Mittwoch, 28. Februar 2018

Zusammenfassung: Februar 2018


Statistik

Seemeilen: 191
Motorstunden: 22
Segeltage: 11
Nächte auf See: 1
Liegetage: 17
Häfen/Ankerplätze: 11 

Grenada: Marina Phare Bleu, Prickly Bay (M), Grand Mal Bay (M), Tyrell Bay-Carriacou (A)
St. Vincent & G: Clifton Harbour-Union Island (A), Tobago Cays (M), Glossy Bay Marina-Canouan, Admirality Bay-Bequia (M)
Martinique: Le Marin (A), St. Anne (A)  

Segeln und Wetter

Der Wind kommt immer noch aus Nordost, teilweise sehr stark. Die Grundwindstärke ist oft 5-6, in Böen mehr. An den Ankerplätzen gibt es teilweise Fallwinde. Die Inseln in der Ostkaribik liegen in einem Bogen. Wir sind weit im Süden in Grenada und wollen jetzt wieder nach Norden. Durch den Bogen ist das aber eher Nordosten – und da kommt der Wind her… Also legen wir die (glücklicherweise kurzen) Strecken zwischen den Inseln hart am Wind zurück.
   
Wenn der Wind so lange kräftig aus einer Richtung bläst, baut sich auch eine entsprechende Welle auf. Dazu kommt noch Schwell vom Atlantik und Strömung, so dass unsere Überfahrten teilweise ziemlich unbequem sind. Kreuzen ist nicht die beste Disziplin der TRITON und bei bestimmten Wellenfrequenzen wird sie stark abgebremst, so dass wir teilweise mit dem Motor mithelfen. Für die einzige längere Strecke zurück nach Martinique warten wir bis der Wind etwas schwächer wird und haben dann eine gute Überfahrt.

Auf Grenada, einer Insel mit hohen Bergen, gibt es immer wieder kurze und heftige Schauer. In den Grenadinen, die wesentlich flacher sind, regnet es wesentlich weniger und wir genießen viele Sonnenstunden. Durch den Wind ist die Temperatur gut auszuhalten.

Boot

Auf der endlosen To-Do-Liste konnten diesen Monat wieder einige Punkte abgehakt werden. Ralf hat die Opferanoden im Kühlschrank getauscht. Die alten waren nur noch grauer Brösel und seitdem diese aus dem System entfernt sind, haben wir den Eindruck, dass der Kühlschrank – unser größter Stromverbraucher – nicht mehr so viel läuft. Zusammen mit anderen Maßnahmen führt das dazu, dass wir den Motor nur noch anwerfen müssen, wenn wir heißes Wasser benötigen.

Wir achten darauf, dass die Platten nicht abgeschattet werden und haben nur unser kleines Sonnendach verwendet und dieses abends abgebaut, so dass ab Sonnenaufgang Energie erzeugt werden kann. Außerdem stellen wir den Kühlschrank in der Mittagszeit auf „Freeze“ damit er richtig kalt wird, und abends dann auf Automatikbetrieb. Dann springt er nur an, wenn eine bestimmte Temperatur unterschritten wird.

Als weitere Wartungsarbeiten hat Ralf Öl und Getriebeöl um Außenborder gewechselt und die Steuerseile nachgespannt. Zusammen haben wir das Fockfall, das im Inneren des Mastes scheuert, ausgetauscht. Das ist aber keine Dauerlösung, die Scheuerstellt muss beseitigt werden, wenn der Mast im Winterlager herunterkommt.

Eine Dauerbaustelle ist unser altes Beiboot, dass immer wieder geflickt werden muss und nur noch mit gutem Willen zusammenhält. Aber wir bekommen in Martinique unser vor einiger Zeit bestelltes neues Dinghy und sind damit sehr glücklich. Wenn die TRITON unsere Wohnung ist, dann ist das Beiboot unser Auto, ohne dass wir nicht an Land gehen oder Freunde besuchen könnten.

Verpflegung/Versorgung

Auf Grenada können wir problemlos und gut einkaufen. Bei diversen Inseln der Grenadinen ist die Versorgungslage nicht so gut. Auf Carriacou gibt es einen größeren Supermarkt und frisches Obst und Gemüse können wir bei Straßenhändlern kaufen. Aber wir haben viel an Bord und es ist gut, wenn wir die Vorräte auch verbrauchen. Auf Martinique sind wir wieder in Frankreich und schlagen dort im Leader Price und im Carrefour zu. Jetzt sind wir wieder gut ausgestattet.

Crew

Wir sind zu zweit an Bord und haben uns in diesem Monat wirklich gut verstanden. Alle Abläufe an Bord sind jetzt Routine geworden und jeder hat genaue Aufgaben. Anker rein und raus, Beiboot rein und raus, Außenborder anbringen und verpacken – alles klappt immer besser. Wir haben unseren Rhythmus gefunden und sind uns auch einig, wohin wir fahren und was wir dort unternehmen – schön!

Sightseeing

Zu Beginn des Monats waren wir noch auf Grenada. Da wir die Insel schon im Januar mit dem Auto erkundet hatten, beschränkten wir uns jetzt auf die nähere Umgebung. Schwimmen, Schnorcheln, Pizza essen und Freunde besuchen stand auf dem Programm

Die Insel Carriacou gehört auch zu Grenada. Hier erleben wir den Karneval (eher unspektakulär) und haben Spaß am Erkunden der Insel mit Kleinbussen. In Windward wird tatsächlich noch ein klassisches Holzboot gebaut und an der Bay gibt es viele nette Restaurants und Cafés, die wir gerne besuchen.

Der nächste Staat ist „St. Vincent und die Grenadinen“ und unser erster Stopp dort Union Island, wo wir aber nur einklarieren und mit Freunden ein Bier trinken gehen.

Postkarten-Karibik vom Feinsten sind die Tobago Cays, eine unbewohnte Inselgruppe mit hufeisenförmigem Riff. Dort gibt es weißen Sand, türkisfarbenes Wasser, Palmen, Barbecue am Strand – wirklich wunderschön!

Ein besonderes Erlebnis ist Canouan, geprägt vom Gegensatz zwischen den sehr ländlichen Einwohnern und abgesperrten Resorts für die Reichen und Berühmten. Wir haben Spaß am Erkunden der hübschen Insel mit einem Golfcart, aber diese zwei Welten finden wir sehr merkwürdig.

Da gefällt es uns auf Bequia wesentlich besser. Hier mischen sich Touristen, Einheimische zum Zugereiste zu einem bunten Bild. Ein gemäßigter Tourismus ist – wie wir in Gesprächen bestätigt bekommen – für alle Beteiligten vorteilhaft. Für die Bewohner gibt es Verdienstmöglichkeiten und für die Touristen nette Angebote zum Essen, Trinken, Besichtigen und Einkaufen. Wir nutzen alle Möglichkeiten und kaufen ein Modellboot und zwei Bilder…

Nun sind wir wieder zurück in Martinique und damit in Europa und können unsere Vorräte auffüllen.

Begegnungen

Wenn wir nur zu zweit sind, haben wir wesentlich mehr Kontakt nach außen, als wenn wir als (Familien-)Gruppe unterwegs sind. Besonders freuen wir uns über verschiedenen Wiedersehen: da ist erst einmal die PEACH aus Schweden, die wir zum letzten Mal in Gran Canaria gesehen haben. Wir treffen uns mehrmals und versuchen, bei der Reparatur des Fockrollers zu helfen.

Wahrscheinlich zum letzten Mal haben wir die NALA DANICA aus Dänemark in Union Island getroffen. Wir sind auf dem Weg nach Norden zur amerikanischen Ostküste, sie sind auf dem Weg nach Süden durch den Panamakanal in den Pazifik und nach Australien. Von dort soll ihr Schiff dann zurück nach Europa transportiert werden.

In der Phare Bleu Marina haben wir die VELA DARE aus der Schweiz kennengelernt. Auch sie sind auf dem Weg nach Norden und so laufen wir uns mehrmals über den Weg, z.B. in Carriacou und auf den Tobago Cays.

Dort lernen wir auch Michael kennen, der ein Wassertaxi fährt und Barbecue am Strand organisiert. Wir kommen ins Gespräch und ich mache eine Fotoserie und versuche, ihn auf Tripadvisor anzumelden. Das scheitert leider daran, dass er keine Business-Webseite hat.

Auf Bequia treffen wir eine lustige Gruppe von drei englischen Ehepaaren, die teilweise in der Karibik leben. Wir unterhalten uns sehr nett und schicken uns gegenseitig Fotos.

Fazit

Wir sind sehr froh, dass wir uns entschieden haben auch die südlichen Inseln zu besuchen. Die Entfernungen hier sind nicht groß und wir haben ja bis Ende April Zeit für die Karibik. Es war wieder sehr abwechslungsreich und anregend und ich habe wieder einiges über Geographie gelernt. Einige Namen waren mir ganz neu, andere hatte ich zwar schon gehört, hätte sie aber nicht auf einer Karte zeigen können.
Bei allen besuchten Inseln – mit Ausnahme vielleicht von Canouan – hatten wir das Gefühl, dass es den Menschen gut geht und dass sie zwar einfach, aber zufrieden leben und arbeiten. Dadurch haben wir uns auch gut und sicher gefühlt. Wir schließen Beiboot und Motor an, lassen aber das Schiff nachts offen und wir haben keine unangenehme Situation erlebt. Im Gegenteil, als Ralf sein Portemonnaie im Bus verloren hat, waren alle Beteiligten super hilfsbereit und er hat es problemlos zurückbekommen.

Tag 240 - Le Marin-St. Anne: Von Bärten und Kuschlern

So eine ruhige Nacht haben wir seit Wochen nicht mehr gehabt! Durch den starken Wind war es selbst im Hafen schaukelig, aber hier liegen wir sehr geschützt vor Wind und Wellen und die TRITON bewegt sich kaum. Morgens verstauen wir noch die letzten Reste des Großeinkaufs und dann holen wir den Anker hoch und motoren das kurze Stück nach St. Anne. Selbst das neue Beiboot darf im Wasser bleiben und wird einfach hinterhergeschleppt. Bisher haben wir überwiegend neue Häfen und Ankerplätze aufgesucht, aber es ist auch ganz schön, in vertrauter Umgebung zu sein, denn wir wissen, dass es hier ein ganz ausgezeichnetes Café gibt, in dem wir heute frühstücken gehen.
Wir wollen auch ganz brav einklarieren – in Frankreich einfach, da EU – aber der entsprechende Laden hat mittwochs geschlossen. Also müssen wir stattdessen shoppen gehen. St. Anne ist ein nettes Städtchen, dass auf gute Weise französischen Chic mit karibischem Charme verbindet. Ralf braucht einen neuen Hut „für gut“ und ich hätte gerne etwas fürs Beibootfahren geeignetes. Irgendwie werden wir immer nass und so ist es am besten, etwas zu tragen, das schnell trocknet. Ich erwarte eigentlich nicht, dass ich in Frankreich etwas finde (gefühlt haben die französischen Damen eher Größe 34/36), aber tatsächlich bekomme ich sogar zwei Teile: einen Badeanzug mit Rock und ein buntes Badekleid, dass ich dann gleich für den Rückweg anziehe (auch Ralf trägt den neuen Hut). Besonders nett ist, dass das neue Dinghy sogar eine Sitzbank hat.
Ab Spätnachmittag gehen wir dann vom Boot aus schwimmen und nutzen die Gelegenheit, den grünen Bart abzuschaben, der sich an der Wasserlinie der TRITON bildet. Hier in den Tropen wächst der besonders schnell. Wir müssen vorsichtig sein, denn wir wollen ja nicht das gute Antifouling mit abkratzen.
Während wir damit beschäftigt sind, bekommen wir Gesellschaft von einem klassischen „Anker-Kuschler“ (wie wir das nennen). Hier in der Bucht liegen mindestens 100 Boote und jedes braucht Platz, um sich um seinen Anker herum bewegen zu können. Nun hängt der Anker ja nicht senkrecht nach unten, sondern wir geben 3-5fache Wassertiefe Kette und fahren dabei langsam nach hinten, damit die Kette nicht auf einem großen Haufen liegt. Dann geben wir kräftig rückwärts Gas, um zu testen ob der Anker hält. Ausreichend Abstand zu den Nachbarn ist wichtig, weil jedes Boot sich – je nach Bauart und Kettenlänge – unterschiedlich bewegt.

Jedenfalls fährt ein großer Katamaran mit mindestens 12 Personen an Deck (Vermutung: Charterboot) knapp an uns vorbei. Wir hören die Kette rasseln und schon liegt er genau zwischen uns und unserem Nachbarn – vorher ein angenehmer Abstand… Sofort wird das Beiboot abgelassen fast alle verlassen das Schiff. Sonst hätte ich mit etwas Mühe mit der Crew anstoßen können . Wir hoffen, dass die Jungs (und Mädels) nur zum Essen an Land gehen und dann wieder verschwinden. Sonst werden wir noch 10 m Kette herauslassen und uns aus der Gefahrenzone begeben.
Nachtrag: der Katamaran macht keine Anstalten, wegzufahren. Im Gegenteil, die ganze Mannschaft ist zurück an Bord und jetzt wird dort richtig gefeiert (Geburtstag?) und getanzt. Wir überlegen nun, ein paar Fender auszubringen und unsere Ankerkette zwei bis drei Meter zu verkürzen, damit wir direkt mitmachen können. Das einzige, was uns abhält ist die Sprachbarriere, denn es sind Franzosen...

Dienstag, 27. Februar 2018

Tag 239 - Karibisches Meer-Le Marin: Neues Dinghy!

Kurz nach Mitternacht übernehme ich meine Nachtwache. Wir fahren am Wind mit vollen Segeln, die Wellen sind nicht besonders groß, der Mond beleuchtet unser Schiff und über uns spannt sich ein wunderbarer Sternenhimmel. Das sind im wahrsten Sinne des Wortes Sternstunden! Neben uns liegt St Lucia, so nah, dass ich ein Netz bekommen und mit unserem Segelfreund Thomas über WhatsApp chatte – nett! Wir haben einen günstigen Winddreher bekommen und ich nähere mich unserer Kurslinie.
Später höre ich dann Oldies und wippe im Takt zu „Good Vibrations“. Leider dreht der Wind dann wieder zurück und wir können unser Ziel nicht mehr anliegen. Wir werden also noch einen Kreuzschlag machen müssen. Ich überlege schon, wann ich Ralf wecke, als er sich meldet. Im Osten ist schon das erste Licht zu sehen und wir machen zusammen die Wende. Aber hier unter Land ist der Wind chaotisch und so entscheiden wir uns, das letzte Stück unter Motor zurückzulegen.

Statt in St. Anne zu ankern fahren wir gleich weiter nach Le Marin und werfen dort unseren Anker. Ruck-Zuck ist das Beiboot im Wasser und der Motor dran. Ralf fährt an Land, um unser neues Dinghy abzuholen. Ich mache inzwischen klar Schiff, räume die Überreste der Nacht auf, packe die Sicherheitsleinen weg, ziehe die Baumpersenning über das Großsegel (wichtig, weil das UV-Licht hier alles kaputt macht), und setze die französische Gastlandsflagge.

Schon bald ist Ralf mit dem schönen, neuen Dinghy wieder zurück. Das alte wurde gleich fachgerecht entsorgt. Wir frühstücken und schlafen dann erst noch einmal ein wenig. Dann geht es zum Großeinkauf. Wir sind ja hier in Frankreich und entsprechend sind die Geschäfte ausgestattet. Ich sage nur: Käse! Pasteten! Brot! Der Leader Price (eine Art Aldi) hat geschickterweise einen eigenen Anlegesteg für die Segler gebaut und wir packen das Boot bis oben hin voll mit Vorräten.
Nach einer kurzen Verschnaufpause und einer kleinen Verkostung der gekauften Waren fahren wir zur zweiten Runde an Land. Diesmal geht es in den Carrefour, einen Supermarkt, der auch Markenprodukte hat. Da wir uns auskennen, nehmen wir gleich einen Einkaufswagen vom Leader Price mit (dann müssen wir den nicht mehr leer zurückbringen). Diesmal kaufen wir vor allem Cola Zero, Bier und ein kleines Glas Nutella...
Bis wir an Bord sind, ist es schon fast wieder dunkel. Nun muss die ganze Herrlichkeit noch irgendwo im Boot verstaut werden. Bis auf 12x Milch und 12x Cola ist schließlich alles verschwunden. Den Rest machen wir morgen, jetzt kommt erst einmal die sehr nötige Dusche. Ich warte immer damit, bis es dunkel ist, weil wir ja an Deck duschen…

Montag, 26. Februar 2018

Tag 238 - Bequia-Karibisches Meer: Kurs Martinique

Wir nehmen Abschied von Bequia und damit auch von „St. Vincent und den Grenadinen“ wie der Staat offiziell heißt. Die Hauptinsel St. Vincent wollen wir nicht besuchen, denn sie hat in Seglerkreisen einen ganz schlechten Ruf. Es gab verschiedene Überfälle, bei denen vor zwei Jahren sogar ein Segler getötet wurde, diverse Diebstähle und die „Boatboys“ sollen zum Teil sehr unangenehm und fordernd sein und nicht freundlich und hilfsbereit wie wir sie bisher kennengelernt haben. Gerade haben wir Freude getroffen, die erzählen, dass sie sich dort sehr unwohl gefühlt haben. Auch an St. Lucia fahren wir vorbei, denn diese Insel haben wir schon besucht. Also nehmen wir direkt Kurs auf Martinique, wo hoffentlich unser neues Beiboot auf uns wartet.

Das bedeutet eine Strecke von rund 95 sm, mindestens, denn der Wind kommt ziemlich von vorne und wir vermuten, dass wir nicht direkt zum Ziel fahren können. Nach vielen Tagen mit Starkwind sind die Bedingungen aber heute wesentlich besser. Der Wind hat Stärke 4-5 und der Seegang ist entsprechend angenehmer. Das erste Stück ist noch nicht hart am Wind, die Sonne scheint und die TRITON läuft prima – so schön kann Segeln sein!

Später müssen wir dann anluven und in der Abdeckung der Inseln teilweise etwas mit dem Motor mithelfen, aber insgesamt läuft es sehr gut. Auch die Stücke zwischen den Inseln, in denen es sonst manchmal heftig bläst sind diesmal nicht dramatisch. Um 18:00 Uhr geht dann die Sonne unter und um 20:00 Uhr lege ich mich hin und überlasse Ralf die erste Wache. Am Himmel schein ein silberner Mond und wir gleiten durch die Nacht.

Sonntag, 25. Februar 2018

Tag 237 - Bequia: Inselrundfahrt

Nachdem der Tag gestern in vieler Hinsicht grau war (Stimmung, Gesundheit, Wetter), strahlt heute wieder die Sonne von einem knallblauen Himmel. Passen dazu geht es mir wesentlich besser – auf diesem Weg danke für die lieben Worte und Wünsche. Es ist unser letzter Tag hier und wir wollen noch einen Ausflug über die Insel machen. Heute ist richtig was los, denn gleich zwei Segel-Kreuzfahrt-Schiffe liegen in der Bucht: Sea Cloud und Sea Cloud 2. Die herrenlosen (?) Hunde sind davon allerdings völlig unbeeindruckt und zeigen, dass sie ebenfalls die Kunst des "Limings" beherrschen.
Zuerst gehen wir noch zum örtlichen Arzt, der auch als Maler arbeitet. Ralf hat dort gestern ein Bild für unsere Sommerküche ausgesucht und das wollen wir jetzt abholen. Der Künstler hat geschickt Arztzimmer (klein) und Atelier (etwas größer) kombiniert und wir können ihm live bei der Arbeit (mit Ölfarben) zuschauen. Er heißt Dr. Patrick Chevallier und malt sehr realistische Seestücke und Unterwasserbilder. Hier erklärt er gerade, dass das Werk nach einem Jahr mit Firnis überzogen werden muss.
Dann suchen wir uns einen Taxifahrer aus. Eigentlich wollen wir nur zur Firefly Plantation, aber Terence bietet uns eine kleine Rundfahrt zu einem akzeptablen Preis an. So besuchen wir noch zwei Aussichtspunkte, Hamilton Fort und Mount Pleasant. Vom letzteren können wir (und ein paar Schafe) einen Blick auf Mustique am Horizont werfen.
Schließlich werden wir an der Firefly Plantage abgesetzt. Es ist nicht nur eine Plantage, sondern auch ein Hotel und Restaurant. Wir kommen pünktlich zur Mittagszeit an und entscheiden uns für das Sonntagsmenü. Umgebung und Aussicht sind wunderschön und auch das Essen ist zwar wieder die typisch karibische Kombination aber frisch und sehr gut zubereitet. Am Nachbartisch sitzen drei Ehepaare und als diese beginnen Fotos zu machen biete ich an, das zu übernehmen, damit alle im Bild sind. Im Gegenzug werden wir dann auch abgelichtet.
Um die Kalorien wieder abzuarbeiten, bekommen wir noch eine Führung über die Plantage. Wir sehen diverse Pflanzen und Früchte an den zugehörigen Bäumen (Guaven, Granatäpfel, Wachsäpfel, 1Bananen, Aloe Vera, karibische Kirschen, Kokosnüsse, Zitronengras, Thymian, Bequia Pflaume, Frangipani) und können sogar frisch gepressten Zuckerrohrsaft probieren.
Wieder zurück im Restaurant kommen wir mit den drei englischen Ehepaaren ins Gespräch und trinken mit ihnen noch einen Kaffee (in meinem Fall Cola light). Alle sind weitgereist und erzählen interessant. Ein Paar wohnt auf der Insel, er ist Architekt und hat nach und nach verschiedene Häuser renoviert, ein zweites lebt teilweise in Barbados, teilweise in England und kommt immer im Februar hierher. Sie nehmen uns netterweise mit ihrem Taxi zurück in die Hauptstadt.

Samstag, 24. Februar 2018

Tag 236 - Bequia: Getrennte Wege

Freitag ist MTX-Tag und das bedeutet meist eine abwechslungsreiche Nacht und ein schlappes Wochenende. Ich nehme seit einigen Wochen Tabletten und habe den Eindruck, dass diese weniger Wirkungen und dafür mehr Nebenwirkungen haben. Langer Rede kurzer Sinn: ich bleibe heute an Bord und Ralf macht sich alleine auf den Weg zum Landausflug.
Er hatte eigentlich vor, in Walmuseum oder ins  Bootsmuseum zu gehen, aber Nachforschungen auf der Touristinformation ergaben, dass beide geschlossen sind. Also nutzte er die Gelegenheit, um die Insel mit dem Bus und zu Fuß zu erkunden. Mit Rücksicht auf meine Knochen laufen wir sonst keine zu langen Stücke. Dabei entstand dieses Bild mit Blick über die Bucht.
Während Ralf unterwegs war, habe ich im Wesentlichen geschlafen. Ich habe immer den Eindruck, dass mein Körper sich gegen das MTX wehrt und intensiv versucht, das Zeug wieder loszuwerden, was dazu führt, dass der Stoffwechsel sehr angeregt wird und im Stundentakt funktioniert.
Ralf hat auch noch etwas zum Abendessen eingekauft. Fleisch bekommen wir hier fast nur tiefgefroren – heute gibt es Huhn mit Erdnuss-Sauce und Salat. Ich freue mich jedenfalls, als Ralf wieder zurück an Bord ist.
Aber erst einmal trinken wir Kaffee im Cockpit. Heute ist es relativ kühl und ausnahmsweise bedeckt. Dafür ist auch der Wind deutlich schwächer geworden. In de letzten Wochen pfiff er doch meist sehr heftig. Es ist aber immer noch so reichlich, dass die klassischen Walfangboote (die genau wie unser gestern gekauftes Modell aussehen) ganz schön auf dem Ohr liegen (s.o.).

Dann bohrt Ralf noch Löcher in die neuen Segellatten für unseren Sonnenschutz. Die alten waren so kurz, dass sie den Stoff durchgescheuert haben. Als letzte Tat ziehen wir dann noch die Baumpersinning über das Großsegel. Nun hoffe ich, dass es mir morgen besser geht.

Freitag, 23. Februar 2018

Tag 235 - Bequia: Besuch bei den Schildkröten

Normalerweise schlafen Ralf und ich immer im Salon. Früher war es praktisch, weil die Kinder dann hinter verschlossenen Türen vorne und hinten im Schiff lagen und wir das „Wohnzimmer“ abends für uns hatten. Und das haben wir dann auch später beibehalten. Diese Nacht haben wir eine Ausnahme gemacht, weil unsere Betten abgezogen und die Wäsche noch nicht wieder an Bord war. Also habe ich in der Achterkammer und Ralf im Vorschiff geschlafen. Geht auch, aber jetzt freue ich mich wieder auf mein eigenes Bett. Daffodil’s Marine Service hat heute Morgen die Wäsche geliefert, einwandfrei gewaschen und gefaltet und zum Preis von 25 EC pro Maschine (ca. 7,50 €), da bezahlen wir im Waschsalon mit Trockner mehr. Sehr empfehlenswert!

Wir haben herausgefunden, dass die Schildkröten-Station am Wochenende geschlossen hat und daher fährt Ralf noch zur FLOW und fragt, ob sie heute mitkommen wollen. Sie sind aber noch nicht fertig und daher machen wir uns alleine auf den Weg. Ein Taxi soll 40 EC einfach kosten, das finden wir sehr teuer, daher steigen wir in einen Bus, der eigentlich nicht dorthin fährt, aber bereit ist, für uns einen Umweg zu machen. Der Bus ist ein eher klappriges Modell und der Fahrer fährt wie ein Henker zunächst in die für uns falsche Richtung (Busroute). Als er dann noch 55 EC verlangt, wollen wir aussteigen und nur den normalen Buspreis bezahlen. Er lässt sich dann auf den Taxi-Preis ein und die Fahrt geht in den Norden der Insel.
Als wir auf den Hof der Station fahren, tut es einen Schlag: ein Reifen des Busses ist geplatzt, ein Ersatzrad ist nicht dabei… Wir gehen erst mal in die Station. Das ist eine private Initiative, die Eier der vom Aussterben bedrohten Hawksbill Turtle (Echte Karettschildkröte) sammelt, die Schildkröten aufzieht und diese dann nach fünf Jahren wieder in die Freiheit entlässt. Die Anlage selbst ist eine einfache Halle mit verschiedenen Becken, in denen Schildkröten unterschiedlichen Alters schwimmen. Ein junger Mann gibt ein paar oberflächliche Erklärungen. Gerade bei den Baby-Schildkröten schwimmen viele tote Tiere im Becken. Nicht wirklich schön. Es gibt auch noch ein paar ältere Tiere und eine ist ganz besonders an der Kamera interessiert.
Es kommt noch ein englisch-kanadisches Ehepaar mit dem Taxi und wir kommen ins Gespräch. Da unser Bus immer noch platt ist, können wir zusammen mit ihnen zurück nach Port Elizabeth fahren. Dort entscheiden wir uns, eine Kleinigkeit im Gingerbread Café zu essen. Es liegt ebenfalls direkt an der Bucht und gefällt uns sehr gut.
Nun müssen wir noch unseren Sonnenschutz vom Sattler abholen. Mir geht es heute besser, aber ich verzichte lieber auf den Fußmarsch und setze mich am Wasser in den Schatten. Dabei kann ich gut einige Herren beim „liming“ (s.o.) beobachten.
Der nächste Weg führt dann zu Mauvin, dem Modellboot-Bauer der alles fertiggestellt hat und zu Recht stolz sein Werk präsentiert.
Am Ufer finden wir noch eine echtes Doppelender-Boot, dass wohl gerade neu gestrichen wird. Von Februar bis April ist Walfang-Saison und letztes Jahr wurde tatsächlich ein Buckelwal erlegt.
Wir kaufen wieder Baguette und Salat und fahren zurück auf unser Schiff. Den ganzen Tag war es schon ungewöhnlich bedeckt und – für karibische Verhältnisse – kühl, aber kaum sind wir an Bord, fängt es richtig an zu regnen. Nicht nur ein kurzer, heftiger Schauer, wie wir das jetzt kennen, sondern langanhaltender Regen. Die Temperatur fällt auf den bisher niedrigsten Wert von 22°C.

Donnerstag, 22. Februar 2018

Tag 234 - Bequia: Viele Erledigungen

Wir haben eine ganze Reihe von Kleinigkeiten zu erledigen und so beginne ich schon vor dem Frühstück, die Betten abzuziehen und die Wäsche zu sortieren. Es ist schon eine Weile her, dass wir gewaschen haben und auch wenn wir nicht viel anziehen, so kommt doch einiges zusammen. Hier soll es einen sehr guten Wäscheservice geben „Daffodil’s Marine Service“, der die Wäsche direkt am Boot abholt oder auch Wasser, Eis und Diesel liefert. Über Funk klappt es zwar nicht, aber wir können das knallgelbe Boot auf uns aufmerksam machen und die Wäsche soll heute Abend fertig sein. Wahrscheinlich sind wir aber zu spät an Bord zurückgekommen.
Nach dem – relativ spärlichen – Frühstück (unsere Vorräte sind langsam aufgebraucht) wird unser Dinghy wieder nachgepumpt und dann mit einem Fall ins Wasser gehievt. Dann muss der Motor montiert werden. Dazu benutzen wir den Radarmast als eine Art Kran. Das ist vielleicht das letzte Mal, dass das alte Beiboot ran muss, denn in Le Marin wartet schon unser neues Modell. Heute wollen wir zum Sattler um unseren Sonnenschutz reparieren zu lassen. Also abbauen, zusammenrollen und dann los zum Dinghy-Dock. Dort werden wir unseren Müll los, aber der Sattler ist an einer anderen Stelle der Bucht. Also wieder zurück ins Beiboot und zum nächsten Dock. Wir finden „Bequia Canvas“ problemlos und es stellt sich heraus, dass die Eigner Deutsche sind. Gut, denn so können wir unsere Wünsche genauer erklären. Nebenan gibt es neue Segellatten und diese werden dann draußen zugeschnitten.
Noch ein kurzer Abstecher in die Touristinformation und dann ist unser nächstes Ziel das Bootsmuseum. Auf Bequia (wie auf Carriacou) wurden bis 1985 Holzboote gebaut. Auch heute noch dürfen mit traditionellen kleinen Booten bis zu vier Buckelwale im Jahr erlegt werden. Die Sargeant Brüder Wilson, Lawson und Timothy begannen 1966 mit dem Bau von Modellen der klassischen Walfangboote. Timothy leitet jetzt eine kleine Werkstatt, die wir auf dem Weg besichtigten und Lawson ist im Museum tätig.
Er hat offensichtlich einen Schlaganfall erlitten und ist nur schwer zu verstehen, aber er zeigt uns mit großer Begeisterung die einzelnen Exponate. Es gibt ein paar große Bootsmodelle, einige Bootsbau-Werkzeuge und zahlreiche Fotos. Als Queen Elisabeth (nach der die Hauptstadt Port Elizabeth 1937 benannt wurde) im Jahr 1985 Bequia mit ihrer Yacht BRITANNIA besuchte, durfte er ihr ein von ihm gebautes Modell ihrer Yacht überreichen. Im Museum hängt neben Bildern des Ereignisses auch ein entsprechender Dankbrief an den Gouverneur, in dem Lawson namentlich erwähnt wird.
Die Sargeant Brüder sind nicht die einzigen Modellboot-Bauer auf der Insel, denn einer ihrer ehemaligen Mitarbeiter hat sich selbstständig gemacht. Wir schauen auch dort noch vorbei und Ralf sucht ein in den traditionellen Farben lackiertes Boot aus. Der Meister selbst legt noch Hand an und bessert eine Stelle aus. Morgen können wir es dann abholen.
Mittlerweile haben wir Hunger bekommen. Das ist kein Problem, denn hier erleben wir eine für uns sehr angenehme Art von Tourismus. Nicht überlaufen, keine Resorts aber doch so viele Besucher, dass es nette Cafés, Bars und Restaurants gibt. Besonders gut gefällt uns der Weg am Ufer der Bucht entlang, wo zahlreiche Angebote zu finden sind. Da wir noch etwas „Richtiges“ essen wollen entscheiden wir uns für Mac’s Pizza, laut TripAdvisor das erste Haus am Platze. Wie die Pizza ist, können wir nicht beurteilen, aber die Burger sind ganz ausgezeichnet.
Wir kaufen noch Baguette und an einem Straßenstand Obst und Salat für heute Abend. Dabei treffen wir die Crew der FLOW, die in Martinique neben uns in der Marina lag. Wir überlegen, ob wir uns ein Taxi zur Schildkröten-Station teilen wollen und sie wollen sich nochmal deswegen melden.
Zurück an Bord muss Ralf sich erst einmal von den Anstrengungen des Tages erholen. Auch ich bin nicht fit, denn heute schmerzen Knochen und Gelenke. Daher bin ich froh, dass ich mich vor dem Abendessen noch etwas ausruhen kann. Ich sortiere und bearbeite noch die Fotos und suche aus, welche dann ins Blog kommen sollen.

Mittwoch, 21. Februar 2018

Tag 233 - Glossy Bay-Admirality Bay: Hart am Wind

Der Wind ist immer noch stark, aber wir wollen weiter nach Norden. Mustique ist zwar nur 15 Meilen entfernt, aber liegt genau im Wind, also nehmen wir gleich Kurs auf Bequia, das wir fast anliegen können. Mit zwei Reffs im Groß und anderthalb in der Fock kämpft sich die Triton voran. Gut, dass bei Sonne der Wind gefühlt gleich eine Stärke weniger hat. Und gut, dass wir Sir Henry haben, der gleich wieder lässig und zuverlässig die Arbeit übernimmt.
Selbst die Wellen können ihn nicht beeindrucken. Es gibt Wellen durch den atlantischen Schwell, Wellen durch den starken Wind, Tidenstrom und atlantischen Strom. Das alles führ zu einem chaotischen Wellenbild, bei dem am und zu eine richtig hohe dabei ist. Es kommt auch immer mal wieder ein heftige Böe und das Boot pflügt dann mit den Relingstützen durchs Wasser. Ich stehe dann fast auf der gegenüberliegenden Cockpitbank, um mich abzustützen.
Die Admirality Bay in Bequia liegt glücklicherweise sehr geschützt und wir bekommen dort von „Blue Skys“ eine Mooring angeboten. Die gefällt uns aber nicht, weil sie sehr dicht an anderen Booten liegt. Statt dessen nehmen wir eine weiter draußen, die „einem Freund gehört“. Unser Guide warnt vor Abzockern, die nur kassieren, ohne eine Mooring zu haben und vor den Bojen selbst, die nicht alle in gutem Zustand sein sollen. Wir testen also erst mal die Mooring mit 3000 Umdrehungen rückwärts, aber sie hält. Später kommt dann noch der angebliche Eigentümer „Bay Watch“ und kassiert, will uns aber keine Quittung geben. Wir sind gespannt, ob wir den richtigen bezahlt haben…
Eine besondere Attraktion ist die ROYAL CRUISER, ein Fünf-Mast-Vollschiff, das neu nach dem Vorbild der legendären PREUSSEN gebaut ist. Es bietet Raum für 227 Passagiere und 106 Personen Besatzung. Später werden alle Masten und Rahen noch beleuchtet, teilweise mit Farbwechsel, aber da ist es leider schon zu dunkel, um zu fotografieren.

Dienstag, 20. Februar 2018

Tag 232 - Canouan: Verschiedene Welten

Wir haben unser Golfcart bis 15:00 Uhr und so wollen wir es natürlich für eine Inselrundfahrt nutzen. Also machen wir uns wieder auf den Weg und nehmen noch einen jungen Mann mit, der auf der (einzigen) Straße in unsere Richtung läuft.
Diesmal fahren wir nach Norden zum Resort, aber da gibt es eine Schranke mit Security, die auf unsere naive Frage, ob wir uns drinnen umsehen können mit einem entschiedenen „No!“ antwortet. Gerüchteweise haben wir gehört, dass man nach Voranmeldung hineinkann, allerdings zu einem Preis von 250 US-Dollar pro Person. Das ist also eine völlig abgeschlossene Welt für sich. Wir können aber den Aussichtspunkt direkt davor anfahren und haben von dort aus einen wunderbaren Blick über die Bucht.
Nicht ganz so exklusiv ist das Tamarind Hotel. Dort gibt es ein italienisches Delikatessen-Geschäft, wo wir ein Sandwich und eine Dose Cola kaufen. Sonst ist der Laden uns zu teuer, so kostet z.B. eine (sehr kleine) Dose Nutella 38 EC, das sind 11,40 €. Selbst Nutella-Junkie Ralf verzichtet. Wir teilen uns das Sandwich dann auf der ausgestorbenen Terrasse, wieder mit Blick über die Bucht (s.o.). Es ist Hauptsaison in der Karibik, aber hier fehlt ganz klar die Kundschaft.
Das Kontrastprogramm gibt es dann wieder im Ort, wo Ralf die gestern gekauften Äpfel für gut befunden hat und wir daher noch weitere besorgen. Wieder eine ganz andere Stimmung und Umgebung. Hier gibt es wenig Tourismus, nur die paar Segler, die in der Bucht liegen. Die Gäste in den Resorts bleiben lieber unter sich. Auch diesmal haben wir zwei Fußgänger mitgenommen. Die Insel ist so klein, dass die Busse nur selten fahren. Wir werden von vielen freundlich auf der Insel begrüßt und bekommen auch noch den Weg gezeigt.
Auch zu unserem Hafen gehört ein Restaurant und dort fahren wir auf dem Rückweg vorbei. Unterwegs kommt – wie mehrmals am Tag – eine Schauerbö und wir stellen fest, dass das Dach des Golfcarts nicht wirklich gegen Regen schützt. Wieder sind wir in der Welt der Reichen und Schönen gelandet, zumindest was die Umgebung betrifft, die wirklich sehr geschmackvoll gestaltet ist.
Was nicht da ist, sind die Reichen und Schönen, denn auch hier ist nichts los. Das mag sich ändern, wenn erst einmal die Hafenanlage und das dazugehörenden Resort fertig ist. Wir bestellen jedenfalls einen Cappuccino und einen Smoothie (beide ganz ausgezeichnet) und genießen diese mit Blick über die Karibische See. Wir kommen uns vor wie in einer Filmkulisse.
Wir geben unser Golfcart zurück und ziehen uns für eine kurze Verschnaufpause in unsere eigene Welt zurück. Wir sind uns einig: wir wollen weder in dem verschlafenen Dorf noch im exklusiven Hotel leben sondern am liebsten ist uns unser vertrautes Boot.
Das hält uns allerdings nicht davon ab, für unsere abendliche Erfrischung im Wasser wieder zurück zum Hafenrestaurant zu gehen. Die Gäste der Marina dürfen den schönen Pool dort ebenfalls benutzen.
Das Restaurant liegt auf der anderen Seite des langgestreckten Hafenbeckens aber es werden von der Marina extra Fahrräder zur Verfügung gestellt. Der Liegeplatz hier ist zwar kein Sonderangebot (2 US-Dollar pro Fuß), aber dafür wird auch einiges geboten. Im letzten Licht fahren wir zurück zum Boot, wo Ralf dann Spaghetti mit köstlicher Hackfleisch-Sauce kocht.
Ich bin nicht ganz sicher, wie ich diese Resorts finden soll. Klar ist, dass durch diese gesamte Anlage hier und auch im Norden jede Menge Arbeitsplätze geschaffen werden. Bei den Bautätigkeiten und bei der Pflege und dem Betrieb des ganzen Geländes sehen wir überwiegend Einheimische. Auf der anderen Seite dürfen diese dann eben große Teile ihrer Insel nur noch als Arbeitnehmer betreten. Ohne Resorts ist hier soweit wir das sehen konnten absolut nichts los. Aber es ist schon eigenartig, zu erleben, wie hier Super-Luxus-Tourismus auf verschlafene Ländlichkeit trifft.