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Sonntag, 1. Juni 2025

Tag 22 - Oban: Gemütlicher Hafentag

Es bläst kräftig aus der Richtung in die wir fahren wollen, also bleiben wir lieber hier. Dank Landstrom können wir "Wirbel-Willi", unseren Heizlüfter, laufen lassen und so haben wir es trocken und relativ warm im Boot. Draußen wechseln sich kurze sonnige Passagen mit heftigen (und windigen) Regenschauern ab. Ralf läuft - von Kopf bis Fuß in Regenkleidung los zu einem Spaziergang.
Ich bleibe lieber an Bord und habe auch keine Langeweile. Ich telefoniere und texte mit Freundinnen und probiere die neue Brownie-Backform aus. Die Form ist gut, aber die Steuerrung unseres Gasofens ist komplex und es ist schwierig, ihn so einzustellen, dass die Temperatur stimmt.
Auch sonst gibt es hier im Hafen reichlich zu sehen. Wegen seiner guten Anbindung mit Zug, Flugzeug, Straße und Fähre ist Oban ein beliebter Hafen zum Crewwechsel und ich beobachte, wie wagenweise Vorräte auf die Charter-Schiffe geschafft wird.
Ralf schickt sehr schöne Fotos von unterwegs. Er ist zum Dunollie Castle gelaufen, dass die nördliche Einfahrt zum Kerrara Sound überblickt (Foto und Titelbild von Ralf).
Heute gibt es Kaffee (und Brownies) an Bord, und dann machen wir uns auf den Weg zum großen Tesco, um die Bordvorräte aufzufüllen. Ich laufe noch zu einem holländischen Großsegler bei uns im Hafen der - es leben die Vorurteile - jede Menge Fahrräder für die Gäste bereitgestellt hat.
Auf dem Rückweg haben wir einen guten Blick über die Bucht und einige wenige Fischereboote. Der Himmel ist ganz typisch für heute: grau, aber immer wieder mit blauen Abschnitten.

Samstag, 31. Mai 2025

Tag 21 - Oban: Kultur und Shopping

Wir verbringen einen gemütlichen Hafentag in Oban. Es ziehen immer mal wieder Regenschauer über uns und wir nutzen eine Regenpause, um den kurzen Weg zum "War and Peace Museum" zurückzulegen. Es wird von Freiwilligen betrieben und zeigt viele Erinnerungstücke aus der Vergangenheit der Stadt, unter anderem auch verschiedene Uniformen, "Badges" der Militäreinheiten, Kleider aus Fallschirmseide und Sporttrophäen.
Wir sehen einen kleinen Film über Sehenswürdigkeiten der Stadt und der Umgebung und treffen einen älteren Herrn, der uns erzählt, dass er in seiner Jugend in Düsseldorf beim Bau einer Klinik gearbeitet hat.
Nach dem Mittagessen kommen wir an einer Kirche vorbei - sie ist offen und wir schauen gerne hinein. Offensichtlich war das Dach einsturzgefährdet, so dass eine Stahlkonstruktion eingebaut wurde.
Beim Verlassen der Kirche kommt gerade wieder ein starker Regenschauer, so dass wir unser Kaffeetrinken vorziehen. Wir haben uns dafür "Oban Chocolate Company"  ausgesucht. Hier werden Schokolade und Pralinen per Hand hergestellt und es gibt auch ein Café dabei.
In einem Outdoor-Laden will ich einen neuen Befestigungs-Clip für meine Kappe kaufen. Den bekomme ich nicht, aber es ist gerade "Mid-Season-Sale" und vieles gibt es zum halben Preis. Wir kaufen dann für Ralf: einen Hut (siehe Titelbild), Neoprensocken und einen neuen Rucksack und für mich eine knielange Regenjacke mit Kuschelfutter. Wir haben diese Art Jacken schon in Irland gesehen. Sie werden am (kalten und windigen) Strand zum Aufwärmen nach einem Bad im kalten Wasser getragen. Ich denke eher an kalte Nachtwachen auf der Triton. - Auch für den Abend haben wir noch Programm. In der Kirche, die wir am Vormittag besucht haben, gibt es heute Abend ein Konzert.
Die Künstlerin Sarah Small fährt mit ihrer Viola da Gamba mit Fahrrad und Zelt 4000 km durch UK und gibt diverse Konzerte. Das Instrument hat sieben Saiten und einen sehr angenehmen Klang.
Das war ein sehr netter Tag in Oban mit netten Einkäufen und einem unerwarteten kulturellen Highlight. So wie es aussieht werden wir morgen auch noch hier bleiben und warten, dass der Wind für uns günstig dreht.
 

Samstag, 29. Juli 2023

Tag 63 - Kilmore Quay: Liebe auf den ersten Blick

Ralf war gestern schon kurz an Land aber für mich ist es heute die Premiere und ich bin sofort sehr angetan von der Stimmung im Hafen und netten rothaarigen Kinder, die von einer Rampe aus Krabben fangen - so wie unsere Kinder das jahrelang an der Ostsee praktiziert haben. Es hilft natürlich auch, dass die Sonne scheint und der kräftige Westwind die Wolken weggepustet hat und wir herzlich auf Gälisch und Englisch begrüßt werden.
Wir gehen erst einmal ins Hafenbüro zum Duschen. Die Tür lässt sich mit einem Anruf öffnen, denn unsere Mobilnummern sind vom Hafenmeister gespeichert worden - praktisch! Bei der Waschmaschine treffen wir Luke von der SEGOTIA und kommen mit ihm ins Gespräch. Er kennt sich bestens aus und nennt uns eine Reihe von Orten, die wir unbedingt besuchen sollen. Besonders nett: er empfiehlt immer auch noch das beste Pub am Platz. Diese Liste macht hungrig und wir beschließen, uns nach etwas Essbarem umzusehen. Dazu müssen wir nicht weit laufen, denn direkt am Hafen gibt es verschiedenen bunte Möglichkeiten.
 
Wir entscheiden uns für "The Little Saltee Restaurant" (das weiße Gebäude links). Es hat über 2.300 positive Bewertungen auf Google Maps und offensichtlich kommen die Leute von weit her, um hier zu essen, denn Kilmore Quay selbst hat weniger als 400 Einwohner. Wir können die positiven Bewertungen bestätigen. Das Team ist absolut professionell und die klassischen Fish & Chips schmecken ausgezeichnet. Unsere Portionen sind so groß, dass wir die Reste zum Abendessen verspeisen.
Aber Kilmore Quay hat noch viel mehr zu bieten. Auch wegen der großen Fischerei-Flotte (siehe auch Titelbild) gibt es einen hervorragend ausgestatteten Bootsausrüster, dem wir natürlich einen Besuch abstatten.
Wir besuchen einen netten kleinen Laden mit Taschen und Geschenkartikel, in dem ich mir eine sehr nette kleine Tasche für Smartphone und Kleinkram kaufe.
Wir werfen einen Blick auf den kleinen Strand neben dem Hafen. Die Iren haben offensichtlich ein anderes Empfinden von Temperatur, denn wir sind mit Steppweste unterwegs, während hier viele unbeeindruckt baden.
Nun ist Ralf mit Einkaufen dran: es gibt - mal wieder - einen neuen Sonnenhut, denn das letzte Exemplar haben wir auf dem Weg nach Irland versenkt.
Wie bekannt, möchte Ralf gerne nachmittags (idealerweise um 16:30 Uhr) Kaffeetrinken und etwas Süßes dazu essen. Böse Zungen behaupten, dass er überhaupt nur segelt, um an verschiedenen Orten neue Cafés ausprobieren zu können... Auch in dieser Hinsicht enttäuscht Kilmore Quay nicht - wir bekommen leckeren Kaffee (bzw. heiße Schokolade) und köstlichen Kuchen im ebenfalls top bewerteten "Cocoa's Coffee Shop".
Wir laufen noch eine Runde um den Hafen und werfen einen Blick auf die zahlreichen bunten Fischkutter.
Danach will ich mir noch die andere Seite des Hafens ansehen und Ralf läuft einen Rundweg, der teilweise direkt am Meer entlangführt. Der frische Wind sorgt für kräftige Brandung - gut das wir im Hafen liegen (Foto von Ralf).
Dort ist auch einiges los. Ralf hatte mir schon gestern von einer Robbe im Hafen berichtet und tatsächlich liegt ein Exemplar gemütlich und ganz unbeeindruckt von zahlreichen Fans und Fotografen auf dem Slip.
Aufgrund unserer Erfahrungen aus Helgoland vermute ich, dass es sich um eine Kegelrobbe handelt (langgezogener Kopf). Für zusätzliche Stimmung sorgt ein junges Mädchen, dass einen großen Eimer gefangene Krabben ausschüttet, die zielstrebig nicht direkt zum Wasser, sondern zur Robbe laufen. Einige halten sie wohl für einen Stein und "verstecken" sich unter ihrem Bauch. Das bemerkt eine freche Möwe, die sich gleich eine dieser Krabben schnappt:
Ein sehr schöner Tag in einem netten Ort - bisher gefällt es uns hier sehr gut! Morgen soll noch einmal ein Starkwindfeld durchziehen, so dass wir noch hierbleiben wollen. Das ist gut, denn dann kann ich heute Abend und morgen weiter die Bachelorarbeit des jüngsten Sohnes Korrektur lesen. Ich habe jedenfalls heute eine Menge über AlSi10Mg, Duktilität und Wöhlerlinien gelernt...