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Freitag, 27. August 2021

Tag 54 - Saint Helier (Jersey)-Îles Chausey: Gemütliche Fahrt

Wir können ausschlafen, denn wir wollen erst am späten Vormittag auslaufen. Ralf hat noch Zeit, ein Teil für den Motor zu besorgen und dann geht es los. Wir können gleich vor dem Hafen die Segel setzen und dann gleiten wir gemütlich über die kaum bewegte See.
Der Wind kommt günstig von der Seite und wir lesen, hören Musik, und ich backe wieder Muffins, diesmal Banane-Walnuss, die wir zum Kaffeetrinken genießen. Wichtig ist nur, dass wir gut Ausschau halten, denn es gibt wieder eine Menge Fischer-Fähnchen.
Unser Ziel sind die Îles Chausey, eine kleine Inselgruppe dicht vor der französischen Küste. Unser Reiseführer meint, dass sie bei Flut aus 52 Inseln bestehen und bei Ebbe aus 365. Wir können alle in voller Schönheit sehen, denn wir kommen pünktlich zur tiefsten Ebbe an.
Nur die Hauptinsel, fantasievoll Grand Île genannt, ist von ca. 12 Personen ganzjährig bewohnt, aber bei gutem Wetter im Sommer kommen jede Menge Gäste und Servicepersonal auf die Insel. Schon vor der Einfahrt liegen zahlreiche Segler vor Anker.
Unter Maschine tasten wir uns gaaaanz langsam und vorsichtig durch die enge Einfahrt und tatsächlich beginnt der Flachwasser-Alarm zu piepsen, aber dann haben wir es geschafft und legen uns an eine Visitor-Mooring oder besser an zwei, denn wegen der Strömung binden wir uns vorne und hinten an. Kaum ist das erledigt, springt Paul auch schon ins Wasser (siehe Titelbild).
Er taucht und berichtet uns, dass nur noch sehr wenig Wasser unter dem Kiel ist. Aber kein Problem, denn jetzt beginnt es wieder anzusteigen und da wir uns der Nippzeit nähern, wird die nächste Ebbe weniger tief sein. Ralf kocht und ich mache mich an die Planung für die nächsten Tage. Noch haben wir Ostwind und damit wollen wir Strecke nach Westen machen und es „um die Ecke“, also die Nordwest-Spitze der Bretagne schaffen. Ich überlege mir sinnvolle Etappen und Häfen, die wir gut ansteuern können. Paul ist derweil damit beschäftigt das Beiboot aufzupumpen, denn morgen wollen wir die Insel(n) erkunden.

Donnerstag, 26. August 2021

Tag 53 - Jersey: Nette Menschen und schöne Landschaften

Gestern habe ich recherchiert, wie wir uns auf der Insel bewegen können und was für Ziele attraktiv sind. Wie sich herausstellt, gibt es hier Elektro-Fahrräder, die mit einer App ausgeliehen werden können und ein Standort ist ganz in der Nähe von unserem Hafen. Wir machen uns also auf den Weg zum "Pallot Steam & Motor Museum". Als ich abends danach schaute, habe ich gelesen, dass es nur Dienstag und Freitag geöffnet ist, nur war ich da der Ansicht, dass heute Freitag ist - uuups! Wahrscheinlich benötige ich eine Segler-Uhr:
Wir stehen ein bisschen bedröppelt herum und überlegen, wo wir etwas zu Essen bekommen können. Paul und ich machen das online, aber Ralf hat eine Papierkarte aktiviert. Ein älterer Herr, der gerade ein Werkstatttür öffnet, fragt, ob er helfen kann und wir bitten um eine Empfehlung zum Lunch. Er erklärt uns, wo es gute Sandwiches gibt und wir kommen ins Gespräch.
Wie sich herausstellt, ist er Mechaniker für Oldtimer, speziell für Mercedes - da haben die Herren natürlich gleich ein Gesprächsthema, wir dürfen die Werkstatt besichtigen und Ralf gibt ihm die Adresse eines Händlers für Ersatzteile.
Das war schon mal eine sehr nette Begegnung und ganz bestimmt persönlicher, als ein Besuch im Museum und wir haben auch noch der Tipp fürs Mittagessen bekommen... Daher sind wir gar nicht böse, dass das Museum geschlossen hatte. Das Gefühl steigert sich noch, als wir zu dem Laden kommen, den Harry uns genannt hatte. Nie im Leben hätten wir das gefunden! Es handelt sich um einen kleinen Stand auf einem Parkplatz an einer Steilküste mit schönen Ausblick.
Ein Ehepaar verkauft frisch gemachte Burger und Sandwiches und das Ding brummt... Jede Menge skurrile Gestalten tauchen auf, ganz bestimmt keine Touristen... Wir haben Spaß und die Burger sind auch sehr lecker. Als wir gerade gehen wollen, kommt auch noch ein Eiswagen an. Jersey ist berühmt für seine gleichnamigen Kühe und es gibt alle Arten von Milchprodukten - natürlich auch Eis. Die junge Dame im Wagen ist sehr freundlich und total unfähig - es dauert mindestens 20 Minuten, um uns drei Softeis mit Streuseln und Sauce zu verkaufen - Motto: "das mit der Sauce machen Sie besser selbst..." Das Eis ist jedenfalls köstlich!
Vor sieben Jahren (2014) waren wir schon einmal hier und damals hat uns ein historischer Hof gut gefallen. Wir machen uns also auf den Weg zum "Hamptonne Country Life Museum". Das Museum besteht aus verschiedenen Häusern, die unterschiedliche Jahrhunderte repräsentieren und nach den dort wohnenden Familien benannt sind - hier das Hamptonne House für das 17. Jahrhundert:
Schon von unserem letzten Besuch wissen wir, dass Freiwillige in historischen Kostümen dort alte Techniken zeigen. Heute ist das Spinnen an der Reihe und wir erfahren, das Jersey insbesondere für seine feinen Strümpfe bekannt war.
Daneben leben hier auch noch Tauben, Schafe, Schweine, Hühner mit Küken und natürlich Jersey-Kühe und wir können die verschiedenen Tiere hautnah beobachten. Später gibt es dann noch Kaffee, Schokoladenkuchen und Scones mit Clotted Cream und Erdbeermarmelade.
Dann fahren wir weiter in Richtung "Waterworks Valley", das landschaftlich besonders schön sein soll. Wir sind überwiegend auf Nebenstraßen unterwegs. Alles hier ist grün, sehr, sehr gepflegt und strahlt einen tiefen finanziellen Frieden aus (durch die eigene Gesetzgebung ist der Steuersatz niedrig und für 42 % der Bruttowertschöpung sorgt der Finanzsektor). Wir kommen uns vor, als ob wir durch eine Parklandschaft fahren.
Es geht an einem Wasserreservoir entlang und wir legen noch einen kurzen Stop beim St Lawrence Millennium Stone ein - im Jahr 2000 wurde in jeder der 12 Gemeinden ein solcher Stein aufgestellt.
Der Rückweg zum Boot führt uns dann an der Strandpromenade entlang, die für Radfahrer ausgebaut ist. Im Moment ist Ebbe und daher ist es ein weiter Weg bis zum Wasser.
Insgesamt eine abwechslungsreiche, schöne und gepflegte Insel. Bis auf eine Steigung, bei der 2/3 von uns absteigen und schieben mussten, haben die Fahrräder die Tour gut bewältigt und waren ein gutes Verkehrsmittel, um Jersey im eigenen Tempo zu entdecken. Zurück im Hafen liegt auch die Triton weit unter uns, obwohl - durch Drempel und Tor - noch 5 m Wasser stehenbleiben.
Morgen wollen wir wieder Land und Zeitzone wechseln und zurück nach Frankreich segeln. Wir haben uns eine ganz besondere Stelle ausgesucht, die uns verschiedentlich empfohlen wurde und sind sehr gespannt auf den neuen Liegeplatz.

Mittwoch, 25. August 2021

Tag 52 - Diélette-Saint Helier (Jersey): Wenn's läuft, dann läuft's

Der Tag beginnt mit einem unerwarteten Besuch. Paul ist joggen und ich sitze - noch im Nachthemd - im Cockpit, als drei blaugekleidete Herren auf zielstrebig auf unser Boot zukommen. Ich gehe schnell etwas anziehen, während Ralf den französischen Zoll an Bord begrüßt. Es gibt eine Menge Papierkram auszufüllen, wir werden nach Tabak, Alkohol, Drogen und lebenden Tieren befragt und das Boot wird - halbherzig - durchsucht. Wir sehen offensichtlich harmlos und unschuldig aus. Alle sind sehr freundlich und ich darf sogar ein Foto machen (Motto: "wir tragen ja Masken"). Von einem benachbarten Holländern, junge Leute, hören wir, dass bei ihnen das ganze Boot auf den Kopf gestellt wurde.
Papierkram hatten wir gestern auch noch reichlich. Nach dem Bloggen haben wir diverse umfangreiche Dokumente für die Einreise nach Jersey ausgefüllt. Darunter für jeden von uns eine ausführliche Gesundheitsbefragung mit Impfnachweis und den letzten besuchten Orten und für Schiff und Besatzung eine Zollerklärung. Außerdem haben wir uns bemüht, den erforderlichen Liegeplatz in der Marina zu buchen. Schließlich bekommen wir dort jemanden ans Telefon und erhalten schon vorab den Code für die Tür und die Sanitäranlagen. Mittlerweile ist genügend Wasser im Hafen, so dass wir über die Schwelle kommen und auslaufen können. Schon bald sind wir bei gutem Wind mit ausgebaumten Segeln Richtung Jersey unterwegs (siehe auch Titelbild).
Ursprünglich hatte wir überlegt, Jersey links liegen zu lassen (blaue Linie). Wir wir merken, kommt der Wind auf diesem Kurs genau von hinten - unangenehme Schaukelei - und später hinter der Insel dann eher von vorne - auch nicht gut. Daher entscheiden wir uns, rechts an Jersey vorbeizufahren (rote Linie). Wir müssen zwar durch einige Untiefen aber kommt der NE-Wind nicht ganz so platt und wir machen bessere Fahrt.
Das klappt sehr gut und bei strahlender Sonne haben wir einen wunderbaren Segeltag. Auch die Wellen sind moderat und werden hinter der Insel noch kleiner. Sir Henry steuert wieder prima und unsere Aufgabe ist nur, auf die vielen Fischerfähnchen aufzupassen.
Wie gestern schon berichtet, ist Jersey Kronbesitz und gehört damit nicht zum Vereinigten Königreich und auch nicht zur EU. Trotzdem hat die Insel die britische Zeit und die Autos fahren auf der linken Straßenseite. Die andere Zeitzone ist unser Glück, denn wir kommen noch vor 19:00 Uhr Ortszeit an, bekommen einen Platz am Wartesteg und können unseren obligatorischen PCR-Test machen. Da wir uns schon angemeldet haben (siehe oben: Papierkram) geht das ganz fix: QR-Code gescannt, Stäbchen in Nase und Rachen und dann werden wir - als vollständig Geimpfte ohne Quarantäne - in die Freiheit entlassen.
Mittlerweile ist auch genug Wasser da, um über die Schwelle in die eigentliche Marina zu fahren. Durch den großen Tidenhub (mehr als 9m) verändert sich die Tiefe sehr schnell. Bei steigendem Wasser kein Problem, aber bei ablaufendem Wasser kann es unangenehme Überraschungen geben (siehe Bild)...
Auch im Hafen läuft es sehr gut und wir bekommen noch einen Platz direkt am Steg, so dass wir aussteigen können, ohne über andere Boote klettern zu müssen. Wir sind sehr zufrieden mit dem erfolgreichen Tag und dem schönen Segeln!

Dienstag, 26. August 2014

Urlaub 2014: Übersicht

Hier unser Törn in der Übersicht:

In Holland:
Oranjeplaat - Middelburg

In Belgien:
Nieuwpoort

In England:
Eastbourne - Brighton - Portsmouth - Buckler's Hard (Beaulieu River) - Yarmouth (Isle of Wight)

Auf den Kanalinseln:
St. Peter Port - St. Helier - St. Peter Port - Sark - St. Helier

In Frankreich:
Saint Malo - Saint-Cast-le-Guildo - Stain-Quay-Portrieux - Roche-Jaune - Tréguier
Zum Weiterlesen über "Segeln und Navigation", "Land und Leute" und "Leben an Bord" bitte klicken:

Samstag, 16. August 2014

Urlaub 27: St. Helier - St. Malo

Die richtige Zeit zum Auslaufen nach St. Malo ist erst um 17.00 Uhr und so verlegen wir uns aus dem Hafen mit Drempel in das äußere Hafenbecken und nutzen auch noch die Gelegenheit zum Tanken des günstigen Sprits. Dann geht es noch zum Shopping in die Stadt, wo wir im Schlussverkauf zuschlagen. Ich bekomme zwei Kleider und ein Bolerojäckchen für 30 Pfund :-).
Aber dann geht es - bei gutem Wind wieder mit einem Anlieger los Richtung "The Minkies", einer Untiefe zwischen Jersey und der französischen Küste. Da heißt es erst einmal Segel dichtknallen:
Und wir werden wieder mit schneller Fahrt belohnt:
Später können wir dann abfallen und wir wechseln die britische gegen die französische Gastlandsflagge aus:
Die Ansteuerung von St. Malo in der Dunkelheit ist anspruchsvoll, weil es so viele helle Lichter an Land gibt, dass die Fahrwassertonnen nur schwer zu finden sind. Dazu kommt, dass der Strom uns zur Seite versetzt. Aber dank GPS klappt alles gut. Mein Respekt für jeden Segler, der vor GPS Zeiten in diesem Revier gesegelt (und angekommen ist)!
Kurz vor der Hafeneinfahrt werden wir dann noch von einem Frachter überholt, der uns mit einem Suchscheinwerfer anleuchtet - gut das der uns gesehen hat...
Wir legen uns noch kurz an eine Mooring bis wir dann um 0.36 Uhr geschleust werden können:

Freitag, 15. August 2014

Urlaub 26: Sark - St. Helier

Nach einer SEHR unruhigen Nacht an der Mooring (wieder Leesegel in der Koje...) rudern wir alle ans Ufer und sehen erst einmal eine Wasserhose auf unser Schiff zukommen... Glücklicherweise löst sie sich wieder auf...
Wir machen erst einmal eine Rundfahrt auf der Insel mit Ina (Mensch) und George (Pferd)...
...bevor wir dann die schönsten Stellen mit Fahrrädern erkunden...
 ...da dürfen natürlich die Gärten der Seigneurie nicht fehlen. Bis 2008 war Sark ein Feudalstaat, mittlerweile wurde das durch das Reform Law etwas demokratisiert. Aber immer noch gibt es das Lehnssystem, zwischen dem Seigneur und der Königin einerseits und dem Seigneur und den nachgeordneten Tenants andererseits... Der Seigneur hat überdies gegenüber der Königin seit 1565 die Verpflichtung, die Insel ständig von 40 bewaffneten Männern besetzt zu halten. Urspünglich war der Grund die Verteidigung gegen Piraten.
Eine weitere Sehenswürdigkeit ist "La Coupée", der befestigte Felsgrat, der Great Sark und little Sark verbindet:
Auf dem Rückweg haben wir einen wunderbaren Blick auf "unsere Bucht" und unser Boot:
Mittlerweile ist Ebbe, und so wird das Beiboot erst einmal ein Stück über Land getragen:
Noch so eine schaukelige Nacht  wollen wir nicht verbringen und so fahren wir am Spätnachmittag wieder nach St. Helier auf Jersey. Auf dem Weg werden wir mit einem schönen Sonnenuntergang belohnt:

Donnerstag, 14. August 2014

Urlaub 25: St. Peter Port - Sark

Nach Guernsey wollen wir uns nun auch noch die kleine Insel Sark ansehen. Kurz nach dem Auslaufen treffen wir auf das ehemalige "Traumschiff" Berlin, das einige unklare Manöver ausführt und uns damit zum Wenden zwingt. Sonst verläuft die kurze Fahrt (8 sm) ohne Probleme - wir sind viel schneller da, als erwartet.
Häfen für Segler gibt es auf Sark nicht, also legen wir uns an eine Mooring-Tonne. Die Herren machen schon mal einen Ausflug an Land:
Die Bucht (La Grève de la Ville) ist hübsch und sehr malerisch, aber an den Tonnen liegen wir und unsere Mitstreiter sehr unruhig - ich brauche ein Leesegel für den Mittagsschlaf und auch Kochen ist nur mit festgeschraubten Töpfen und kardanischem Herd möglich...

Mittwoch, 13. August 2014

Urlaub 24: Guernsey

Absolutes Kaiserwetter und wir nehmen den Bus quer über die Insel nach Fort Grey zum Shipwreck Museum. Hier gibt es Überreste von Schiffen zu sehen, die vor Guernsey gestrandet sind, zuletzt eine Ölplattform 1974 (weil die Schleppleine riss). Meist waren die Gründe für die Havarien schlechtes Wetter und Navigationsfehler. Jeder, der  hier vor GPS navigiert hat, ist für mich ein Held, denn die Gezeitenstöme machen eine direkte Fahrt von einem Seezeichen zum nächsten unmöglich. Es geht nur mit den entsprechenden Peilungen - und die sind eben in schwerem Wetter oder Nachts nicht zu sehen...
 Dann besuchen wir noch die "West Show", genauer: "The Annual Show of the West United Agricltural and Horticultural Society" - ein Erlebnis! Wir bewundern verschiedenste Tiere, Landmaschinen, und in besonderen Zelten die preisgekrönten Produkte: Gemüse, Kuchen, Blumen etc...
Danach gibt es eine Vorführung von "Mighty Smith", dem stärksten Mann Englands, ein Rasenmäher-Rennen...
 ...und eine Vorführung im "Sheep herding" - ein großer Spaß :-)!