Coratriton
Segeln und Mehr
Dienstag, 4. August 2026
Tag 61 - Hals-Læsø: Dreamteam Triton & Henry
Eigentlich wollten wir schon von Skagen aus nach Læsø segeln, aber damals hatten wir keinen geeigneten Wind. Das ist heute anders und wir nutzen den Südostwind, um diese Insel anzulaufen.Bei kräftigem Wind von der Seite und freiem Wasser arbeiten unsere Windselbsteueranlage "Sir Hery" und die Triton optimal zusammen und wir haben eine sehr schnelle Überfahrt.Auf dem letzen Stück vor dem Hafen geht es dann noch hart an den - immer weiter zunehmenden - Wind (siehe Titelbild). Was für ein Kontrast zu gestern, als wir bei Windstille in einem engen Fahrwasser motort sind. Beides hat seinen Reiz, aber das Segeln hier draußen macht viel Spaß!Kurz vor dem Hafen kommt uns dann noch die Fähre entgegen, die mehrmals am Tag Besucher auf die Insel bringt. Aus dänischer Sicht ist allerdings schon fast Nachsaison (nächsten Montag beginnt die Schule wieder) und so ist erfreulicherweise reichlich Platz im Hafen. Nach uns kommt auch allerdings noch eine ganze Anzahl Segler an - teilweise Hafenkino vom Feinsten... Aber alle haben einen guten Platz gefunden und jetzt herrscht hier friedliche Abendstimmung.
Montag, 3. August 2026
Tag 60 - Aalborg-Hals: Zurück zum Kattegat
Heute ist keine Wind und wir haben nur 18 sm bis nach Hals am Ausgang des Limfjords. Daher verbringen wir den Vormittag noch in Aalborg. Ralf fährt mit dem Fahrrad in die Stadt zum Einkaufen und ich gehe ins "Boatoffice" und kümmere mich um Abrechnungen, Überweisungen und Mails. Dann fahren wir pünklich los, denn es geht wieder durch zwei Brücken: erst die Eisenbahnbrücke......und dann die Limfjordbrücke. So langsam haben wir gelernt, wie das funktioniert und so müssen wir nicht lange zwischen den Brücken warten.Hier in Aalborg hat es uns sehr gut gefallen und wir haben interessante Ausflüge unternommen. Die Stadt entwickelt die Ufergegend und auch gegenüber in Nørresundby sehen wir moderne Appartementhäuser neben alten Gebäuden. Hier liegt auch noch ein Traditionssegler.Der östliche Teil des Limfjodes ist schmal und gewunden mit einer ziemliche engen Fahrrinne. Wir motoren - teilweise bei völliger Windstille (siehe Titelbild) - durch das spiegelglatte Wasser. Uns kommen einige Segler und sogar das eine oder andere Frachtschiff entgegen.Wenn das Boot so ruhig fährt, können wir auch gemütlich an Bord essen. Allerdings muss ich - als Sicherheitsbeauftragte - etwas mit Ralf schimpfen, weil er wegen der Wärme seine Schwimmweste ausgezogen hat...Wir versuchen ja, immer wieder neue Häfen anzulaufen, aber manchmal ist es auch ganz nett, in einen Hafen zu fahren, den wir schon kennen und daher zu wissen, wo ein guter Liegeplatz für uns ist.Weil wir immer so spät essen, beschließen wir, noch vor dem Abendessen zum Eiscafé zu gehen, damit wir dort noch etwas bekommen. Ich "erfinde" die Kombination von einer Kugel Schokoladeneis mit einer Softeis-Mütze: sehr lecker! Nur der Becher hätte etwas größer sein können...Ein schöner Sonnenuntergang mit einlaufender Fähre schließt einen schönen Tag passend ab.
Sonntag, 2. August 2026
Tag 59 - Livø-Aalborg: Nur unter Fock
Wir verlassen unseren Ankerplatz und machen uns auf den Weg zurück nach Osten. Dazu müssen wir wieder zurück durch die Aggersundbrücke. Es ist zunächst noch kühl und regnerisch.Unser Weg geht dann wieder durch das schmale Fahrwasser mit zahlreichen roten und grünen Tonnen, den den Weg markieren. Diesmal haben wir etwas Strom, der uns hilft.Damit wir gut manovrieren können - das Fahrwasser hat mehrere Kurven und uns kommt eine ganze Anzahl von Schiffen entgegen - fahren wir nur mit Fock. Nach und nach wird das Wetter immer besser und die Sonne kommt heraus (siehe Titelbild).Wir fahren wieder in den Hafen des Aalborger Segelclubs, in dem es uns gut gefallen hat und starten dort zwei Waschmaschinen. Dann gibt es Abendessen im Cockpit mit Blick auf den schönen Sonnenuntergang.
Samstag, 1. August 2026
Tag 58 - Fur-Livø: Dänemarks schönste Insel?!
Dänemark hat über 1400 Inseln von mindestens 100 qm Größe. Davon haben 443 einen Namen und 70 sind dauerhaft bewohnt. Im Jahr 2010 wurde Fur zur schönsten Insel Dänemarks gewählt. Ob das wirklich der Fall ist, wollen wir uns heute ansehen. Dazu nehmen wir den Hop-On-Hop-Off Bus, der die verschiedenen Sehenswürdigkeiten der Insel anfährt.Die Staßen sind oft nur einspurig und nicht alle sind gepflastert. Sie führen durch sanft hügelige Kornfelder, die friedlich unter blauem Himmel mit Schäfchenwolken liegen.Wir haben uns zwei Stopps ausgesucht, die wir uns näher anschauen wollen. Der erste ist "Fur Bryghaus", also das Brauhaus. Nicht etwa, weil wir dort Bier trinken wollen, sondern weil hier der Fußweg zum Knudeklint beginnt. Ich packe meine Stöcke aus und wir laufen los (Bild rechts von Ralf).Knudeklint ist eine Klippe, die sich bis zu 35 m Höhe etwa einen Kilometer lang an der Nordseite der Insel erstreckt. Von oben haben wir einen guten Blick auf den Limfjord (siehe auch Titelbild). Leider ist auf diese Entfernung nicht zu sehen, was die Klippe so außergewöhnlich macht, dass sie dieses Jahr UNESCO-Weltnaturerbe geworden ist.Die Formationen sind Überreste eines uralten Meeresbodens, auf dem vulkanische Asche, mikroskopisch kleine Kieselalgen und eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt aus der Zeit vor 55 Millionen Jahren Schicht für Schicht bewahrt wurden. Mehr als 700 Arten von Fischen, Vögeln, Insekten, Pflanzen und anderen Organismen wurden hier gefunden. Ich krabble bis an den Rand, um ein paar gute Bilder zu bekommen (Bild unten rechts von Ralf).Wir laufen zurück zur Brauerei, wo es auch noch eine kleinen Kunstaustellung gibt und Ralf sich ein T-Shirt kauft. Unter andrem sind Bilder der typischen Fische zu sehen, die jedes Jahr von lokalen Künstlern gestaltet und dann auf der Insel verteilt werden.Unser Bus kommt und die Reise geht weiter bis zu Museum, wo wir erst einmal in dem schönen Garten an dafür aufgestellten Tischen unsere mitgebrachten Brote essen.Hier können wir nun zahlreiche der gefundenen Fossilien aus der Nähe bewundern. Es Es gibt zahlreiche Vitinen, oft mit Lupen, um die erstanlich gut erhaltenen Details zu sehen. Der Dinosaurier ist eher für die Kinder, denn die Funde stammen aus einern Zeit nach dem Aussterben der Dinos vor 66 Millionen Jahren.Wir können verschiedene Exponate auch unter dem Mikroskop betrachten und noch mehr Einzelheiten Entdecken.Nach einem Blick auf die Windvorhersage, beschließen wir dann, noch ein paar Meilen bis zur nächsten Insel Livø zu segeln und dort zu ankern.Es ist - mal wieder - Westwind, aber jetzt kommt er von hinten bzw. von der Seite und so haben wir nur mit der Fock eine schnelle Fahrt.Es wird so kühl, dass wir das Sonnendach wieder gegen unser Cockpitzelt tauschen. Aber der Regen zieht neben uns vorbei und wir bekommen nur noch einen kleinen Regenbogen zu sehen.Auf der anderen Seite es Bootes zaubert die untergehende Sonne noch leuchtende Ränder an die Wolken. Gerade beim Ankern gibt es immer wieder diese wunderbaren Naturschauspiele.
Freitag, 31. Juli 2026
Tag 57 - Fur (A)-Fur Havn: Hochzeitstag!
Heute vor 34 Jahren haben wir geheiratet und sind gleich danach als Hochzeitsreise segeln gegangen. Auch viele der weiteren Hochzeitstage haben wir auf dem Boot und auf oder am dem Wasser verbracht und dieses Jahr ist keine Ausnahme. Wir holen den Anker hoch und fahren ein kurzes Stück "um die Ecke" in den Hafen der Insel.Wir sind früh da und es gibt reichlich Platz im Hafen. Nette Menschen nehmen uns die Leinen ab und bringen sogar eine kleine Treppe, damit wir besser aussteigen können. Das Wetter ist sonnig, aber nicht zu warm und wir beschließen, die Fahrräder aufzubauen und zur Feier des Tages schön Kaffeetrinken zu gehen. Es ist tatsächlich ein sehr netter Laden, in dem es neben Kaffee und selbstgemachten Leckereien auch noch Softeis und jede Menge Knuddelkit gibt.Danach fahren wir noch ein Stück weiter und setzen uns auf eine Bank (siehe Titelbild) an einem kleinen Strand mit vielen Muschen und Steinen.Besonders schön finde ich die vielen Heckenrosen, die mich an meine Kindheitssommer auf der Nordseeinsel Juist erinnern.Uns gefällt es hier sehr gut und wir wollen morgen noch einen Tag auf der Insel verbringen und die Stimmung genießen.Wir essen erst ziemlich spät an Bord und schauen zu, wie langsam ein großer Vollmond neben uns aufgeht -- ein passender Abschluss für einen schönen Hochzeitstag.
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