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Sonntag, 1. April 2018

Zusammenfassung: März 2018


Statistik
Seemeilen: 341
Motorstunden: 19
Segeltage: 13
Nächte auf See: 1
Liegetage: 18
Häfen/Ankerplätze: 13 
Martinique: St. Anne, Anse Miton (A), Marina Z’Abricot, St. Pierre
Dominica: Prince Rupert Bay (M)
Guadeloupe: Point-A-Pitre, Ilet du Gosier (A), Pigeon Island (A), Deshaies (A)
Les Saintes: Anse de Bourg (A)
Antigua: English Harbour, Jolly Harbour (A)
St. Barts: Gustavia (A)
St. Martin: Marina Fort Louis
                                                      
Segeln und Wetter
Bis Martinique waren wir in den Windward Islands – also Gegenwind bei der Fahrt nach Norden. Das hat sich jetzt geändert, denn die weiteren Inseln sind die Leeward Islands. Sie machen einen sanften Bogen nach Westen und der Wind kommt nun eher halb oder sogar etwas von hinten. Außerdem ist jetzt im März die Zeit des starken Christmas Winds vorbei.

Für uns bedeutet das überwiegend Wind in angenehmer Stärke aus angenehmer Richtung, so dass unsere Segeltouren richtig Spaß machen. Nur auf Dominika pfeift uns der Wind am Ankerplatz noch so richtig um die Ohren und dort kommen (durch die hohen Berge) auch immer wieder kräftige Regenschauer. Seit Guadeloupe regnet es wesentlich weniger – dafür ist es manchmal an windgeschützten Orten sehr warm. Im Moment sind wir auf St. Martin und hier kühlt es abends jetzt schon auf 23°C ab – für uns sehr ungewohnt…

Boot
Bei unserem Anker (ein 25 kg Spade, mit dem wir sehr zufrieden sind) funktioniert der Schalter der Ankerwinde nicht mehr richtig. Wir bekommen auf Martinique einen neuen und tauschen ihn aus. Auf St. Martin wird die Ankerkette nochmal neu farbig markiert – es ist wichtig zu wissen, ob wir ausreichend Kette herausgelassen haben (3-5 mal Wassertiefe laut Echolot).

Auch auf St. Martin kommt unser Paket mit den Z-Profilen für die kleinen Seitenfenster an, die Ralf vor unserer nächsten längeren Fahrt montieren will. Fünf von 10 Fenstern sind schon fertig. Überhaupt wollen wir hier auf St. Martin noch alle wichtigen Arbeiten am Boot erledigen, weil wir davon ausgehen das es auf den Virgin Islands nicht mehr so viele Möglichkeiten dafür gibt.
Zwischendurch hat Ralf noch unser neues Beiboot geklebt, dass versehentlich bei einem Anlegemanöver am Heck der Triton ein kleines Loch bekommen hat. Sonst sind wir mit dem Zustand des Bootes sehr zufrieden.

Verpflegung/Versorgung
Wir kaufen größere Mengen in Martinique und auf Guadeloupe ein, denn hier gibt es europäische Waren zu guten Preisen. Auf den anderen Inseln ergänzen wir mit Brot und frischen Produkten. Insgesamt ist die Versorgungslage hier sehr gut. Wir gehen auch ab und zu auswärts essen, meist ein Imbiss auf Ausflügen und finden, dass auch da das Preis-Leistungsverhältnis auf den französischen Inseln am besten ist.

Crew
Das war jetzt unser neunter Monat an Bord – seit 271 Tagen sind wir praktisch 7 Tage die Woche, 24 Stunden am Tag zusammen, ein echter Beziehungstest. In diesem Monat haben wir uns gut verstanden. Irgendwie haben wir immer noch Gesprächsthemen, sei es über Pläne, Erlebnisse, neue und alte Freunde, Familie, Politik, Bücher, menschliches Verhalten, Ethik und Moral, Beziehung im allgemeinen und speziellen, Länder, Eindrücke etc.

Sightseeing
Auf Martinique waren wir ja schon im Januar und daher machen wir keine großen Ausflüge. Stattdessen sind wir mit Fähre, Bus und zu Fuß unterwegs und gehen ein wenig Shoppen in Fort de France und beim Decathlon.

Auch Dominica hatten wir schon im Januar besucht, aber diesmal gehen wir nicht in die Hauptstadt Roseau, sondern in die Prince Rupert Bay im Norden der Insel. Dort haben sich die Guides zur PAYS Organisation zusammengeschlossen und bieten verschiedene Führungen an. Wir fahren auf dem Indian River und nehmen an einer Rundfahrt über die Insel teil – wild und schön, aber sehr viele Schäden durch den Hurrikan Maria letztes Jahr. Hier fällt ganz besonders die Freundlichkeit der Menschen auf – wir werden mehrfach auf der Straße angesprochen und herzlich begrüßt. Wir spüren dass wir willkommen und wichtig für die Wirtschaft der Insel sind – unbedingt besuchen!

Ganz neu für uns war Guadeloupe, auch wieder eine französische Insel. Unsere Ausflüge führen uns in den hohen, vulkanischen Westteil und der gefällt uns landschaftlich ganz besonders gut. Ganz besonders viel Spaß macht uns verschienene Besuche bei Wasserfällen und das Baden in den dazugehörenden Seen. Die Marina in Point-A-Pitre ist groß und gut ausgestattet und wir fühlen uns wie in Europa.

Noch europäischer ist es dann auf den Saintes, einer Inselgruppe im Südosten, die auch zu Guadeloupe gehört. Sehr gepflegt mit vielen Touristen und entsprechenden Angeboten. Wieder zurück in Guadeloupe erkunden wir noch Pigeon Island (schönes Schnorcheln) und Deshaies (viele Pelikane) an der Westküste.

Unsere nächste Insel ist wieder eine mit englischer Vergangenheit: Antigua. Wir liegen ganz wunderbar in der Marina von English Harbour. Das ist gleichzeitig die größte Touristenattraktion. Bei anderen Ausflügen auf der Insel haben wir zwar schöne Erlebnisse, aber wirklich attraktive Tipps zum Sightseeing gibt es nicht. Sehr empfehlenswert ist jedoch das sonntägliche Barbecue auf Fort Shirley, das seit über 30 Jahren dort regelmäßig veranstaltet wird. Steelband, Sonnenuntergang, wunderbare Aussicht, leckeres Essen – ein tolles Erlebnis. Weniger attraktiv ist Jolly Harbour – das Wasser ist milchig, der Ankerplatz rollig und die Fahrt an Land weit.

Wieder zurück in Frankreich und in der Welt der Schönen und Reichen sind wir auf St. Barthélemy (St. Barts). Die kleine Insel ist ein einziges Luxus-Resort. Viele Superyachten, viele exklusive Geschäfte, viele elegante Villen und sehr viele Autos. Wir haben viel Spaß auf einer Inselrundfahrt mit einem Quad und es gibt wirklich sehr schöne Strände und fantastische Aussichtspunkte.

Nun sind wir auf St. Martin, einer kleinen Insel mit einem französischen und einem niederländischen Teil. Wir haben noch nicht viel angesehen, weil wir uns hier um die TRITON und verschiedene Fragen der Organisation und Verwaltung kümmern wollen/müssen. Bisher kennen wir nur die französische Inselhauptstadt Marigot, die vom Hurrikan Irma schwer angeschlagen ist.

Begegnungen
Wieder sind die Begegnungen mit anderen Seglern etwas ganz Besonderes. Jeder, der bis hierher gekommen ist, hat ganzes Stück interessanten Weg hinter sich. Auf Dominica treffen wir Lynn und Mark von der ROXY, Susea und Gene von der MOODY BLUES (beide aus USA) und Bruna und Marco von der italienischen GAGIANDRA, die mit uns an Ausflügen teilnehmen. Auf Guadeloupe gibt es ein Wiedersehen mit Kerstin und Ralf von der LOTHLORIEN und mit Daniel von der AQUAVITE.

Auf Antigua haben wir nette Nachbarn im Hafen: die OCEAN HOBO aus England mit Linda und Ian, und die LA CAPITANA aus Finnland. Ganz zufällig treffen wir Gaby und Markus von der KISU und Amanda und Simon von der CARRIED AWAY wieder – richtig nett. Dadurch lernen wir dann auch noch Sam und Adrian von der NEVA kennen. Mit der Crew der LOTHLORIEN und Margret und Martin von der TOCCATA gehen wir gut essen.

Daneben folge ich auch einer ganzen Reihe von Segeln über ihre Blogs, Facebook und Instagram oder ich „stalke“ sie auf Marinetraffic – immer interessant zu lesen, wo die anderen sind und was sie so erleben. Mit Segelfreunden, die in andere Richtungen oder in einer anderen Geschwindigkeit fahren, sind wir über Mail, WhatsApp und andere Messenger verbunden – wirklich ein gutes Gefühl, ein Teil dieser internationalen Gemeinschaft zu sein.

Neben den Seglern haben wir natürlich auch noch Kontakt mit zahlreichen anderen Menschen, die hier leben und arbeiten. Besonders gut haben uns die Mitglieder von PAYS auf Dominika gefallen, z.B. Martin „Providence“, der einen wirklich guten und mehrsprachigen Service angeboten hat. Mein persönlicher Favorit ist Didier, der Taucher, der uns bei unserem Anker-Missgeschick so schnell und gut geholfen hat – selten einen so sympatischen und charmanten Menschen getroffen!

Fazit
Entspanntes und schönes Segeln in den Leeward Islands, sehr vielseitige Erlebnisse und viele nette Begegnungen. Als Charter-Revier finden wir bisher Guadeloupe am besten. Die Insel selbst bietet viele verschiedene Buchten und Häfen und die Nachbarinseln Marie Galante, Les Saintes, Dominica und Antigua können mit Tagestörns erreicht werden.

Bevor wir hier waren, haben wir uns gefragt, was wir vier Monate in der Karibik machen sollen, aber die Zeit vergeht wirklich wie im Fluge. Nun wollen wir noch einen Monat auf den Virgin Islands verbringen und dann ist es schon Zeit für den Sprung auf die Bermudas und dann an die US-Ostküste.

Donnerstag, 8. März 2018

Tag 247 - St. Pierre - Prince Rupert Bay: Regen, Wind und Regenbogen

Wie geplant stehen wir heute früh auf, denn wir wollen die 54 sm im nach Portsmouth sicher im Tageslicht schaffen. Als wir um 6:30 Uhr den Anker hochholen sind wir nicht die einzigen und insgesamt vier Schiffe machen sich auf den Weg nach Norden. In der Abdeckung von Martinique ist es fast windstill und so ziehen wir alle nur das Groß hoch und motoren los.
Sicherheitshalber haben wir gleich ein Reff eingebunden, denn die nördlichen Spitzen haben oft unangenehme Auswirkungen auf Wind und Wellen und die Durchfahrten zwischen den Inseln wirken wie eine Düse. Kaum sind wir um die Ecke bekommen wir reichlich Wind und Wellen und dann kommt auch noch eine schwarze Wand auf uns zu: Schauerböe! Aber die Triton und Sir Henry haben die Sache gut im Griff und schon bald scheint wieder die Sonne und wir bekommen einen schönen Regenbogen.

Wir trauen dem Frieden aber nicht so recht, denn neben uns wird es schon wieder schwarz. Wir binden auch noch ein Reff in die Fock und dann geht es auch schon los mit Wind und einem richtigen Wolkenbruch. Die Sicht wird nahezu Null und wir sind froh, dass wir unsere Mitstreiter noch auf dem AIS sehen können. Mitten im Getümmel geht auf einmal der Wind völlig weg und wir fahren für 10 Minuten mit Maschine – dann bläst es wieder und weiter geht die schnelle Fahrt.
Erst in der Abdeckung von Dominica wird es ruhiger, aber wir können trotzdem noch fast die ganze Strecke segeln. Für das letzte Stück machen wir dann die Maschine an. Als wir uns der Bucht „Prince Rupert Bay“ im Norden von Dominica nähern treffen uns noch einmal starke Fallböen von dem nahegelegenen „Rollo Head“. Zwischendurch gibt es auch immer mal wieder einen Regenschauer. Daher bekommen wir auch bei der Ansteuerung von Portsmouth nochmal einen wunderbaren Regenbogen zu sehen. Das war schon bei unserem letzten Besuch in Roseau im Januar so und Dominica wird für mich immer die Insel der Regenbogen bleiben.
Diese Bucht hatte – ähnlich wie jetzt St. Vincent – in Seglerkreisen einen sehr schlechten Ruf. Vor einigen Jahren hat sich daher eine Gruppe von jungen Männern zusammengeschlossen und die „Portsmouth Assiciation of Yacht Services“, kurz PAYS, gegründet. Sie bieten Moorings an, veranstalten Barbecues am Ufer, organisieren Touren und sorgen für Sicherheit. Wir werden gleich von einem Mitglied „Providence“ freundlich begrüßt und bekommen Hilfe mit einer Mooring. Später werden wir auch noch zu einem Barbecue am Strand eingeladen und morgen wollen wir an einer River-Tour teilnehmen.

Zwischen zwei Regenschauern bauen wir noch unser Beiboot auf, aber an Land wollen wir heute nicht mehr, denn bis wir dort sind, würden wir pitsch-patsch nass sein und da bleiben wir lieber in unserem gemütlichen, warmen Boot. Ziemlich warm, denn wegen des Regens können wir die Luken immer nur kurz öffnen… Ein wettertechnisch sehr abwechslungsreicher Tag: zwischen Windstille und mehr als 6 Windstärken war alles dabei. Wolkenbruchartiger Regen, mehrfach wunderbare Regenbogen und so viel Sonne, dass Ralf, obwohl gut vorgebräunt – einen Sonnenbrand hat (was er natürlich leugnen wird).

Mittwoch, 7. März 2018

Tag 246 - Z'Abricot-St. Pierre: Ruhige Fahrt

Wir haben es nicht eilig und daher beschließen wir, auf dem Weg nach Dominica nochmal in St. Pierre im Norden von Martinique eine Nacht zu verbringen. Also nutzen wir den Vormittag, um die TRITON noch etwas sauberer zu machen. Ralf nimmt sich Bad und Cockpit vor und ich tauche in die Tiefen des Kühschranks. Schrank ist eigentlich das falsche Wort, denn es handelt sich eher um ein „Kühl-Loch“ in der Ecke der Küche zwischen Herd und Spüle. Wenn ich flach auf dem Bauch liege, komme ich gerade eben auf den Boden und es ist ganz erstaunlich, was da alles hineinpasst. Damit das einigermaßen sortiert ist, aber wir verschiedene Plastikeinsätze und Tupper-Dosen am Start und aus- und einräumen ist mehr so eine Art Tetris… Aber am Ende ist alles sauber und verstaut.
Wir tanken Wasser und Ralf meldet uns aus Martinique ab, eigentlich kein Problem, weil EU und er selbst die (immer wieder gleichen Daten – warum wird das nicht gespeichert?) am Computer im Hafenbüro erfassen kann. Dann wird es nur noch gestempelt, aber der Stempel ist nicht aufzufinden… und auch die Daten des Wasserzählers sind nicht eindeutig. Ralf bezahlt schließlich einfach einen Kubikmeter (1000 l), die wir sicherlich nicht gebraucht haben, aber er kostet nur 2,02 €. Bürokratie eben…

Mittags geht es dann gemütlich und fast ohne Welle los. Wir fahren an der schönen Küste entlang und können sogar 12 sm unter Segeln zurücklegen. Da unsere große Selbststeueranlage wieder nicht richtig geht (da muss eine bessere Lösung her), darf „James“ wieder ran, der das Ruder von Sir Henry elektrisch bewegt. Einziger Nachteil: wir müssen zur Einstellung aus dem Cockpit – aber bei so ruhigen Verhältnissen ist das schnell erledigt.
In St. Pierre waren wir schon, daher verzichten wir auf einen Landausflug genießen den Ausblick auf den Mount Pelée und später wieder einen schönen Abendhimmel. Morgen wollen wir mit dem ersten Licht los und bis nach Portsmouth im Norden von Dominica segeln.

Dienstag, 6. März 2018

Tag 245 - Marina Z'Abricot: Hafentag

Wir wechseln gerne 10-14 Tage vor Anker oder an der Mooring mit ein paar Hafentagen ab. Im Hafen gibt es Wasser, Strom, WLAN, richtige Duschen und wir können ohne Beiboot an Land, draußen ist es oft luftiger und angenehmer, die Umgebung schöner und wir können direkt vom Boot aus Schwimmen.

Heute sind wieder Wartungs- und Verwaltungsarbeiten geplant. Ralf fährt noch einmal nach Fort de France um einen neuen Schalter und ein neues Relais für unsere Ankerwinde zu kaufen. Während er unterwegs ist nutze ich den Landstrom zum Saugen und beginne mich um Mail, Finanzen und Versicherungen zu kümmern. Ralf ist erstaunlich schnell wieder da und schaut erst einmal nach dem Diesel in unserem zweiten Tank (unter meiner Koje). Es gibt die sogenannte „Dieselpest“, fiese Bakterien und Pilze etc., die in der Grenzschicht zwischen Wasser und Diesel leben können.  Diese bilden dann einen Schleim, der das ganze Kraftstoffsystem verstopft. Als vorbeugende Maßnahme geben wir Grotamar 82 hinzu, das genau das verhindern soll. Allerdings haben wir diesen Tank seit zwei Jahren nicht verwendet und daher heute die Kontrolle. Es ist aber alles OK.
Ich sitze weiter am PC und Ralf kümmert sich um den Anker-Winden-Schalter. Erst sieht es so aus, als könnte Reinigung der Kontakte und etwas WD40 das Problem lösen, doch es stellt sich heraus, dass das Kabel defekt ist. Daher kommt der neue Schalter zum Einsatz. Ab und zu darf ich von unten an den Kabeln ziehen. So wie es aussieht, funktioniert die Winsch jetzt wieder und das ist auch gut, denn wir haben keine Lust, bis zu 70 m Kette per Hand hochzuholen…
Sonst steht heute nur noch Essen und vor allem richtig Duschen auf dem Programm. Es ist doch ein Unterschied, ob es eine richtige Duschkabine mit Licht und warmen Wasser gibt oder ob ein Gardena-Schlauch mit lauwarmen Wasser (das auch noch gespart werden muss) draußen auf dem Achterdeck zum Einsatz kommt.

Montag, 5. März 2018

Tag 244 - Anse Mitan-Marina Z'Abricot: Anker-Abenteuer

Wir haben lange geschlafen, nett gefrühstückt und ausführlich mit Freunden daheim telefoniert. Das Wetter ist immer noch schön und der Wind immer noch schwach, aber mittlerweile hat er um fast 180 Grad gedreht. Nicht optimal, wenn wir vor Anker liegen, weil die Zugrichtung ja jetzt entgegengesetzt ist. Wir wollen kurz schwimmen gehen, dann noch mal hier an den Strand und danach in die Marina fahren.
Beim Schnorcheln checken wir auch immer den Anker. Ich schwimme also an der Oberfläche entlang der Kette und kann erkennen, dass der Anker nicht mehr nett im Sand eingegraben ist, sondern in einer Struktur festhängt. Nähere Betrachtung ergibt, dass es sich offensichtlich um ein halb im Boden versunkenes Wrack handelt. Hmm, das gefällt uns nicht und wir befürchten Probleme.
Wir streichen also den Landausflug und beschließen, erst einmal zu versuchen, den Anker aufzuholen. Gesagt, getan. Unsere elektrische Ankerwinde brummt, die Kette rasselt und dann wird auf einmal nicht der Anker hoch, sondern unser Bug nach unten gezogen. Mist! Wir versuchen den Anker in verschiedenen Winkeln auszubrechen, indem wir über ihn fahren und mit Motor und Winde ziehen. Dabei fliegt dann auch noch die Sicherung der Ankerwinde raus. Was sich nicht bewegt, ist der Anker. Der hängt bombenfest.

Wir beschließen, uns Hilfe durch einen Taucher zu holen. Auch hier ist unser Handbuch (Doyle Guide) hilfreich, denn es liefert den Namen einer Tauchschule um die Ecke. Das Internet spuckt dann auch noch die Telefonnummer aus und tatsächlich ist auch Sonntag jemand zu erreichen. Nach einigen Missverständnissen (wir wollen keinen Tauchausflug, sondern eine Rettungsmission) kommt Didier von „Attidude Plongée“ wenig später zu unserer Unterstützung.
Ralf schildert das Problem und Didier, der recht gut englisch spricht und sehr freundlich und professionell auftritt, verschwindet unter der Oberfläche, um sich die Lage erst einmal anzusehen. Ralf lässt die Kette locker und schon nach kurzer Zeit ist Didier wieder da und berichtet, dass sich die Ankerkette (wohl durch die 180 Grad Drehung) unten am Wrack verwickelt hatte. Er konnte die Sache aber Rückabwickeln und denkt, dass das Problem nun gelöst ist. Damit es nicht nochmals passiert, will er jetzt den Anker noch ein Stück vom Wrack weglegen. Während er sechs Meter unter uns mit dem Anker hantiert, beginnt die TRITON durch die längere Kette nach hinten zu treiben und kommt dem Boot hinter uns bedenklich näher…
Ralf verkürzt die Kette per Hand und wir können noch rechtzeitig stoppen – puh. Didier taucht wieder auf, die TRITON liegt fest (aber nicht zu fest) und der Adrenalinspiegel sinkt langsam wieder auf ein normales Maß. Wir bedanken uns ganz herzlich für den Sonntags-Rettungs-Einsatz und winken unserem netten Helfer zum Abschied zu.
Wir verpacken Außenbord-Motor und Beiboot und können die Ankerwinsch durch leichte Schläge auf den Hinterkopf (bzw. das Relais) wieder zum Leben erwecken. Aber da ist offensichtlich – ganz unabhängig von unseren Wrack-Verstrickungen – etwas mit Schalter und/oder Relais nicht in Ordnung. Dann fahren wir langsam und nur unter Fock das kurze Stück zur Marina Z’Abricot, die wir schon von unserem letzten Besuch auf Martinique kennen. Dort bekommen wir noch einen freien Platz und treffen auch die VELA DARE wieder. Wir hoffen, dass wir das Anker-Problem noch hier auf Martinique lösen können.

Sonntag, 4. März 2018

Tag 243 - Martinique: Fort de France

Nach dem grauen Regentag gestern haben wir heute wunderbaren Sonnenschein und kleine weiße Wolken. Von unserem Ankerplatz in der Anse Mitan fahren wir um die Ecke zur Marina in Pointe du Bout. Dort wollen wir gerne einen Liegeplatz von Sonntag auf Montag haben aber leider ist nichts frei. Wir werden also wir morgen noch einmal zur Marina Etang Z’Abricot (gegenüber) verholen. Wieder nehmen wir die Fähre nach Fort de France, um noch etwas einzukaufen.
Vor vielen Jahren hatte ich in der Schule Französisch-Unterricht. Mein schlechtestes Fach, ich habe es gehasst! Im letzten Jahr hatte ich eine Liste, auf der ich jede Stunde durchgestrichen habe… Ralf hat mich schon in der Bretagne mit seinen Französisch-Kenntnissen beeindruckt und auch hier kommuniziert er sehr erfolgreich. Was mich überrascht ist, dass irgendwo ganz tief in meinem Gedächtnis doch einiges gespeichert ist und ich tatsächlich auch in der Lage bin, mich in Drei-Wort-Sätzen verständlich zu machen. So haben wir auch herausgefunden, wie wir Franzosen zum Englisch Sprechen bringen können: wir stammeln auf Französisch und sie antworten dann Englisch (obwohl sie vorher abgestritten haben, die Sprache zu sprechen…).

Heute wären wir aber auch mit Deutsch durchgekommen, denn im Hafen von Fort de France lag die AIDAmar und die Stadt war fest in deutscher Hand. Wir waren zu Beginn unserer Reise etwas zweifelnd, ob der Kreuzfahrt-Tourismus hier sinnvoll für die Bevölkerung ist, haben aber dann in Dominica gesehen, wie problematisch es ist, wenn die Schiffe monatelang ausbleiben. Wir unser Taxifahrer dort sagte: „Wir brauchen den Tourismus!“.
Seit Monaten trage ich immer die gleichen Oberteile, Hosen und Kleider und einige habe ich schon aussortiert, weil sie zerrissen oder verschlissen waren. Daher hätte ich gerne Ersatz. Grundsätzlich ist das kein Problem, weil es wegen der vielen traditionell gebauten Damen viel Auswahl in meiner Größe gibt. Aber ich habe wohl zu genaue Vorstellungen und daher sind wir nicht erfolgreich.
Am Ende kaufen wir nur eine Speicherkarte, um den Plotter etwas zu entlasten und Obst und Gemüse auf dem farbenfrohen Markt. Heute geht es mir viel besser als letzte Woche und ich bin recht gut unterwegs.
Gut unterwegs bin ich dann auch auf dem Rückweg zum Schiff. Wir haben im Laufe der Zeit eine Aufgabenverteilung entwickelt, so dass jeder normalerweise nur bestimmte Arbeiten erledigt. Heute haben wir mal getauscht: ich steuere das Beiboot und Ralf fotografiert – geht auch und macht Spaß!
Zurück an Bord erleben wir eine sehr schöne Überraschung, denn Trudi und Dölf von der MARIPOSA liegen bei uns in der Bucht und kommen spontan vorbei. Sie sind jetzt auf dem Weg nach Grenada im Süden und geben uns Tipps für Guadeloupe und Antigua. Weil wir nach Norden wollen, war das vermutlich das letzte Treffen – schade! Ich bin nicht bis zum Ende des Gesprächs dabei, denn ich bin mit Max zum Telefonieren verabredet – immer eine Freude, von den Kinder und ihren Freunden zu hören. Während wir reden erleben wir wieder einen wunderbaren Sonnenuntergang.
Heute Abend ist es fast windstill, ganz ungewohnt für uns. Die Lichter an Land spiegeln sich im ruhigen Wasser und unser abendliches Bad ist ganz ohne Wellen und Strömung besonders nett.

Samstag, 3. März 2018

Tag 242 - Martinique: Europäische Verhältnisse

Einer der großen Vorteile an Martinique ist die Möglichkeit, sehr preisgünstig zu telefonieren (0,03 €/Minute) und das nutze ich heute Morgen für ein ausführliches Gespräch mit meinen Eltern. Wie schön, dass das Roaming innerhalb der EU gerade rechtzeitig zum Start unserer Reise abgeschafft wurde. Dann machen wir uns auf den Weg nach Fort de France. Dafür geht es erst einmal mit dem Beiboot an Land und dann weiter mit einer kleinen Personenfähre über die Bucht.
Fort de France empfängt uns mit Regen und wir entscheiden spontan, ins Industriegebiet zum Baumarkt und zu Decathlon zu fahren. Auch hier gibt es Mini-Busse, die wir in der Karibik kennen- und schätzen gelernt haben. Allerdings ist Martinique Europa und das bremst das karibische Flair etwas. Die Busse befördern nur die vorgesehene Anzahl von Personen, sie sind nicht individuell bemalt, es läuft keine laute Musik und auch die Hupe wird nicht eingesetzt als Überholsignal, vor Kurven, zum Grüßen von Bekannten etc. Es fehlt auch ein Kassierer, der jeden, der nur annähernd in die richtige Richtung läuft zum mitfahren animiert. Dafür gibt es richtige Haltestellen und eine extra Busspur. So kommen wir gut, schnell und etwas langweilig an unser Ziel.
Erst einmal gibt es etwas zu essen im Galeria-Einkaufzentrum, dann kaufe ich noch etwas Wäsche, Ralf bekommt im Baumarkt Kabel und Schlauch und im Decathlon gibt es wieder eine neue Easybreath Maske zum Schnorcheln. Meine war ja in Grenada über Bord geweht worden und ich vermisse sie. Die Geschäfte sind alle extrem klimatisiert und das Angebot ist europäisch – wir vergessen ganz, dass wir eigentlich in der Karibik sind. Auch draußen ist das Wetter grau in grau, nur die Temperatur stimmt nicht ganz.

Dann das ganze Programm rückwärts – etwas karibisches ist auch hier dabei: es gibt keine Busfahrpläne, einfach in den nächsten, der kommt einsteigen und wenn er voll ist hat man eben Pech gehabt. Wir kommen sicher wieder in Fort de France an, essen noch ein leckeres Eis und dann geht es mit der Fähre zurück zu unserer Ankerbucht und mit dem Dinghy zur TRITON. Abends gibt es Kartoffeln mit Quark, ganz wunderbar – das haben wir lange nicht mehr gehabt!

Freitag, 2. März 2018

Tag 241 - St. Anne-Anse Mitan: Schönes Segeln

Noch ein Nachtrag zu gestern Abend: entgegen anderslautender Behauptungen war die Musik vom Nachbarn nicht um 0:00 Uhr zu Ende – das war nur die Zeit zu der gewisse Crewmitglieder eingeschlafen sind. Die Party (mit Musik) ging weiter bis mindestens 1:30 Uhr…

Martinique hat viele schöne Buchten und heute wollen wir eine besuchen, die wir noch nicht gesehen haben. Es sind nur etwas über 20 sm und so kann Ralf endlich offiziell einklarieren und bei der Gelegenheit noch Baguette, Croissant, Tarteletts und (sehr gutes) Brot mitbringen. Nach dem ausgiebigen Frühstück geht es dann bei strahlender Sonne los. Der Wind ist optimal, durch die Abdeckung der Insel gibt es fast keine Welle und wir können sogar das Beiboot nachschleppen – so schön kann Segeln sein!

Mir geht es heute sehr gut und ich nutze die Gelegenheit ohne Dinghy auf dem Vordeck, um an verschiedenen Orten Selbstportraits zu machen. Ich habe einige Rückmeldungen bekommen, dass ich so selten auf den Fotos zu sehen bin – also habe ich etwas experimentiert. Allerdings hatte ich nicht vor, ausschließlich Bilder von mir zu zeigen und ich habe auch andere Motive fotografiert. Wie sich aber dann abends herausstellte, war die Speicherkarte nicht in der Kamera, sondern noch im PC – ein klassischer Fehler .

Bis ich das bemerkt habe war es total dunkel, nicht die optimalen Bedingungen zum Fotografieren… Ich habe dann versucht, aus der Not eine Tugend zu machen und – mit hochgedrehter ISO – ein paar Nachtaufnahmen zu versuchen. Da es um 18:00 Uhr schon dunkel ist, findet auch das Abendessen immer im Schein unseres Cockpitlichts statt – unsere kleine Lichtinsel in der Dunkelheit.
Auch wenn wir später schlafen, brennt immer unser Ankerlicht, einmal damit kein anderer nachts unser Schiff rammt und zum anderen damit wir es wiederfinden, wenn wir mit dem Beiboot zurückkommen. An Land leuchten die Lichter des Städtchens und hinter den Wolken versteckt sich der Vollmond.

Mittwoch, 28. Februar 2018

Tag 239 - Karibisches Meer-Le Marin: Neues Dinghy!

Kurz nach Mitternacht übernehme ich meine Nachtwache. Wir fahren am Wind mit vollen Segeln, die Wellen sind nicht besonders groß, der Mond beleuchtet unser Schiff und über uns spannt sich ein wunderbarer Sternenhimmel. Das sind im wahrsten Sinne des Wortes Sternstunden! Neben uns liegt St Lucia, so nah, dass ich ein Netz bekommen und mit unserem Segelfreund Thomas über WhatsApp chatte – nett! Wir haben einen günstigen Winddreher bekommen und ich nähere mich unserer Kurslinie.
Später höre ich dann Oldies und wippe im Takt zu „Good Vibrations“. Leider dreht der Wind dann wieder zurück und wir können unser Ziel nicht mehr anliegen. Wir werden also noch einen Kreuzschlag machen müssen. Ich überlege schon, wann ich Ralf wecke, als er sich meldet. Im Osten ist schon das erste Licht zu sehen und wir machen zusammen die Wende. Aber hier unter Land ist der Wind chaotisch und so entscheiden wir uns, das letzte Stück unter Motor zurückzulegen.

Statt in St. Anne zu ankern fahren wir gleich weiter nach Le Marin und werfen dort unseren Anker. Ruck-Zuck ist das Beiboot im Wasser und der Motor dran. Ralf fährt an Land, um unser neues Dinghy abzuholen. Ich mache inzwischen klar Schiff, räume die Überreste der Nacht auf, packe die Sicherheitsleinen weg, ziehe die Baumpersenning über das Großsegel (wichtig, weil das UV-Licht hier alles kaputt macht), und setze die französische Gastlandsflagge.

Schon bald ist Ralf mit dem schönen, neuen Dinghy wieder zurück. Das alte wurde gleich fachgerecht entsorgt. Wir frühstücken und schlafen dann erst noch einmal ein wenig. Dann geht es zum Großeinkauf. Wir sind ja hier in Frankreich und entsprechend sind die Geschäfte ausgestattet. Ich sage nur: Käse! Pasteten! Brot! Der Leader Price (eine Art Aldi) hat geschickterweise einen eigenen Anlegesteg für die Segler gebaut und wir packen das Boot bis oben hin voll mit Vorräten.
Nach einer kurzen Verschnaufpause und einer kleinen Verkostung der gekauften Waren fahren wir zur zweiten Runde an Land. Diesmal geht es in den Carrefour, einen Supermarkt, der auch Markenprodukte hat. Da wir uns auskennen, nehmen wir gleich einen Einkaufswagen vom Leader Price mit (dann müssen wir den nicht mehr leer zurückbringen). Diesmal kaufen wir vor allem Cola Zero, Bier und ein kleines Glas Nutella...
Bis wir an Bord sind, ist es schon fast wieder dunkel. Nun muss die ganze Herrlichkeit noch irgendwo im Boot verstaut werden. Bis auf 12x Milch und 12x Cola ist schließlich alles verschwunden. Den Rest machen wir morgen, jetzt kommt erst einmal die sehr nötige Dusche. Ich warte immer damit, bis es dunkel ist, weil wir ja an Deck duschen…

Dienstag, 23. Januar 2018

Tag 203+204 - Fort-de-France-St.George's: Planänderungen

Bisher haben wir eigentlich alles so gesegelt, wie wir es vorher geplant hatten. Aber in den letzten Tagen war dann Flexibilität gefragt:

Wie berichtet, haben wir uns entschlossen, doch noch nach Grenada zu fahren (1). Wir hatten dann die Idee, schnell zum südlichsten Punkt zu segeln und von da aus dann langsam zurück nach Norden. Ich habe also nach Einklarierungshäfen im Süden von Grenada gesucht und die Navigation nach „Phare Bleu“ erstellt (2). Für die 170 sm haben wir ca. 32 Stunden berechnet und wenn wir morgens in Ford-de-France losfahren, werden wir es nicht im Hellen dorthin schaffen. Also neue Navigation und wir wollen nur bis Carriacou, das nur 130 sm, also ca. 24 Stunden entfernt ist (3). Mit dieser Planung fahren wir am späten Vormittag in Fort-de-France weg und werden sogar noch von Delfinen verabschiedet.
Wir machen zunächst gute Fahrt mit halben Wind nach Süden. Ralf wollte vor dem Start das auf dem Vordeck gelagerte Beiboot noch aufpumpen. Während ich die Fender wegräume, sehe ich, dass die eine Seite ganz platt ist – offensichtlich ist die Luft schnell wieder draußen gewesen – wahrscheinlich ein Loch!
Unter diesen Umständen macht der Stop in Carriacou keinen Sinn, denn dort würden wir ein Beiboot brauchen. Also doch wieder Phare Bleu, weil ich da die Navi gespeichert habe (4). Wir fahren in die Nacht mit einem schönen Sonnenuntergang und später einem wunderbaren Sternenhimmel. In der Abdeckung der Inseln (St. Lucia, St. Vincent) ist der Wind schwächer, aber wir müssen die Maschine nicht anwerfen.
Da wir aber im Hellen ankommen wollen, überlegen wir, unterwegs irgendwo zu ankern und erst am nächsten Morgen in den Hafen zu fahren (5). Nach Studium der Karte entscheiden wir dann, doch lieber gleich nach St. George‘s zu fahren. Dort können wir einklarieren und haben einen Steg, um das Beiboot zu reparieren (6). Ich schreibe die AKKA auf Facebook an, denn das letzte, was ich von ihnen gehört haben, war, dass sie vor St. George‘s ankern. Wie sich herausstellt, sind sie aber schon nach Dragon Bay weiter nach Norden gefahren. Wir kommen dort vorbei und Ralf hält Ausschau nach der AKKA…
…und wir glauben, dass wir sie gefunden haben! Leider wollen sie morgen schon weiter nach Norden, aber ich gehe davon aus, dass wir uns noch treffen werden.
In St. George’s versuchen wir, im Yachtclub einen Platz zu bekommen, aber da ist heute „Fish-Tournament“ und alle Boxen sind belegt. Also neuer Versuch in der Port Louis Marina gegenüber. Das sieht besser aus, denn dort sind viele freie Plätze (7). Wir binden uns an einen Fingersteg, aber da kommt gleich ein Offizieller und schickt uns wieder weg. Alle Plätze sind reserviert oder privat. Wir fahren also wieder aus der Bucht und zum Ankerplatz (8).
Gleich vorne ist noch etwas frei und unser Anker fällt auf angenehmen 6 m Tiefe. Kaum haben wir den Anker eingefahren (kräftig Schub nach hinten, um zu sehen, ob er hält), kommen Rufe vom Katamaran hinter uns. Er ist offensichtlich der Meinung, wir hätten seine Kette gekreuzt und wir können dort nicht liegenbleiben. Wir haben keine Lust auf Diskussionen und so holen wir den Anker wieder hoch und fahren tiefer in die Bucht (9).

Der nächste Ankerversuch ist dann erfolgreich und diesmal kommen freundliche Laute von den Nachbarbooten. Es sind die THYRA und die LOTHLORIEN, die wir seit Porto Santo schon mehrfach getroffen haben, zuletzt in Morro Jable auf Fuerteventura. Die „Elben“ kommen sogar noch zu uns geschwommen, um uns zu begrüßen und ein paar Tipps für Grenada zu geben.
Leider wollen die beiden Boote auch morgen fort, aber wir hoffen, dass wir uns auf Martinique wieder treffen. Und wir hoffen, dass unser Beiboot bis dahin funktioniert, denn wir werden erst dann unser neues Dinghy bekommen. Ralf hat jedenfalls schon mit Hilfe von Seifenwasser (Blubberblasen) das Leck gefunden und es gleich repariert.

Sonntag, 21. Januar 2018

Tag 202 - Fort-de-France: Arbeit und Pläne

Es ist zwar Sonntag, aber für uns ist es ein ganz normaler Arbeitstag, denn ich beschäftige mich zunächst mit der Buchführung. Daheim ist das Dreamteam Paul und Tina am Start und mit allen technischen Tricks (Bildschirmübertragung per Skype, Ton per WhatsApp-Anruf) klappt die Installation der neuen Programmversion, die Jahresübernahme und der Antrag auf Dauerfristverlängerung reibungslos. Nochmal DANKE für den Einsatz!

Dann ist die Elektroverteilung an der Reihe. Das Licht in Bad und Gang geht nicht und wir machen uns auf die Ursachenforschung. Das bedeutet zunächst einmal, herauszufinden, welche Lampe auf welcher Sicherung liegt. Insgesamt gibt es 17 Lichter und fünf Sicherungen und ich male einen schönen Plan, damit es beim nächsten Mal schneller geht. Dann verfolgen wir das Kabel von der Sicherung bis zur Lampe. Wie sich herausstellt, ist es teilweise korrodiert. Ralf kann das defekte Stück herausoperieren, aber langfristig muss ein neues Kabel gezogen werden.
Morgen wollen wir weiter Richtung Süden und uns noch Grenada und St. Vincent ansehen. Wir haben so viel Nettes von dort in anderen Blogs gelesen und von befreundeten Seglern gehört. Geplant ist ein langer Schlag bis nach Carriacou, das schon zu Grenada gehört.

Außerdem habe ich unseren 200-Tage-Fragebogen veröffentlicht (siehe hier). Wir beantworten die Fragen unabhängig voneinander und ich finde es immer interessant, wie wir jeweils die Reise erlebt haben.

Samstag, 20. Januar 2018

Tag 201 - Fort-de-France: Lesen und Schreiben

Heute haben wir keine speziellen Pläne und so haben wir erst einmal ein ausgiebiges Frühstück. Dann macht Ralf sich auf den Weg um das Auto zurückzugeben und dabei auch noch die Cockpitposter in die große Waschmaschine zu stecken. Sie sind doch in den letzten Monaten ganz schön salzig geworden. Während er unterwegs ist, kümmere ich mich um die im Boot verteilte Wäsche. Nun ist die Achterkabine wieder ordentlich und sauber. Die Wäscheleinen lasse ich gleich hängen, die werden bestimmt noch gebraucht.
Dann verbringe ich etwas Zeit Lisbeth Salander und Mikael Blomqvist. Ich habe die Millenium-Trilogie von Stieg Larsson vor Jahren gelesen und habe mir jetzt die beiden Fortsetzungsbände gekauft. Diese sind von einem anderen Autor geschrieben, da Stieg Larsson leider schon 2004 verstorben ist (seine Krimis wurden erst posthum veröffentlicht). Zur Auffrischung meiner Erinnerungen habe ich mit dem wieder mit dem ersten Band begonnen und arbeite mich jetzt langsam vor.

Außerdem sind immer noch Sachen im Schiff zu verstauen und natürlich auch noch kleine Reparaturen zu erledigen. Längere Zeit nimmt dann das Ausfüllen von unserem 200-Tage-Fragebogen in Anspruch. Wirklich erstaunlich, wie schnell die Zeit vergeht und eine gute Gelegenheit, die Erlebnisse nochmals Revue passieren zu lassen. Ich bin wieder gespannt, ob Ralf und ich die gleichen Eindrücke hatten.
Zwischendurch gibt es wieder heftige Regenschauer aber zu Ausgleich dafür eben auch wieder einen schönen Regenbogen. Abends werden wir noch auf einen Drink von Hilary und Martin auf die CHARDONNAY OF SOLENT eingeladen. Es ist immer wieder schön, sich mit anderen Seglern auszutauschen und viele Gemeinsamkeiten festzustellen.