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Montag, 29. Juli 2019

Tag 82 - St.Mary's-Penzance: Gennaker-Wetter

Um 5:00 Uhr klingelt wie geplant der Wecker und wir machen uns im Sonnenaufgang auf den Weg nach Penzance. Zunächst ist noch recht wenig Wind, so dass die Maschine läuft, aber das soll im Laufe des Tages besser werden.
Nach einer Weile können wir tatsächlich die Segel hochziehen und Ralf macht einen ersten Gennaker-Versuch, aber wir sind einfach zu langsam und heute müssen wir ja in einem Zeitfenster ankommen, sonst ist das Tor zum Hafen zu. Also lassen wir erst mal die Maschine wieder mitlaufen. Doch dann können wir den Motor ausschalten und den Gennaker wieder aktivieren. Unser Ersatz-Gennaker-Baum aus Holz funktioniert gut. Durch die Wellen flappt das Segel manchmal und plötzlich weht es neben dem Schiff: wie sich herausstellt ist nichts gerissen, aber der vordere Schäkel hat sich gelöst...
Glücklicherweise ist der Wind noch so schwach, dass wir den Schäkel einfach wieder befestigen können. Weiter geht es Richtung Ziel, immer ein Auge auf dem ETA (estimated time of arrival), ob wir schnell genug unterwegs sind. Der Wind soll stärker werden und am Schluss wird uns auch der Tidenstrom helfen und so sind wir mit der Fahrt zufrieden. Unerwartet wird der Wind besser, als wir in die Landabdeckung kommen. Dort begegnen wir der GALATEA, einem Spezialschiff, dass sich um Seezeichen und Leuchttürme kümmert.
So können wir tatsächlich den ganzen restlichen Weg segeln und nehmen den Gennaker erst herunter, als wir in die Bucht abbiegen, in der unser Ziel Penzance liegt. Wir kommen tatsächlich ganz pünktlich zum Hochwasser um 14:22 an.
Wir nehmen Kontakt mit dem Hafenmeister auf, der gerade dabei ist, die Liegeplätze im inneren Hafen neu zu sortieren. Es gibt dort keine Boxen, sondern die Boote liegen längsseits zur Kaimauer im Päckchen, d.h. mehrere nebeneinander. Er weist uns an, zunächst vor dem Hafen zu warten. Wir binden uns an eine Mooringtonne und werden nach einer Weile zum Einfahren aufgefordert. Durch ein schmales Tor geht es hinein und wir bekommen einen Platz neben der schwedischen Malö.
Die netten Schweden beginnen gerade ihre Atlantikrunde und wollen über die Biskaya. Das bedeutet, dass sie auf ein Wetterfenster warten - gut, dann müssen wir nicht an Bord bleiben, um sie herauszulassen. Wir binden die TRITON nach allen Seiten fest, denn in den nächsten zwei Tagen soll Starkwind erst von Osten und dann von Westen kommen. Heute ist es aber erst einmal - nachdem das Tor zu ist - ganz ruhig und friedlich im Hafen.

Samstag, 27. Juli 2019

Tag 81 - Tresco-St.Mary's: Ein schöner Sommertag

So langsam denken wir über unsere Weiterfahrt nach und daher beobachten wir seit ein paar Tagen die Wetterentwicklung besonders aufmerksam. Ein dickes Tief nähert sich dem englischen Kanal und bevor das Montag/Dienstag da ist, wollen wir hier weg sein (Vorschau auf Dienstag 0:00 Uhr).
In England bedeutet das, einen Travelplan erstellen und Gezeiten und Strömungen am Start- und Zielort (und eventuell auch zwischendrin) in die Überlegungen mit einzubeziehen. Ein günstiger Tag für die Überfahrt ist Sonntag und da ist das Tor zum Hafenbecken mit ausreichend Wasser für uns in Penzance nur zwei Stunden vor und eine Stunde nach Hochwasser offen, d.h. Sonntag von 12:22 - 15:22 Uhr... Es sind 36 sm und das bedeutet ca. 7 Stunden... Aufbruch also um 5:30 Uhr und dann kommen nicht über das Tresco Low und müssten einen Umweg fahren... Wir entscheiden uns daher, unsere Ausgangsposition zu verbessern und uns nach St. Mary's zu verlegen.
Heute ist hier Hochwasser um 13:00 Uhr und so fahren wir kurz vorher los und über die Flachstellen, die wir schon mit der TIPSY und gestern mit der Fähre überquert haben. Ich habe extra den Weg der Fähre mit dem Smartphone aufgezeichnet und wir folgen genau diesem Track. Sollten wir auflaufen, könnten wir mit dem noch steigenden Wasser wieder freikommen. Aber alles geht gut und die kleinste Zahl auf dem Echolot ist 2,80 m, also noch ca. 0,80 m Platz. Bei Wind aus Nordwest, wie im Moment, legen wir uns nicht in den Haupthafen, sondern ankern in einer Bucht gegenüber. Nach einem kurzem Mittagessen fahren wir mit dem Dinghy ans Ufer und landen an einem sehr netten Strand.
Heute können wir uns noch Hugh Town anschauen. Funfact: die Scilly-Inseln gehören zur Duchy of Cornwall, dem Herzogtum Cornwall, das 1337 für den jeweiligen (männlichen) Thronerben geschaffen wurde. Im Moment ist natürlich Prince Charles der Duke of Cornwall. Hugh Town ist die Ausnahme - es wurde nämlich 1949 an die Einwohner verkauft. - Aber egal wem der Ort gehört, es ist ein netter Ferienort und wir schauen uns die verschiedenen Straßen und Geschäfte an. Im Vergleich zum Rest der Inseln schon fast eine Großstadt.
Es gibt einige Galerien, Andenkenläden, Cafés und Restaurants und oft wunderbaren Blumenschmuck. Ich bin ja selbst keine Gärtnerin, aber ich kann die Arbeit, die darin steckt aus vollem Herzen bewundern und mich daran erfreuen.
Wie immer nutzen wir die Gelegenheit an Land zum Kaffeetrinken, heute mit schönem Blick auf den Haupthafen:
Wir gehen noch ein paar Kleinigkeiten einkaufen. Viel brauchen wir nicht, nur ein paar frische Sachen. Sonst sind wir immer noch gut ausgerüstet. Auch in Bezug auf Strom und Wasser können wir noch eine Weile durchhalten. Früher hätte ich mir gar nicht vorstellen können, wochenlang ohne Landstrom auf See, an der Mooring oder vor Anker zu liegen. Ralf schaut sich noch die Garnison an und ich laufen mit den Einkäufen zurück zu unserer Ankerbucht. Mir wird nicht langweilig, denn heute findet "Scilly 360" statt, eine Umrundung von St. Mary's für Schwimmer - insgesamt 15 km in vier Abschnitten und hier am Strand ist einer der Stopps. Jeder Schwimmer hat eine rote Boje und begleitet wird das ganze von Kajaks.
Ralf ist bald wieder da und zusammen genießen wir noch eine Weile das schöne Wetter am Strand. Dann geht es wieder zurück zum Boot. Netterweise helfen uns ein paar Herren, das Dinghy, das jetzt hoch und trocken liegt, wieder zurück ins Wasser zu tragen. Morgen klingelt dann um 5:00 Uhr der Wecker und unsere abwechslungsreiche Zeit auf den Inseln ist zu Ende.

Freitag, 26. Juli 2019

Tag 80 - St. Mary's: Fähre und Fahrrad

Mit der Fähre geht es heute von Tresco zunächst nach Bryher und dann zur Hauptinsel St. Mary's. Sie hat 40 % der Landfläche der Inseln (ca. 6,6 Quadratkilometer) und hier leben rund 1700 der 2200 Scillonians, davon über 1000 im Hauptort Hugh Town. Wir sind aber nicht hier, um uns die Stadt anzusehen und so laufen wir erst einmal zur Bank für Bargeld und dann zum typisch englischen Frühstück (das für uns heute eher ein Brunch ist).
Auch hier gibt es natürlich wieder die - ebenfalls typisch englischen - Telefonzellen. Wir sind nicht ganz sicher, ob die einfach stehen geblieben sind, oder ob sie extra aufgestellt wurden...
Wir haben online Fahrräder gemietet um einen Eindruck der Insel zu gewinnen und wir bekommen zunächst zwei "Comfort Bikes".
Die Insel ist hübsch und grün und es gibt auch wieder kleine Stände, oder in diesem Fall sogar eine kleine Hütte am Straßenrand in der Lebensmittel verkauft werden. Die Preise stehen an und das Geld wird einfach in eine Kasse gelegt (der Fahrradvermieter antwortete auf meine Frage nach einem Schloss: "Hier wird nix gestohlen!").
Wir legen an einem Pferdehof eine kurze Pause ein und Ralf stellt fest, dass sein Rad einen Platten hat. Ein Anruf beim Vermieter und das neue Rad - diesmal ein unbequemeres Mountain-Bike - wird schnell zu uns gebracht. In der Wartezeit freundet Ralf sich mit den Pferden auf der Weide an.
Soweit ist es nett hier aber die wirklich spektakulären Aussichtspunkte oder Sehenswürdigkeiten fehlen. Es ist alles größer als auf den anderen Inseln und wirkt auf mich "normaler". Felder, Weiden, kleine Straßen, einzelne Häuser, das könnte auch sonst irgendwo in England sein. Wir kommen am "Telegraph Tower" vorbei, der seine Karriere als Signalstation für die Marine begann und dann zur Telegrafen-Station wurde.
Es ist auch kein Problem, ein wieder ein nettes Café zu finden - diesmal eines, das von einer Deutschen betrieben wird. Dort gibt es typisch deutsche (?) Speisen wie Rollmops, bayerische Salami (?) und Apfelstrudel (?). Typisch oder nicht, der Strudel ist jedenfalls lecker!
Dann ist es schon wieder Zeit, die Räder zurückzugeben, denn unsere Fähre fährt um 16:00 Uhr. Praktisch aller Verkehr mit dem "Mainland" wird über den Hafen hier auf St. Mary's (und über den Flugplatz der Insel) abgewickelt. Als wir zurückkommen, wird die SCILLONIAN III gerade entladen. Davor warten die Inselfähren auf ihren Einsatz.
Auf der Rückfahrt legt dieFähre erst noch in St. Martin's an, bevor es weiter nach Tresco geht, so dass wir noch eine Rundfahrt bekommen. Dann muss sie durch das gleiche flache Fahrwasser wie wir mit der TIPSY und sie ist auch an den gleichen Stellen vorsichtig, an denen wir (allerdings bei noch weniger Wasser) Grundberührungen hatten. Wir verfolgen ihren Weg auf unserer Seekarten-App.

Tag 79 - Tresco: Kurzer Landgang

Es gibt wieder einiges an Bord zu tun Ralf macht sich um die Backskiste verdient, in die wir in letzter Zeit alles einfach hineingesteckt hatten... Nun ist sie wieder sortiert und aufgeräumt. Ich kümmere mich um die Fotos vom Atlantik, denn die konnten wir ja nicht über Satellit hochladen. Nun ist das auch ordentlich und mit Labeln, Daten und Bilder versehen. Alle Beiträge Azoren-Scillies sind nun hier: Klick. Es gibt noch ein warmes Mittagessen aus den letzen Atlantik-Vorräten und dann sind wir bereit für einen Landgang.

Wir sichern das Beiboot mit einen Anker, bringen den Müll weg, holen die gewaschene und gefaltete Wäsche ab, bezahlen unser Hafengeld (140 Pfund für die Woche - im Vergleich zu Cottage-Preisen von um die 2000-4000 Pfund ein echtes Schnäppchen) und gehen - wie so oft - Kaffeetrinken.
Wir sind nahezu die einzigen Gäste - ob es am Wetter liegt, dass heute eher etwas kühl und bedeckt ist? Wir kaufen noch ein paar Kleinigkeiten im Feinkostladen und verbringen einige Zeit am Strand. Sand, Tide und Muscheln erinnern mich an Juist, die Nordseeinsel, auf der ich als Kind viele schöne Urlaube verbracht haben.
Ich  versuche auch, mich an eine Möwe und insbesondere an einen Austernfischer heranzuschleichen, aber die zwei sind nicht wirklich begeistert...
Es ist wieder Ebbe und das ist immer eine gute Gelegenheit, andere Boote anzuschauen, die trockengefallen und daher zu Fuß zu erreichen sind.
Auch ohne besondere Unternehmungen ist der Tag wieder schnell vorbeigegangen und ich bin gar nicht zu allen Erledigungen gekommen, die ich mir vorgenommen haben. Morgen wollen wir uns die Hauptinsel St. Mary's anschauen und wir fangen auch langsam an, zu überlegen, wann wir nach Penzance am Festland aufbrechen wollen. Dort sind wir mit unserem Sohn Jan verabredet.

Mittwoch, 24. Juli 2019

Tag 78 - St. Martin's: Ein Tag mit TIPSY

Schon als wir angekommen sind, hat Ralf einen sehnsüchtigen Blick auf kleine, klassisch aussehende Segelboote geworfen... eine kurze Recherche ergab, dass es sich um Boote der Art "Island Pilot" handelt, die früher auf Bryher gebaut wurden und dort gemietet werden können. Gestern haben wir alles klar gemacht und die Einweisung bekommen und daher können wir heute mit unserem eigenen Dinghy zur Mooring von "TIPSY" fahren. Das Boot ist 4,90 m lang (plus Bugspriet), aus GFK und gaffelgetakelt (der Mast relativ kurz und oben am Segel zur Verlängerung die Gaffel) mit einem aufholbaren Schwert (wichtig bei Niedrigwasser) und einem Außenbordmotor.
Als Tagesziel haben wir uns St. Martin's ausgesucht, eine weitere der fünf bewohnten Inseln. Mit dem Flutstrom und dem aktuellen Wind sollten wir gut dorthin kommen und, weil nachmittags der Wind drehen soll, auch wieder - ohne zu viel kreuzen - zurück. Der Hinweg klappt schon mal sehr gut, die TIPSY segelt recht flott und gutmütig und wir brauchen nur 1,5 Stunden. Vor St. Martin's werfen wir Anker und dann müssen wir erst einmal unser Mini-Beiboot aufpumpen, um an Land zu kommen. Gefühlt ist es ca. 1,60 x 1,00 m groß und mit uns beiden an Bord etwas überladen...
...aber wir schaffen es ohne größere Probleme an Land und können am netten Strand anlegen...
St. Martin's ist auch nicht wirklich groß mit einer Fläche von 2,4 Quadratkilometern und 134 Bewohnern. Es gibt drei Ansiedlungen, fantasievoll benannt als "Higher Town", "Lower Town" und "Middle Town".
Higher Town liegt überraschenderweise auf einem Hügel, von dem aus wir einen wunderschönen Blick über unsere Ankerbucht und die (unbewohnten) Nachbarinseln haben. Auf den Azoren blühten überall die Hortensien, hier auf den Inseln sind es die Schmucklilien (Agapanthus), die immer wieder für Farbakzente sorgen.
Wir kommen vorbei an der netten, aber sehr kleinen Inselkirche (ich schätze, es gibt drinnen ca. 50 Sitzplätze)...
...und direkt daneben an der entsprechend benannten "Churchtown Farm" auf der Blumen gezüchtent und dann verpackt und verschickt werden. Muttertag und Weihnachten sind Hochsaison und es werden immerhin 18 Personen beschäftigt!
Auch St. Martins hat die typischen Cottages aus Granitsteinen und eine der obligatorischen alten roten Telefonzellen...
Ich komme mir fast vor, wie in einem Museumsdorf - hier gibt es eine kleine Bäckerei und einen Schuhmacher, der wirklich noch Schuhe per Hand anfertigt.
Direkt daneben ist auch wieder eine kleine Kunstgalerie in der es unter anderem Linolschnitte von einem Künstler-Ehepaar gibt, die ihre Sommer auf St. Martin's verbringen. Es gibt tatsächliche einen mit einem Boot, dass wir die TIPSY aussieht und da müssen wir nicht lange überlegen...
Zum Mittagessen gab es nur ein paar belegte Brote an Bord und so sind wir bereit für einen Abstecher in der fast unwirklich hübsche Café...
...wo wir uns einen "Cream Tea" (oder in Ralfs Fall Cream Coffee) mit Scones, Clotted Cream und Erdbeermarmelade gönnen.
Nun ist es an der Zeit, uns auf den Rückweg zu machen. Mittlerweile ist das Wasser fast ganz weg und wir müssen unser Beiboot ein ganzes Stück über den Strand tragen (und sind jetzt froh, dass es nicht so groß ist).
Wie in der Vorhersage angekündigt, hat der Wind gedreht und ist stärker geworden, so dass wir schnell unterwegs sind.
Wir haben nicht viel Tiefgang und können im Zweifelsfall noch das Schwert hochholen, aber jetzt bei Ebbe müssen wir doch aufpassen, wo wir entlangfahren. Überall liegen Steine, teilweise nur knapp unter der Oberfläche und insbesondere die Einfahrt zwischen Bryher und Tresco ist ziemlich flach. Ich habe eine Navigations-App auf meinem Smartphone aber trotzdem berühren wir ein oder zweimal leicht den Sandboden. Hellgrün heißt, dass diese Stellen bei extremer Ebbe sogar trockenfallen.
Wieder ein toller Ausflug und uns hat das Segeln in einem kleinen Boot viel Spaß gemacht. Die Entfernungen zwischen den Inseln sind nur kurz und der variable Tiefgang ist in einem Tidenrevier wirklich hilfreich!

Dienstag, 23. Juli 2019

Tag 77 - Bryher: Klein, aber fein

Nach zwei Tagen auf Tresco ist heute die Insel auf unserer anderen Seite an der Reihe und wir fahren mit dem Dinghy nach Bryher. Es ist die kleinste der bewohnten Isles of Scilly mit einer Größe von gerade einmal 2 x 1 km und 84 Einwohnern.
Unser erster Weg führt uns zum Bootsvermieter, denn wir wollen morgen mit einem kleinen lokalen Segelboot einen Ausflug machen. Wir werden schnell einig und bekommen sogar noch ein sehr kleines Beiboot für eventuelle Landausflüge.
Aber heute ist erst einmal Bryher an der Reihe und wir machen uns auf den Weg, die Straße zum Ort hinauf. Die Infrastruktur ist eher übersichtlich - verlaufen kann man sich hier nicht, dafür ist alles zu klein. Sehr klein ist auch das Pop-Up-Museum, dass in einer klassichen englischen Telefonzelle untergebracht ist. Die Ausstellung beschäftigt sich mit dem Film "When the Whales Came", der hier auf Bryher gedreht wurde und immerhin mit Helen Mirren besetzt ist.
Wir werfen noch einen Blick in die örtliche Kunstgalerie, in der unter anderem Bilder des auf der Insel ansässigen Malers Richard Pearce zu sehen sind.
Direkt neben der Galerie ist der Dorfladen, in dem wir eine Kleinigkeit zum Essen bekommen und dann gestärkt einen - kleinen - Rundgang über die Insel antreten. Wieder alles hübsch und aufgeräumt, aber nicht ganz so perfekt wie auf Tresco - und natürlich auch wieder überall Blumen.
Bei einer Breite von nur einem Kilometer sind wir schnell auf der Westseite der Insel, die dem Atlantik zugewandt ist. Vor den Inseln sind zahlreiche Schiffe gesunken - es gibt einen eigenen Wikipedia-Eintrag mit einer Liste: Klick. Eines der größten Unglücke geschah am 22. Oktober 1707 als vier Kriegsschiffe der Royal Navy - vermutlich wegen einer Kombination aus Navigationsfehlern und schwerem Wetter sanken und rund 2000 Seeleute ihr Leben verloren. Aus diesem Grund verabschiedete das Parlament den "Longitude Act", der verschiedene Geldpreise für die möglichst genaue Bestimmung der geographischen Länge auslobte. Die Scillonians sehen das eher pragmatisch:
Auf dem Rückweg kaufen wir noch Hummer-Sandwiches und Salat fürs Abendessen und dann bekommen wir eine Einweisung auf unserem Boot für morgen. Wir finden auch noch einen netten Platz zum Kaffeetrinken...
...und gehen noch an den nahegelegenen Strand - jetzt wieder mit Blick nach Osten auf Tresco.
Es ist Ebbe, und daher müssen wir ein ganzes Stück laufen, um das Wasser zu erreichen. Überall gibt es Muscheln, Schnecken und Tang zu sehen.
Entsprechend liegt unser Beiboot, das wir bei der Ankunft direkt an der Wasserlinie zurückgelassen hatten, jetzt mitten auf dem Strand und wir leihen uns kurz einen Anhänger, um es zurück ins Wasser zu bekommen.
Wieder ein abwechslungsreicher Tag auf einer sehr sympatischen Insel mit angenehmen Wetter, schöner Landschaft, netten Menschen!