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Mittwoch, 31. Juli 2024
Tag 58 - Rathlin Island-Ballycastle: Hochzeitstag
Schon in unseren Flitterwochen waren wir segeln und so ist es kein Wunder, dass wir auh unseren 32. Hochzeitstag auf dem Wasser verbringen. Am Vormittag lassen wir es gemütlich angehen, bevor wir dann mit günstiger Tide die kurze Strecke zurück zum Festland segeln.Von Ballycastle fahren die Fähren nach Rathlin Island und nach Schottland und es gibt auch eine kleine Marina, in der wir noch einen Platz bekommen.Abends machen wir dann noch einen kleinen Spaziergang am Hafen entlang, vorbei an einer Skultur mit vier Schwänen, die an die Legende "Die Kinder von Lir" erinnert. Eine böse Stiefmutter verwandelte ihre vier Stiefkinder für 900 Jahre in Schwäne.Hier steht auch eine "Ballycastle" Schrift, die von Ralf kritisch auf die technische Ausführung überprüft wird.Neben dem Hafen ist außerdem noch ein netter kleiner Strand mit Blick auf Fair Head, den wir noch runden müssen, um die Ostküste Irlands und die irische See zu erreichen.
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Donnerstag, 25. Juli 2024
Tag 52 - Derry: Reparaturen, Vorbereitungen und Pläne
Wir hatten eine schöne, intensive aber auch anstrengende Zeit daheim mit vielen wunderbaren Begegnungen aber auch langen Liste, was alles zu erledigen war. Mir ist das sehr warme Wetter nicht gut bekommen und ich hatte Probleme mit meiner Allergie, dem Kreislauf und beim Schlafen. All das ist hier am Meer wie weggeblasen und wir haben beide wunderbar geschlafen. Auch hier gibt es natürlich einiges zu tun, aber ich empfinde das als viel gradliniger und übersichtlicher als zu hause, wo ich immer viele verschiedene Bälle in der Luft habe und von verschiedenen Seiten Themen an mich herangetragen werden. Den Vormittag verbringt Ralf mit verschiedenen Reparaturen: Baumniederholer, Kühlschrank, neue Nationalflagge, Befestigung für Filter im Motorraum, Erneuerung von Teilen der Lazys und verschiedene andere Kleinigkeiten.Ich beschäftige mich mit der weiteren Routenplanung. Welche Häfen und Liegeplätze können/wollen wir anlaufen? Wie sind die Entfernungen? Was sollten wir uns touristisch anschauen? Mir wird schnell klar, dass wir einen neuen Reiseabschnitt beginnen. Der Nordwesten war dünn besiedelt, rau in Bezug auf Wind und Wetter, mit nur wenigen Seglern und entsprechend wenig seglerischer Infrastruktur. Nun kommen wir in ein Gebiet mit guter Versorgungslage und vielen Marinas, die wahrscheinlich - auch wegen der Ferienzeit - ziemlich voll sind.Am Nachmittag geht es dann mit den Fahrrädern zum nahegelegenen Supermarkt, wo wir uns mit jeder Menge Vorräten versorgen können (siehe Titelbild). Insgesamt haben wir vier große Gewebetaschen und zwei Rucksäcke voll. Dann muss das alles natürlich auch noch im Boot verstaut werden.Ich montiere den Plotter wieder und gebe die Route für morgen nach Portrush ein. Wir werden gegen mittag losfahren, weil dann Stillwasser ist und wir uns danach von der Ebbe den Folye herunterschiebe lassen können. Das Wetter war heute wieder sehr abwechslungsreich. Erst bedeckt, dann ein kräftiger Regenschauer und abends kam dann noch die Sonne heraus.
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Freitag, 5. Juli 2024
Tag 46 - Greencastle-Derry: Wir verlassen die EU
Seit dem Brexit ist die Einreise in das "Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland" schwieriger geworden. Schon gestern haben wir uns als "pleasure craft" online angemeldet. Wir sind außerem verpflichtet, die gelbe Flagge "Q" zu führen.Leider ist eine solche nicht an Bord. Letztes Jahr haben wir ein gelbes Spültuch zweckentfremdet und dieses Jahr scheiden wir eine aus einer gelben Stofftasche zu.Normalerweise wird im Ausland aus Höflichkeit unter der Steuerbordsaling die sogenannte "Gastlandsflagge" geführt. Diese Geste ist aber in Nordirland kompliziert. Der bekannte "Union Jack" wird in Nordirland von den "Unionist" verwendet, die zu UK gehören wollen, während die "Nationalists", die ganz Irland vereinen wollen, die irische Flagge bevorzugen. Unsere irische Freundin Helen hatte uns davon abgeraten, eine der beiden Flaggen zu verwenden. Wir haben daher auf eine Gastlandsflagge verzichtet und Ralf tauscht die irische Flagge, die uns bisher begleitet hat, gegen die Einklarierungsflagge "Q" (siehe Titelbild). Sonst verläuft unsere Fahrt den Fluß Foyle hinauf eher ereignislos. Wir warten, bis die Flut einsetzt und uns Richtung Derry schiebt. Wir treffen nur ein anderes Boot, dass wohl Besucher zu den Muschelfarmen bingt.Das Fahrwasser ist recht schmal und der wenige Wind kommt eher von vorne, so dass wir unter Maschine fahren. Wir sehen Seehunde......und Kormorane, die die wegen der Berufsschiffahrt recht großen Seezeihen sehr gerne als Aussichtsplätze benutzen.Ganz ungewohnt ist, dass es hier praktisch keine Wellen gibt und das Boot ganz ruhig fährt. Mindestens seit Sligo war die Triton nicht mehr so ruhig, sondern wir wurden vor Anker, an der Mooring, beim Segeln und auch am Steg in Greencastle permanent auf die eine oder anderen Weise hin- und hergeschaukelt. So erreichen wir schnell Foyle Harbour, wo wir uns (über Telefon) anmelden und gesagt bekommen, dass wir einfach einen Platz in der Marina nehmen sollen.Kurze Zeit später geht es dann unter der 32 m hochen Foyle Bridge hindurch nach Derry (oder auch Londonderry - je nach politischer Überzeugung).Die Foyle Marina besteht aus zwei langen Stegen, die parallel zum Ufer liegen. Ganz vorne liegen zwei Großsegler und von einem aus gekommen wir Handzeichen und werden zu einem Liegeplatz direkt dahinter dirigiert. Unsere Leinen werden uns abgenommen und wir werden sehr freundlich begrüßt. Wie sich herausstellt, war hier letzte Woche ein Großseglertreffen und Hafenfest mit Pary und Feuerwerk. Captain Roy Kerr vom "Tall Ship LA MALOUINE" läd uns gleich mit an Bord zu einer Besichtigung ein.Die LA MALOUINE ist eine Brigantine, also ein zweimastiges Schiff, das am vorderen Mast Rahsegel führt. Captain Roy erzählt uns beim Tee, dass sie in Polen gebaut wurde und ihre Karriere als russisches Spionageschiff begonnen hat. Später ist sie dann unter niederländischer Flagge gefahren. Er selbst hat sie in Frankreich gekauft, wohnt ganzjährig auf dem Schiff. Es gibt ca. 20 Kojen und er nimmt regelmäßig Mitsegler mit und besucht verschiedene Großsegler-Treffen. Die Besatzung ist bunt gemischt und auf den ersten Blick Typ Lebenskünstler. Die Altersspanne geht von der 3-jährigen Annabell bis zum Captain, der letztes Jahr seinen 80. Geburtstag gefeiert hat! Wir verabschieden uns und gehen zurück auf die Triton, um noch die 2. Halbzeit des Fußballspiels Deutschland-Spanien zu sehen. Im Cockpit ist tatsächlich Sonne und eine Temperatur von 20 Grad!Das Spiel der deutschen Mannschaft ist mitreißend und spannend, aber leider nicht so erfolgreich, wie es zu wünschen gewesen wäre... Leider war die Wärme wieder nur ein kurzes Vergnügen, denn im Moment regnet es und heute nacht soll es so richtig kalt werden. Sommer in (Nord-)Irland...Jetzt freue ich mich noch auf eine (hoffentlich warme) Dusche - die erste seit Sligo - und dann geht es in meinen kuscheligen Schlafsack.
Dienstag, 2. Juli 2024
Tag 43 - Sheep Haven-Greencastle: Schnelle Fahrt mit Wind und Strom
Als ich unsere Route ab Sligo bis nach Derry plante, habe ich verschiedene Zwischenstopps in netten Buchten vorgesehen. Aber wir müssen unsere Pläne Wind und Wetter anpassen - insbesondere jetzt, wo wir einen Flug gebucht haben. Ab morgen Nachmittag kommt der nächste Starkwind und Donnerstag bläst es aus allen Löchern. Da wollen wir nicht vor Anker liegen oder an einer Mooring-Tonne hängen.Wir ändern also unsere Pläne und beschließen, gleich die knapp 50 sm nach Lough Foyle zu segeln, wo es einen Hafen gibt. Unterwegs müssen wir mal wieder eine Landspitze (Malin Head) runden und diese hat es in sich, weil hier die Tidenstöme vom Atlantik und von der irischen See sich treffen. Wir berechnen unsere Abfahrtzeit und bekommen diese von einem irischen Hallberg-Rassy-Segler bestätigt, den ich über Instagram kennengelernt habe.Der Westwind wird auf dem ersten Teil der Strecke von hinten kommen, und so bereiten wir schon vor Anker alles zum Ausbaumen vor. So können wir das Vorsegel aus der Abdeckung des Großsegels ziehen.So sieht die Sache dann beim Segeln aus. Ralf bringt noch den Bullenstander an, eine Leine, die verhindert, dass das Großsegel ungewollt auf die andere Seite schlägt.Mit Schiebestrom sind wir schnell unterwegs und erreichen Malin Head fast zu früh, aber alles geht gut. Die Landspitze selbst sieht eher harmlos aus.Für unsere nächste Kursänderung müssen wir Halsen, also mit dem Heck durch den Wind gehen. Wir machen das ganz kontrolliert, nehmen erst einmal das Vorsegel weg und bauen den Ausbaumer ab. Dann kommt das Großsegel auf die andere Seite und die Fock wird wieder gesetzt - erfreulicherweise ist ein Ausbaumer nun nicht mehr erforderlich und wir können die Leinen wieder verstauen. Hier löst Ralf den Softschäkel. Er ist bei Arbeiten außerhalb des Cockpits mit einer Leine gesichert.Wir fahren jetzt mit halben Wind durch den Inishtrahull Sound zwischen der gleichnamigen Insel und dem Festland. Hier wird der Strom noch einmal beschleunigt und mit ihm die Triton. Unsere rechnerische Höchstgeschwindigkeit ist knapp 7 Knoten (Seemeilen pro Stunde), aber jetzt surfen wir mit dem Strom die großen Wellen mit teilweise über 11 Knoten Fahrt herunter (oben rechts SOG)! Auf dem Plotter ist ebenfalls unsere Halse zu sehen.So sausen wir dahin, bis wir in Lough Foyle einbiegen können. Hier ist die Welle praktisch verschwunden und wir müssen wir die Segel ganz dichtholen. So gleiten wir entspannt am Leuchtturm Inishowen Head vorbei (siehe auch Titelbild).Wir bekommen noch einen Platz am Schwimmsteg im Hafen von Greencastle und zwei deutsche Segler, die auch mit einer Hallberg Rassy unterwegs sind, nehmen uns die Leinen ab. Wir sind froh, dass die Fahrt so gut geklappt hat und wir hier den Starkwind abwettern können. Auf Marine Traffic können wir (und ihr) unseren Kurs verfolgen und es ist gut zu sehen, welche Buchten wir jetzt leider nicht besuchen konnten.
Montag, 1. Juli 2024
Tag 42 - Aran Road-Sheep Haven: Viele Ecken
Heute wechseln wir von der irischen Westküste zur irischen Nordküste und das bedeutet natürlich, dass wir die Nordwest-Ecke von Irland umsegeln, die auch noch den vielversprechenden Namen "Bloody Foreland" trägt. Zusätzlich fahren wir noch durch den "Owey Sound" eine enge Passage zwischen zwei Inseln (siehe auch Titelbild).Wir umrunden außerdem noch diverse andere "Ecken". Da sind z.B. die Inseln Gola, Inishsirrer und Inishdooey und zum Abschluss noch "Horn Head", bevor wir in unsere Bucht abbiegen können.Bloody Foreland stellt sich dann als relativ harmlos heraus, da es an der Küste recht flach und eher rund ist. Nur im Hintergrund erhebt sich der "Bloody Foreland Hill". Ralf liegt so komisch im Cockpit, weil er gerade an den Leinen der Windselbsteueranlage zur Kurskorrektur zieht.Wir haben wieder reichlich Wind und so kommen wir schnell voran. In der von uns ausgesuchten Bucht gibt es keine Visitor-Moorings und so werfen wir Anker. Auch hier sind wir das einzige Boot weit und breit. Es gibt aber Leben an Land, denn dort ist ein kleiner Ort und ein sehr schöner langer Strand, der gut besucht aussieht. Wir machen es uns gemütlich und profitieren vom guten und schnellen Internet. Ich werde gefragt, wo wir eigentlich an Bord schlafen, duschen und fernsehen. Die Frage nach dem Fernsehen ist schnell beantwortet: wir schauen auch daheim kaum TV, bestenfalls Serien und Filme auf Netflix. Hier kommen wir noch nicht einmal dazu. Wenn wir etwas sehen wollen, z.B. die deutschen EM-Spiele, dann nehmen wir das Tablet. Duschen könnten wir - wie schon erzählt - mit einem Schlauch draußen auf dem Achterdeck. Das machen wir aber bei den Temperaturen in Irland eher nicht... Hier ein paar Bilder von Bett, Kartentisch, Küche und Bad. Im Prinzip ist ein Fahrtenboot ein Wohnmobil mit Mast.Abends setzt Ralf noch vorne einen Kettenfanghaken, damit die Ankerwinde entlastet wird und die Kette weniger Geräusche macht. Morgen wollen wir zwei Buchten weiter nach Lough Swilly.
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