Posts mit dem Label Lyø werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Lyø werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 1. September 2026

Tag 89 - Lyø-Olpenitz: Kulturschock in Deutschland

Seit Tagen studieren wir die verschiedenen Wettervorhersagen und versuchen, unsere letzte Segel-Woche sinnvoll zu planen. Für heute war Westwind vorhergesagt, mit dem wir nach Süden fahren wollen. Dafür haben wir in Lyø eine gute Ausgangsposition. Die weiße Linie ist die Grenze zwischen Dänemark und Deutschland - wir sind also wieder in deutschen Gewässern.
Bei so einern langen Strecke über offenen Wasser mit gutem Wind kommt wieder unser Freund "Sir Henry" zu Einsatz und er enttäuscht uns nicht und steuert die Triton sehr gut.
Wie in den letzten Tage auch ist das Wetter wieder sehr wechelhaft, insbesondere ist erstaunlich, wie schnell das geht - innerhalb von 15 Minuten von Starkregen zu Sonne... Die Bedingungen sind sehr gut für die Triton und der kräftige Wind lässt uns gut vorankommen - da werden die 7-Meilen-Stiefel ausgepackt!
Unterwegs treffen wir zahlreiche andere Schiffe, darunter zwei große Schoner (siehe auch Titelbild) und einen kleinen Jollenkreuzer.
Die ganze Zeit segelt ein klassischer 22er Schärenkreuzer neben uns, der heute morgen auch in Lyø gestartet ist. In dem schmalen Boot mit dem offenen Cockpit ist das Segeln noch viel basisnäher, als unter unserem festen Dach.
Wir sind schon mit dem ersten Reff im Groß gestartet und haben unterwegs das Groß und die Fock noch weiter gerefft - das macht bei den Windverhältnissen keinen Unterschied in der Geschwindigkeit, aber lässt uns aufrechter und angenehmer segeln.
Als Hafen in Deutschland haben wir uns Olpenitz ausgesucht, eine ehemalige Marinebasis, die jetzt zum Yachthafen umgebaut worden ist. Er liegt direkt südlich der Schleimündung. Grund für die Wahl ist, dass wir diesen Hafen noch nicht kennen. Neugierig laufen wir in das große Vorafenbecken ein.
Was wir sehen, ist nach den netten kleinen Häfen und den malerischen Orten in Dänemark eine Art Kulturschock. Hier ist alles künstlich angelegt und alle Häuser sehen gleich aus. Was für ein Unerschied!
Bei Sonnenschein legen wir im Yachthafen an und nette Segler nehmen uns die Leinen ab. Ralf entspannt sich etwas im Cockpit, aber wir haben wieder einen schnellen Wetterwechsel und innerhalb weniger Minuten beginnt es zu regnen.
Also wird das bewährte Cockpitzelt aufgebaut. Ralf macht noch einen Spaziergang an Land, aber leider keine Fotos dabei. Er berichtet, dass ich nichts versäumt habe, und dass er den Ort als "seelenlos" empfindet. Aber es ist ein guter und sicherer Hafen und heute haben wir gute Aussicht auf den Mond.
 

Montag, 31. August 2026

Tag 88 - Ærøskøbing-Lyø: Wetterwechsel am Geburtstag

Heute ist Ralfs Geburstag und wie schon oft verbringen wir ihn auf der Triton. Wir starten gemütlich Richtung Lyø und kommen mit halbem Wind gut voran.
Etwas irritiert sind wir von einer Sturmwarnung von Lynby Radio, denn unser normaler Wetterbericht spricht von moderatem Wind. Wir lesen noch einmal nach und offensichtlich sind Starkwindereignnisse während Gewittern gemeint. Tatsächlich ziehen am Himmel neben uns bedrohliche Wolken auf.
Wir hören den Donner und wechsel vom Sonnenhut zum Südwester. Glücklicherweise schaffen wir es ohne Gewitter in den Hafen.
Hier ist mehr los als in Ærøskøbing und wir merken, dass es nicht mehr weit nach Deutschland ist, denn hier liegt eine ganze Reihe deutscher Boote.
Wir wollen uns noch etwas die Insel anschauen und laufen guter Dinge los. Ich stecke im letzten Moment noch mein Fahrrad-Regencape in den Rucksack. Vorne am Hafen können wir Fahrräder ausleihen und wir machen uns auf den Weg Richtung Dorf. Das ist nicht weit, denn die Insel ist ca. 4 x 4 km groß und hat rund 100 Einwohner.
Sie ist bekannt für ihre schönen Dorfteiche und das können wir bestätigen. Im Wasser gibt es eine perfekte Spiegelung, die erste von vielen heute.
Mitten im Dorf ist der Kaufmann und wir prüfen dort das Angebot. Es gibt frisches Obst und vor dem Laden sind diverse Golf-Carts geparkt. Das ist eine sinnvolle Art der Fortbewegung. Allerdings gibt es auch "richtige" Autos.
Besonders erfreulich ist, dass Ralf hier auch Kaffee und ein Croissant bekommt. Das ist wirkliche ein besonderer Platz mit einer schönen Atmosphäre.
Wir fahren vorbei an empörten Gänsen (eine zischt Ralf an) und blühenden Gärten bis zur Westseite der Insel.
Dort gibt es den "Glockenstein" der angeblich einen hellen Ton erklingen lässt, wenn man ihn mit einem kleineren Stein anschlägt. Wir treffen dort die drei Seglerinnen vom Nachbarboot und ich mache ein paar Fotos von ihnen auf dem Stein. Bevor wir den klang ausprobieren können, beginnt es heftig zu regnen. Und dann haben wir ein richtiges Gewitter mit Blitz und Donner und wirklich wolkenbruchartigen Regenfällen. Wir versuchen uns unterzustellen, aber gegen diese Regenmengen helfen weder Blätterdach noch Regencape...
Aber der Spuk ist schnell vorbei und wir fahren ziemlich feucht zurück zum Boot. Die Sonne ist wieder herausgekommen und tatsächich ist in der Ferne ein schwacher Regenbogen zu sehen.
Der Wind ist nun völlig eingeschlafen und am Hafen erwartet uns die nächste Spiegelung im glatten Wasser. Erstaunlich, wie schnell der Himmel wieder blau geworden ist.
Wir sitzen beim Abendessen wie meist im Cockpit und ich stehe auf um die beiden Ausblicke einzufangen. Hinter im Osten liegt der friedliche Hafen...
...während vor unserem Bug Richtung Westen über der geschützten Ankerbuch dramatisch die Sonne untergeht. Das war ein schöner und sehr abwechslungsreicher Geburtstag und wahrscheinlich unser letzten Abend in Dänemark.