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Montag, 30. April 2018

Tag 301 - Spanish Town: Vorbereitungen

In der Marina ist es sehr geschützt und so eine ruhige Nacht haben wir dieses Jahr noch nicht gehabt. Kein Wind, der im Rigg pfeift und keine Schaukelei… Wir haben noch Einiges auf der To-Do-Liste und Ralf geht einkaufen und zum Ausklarieren. Ich mache die Navigation – 838 sm nach Bermuda! Zusammen versuchen wir dann das mittlerweile trockne Beiboot wieder in seine Tasche zu verpacken – mit mäßigem Erfolg, aber das Teil ist jetzt unter Deck gestaut.
Ich schreibe noch die Zusammenfassung April für unser Blog und Ralf kocht schon die erste Runde Essen für die Fahrt. Unterwegs ist es schön, wenn wir in den ersten Tagen leckeres Essen aufwärmen können anstatt alles frisch schnippeln und kochen zu müssen.
Hier in dem warmen Klima wächst alles mit rasender Geschwindigkeit und so haben sich – trotz Antifouling – einige Pflanzen und Muscheln auf unserem Unterwasserschiff angesiedelt. Das macht unser Boot langsamer und wenn bewegliche Teile betroffen sind (z.B. Propeller, Logge etc.) funktionieren diese nicht optimal. Aus dem Wasser holen und neu streichen ist hier sehr teuer und so entscheiden wir uns für die kleine Lösung und engagieren einen Taucher. Für die Arbeit müssen wir uns draußen an eine Mooring legen.
Der sehr nette Herr ist, wie sich herausstellt aus Ungarn und berichtet, dass das Geschäft in diesem Jahr sehr schlecht läuft: nur ca. 10 % des üblichen Umsatzes. Daher hatte er auch kurzfristig Zeit für uns.
Wenn ich das Blog fertig habe, bin ich noch mit Kochen dran, dann noch eine Dusche und so gegen 18:00 Uhr wollen wir los. Ich versuche, wieder von unterwegs über Satellit zu bloggen, aber bitte keine Sorgen machen, wenn das nicht funktioniert. Keine Nachrichten sind gute Nachrichten!

Tag 300 - Anegada-Spanish Town: Letzter Segeltag Karibik

Heute ist Tag Nr. 300 und sehr passend ist es auch der letzte Tag, an dem wir in der Karibik segeln. Mit strahlender Sonne und wieder halben Wind haben wir eine schnelle Überfahrt zurück nach Virgin Gorda. Wir hatten kurz überlegt, noch nach Bath zu fahren, wo es interessante Felsformationen zu besichtigen gibt, entscheiden uns aber dann doch dafür, gleich den Hauptort Spanish Town anzulaufen.
Dort wollen wir in die Marina gehen und insbesondere unserer Vorräte von Diesel und Wasser auffüllen. Der Hafen liegt sehr geschützt und war vor dem Hurrikan sicher auch sehr hübsch. Aber jetzt sind hier auch wieder Dächer abgedeckt und Anlagen zerstört. Die Tankstelle ist aber in Betrieb und wir füllen die Triton bis zum Rand. In der Karibik haben wir nicht viel Diesel verbraucht, weil hier ja immer reichlich Wind zum Segeln war.
Bis wir das – mit Schlange stehen vor der Tankstelle – alles erledigt und etwas zu Mittag gegessen haben, ist es so spät geworden, dass wir unseren Ausflug zunächst auf Morgen verschieben. Wir beginnen damit, das Schiff für die Überfahrt nach Bermuda vorzubereiten. Dazu leiere ich Ralf hoch in den Mast und er kontrolliert alle Wanten, Stagen und Splinte. Außerdem zieht er das Fockfall ein Stück heraus, um zu sehen, ob sich wieder Scheuerstellen gebildet haben – aber glücklicherweise ist alles in Ordnung. Zum Schluss bekommt die Triton noch eine neue Windex (Windrichtungsanzeige).
Für die Wetterberatung haben wir uns diesmal gegen die Wetterwelt entschieden und stattdessen mit Chris Parker Kontakt aufgenommen. Er ist Spezialist für Karibik, Bahamas, Bermudas und US-Ostküste: www.mwxc.com . Zu seiner individuellen Beratung gehört auch die Planung des besten Starttermins. Wie bekommen abends ein Mail von ihm, in der er zu schneller Abfahrt rät, andernfalls sollten wir besser mindestens fünf Tage warten.
Wir sind uns einig, dass wir lieber schnell los wollen und daher machen wir weiter mit den Vorbereitungen. Das Dinghy kommt aus dem Wasser und wird gereinigt. Morgen ist es dann hoffentlich trocken und kann zusammengelegt und verpackt werden.
Unter Deck verschraubt Ralf auch noch die letzten drei Rumpf-Fenster und wir holen unsere letzten Wasserflaschen unter den Bodenbrettern heraus. Die hatten wir im November in Teneriffa dort eingelagert. Auch sonst werden die Vorräte langsam weniger, gut so, denn 3/4 unserer Zeit ist jetzt vorbei. Auch mein erstes Logbuch ist voll und so kann ich jetzt für den nächsten Abschnitt unserer Reise ein neues Kapitel aufschlagen. Nun steht noch der Fragebogen „300 Tage“ und die Zusammenfassung April auf dem Programm.

Samstag, 28. April 2018

Tag 298 - Leverick Bay-Anegada: Happy Sailing

Die British Virgin Islands (BVI) bestehen aus rund 60 Inseln, die fast alle vulkanischen Ursprungs sind. Eine Ausnahme ist Anegada, die zweitgrößte Insel im Norden und die einzige Koralleninsel. Daher ist sie auch nicht hügelig, wie die Vulkaninseln, sondern extrem flach. Die höchste Erhebung misst nur 8,5 m. Wir fahren heute von unserem Ankerplatz im Norden von Virgin Gorda herüber. 
Bei Sonne und mittlerem Wind von der Seite ist es ganz wunderbares Segeln und schon bald tauchen die ersten Palmen am Horizont auf.  Die Insel ist von einem großen Korallenriff umgeben und das Wasser ist flach und wunderbar türkis.
Die Idee, hierher zu fahren haben auch schon andere gehabt und die Mooringtonnen sind fast alle von Charter-Katamaranen belegt. Uns ist das Gebiet aber sowieso zu flach und so werfen wir etwas weiter außen unseren Anker – Mist, hält nicht. Also nächster Versuch. Erst beim 4. Mal bleibt die Triton beim Einfahren (rückwärts Gas geben, um zu sehen, ob der Anker hält) brav am Platz. Kaum sind wir fertig, kommen auch schon die KISU und die VELA DARE und ankern – problemlos –  neben uns.
Von weitem sah es so aus, als wären die Häuser repariert worden und es sind auch neue Dächer zu sehen, aber als wir und die Sache näher anschauen, stellt sich heraus, dass hier auch noch sehr viele Hurrikan-Schäden nicht beseitigt sind.
Wir suchen uns noch einen Taxifahrer für eine Inseltour morgen und laufen dann ein Stück. Auf den ersten Blick sieht alles sehr verlassen und unbenutzt aus.
Direkt an unserem Dinghy-Steg bekommen wir dann aber doch noch die obligatorischen Painkiller, Bier und Cola und können zuschauen, wie eine ganze Reihe Hummer zum Abendessen vorbereitet werden. Ich frage mich aber wieder, ob die Charterboote ausreichen, um die Wirtschaft hier am Laufen zu halten.

Freitag, 27. April 2018

Tag 297 - Leverick Bay: Entspannt genießen

Von einigen Freunden und Bekannten haben wir gehört: „14 Monate Urlaub – ihr seid zu beneiden!“ Ich empfinde unser Leben an Bord aber nicht wie Urlaub, sondern als eine andere Art von Alltag. Da ist zunächst einmal der Haushalt unter erschwerten Bedingungen, denn alle Tätigkeiten auf dem Schiff dauern viel, viel länger als daheim. Und auch das Segeln selbst ist ja bekanntlich eine langsame Art, unbequem zu reisen…

Am Boot gibt es ständig Kleinigkeiten zu modifizieren, zu warten und zu reparieren . Navigation, Reiseplanung, Organisation, Verwaltung, Recherche sind zu erledigen, denn wir müssen und dürfen selbstbestimmt entscheiden. In meinem Fall kommt dann noch fotografieren, Fotos sichten, auswählen und bearbeiten und das Bloggen dazu. Ich schreibe sozusagen jeden Tag einen Aufsatz über „Mein schönstes Ferienerlebnis“. Natürlich gibt es auch tolle Ausflüge zu Natur und Kultur aber „Nichtstun“ steht selten auf unserem Programm.

Da ist es ganz schön, dass wir heute nichts Besonderes vorhaben. Wir wollen nur nach dem Frühstück kurz auf der KISU vorbeischauen und Ralf will dort nach Möglichkeiten für eine Ersatz-Selbststeueranlage schauen. Ich freue mich über die Gelegenheit zu einem netten Gespräch und fahre gerne mit.
Ralf und Markus sind mit großem Einsatz am Werk und verstehen sich offensichtlich sehr gut. Ich glaube, das Fachwort dafür ist „Bromance“… Gaby und ich haben jedenfalls etwas zum Lachen während wir die verschiedenen Verrenkungen beobachten! Es fehlt hier leider noch Bilder aus dem Inneren des Schiffs bei der Besichtigung und Besprechung des Motorraums und des Wassermachers.
Wir lachen und reden und die Zeit vergeht wie im Fluge. Irgendwann kommt dann noch Markus von der YUANA vorbei, um sich zu verabschieden. Wir wollen auch wieder zurück zur TRITON aber auf unserem Motor hat sich eine – farblich sehr gut passende – Möwe breitgemacht. Hier gibt es erstmals wieder zahlreiche Möwen.
Zusammen mit der VELA DARE Crew und natürlich der KISU haben wir uns an Land zum Sundowner verabredet und wir sitzen sehr nett im Leverick Bay Hotel. Hier sind die Sturmschäden schon weitgehend wieder beseitigt und die Anlage ist gut gepflegt – nun fehlen nur noch die zahlenden Gäste. Ich denke nicht, dass die paar Segler und die Chartercrews hier für genügend Umsatz sorgen. Am Ende des Stegs steht noch eine alte englische Telefonzelle, die vor dem Hurrikan als Dusche umfunktioniert war.
Es ist wirklich schade, dass sich unsere Wege schon bald wieder trennen werden, denn die KISU will zurück nach Grenada, die VELA DARE auf die Bahamas und wir zu den Bermudas. Aber heute nutzen wir die Zeit für gegenseitige Reisetipps und allgemeinen Erfahrungsaustausch. Dazu ein paar „Painkiller“, Caribs (das lokale Bier) und – in meinem Fall – Virgin Pina Coladas und wir haben wieder eine gute Zeit zusammen. Erst in der Dämmerung geht es wieder auf die jeweiligen Boote, die brav nebeneinander von Anker liegen.

Donnerstag, 26. April 2018

Tag 296 - Lee Bay-Leverick Bay: Viele Freunde

Auch heute steht wieder kreuzen auf dem Programm. Wir waren nicht an Land, also ist auch nicht so viel wegzupacken und so kommen wir morgens relativ früh weg. Zunächst müssen wir hinter unserer Anker-Insel entlangfahren, gar nicht so einfach mit drehenden und böigen Winden. Aber dann sind wir in freiem Wasser und können zunächst fast unserer Kurslinie folgen. Später dreht der Wind aber noch ungünstig. Mir macht es Spaß, auf dem AIS unsere Freunde zu beobachten, die alle auch in den Gorda Sound unterwegs sind.
Während die anderen schon in die Bucht fahren, müssen wir noch zwei Wenden machen, um die enge Einfahrt passieren zu können. Aber wir haben wieder die ganze Strecke unter Segeln zurückgelegt. Das ist hier wirklich schön: immer zuverlässig Wind – Flaute haben wir noch nicht erlebt. Dann fällt unser Anker neben VELA DARE und KISU.
Markus und Gabi von der Kisu kommen auch gleich herüber und wir verabreden uns für Apero an Land. Unterwegs fahren wir noch bei der YUANA vorbei, aber dort ist noch Schulunterricht (Deutsch und Mathe).
Wir nehmen schon mal die ersten Cocktails, denn es ist Happy Hour. Ralf trinkt einen „Painkiller“, den berühmten Cocktail der BVIs, der auf Jost van Dyke erfunden wurde. Neben den Cocktails gibt es auch noch eine Piraten-Show und ich muss mich im Conch blasen versuchen.
Es ist wirklich schön, dass wir alle uns hier wieder getroffen haben. Die YUANA und die KISU sind mit uns zusammen die Odyssee gesegelt und die VELA DARE haben wir auf Grenada kennengelernt. Alle schreiben sehr schöne Blogs (siehe in der Webansicht rechts) und daher konnten wir die Abenteuer mitverfolgen und sind auf dem Laufenden auch wenn wir uns schon eine Weile nicht gesehen haben.
Wir essen, lachen und erzählen, die Ein-Mann-Piraten-Band spielt (nett) und singt (leider) und ehe wir es uns versehen wird aus dem schönen Abend die warme, karibische Nacht. Höhepunkt und Abschluss des Abends ist dann der Conch-Blas-Contest und tatsächlich gewinnen die Kinder von der YUANA Preise für ihre Leistung. Respekt, dass sie sich so mutig auf die Bühne gestellt haben! Morgen geht es für sie zurück nach Saba oder St. Martin und Anfang Mai dann nochmals über den Atlantik nach Europa.

Mittwoch, 25. April 2018

Tag 295 - Great Harbour-Lee Bay: Hut über Bord!

Unterwegs haben wir eine ganze Reihe andere Langfahrtsegler getroffen: durch die Atlantic Odyssey, weil wir im Hafen nebeneinander lagen, weil miteinander gesegelt sind, weil wir ähnliche Schiffe fahren oder gemeinsam einen Ausflug gemacht haben. Und oft hat es sich ergeben, dass wir uns nochmals wieder getroffen haben. Jetzt sind gerade drei befreundete Boote in den BVIs unterwegs und es gibt die Chance auf ein Wiedersehen. Also haben wir kurzerhand umgeplant und wollen Mittwoch auf Virgin Gorda, der östlichsten Insel sein. Das bedeutet heute und morgen aufkreuzen.
Wir haben allerdings gute Bedingungen mit Sonne, mittlerem Wind und wenig Welle. Also machen wir uns gut gelaunt auf den Weg nach Osten. Ich steuere sogar ein Stück von Hand und es macht richtig Spaß. Ralf spannt das Achterliek (hintere Seite) der Fock etwas nach und da passiert es: trotz Kinnband fällt sein (oder eigentlich Pauls) Hut ins Wasser. Wir beschließen, ein klassisches „Hut über Bord“ Manöver zu fahren. Also auf halben Wind gehen, einige Bootslängen fahren, Halse oder Q-Wende (sehr gut an der Track-Linie zu sehen), zurück zum Hut und Aufschießer (in den Wind fahren), um das Boot zu stoppen und den Verlorenen aufzunehmen.
Das klappt auch alles sehr gut, wir kommen beim Hut an, der mit dem Kopfteil nach oben schwimmt. Es gelingt mir nicht, ihn mit dem Bootshaken zu greifen, aber ich kann ihn umdrehen, so dass jetzt die offene Seite oben ist und das Bändchen gut zu erfassen wäre. Also das ganze Manöver nochmal von vorne. Problem: der Hut schaut jetzt nicht mehr aus dem Wasser und ist daher schwer zu finden… nächster Versuch und wir sehen den Hut zu spät und sind schon vorbei… erst beim 5. oder 6. Mal haben wir dann Erfolg und der Hut ist zurück an Bord. Fazit: nicht über Bord fallen, denn schon bei diesen sehr guten Bedingungen ist es wirklich schwierig…
Wir kreuzen weiter auf und das Revier erinnert uns wirklich sehr an die schwedischen Schären. Allerdings dreht der Wind nicht gerade zu unserem Vorteil und es gibt auch noch etwas Strom. Die Triton ist hat sowieso keinen besonders guten Wendewinkel (90 Grad ist schon Grund zum Feiern), aber die zweite Wende ist wirklich unterirdisch schlecht… Egal wir kommen trotzdem an und haben die angesteuerte Bucht fast für uns.
Ausnahmsweise brauchen wir zwei Versuche, bis der Anker hält. Das ist uns zum letzten Mal auf Union Island passiert. Aber schließlich finden wir einen guten Platz und liegen hier sehr ruhig und geschützt. Diesmal gibt es auch keine Diskussionen, ob wir versuchen sollen, Kaffee an Land zu finden, denn hier ist absolut nix los. Also darf Ralf seinen Kaffee plus Brownie im Cockpit genießen.

Dienstag, 24. April 2018

Tag 294 - Red Hook-Great Harbour, BVI: Über die Grenze

Boot aufräumen, Mooring loswerfen, Segel hochziehen und schon sind wir unterwegs zu den Britsh Virgin Islands. Wir fahren gegen die vorherrschende Windrichtung, denn wir sind von Westen nach Osten unterwegs. Damit wir nicht genau gegenan müssen, haben wir uns als Ziel die Insel Jost van Dyke ausgesucht, so dass wir den Kurs fast anliegen können. Heute ist es bedeckt und zwischendurch erwischt uns ein Regenschauer. Die Wolke dreht den Wind und wir kommen mit zwei kurzen Kreuzschlägen ans Ziel.
Wir fahren nach „Great Harbour“ (der gar nicht so groß ist), weil wir erst einmal einklarieren müssen. Es ist schon ziemlich voll, vorwiegend Katamarane (wahrscheinlich Charterboote), aber wir bekommen noch eine Mooring. Die wird dann auch gleich von einem netten jungen Mann abkassiert. Mit $ 30 sind wir dabei und bekommen auch gleich noch eine Quittung.
Natürlich wollen wir uns auch an Land umsehen. Es gibt einen Dinghy-Steg und einen schönen Strand, aber auch hier hat der Hurrikan brutal zugeschlagen. Von der kleinen Kirche sind nur noch die Mauern übrig.
Jost van Dyke soll angeblich nach einem holländischen Piraten benannt worden sein, aber dafür gibt es wohl keine historischen Belege. Sicher ist, dass hier in den Virgin Island zahlreiche Piraten und „Privateers“ unterwegs waren. Ein Privateer überfällt auch Schiffe, hat aber einen Kaperbrief von einer Regierung und entert daher nur solche mit einer feindlichen Nationalität… Hier gibt es einen Sir Francis Drake Channel – sicher einer der berühmtesten Freibeuter und Entdecker und auch der bekannte Pirat „Blackbeard“ Edward Teach hat hier sein Unwesen getrieben und möglicherweise einen Schatz versteckt. Leicht vorstellbar bei der Vielzahl von Inseln und Buchten.
Am Strand sind offensichtlich neue Palmen gepflanzt worden, aber an den Gebäuden ist noch vieles kaputt. Die Bars sind geöffnet, aber es gibt nur wenige Kunden. Sicher auch, weil heute keine Sonne scheint sieht das alles etwas traurig aus.
Absolut nicht traurig sind die Kinder vom „Early Learning Center“, die hier Ketten und selbstgebackene Muffins verkaufen. Sie sollen Erfahrungen als Geschäftsleute sammeln, Werbung für ihre Produkte machen, Rechnen üben und höflich und mit guten Manieren verkaufen. Das steht zumindest alles auf den Schildern, die sie uns zeigen. Die drei machen das so nett, dass wir jeder einen Muffin kaufen und auch noch etwas spenden.
Wir schauen noch kurz bei Foxy’s in der berühmten Bar vorbei, wo T-Shirts und Andenken verkauft werden und wo sich viele Segler für ein Bier oder einen Cocktail treffen. Foxy selbst hat es sogar auf das Titelbild unseres Segelführers geschafft.

Montag, 23. April 2018

Tag 293 - Red Hook Bay: Unbegrenztes Internet

Es ist unser letzter Tag in den US-Virgin Islands und auch der letzte Tag an dem ich mein unbegrenztes Datenvolumen nutzen kann. Daher verbringe ich den Tag am Schreibtisch und widme mich so netten Dingen wie Testamentsvollstreckung, Kindergeldstelle, Mails und Excel-Tabellen. Außerdem müssen unsere Navionics-Seekartenmodule upgedated bzw. aktiviert werden. Nach „Südamerika und Karibik“ ist nun „Nordamerika und Kanada“ dran.
Auch auf meinem Smartphone habe ich als Backup die Navionics App und da will ich die entsprechenden Offline-Karten herunterladen. Es kommt die Meldung, dass der Telefonspeicher voll ist. Ich will also gerne die alten Offlinekarten von Europa löschen, aber – wie mir die Supportseite bestätigt – gibt es keine direkte Möglichkeit, alte Kartendaten zu löschen. Grr. Ich speichere also alle Fotos auf dem PC und nun ist erstmal genug Platz.

Während die Daten heruntergeladen werden, nutze ich die Zeit für ein Telefongespräch – wirklich klasse, dass ich über WhatsApp kostenlos telefonieren kann. Dann geht es weiter mit der Verwaltung. Wir wollen ja Anfang Mai von den BVIs nach Bermuda segeln und da gibt es wieder Papierkram zu erledigen. Ein Online-Formular muss ausgefüllt werden und es gibt eine „Declaration of Health“ mit so netten Fragen, ob es ungewöhnlich viele Todesfälle bei den Ratten und Mäusen an Bord gab…
Ralf ist inzwischen nochmal an Land gefahren und klariert aus, was laut der „Noonsite“ und unserem Segelführer unbedingt erforderlich ist, aber im „Customs“-Büro auf wenig Gegenliebe stößt. Schließlich bekommt er doch unseren Zettel – mal sehen, ob auf den BVIs danach gefragt wird. Außerdem geht er zum Friseur und lässt aus seinem Kurzhaarschnitt einen Sehrkurzhaarschnitt machen.
Nun ist wieder SIM-Karten-Memory an der Reihe, denn auf den BVIs muss wieder unsere Flow-Karte ran. Wenn die Karte leer ist, gibt es keine Internet-Verbindung und wir können sie nicht aufladen, also machen wir uns gegenseitig einen Hotspot und kaufen unsere Datenpakete gleich hier. Es ist schon wieder Abend geworden und die Sonne verschwindet hinter der Insel. Jetzt noch die Navigation für morgen…