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Mittwoch, 1. August 2018

Zusammenfassung: Juli 2018

Statistik
Seemeilen: 416
Motorstunden: 39
Segeltage: 17
Nächte auf See: 1
Liegetage: 14
Liegeplätze: 16
Maryland: Baltimore Canton (A), Worton Creek (A), Groove Point (A), Chesapeake City (A)
Delaware: Delaware City
New Jersey: Cape May (A), Atlantic Highlands (A)
New York: New York, Port Washington M) , Fishers Island (A)
Connecticut: Sheffield Island (A), Bridgeport, New Haven (A), Stonigton (M)
Rhode Island: Block Island (A), Newport (M)
                                                      
Segeln und Wetter
Wir hatten überwiegend Sonne und leichten Wind. Abends oder nachts manchmal eine (Gewitter)Front, die dann Wind und Regen brachte. Ansonsten nur einen Regentag in New York und einige wenige Tage mit bedecktem Himmel. Sehr angenehm ist, dass das Wasser wesentlich kühler geworden ist, nachdem wir die Chesapeake Bay verlassen haben. Dadurch kühlt auch das Schiff unter Deck besser ab.

Das letzte Stück Chesapeake Bay, durch den Kanal und den Delaware hinunter sind wir überwiegend motort. Den Sprung nach New York und durch den Long Island Sound konnten wir recht gut segeln. Wir haben unsere Ziele auch nach günstiger Windrichtung ausgesucht. Bis auf die Woche in New York haben wir nur wenige Marinas besucht und meist vor Anker oder an einer Mooring gelegen.

Boot und Ausrüstung
Alle Komponenten der neuen elektrischen Selbststeueranlage sind mittlerweile eingebaut und soweit angeschlossen. Wir haben uns auch entschieden, den Kartenplotter gleich mit auszutauschen. Nun müssen wir noch alle Geräte miteinander verbinden und verschiedene Einstellungen vornehmen.
Auch der Außenborder hat wieder Probleme gemacht, aber da Ralf einen von Paul mitgebrachten neuen Vergaser eingebaut hat, läuft er jetzt wieder einwandfrei.

Verpflegung/Versorgung
Wir besuchen die gut sortierten Supermärkte per Fahrrad oder mit Uber und sind dadurch sehr gut versorgt. Seitdem wir herausgefunden haben, dass Quark durch Skyr oder griechischen Yoghurt ersetzt werden kann, steht auch wieder Kräuterquart mit Kartoffeln auf dem Speiseplan.
In den meisten von uns besuchten Restaurants werden Sandwiches, Burger und Pizza angeboten. Mit Pizza kann man nicht viel falsch machen. In Jersey City haben wir sehr gut chinesisch/thailändisch gegessen und in New York haben wir uns öfter etwas aus dem Deli geholt und dann auf einer Bank gegessen.

Crew
In diesem Monat wurde die Crew durch Leonie und Paul verstärkt. Wir haben eine sehr schöne und ausgefüllte Woche in New York verbracht und sind dann noch einige Tage zusammen gesegelt. Stimmung und Verpflegung waren sehr gut und wir hatten eine prima Zeit zusammen.

Sightseeing
Auf dem letzten Stück der Cheaspeake Bay, dem Kanal und dem Delaware gab es viel Natur und wenig zu besichtigen. In Cape May, einem beliebten Badeort, haben wir einen netten Fahrradausflug zu einem Leuchtturm unternommen.

Das absolute Highlight war natürlich New York, das natürlich eine unendliche Auswahl an Sehenswürdigkeiten bietet. Wir hatten einen City Pass und haben uns ausgesucht: Empire State Building, Rockefeller Center, 9/11 Memorial und Museum, MoMA, Museum of Natural History, Statue of Liberty und Ellis Island (mit Museum). Außerdem waren wir im Central Park, am Times Square, zum Konzert im Bryant Park, in Chinatown, Little Italy, in Ellen’s Stardust Diner mit singenden Kellner und wir haben eine Fahrradtour nach Brooklyn gemacht.

Im Long Island Sound haben wir Mystic Seaport besucht, das größte maritime Museum der USA, mit einer kompletten Holzboot-Werft, einem Museumsdorf und zahlreichen historischen Booten, die auch wirklich benutzt werden – toll!

Begegnungen
Immer wieder treffen wir nette andere Segler, so werden wir in Atlantic Highlands von Gwen und Chis von der DAWALI angesprochen, mit denen wir uns sehr verstehen. Überraschend treffen wir in Port Washington Fung und Charles von der WILDERNESS wieder, die wir zuletzt in Lissabon gesehen hatten. Und und New York hatten wir die Freude mit Enrico Mittag zu essen – er arbeitet im Financial District direkt neben unserem Fähranleger und wir hatten uns seit 2012 nicht gesehen.

Fazit
In diesem Monat sind wir von Maryland über Delaware, New Jersey, New York und Connecticut bis nach Rhode Island gesegelt. Es war eine sehr abwechslungsreiche Strecke: von kleinen Ankerbuchten durch einen Kanal und einen Fluss hinunter in einen typischen Badeort. Dann – nach wochenlanger Fahrt in Binnenrevieren und Kanälen – wieder hinaus auf den Atlantik und dort eine (schöne) Nachtfahrt.

Von einem verschlafenen Ort in New Jersey ging an der Freiheitsstatue vorbei in die Metropole New York. Die Einfahrt nach New York war für mich ein absoluter Gänsehaut-Moment und wirklich die Erfüllung eines Traums! Und dann natürlich New York selbst mit seinen fantastischen Angeboten! Eine besondere Freude war es, dass Leonie und Paul mit von der Partie waren. Unvergesslich auch die Fahrt durch den East River an ganz Manhattan vorbei und durch Hell Gate in den Long Island Sound.

Nur wenige Meilen von New York entfernt und in Sichtweite der Skyline war es dann wieder ruhig und friedlich im Long Island Sound. Ein schönes Segelrevier mit Inseln, Buchten und relativ einsamen Ankerplätzen und dann wieder sehr touristisch und voll in Mystic und auf Block Island. Insgesamt wunderschön und sehr sehenswert – wir sind froh, dass wir uns für diesen Strecke entschieden haben.

Samstag, 7. Juli 2018

Tag 368 - Delaware City-Cape May: Grauer Delaware

Wie geplant geht es um kurz nach 7:00 Uhr los und wie geplant schiebt die Strömung hier im oberen engen Teil des Delaware River in unsere Richtung mit. Nach einer guten Stunde können wir sogar die Segel setzen und mit halben Wind machen wir sehr gute Fahrt, teilweise über 9 Knoten!
Wir fühlen uns wie auf dem Rhein und dazu passt auch sehr gut, dass wir an einem Atomkraftwerk vorbeikommen – zwar nur ein Kühlturm, aber sonst sehr ähnlich wie Biblis…
Wir fahren ein kleines Stück außerhalb des Fahrwassers, denn hier sind doch einige Frachtschiffe unterwegs – allerdings nicht besonders schwer beladen. Leider ist es irgendwann mit dem schönen Schiebestrom vorbei und damit wir im Zeitplan bleiben, muss nach halber Strecke dann doch der Motor wieder mithelfen.
Als ich die Navigation machte, habe ich erst einmal die vorsichtige Route ganz außen um alle Untiefen vor Cape May gelegt. Wind und Strom können hier zu sehr unangenehmen stehenden Wellen führen. Allerdings gibt es bei ruhigen Wetter noch die Option, durch ein Innenfahrwasser zu fahren. Wir kommen bei moderatem Wind und für uns (wieder) günstigen Strom an und so ändere ich den Kurs, was uns 7 sm (über eine Stunde Fahrtzeit) spart.
Selbst bei diesen guten Verhältnissen gibt es vor dem Kap dann doch unangenehme Strömungen und Wellen. Wenn wir eines auf dieser Reise gelernt haben, dann dass jedes Kap erobert werden muss. Es klappt aber alles sehr gut und wir kommen problemlos durch die Flachstellen (die danke Hochwasser gar nicht so flach sind).
Im Moment ist es eher schwachwindig, aber laut Wettervorhersage solle heute Nacht eine Front mit reichlich Wind über uns ziehen, also wollen wir einen Platz in einer Marina buchen. Das ist gar nicht so einfach, denn die ersten drei, die wir anrufen, haben nix mehr frei.
Schließlich bekommen wir aber doch noch ein Plätzchen in der Harbor View Marine. Auch wieder eine trickreiche Einfahrt – wir werden nur bei richtiger Tide hier wieder rauskommen – und die Triton ist das einzige Segelboot in der etwas rustikalen Marina, aber wir sind hier sicher festgebunden. Morgen wollen wir uns dann wahrscheinlich einen Ankerplatz suchen und dann auf den richtigen Wind für den Sprung nach Sandy Hook (kurz vor New York) warten.

Freitag, 6. Juli 2018

Tag 367 - Chesapeake City-Delaware City: Kanalfahrt

Die Strömung ist von 9:00 bis 15:00 Uhr günstig für uns und ein Anruf bei unserer Ziel-Marina ergibt, dass wir ungefähr halbe Flut benötigen, um in den Seitenkanal hinein fahren zu können. Das bedeutet fahren nach Plan und Aufbruch um 11:00 Uhr. Ralf nutzt die Zeit, um unseren einzigen Dieselkanister, den wir schon seit Teneriffa an Bord haben, in den Tank umzufüllen. Bis auf den letzten Monat im ICW haben wir unsere Strecken ganz überwiegend unter Segeln zurückgelegt.
Der Chesapeake & Delaware Kanal, der die Halbinsel Delmarwa zu einer echten Insel macht, ist erstaunlich hübsch. Alles grün und nette Häuser und keine Industrieanlagen. Für mich ganz erstaunlich, dass wir auf dem Wasser fast alleine sind – ich hätte erwartet, dass einige der Bootsfahrer von gestern ein verlängertes Wochenende machen…
Es gibt sechs Brücken, fünf davon sehr hoch und eine Eisenbahnbrücke, die normalerweise offen ist, wenn nicht gerade ein Zug kommt. Trotzdem nähern wir uns vorsichtig, denn wir haben unsere Erfahrungen von Norfolk nicht vergessen, als eine Eisenbahnbrücke ohne Warnlichter oder Signale direkt vor uns geschlossen wurde… Aber hier rührt sich nichts und wir können weiterfahren.
Heute ist es nicht ganz so heiß und ab und zu schiebt sich sogar mal eine Wolke vor die Sonne. Eine Erleichterung! Schon bald haben wir das Ende des nur 14 sm langen Kanals erreicht und biegen in den Delaware River ein.
Wir fahren ein kleines Stück stromaufwärts, durch eine sehr enge (und flache) Einfahrt und dann sind wir im kleinen Seitenkanal nach Delaware City. Der Tiefenalarm hat kurz gepiepst und die kleinste Zahl, die wir gelesen haben war 1,90 m (unser Tiefgang…) aber mit 50 cm mehr Wasser durch die Tide sind wir problemlos in die Einfahrt gekommen.
Delaware City klingt ziemlich groß, es ist aber „nur“ ein sehr nettes, kleines Dorf (ca. 1.700 Einwohner). In der Delaware City Marina werden wir sehr freundlich begrüßt, können Diesel tanken und werden vom kompetenten Mitarbeiter ganz elegant unter Ausnutzung der Strömung im engen Fahrwasser herumgedreht, so dass wir gleich in die richtige Richtung zum Auslaufen liegen. Der Marina-Eigner bietet sogar eine Info-Veranstaltung an, wann und wie wir am besten den Delaware hinunterfahren können. Und er hat sehr nette Hunde!
Wir laufen noch das kurze Stück in den Ort, wo wir eine Kleinigkeit essen, ein Frachtschiff auf dem Delaware beobachten (das einzige, das wir gesehen haben), im General Store Brot, Milch und Äpfel kaufen und uns zum Abschluss noch ein Eis gönnen.
Die Analyse von Wetter, Wind und Strömungen hat ergeben, dass wir morgen früh um 7:00 Uhr aufbrechen wollen, weil wir dann den Strom günstig mit uns haben. Leider können wir den Cape May Canal nicht nutzen (Tiefgang und Masthöhe), so dass wir außen „um die Ecke“ fahren müssen und sich die Strecke auf 67 sm verlängert. Wir rechnen mit ca. 12 Stunden.