Freitag, 30. August 2019

Tag 115 - Workum: Winterlager

Gestern haben wir das Boot weitgehend leer geräumt, heute wird dann noch das Bettzeug zusammengepackt und verladen. Glücklicherweise passt alles in Auto und Anhänger. Jetzt haben wir Platz, um zu putzen und dann wird die TRITON aus dem Wasser gehoben und darf für den Winter in ihre gemütliche Halle. Auch der Mast wird verstaut.
Wir haben noch ein nettes Missverständnis mit unsrem Segelmacher, der im Urlaub ist, aber trotzdem Lust hat, die Maße für unsere neue Kuchenbude zu nehmen. Er mein: "Ich bin in Makkum und fahre in einer halben Stunde los!". Nun ist Makkum ca. 12 km entfernt, und wir rechnen in 45 Minuten mit ihm... aber er kommt und kommt nicht. Irgendwann wird uns klar, dass er ja auch Segler ist und um Urlaub mit dem Boot unterwegs ist, was ca. zwei Stunden dauert... Wir machen also erst einmal Mittagspause und als wir zurückkommen, liegt er tatsächlich im Hafen. Dadurch verschiebt sich unsere Abfahrt, aber wir sind trotzdem noch rechtzeitig zum Abendessen bei unseren Freunden in Dinslaken und bekommen ein köstliches Abendessen.
Bis wir dann daheim sind, ist es fast 2:00 Uhr und wir fallen erst einmal ins Bett - das war ein langer Tag. Wenn wir uns etwas eingewöhnt haben, werde ich noch eine Zusammenfassung schreiben.

Donnerstag, 29. August 2019

Tag 114 - Workum: Alles muss raus!

Es ist in der Seefahrt üblich, die Nationalflagge des besuchten Landes unter der Steuerbordsaling zu führen, eventuell noch zusammen mit der gelben Flagge "Q", die anzeigt, dass wir einklarieren wollen. Wenn ein Schiff von großer Fahrt zurückkehrt, dürfen die Flaggen aller besuchten Länder gezeigt werden. In unserem Fall sind das: Niederlande, Belgien, United Kingdom, Spanien, Portugal, Kanarische Inseln, Barbados, St. Lucia, Martinique (französische Flagge), Dominica, Grenada, St. Vincent und die Grenadinen, (Guadeoupe=französisch), Antigua, (St. Barths=französisch), St. Martin, US-Jungferninseln, Britische Jungferninseln, USA, Azoren (UK, Frankreich, Niederlande). Ich muss mich mit dem Foto beeilen, denn der Mast muss abgenommen werden.
Paul und Ralf arbeiten an Deck und verpacken den Mast während ich drinnen alles verpacke, was wir glaubten, mitnehmen zu müssen und was in den 18 Monaten auf dem Schiff noch so dazugekommen ist - ganz erstaunliche Mengen! Wir unterbrechen die Arbeit nur, um noch die letzten frischen Sachen zu essen und später für eine kurze Kaffee-Pause. Dann bekommt der Motor noch einen Eimer Frostschutzmittel in den äußeren Kühlkreislauf.
Erfreulicherweise haben wir fast alle Vorräte verbraucht und nur eine kleine Kiste mit Lebensmittel ist übrig geblieben und wir nach hause mitgenommen.
Nachdem wir wirklich fast alles vom Schiff geräumt haben - viele Dinge waren für die lange Reise wichtig, werden aber für die geplanten Sommertörns in Europa nicht mehr gebraucht - schaut die TRITON deutlich weiter aus dem Wasser.
Wir gehen alle unter die Dusche und dann nach Workum "downtown" zum Pizza essen. Wir haben ja jetzt das Auto und kennen uns gut aus, denn wir waren regelmäßig zum Winterlager hier.
Ralf und Paul informieren sich noch über die angesagte "Men's Fashion" und dann geht es zurück zum Schiff. Morgen noch die Übernachtung-Sachen von Schiff räumen, putzen, TRITON aus dem Wasser holen und dann geht es Richtung Heimat.

Mittwoch, 28. August 2019

Tag 113 - Andijk-Workum: Wir haben es geschafft!

Am 4. Juli 2017 sind wir mit Sack und Pack in Workum angekommen und haben die TRITON für unsere geplante Reise ausgerüstet. Heute sind wir wieder gut gelandet - es fühlt sich noch ganz unwirklich an, dass wir es wirklich geschafft haben und alle heil und gesund wieder hier sind! Der letzte Segeltag verlief ganz undramatisch. Leider half selbst das Fernglas nix bei der Suche nach etwas stärkerem Wind.
Also blieb uns nur, das Beste aus der Situation zu machen, und einfach wieder die Füße hochzulegen, während das Boot im Navigations-Modus die Kurslinie abfährt.
Kurz vor dem Ziel beginnen wir dann schon, die Segel abzuschlagen und für das Winterlager zusammenzulegen.
Im Kanal nach Workum hinein wird dann auch noch das Groß heruntergenommen. Wir sind sehr zufrieden mit den Segeln der Firma Hyde, die wir für die Reise neu gekauft hatten und die auch nach fast 14.000 sm noch hervorragend aussehen.
Und dann sehen wir wieder unseren vertrauten Hafen - schön! Morgen werden wir dann Putzen und Packen - alles muss raus... Paul hat nicht nur das Auto, sondern auch den Anhänger mitgebracht. Ralf macht noch den Ölwechsel, solange der Motor noch warm ist.
Es ist ganz eigenartig, wenn so ein Lebenstraum sich erfüllt hat. Eine größere Segelreise ist ein Thema, dass schon seit Teenager-Zeiten in unseren Köpfen herumspukte... Daheim haben wir mehrere Regalmeter Bücher über Weltumsegelungen und andere Abenteuer per Boot. Und nun haben wir einige der Orte gesehen, von denen wir in diesen Büchern gelesen haben... Ich bin froh und dankbar, dass wir uns so gut verstanden haben, dass es keine Probleme mit dem Boot gab, dass alles wie geplant geklappt hat und dass wir so viele Mensche und Länder kennenlernen durften! Ich kann nur jeden ermutigen, auf eine längere Reise zu gehen - es erweitert in verschiedener Weise den Horizon - es muss ja nicht unbedingt mit dem Boot sein...

Dienstag, 27. August 2019

Tag 112 - Enkuizen-Andijk: Die Entdeckung der Langsamkeit

Unser "Innenlieger" will um 10:00 Uhr auslaufen und so fahren wir in eine freigewordene Box. Wir bleiben noch etwas hier: 1. weil wir auf den Nachmittagswind hoffen und 2. weil wir noch einkaufen wollen. Gut ausgerüstet machen wir uns gegen Mittag auf den Weg und nehmen Abschied von Enkhuizen - dabei können wir den Drommedaren jetzt auch bei Tag in voller Schönheit sehen.
Heute sieht es allerdings mit dem Wind noch schlechter aus als gestern und daher beschließen wir, nur ein kleines Stück um die Ecke nach Andijk zu fahren. Wir setzen trotzdem Segel, spannen das Sonnendach auf, legen die Füße hoch und treiben ganz langsam durch das IJsselmeer.
Die Segel haben auch den Vorteil, dass dadurch Schattenplätze an Deck entstehen, auf denen es sich gut entspannen lässt...
Wir sind nicht die einzigen, die es bei fast ganz glattem Wasser mit Segeln versuchen und wir schaffen es tatsächlich, die 8 sm bis nach Andijk in knapp fünf Stunden zurückzulegen.
Auch heute benötigen wir wieder keinen Motor zum Ankern und kaum liegen wir fest, sind wir auch schon alle im Wasser - sehr erfrischend. Wir lassen unsere nassen Sachen an der Reling trocknen und essen Kartoffeln mit Quark zum Abendessen.
Damit wollte ich eigentlich das Blog beenden, aber schon gestern hatte nachts ein Gewitter gegeben und wir liegen extra in der Nähe eines Hafens, damit wir im Zweifelsfall dort einlaufen können. Am Horizont beginnt es zu wetterleuchten und ich spreche das Thema an - vielleicht ist es besser, mit dem letzten Licht noch nach Andijk zu fahren. Die Entscheidung wird uns erleichtert, als ein Boot der hollandischen Küstenwacht kommt und uns vor möglichen Unwettern warnt.
Nun liegen wir also gut festgebunden im Hafen und können einem eventuellen Gewitter gelassen entgegen sehen. Morgen ist schon unser letzten Segeltag für den Schlag über das IJsselmeer nach Workum!

Montag, 26. August 2019

Tag 111 - Hoorn-Enkhuizen: Die letzte Schleuse

Wir beginnen den Tag wieder mit einem Sprung ins angenehm kühle Wasser. Besonders nett ist, dass es sich sogar um Süßwasser handelt. Danach gibt es gemütliches Frühstück, während wir warten, dass sich der thermische Wind entwickelt. Am frühen Nachmittag ist es dann soweit, wir ziehen einfach am Ankerplatz die Segel hoch und fahren los.
Danach können wir uns dann entspannen und die ruhige Fahrt genießen. Wir haben glattes Wasser und die TRITON gleitet einfach dahin. Hier gibt es keine Tide, keinen Strömungen und nur ein paar flache Stellen und Segler, auf die wir aufpassen müssen.
Wir denken zunächst, dass wir kreuzen müssen, aber erfeulicherweise dreht der Wind immer weiter und wir kommen in einem Bogen immer näher zu unserem Ziel (siehe grüne Linie).
Schließlich benötigen wir nur eine Wende, um die Schleuse vor Enkhuizen zu erreichen. Wir fahren jetzt aus dem Markermeer (Meer=See) ins IJsselmeer - unsere letzte Schleuse für diese Saison.
Mit Enkhuizen verbinden wir viele Erinnerungen. Hier waren wir schon 2011 mit der Dyas von Medemblick aus, als wir dort Regatta gesegelt haben: Klick und 2012 um den ältesten Sohn abzusetzen: Klick, Wir fahren in den Buitenhaven, wo wir im Päckhen neben einem klassischen holländischen Schiff festmachen. Die Eigner sind Holländer, die in Australien leben und im Sommer einige Zeit hier verbringen. Wir beschließen, unser durch Ankern erspartes Liegegeld für das Abendessen heute zu verwenden und laufen um den hübschen Hafen in das nette Städtchen.
Es ist ein warme Abend und wir sitzen wunderschön draußen mit Blick auf das "Drommedaris" das früher als Wehrtor den Eingang des Hafens beschützte. Das essen ist thailändisch und teuer aber lecker und zum Abschluss gibt es auch noch ein Eis. Wieder ein sehr schöner Tag!