Gestern haben wir gelesen, dass es Donnerstags eine deutsche Stadtführung gibt und so stehen wir pünktlich vor der Touristeninformation. Unserer Führerin spricht hervorragend Deutsch und wir lernen viel über die Stadt und ihre Geschichte. Der Glockenturm (siehe auch Titelbild) ist tatsächlich der Kirchturm, nur das die Kirche 300 m entfernt steht. Das ist im Zuge der Reformatin passiert, als die alte Kirche abgerissen wurde und eine Klosterkirche die Gemeindekirche wurde. Auf dem Marktplatz steht ein hässliches 70er Jahre Gebäude direkt neben einem alten Fachwerkhaus (siehe Bild oben links) - das würde heute sicher nicht mehr genehmigt. Ebenfalls auf dem Markplatz steht eine Skulptur, eigenlich ein Brunnen, der "Ymerbrønden". Sie heißt "Die Erschaffung der Welt" und bezieht sich auf die nordische Mythologie: Aus dem schmelzenden Eis zwischen Feuer- und Frostwelt entstanden der Urriese Ymir, der sich von der Milch der Urkuh Audhumla ernährte, und der erste Gott Buri, den die Kuh aus dem Salzreis leckte. Später erschlugen Buris Enkel Odins Brüder den Riesen Ymir und formten aus seinem Leichnam die gesamte Erde, das Meer und das Himmelszelt. Die Skulptur wurde 1913 gestiftet und löste damals wegen der anatomisch korrekten Details einen Skandal aus.Wir schauen uns auch noch die Kirche von innen an, die gerade aufwendig renoviert wurde, unter anderem wurde das Dach ertüchtigt und viel Medientechnik und eine bessere Heizung installiert. Spenden können auch gerne mit MobilPay getätigt werden.Es geht wieder durch die engen Gassen mit Kopfsteinpflaster, die wir gestern schon mit dem Nachtwächter besucht haben, die aber jetzt in der Sonne noch schöner strahlen.Allerdings hören wir heute andere Geschichten als die Anekdoten gestern abend. Die Einzige überschneidung ist die Liebesgeschichte zwischen Hans Christian Andersen und der schönen Kaufmannstochter Riborg, die seinen Antrag ablehnte und lieber ihren Verlobten heiratete.Wir erfahren, dass die hübschen kleinen Fachwerkhäuser in so gutem Zustand sind, weil die Gemeinde sich entschlossen hat, "Flexbolig" zu erlauben. In Dänemark gibt es strenge Gesetzte über die Nutzung von Häusern und sie müssen, außer in aussgewiesenen Sommerhausgebieten, ganzjährig bewohnt werden. Für die alten Häuser hat die Stadt diese Regeln aufgehoben und sie dürfen als Zweitwohnung genutzt und auch vermietet werden. Das hat dazu geführt, dass sie sehr begehrt sind und alle renoviert wurden. Hier wurden zwei kleine Häuser zusammengelegt.Wir nutzen unseren Hafentag für Reinigung des Cockpits und einige Verwaltungsarbeiten. Die letzte Zeit war intensiv mit Segeln und Erlebnissen und es tut gut, es heute etwas langsamer angehen zu lassen. Wie vorhergesagt wird der Wind über den Tag stärker und der schöne blaue Himmel füllt sich mit bedrohlich aussehenden Wolken.
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Donnerstag, 27. August 2026
Montag, 24. August 2026
Tag 81 - Korsør-Lohals: Sanft und friedlich
Heute morgen haben wir für den 9. September einen Krantermin von der Werf bekommen. Das bedeutet, dass wir noch zwei Wochen Zeit haben und entscheiden müssen, wohin wir segeln wollen/können. Der Ostwind soll nur zwei Tage anhalten, einer davon sehr stark, und so beschließen wir, uns schnell nach Westen zu bewegen und dann gemütlich zurück zu segeln. Heute ist wenig Wind, der dann komplett einschlafen soll und daher wollen wir nur ein kurzes Stück an die Nordspitze von Langeland fahren.Es sind nur knapp 15 Meilen und wir schaffen es tatsächlich, davon 2/3 langsam zu Segeln.Es gibt keine Wellen, die Sonne strahlt vom wolkenlos blauen Himmel und wir sitzen im T-Shirt im Cockpit. Was für ein Gegensatz zu gestern mit Regen und Starkwind, und komplettem Ölzeug! Gestern haben wir das Groß heruntergenommen, weil zu viel Wind war, heute machen wir das gleiche, weil zu wenig Wind ist!So kommen wir unter Maschine gut im Hafen von Lohals an und können uns noch einen Platz längseits an der Mole im Fischereihafen sichern. Der Ort ist klein (eine Straße) aber hat - gerade bei dem wunderbaren Wetter eine sehr schöne Stimmung. Wir essen ein Eis und setzen uns an die Hafeneinfahrt, um zuzuschauen, wie immer mehr Boote kommen.Hier stehen sehr bequeme Liegen und wir genießen die warme - aber nicht zu heiße - Sonne. Ralf trägt sein neues T-Shirt aus Tunø. Abends ist es dann völlig windstill im Hafen und die Boote spiegeln sich im stillen Wasser (siehe Titelbild).
Sonntag, 9. August 2026
Tag 66 - Bønnerup: Im Hafen und am Strand
Heute mal keine Besichtigungen und auch kein langer Segeltag sondern einfach nettes Hafenleben: Wäschewaschen, ein paar Mails und Überweisungen und lange Telefonate mit Familie und Freunden. Ralf repariert den Durchflussmengensensor für das Kühlwasser, der eigentlich piepsen soll, das aber nicht mehr zuverlässig getan hat. Nach dem Mittagessen schauen wir uns im Hafen um. Dänemark ist sehr, sehr kinderfreudlich und in jedem Hafen gibt es einen Spielplatz. Hier haben sie das noch getoppt, denn es gibt einen Schrank mit Schwimmewesten und Ausrüstung zum Krabbenfangen mit Eimern, Keschern und Krabbenangeln! Das weckt schöne Erinnerung an unsere Zeit mit dein Kindern - hier mit Philipp (oben rechts).Es gibt auch den obligatorischen Hafengrill mit Pommes und Softeis und ganz in der Nähe einen schönen Strand (siehe auch Titelbild) mit ganz feinem Sand.Die Temperaturen sind angenehm und wir stecken die Füße ins Wasser und haben eine gute Zeit. Hier liegt das Seegras am Ufer, aus dem die Dächer auf Læsø hergestellt wurden. Wie wir gelernt haben, hat das Gras hier - nach einem Schädlingsbefall - nicht mehr die richtige Qualiät, um die Dächer herzustellen. Insbesondere ist es zu kurz.Auf den Steinen der Mole haben sich an der Grenze von Wasser zu Luft zahlreiche kleine Schnecken angesiedelt.Wir genießen noch eine Weile die angenehme Sonne bevor wir wieder in den Hafen zurück gehen. Der ganze Ort hat eine sehr nette und entspannte Stimmung.Heute gibt es Kaffee und Kuchen im Cockpit und wir schauen den netten Schwalben zu, die durch die Luft flitzen und sich ab und zu auf den Festmachern des neben uns liegenden Bootes ausruhen.Nach Kochen, Bloggen und Abspülen werde jetzt noch die Bettchen neu bezogen und ich freue mich auf mein sauberes Nachthemd nach dem Duschen. Eine Besonderheit hier im Hafen sind die sieben Windräder, die auf den Molen stehen. Wir merken, dass es Richtung Herbst geht, denn es wird jeden Tag spürbar früher dunkel.
Samstag, 25. Juli 2026
Tag 51 - Aalborg: Vom Sommer in den Herbst
So gut wie auf dem Schiff schlafe ich daheim nicht und wir lassen es heute langsam angehen. Wir haben beide verschiedene Projekte - so will Ralf klappbare Pedale an seinem Fahrrad montieren.Ich packe aus, verstaue die Taschen und beschäftige mich mit allgemeinen Plänen für unsere Reise (siehe Titelbild) und mit konkreten Plänen für die nächsten Tage. Hier ist es nass, kalt und windig und es fühlt sich an, als ob wir vom Sommer in den Herbst gereist sind.Auch für die nächsten Tage ist noch Starkwind aus westlichen Richtungen vorhergesagt und so beschließen wir, uns in Ruhe die Stadt anzuschauen. Wir laden uns zwei Audioguides für Touren herunter und haben auch schon zwei Museen ausgesucht. Hier an unserem Liegeplatz ist absolut nichts los. Kein Mensch auf den Booten und auch niemand im Clubaus. Die Häuser rings um den Hafen wirken unbewohnt.Wir sind gespannt, wie wir morgen die Stadt erleben und ob wir ein paar Einwohner oder Touristen treffen. Zum Abschluss des Tages lässt sich die Sonne noch ganz kurz hinter dunklen Wolken blicken.
Freitag, 3. Juli 2026
Tag 48 - Aalborg: Sauber und ordentlich
Die ganze Nacht und heute den ganzen Tag haben wir hier sehr stürmischen Wind mit Böen Windstärke 8 und wir sind froh, dass wir hier sicher im Hafen liegen.Wir verbringen den Tag mit Aufräumen, Aussortieren und Putzen. Wir schauen die Bücher, Seekarten und Kleidung durch, Ralf schließt eine neue Gasflasche an und ich spüle die diversen Aufbewahrungsboxen.Wir schauen die - wenigen - Lebensmittel durch, essen noch ein paar Reste und schmieren uns Brote für die lange Zugfahr (mit 5x Umsteigen) morgen.Wichtig ist es, das Boot gut Festzubinden und wir tauschen noch die Festmacher aus, damit die Triton auch bei unterschiedlichen Wasserständen (wir hatten durch den Starkwind eine Differenz von fast einem Meter) sicher liegt.Jetzt, im Abendlicht (siehe auch Titelbild), ist der Wind etwas schwächer geworden aber er soll auch in den nächsten Tagen kräftig wehen und aus westlichen Richtungen kommen. Wir sind froh, dass wir uns entschieden haben, hier zu bleiben.
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Dienstag, 23. Juni 2026
Tag 38 - Lysekil: Klar Schiff
Wir legen einen Hafentag ein, um die Triton gründlich aufzuräumen, Wäsche zu waschen und einige Verwaltungsarbeiten zu erledigen. Wir waschen die Schlafsäcke und Laken und ich beziehe alle Betten frisch und räume die Schränke und Fächer wieder ein. Die Sonne hilft uns beim Trocknen.Nach dem Mittagessen setze ich mich an den Schreibtisch für Überweisungen und der Beschäftigung mit dem Wohnungseigentumsgesetz während Ralf einen Spaziergang im nahegelegenen Naturschutzgebiet macht (Foto von Ralf).Er kommt zufällig am Skandia Museum vorbei, das von einem Verein betrieben wird. Hier wurden früher Dieselmotoren der Marke Skandia gefertigt und nun werden verschiedene Modell dort gezeigt und teilweise auch vorgeführt. Leider ist das Museum heute geschlossen, doch Ralf kommt mit dem Vereinsvorsitzenden ins Gespräch und bekommt eine Privatführung (Foto von Ralf).Hier steht auch der Ersatzmotor für den Schlepper "HARRY", der unten am Hafen liegt (Foto von Ralf).Wie es der Zufall will, habe ich mich auch noch etwas in Lysekil umgesehen habe dabei HARRY auf seinem Liegeplatz fotografiert.Ich fahre die Hafenpromenade entlang, auf der ich viele nette Motive finde (siehe auch Titelbild) und klettere die Treppen zu einem kleinen Leuchtturm hinauf.Von dort habe ich in die eine Richtung einen wunderbaren Blick über die Schärenlandschaft und die Badeanstalt......und in die andere Richtung auf die mitten in die Felsen gebauten Häuser und den Kirchturm, der hinter ihnen herausschaut.Wir machen uns auch Gedanken, wo wir unser Boot in der Halbzeitpause liegen lassen wollen und fragen bei den entsprechenden Häfen an. Wichtig ist uns, dass wir mit dem Zug nach hause fahren können, deswegen wollen wir zum dänischen Festland hinüber. Im Moment planen wir, in den Limfjord nach Struer zu segeln.
Freitag, 19. Juni 2026
Tag 34 - Hunnebostrand-Fjällbacka: Midsommer!
Mal wieder Südwind, aber wir wollen ja nach Norden und so fahren wir gemütlich durch das Schärenfahrwasser. Ralf aktiviert den Ausbaumer und wir fahren damit mehrer Manöver, bevor wir ihn kurz vor unserem Zielhafen bergen.Alle an Bord helfen mit und es ist wirklich schön, die Jugend an Bord zu haben. Laura übt die Fenderknoten und Jan schießt die Großschot auf.Sicherheitshalber haben wir einen Platz im Hafen reserviert und nach der Ankunft gibt es erst einmal Mittagessen.Bisher war es eher kühl, aber heute können wir bei schönem, angenehm warmen Wetter im Cockpit entspannen.Der nächste Punkt auf der Tagesordnung ist dann die Midsommerfeier auf dem Ingrid-Bergmann-Platz am Hafen (Sie hatte hier ein Haus). Die Menschen sind festlich gekleidet, viele mit Blumenkränzen und anderen floralen Accessoires. Eine kleine Kapelle spielt offensichtlich bekannte Lieder, denn alle singen mit und tanzen dabei fröhlich um einen Maibaum, der festlich geschmückt ist (siehe auch Titelbild).Für einen so kleinen Ort (890 Einwohner) sind erstaunlich viele Menschen gekommen. Jetzt sind auch alle Restaurants und Cafés offen und gut besetzt.Laura, Jan und Ralf besteigen noch den Hausberg und klettern dabei durch eine Felsspalte (Fotos von Laura).Von oben haben die drei einen wunderbaren Blick über Hafen und den Schärengarten, der das Segeln hier so abwechslungsreich macht (Foto von Laura).Natürlich bleibt es jetzt sehr lange hell und es gibt dieses ganz spezielle goldene Abendlicht.Die Verpflegung an Bord ist wirklich ausgezeichnet - so gab es heute zwei warme (und leckere Mahlzeiten). Zum Abschluss wird dann noch ein kleines Snackbord serviert - es geht uns wirklich gut!
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