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Sonntag, 1. April 2018

Zusammenfassung: März 2018


Statistik
Seemeilen: 341
Motorstunden: 19
Segeltage: 13
Nächte auf See: 1
Liegetage: 18
Häfen/Ankerplätze: 13 
Martinique: St. Anne, Anse Miton (A), Marina Z’Abricot, St. Pierre
Dominica: Prince Rupert Bay (M)
Guadeloupe: Point-A-Pitre, Ilet du Gosier (A), Pigeon Island (A), Deshaies (A)
Les Saintes: Anse de Bourg (A)
Antigua: English Harbour, Jolly Harbour (A)
St. Barts: Gustavia (A)
St. Martin: Marina Fort Louis
                                                      
Segeln und Wetter
Bis Martinique waren wir in den Windward Islands – also Gegenwind bei der Fahrt nach Norden. Das hat sich jetzt geändert, denn die weiteren Inseln sind die Leeward Islands. Sie machen einen sanften Bogen nach Westen und der Wind kommt nun eher halb oder sogar etwas von hinten. Außerdem ist jetzt im März die Zeit des starken Christmas Winds vorbei.

Für uns bedeutet das überwiegend Wind in angenehmer Stärke aus angenehmer Richtung, so dass unsere Segeltouren richtig Spaß machen. Nur auf Dominika pfeift uns der Wind am Ankerplatz noch so richtig um die Ohren und dort kommen (durch die hohen Berge) auch immer wieder kräftige Regenschauer. Seit Guadeloupe regnet es wesentlich weniger – dafür ist es manchmal an windgeschützten Orten sehr warm. Im Moment sind wir auf St. Martin und hier kühlt es abends jetzt schon auf 23°C ab – für uns sehr ungewohnt…

Boot
Bei unserem Anker (ein 25 kg Spade, mit dem wir sehr zufrieden sind) funktioniert der Schalter der Ankerwinde nicht mehr richtig. Wir bekommen auf Martinique einen neuen und tauschen ihn aus. Auf St. Martin wird die Ankerkette nochmal neu farbig markiert – es ist wichtig zu wissen, ob wir ausreichend Kette herausgelassen haben (3-5 mal Wassertiefe laut Echolot).

Auch auf St. Martin kommt unser Paket mit den Z-Profilen für die kleinen Seitenfenster an, die Ralf vor unserer nächsten längeren Fahrt montieren will. Fünf von 10 Fenstern sind schon fertig. Überhaupt wollen wir hier auf St. Martin noch alle wichtigen Arbeiten am Boot erledigen, weil wir davon ausgehen das es auf den Virgin Islands nicht mehr so viele Möglichkeiten dafür gibt.
Zwischendurch hat Ralf noch unser neues Beiboot geklebt, dass versehentlich bei einem Anlegemanöver am Heck der Triton ein kleines Loch bekommen hat. Sonst sind wir mit dem Zustand des Bootes sehr zufrieden.

Verpflegung/Versorgung
Wir kaufen größere Mengen in Martinique und auf Guadeloupe ein, denn hier gibt es europäische Waren zu guten Preisen. Auf den anderen Inseln ergänzen wir mit Brot und frischen Produkten. Insgesamt ist die Versorgungslage hier sehr gut. Wir gehen auch ab und zu auswärts essen, meist ein Imbiss auf Ausflügen und finden, dass auch da das Preis-Leistungsverhältnis auf den französischen Inseln am besten ist.

Crew
Das war jetzt unser neunter Monat an Bord – seit 271 Tagen sind wir praktisch 7 Tage die Woche, 24 Stunden am Tag zusammen, ein echter Beziehungstest. In diesem Monat haben wir uns gut verstanden. Irgendwie haben wir immer noch Gesprächsthemen, sei es über Pläne, Erlebnisse, neue und alte Freunde, Familie, Politik, Bücher, menschliches Verhalten, Ethik und Moral, Beziehung im allgemeinen und speziellen, Länder, Eindrücke etc.

Sightseeing
Auf Martinique waren wir ja schon im Januar und daher machen wir keine großen Ausflüge. Stattdessen sind wir mit Fähre, Bus und zu Fuß unterwegs und gehen ein wenig Shoppen in Fort de France und beim Decathlon.

Auch Dominica hatten wir schon im Januar besucht, aber diesmal gehen wir nicht in die Hauptstadt Roseau, sondern in die Prince Rupert Bay im Norden der Insel. Dort haben sich die Guides zur PAYS Organisation zusammengeschlossen und bieten verschiedene Führungen an. Wir fahren auf dem Indian River und nehmen an einer Rundfahrt über die Insel teil – wild und schön, aber sehr viele Schäden durch den Hurrikan Maria letztes Jahr. Hier fällt ganz besonders die Freundlichkeit der Menschen auf – wir werden mehrfach auf der Straße angesprochen und herzlich begrüßt. Wir spüren dass wir willkommen und wichtig für die Wirtschaft der Insel sind – unbedingt besuchen!

Ganz neu für uns war Guadeloupe, auch wieder eine französische Insel. Unsere Ausflüge führen uns in den hohen, vulkanischen Westteil und der gefällt uns landschaftlich ganz besonders gut. Ganz besonders viel Spaß macht uns verschienene Besuche bei Wasserfällen und das Baden in den dazugehörenden Seen. Die Marina in Point-A-Pitre ist groß und gut ausgestattet und wir fühlen uns wie in Europa.

Noch europäischer ist es dann auf den Saintes, einer Inselgruppe im Südosten, die auch zu Guadeloupe gehört. Sehr gepflegt mit vielen Touristen und entsprechenden Angeboten. Wieder zurück in Guadeloupe erkunden wir noch Pigeon Island (schönes Schnorcheln) und Deshaies (viele Pelikane) an der Westküste.

Unsere nächste Insel ist wieder eine mit englischer Vergangenheit: Antigua. Wir liegen ganz wunderbar in der Marina von English Harbour. Das ist gleichzeitig die größte Touristenattraktion. Bei anderen Ausflügen auf der Insel haben wir zwar schöne Erlebnisse, aber wirklich attraktive Tipps zum Sightseeing gibt es nicht. Sehr empfehlenswert ist jedoch das sonntägliche Barbecue auf Fort Shirley, das seit über 30 Jahren dort regelmäßig veranstaltet wird. Steelband, Sonnenuntergang, wunderbare Aussicht, leckeres Essen – ein tolles Erlebnis. Weniger attraktiv ist Jolly Harbour – das Wasser ist milchig, der Ankerplatz rollig und die Fahrt an Land weit.

Wieder zurück in Frankreich und in der Welt der Schönen und Reichen sind wir auf St. Barthélemy (St. Barts). Die kleine Insel ist ein einziges Luxus-Resort. Viele Superyachten, viele exklusive Geschäfte, viele elegante Villen und sehr viele Autos. Wir haben viel Spaß auf einer Inselrundfahrt mit einem Quad und es gibt wirklich sehr schöne Strände und fantastische Aussichtspunkte.

Nun sind wir auf St. Martin, einer kleinen Insel mit einem französischen und einem niederländischen Teil. Wir haben noch nicht viel angesehen, weil wir uns hier um die TRITON und verschiedene Fragen der Organisation und Verwaltung kümmern wollen/müssen. Bisher kennen wir nur die französische Inselhauptstadt Marigot, die vom Hurrikan Irma schwer angeschlagen ist.

Begegnungen
Wieder sind die Begegnungen mit anderen Seglern etwas ganz Besonderes. Jeder, der bis hierher gekommen ist, hat ganzes Stück interessanten Weg hinter sich. Auf Dominica treffen wir Lynn und Mark von der ROXY, Susea und Gene von der MOODY BLUES (beide aus USA) und Bruna und Marco von der italienischen GAGIANDRA, die mit uns an Ausflügen teilnehmen. Auf Guadeloupe gibt es ein Wiedersehen mit Kerstin und Ralf von der LOTHLORIEN und mit Daniel von der AQUAVITE.

Auf Antigua haben wir nette Nachbarn im Hafen: die OCEAN HOBO aus England mit Linda und Ian, und die LA CAPITANA aus Finnland. Ganz zufällig treffen wir Gaby und Markus von der KISU und Amanda und Simon von der CARRIED AWAY wieder – richtig nett. Dadurch lernen wir dann auch noch Sam und Adrian von der NEVA kennen. Mit der Crew der LOTHLORIEN und Margret und Martin von der TOCCATA gehen wir gut essen.

Daneben folge ich auch einer ganzen Reihe von Segeln über ihre Blogs, Facebook und Instagram oder ich „stalke“ sie auf Marinetraffic – immer interessant zu lesen, wo die anderen sind und was sie so erleben. Mit Segelfreunden, die in andere Richtungen oder in einer anderen Geschwindigkeit fahren, sind wir über Mail, WhatsApp und andere Messenger verbunden – wirklich ein gutes Gefühl, ein Teil dieser internationalen Gemeinschaft zu sein.

Neben den Seglern haben wir natürlich auch noch Kontakt mit zahlreichen anderen Menschen, die hier leben und arbeiten. Besonders gut haben uns die Mitglieder von PAYS auf Dominika gefallen, z.B. Martin „Providence“, der einen wirklich guten und mehrsprachigen Service angeboten hat. Mein persönlicher Favorit ist Didier, der Taucher, der uns bei unserem Anker-Missgeschick so schnell und gut geholfen hat – selten einen so sympatischen und charmanten Menschen getroffen!

Fazit
Entspanntes und schönes Segeln in den Leeward Islands, sehr vielseitige Erlebnisse und viele nette Begegnungen. Als Charter-Revier finden wir bisher Guadeloupe am besten. Die Insel selbst bietet viele verschiedene Buchten und Häfen und die Nachbarinseln Marie Galante, Les Saintes, Dominica und Antigua können mit Tagestörns erreicht werden.

Bevor wir hier waren, haben wir uns gefragt, was wir vier Monate in der Karibik machen sollen, aber die Zeit vergeht wirklich wie im Fluge. Nun wollen wir noch einen Monat auf den Virgin Islands verbringen und dann ist es schon Zeit für den Sprung auf die Bermudas und dann an die US-Ostküste.

Donnerstag, 22. März 2018

Tag 261 - Deshaies-Nelson's Dockyard: Alt-England in Antigua

Für heute ist die Überfahrt nach Antigua geplant, 42 sm, dass bedeutet konservativ gerechnet acht Stunden Fahrt und daher geht es schon früh los. Wie immer gibt es an der Nordspitze von Guadeloupe einen Wind-Verstärkungszone und wir haben jeweils zwei Reffs in Fock und Groß. Nachdem wir hinter der Insel herausgesegelt sind, können wir etwas ausreffen und haben über die Hälfte der Strecke schelle und schöne Fahrt.
Langweilig wird uns nicht, denn mit uns sind noch andere Segler Richtung Antigua gestartet und wir schaffen es tatsächlich, einen Kat, der nur sehr stark gerefften Segeln fährt und eine schwedische Yacht nur mit Genua zu überholen. Wir treffen auch noch zwei Frachter, die aber sicher vor bzw. hinter uns vorbeifahren. Auf der zweiten Hälfte gibt es dann wechselnden Wind, unangenehme Wellen und Schauerböen, aber trotzdem geht es schnell voran.
Die karibische Geschichte ist sehr wechselvoll und nach den Arawaken und Kariben (indigenen Völkern, die die Inseln von Südamerika aus besiedelt haben) sind sie Spielball der Europäer geworden. Spanier, Niederländer, Franzosen, Engländer, Amerikaner, sogar Dänen und Schweden haben ihre Interessen auf den Inseln verteidigt. Die französischen Inseln – wie Martinique und Guadeloupe – gehören immer noch zu Frankreich und damit zur EU, daher wird rechts gefahren, mit Euro bezahlt und Französisch gesprochen. Die englischen Inseln sind fast alle unabhängige Staaten geworden und es wird links gefahren, mit EC (East Caribbean Dollar) bezahlt und Englisch gesprochen.

Wir sind jetzt vom sehr französisch-europäischen Guadeloupe direkt in das historisch-englische Antigua gefahren. Auf der kleinen, fast runden Insel gibt es mehrere große Buchten, die hervorragende Naturhäfen bilden und die entsprechend schon lange zu diesem Zweck genutzt werden. Hier in English Harbour liegt Nelson’s Dockyard (benannt nach Horatio Nelson, dem englischen Seehelden). Die historischen Gebäude sind liebevoll restauriert worden und auch die rote englische Telefonzelle fehlt nicht.
Die Ankerbucht ist sehr voll und daher fragen wir, ob wir einen Platz direkt am Dock bekommen können. Tatsächlich ist etwas frei und nun liegen wir Seite an Seite mit auf Hochglanz polierten Superyachten (links BLACK PEARL, rechts AYNI). Bei einem Preis von 1 US pro Fuß kommen wir mit unseren bescheidenen 38 Fuß noch recht gut weg.
Heute ist hier fast alles geschlossen, weil „Election Day“ ist. Entsprechend darf auch vor 18:00 Uhr kein Alkohol ausgeschenkt werden. Das ist ja bekanntermaßen für mich kein Problem, aber auch die Bäckerei hat zu (kein Brot, kein Kuchen) und die Duschen schließen schon um 17:00 Uhr, also auch keine „richtige“ Dusche heute Abend.
Ganz ungewöhnlich wird hier vorne ein Anker geworfen und dann mit dem Heck an die Hafenmauer gefahren. Unser Manöver hat gut geklappt, aber jetzt zieht der Anker das Schiff so weit nach vorne, dass ich die Frage des netten Helfers: „Do you have a gangway?“ besser verstehen kann. Diese Entfernung ist nicht gut geeignet für Rheuma-Knie…

Mittwoch, 21. März 2018

Tag 260 - Ilet Pigeon-Deshaies: Abschied von Guadeloupe

Heute haben wir nur 9 sm auf dem Programm und so lassen wir das Dinghy im Wasser und schleppen es hinter uns her. Eigentlich wollten wir das kurze Stück in der Landabdeckung unter Motor zurücklegen, aber es ist so netter Wind, dass wir dann doch für eine Stunde die Segel aktivieren – schließlich sind wir ja ein Segelboot. Wieder gibt es keine nennenswerten Wellen und das macht das Bordleben angenehm entspannt.
Nach gut zwei Stunden haben wir unser Ziel erreicht und der Anker fällt auf 12 m Wassertiefe. Wir geben 45 m Kette und fahren den Anker ein. Dann ziehen wir uns für die heiße Zeit des Tages in den Schatten zurück. Am frühen Nachmittag kommt dann der Motor wieder ans Dinghy und wir machen uns auf, den kleinen Ort zu erkunden. Diesmal gibt es tatsächlich Kaffee UND Kuchen für Ralf. Dann müssen wir noch ausklarieren. Das ist auf den französischen Inseln kein Problem, denn in irgendeinem Laden oder Restaurant gibt es einen Computer, an den wir selbst die Daten eingeben können und dann wird es (ohne Kontrolle) abgestempelt. Während Ralf erfasst finde ich auf dem Grabbeltisch stark reduziert doch noch nette blau-weiße Oberteile, nach denen ich letztens noch vergeblich gesucht hatte.
Der Ort selbst in nett und unaufgeregt. Es gibt zwar einige Läden, aber wenig Touristen. Wir bummeln die zwei Straßen hinauf und hinunter und kaufen noch ein paar Lebensmittel ein.
Unterwegs treffen wir eine weiße Katze – ich freue mich immer, wenn wir Katzen treffen, denn sie erinnern mit an unseren dicken (?) Kater Diego daheim.
Auch wenn uns der Ort gefällt, so wollen wir doch nicht noch einen Tag hier verbringen, sondern morgen nach Antigua weitersegeln. Und auch wenn die Restaurants am Hafen hübsch aussehen, so haben wir entschieden, an Bord zu kochen. So werfen wir vom Dinghy-Dock noch einen letzten Blick auf Deshaies.
Auf der Fahrt zurück kommen wir an einer Gruppe Pelikanen vorbei. Wir konnten sie wieder hier in der Bucht beim Fischfang bewundern. Sie fliegen immer ähnliche Runden, spähen mit der Sonne im Rücken nach unten und lassen sich dann blitzartig mit einem Platsch ins Wasser fallen. Oft sehen wir dann, wie der Pelikan mit Genuss einen Fisch verschluckt…
Wir machen noch einen kleinen Abstecher in den Fluss, der hier ins Meer mündet, aber schon nach ca. 100 m wird er zu flach für die Weiterfahrt. Also geht es im Abendlicht zurück zur unserer lieben TRITON.

Dienstag, 20. März 2018

Tag 259 - Ilet Pigeon: Unter dem Meer

Von verschiedenen Seglern haben wir gehört, dass Pigeon Island besonders schön zum Schnorcheln ist und das wollen wir heute ausprobieren. Am Nachmittag aktivieren wir also das Dinghy und motoren von unserem Ankerplatz vor der Küste in Richtung der vorgelagerten Insel. Wir sind erst ein kleines Stück von der TRITON entfernt, als der Außenborder plötzlich stehen bleibt und sich auch erst einmal nicht wieder zum Leben erwecken lässt. Wir rudern also zum nächsten erreichbaren Schiff und binden uns erst einmal fest. Wir vermuten, dass der Motor keinen Sprit bekommt und das erweist sich nach kurzer Inspektion des Tankschlauchs als richtig. Ralf kann das Hindernis beseitigen, der Motor läuft wieder einwandfrei und wir fahren weiter zur Insel.
Dort liegen schon zahlreiche Tauchboote und es sind viele Menschen im Wasser und Schwimmen, Schnorcheln oder Tauchen. Daher beschließen wir, das letzte Stück zu rudern, um niemanden zu gefährden. Wir können auf einem kleinen Stück Strand anlanden.
Wir setzen unsere Masken auf – meine war ja in Grenada über Bord gegangen, aber ich habe wieder eine neue gekauft, weil ich die Panoramasicht wirklich gut finde. Bei Ralf gibt es kleine Probleme mit der Abdichtung wegen des Bartes…
Die Unterwasserwelt hat hier wirklich etwas zu bieten und wir sehen ein paar Korallen und eine große Anzahl von Fischen in allen Größen und Formen. Unser Freund Günter könnte sicher sagen, um welche Exemplare es sich handelt. Die Fische haben keine Angst (bei den Mengen von Tauchern etc. sind sie sicherlich Besucher gewöhnt) und wir können sehr nah an sie heranschwimmen.
Wir beobachten das bunte Leben bis sich eine große Wolke vor die Sonne schiebt und die Farben verblassen. Es wird uns auch langsam kalt und so kehren wir ans Ufer zurück. Nun müssen wir noch mit dem Beiboot durch die Brandung ins tiefe Wasser kommen, wo wir dann den Motor wieder herunterklappen und starten können. Dank unserer Erfahrung aus der Carlisle Bay in Barbados klappt das aber sehr gut.

Montag, 19. März 2018

Tag 258 - Les Saintes-Ilet Pigeon: Segeln und Shoppen

Wir wollen uns auch noch die netten kleinen Boutiquen anschauen und daher fahren wir nochmal mit dem Beiboot an Land. Inzwischen ist die SEA CLOUD hier eingetroffen, ein segelndes Kreuzfahrtschiff mit wechselvoller Vergangenheit, das wir schon öfter getroffen haben. Unter anderem war sie im 2. Weltkrieg (ohne Masten) für die Amerikaner im Einsatz und gehörte später dem Diktator der Dominikanischen Republik, Rafael Trujillo.
Wir setzen uns zum Frühstück in ein Café am Anlegesteg und können die zahlreichen Tagesgäste und Kreuzfahrer beobachten. Die Sea-Cloud-Gäste sind leicht zu erkennen, denn sie tragen sehr teuer aussehende Funktionskleidung während die Tagesgäste eher in Flip-Flops, bunten Shorts und T-Shirts unterwegs sind. Ich probiere die lokale Spezialität „Tourment d’Amour“, die auch von traditionell gekleideten Straßenhändlerinnen angeboten wird.
Die Geschäfte bieten sehr individuelle Waren an, überwiegend Kleidung. Teilweise sind es selbst entworfene Shirts, aufwendig verzierte Jeans, mit „Saintes“-Motiven bedruckte Andenken, etc. Ein besonderer Blickfang ist „Maogany“, wo ausschließlich Kleidung in Meerblau und Weiß angeboten wird. Die blauen Teile sind alle einzeln gefärbt und bemalt.
Daneben gibt es auch eine Vielzahl von Möglichkeiten, Nahrung und Getränke zu erhalten. Sandwiches und Snacks, Pizza, französische und internationale Küche und natürlich auch Fisch, der hier frisch gefangen wird. Mir sticht besonders ein 3D-Restaurant-Schild ins Auge…
Wir landen schließlich bei Cathy Régnier, die Aquarelle mit typischen Szenen des Insellebens malt. Beispiele für ihre Arbeit siehe hier: klick. Mir gefallen besonders ihre Tierbildern und Portraits, die in einem Buch abgebildet sind. Davon würden wir gerne ein Original kaufen, aber es ist im Moment keines verfügbar. Daher erstehen wir nur das Buch und werden uns dann am französischen Text versuchen. Wir kommen sehr nett ins Gespräch und erfahren, dass sie selbst vor vielen Jahren aus der Bretagne in die Karibik gesegelt ist. Am Ende schenkt sie uns noch einen kleinen Druck – sehr nett!
Um kurz nach zehn sind wir wieder zurück an Bord und schaffen es, in 50 Minuten alles zum Losfahren fertig zu machen – das ist mit Dinghy und Motor an Bord holen und festbinden eine gute Zeit. Der Wind ist „nur“ Stärke 4 und kommt auch noch von hinten, das haben wir seit Monaten nicht mehr gehabt. Wir können daher zunächst das Vorsegel ausbaumen (aus der Abdeckung des Großsegels ziehen).
Auch in der Abdeckung von Guadeloupe geht es unter Segeln weiter. Der Wind kommt jetzt mehr von der Seite, wir haben kaum Wellen, die Sonne scheint und wir sind flott unterwegs – wunderbar! Fast 20 Meilen haben wir so sehr angenehm zurückgelegt, als uns der Wind kurz vor dem Ziel verlässt. Wir rollen die Fock weg und Ralf will das Großsegel herunternehmen. Dabei verklemmt sich das Großfall (Leine, um das Segel nach oben und unten zu bewegen) in einer Rolle. Das Segel ist noch halb oben und bewegt sich weder vor noch zurück.
Ralf steckt schließlich die Schlaufe mit einem Schraubenzieher wieder zurück und mit Ruckeln und Ziehen gelingt es dann, das Problem zu lösen. Wir hatten schon überlegt, in den Mast zu gehen, eine Leine an das Fall zu binden und das Großsegel von Hand loszumachen, damit wir erst einmal ohne Stress ankern können, aber glücklicherweise war das nicht erforderlich.

Den ganzen Tag hatten wir strahlenden Sonne, aber als wir uns unserem Ziel, der Ilet Pigeon, nähern ziehen dunkle Wolken auf. Ralf meint noch, Regen wäre gar nicht schlecht, weil dann das ganze Salz vom Schiff gewaschen wird, als wir schon einen heftigen Schauer bekommen. Mir hätte es gereicht, wenn das nach dem Ankern passiert wäre… Aber bald ist der Regen vorbei, der Anker hält und wir können unseren Kaffee diesmal bei uns im Cockpit nehmen.

Sonntag, 18. März 2018

Tag 257 - Les Saintes: Wie Gott in Frankreich

Der Tag fängt gleich gut an: Sonne, leichter Wind und gutes Frühstück: Baguette, Pain au Chocolat, Paté, Fromage… Dann geht es mit dem Dinghy an Land (kurzer Weg und hervorragendes, schwimmendes Dinghy-Dock) und gleich weiter zu unserem Golfette (Golfcart), mit dem wir die Insel erkunden wollen.
Die Tagesgäste sind auch schon am Start und wir überholen einige auf dem steilen Weg hoch zur Touristenattraktion Nr. 1, dem Fort Napoleon (benannt nach Napoleon III, nicht nach dem bekannten Korsen).
Im Inneren gibt es ein Museum, das sich überwiegend mit den Saintes beschäftigt. In 18 Räumen werden verschiedene Themen behandelt wie z.B. Bilder lokaler Künstler, Wale, Traditionen, Ureinwohner, Seeschlachten und Fischfang. Die Beschriftungen sind wieder überwiegend französich und ich verstehe ca. 10 % - da hätte ich doch in der Schule besser aufpassen müssen.
Das eigentliche Highlight sind aber die Außenanlagen bzw. die Aussichten über die verschiedenen Buchten. Hier der Blick über die „Baie du Marigot“. Ich habe mal nachgesehen, weil es auf vielen Inseln eine „Marigot Bay“ gibt und es bedeutet „Sumpf“. Auf dieser Seite ist gibt es nur wenige Boote vor Anker.
Ganz anders sieht es in der „Anse du Bourg“ aus, in der wir unsere Mooring haben. Wir können von oben durch die Bäume die TRITON gut erkennen. Als wir das Fort verlassen, weil es um 12:30 Uhr schließt, fallen mir ein paar Kinder auf, die mir bekannt vorkommen. Wie sich herausstellt, sind es Martin und seine Familie von der TAMOURÉ, die auch die Odyssey gesegelt sind. Wir haben uns schon kurz auf Lanzarote getroffen und dann natürlich bei der Abschiedsparty auf Barbados. Sie überlegen gerade, ob sie ihr Boot mit dem Frachter nach Hause bringen lassen.
Dann fahren wir weiter über die Insel. Unsere Golfette hat eine etwas unkultivierte Steuerung des Elektro-Antriebs, bei der mittlere Geschwindigkeiten schwierig sind. Deswegen und auch wegen der teilweise recht großen Schlaglöcher hoppelt wir mehr als das wir gleichmäßig gleiten. Aber die Entfernungen sind nicht groß und wir fahren verschiedene Strände an, die sich aber alle aus verschiedenen Gründen (kein Schatten, hohe Wellen, viel Seegras) nicht zum Baden eignen.
Wir kommen am Friedhof vorbei, der recht ungewöhnlich gestaltet ist. Es gibt offensichtlich Familiengräber, rechteckig und oben mit einem offenen „Häuschen“ mit Kreuz, das dann mit Blumen (aus Plastik?) dekoriert werden kann. Das Ganze dann mit Fliesen oder Steinplatten verkleidet. Wir überlegen, ob man hier zur Grabgestaltung nicht zum Steinmetz sondern in die Fliesen-Abteilung des Baumarktes geht…
Die Häuser auf der Insel sind überwiegend im sehr guten Zustand, oft bunt gestrichen und mit großen umlaufenden Veranden versehen. Die Dächer sind fast alle mit rotem Trapezblech gedeckt, möglicherweise eine Bauvorschrift? Mittlerweile ist es Nachmittag geworden und – ihr ahnt es sicher schon – Ralf hätte gerne seine Tasse Kaffee (wenn möglich mit Kuchen). Wir finden einen schönen Platz in der Marigot Bucht (die wir am Vormittag schon von oben bewundert hatten) und bekommen dort direkt am Ufer Kaffee und für mich ein Eis.
Das hier ist schon richtiges Karibik-Gefühl, so unter Palmen am Strand mit einem Getränk in der Hand… Im Schatten ist die Temperatur angenehm, es geht ein leichter Wind… Wie Gott in der französischen Karibik eben…
Wir können von unserem Platz aus verschiedene Vögel beobachten: Braune Pelikane, die immer wieder ihre Runden fliegen und sich ins Wasser stürzen, um Fische zu fangen, einen Fregattvogel, der hoch über uns und ohne Flügelschlag seine Kreise zieht und zwei Tauben, die sich einen Felsen zum Turteln ausgesucht haben. Auf dem Rückweg treffen wir dann noch einen Reiher, der auf einer Kuhweide steht. Die Reiher begleiten die Kühe, weil diese beim Grasen Insekten aufscheuchen.
Nun müssen wir noch unsere Golfette zurückgeben. Wir laufen dann zu unserem Dinghy und kommen dabei am Fähranleger vorbei, wo sich wieder die Tagesgäste drängen, die zurück nach Guadeloupe wollen. Bis auf den Besuch auf dem Fort haben wir von ihnen nicht viel gesehen.
Zurück an Bord baden wir diesmal mit Badehosen bei Tageslicht – auch sehr nett und nötig nach dem heißen Tag. Es ist auch schön, dass wir hier so geschützt von Wind und Strömung liegen und nur die vorbeifahrenden Fähren größere Wellen verursachen.  

Samstag, 17. März 2018

Tag 256 - Ilet-du-Gosier-Anse du Bourg: Der frühe Vogel...

Wie geplant geht es heute schon früh los. Um kurz nach 6:00 Uhr werden wir von der Sonne geweckt und eine halbe Stunde später holen wir den Anker hoch und machen uns auf den Weg Richtung Îles des Saintes. Die kleine Inselgruppe gehört auch zu Guadeloupe und liegt etwas südöstlich der Hauptinsel. Sie besteht aus neun Inseln, von denen jedoch nur zwei bewohnt sind.
Vor der Hauptinsel, Terre-de-Haut, gibt es eine wunderbar geschützte Bucht, in der sehr beliebte Mooring-Tonnen zum Festmachen ausgelegt sind. Wir haben uns überlegt, dass wir früh ankommen wollen, damit das mit der Mooring auch klappt. Wir sind gut unterwegs und segeln mit halben Wind  an der Küste von Guadeloupe entlang. Schon um 10:00 Uhr sind wir vor der Einfahrt in die Bucht und Ralf setzt die „Lazys“, die helfen, dass das Segel beim Herunternehmen sauber auf den Baum fällt und nicht aufs Deck.
Uns kommen viele Schiffe entgegen und wir bekommen tatsächlich einen sehr guten Platz. Es ist sehr warm und nicht besonders viel Wind und so holen wir erst einmal etwas Schlaf nach und entspannen uns an Bord. Der Ort sieht aber sehr nett aus und nachmittags lassen wir dann unser Beiboot zu Wasser. (Es wird auf Segel-Passagen umgedreht auf dem Vordeck transportiert). Heute finden wir ein Café, in dem Ralf seinen Cappuccino und zwar keinen Kuchen, aber doch ein Tiramisu bekommt – allerdings recht teuer.
Die Saintes wurden nie landwirtschaftlich genutzt, daher gab es hier auch kaum Sklaven. Die Bewohner stammen daher – ungewöhnlich für die Karibik – überwiegend aus Frankreich, insbesondere aus der Bretagne, der Normandie und dem Poitou. Es gibt eine langjährige Fischfang-Tradition, der auch heute noch hier ausgeübt wird (das bedeutet für uns Segler, dass gut Ausschau nach Fisch-Pötten gehalten werden muss). Eine Haupteinnahmequelle ist der Tourismus und jeden Tag kommen viele Tagesgäste mit Fähren. Wikipedia spricht von jährlich 380.000 Touristen (bei weniger als 3.000 Einwohnern).
Wir kommen gerade an, als das letzte Kursschiff abfährt und dann wird es wesentlich ruhiger auf der Insel. Wir laufen eine Runde durch die Straßen und am Strand entlang und kaufen noch etwas ein. Viele Geschäfte und Restaurants zeigen individuelle Angebote und am Wasser gibt es abwechselnd Fischer-Ausrüstung, Strandbar und Sonnenstühle zu sehen. Eine nette Mischung!
Wir fahren aber erst einmal zurück an Bord und warten bis es dunkel ist für ein erfrischendes Bad im sehr klaren Wasser und dann einer schönen Dusche. Zum Abendessen mache ich einen großen Salat und Ralf brät etwas Huhn – dazu noch frisches Baguette mit Butter – ein Genuss!