Einige der Segler, die wir auf dem ersten Teil unserer Reise kennengelernt haben, meinen es wirklich ernst mit dem Segeln und haben Haus und Hof verkauft um dauerhaft an Bord zu leben. Wir hatten von Anfang an geplant, nach 14 Monaten auf dem Boot den Winter wieder zu Hause zu verbringen. Das Leben auf der TRITON und die Fahrt insgesamt mit den vielen tollen Orten und Menschen, die wir kennengelernt haben, hat uns großen Spaß gemacht. Wir sind SEHR froh, dass wir uns entschieden haben, loszusegeln. Aber es war auch sehr schön, wieder daheim zu sein.
Ich hatte mir ja vorgenommen, "die eigene Heimat wie ein Tourist zu entdecken und die Beziehungen zu lieben Menschen zu pflegen" (siehe Zusammenfassung). Das mit der touristischen Erkundung hat nicht so wirklich funktioniert. Wir waren haben zwar ein paar Ausflüge gemacht und waren in einigen Konzerten und auch im Museum, aber insgesamt haben die alltäglichen Pflichten doch zu viel Raum eingenommen. Aber es ist gelungen, mich mit guten Freunden und Familie bewusst und häufig zu treffen, auch in 1:1 Gesprächen - das war gut und wichtig!
Das Leben auf dem Schiff ist kein Urlaub, denn anders als bei wenigen Wochen Ferien, haben wir ja weiter alltägliche Verpflichtungen wie Einkaufen, Kochen, Waschen, Putzen, (was meist länger dauert als an Land), Verwaltung von Versicherungen, Finanzen, Steuern, Reparaturen am Schiff, Termin- und Reiseplanung, Fotos bearbeiten, bloggen, navigieren, das Schiff fortbewegen, Segel hoch, runter, Beibot rein, raus, Wache schieben etc. Der große Unterschied zum Leben an Land besteht für mich darin, dass wir selbst entscheiden, wann wir was machen wollen und wir uns die Zeit relativ frei einteilen können.
Im Gegensatz zum linearen, selbstbestimmten Leben an Bord war das Heimkommen dann erst einmal ein Schock: es war laut, voll mit schlechter Luft und vor allem sehr fremdbestimmt und komplex. Jedem Menge Menschen, Behörden, Institutionen wollen etwas von uns und erwarten eine schnelle Reaktion... So hat an Land dann relativ schnell wieder der Alltag eingesetzt. Viel Liegengebliebenes wie Steuererklärungen und Nebenkostenabrechnungen mussten bearbeitet werden und es war kein Mangel an neuen Aufgaben.
Gerade die letzten Wochen haben wir wieder intensiv mit Vorbereitungen verbracht - und damit meine ich nicht nur Vorbereitungen für die Reise, sondern insbesondere die Organisation, die uns daheim so überflüssig wie möglich machen soll. Insgesamt arbeiten wir daran, uns zu verkleinern: weniger Newsletter, Abonnements, laufende Zahlungen, weniger Kleidung, Bücher, Gegenstände überhaupt, weniger Verpflichtungen und Aufgaben. Das gibt dann den Freiraum, sich auf die wichtigen Themen einzulassen.
In meinem Fall möchte ich mich von Dingen, die ich nicht benutze trennen, Personen, die mir nicht gut tun "weiträumig umfahren" und gewonnene Zeit dazu nutzen, die Beziehungen mit Menschen, die mir am Herzen liegen zu pflegen.
Posts mit dem Label 2018 werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label 2018 werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Mittwoch, 8. Mai 2019
Freitag, 7. September 2018
Zusammenfassung Reise 2017/2018
Eine wunderbare Reise, noch besser, als ich es mir vorgestellt
hatte. Wir haben unglaublich viel gesehen, erfahren, ersegelt, erlebt und
gelernt. Ich bin froh, glücklich und dankbar, dass alles so gut geklappt hat
und dass wir uns so gut verstanden haben.
Vor der Fahrt hatte wir uns Gedanken gemacht, was alles
passieren könnte und entsprechnde Ausrüstung besorgt, die wir erfreulicherweise
nicht gebraucht haben:
- Keine Stürme, zweites Vorstag und Sturmfock wurden nicht benutzt
- Keine Kranheiten, zwei Kisten Medikamente wurden nicht angefasst, nur Fenestil gegen juckende Insektenstiche und meine Rheuma-Mittel habe ich verwendet
- Keine Unfälle, nur kleine Kratzer und Schnitte, Nähzeug etc. blieb im Koffer
- Kein Ausfall von notwendiger Ausrüstung, alle Reparaturen konnten mit Bordmitteln erledigt werden
- Keine Kriminalität, kein Diebstahl oder gar Raub, im Gegenteil, Ralfs verlorenes Portemonnaie wurde zurückgegeben
Wir haben aber auch erkannt, dass wir auf keinen Fall – wie einige
unserer Segelfreunde – alle Brücken hinter uns abbrechen und ganz aufs Boot
ziehen wollen. Dazu sind wir mit vier Eltern, drei Kinder, zwei Jobs und einem
Kater – nicht zu reden von vielen Freunden – doch viel zu sehr verwurzelt in
Deutschland.
Größere Strecken segeln, an Bord leben, neue Menschen kennenzulernen
und neue Orte zu entdecken macht uns viel Freude. Wir wollen daher versuchen –
solange das familiär, gesundheitlich und finanziell möglich ist – im Sommer
drei bis vier Monate auf dem Boot zu verbringen und uns in den anderen acht Monaten
um Familie, Freunde und Aufgaben an Land zu kümmern.
Klar ist aber auch, dass wir hier nicht mehr genauso weitermachen
wollen wie vorher. Gerade durch meine Krankheit (und sicher auch durch
allgemeines Altern und die Nebenwirkungen der Medikamente) muss ich mir meine Kräfte
einteilen und Prioritäten setzten. Ich habe mir vorgenommen, die eingene Heimat
wie ein Tourist zu entdecken und ganz besonders die Beziehungen zu lieben
Menschen zu pflegen.
Für jedem Monat und die Atlantiküberquerung gibt es Zusammenfassungen: Klick
Alle 100 Tage haben Ralf und ich unabhängig voneinander
einen Fragebogen ausgefüllt: Klick
Noch etwas Statistik:
Seemeilen
|
9.235
|
Motorstunden
|
411 (ca. 1.200 sm = 13
%)
|
Segeltage
|
192 (45 %)
|
Nächte auf See
|
51
|
Liegetage
|
237 (55 %)
|
Liegeplätze
|
130
|
Länder
|
15
Niederlande, Belgien,
UK, Spanien, Portugal, Barbados, Grenada, St. Vincent and the Grenadines, St.
Lucia, Dominica, Antigua and Barbuda, US-Virgin Islands, British Virgin
Islands, Bermuda, USA
|
Bundesstaaten USA
|
11
North Carolina, Virginia,
Maryland, Delaware, New Jersey, New York, Connecticut, Rhode Island, Massachusetts,
New Hampshire, Maine
|
Inseln
|
44
England, Isle of
Wright, Ilsa Ons, Isla Cies, Porto Santo, Madeira, Lanzarote, Fuerteventura, Gran
Canaria, Teneriffa, Barbados, St. Lucia, Martinique, Dominica, Grenada, Carriacou,
Union Island, Tobago Cays, Canouan, Bequia, Guadeloupe, Ilet du Gosier, Les
Saintes, Pigeon Island, Antigua, St. Barts, St. Martin, St. Croix, Buck
Island, St. John, St. Thomas, Jost van Dyke, Virgin Gorda, Anegada, Bermuda, Delmarva
(Halbinsel), Tilghman Island (Chesapeake Bay), Manhattan, Sheffield Island
(Long Island Sound), Fishers Island, Block Island, Martha's Vinyard, Nantucket,
Gallops Island
|
Tag 430 - Baltimore-Griesheim: Wieder daheim!
Für die innere Uhr ist es noch mitten in der Nacht, als wir zum
Frühstück geweckt werden, aber in Deutschland ist es natürlich schon sechs
Stunden später. Nach der Ankunft läuft alles rund, wir bekommen flott unser Gepäck,
sind beeindruckt von der elektronischen Pass- und Personenkontrolle und werden
herzlich von Paul und Petra mit Luftballons und Sekt begrüßt.
Daheim erwarten uns Kartoffelsalat, heiße Fleischwurst und
gefüllte Eier á la Hildegard – ein Gedicht. Nach zwei Stunden Mittagsschlaf
sind wir dann in der Lage, auch noch Apfel- und Zwetschgenstreusel zusammen mit
meinen Eltern zu essen. An dieser Stelle herzlichen Dank an unser Dreamteam
daheim, ohne dass unsere Reise nicht möglich gewesen wäre: Tina, Hildegard,
Philipp, Paul, Leonie, Max und Lukas. Sie haben sich einzeln und gemeinsam um Buchhaltung,
Vermietung, Gelände, Verwaltung, Post, Wohnung und Kater gekümmert. DANKE!!!
Wir sind auch ganz gerührt von Geschenken, die uns hier erwarten
(auch an Äpfel für Ralf wurde gedacht, er war schon ganz schwach vor Entzug) –
wie lieb von euch Carola, Günter, Karina und Anna! Beim Auspacken unserer Taschen
finden wir in einer eine Notiz der „Transportation Security Administration“:
die Tasche wurde nicht nur durchleuchtet, sondern auch tatsächlich ausgepackt
und durchsucht. Offensichtlich gab es einen Verdacht auf Sprengstoff. Ich habe
nachgelesen und gehe davon aus, dass die Segelhandbücher, die wir zum Verkaufen
mitgenommen haben, der Grund dafür sind.
Neben Essen, Reden, Auspacken und alle in (oder im Fall von Diego
auf) den Arm nehmen, haben wir uns auch noch in die Badewanne gelegt – sehr schön
und sehr nötig. Nun sind wir die Strecke, die wir in 14 Monaten gesegelt sind,
in 14 Stunden zurückgeflogen – es fühlt sich noch ganz unwirklich an. Sicher
werden wir eine Weile brauchen, bis wir die ganzen Eindrücke der Reise
verarbeitet haben. Ich bin wirklich froh, dass ich es geschafft habe,
regelmäßig zu bloggen und so noch einmal nachlesen kann. Ich weiß noch gar
nicht, was ich jetzt mit meinen freien Abenden machen soll, wenn ich keine
Fotos mehr sortiere und bearbeite, Hintergrund-Informationen recherchiere und
meinen Bericht schreibe… Auf jeden Fall kommt noch eine Gesamtübersicht :).
Donnerstag, 6. September 2018
Tag 429 - Dennis-Baltimore: Abschied von der TRITON
Ich bin es ja schon gewöhnt, an meinem Geburtstag auf der
TRITON, die an Land steht, aufzuwachen. Letztes Jahr waren wir in Talaminhos in
der Nähe von Lissabon, um das Wellenlager auszutauschen. An Land bedeutet hoch
und trocken, also keine Toilette und auch das Wasser haben wir gestern schon
abgelassen. Zum Glück gibt es diesmal keine Hunde, die uns am Verlassen des
Schiffs hindern… So steht der Morgenhygiene nichts im Weg. Wir räumen noch eine
Menge Kleinigkeiten weg und auf und bauen die Kuchenbude über das Cockpit. Dann
gibt es ein stärkendes Frühstück im netten Café.
Bis auf das Problem mit den Gezeiten haben wir uns wieder
eine Marina nach unserem Geschmack ausgesucht. Ein Familienunternehmen mit sehr
netten Mitarbeitern, die einen guten Job mit der TRITON gemacht haben. In
großen Unternehmen ist es oft nicht erlaubt, selbst am Boot zu arbeiten oder
auf dem Boot an Land zu schlafen, aber hier ist das alles kein Problem. Alle
sind sehr hilfsbereit, versprechen, sich gut um die Lady zu kümmern und die von
uns ausgesuchten Arbeiten bis nächsten Mai zu erledigen, wenn wir wieder zurück
sein wollen. Beruhigt bestellen wir ein Uber-Taxi, das uns zum Bus nach Hyannis
bringt.
Wir kommen rechtzeitig an und können in zwei Stunden direkt
bis zum Logan-Airport in Boston fahren. Eine sehr gute Verbindung zum günstigen
Preis! Die nächste Hürde ist das Einchecken des Gepäcks, denn das ist viel zu
schwer… Aber offensichtlich interessiert das keinen und die Taschen sollen
direkt nach Frankfurt gehen. Auf zur Sicherheitskontrolle – sehr sorgfältig und
wir werden mehrmals zurückgerufen, um wirklich alle elektronischen Geräte
auszupacken (Laptop, 2x Tablet, 2x Kindle-Reader, 2x Smartphone, Kameras etc.),
aber auch das überstehen wir gut. Wir fliegen zunächst nach Boston, mit der
Fluglinie JetBlue, von der ich noch nie gehört habe.
Der Flieger ist aber prima ausgestattet mit viel
Beinfreiheit und für jeden einen eigenen Bildschirm. Das nutzt aber nichts,
wenn das Headset des Piloten nicht funktioniert und es eine Ewigkeit dauert, bis
er Ersatz bekommt. Nun ist natürlich unser Startplatz weg und wir müssen
Schlange stehen. Der Pilot murmelt etwas von 19 anderen Flugzeugen vor uns… Wir
beginnen uns Gedanken über unseren Anschlussflug zu machen und Ralf träumt
schon von einem komfortablen Hotelzimmer in Baltimore…
Aber daraus wird nix, denn nachdem wir im Laufschritt (soweit
mir das möglich ist) zum maximal weit entfernten Gate für den Weiterflug gehetzt
sind, stellt sich heraus, dass dieser Flug eher noch mehr Verspätung hat. Wir
kommen mit einem netten jungen Mann ins Gespräch, ein deutscher
Biochemiker, der mehrere Jahre am MIT unterrichtet hat. Da wir es gerade besichtigt
haben gibt es sofort ein gemeinsames Thema. Schließlich werden wir an Bord
gelassen, aber die Warterei geht weiter. Ich setze einfach die rosarote Brille
auf und denke daran, dass Ralf und ich uns heute vor 41 Jahren in der Schule
kennengelernt haben…
Eigentlich sollten wir mit Condor fliegen, doch letzte Woche
habe ich ein Mail bekommen, dass der Flug von Air Europe durchgeführt wird,
einer spanischen Airline, die wohl neuerdings mit Conder zusammenarbeitet.
Jedenfalls ist die Maschine ziemlich schmutzig und die Sitze so eng, dass gefühlt
selbst Hühner in der Legebatterie mehr Platz haben. Ralf formuliert das so:
Aber dann heben wir doch ab, das Abendessen (gar nicht so
schlecht) wird gebracht und wir finden sogar ein paar Stunden unbequemen Schlaf.
Spoileralarm: entgegen Ralfs Befüchtungen müssen wir auch nicht in Grönland
oder Island notlanden und gegen die Kälte gibt es eine Decke.
Labels:
2018,
Ausrüstung,
Massachusetts,
Sabbatical,
Triton,
USA
Mittwoch, 5. September 2018
Tag 428 - Nobscusset Point-Dennis: Endspurt
Bei Sonnenaufgang sind wir am Start, holen den Anker hoch
und fahren das kurze Stück zu unserer Marina. Über die Tiefe der Einfahrt haben
wir widersprüchliche Angaben aus verschiedenen Büchern, Karten und online:
zwischen 30 cm und 1,80 m…
Wir gehen kein Risiko ein und fahren bei Hochwasser zunächst nur bis an die Tankstelle, wo wir um kurz nach 7:00 Uhr ankommen und noch das Groß herunternehmen und zusammenlegen und Ausbaumer, Baumniederholer und Baum abbauen.
Wir tanken voll und dann sind auch schon Matt, George und Dan da, um die TRITON aus dem Wasser zu holen. Aber zuerst muss der Mast runter. Dazu kommt ein großer Gabelstapler und ein Seil wird unter die Salinge gezogen (das sind die Dinger, die rechts und links am Mast abstehen). Dann müssen alle Wanten (Stahlseile rechts und links) und Stagen (Stahlseile vorne und hinten) gelöst werden. Das Vorstag weigert sich erst, aber Ralf kann es dann doch überreden. Und jetzt geht es ganz schnell und der Mast liegt an Land.
Danach ist die TRITON an der Reihe und sie wird mit einem Travellift herausgehoben. Wichtig ist dabei, die Gurte an der richtigen Stelle zu haben, aber das klappt gleich beim ersten Versuch und um kurz nach 9:00 Uhr stehen wir an Land. Gut so, denn das Wasser wird schnell weniger… Wir sind gespannt, wie das Unterwasserschiff aussieht, denn wir haben immer noch das erste Antifouling drauf. Unterwegs ist der Rumpf 2x gesäubert worden, einmal von einem Taucher in den BVIs und einmal von Ralf in Bermuda. Soweit ist alles OK, nur der Propeller (der mit einer anderen Farbe gestrichen ist), ist in schlechtem Zustand. Kein Wunder, dass das Schiff nicht mehr so flott los fuhr…
Wir gehen erst einmal frühstücken und ein Mitarbeiter der Marina reinigt das Unterwasserschiff. Dann werden wir auf unseren Platz gefahren. Die Marina beherbergt viele Motorboote, die in Hochregallagern verstaut sind (deswegen auch der große Gabelstapler). Wir stehen erst einmal draußen, aber aber die Chance auf einen Hallenplatz, wenn nicht alle Stammkunden kommen.
Dann geht die Arbeit richtig los. Hier wird es im Winter sehr kalt und so überlegen wir, was an Bord gefrieren, platzen oder sonstigen Ärger machen könnte. Restliche Getränke verschenken wir, Lebensmittel werden so gestaut, dass Auslaufen kein Problem ist. Auch Creme und Kosmetika werden gut verpackt. Die Medikamente sehe ich durch und wir hoffen, dass wir eine kleine Kiste mit Salben und Tropfen im Büro abgeben können. Ralf zieht Frostschutzmittel in die Systeme von Kühlschrank und Motor und wir machen uns daran, den alle Leinen und Stahlseile am Mast zu sichern. Wichtig ist, dass Edelstahl nicht auf Alu trifft (Elektrolyse), und dass für den Transport nichts lose ist, also wird alles mit Pappe umwickelt und an den Maststufen befestigt.
Nachdem wir Lebensmittel, Kosmetik und Medikamente sortiert haben, ist jetzt noch Papierkram und Elektronik an der Reihe. Und dann kommt die Preisfrage, ob wir das ganze Zeug, das wir mitnehmen wollen, in unseren Rucksäcken unterbringen können… Ich drucke alle Fahrkarten (Bus) und Flugscheine aus und checke, was in welchen Gepäckstücken verstaut werden darf. Wir haben keine Waage, die 23 kg wiegt kann (Maximum), aber ich denke mal, die Taschen sind zu schwer und das Handgepäck auch… Von der ganzen Arbeit sind wir hungrig geworden, gut dass es hier in der Marina ein Café gibt…
Jetzt nur noch das Rest-Chaos beseitigen, Spülen, Duschen, Fotos bearbeiten, Bloggen, Belege ins Logbuch kleben, Tankwasser ablassen, Checklisten prüfen, Zeitplan für morgen überlegen… Wir sind gut beschäftigt und kommen gar nicht dazu über das Ende unserer Zeit nachzudenken… Bei mir sind es sicher gemischte Gefühle, ein lachendes und ein weinendes Auge. Ich hätte problemlos noch weiter Zeit mit Ralf auf dem Boot verbringen können und in dem Revier hier gäbe es noch viel zu sehen. Aber ich freue mich auch sehr auf Familie, Freunde und Kater!
Wir gehen kein Risiko ein und fahren bei Hochwasser zunächst nur bis an die Tankstelle, wo wir um kurz nach 7:00 Uhr ankommen und noch das Groß herunternehmen und zusammenlegen und Ausbaumer, Baumniederholer und Baum abbauen.
Wir tanken voll und dann sind auch schon Matt, George und Dan da, um die TRITON aus dem Wasser zu holen. Aber zuerst muss der Mast runter. Dazu kommt ein großer Gabelstapler und ein Seil wird unter die Salinge gezogen (das sind die Dinger, die rechts und links am Mast abstehen). Dann müssen alle Wanten (Stahlseile rechts und links) und Stagen (Stahlseile vorne und hinten) gelöst werden. Das Vorstag weigert sich erst, aber Ralf kann es dann doch überreden. Und jetzt geht es ganz schnell und der Mast liegt an Land.
Danach ist die TRITON an der Reihe und sie wird mit einem Travellift herausgehoben. Wichtig ist dabei, die Gurte an der richtigen Stelle zu haben, aber das klappt gleich beim ersten Versuch und um kurz nach 9:00 Uhr stehen wir an Land. Gut so, denn das Wasser wird schnell weniger… Wir sind gespannt, wie das Unterwasserschiff aussieht, denn wir haben immer noch das erste Antifouling drauf. Unterwegs ist der Rumpf 2x gesäubert worden, einmal von einem Taucher in den BVIs und einmal von Ralf in Bermuda. Soweit ist alles OK, nur der Propeller (der mit einer anderen Farbe gestrichen ist), ist in schlechtem Zustand. Kein Wunder, dass das Schiff nicht mehr so flott los fuhr…
Wir gehen erst einmal frühstücken und ein Mitarbeiter der Marina reinigt das Unterwasserschiff. Dann werden wir auf unseren Platz gefahren. Die Marina beherbergt viele Motorboote, die in Hochregallagern verstaut sind (deswegen auch der große Gabelstapler). Wir stehen erst einmal draußen, aber aber die Chance auf einen Hallenplatz, wenn nicht alle Stammkunden kommen.
Dann geht die Arbeit richtig los. Hier wird es im Winter sehr kalt und so überlegen wir, was an Bord gefrieren, platzen oder sonstigen Ärger machen könnte. Restliche Getränke verschenken wir, Lebensmittel werden so gestaut, dass Auslaufen kein Problem ist. Auch Creme und Kosmetika werden gut verpackt. Die Medikamente sehe ich durch und wir hoffen, dass wir eine kleine Kiste mit Salben und Tropfen im Büro abgeben können. Ralf zieht Frostschutzmittel in die Systeme von Kühlschrank und Motor und wir machen uns daran, den alle Leinen und Stahlseile am Mast zu sichern. Wichtig ist, dass Edelstahl nicht auf Alu trifft (Elektrolyse), und dass für den Transport nichts lose ist, also wird alles mit Pappe umwickelt und an den Maststufen befestigt.
Nachdem wir Lebensmittel, Kosmetik und Medikamente sortiert haben, ist jetzt noch Papierkram und Elektronik an der Reihe. Und dann kommt die Preisfrage, ob wir das ganze Zeug, das wir mitnehmen wollen, in unseren Rucksäcken unterbringen können… Ich drucke alle Fahrkarten (Bus) und Flugscheine aus und checke, was in welchen Gepäckstücken verstaut werden darf. Wir haben keine Waage, die 23 kg wiegt kann (Maximum), aber ich denke mal, die Taschen sind zu schwer und das Handgepäck auch… Von der ganzen Arbeit sind wir hungrig geworden, gut dass es hier in der Marina ein Café gibt…
Jetzt nur noch das Rest-Chaos beseitigen, Spülen, Duschen, Fotos bearbeiten, Bloggen, Belege ins Logbuch kleben, Tankwasser ablassen, Checklisten prüfen, Zeitplan für morgen überlegen… Wir sind gut beschäftigt und kommen gar nicht dazu über das Ende unserer Zeit nachzudenken… Bei mir sind es sicher gemischte Gefühle, ein lachendes und ein weinendes Auge. Ich hätte problemlos noch weiter Zeit mit Ralf auf dem Boot verbringen können und in dem Revier hier gäbe es noch viel zu sehen. Aber ich freue mich auch sehr auf Familie, Freunde und Kater!
Labels:
2018,
Alltag,
Ausrüstung,
Bordleben,
Massachusetts,
Sabbatical,
Triton,
USA
Dienstag, 4. September 2018
Tag 427 - Plymouth-Nobscusset Point: Letzter Segeltag
Heute ist Labor Day, ein nationaler Feiertag und alles, was
sich bewegen kann, ist auf dem Wasser unterwegs. Die Nacht war ruhig aber am
Vormittag fährt ein Motorboot nach dem anderen an uns vorbei und jedes macht Wellen.
Das wird auch nicht besser, als wir selbst losfahren – nun werden wir eben von
rechts und links im Fahrwasser überholt…
Aber dann sind wir im freien Wasser und jetzt wird es schön:
der Wind kommt optimal von der Seite, die Sonne scheint, es gibt kaum noch Wellen,
Sir Henry steuert, die TRITON läuft – wunderbar! Zunächst gibt es auch keine Hummerpötte
und wir treffen nur einen Angler. Wir haben solche Boote schon im Hafen gesehen
und nachgefragt: von der Konstruktion am Bug wird mit Harpunen Jagd auf Thunfische
gemacht, die wohl besonders im Frühjahr dicht unter der Wasseroberfläche
schwimmen.
Unser Ziel, die Northside Marina in Dennis, ist wegen
Labor Day voll belegt und auch der Stadthafen hat keinen Platz frei, daher
müssen wir draußen vor der Küste ankern. Bei der Ansteuerung nehmen wir gleich
die Fock herunter, anstatt sie nur aufzurollen – das ist das erste Mal seit Mai
2017! Wir sind mit unseren damals neu gekauften Segeln sehr zufrieden, sie
haben die Reise (über 9000 sm) prima überstanden.
Wir legen das Segeln noch möglichst kompakt zusammen und holen
auch schon das Dinghy aus dem Wasser, machen es sauber, lassen die Luft heraus und
stecken es in die Packtasche. Auch unter Deck wird noch einiges sinnvoll
verstaut. Morgen wollen wir mit erstem Licht und Hochwasser in die Marina und
die TRITON hoffentlich winterfertig machen.
Labels:
2018,
Ankern,
Ausrüstung,
Bordleben,
Dinghy,
Massachusetts,
Sabbatical,
Segeln,
Triton,
USA
Montag, 3. September 2018
Tag 426 - Plymouth: Putzen und Packen
So langsam geht unsere Reise dem Ende zu und wir müssen das
Schiff und uns winterlager- und reisfertig machen. Da es mit dem Flugzeug zurück
geht, bedeutet das, entscheiden, was an Bord bleibt und was mit nach hause
kommt. Damit ich in Ruhe räumen kann, beschließt Ralf, die Zeit zu nutzen und das
ganze Schiff mit „Antigilb“ abzuwaschen. Dabei wird er von den vielen vorbeifahenden
Booten ganz schön durchgeschaukelt.
Ich sortiere derweil alle Lebensmittel – nicht mehr viel da
von den Mengen, die wir mitgebracht haben. Insgesamt war die Planung richtig,
nur habe ich gelernt, dass es nicht sinnvoll ist, Lebensmittel mitzunehmen, die
wir auch daheim nicht essen. Dann ist da das Ölzeug, die Schwimmwesten und die
Schlafsäcke der Kinder, die ein dunkles und feuchtes Dasein im Vorschiff
geführt haben und die ich jetzt erst mal draußen zum Lüften aufhänge, bevor sie
dann für den Winter verstaut werden.
Auch meine Kleidung wird durchgeschaut und ich nehme eine
ganze Menge unbenutzt mit zurück, so habe ich z.B. die ganze Zeit nicht einmal
eine Jeans angehabt. Das hängt damit zusammen, dass wir praktisch nie in einer
Marina liegen und zum Dinghy fahren ist eine Hose, die sich mit Wasser vollsaugt
nicht geeignet. Wir verpacken unsere verschiedenen Kunstwerke suchen die Bücher
und Seekarten für die Karibik und die Kanaren heraus, die wir verkaufen wollen.
Es gibt ein bisschen Ärger mit dem Reißverschluss einer Reisetasche, aber mit
etwas Geduld, Pattex (Ralf) und Nähzeug (ich) bekommen wir das wieder hin.
Dann fahren wir nochmal an Land, denn keiner von uns hat
Lust zu kochen. Auch jetzt noch sind viele Boote unterwegs, die große Wellen
verursachen – gut dass wir wieder Ölhosen angezogen haben.
Im Hafen ist schöne
Abendstimmung und wir werden unseren Müll und das Altöl vom Ölwechsel los. Dann
essen wir noch wahrhaft riesige Pizza – das reicht auch noch für morgen,
wenn wir unseren letzten Schlag nach Dennis segeln wollen.
Labels:
2018,
Alltag,
Bordleben,
Dinghy,
Massachusetts,
Mooring,
Sabbatical,
Triton,
USA
Sonntag, 2. September 2018
Tag 425 - Plymouth: Reise in die Vergangenheit
Die Pilgerväter sind uns auf unseren Reisen nun schon öfter begegnet:
ein Nachbau ihres Schiffs, die MAYFLOWER, in Mystic Seaport, wo sie gerade für
die 400-Jahr-Feier restauriert wird und ihr Monument in Provincetown, wo sie
zuerst im November 1620 landeten. Bei unserer Reise rund England habe wir in
Plymouth gesehen, wo sie losgefahren sind und nun sind wir in „New Plymouth“,
wo sie ihre erste Siedlung hatten. Wir machen uns also mit dem Bus auf den Weg –
nicht so einfach, denn wir finden die Bushaltestelle auf unserer Straßenseite
nicht. Schließlich stellt sich heraus, dass der „Bus“ (der aussieht wie ein
Wohnmobil) auf Handzeichen hält…
Wir schaffen es, ihn anzuhalten und haben noch eine witzige
Fahrt mit sehr merkwürdigen Gestalten (einer trägt einen selbstgebauten
Mundschutz), die sich offensichtlich kennen, sich lebhaft unterhalten und über
die ausgestiegenen Passagiere lästern… So kommen wir gut und preisgünstig (ein
Dollar pro Person) in dem Museumsdorf „Plimoth Plantation“ an, frühstücken dort
gemütlich und besuchen als erstes das Indianerdorf, denn natürlich war die
Gegend auch schon vor Ankunft der Siedler bewohnt. Die warmen Monate
verbrachten die einzelnen Familien in kleinen Sommercamps am Wasser, fischten, jagten
und bauten Mais, Bohnen und Kürbisse an.
Im Winter lebten dann mehrere Familien zusammen in
Langhäusern, die stabiler gebaut und mit Baumrinde bedeckt waren. Hier im Museum
arbeiten verschiedene Native American und erklären uns die Lebensweise und die
einzelnen Gegenstände.
Alle Aspekte des Lebens werden gezeigt, es wird Essen
gekocht, vor Kontakt mit Händler in Tongefäßen, später dann auch mit einem
eisernen Kessel. Zum Fischfang wurden Netze geknüpft und Einbäume benutzt. In
den Wintermonaten wurden aufwendige Flechtarbeiten hergestellt. Nur 4-5 Stunden
am Tag wurde zum Erwerb des Lebensunterhalts benötigt.
Die Gegend um Plymouth wurde schon vor Ankunft der Siedler von
Weißen besucht, die mit den ansässigen Indianern handelten. Unter diesem
Vorwand wurde eine Gruppe von ihnen an Bord eines englischen Schiffes gelockt,
entführt und in Spanien als Sklaven verkauft. Einer der Entführten, Tisquantum
(oder Squanto) gelangte nach England, lernte die Sprache und kehrte wieder in
seine Heimat zurück. Durch von den Weißen eingeschleppte Krankheiten waren 90 –
95 % der Bewohner des Gebiets um Plymouth gestorben.
Als nun die Siedler in Plymouth landeten, fanden sie daher ein
verlassenes Indianerdorf vor, um das herum schon Land gerodet war und
entschieden sich, sich an dieser Stelle niederzulassen. Problematisch war, dass
durch Verzögerungen bei der Abfahrt in England (Schiff nicht seetüchtig, Reparatur,
Umkehr) und die Zeit in Provincetown die Jahreszeit schon sehr fortgeschritten
war. Im ersten Winter starb die Hälfte der rund 100 Siedler.
Hier im Museumsdorf wird die Vergangenheit liebevoll zum Leben
erweckt. Schauspieler übernehmen die Rollen von verschiedenen historischen
Personen. Auf der Mayflower waren neben den Separatisten, die England aus
religiösen Gründen verlassen hatten (zunächst in die Niederlande) auch eine
Gruppe von abenteuerlustigen Kaufleuten, die durch Handel Profite machen
wollten. Alle Darsteller erzählen interessant über die verschiedenen Sichtweisen
der unterschiedlichen Personen.
Nach dem harten ersten Winter gelang es den Siedlern, freundlichen
Kontakt mit den Indianern aufzunehmen, besonders hilfreich dabei war Tisqantum
mit seinen englischen Sprachkenntnissen. Von den Indianern lernten die Siedler
den Anbau von Mais und anderen Lebensmitteln, so dass die Ernte 1621 sehr gut
ausfiel und zusammen mit den Indianern beim ersten Erntedankfest (Thanksgiving)
gefeiert wurde. Nach und nach wurde für jede Familie ein Haus errichtet, dazu
noch ein Fort mit Versammlungsraum für die Gottesdienste.
Die Zeit vergeht wie im Flug, während wir uns unterhalten
und die verschiedenen Häuser und Gärten besuchen. Neben den beiden Dörfern gibt
es auch noch ein „Arts and Craft Center“ wo verschiedene Produkte hergestellt
und käuflich erworben werden können. Es gibt einen Künstler, der Federschmuck
herstellt, eine Werkstatt zur Produktion von Kerzen und Seife, eine Töpferei
und eine Bäckerei.
Das Mehl für die Brote wird selbst gemahlen und wir besuchen
auch noch eine (nachgebaute) Wassermühle. Wir haben Glück, denn samstags ist
Mahltag und wir können die Mühle im Einsatz bewundern.
Im Obergeschoss sind die beiden Mühlsteine und hier wird das
Mahlgut (in unserem Fall Mais) eingefüllt. Über einen intelligenten Mechanismus
kann der Abstand der beiden Steine eingestellt werden. Im Untergeschoss ist dann
das Getriebe: Ein Zahnrad wird 1:1 vom Wasserrad angetrieben und dann mit einer
Übersetzung zum Mühlstein umgelenkt. Zum Schluss wird dann noch der obere
Mühlstein abgehoben und gereinigt.
Der dritte Ausstellungsort wäre eigentlich der Nachbau der
MAYFLOWER, aber die ist ja in Mystic Seaport. Stattdessen gibt es noch eine
interaktive Information zu den verschiedenen Gruppen, die auf dem Schiff waren
(religiöse Separatisten, Kaufleute, Seeleute), aber eher auf Kinder ausgerichtet.
Auf dem Rückweg zur TRITON sehen wir dann noch die Schaluppe, die in
Einzelteilen mitgebracht wurde und die die Siedler zur Erkundung der Umgebung
benutzten.
Labels:
2018,
Ausflug,
Massachusetts,
Sabbatical,
Sightseeing,
Triton,
USA
Samstag, 1. September 2018
Zusammenfassung: August 2018
Statistik
Seemeilen: 350
Motorstunden: 25
Segeltage: 16
Nächte auf See: 1
Liegetage: 15
Liegeplätze: 13
Rhode Island: Newport (M)
Massachusetts: Martha’s
Vinyard (A), Nantucket (A) (M), Monument Beach (A), Provincetown (M)
Maine: York Harbor (M)
New Hampshire: Portsmouth
(M)
Massachusetts:
Newburyport, Rockport (A), Marblehead (M), Boston (A) (M), Gallops Island (A),
Plymouth (M)
Segeln und Wetter
Wieder ein Monat mit ganz überwiegen sonnigem Wetter und nur
ganz wenigen Regentagen. Die Temperaturen waren meist angenehm nur auf die
Hitzewelle in Boston mit weit über 30 Grad hätte ich gut verzichten können.
Bis auf den Cape Cod Canal und das kurze Stück von York Harbor
nach Portsmouth konnten wir alle Strecken gut segeln, teilweise mit Gegenwind,
manchmal sehr langsam oder nur unter Fock, aber immerhin. Wir haben versucht uns
so einzuteilen, dass der Strom mithilft und das hat gut geklappt. Es war gut,
in einem Sprung nach Maine zu segeln und uns dann auf dem Rückweg nur kurze
Strecken zu machen.
Boot und Ausrüstung
Wir sind jetzt auf dieser Reise über 9.000 sm mit der TRITON
gesegelt und insgesamt sehr zufrieden mit dem Boot un der Ausrüstung. Ein
ausgezeichnetes Blauwasserboot, gutmütig, kursstabil, sicher, kaum Spritzwasser,
weiche Bewegungen in der Welle, gute Seekojen, prima Schutz durch die Scheiben
und das feste Dach. Die Solarpanele und die Windselbststeueranlage haben sich
hervorragend bewährt.
Natürlich gab es auch in diesem Monat ein paar Reparaturen: die
Windselbststeueranlage drehte nicht richtig, der Kühlwasserpiepser am Motor, das
Licht im Bad, neue Batterien für das Bugstrahlruder… und ein neuer Enterhaken,
weil wir den schönen alten leider verloren haben. Mittlerweile läuft der neue
Plotter dank Adapterkabel, aber die neue Selbststeueranlage macht immer noch
Ärger. Eventuell müssen wir auch noch den Elektromotor austauschen.
Verpflegung/Versorgung
Immer gute Versorgungsmöglichkeiten mit großer Auswahl. Wir
wissen mittlerweile, dass es leckeren Käse etc. in der Delikatessenabteilung
gibt und dass die Supermärkte immer außerhalb liegen. Meistens kochen an Bord
und wechseln uns damit ab. An Land gibt es auf Ausflügen Kleinigkeiten wie
Sandwiches oder Burger, gerne auch was aus dem Deli, was wir dann auf einer
netten Bank essen. Diesmal hatten wir sogar ein paar mal mit Kaffee und Kuchen
Glück!
Crew
Auch im 14. Monat des 24/7 Zusammenlebens haben wir uns ganz
überwiegend sehr gut verstanden. An Bord sind wir ein eingespieltes Team mit
einer festen Aufgabenverteilung und die Abläufe laufen wie am Schnürchen.
Konfliktpotential gibt es machmal, wenn ich als „Sicherheitsbeauftragte“ auf
verschiedenen Maßnahmen bestehe. An Land haben wir ähnliche Interessen und sind
uns einig, was wir anschauen und unternehmen wollen. Blöde ist, dass ich nicht
mehr gut, schnell und weit laufen kann.
Sightseeing
Von Newport aus ist es nur ein Sprung auf die beiden Inseln Martha’s Vinyard und Nantucket, jede mit ihrem eigenen
Charme, wunderbar gepflegter Landschaft, Gärten und hübschen Häusern mit den
typischen silbergrauen Schindeln und weißen Aktzenten. Leider sind wir in der
Hauptsaison da und es ist uns etwas zu voll.
Dafür haben wir dann eine einsame Ankerbucht in der Buzzards
Bay und als Kontrast dann wieder pralles Leben in Provicetown. Die Mardi-Gras-Parade ist sicher eines der Highlights
unserer Reise! Von dort aus machen wir einen Sprung ins südliche Maine nach York Harbor, um einen kleinen Eindruck
von der so gelobten Gegend zu bekommen. Wirklich wunderschön, es erinnert uns
sehr an die schwedischen Schären. Einziger Nachteil: unzählige Hummerpötte…
Damit haben wir den nördlichsten Punkt an der Küste erreicht
und fahren in kleinen Etappen wieder nach Süden. Nach einem kurzen Abstecher in
Portsmouth, New Hampshire sind wir
wieder zurück in Massachusetts. Sehr gut gefällt uns Rockport, mit seinem malerischen Hafen und vielen kleinen Galerien.
Wir besuchen Marblehead für einen
Abstecher nach Salem (eher
enttäuschend) und sind ganz begeistert von Boston
mit seinen ganz unterschiedlichen Stadtvierteln. Besonders beeindruckt uns der
Besuch beim MIT.
Begegnungen
Nicht nur Natur und Kultur, sondern vor allem die
Begegnungen mit anderen Menschen macht diese Reise so besonders. Wir haben
immer noch über verschiedene Medien Kontakt mit Segelfreunden aus aller Welt. In
Boston haben wir die WILDERNESS wieder getroffen und schön zusammen
gefrühstückt. Dann sind da die verschiedenen, sehr unterschiedlichen,
UBER-Fahrer, die meist Interessantes zu erzählen haben, die Tour-Guides, die
oft ungewöhnliche Persönlichkeiten sind und andere Menschen, mit denen wir ins
Gespräch kommen („Did you really SAIL from Germany?“)
Fazit
Wir sind sehr froh, dass wir uns entschieden haben, nicht
diese Saison nach Hause zu segeln, sondern stattdessen die amerikanische Küste
zu erkunden. Besonders New England gefällt uns so gut – als erstes Revier seit
Kontinentaleuropa – dass wir uns gut vorstellen könnten, hier noch mindestens eine
weitere Saison zu verbringen… Wir haben nur einen kurzen Abstecher nach Maine
gemacht, aber das machte Lust auf mehr und weiter nach Norden Richtung Kanada.
Aber auch der Teil, den wir gesehen haben ist wunderbar mit
vielen Häfen, Buchten, Ankerplätzen, Inseln und interessanten Städten. Hier ist
für jeden etwas dabei: Einsamkeit und Trubel, tolle Landschaften aber auch jede
Art von Kultur und Geschichte. Genau die Mischung, die uns gut gefällt.
Labels:
2018,
Maine,
Massachusetts,
New Hampshire,
Sabbatical,
Triton,
USA,
Zusammenfassung
Tag 424 - Gallops Island-Plymouth: Nochmal richtig Segeln!
Nur heute haben wir eine Vorhersage mit Wind aus Nordost,
bevor er dann auf Ost und sogar auf Süd dreht, also wollen wir heute nach
Plymouth, das im Südosten von uns liegt. Wie so oft, fängt der Segeltag erst
einmal mühsam an: Gegenstrom, Wind von vorne, sehr unangenehme Wellen,
Hummerpötte… und das an Ralfs Geburtstag!
So nach und nach wird die Situation aber immer besser. Wir
können ein wenig abfallen (vom Wind wegfahren) und da machen wenige Grad schon
einen großen Unterschied. Sir Henry wird aktiviert und steuert zuverlässig, der
Strom kentert und hilft uns und die Sache fängt an, uns Spaß zu machen.
Ralf hält nach Hummerpötten Ausschau und erfreut sich
zwischendurch an den vielen, lieben Geburtstagsgrüße die ihn von allen Seiten
erreichen. Irgendwann kommt der Wind dann soweit von der Seite, dass wir die
Fockschoten umfädeln müssen, so dass sie danach von außen durch die Reling
gehen.
Wir haben wieder auflandigen Wind und selbst bei Flut und
tiefen Wasser gibt es wieder unangenehme Wellen in der Hafeneinfahrt von
Plymouth. Aber dann sind wir in geschützten Gewässern und können gut
nachvollziehen, wie erleichtert die Pilgrim Fathers waren, als sie 1620 hier
landeten.
Es sieht sehr nett aus, mit Dünen, Gras, Häusern und kleinen
Booten. Wir hatten versucht, hier eine Mooring im Hafen zu buchen, aber über
das Labor-Day-Wochenende ist alles voll. Wir jammer ein wenig beim Hafenmeister
und er sagt uns, dass es neben dem Fahrwasser noch drei (kostenlose) Moorings
gibt und wir gerne eine nehmen können – erfreulich!
Gegen Abend machen wir dann noch das Dingy klar und fahren
an Land. Es ist zwar immer noch sonnig, aber knapp 20 Grad kälter, als die
letzten Tage in Boston. Also packen wir lange Hosen und Jacken aus und für die
lange Dinghy-Tour in den Hafen sogar noch zusätzlich Ölhosen (eine gute
Entscheidung).
Zufällig legen wir genau neben der Stelle an, wo die Pilgrims
1620 an Land gingen – jedenfalls liegt hier der entsprechende Stein… Morgen
wollen wir die „Plimouth Plantation“, das nachgebaute Pilgerdorf, besuchen und
holen uns noch ein paar Informationen in der Tourist Information.
Dann gibt es noch ein nettes Abendessen, ganz amerikanisch
mit Burger für Ralf und Tacos mit Shrips für mich. Auf der Rückfahrt zu Boot
ist es dann stockdunkel aber wir kennen uns ja mittlerweile aus, haben ein
Ankerlicht auf der Triton angebracht und eine Stirnlampe mitgenommen. So tuckern
wir fröhlich von Hafen direkt in Richtung des Lichts, haben dabei aber nicht bedacht,
dass jetzt Ebbe ist… das bedeutet minus 3m Wasser und wo wir vorhin noch lässig
fahren konnten, ist es jetzt ziemlich flach… uuuups… es ist aber
glücklicherweise nix passiert.
Labels:
2018,
Ausflug,
Bordleben,
Massachusetts,
Sabbatical,
Segeln,
Triton,
USA
Abonnieren
Posts (Atom)







