wir die Welle hinunter. Es geht richtig flott voran – schön!
So haben wir gestern auch noch die magische „1000 sm bis zum Ziel" Marke erreicht und es fühlt sich jetzt an wie ein Countdown. Nach der schnellen Nacht steht jetzt schon eine 8 vorne! Was ich auf jeden Fall schon sagen kann ist, dass sich meine Einstellung zu Entfernungen auf See total verändert hat. Als wir noch mit den Kindern auf der Ostsee unterwegs waren, haben wir uns Tagestouren von 20 – 30 sm ausgesucht. Das ist in der Ostsee kein Problem, weil es an jedem dicken Baum einen Hafen gibt. Das hat uns die Gelegenheit gegeben, die Kinder morgens zu „lüften". An Bord gab es dann etwas zu essen und hoffentlich einen Mittagsschlaf, bevor wir dann Nachmittags wieder im Hafen angekommen sind und die Kinder wieder Auslauf hatten. Vielleicht 1-2 mal im Urlaub haben wir dann eine Nachtfahrt gemacht. Über 100 sm war da schon ein großes Stück.
In den letzten Jahen waren wir in der Nordsee und rund England unterwegs und dort waren 50-70 sm eher die normale Entfernung. Über den Kanal oder die Nordsee waren es dann schon mal 150 oder 200 sm, aber wir waren nie mehr als zwei Nächte auf See.
Auf dieser Reise habe ich dann bei dem Sprung über die Biskaya gemerkt, dass eigentlich erst ab den 3. Tag auf See die Gewöhnung an die Situation und Routine einsetzt. Das war auch die Strecke, vor der ich am meisten Respekt hatte. Die 500 sm von Lissabon nach Madeira waren dann schon nicht mehr so aufregend. Daher hat auch eine Bemerkung von meinem Onkel Volker, selbst ein sehr erfahrener Segler, mir sehr geholfen, die Atlantiküberquerung einzuschätzen: „Atlanik? Das ist 5x nach Madeira!" Nun denke ich: nur noch 895 sm nach Barbados…
So haben wir gestern auch noch die magische „1000 sm bis zum Ziel" Marke erreicht und es fühlt sich jetzt an wie ein Countdown. Nach der schnellen Nacht steht jetzt schon eine 8 vorne! Was ich auf jeden Fall schon sagen kann ist, dass sich meine Einstellung zu Entfernungen auf See total verändert hat. Als wir noch mit den Kindern auf der Ostsee unterwegs waren, haben wir uns Tagestouren von 20 – 30 sm ausgesucht. Das ist in der Ostsee kein Problem, weil es an jedem dicken Baum einen Hafen gibt. Das hat uns die Gelegenheit gegeben, die Kinder morgens zu „lüften". An Bord gab es dann etwas zu essen und hoffentlich einen Mittagsschlaf, bevor wir dann Nachmittags wieder im Hafen angekommen sind und die Kinder wieder Auslauf hatten. Vielleicht 1-2 mal im Urlaub haben wir dann eine Nachtfahrt gemacht. Über 100 sm war da schon ein großes Stück.
In den letzten Jahen waren wir in der Nordsee und rund England unterwegs und dort waren 50-70 sm eher die normale Entfernung. Über den Kanal oder die Nordsee waren es dann schon mal 150 oder 200 sm, aber wir waren nie mehr als zwei Nächte auf See.
Auf dieser Reise habe ich dann bei dem Sprung über die Biskaya gemerkt, dass eigentlich erst ab den 3. Tag auf See die Gewöhnung an die Situation und Routine einsetzt. Das war auch die Strecke, vor der ich am meisten Respekt hatte. Die 500 sm von Lissabon nach Madeira waren dann schon nicht mehr so aufregend. Daher hat auch eine Bemerkung von meinem Onkel Volker, selbst ein sehr erfahrener Segler, mir sehr geholfen, die Atlantiküberquerung einzuschätzen: „Atlanik? Das ist 5x nach Madeira!" Nun denke ich: nur noch 895 sm nach Barbados…
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Sonntag, 3. Dezember 2017
Tag 153 - Atlantik 15: Advent, Advent...
In Santa Cruz sind wir in der Fußgängerzone an einem Geschäft vorbeigelaufen, dass ausschließlich Weihnachtsdeko verkauft hat. Da ist mir dann klargeworden, dass wir die Adventszeit und Weihnachten auf dem Schiff verbringen werden und dass jetzt die letzte Gelegenheit ist, etwas für die entsprechende Stimmung an Bord zu tun. Also habe ich dort zugeschlagen.
Heute morgen konnte ich dann meine Deko-Tasche aktivieren und nun haben wir eine Tannen-Mistel-Girlande am Steuerrad und nette rote Sterne um den Kompass gewickelt. Nachher zum Kaffeetrinken gibt es dann noch eine rote Tischdecke, einen Plastik-Kranz (passend zur Girlande) und eine LED-Kerze… Allerdings finde ich es schwer, bei 33 Grad, Sonne, Wasser und Wind in Advents-Stimmung zu kommen. Von zuhause bekommen wir Meldungen über Temperaturen unter Null und sogar Schnee!
Bisher ist die Wärme für mich gut auszuhalten, denn ich sitze ja überwiegend ruhig im Schatten und es weht ein Bord ein leichter Wind. Der Wind, den ich hier merke ist der sogenannte „scheinbare" Wind. Er errechnet sich aus dem „wahren" Wind, der hier auf dem Meer weht und unserem Fahrtwind. Weil wir im Moment ziemlich genau vom wahren Wind wegfahren, wird der Fahrtwind abgezogen und das ergibt ein angenehmes Lüftchen an Bord. Unangenehm ist es unter Deck beim Kochen oder wenn der Motor läuft, der eine Arbeitstemperatur von 92 Grad hat.
Gestern Abend gab es auch wieder etwas zu feiern, denn wir haben den 40. Längengrad überquert und sind jetzt auf der zweiten Hälfte unserer Atlantikkarte angekommen, auf der schon unser Ziel Barbados zu sehen ist. Jeden Mittag trage ich unsere Position auf der Karte ein und im Moment machen wir erfreuliche Fortschritte mit Etmalen von jeweils über 130 sm. Heute morgen haben wir eine Halse gefahren, dadurch kommen die Wellen jetzt wieder mehr von hinten und die Schaukelei ist nicht mehr so schlimm.
Allen zuhause und überall einen schönen 1. Advent und hoffentlich auch einige Gelegenheiten, in der Adventszeit innezuhalten und zusammen mit lieben Menschen Ruhe zu finden.
Heute morgen konnte ich dann meine Deko-Tasche aktivieren und nun haben wir eine Tannen-Mistel-Girlande am Steuerrad und nette rote Sterne um den Kompass gewickelt. Nachher zum Kaffeetrinken gibt es dann noch eine rote Tischdecke, einen Plastik-Kranz (passend zur Girlande) und eine LED-Kerze… Allerdings finde ich es schwer, bei 33 Grad, Sonne, Wasser und Wind in Advents-Stimmung zu kommen. Von zuhause bekommen wir Meldungen über Temperaturen unter Null und sogar Schnee!
Bisher ist die Wärme für mich gut auszuhalten, denn ich sitze ja überwiegend ruhig im Schatten und es weht ein Bord ein leichter Wind. Der Wind, den ich hier merke ist der sogenannte „scheinbare" Wind. Er errechnet sich aus dem „wahren" Wind, der hier auf dem Meer weht und unserem Fahrtwind. Weil wir im Moment ziemlich genau vom wahren Wind wegfahren, wird der Fahrtwind abgezogen und das ergibt ein angenehmes Lüftchen an Bord. Unangenehm ist es unter Deck beim Kochen oder wenn der Motor läuft, der eine Arbeitstemperatur von 92 Grad hat.
Gestern Abend gab es auch wieder etwas zu feiern, denn wir haben den 40. Längengrad überquert und sind jetzt auf der zweiten Hälfte unserer Atlantikkarte angekommen, auf der schon unser Ziel Barbados zu sehen ist. Jeden Mittag trage ich unsere Position auf der Karte ein und im Moment machen wir erfreuliche Fortschritte mit Etmalen von jeweils über 130 sm. Heute morgen haben wir eine Halse gefahren, dadurch kommen die Wellen jetzt wieder mehr von hinten und die Schaukelei ist nicht mehr so schlimm.
Allen zuhause und überall einen schönen 1. Advent und hoffentlich auch einige Gelegenheiten, in der Adventszeit innezuhalten und zusammen mit lieben Menschen Ruhe zu finden.
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Samstag, 2. Dezember 2017
Tag 152 - Atlantik 14: Bergfest!
Die „offizielle" Entfernung zwischen Santa Cruz, Teneriffa und Bridgetown, Barbados beträgt laut Cornellsailing 2600 sm. Um auf der sicheren Seite zu sein, haben wir beschlossen, das Bergfest zu feiern, wenn noch 1300 sm Restentfernung auf dem Plotter angezeigt werden. Gestern Nachmittag um 18:50 war es dann so weit und wir konnten die nächste „Leckerli-Tüte" öffnen. Durch unsere Kreuzerei und dem Kurs nach Süden wegen des besseren Windes sind wir bisher deutlich mehr als 1300 sm gefahren und so hoffen wir, in der 2. Hälfte weniger als 13 Tage zu brauchen. Ich fände es schön, wenn wir es zur großen Abschiedsparty am 12.12.2017 nach Barbados schaffen würden.
Wir sind jetzt seit genau zwei Wochen in unserer schwankenden Nussschale unterwegs. Und es schaukelt nicht zu knapp. Hier auf dem Atlantik gibt es nahezu immer Schwell, eine alte Welle, die von weit entfernten Stürmen, meist im Norden, stammt. Die Richtung des Schwells hat mit der aktuellen Windrichtung nichts zu tun. Dazu kommt noch die aktuelle Windwelle, die sich mit dem Schwell vermischt und teilweise zu unregelmäßigen Bewegungen führt. In der ersten Woche, beim Motoren, hatten wir oft eine schöne lange Dünung, die das Boot sanft angehoben und wieder abgesenkt hat. Bei Kreuzen ist die ganze Welt einseitig schräg und dazu kommen die Wellen. Jetzt, mit Wind von hinten schwankt das Schiff abwechselnd nach rechts und links (eben Gauki). Der Parasailor kann das ganze System etwas stabilisieren und die Triton liegt dann ruhiger.
Weit laufen können wir natürlich auf unserem 11,5 m langen und 3,5 m breiten Boot nicht, aber klar ist, dass wir uns bei jeder Bewegung irgendwo festhalten müssen. Auch Sitzen ist nur möglich, wenn wir uns irgendwo verkeilen oder abstützen und beim Gauki-Kurs rollen wir selbst im Liegen hin und her. Jede an Land normale Tätigkeit wird zum akrobatischen Akt, insbesondere, wenn eigentlich zwei Hände erforderlich wären.
Das Erstaunliche ist, dass wir uns recht schnell an die Bootsbewegungen gewöhnt haben. So kann ich z.B. auf kurzen Strecken nicht Lesen oder Schreiben, speziell nicht unter Deck, ohne das mir komisch im Magen wird. Aber mittlerweile ist das gar kein Problem. Der Körper bewegt sich automatisch im Rhythmus der Wellen und nur besonders große fallen noch auf. Wichtig ist es auch, daran zu denken, dass nichts ungesichert abgestellt werden kann. Wir helfen uns mit Anti-Rutsch-Matten, Körbchen, in denen der Kleinkram liegt und Schlingerleisten. Alle losen Teile werden regelmäßig weggepackt oder gesichert.
Heute haben wir einen hohen und extrem unangenehmen Schwell von der Seite, dazu kräftigen Wind und daher keinen Parasailor für die Stabilität. Da nützt selbst die Gewöhnung nix, es ist einfach nur unbequem. Dazu kommt, dass ich gestern mein MTX genommen habe, als Tablette, weil es mir für eine Spritze zu schaukelig war. Ich habe keine Lust mir eine Nadel im Bein abzubrechen… Die Tabletten vertrage ich nicht so gut und daher bin ich etwas quengelig… Auf der positiven Seite: ich habe für morgen (1. Advent!) Schoko-Muffins gebacken (etwas halbmondförmig, weil sie trotz kardanisch aufgehängtem Herd auf dem Blech zusammengerutscht sind) und wir kommen im Moment sehr flott voran...
Wir sind jetzt seit genau zwei Wochen in unserer schwankenden Nussschale unterwegs. Und es schaukelt nicht zu knapp. Hier auf dem Atlantik gibt es nahezu immer Schwell, eine alte Welle, die von weit entfernten Stürmen, meist im Norden, stammt. Die Richtung des Schwells hat mit der aktuellen Windrichtung nichts zu tun. Dazu kommt noch die aktuelle Windwelle, die sich mit dem Schwell vermischt und teilweise zu unregelmäßigen Bewegungen führt. In der ersten Woche, beim Motoren, hatten wir oft eine schöne lange Dünung, die das Boot sanft angehoben und wieder abgesenkt hat. Bei Kreuzen ist die ganze Welt einseitig schräg und dazu kommen die Wellen. Jetzt, mit Wind von hinten schwankt das Schiff abwechselnd nach rechts und links (eben Gauki). Der Parasailor kann das ganze System etwas stabilisieren und die Triton liegt dann ruhiger.
Weit laufen können wir natürlich auf unserem 11,5 m langen und 3,5 m breiten Boot nicht, aber klar ist, dass wir uns bei jeder Bewegung irgendwo festhalten müssen. Auch Sitzen ist nur möglich, wenn wir uns irgendwo verkeilen oder abstützen und beim Gauki-Kurs rollen wir selbst im Liegen hin und her. Jede an Land normale Tätigkeit wird zum akrobatischen Akt, insbesondere, wenn eigentlich zwei Hände erforderlich wären.
Das Erstaunliche ist, dass wir uns recht schnell an die Bootsbewegungen gewöhnt haben. So kann ich z.B. auf kurzen Strecken nicht Lesen oder Schreiben, speziell nicht unter Deck, ohne das mir komisch im Magen wird. Aber mittlerweile ist das gar kein Problem. Der Körper bewegt sich automatisch im Rhythmus der Wellen und nur besonders große fallen noch auf. Wichtig ist es auch, daran zu denken, dass nichts ungesichert abgestellt werden kann. Wir helfen uns mit Anti-Rutsch-Matten, Körbchen, in denen der Kleinkram liegt und Schlingerleisten. Alle losen Teile werden regelmäßig weggepackt oder gesichert.
Heute haben wir einen hohen und extrem unangenehmen Schwell von der Seite, dazu kräftigen Wind und daher keinen Parasailor für die Stabilität. Da nützt selbst die Gewöhnung nix, es ist einfach nur unbequem. Dazu kommt, dass ich gestern mein MTX genommen habe, als Tablette, weil es mir für eine Spritze zu schaukelig war. Ich habe keine Lust mir eine Nadel im Bein abzubrechen… Die Tabletten vertrage ich nicht so gut und daher bin ich etwas quengelig… Auf der positiven Seite: ich habe für morgen (1. Advent!) Schoko-Muffins gebacken (etwas halbmondförmig, weil sie trotz kardanisch aufgehängtem Herd auf dem Blech zusammengerutscht sind) und wir kommen im Moment sehr flott voran...
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Freitag, 1. Dezember 2017
Tag 151 - Atlantik 13: Das Meer und wir
Rund um uns ist der blaue, blaue Atlantik in einem perfekten Kreis, die Wellen ab und zu garniert mit weißem Schaum. Darüber wölbt sich eine hellblaue Glocke mit wattigen Wolken. Während die Triton fährt, nimmt sie diese eigene kleine Sphäre mit sich. Nachts wird dann von blau-weiß nach schwarz-silber umdekoriert, mit einer kurzen Phase von rosa-orange Tönen für den Übergang. Der Mond wird immer größer und so hell, dass wir die Schatten der Segel und Leinen sehen können. Wir segeln auf einer Bahn silbernen Lichts – wunderschön!
Gestern sind wir bis zur Abenddämmerung mit Parasailor gefahren, heute ist der Wind so kräftig, dass wir auch gut mit ausgebaumter Fock vorankommen. Wir schlafen, lesen, hören Hörbücher, reden über Gott und die Welt (und auch mal über Uhren und Fahrzeuge) und versuchen, bisher erfolglos, zu fischen. Wenn es keinen Fisch gibt, müssen wir uns etwas anders zum Essen (ein sehr wichtiges Thema an Bord) einfallen lassen. Bisher haben wir sehr gut gelebt. Wir haben immer noch frische Lebensmittel (ja, auch Äpfel) und so nach und nach verarbeiten wir das Gemüse: chinesische Nudeln mit Gemüse, Karotten mit Knobi-Joghurt-Sauce, Zucchini mit Tomatensauce und gestern hat Ralf eine köstliche Lauchsuppe gezaubert. Nachher werde ich wieder ein Brot backen. Mit unseren in Flaschen abgefüllten Aldi-Backmischungen und unserer Silikon-Schüssel-Form geht das sehr gut. Mittlerweile weiß ich auch, wie ich unseren Gasofen einstellen muss.
Dann werde ich wahrscheinlich wieder die Topflappen suchen müssen, denn wenn sich so die Reihen der Vorräte lichten, fängt das eine oder andere an zu klappern. Ralf ist da empfindlich und zum Ausstopfen der Zwischenräume kommen ihm die Topflappen gerade recht… wir haben sie daher in „Stopflappen" umbenannt. Glücklicherweise habe ich Häkelzeug dabei und ich werde die Jungs unterrichten und dann steigen wir in die Stopflappen-Produktion ein!
Gestern sind wir bis zur Abenddämmerung mit Parasailor gefahren, heute ist der Wind so kräftig, dass wir auch gut mit ausgebaumter Fock vorankommen. Wir schlafen, lesen, hören Hörbücher, reden über Gott und die Welt (und auch mal über Uhren und Fahrzeuge) und versuchen, bisher erfolglos, zu fischen. Wenn es keinen Fisch gibt, müssen wir uns etwas anders zum Essen (ein sehr wichtiges Thema an Bord) einfallen lassen. Bisher haben wir sehr gut gelebt. Wir haben immer noch frische Lebensmittel (ja, auch Äpfel) und so nach und nach verarbeiten wir das Gemüse: chinesische Nudeln mit Gemüse, Karotten mit Knobi-Joghurt-Sauce, Zucchini mit Tomatensauce und gestern hat Ralf eine köstliche Lauchsuppe gezaubert. Nachher werde ich wieder ein Brot backen. Mit unseren in Flaschen abgefüllten Aldi-Backmischungen und unserer Silikon-Schüssel-Form geht das sehr gut. Mittlerweile weiß ich auch, wie ich unseren Gasofen einstellen muss.
Dann werde ich wahrscheinlich wieder die Topflappen suchen müssen, denn wenn sich so die Reihen der Vorräte lichten, fängt das eine oder andere an zu klappern. Ralf ist da empfindlich und zum Ausstopfen der Zwischenräume kommen ihm die Topflappen gerade recht… wir haben sie daher in „Stopflappen" umbenannt. Glücklicherweise habe ich Häkelzeug dabei und ich werde die Jungs unterrichten und dann steigen wir in die Stopflappen-Produktion ein!
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Donnerstag, 30. November 2017
Tag 150 - Atlantik 12: Sonne und Wind
So wie es aussieht, sind wir jetzt im Passatgürtel, denn der Wind kommt in den letzten Tagen zuverlässig aus Nordost. Tagsüber setzten wir den Parasailor und das klappt jeden Tag besser. Ralf und Paul arbeiten auf dem Vorschiff und ich ziehe im Cockpit die Strippen (pun intended). Wir nehmen alles zurück, was wir über das Segel geschimpft haben. Bei Wind von hinten und im atlantischen Schwell ist es wirklich optimal. Das Etmal heute sind wieder 131 sm und wir sind zufrieden.
Gestern Abend mussten wir den Motor eine Stunde mitlaufen lassen, nicht wegen der Fahrt, sondern um die Batterien zu laden. Es ist nur ca. 12 hell und da wir nach Westen segeln, werden unsere Solarpaneele ab dem Nachmittag abgeschattet. Wenn es dann noch etwas bewölkt ist, reicht die Leistung nicht aus, um unsere Batterien zu laden. Theoretisch könnten unsere Platten zusammen mit 16 Ampere in der Stunde (Ah) laden. Aber dieser Wert wird in der Praxis nie erreicht, weil es nicht möglich ist, beide immer optimal zu Sonne zu stellen. Wir haben vier Batterien mit zusammen 320 Ah für unseren normalen Energiebedarf. Zusätzlich gibt es noch die Starterbatterie für den Motor und zwei separate Batterien für das Bugstrahlruder und den Inverter.
Wir bemühen uns, auf der Verbrauchsseite sehr sparsam mit der Energie umzugehen. Im Normalbetrieb läuft der Kühlschrank tagsüber und die Navigationselektronik (Kartenplotter, Windmesser, Logge (=Tacho)) ständig. Nachts haben wir ein Positionslicht (Dreifarbenlaterne) an. Dann laden wir noch unsere Handys, Tablets und das Iridiumtelefon auf. Funkgerät, AIS und LED-Licht unter Deck benutzen wir nur bei Bedarf. So kommen wir auf einen Verbrauch von ungefähr 50 Ah am Tag, das entspricht in unserem 12-Volt-System 600 Watt und würde daheim ca. 12 Cent kosten.
Auch die anderen Ressourcen an Bord wie Gas (zum Kochen), Datenvolumen (Iridiumtelefon: 500 Minuten zu 750 Euro und die Übertragungsgeschwindigkeit ist unterirdisch) und Wasser (400 l im Tank) müssen sorgfältig behandelt werden. Zusätzlich zum Tankwasser haben wir noch 300 l verschiedene Flüssigkeiten zum Trinken dabei.
Eine einfache Rechenoperation ergibt, dass wir bei konservativ geschätzten 30 Tagen Überfahrt 15 l Tankwasser zum Waschen, Kochen und Spülen zur Verfügung haben, also 1,5 Eimer voll. Bei uns gibt es bisher jeden Tag mindestens ein warmes Essen mit Töpfen, Pfannen und Tellern, dazu Frühstück, Kaffeetrinken, Imbiss, Tupperdosen für die Reste – das meiste Wasser benötigen wir zum Spülen. Hilfreich ist dabei, dass wir in der Küche eine Fußpumpe für Salzwasser haben und damit alles gründlich vorspülen können. Auch im Bad gibt es eine Fußpumpe, die allerdings für Süßwasser, so dass wir unseren Verbrauch kontrollieren können.
Es ist ganz erstaunlich, wie gut ich mich mit einem halben Waschbecken voll Wasser waschen kann und ohne in die Einzelheiten zu gehen: auf unserem Schiff gibt es auch ein temporäres Bidet. So macht es geradezu Spaß, mit wenig Ressourcen auszukommen und überwiegend die Kraft von Sonne und Wind zu nutzen.
Noch ein Nachtrag: gestern morgen hatten wir unseren ersten fliegenden Fisch auf dem Deck! Das ist etwas, von dem ich so oft in den zahlreichen Blauwasser-Büchern gelesen habe und es ist ein gutes Gefühl, das jetzt auch zu erleben!
Gestern Abend mussten wir den Motor eine Stunde mitlaufen lassen, nicht wegen der Fahrt, sondern um die Batterien zu laden. Es ist nur ca. 12 hell und da wir nach Westen segeln, werden unsere Solarpaneele ab dem Nachmittag abgeschattet. Wenn es dann noch etwas bewölkt ist, reicht die Leistung nicht aus, um unsere Batterien zu laden. Theoretisch könnten unsere Platten zusammen mit 16 Ampere in der Stunde (Ah) laden. Aber dieser Wert wird in der Praxis nie erreicht, weil es nicht möglich ist, beide immer optimal zu Sonne zu stellen. Wir haben vier Batterien mit zusammen 320 Ah für unseren normalen Energiebedarf. Zusätzlich gibt es noch die Starterbatterie für den Motor und zwei separate Batterien für das Bugstrahlruder und den Inverter.
Wir bemühen uns, auf der Verbrauchsseite sehr sparsam mit der Energie umzugehen. Im Normalbetrieb läuft der Kühlschrank tagsüber und die Navigationselektronik (Kartenplotter, Windmesser, Logge (=Tacho)) ständig. Nachts haben wir ein Positionslicht (Dreifarbenlaterne) an. Dann laden wir noch unsere Handys, Tablets und das Iridiumtelefon auf. Funkgerät, AIS und LED-Licht unter Deck benutzen wir nur bei Bedarf. So kommen wir auf einen Verbrauch von ungefähr 50 Ah am Tag, das entspricht in unserem 12-Volt-System 600 Watt und würde daheim ca. 12 Cent kosten.
Auch die anderen Ressourcen an Bord wie Gas (zum Kochen), Datenvolumen (Iridiumtelefon: 500 Minuten zu 750 Euro und die Übertragungsgeschwindigkeit ist unterirdisch) und Wasser (400 l im Tank) müssen sorgfältig behandelt werden. Zusätzlich zum Tankwasser haben wir noch 300 l verschiedene Flüssigkeiten zum Trinken dabei.
Eine einfache Rechenoperation ergibt, dass wir bei konservativ geschätzten 30 Tagen Überfahrt 15 l Tankwasser zum Waschen, Kochen und Spülen zur Verfügung haben, also 1,5 Eimer voll. Bei uns gibt es bisher jeden Tag mindestens ein warmes Essen mit Töpfen, Pfannen und Tellern, dazu Frühstück, Kaffeetrinken, Imbiss, Tupperdosen für die Reste – das meiste Wasser benötigen wir zum Spülen. Hilfreich ist dabei, dass wir in der Küche eine Fußpumpe für Salzwasser haben und damit alles gründlich vorspülen können. Auch im Bad gibt es eine Fußpumpe, die allerdings für Süßwasser, so dass wir unseren Verbrauch kontrollieren können.
Es ist ganz erstaunlich, wie gut ich mich mit einem halben Waschbecken voll Wasser waschen kann und ohne in die Einzelheiten zu gehen: auf unserem Schiff gibt es auch ein temporäres Bidet. So macht es geradezu Spaß, mit wenig Ressourcen auszukommen und überwiegend die Kraft von Sonne und Wind zu nutzen.
Noch ein Nachtrag: gestern morgen hatten wir unseren ersten fliegenden Fisch auf dem Deck! Das ist etwas, von dem ich so oft in den zahlreichen Blauwasser-Büchern gelesen habe und es ist ein gutes Gefühl, das jetzt auch zu erleben!
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Mittwoch, 29. November 2017
Tag 149 - Atlantik 11: 30 Grad West
Wie schon erzählt, gibt es alle 10 Längengrade ein extra „Leckerli" und gestern Nachmittag war es endlich wieder so weit: wir haben 30 Grad West erreicht! Bisher sind wir nach Südwesten gefahren, aber jetzt sind wir nach Westen abgebogen. So haben es früher schon die Großsegler gemacht: nach Süden bis die Butter schmilzt und dann Kurs West. Unsere Butter ist gekühlt, aber die Temperaturen sind auf jeden Fall geeignet, um Butter zum Schmelzen zu bringen. Wir freuen uns jeden Tag über unsere im letzten Moment noch bestellte Cockpit-Beschattung, die auf verschiedene Arten aufgespannt werden kann. Zusammen mit dem Wind lässt es sich dadurch an Bord gut aushalten.
Bevor wir losgefahren sind, habe ich mir (unter anderem) Gedanken darüber gemacht, wie ich körperlich mit den Anforderungen einer solchen Reise zurecht kommen werde. Durch mein Rheuma haben meine Kraft und meine Beweglichkeit doch sehr nachgelassen. Wie sich herausstellt, waren die Strecke bis Teneriffa oder auch ein ganz normaler Sommerurlaub in dieser Hinsicht viel anspruchsvoller als die Überfahrt jetzt. Segel hoch, Segel runter, Persinning drauf, Fender raus, Fender rein, anlegen, ablegen, Leinen aufschießen, Einkaufen, Besichtigungen etc. entfällt fast völlig. Natürlich müssen die Segel mal angepasst werden, aber wesentlich seltener als auf kurzen Strecken.
Wichtige Fähigkeiten auf Langstecke sind aus meiner Sicht (in beliebiger Reihenfolge): 1. Nicht seekrank werden, 2. Unter allen Bedingungen jederzeit schlafen können, 3. Sich gut alleine beschäftigen können, 4. Sinn für Humor und Verträglichkeit im Umgang mit den Mitseglern, 5. Anspruchslosigkeit was Komfort und Bequemlichkeit angeht, 6. Gelassenheit im Umgang mit kritischen Situationen, 7. Grundlegende Segelkenntnisse, damit die richtige Leine im richtigen Moment gezogen wird, 8. Eigenverantwortlichkeit und Improvisationstalent, 9. Geduld, wenn es nicht so schnell vorangeht, wie gewünscht und 10. Die Fähigkeit, alles irgendwie reparieren zu können.
Letztere Fähigkeit war gerade wieder gefragt, denn auf einmal waren laute Knarrgeräusche zu hören. Ralf machte sich also auf die Suche, um der Sache auf den Grund zu gehen, denn die Triton ist so stabil gebaut, dass zwar Gegenstände klappern, die Triton selbst aber eigentlich ruhig bleibt. Besonders sensibilisiert waren wir durch den Bericht von Göran mit einer Hallberg Rassy 382, bei dem ein Holz unter dem Mastfuß verfault war. So wurde die Decke im Gang nach vorne abmontiert und Probebohrungen vorgenommen. Bei uns ist aber alles massiv. Wie sich herausstellt, hat sich der Mast durch die tagelange einseitige Belastung ein wenig im Mastfuß an Deck verdreht und das verursachte das Geräusch. Kein Problem und im Moment ist das Knarren beseitigt.
Bleibt noch zu berichten, dass wir unser bestes Etmal bisher hatten: 144 sm, das ist ein Schnitt von genau 6 Knoten. Sehr erfreulich!
Bevor wir losgefahren sind, habe ich mir (unter anderem) Gedanken darüber gemacht, wie ich körperlich mit den Anforderungen einer solchen Reise zurecht kommen werde. Durch mein Rheuma haben meine Kraft und meine Beweglichkeit doch sehr nachgelassen. Wie sich herausstellt, waren die Strecke bis Teneriffa oder auch ein ganz normaler Sommerurlaub in dieser Hinsicht viel anspruchsvoller als die Überfahrt jetzt. Segel hoch, Segel runter, Persinning drauf, Fender raus, Fender rein, anlegen, ablegen, Leinen aufschießen, Einkaufen, Besichtigungen etc. entfällt fast völlig. Natürlich müssen die Segel mal angepasst werden, aber wesentlich seltener als auf kurzen Strecken.
Wichtige Fähigkeiten auf Langstecke sind aus meiner Sicht (in beliebiger Reihenfolge): 1. Nicht seekrank werden, 2. Unter allen Bedingungen jederzeit schlafen können, 3. Sich gut alleine beschäftigen können, 4. Sinn für Humor und Verträglichkeit im Umgang mit den Mitseglern, 5. Anspruchslosigkeit was Komfort und Bequemlichkeit angeht, 6. Gelassenheit im Umgang mit kritischen Situationen, 7. Grundlegende Segelkenntnisse, damit die richtige Leine im richtigen Moment gezogen wird, 8. Eigenverantwortlichkeit und Improvisationstalent, 9. Geduld, wenn es nicht so schnell vorangeht, wie gewünscht und 10. Die Fähigkeit, alles irgendwie reparieren zu können.
Letztere Fähigkeit war gerade wieder gefragt, denn auf einmal waren laute Knarrgeräusche zu hören. Ralf machte sich also auf die Suche, um der Sache auf den Grund zu gehen, denn die Triton ist so stabil gebaut, dass zwar Gegenstände klappern, die Triton selbst aber eigentlich ruhig bleibt. Besonders sensibilisiert waren wir durch den Bericht von Göran mit einer Hallberg Rassy 382, bei dem ein Holz unter dem Mastfuß verfault war. So wurde die Decke im Gang nach vorne abmontiert und Probebohrungen vorgenommen. Bei uns ist aber alles massiv. Wie sich herausstellt, hat sich der Mast durch die tagelange einseitige Belastung ein wenig im Mastfuß an Deck verdreht und das verursachte das Geräusch. Kein Problem und im Moment ist das Knarren beseitigt.
Bleibt noch zu berichten, dass wir unser bestes Etmal bisher hatten: 144 sm, das ist ein Schnitt von genau 6 Knoten. Sehr erfreulich!
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Dienstag, 28. November 2017
Tag 148 - Atlantik 10: Mit Parasailor!
Pünktlich zu Beginn meiner Wache gestern, entscheiden wir uns, dem Parasailor nochmal eine Chance zu geben. Das ist ein großes, buntes ballonartiges Vorsegel, ähnlich einem Spinnaker, das als Besonderheit im oberen Bereich eine Art Lenkmatte eingebaut hat, die dem Segel Stabilität geben soll. Wir hatten es zuletzt in der Biskaya am Start, waren aber damals mit der Performance bei Leichtwind und Schwell nicht zufrieden gewesen. Ralf hatte schon über Verkauf nachgedacht…
Es braucht ein wenig Vorbereitungszeit, bis alle erforderlichen Leinen bereit sind, aber nach 45 Minuten und einigen Flüchen, weil wieder etwas verdreht oder falsch eingefädelt war, beginnt der Spaß. Diesmal sind die Bedingungen besser, insbesondere der Wind ist ausreichend und einmal eingestellt, korrigiert sich das Segel trotz des atlantischen Schwells selbst. Paul hat dann noch eine gute Idee für das Feintuning und das verbessert die Stabilität nochmals. Bis zur Abenddämmerung um 19:00 Uhr fassen wir die Segel nicht mehr an und die Triton beginnt zu laufen. Besonders nett ist es, dass durch den Auftrieb des Parasailors auch die Bootsbewegungen stabilisiert werden. Viel weniger „Gauki".
Nachts geht es dann unter ausgebaumter Fock und Groß mit Wind von hinten weiter gut voran. Wir fahren noch ein Stück Richtung Südwesten, denn südlich soll der bessere Wind für unsere Zwecke sein. Bei Beginn der Morgenwache um 8:00 Uhr machen Ralf und Paul dann die Halse (Boot geht mit dem Heck zuerst durch den Wind) und wir beginnen, langsam auf den direkten Kurs einzuschwenken. Den Parasailor brauchen wir heute nicht, denn auch „nur" mit Fock und Groß geht es schnell voran und so freuen wir uns mittags über unser Etmal von 123 sm.
Ich blogge immer während meiner Tagwache und im Moment sind meine Männer unten und schlafen. Ich sitze gemütlich im Cockpit und schreibe während Sir Henry zuverlässig steuert und die Triton mit Rückenwind 6 Knoten Fahrt in die richtige Richtung macht. Es ist heiter bis wolkig bei angenehmen 27 Grad – so schön kann Segeln sein!
Es braucht ein wenig Vorbereitungszeit, bis alle erforderlichen Leinen bereit sind, aber nach 45 Minuten und einigen Flüchen, weil wieder etwas verdreht oder falsch eingefädelt war, beginnt der Spaß. Diesmal sind die Bedingungen besser, insbesondere der Wind ist ausreichend und einmal eingestellt, korrigiert sich das Segel trotz des atlantischen Schwells selbst. Paul hat dann noch eine gute Idee für das Feintuning und das verbessert die Stabilität nochmals. Bis zur Abenddämmerung um 19:00 Uhr fassen wir die Segel nicht mehr an und die Triton beginnt zu laufen. Besonders nett ist es, dass durch den Auftrieb des Parasailors auch die Bootsbewegungen stabilisiert werden. Viel weniger „Gauki".
Nachts geht es dann unter ausgebaumter Fock und Groß mit Wind von hinten weiter gut voran. Wir fahren noch ein Stück Richtung Südwesten, denn südlich soll der bessere Wind für unsere Zwecke sein. Bei Beginn der Morgenwache um 8:00 Uhr machen Ralf und Paul dann die Halse (Boot geht mit dem Heck zuerst durch den Wind) und wir beginnen, langsam auf den direkten Kurs einzuschwenken. Den Parasailor brauchen wir heute nicht, denn auch „nur" mit Fock und Groß geht es schnell voran und so freuen wir uns mittags über unser Etmal von 123 sm.
Ich blogge immer während meiner Tagwache und im Moment sind meine Männer unten und schlafen. Ich sitze gemütlich im Cockpit und schreibe während Sir Henry zuverlässig steuert und die Triton mit Rückenwind 6 Knoten Fahrt in die richtige Richtung macht. Es ist heiter bis wolkig bei angenehmen 27 Grad – so schön kann Segeln sein!
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Montag, 27. November 2017
Tag 147 - Atlantik 9: Dienst nach Vorschrift
Die Tage gehen unheimlich schnell herum. Wir haben uns sehr gut an die Bordroutine gewöhnt und ich wache automatisch pünktlich zu meinen Wachen auf. In den letzten 24 Stunden ist nichts besonderes passiert. Bis heute morgen sind wir langsam unter Motor gefahren. Es gab gutes Abendessen im Cockpit, einen wunderbaren Sonnenuntergang und einen schönen Sternenhimmel. Zumindest für einen Teil der Nachtwachen scheint der Mond.
Leider hat unser elektrischer Autopilot, den wir benutzen, wenn wir motoren, ein paar Mucken und verliert öfter mal den Kurs. Ralf hat erst die Kontakte am Kompassgeber gereinigt und danach den ganzen Geber ausgetauscht (wir haben natürlich ein Ersatzteil an Bord) – ohne dauerhaften Erfolg. Wir haben dann „James" aktiviert, einen kleinen elektrischen Pinnenpilot, der direkt an Sir Henry angeschlossen werden kann. Das hat heute Nacht prima funktioniert.
Als Ralf ab 8:00 die Wache übernimmt, konnten Segel gesetzt werden und diesmal kommt der Wind von hinten – wie wir es uns wünschen. Nun hoffen wir, dass wir so weiter fahren können!
Leider hat unser elektrischer Autopilot, den wir benutzen, wenn wir motoren, ein paar Mucken und verliert öfter mal den Kurs. Ralf hat erst die Kontakte am Kompassgeber gereinigt und danach den ganzen Geber ausgetauscht (wir haben natürlich ein Ersatzteil an Bord) – ohne dauerhaften Erfolg. Wir haben dann „James" aktiviert, einen kleinen elektrischen Pinnenpilot, der direkt an Sir Henry angeschlossen werden kann. Das hat heute Nacht prima funktioniert.
Als Ralf ab 8:00 die Wache übernimmt, konnten Segel gesetzt werden und diesmal kommt der Wind von hinten – wie wir es uns wünschen. Nun hoffen wir, dass wir so weiter fahren können!
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Sonntag, 26. November 2017
Tag 146 - Atlantik 8: Wieder mit Motor
Langweilig ist es nicht, von Starkwind bis Flaute war in den letzten Tagen alles dabei. Leider immer hart am Wind. Und wenn der Wind weggeht, ist die Welle immer noch da...
Gestern nachmittag haben wir den ersten Fischversuch gestartet, bisher noch ohne Erfolg und so gab es zum Abendessen Nudeln. Mittlerweile schaffen wir es auch, trotz Motorgeräusch und Schaukelei zu schlafen.
Jetzt wurden noch mit vereinten Kräften die Spuren der harten Segelei und des Salzwassers beseitigt. Ich hatte den nassen Kram nur schnell in Säcke gestopft und nun hängt alles in der Sonne zum Trocknen. Im Vorschiff haben wir Früchte und Gemüse durchsortiert und neu gelagert und aus der hintersten Ecke ein neues Laken für Ralfs Koje herausgesucht.
Danach war dann die berühmte Fünf-Punkt-Wäsche an der Reihe: Oben rechts und links, Mitte vorne und hinten, Füße, Hände, Kopf. Dann noch saubere Wäsche und jetzt fühle ich mich wieder menschlich...
Gestern nachmittag haben wir den ersten Fischversuch gestartet, bisher noch ohne Erfolg und so gab es zum Abendessen Nudeln. Mittlerweile schaffen wir es auch, trotz Motorgeräusch und Schaukelei zu schlafen.
Jetzt wurden noch mit vereinten Kräften die Spuren der harten Segelei und des Salzwassers beseitigt. Ich hatte den nassen Kram nur schnell in Säcke gestopft und nun hängt alles in der Sonne zum Trocknen. Im Vorschiff haben wir Früchte und Gemüse durchsortiert und neu gelagert und aus der hintersten Ecke ein neues Laken für Ralfs Koje herausgesucht.
Danach war dann die berühmte Fünf-Punkt-Wäsche an der Reihe: Oben rechts und links, Mitte vorne und hinten, Füße, Hände, Kopf. Dann noch saubere Wäsche und jetzt fühle ich mich wieder menschlich...
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Samstag, 25. November 2017
Tag 145 - Atlantik 7: Wasser im Schiff!
Gestern, nach meiner Wache, hangele ich mich auf die Toilette und bemerke, dass gegenüber im Vorschiff der Teppich nass ist. Während ich noch hinschaue, schwappt ein wenig Wasser unter den Bodenbrettern heraus. Ich alarmiere Ralf und wir machen uns auf die Suche nach einem möglichen Leck. Durch den Kurs hart am Wind liegt das Schiff stark auf der rechten Seite und durch die kleinen Fenster im Rumpf kann man direkt ins Wasser sehen. An so einem Fenster über Ralfs Koje ist ein Scharnier gebrochen und nun kommt bei jeder Welle ein Schluck Salzwasser hinein.
Als erste Maßnahme machen wir eine Wende, um das Fenster aus dem Wasser zu bringen. Gar nicht so einfach bei Starkwind und großen Wellen, aber es gelingt dann doch mit Hilfe des Motors. Die neue starke Bilgenpumpe schafft das unerwünschte Wasser aus dem Schiff und die aktuelle Gefahr ist gebannt. Nun geht es an die Reparatur. In einer wirklich heldenhafter Aktion baut Ralf das beschädigte Scharnier aus, schneidet Gewinde in den Fensterrahmen und verschraubt das Ganze. Damit er etwas die Hände frei hat, haben wir ein paar Leinen zwischen Schlingergriff und Koje gespannt und Ralf sieht aus wie Spiderman nur ohne Maske!
Vor der Wende waren wir nach Westen gefahren, wo wir nicht hinwollen, nach der Wende dann nach Süden, auch nicht unser Ziel, aber so ist das beim Kreuzen. Wir wettern einige Schauerböen ab, das geht recht gut, indem wir Druck aus dem Groß nehmen und etwas abfallen. Überhaupt sind wir mit den Segeleigenschafen der Triton bei diesen Bedingungen sehr zufrieden. Und Sir Henry begeistert uns mit seiner Zuverlässigkeit. Unbeeindruckt nimmt er aufmerksam jeden Winddreher mit.
Bei der Nachtwache wird ausgerefft und wir treffen wieder, wie schon letzte Nacht, einen anderen Segler. Bei Pauls Wache springt der erste fliegende Fisch an Deck und auch gleich wieder ins Wasser. Vielleicht sollten wir unser Angelzeug auspacken...
Mittlerweile sind Wind und Wellen moderater geworden und wir können hart am Wind den richtigen Kurs fahren. Unsere letzten Etmale von 103 und 119 sm haben uns unserem Ziel durch die Kreuzerei ja nur ca. mit halber Strecke näher gebracht.
Als erste Maßnahme machen wir eine Wende, um das Fenster aus dem Wasser zu bringen. Gar nicht so einfach bei Starkwind und großen Wellen, aber es gelingt dann doch mit Hilfe des Motors. Die neue starke Bilgenpumpe schafft das unerwünschte Wasser aus dem Schiff und die aktuelle Gefahr ist gebannt. Nun geht es an die Reparatur. In einer wirklich heldenhafter Aktion baut Ralf das beschädigte Scharnier aus, schneidet Gewinde in den Fensterrahmen und verschraubt das Ganze. Damit er etwas die Hände frei hat, haben wir ein paar Leinen zwischen Schlingergriff und Koje gespannt und Ralf sieht aus wie Spiderman nur ohne Maske!
Vor der Wende waren wir nach Westen gefahren, wo wir nicht hinwollen, nach der Wende dann nach Süden, auch nicht unser Ziel, aber so ist das beim Kreuzen. Wir wettern einige Schauerböen ab, das geht recht gut, indem wir Druck aus dem Groß nehmen und etwas abfallen. Überhaupt sind wir mit den Segeleigenschafen der Triton bei diesen Bedingungen sehr zufrieden. Und Sir Henry begeistert uns mit seiner Zuverlässigkeit. Unbeeindruckt nimmt er aufmerksam jeden Winddreher mit.
Bei der Nachtwache wird ausgerefft und wir treffen wieder, wie schon letzte Nacht, einen anderen Segler. Bei Pauls Wache springt der erste fliegende Fisch an Deck und auch gleich wieder ins Wasser. Vielleicht sollten wir unser Angelzeug auspacken...
Mittlerweile sind Wind und Wellen moderater geworden und wir können hart am Wind den richtigen Kurs fahren. Unsere letzten Etmale von 103 und 119 sm haben uns unserem Ziel durch die Kreuzerei ja nur ca. mit halber Strecke näher gebracht.
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Freitag, 24. November 2017
Tag 144 - Atlantik 6: Gegenwind
Wind ist da, leider von vorne. Zu schaukelig zum Schreiben. Triton und Henry sind ein Dreamteam. An Bord alles gut.
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Donnerstag, 23. November 2017
Tag 143 - Atlantik 5: Steile Lernkurve
Aus meiner Erfahrung lerne ich immer sehr viel, wenn ich etwas zum ersten Mal mache. Und so ist es auch mit dieser Reise. Wir haben viel gelesen, versucht, Probleme vorherzusehen und uns mögliche Lösungen überlegt. Aber was in der Theorie schön klingt, muss sich erst einmal in der Praxis bewähren.
Zu meiner Morgenroutine gehört auch, die Frischvorräte zu kontrollieren, die im Vorschiff gelagert sind. Zuerst die gute Nachricht: die Apfelsituation ist entspannt! Auch den Kartoffeln, Karotten und Zwiebeln in ihrem dunklen Schapp geht es gut. Die Zitrusfrüchte haben ihre eigene Hängematte und da gibt es leider jeden Tag ein oder zwei Verluste – mal sehen, wie sich das entwickelt.
Im Seminar und auch in Büchern empfohlen, Bananen in unterschiedlichen Reifegraden zu kaufen: gelb, hellgrün und dunkelgrün, so dass wir sie nach und nach essen können… Leider hat das nicht funktioniert, denn sie sind nahezu alle gleichzeitig reif geworden. Selbst verpflichtendes Bananenessen, Nutella-Bananen und Bananen-Brownies konnten nicht verhindern, dass heute die letzten über Bord gehen mussten…
Neben der Versorgung mit frischen Lebensmitteln ist auch die Entsorgung von Müll zu bedenken. Und bei organischem Müll gibt es nur die Option, diesen über Bord zu werfen, denn ein Komposthaufen ist nicht wirklich machbar. Auf der anderen Seite ist klar, dass Plastik auf keinen Fall das Boot verlassen darf. Da wir keinen Wassermachen haben, werden die zahlreichen Flaschen zerschnitten, um sie kompakt lagern zu können. Andere Verpackungen werden mit Salzwasser gereinigt, separat gesammelt und dann noch komprimiert. Bisher klappt das sehr gut.
Die letzten 24 Stunden mussten wir leider unter Motor zurücklegen, denn der Wind ist immer noch sehr schwach. Bei niedriger Drehzahl (um Diesel zu sparen) haben wir so 88 sm geschafft. Per Satelliten-Mail hören wir vom Odyssey-Büro, dass schon einige aus unserer Gruppe überlegen, einen Tankstopp auf den Kapverden einzulegen. Wir denken auch darüber nach und kommen unabhängig voneinander zum Ergebnis, weiter zu fahren. Ab Freitag soll segelbarer Wind kommen und wir haben erstaunlich wenig Diesel verbraucht.
Zu meiner Morgenroutine gehört auch, die Frischvorräte zu kontrollieren, die im Vorschiff gelagert sind. Zuerst die gute Nachricht: die Apfelsituation ist entspannt! Auch den Kartoffeln, Karotten und Zwiebeln in ihrem dunklen Schapp geht es gut. Die Zitrusfrüchte haben ihre eigene Hängematte und da gibt es leider jeden Tag ein oder zwei Verluste – mal sehen, wie sich das entwickelt.
Im Seminar und auch in Büchern empfohlen, Bananen in unterschiedlichen Reifegraden zu kaufen: gelb, hellgrün und dunkelgrün, so dass wir sie nach und nach essen können… Leider hat das nicht funktioniert, denn sie sind nahezu alle gleichzeitig reif geworden. Selbst verpflichtendes Bananenessen, Nutella-Bananen und Bananen-Brownies konnten nicht verhindern, dass heute die letzten über Bord gehen mussten…
Neben der Versorgung mit frischen Lebensmitteln ist auch die Entsorgung von Müll zu bedenken. Und bei organischem Müll gibt es nur die Option, diesen über Bord zu werfen, denn ein Komposthaufen ist nicht wirklich machbar. Auf der anderen Seite ist klar, dass Plastik auf keinen Fall das Boot verlassen darf. Da wir keinen Wassermachen haben, werden die zahlreichen Flaschen zerschnitten, um sie kompakt lagern zu können. Andere Verpackungen werden mit Salzwasser gereinigt, separat gesammelt und dann noch komprimiert. Bisher klappt das sehr gut.
Die letzten 24 Stunden mussten wir leider unter Motor zurücklegen, denn der Wind ist immer noch sehr schwach. Bei niedriger Drehzahl (um Diesel zu sparen) haben wir so 88 sm geschafft. Per Satelliten-Mail hören wir vom Odyssey-Büro, dass schon einige aus unserer Gruppe überlegen, einen Tankstopp auf den Kapverden einzulegen. Wir denken auch darüber nach und kommen unabhängig voneinander zum Ergebnis, weiter zu fahren. Ab Freitag soll segelbarer Wind kommen und wir haben erstaunlich wenig Diesel verbraucht.
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Mittwoch, 22. November 2017
Tag 142 - Atlantik 4: Wale und Delfine
Meine Wache ist jeweils von 12:00-04:00 (Tag und Nacht) und daher liege ich Vormittags in meiner gemütlchen Koje. Auf einmal höre ich Ralf rufen: „Cosima, bist du wach, da sind Orcas!" Aus dem Bett, Kamera greifen, Niedergang hoch und ins Cockpit… aber leider sehe ich nur noch zwei spitze Rückenflossen in der Ferne verschwinden. Ralf berichtet, dass er zuerst den Blas gehört hat und dann erst einmal ein Orca unangenehm dicht am Boot vorbeischwamm und sogar unter der Triton hindurchtauchte, so dass Ralf sich schon Gedanken machte, ob er vielleicht am Ruder oder an der Selbststeuerannlage hängenbleiben würde. Dann kam auch noch ein zweiter hinzu und nach einigen Runden haben die beiden wohl beschlossen, dass wir weder als Beute noch als amuröser Partner geeignet sind…
Aber von Anfang an: gestern Mittag haben wir erst einmal Pauls Geburtstag mit Bananen-Brownies, LED-Kerze, Crew-Shirts, Happy Socks, Schokolade und einem Brief von Leonie gefeiert. Unser Iridium-Telefon piepste oft, da diverse Glückwunsch-SMS von Familie und Freunden eintrafen. Teilweise sind die Nachrichten nach wenigen Zeichen abgeschnitten, wir wissen nicht warum, so dass wir den Absender nicht immer lesen konnten. Vielleicht im Text keine Zeilenschaltung verwenden? Auf jeden Fall auch auf diesem Weg Grüße und Dankeschön von Paul, er hat sich sehr gefreut.
Wir haben uns mittlerweile gut an die Bordroutine und die Wachen gewöhnt. Wenn ich um 12:00 Uhr die Wache übernehme, ist meine erste Tat die Position und die zurückgelegte Strecke ins Logbuch zu schreiben und in der Papierseekarte einzutragen (diesmal 96 sm). Wir schalten unseren Tracker an, um die Position auch über Satellit zu melden. Dann gibt es etwas Kaltes zu essen. Während meiner Schicht schreibe ich mein Blog und maile unsere Position auch an Wetterwelt, die dann den Bereich der Vorhersagekarten entsprechend anpassen.
Unsere warme Hauptmahlzeit gibt es schon um 18:00 Uhr, weil es da noch hell ist und wir essen alle zusammen. Dann wird noch abgespült und ggf. die Segel für die Nacht angepasst. Um 19:00 Uhr ist es schon ganz dunkel. Für Paul gab es gestern nach dem Essen noch ein ganz besonderes Geburtstagsgeschenk: eine Schule von sechs Delfinen begleitete uns eine ganze Weile und spielte um unseren Bug. In einiger Entfernung sprangen zwei weitere komplett aus dem Wasser und vollführten Kunststücke wie im Loro Parque!
Außerdem kam doch noch etwas Wind auf, so dass wir durch die Nacht segeln konnten, zwar nicht ganz in die gewünschte Richtung, aber immerhin. Wieder gab es einen fantastischen Sternenhimmel, sogar mit Sternschnuppen – ich liege im Cockpit und schaue hinauf ins Universum und muss mich manchmal kneifen, um zu bestätigen, dass ich das wirklich erleben darf.
Aber von Anfang an: gestern Mittag haben wir erst einmal Pauls Geburtstag mit Bananen-Brownies, LED-Kerze, Crew-Shirts, Happy Socks, Schokolade und einem Brief von Leonie gefeiert. Unser Iridium-Telefon piepste oft, da diverse Glückwunsch-SMS von Familie und Freunden eintrafen. Teilweise sind die Nachrichten nach wenigen Zeichen abgeschnitten, wir wissen nicht warum, so dass wir den Absender nicht immer lesen konnten. Vielleicht im Text keine Zeilenschaltung verwenden? Auf jeden Fall auch auf diesem Weg Grüße und Dankeschön von Paul, er hat sich sehr gefreut.
Wir haben uns mittlerweile gut an die Bordroutine und die Wachen gewöhnt. Wenn ich um 12:00 Uhr die Wache übernehme, ist meine erste Tat die Position und die zurückgelegte Strecke ins Logbuch zu schreiben und in der Papierseekarte einzutragen (diesmal 96 sm). Wir schalten unseren Tracker an, um die Position auch über Satellit zu melden. Dann gibt es etwas Kaltes zu essen. Während meiner Schicht schreibe ich mein Blog und maile unsere Position auch an Wetterwelt, die dann den Bereich der Vorhersagekarten entsprechend anpassen.
Unsere warme Hauptmahlzeit gibt es schon um 18:00 Uhr, weil es da noch hell ist und wir essen alle zusammen. Dann wird noch abgespült und ggf. die Segel für die Nacht angepasst. Um 19:00 Uhr ist es schon ganz dunkel. Für Paul gab es gestern nach dem Essen noch ein ganz besonderes Geburtstagsgeschenk: eine Schule von sechs Delfinen begleitete uns eine ganze Weile und spielte um unseren Bug. In einiger Entfernung sprangen zwei weitere komplett aus dem Wasser und vollführten Kunststücke wie im Loro Parque!
Außerdem kam doch noch etwas Wind auf, so dass wir durch die Nacht segeln konnten, zwar nicht ganz in die gewünschte Richtung, aber immerhin. Wieder gab es einen fantastischen Sternenhimmel, sogar mit Sternschnuppen – ich liege im Cockpit und schaue hinauf ins Universum und muss mich manchmal kneifen, um zu bestätigen, dass ich das wirklich erleben darf.
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Dienstag, 21. November 2017
Tag 141 - Atlantik 3: Geburtstag auf 20 Grad
Vor vielen Jahren ist mein Bruder Jens zu einem Segelurlaub mitgekommen. Auch an seinem 20. Geburtstag waren wir auf See: 80 sm von Klintholm nach Bornholm. Ziemlich genau nach Osten und da wir damals ein kleines Boot hatten, haben wir für die Strecke 20 Stunden gebraucht. Ich denke mal, diesen Geburtstag hat er bestimmt nicht vergessen. Jedenfalls ist er meines Wissens danach nie wieder Segeln gegangen…
Ich gehe davon aus, dass auch Paul seinen 20. Geburtstag nicht vergessen wird, insbesondere auch weil wir kurz nach Mitternacht passenderweise den 20. Längengrad überquert haben. Das war dann auch gleich ein Grund, die erste von unseren 10-Grad-Tüten zu öffnen. Ich habe für die 10er Längengrade, für das Bergfest und für Nikolaus jeweils ein paar Süßigkeiten eingepackt. Die Crew freut sich über den Fortschritt und über den Zuckerstoß, denn Schokolade (und Nutella und Äpfel) sind streng rationiert.
Etwas Aufheiterung war auch gut, denn etwa gleichzeitig mussten wir mangels Wind den Motor anmachen. Das wollen wir natürlich möglichst vermeiden, einmal, weil wir Segler sind, aber auch, weil wir mit unseren Ressourcen vorsichtig umgehen müssen. Wir können mit unseren Dieselvorräten auf keinen Fall den ganzen Weg fahren. So brummt der Motor jetzt mit etwas über Leerlaufdrehzal und schiebt uns langsam voran. Von unserem Etmal von 85 sm haben wir nur 45 unter Segeln zurückgelegt.
Ich gehe davon aus, dass auch Paul seinen 20. Geburtstag nicht vergessen wird, insbesondere auch weil wir kurz nach Mitternacht passenderweise den 20. Längengrad überquert haben. Das war dann auch gleich ein Grund, die erste von unseren 10-Grad-Tüten zu öffnen. Ich habe für die 10er Längengrade, für das Bergfest und für Nikolaus jeweils ein paar Süßigkeiten eingepackt. Die Crew freut sich über den Fortschritt und über den Zuckerstoß, denn Schokolade (und Nutella und Äpfel) sind streng rationiert.
Etwas Aufheiterung war auch gut, denn etwa gleichzeitig mussten wir mangels Wind den Motor anmachen. Das wollen wir natürlich möglichst vermeiden, einmal, weil wir Segler sind, aber auch, weil wir mit unseren Ressourcen vorsichtig umgehen müssen. Wir können mit unseren Dieselvorräten auf keinen Fall den ganzen Weg fahren. So brummt der Motor jetzt mit etwas über Leerlaufdrehzal und schiebt uns langsam voran. Von unserem Etmal von 85 sm haben wir nur 45 unter Segeln zurückgelegt.
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