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Freitag, 31. Juli 2026
Tag 57 - Fur (A)-Fur Havn: Hochzeitstag!
Heute vor 34 Jahren haben wir geheiratet und sind gleich danach als Hochzeitsreise segeln gegangen. Auch viele der weiteren Hochzeitstage haben wir auf dem Boot und auf oder am dem Wasser verbracht und dieses Jahr ist keine Ausnahme. Wir holen den Anker hoch und fahren ein kurzes Stück "um die Ecke" in den Hafen der Insel.Wir sind früh da und es gibt reichlich Platz im Hafen. Nette Menschen nehmen uns die Leinen ab und bringen sogar eine kleine Treppe, damit wir besser aussteigen können. Das Wetter ist sonnig, aber nicht zu warm und wir beschließen, die Fahrräder aufzubauen und zur Feier des Tages schön Kaffeetrinken zu gehen. Es ist tatsächlich ein sehr netter Laden, in dem es neben Kaffee und selbstgemachten Leckereien auch noch Softeis und jede Menge Knuddelkit gibt.Danach fahren wir noch ein Stück weiter und setzen uns auf eine Bank (siehe Titelbild) an einem kleinen Strand mit vielen Muschen und Steinen.Besonders schön finde ich die vielen Heckenrosen, die mich an meine Kindheitssommer auf der Nordseeinsel Juist erinnern.Uns gefällt es hier sehr gut und wir wollen morgen noch einen Tag auf der Insel verbringen und die Stimmung genießen.Wir essen erst ziemlich spät an Bord und schauen zu, wie langsam ein großer Vollmond neben uns aufgeht -- ein passender Abschluss für einen schönen Hochzeitstag.
Dienstag, 28. Juli 2026
Tag 54 - Aalborg: Von Blumen, Bienen und Bildern
Am Vormittag repariert Ralf das Dinghy, dass in einem Segment langsam Luft verloren hat. Offensichtlich ist es beim Ein- bzw. Auswassern an den Relingstützen hängengeblieben. Nach dem Mittagessen wollen wir dann noch einmal in die Stadt gehen, aber Ralfs Bremsen am Fahrrad funktionieren nicht richtig und es dauert eine Weile bis sie wieder in Ordnung und die Hände sauber sind.Dann fahren wir wieder auf den bekannten Wegen los - es ist nett, dass wir uns jetzt schon etwas in der Stadt auskennen. Wir suchen a) Sonnencreme für Ralf und b) eine Möglichkeit, mein Smartphone um den Hals zu hängen. Wohlgemut fahren wir zum ersten Telefonladen - geschlossen. Der zweite hat so etwas nicht und der dritte nur Apple Geräte und Zubehör... Aber es ist auf jeden Fall eine nette Methode, die Stadt zu erkunden und heute sind wesentlich mehr Menschen unterwegs, als die letzten Tage.Es gibt eine lange Fußgängerzone, durch die wir gestern abend noch alleine mit dem Fahrrad gefahren sind......und daneben auch sehr hübsche kleine Stäßchen mit bunten Häusern und den allgegenwärtigen Stockrosen.Diese sind ein absolutes Paradies für Hummeln, die begeistert von einer zur anderen Blüte fliegen und über und über mit Pollen gepudert sind.Wir kaufen in zwei verschiedenen Geschäften Sonnencreme und bekommen im vierten Handy-Laden den entscheidenden Tipp: etwas versteckt soll es ein Einkaufszentrum geben, in dem es einen Geschäft nur für Handyhüllen gibt - und wir finden dort tatsächlich eine Lösung. Ganz in der Nähe bekommt Ralf auch noch seinen Cappuccino aus einer Porzellan-Tasse. Erfolg auf der ganzen Linie!Nun können wir uns mit unserem nächsten "StoryHunt" Abenteuer beschäftigen. Im Jahr 2014 startete die Galeristin Lene Kirk das Street-Art-Projekt "Out in the Open", das Kunst in Form von großen Wandgemälden im wahrsten Sinne es Wortes auf die Straße bringt. Mittlerweile gibt es über 80 Gemälde und wir sehen einige davon auf unserem Spaziergang durch die Stadt. Damit ein Gemälde entstehen kann, muss zunächst eine geeignete Wand gefunden werden und die Genehmigung des Eigentümers eingeholt werden. Dann werden Sponsoren für Farbe, Gerüst und die Bezahlung einens möglichst renommierten Künstlers gesucht. Die Bilder sind sehr unterschiedlich, aber alle auf ihre Art eindruckvoll.Die App führt uns in Stadtteile und teilweise sogar in Hinterhöfe, in die wir ohne sie nie gekommen wären.Es ist eine sehr gute Idee, so aus langweiligen oder sogar hässlichen Wänden ungewöhnliche Kunstwerke zu schaffen (siehe auch Titelbild).Eines der interessantesten Bilder finde ich "Bird with bite" von Don John, einem dänischen Künstler, der es vorzieht, anonym zu bleiben. Die Vorlage für dieses Bild ist ein Linoldruck.Mittlerweile hat es begonnen zu regnen und wir gehen noch eine Runde einkaufen und fahren dann wieder zurück zum Boot. Wir werden weiter die Augen nach den Wandbildern offenhalten, denn in den vergangenen Tagen haben wir nur einen Bruchteil der Bilder gesehen. Es gibt noch einen Dusche, leckeres Abendessen und dann ist es schon wieder Zeit für mich zum Spülen und Bloggen, während Ralf im Cockpit den Tag ausklingen lässt.
Montag, 27. Juli 2026
Tag 53 - Aalborg: Sydney, Roboter, Lego und eine Storyhunt
Aalborg ist die viertgrößte Stadt Dänemarks (nach Kopenhagen, Aarhus und Odense) und hat wirklich einiges zu bieten. Wir besuchen heute als erstes das Utzon Center, benannt und entworfen von dem dem aus Aalborg stammenden Architekten Jørn Utzon (1918-2008). Er wurde vor allem durch den Entwurf und Bau des Opernhauses in Syndey mit den an Muscheln oder Segel erinnernden Dächern bekannt. Als junger und unbekannter Architekt hatte er entsprechenden Wettbewerb unter mehr als 200 Einsendungen gewonnen.In einer Ausstellung werden Modelle gezeigt und es wird erklärt, wie die Dächer alle mit Segmenten aus der Oberfläche einer Kugel mit gleichem Radius gebaut werden konnten. Vor der Fertigstellung der Inneneinrichtung wechselte die Regierung in Australien und es kam zu einem Streit mit Utzon über die Kosten in dessen Verlauf Utzon der Projekt verließ. Heute ist das Opernaus UNESCO Weltkulturerbe.Die Sonderausstellung "I'm not a robot" beschäftigt sich mit dem Verhältnis zwischen Mensch und Maschine. Wie beeinflussen Roboter die Art und Weise, wie wir bauen, denken und leben? Und was bedeutet es für uns Menschen, wenn eine Maschine selbstständig lernen und erschaffen kann? Es geht um die "Drei gesetzte der Robotik von Isaak Asimov", um erste Lochkarten für Muster in Webstühlen, um Roboter für Kinder und in Filmen und vor allem um die Frage, was Roboter (und künstliche Intelligenz) eigentlich für uns tun sollen.Und dann gibt es noch "Blocky City", einen sehr großen Raum, in dem mit Legosteinen gebaut werden darf. Und zwar zunächst ganz klassisch einfach mit weißen Steinen in verschiedenen Grundformen (und nicht 3D-Puzzle mit Anleitung wie jetzt üblich). Die Werke können dann eingescannt und virtuell mit dem Programm "Minecraft" weiter bearbeitet werden. Es gibt wirklich beeindruckende riesige Kontruktionen und wir fragen uns, wie oft und wie lange die Erbauer hier im Center waren....Wir wollen natürlich auch mitmachen und bauen zwei nicht ganz so große und ambitionierte Modelle:Nun ist es Zeit für Ralfs Kaffee geworden, den wir heute in einer queeren Buchhandlung einnehmen - sehr nett. Mir gefällte ganz besonders die Regenbogenvase rechts.Um Aalborg noch etwas besser kennenzulernen, haben wir uns die App "StoryHunt" heruntergeladen, die Audio-Stadtführungen anbietet. Wir besuchen heute die zehn "Höhepunkte von Aalborg". Nr. 1 ist gleich das Utzon Center mit seiner ungewöhnlichen Dachform (links und unten rechts) und als nächstes das "Haus der Musik" (oben rechts).Das nächste Objekt ist "Nordstrom", ein ehemaliges Kraftwerk, das jetzt zum Kultur- und Sportzentrum umgebaut worden ist. Innen sind noch die Originalwände und Teile der Einrichtung zu sehen kombiniert mit ungewöhnlichen Lampen und neuen Geschäften.Eine Gedenktafel am nächsten Stopp erinnert an den Widerstand gegen die deutsche Besetzung. Gleich um die Ecke sind wieder zwei Murals (große Wandgemälde) zu sehen. Das Bild mit dem Pflanzenkopf stammt vom chilenischen Künster Inti, das "blaue" Bild von Oliver Vernon aus Brooklyn. Die sechste Station ist die Kirche "Unserer Lieben Frau" in der Altstadt und es wird die Geschichte einer Hexenverbrennung erzählt.Gleich hinter der Kirche geht es nach "Hjelmerstald", eine der ältesten Straßen Aalborgs. Hier stehen eng nebeneinander kleine bunte Häuser mit blühenen Stockrosen davor.Wir betreten einen Innenhof, in dem die Familie Lange ihre Werkstatt hat und ein einem kleinen Skulpturengarten ihre Keramikkunst zeigt (siehe auch Titelbild).Wir werfen noch einen Blick auf die Budolfi-Kirche, die gerade renoviert wird und sich hinter einer Plane versteckt und auf das alte Postamt (jetzt Sparkasse) mit seinem sechseckigen Turm, der im Staatsdienst stehende Brieftauben beherrbergte (siehe die jeweils neuen Taubenlöcher).Dann schauen wir uns noch das prächtige Haus des (damals neureichen) Kaufmanns Jens Bang von 1624 an und beenden die Führung im Schloss Aalborghus, das mehr wie ein nettes Fachwerkhaus als wie ein Schloss aussieht.Wieder ein sehr abwechslungsreicher Tag in Aalborg mit vielen unterschiedlichen Eindrücken aus verschiedenen Epochen der Stadtgeschichte und mit Fragen an die Zukunft. Auf dem Rückweg erledigen wir noch einige Einkäufe und bewundern den Himmel über dem Limfjord.
Sonntag, 26. Juli 2026
Tag 52 - Aalborg: Aussichten und Einsichten
Mit frischen Kräften nach dem Ruhetag gestern und bei strahlender Sonne machen wir unsere Fahrräder klar, um die Stadt zu erkunden.Wir wollen gerne das "Kunsten", ein Museum für moderne Kunst, besuchen aber dann beschließen wir, zuerst auf den Aussichtsturm, den Aalborgtårnet, zu fahren, der direkt daneben steht. Der Turm selbst ist für eine Ausstellung errichtet worden und mittlerweile zu einem Wahrzeichen von Aalborg geworden. Wir sind angenehm überrascht, dass im Restaurant auf der Spitze sehr leckere Brote serviert werden.Natürlich genießen wir auch die Aussicht über die Stadt und den Limfjord. Wir sehen die Kirche und die vor der Brücke wartenden Boote.Dann fahren wir zurück zum Museum, und Ralf schaut die Prinzessin (und den in einen Frosch verwandelten Prinzen) an, die direkt davor stehen (siehe auch Titelbild). Irgendwie sieht die Dame nicht besonders motiviert aus, den Herrn zu erlösen. Im Museum besuchen wir zunächst den Skulpturengarten mit einem wunderbaren Springbrunnen, bei dem das Wasser machmal stoppt, damit man die Mitte erreichen kann, einem künstlerischen Minigolf und einem MärchenschlossIch bin fasziniert von im Dreieck aufgestellen Spiegeln, die das Innere aber auch den Himmel reflektieren.Im Gebäude besuchen wir zunächst eine Ausstellung der dänischen Malerin Berit Heggergougen-Jensen zu ihrem 70. Geburtstag. Ralf findet, dass zuviel Text geschrieben werden muss, um ihre Bilder zu erklären.Ein weiterer Teil der Ausstellung ist in Zusammenarbeit mit "Sisters Hope" entstanden, einer international anerkannte Performancegruppe "im Spannungsfeld von Kunst, Aktivismus, Forschung und Bildung". Kunst soll nicht nur betrachtet, sonders ästhetisch, sinnlich und poetisch erlebt werden. Es sind unter anderem Teile aus dem Projekt "Sisters Hope Home" ausgestellt, darunter auch die Stockbetten des Schlafraums. Sie dürfen genutzt werden und es gibt Kopfhörer mit einer geführten Meditation dich ich sehr genieße und die Ralf für ein Mittagsschläftchen nutzt.Besonders gut gefällt mir in diesem Museum, dass es an verschiedenen Stellen Gelegenheiten gibt, selbst kreativ tätig zu werden. So kann an einer Stelle ein Bild mit einem Goldrahmen gemalt werden, es gibt ein große Wand für "Elastik-Kunst" (Gummibänder über Holzpins) und interessant geformte Holzstäbe zum Bauen.Das alles dauert natürlich seine Zeit und wir werden von der Durchsage überrascht, das das Haus in einer halben Stunde schließt. So können wir nur noch einen kurzen Blick in die "Late Picasso" Ausstellung werfen.Picasso "malte am Tag und zeichnete bei Nacht" und so sind auch diverse kleine Grafiken ausgestellt. Ich bin fasziniert von den unterschiedlichen Stilrichtungen, die Picasso verwendet hat.Mittlerweile ist es 17:00 Uhr und da haben die Cafés hier schon zu. Wir beschließen, in eine Eiskaffee in der Innenstadt zu fahren. Dort bekommen wir die "Sommer-Platte" mit sechs verschiedenen kleinen Kugeln. Ich riskiere Lakritze, kann es aber nicht wirklich empfehlen...Wir gehen noch zum nahegelegenen Netto, um unsere Vorräte aufzustocken und sehen dort im Hinterhof eines der zahlreichen Wandgemälde, für die die Stadt bekannt ist - dazu morgen mehr. Insgesamt wieder ein schöner und interessanter Tag!
Montag, 29. Juni 2026
Tag 44 - Skagen-Frederikshavn: Halber Wind
Wir verabschieden uns von Skagen, das einen Besuch auf jeden Fall wert war, und machen uns auf den Weg Richtung Limfjord. Es geht mit Westwind nach Süden, der Wind kommt also von der Seite und wird "halber Wind" genannt. Das ist der schnellste Kurs für die Triton.Wir fahren mit unserer Windselbststeueranlage "Sir Henry" (siehe Titelbild), der bei dem starken Wind heute sehr gute Arbeit macht. Die Triton ist mit einem Reff im Groß und zwei Reffs in der Fock (vorne aufgerollt) schnell unterwegs.Später kommt dann auch noch ein weiteres Reff in das Großsegel, weil wir nach Runden der Insel Hirsholm anluven (höher an den Wind gehen) müssen.Die Insel selbst sieht mit ihrem klassischen Leuchtturm sehr nett aus, aber der Hafen liegt auf der Westseite und empfiehlt sich bei dem starken Westwind nicht als Liegeplatz.In Frederikshavn gibt es einen großen Fähr- Militär und Fischereihafen, der jedoch für Freizeitboote keine Liegeplätze hat. Im Vorbeifahren sehen wir ein großes Schiff, das dort abgewrakt wird.Wir laufen den Yachthafen an, der etwas außerhalb liegt und bekommen dort problemlos einen guten Platz. Das Anlegemanöver klappt trozt des Seitenwinds sehr gut. Ich habe nach Skagen genug von Ausflügen, aber Ralf ist neugierig und macht sich mit dem Fahrrad auf den Weg in die Stadt. Dort fährt er zum "Bangsbo Hovedgard, einem alten Herrenhaus (Foto von Ralf).Das Gebäude ist auf allen Seiten von wassergefüllten Gräben umgeben (Foto von Ralf).Zu der Anlage gehört auch noch ein botanischer Garten, der zum Spazierengehen einläd (Foto von Ralf).Zum Schluss klettert Ralf noch auf den Aussichtsturm Pikkerbakken mit Blick über den Hafen (Foto von Ralf).Wir telefonieren noch mit unseren jeweiligen Müttern und mit Freunden. Daheim ist es immer noch sehr heiß und wir sind froh, dass es bei uns abends so kühl wir, dass wir Westen und Fleecejacken anziehen. Nach Sonnenuntergang wird es dann richtig kühl.
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