Samstag, 22. August 2026

Tag 79 - Endelave-Kerteminde: Kleiner Belt oder Großer Belt?

Annette und Allan wollen schon früh los und so sind wir um 6:30 Uhr am Start, um die beiden zu verabschieden. Es war ein sehr schönes Wiedersehen und wir hoffen, dass es nicht wieder acht Jahre bis zum nächsten Treffen dauert!
Kurz danach machen wir uns auch auf den Weg. Unser Winterlager ist in Heiligenhafen (rotes X) und wir müssen uns entscheiden, ob wir durch den Kleinen Belt (zwischen Fünen und dem Festland - hellblaue Linie) oder durch den Großen Belt (zwischen Fünen und Seeland) fahren wollen. Da Ostwind erwartet wird, nehmen wir die Option weiter östlich und suchen uns Kerteminde als Zielhafen aus (gelbe Tracklinie). So haben wir verschiedene Optionen für di Fahrt nach Süden.
Bei dem langen Schlag von über 30 sm heute lohnt es sich, Sir Henry zu aktivieren und er macht seine Sache bei dem kräftigen Wind sehr gut.
Wir fahren mit zwei Reffs im Groß und einem in der Fock und machen schnelle Fahrt. Zwischendurch kommt der Wind so weit von hinten, dass wir die Fock ausbaumen (siehe Titelbild). Auf dem letzten Stück Richtung Kerteminde geht es dann noch einmal hart an den Wind und Ralf steuert von Hand.
Wir sind sehr zufrieden mit der schnellen Überfahrt. Langsam bekommen wir auch Übung mit Anlegemanövern zwischen Dalben und heute klappt es trotz des starken Windes sehr gut.
Hier gibt es zwei Supermärkte ganz in der Nähe des Hafens und wir nutzen die Gelegenheit, unsere Vorräte noch einmal aufzustocken und uns etwas umzusehen, zum Beispiel im großen Handelshafen neben uns.

Freitag, 21. August 2026

Tag 78 - Endelave: Radtour und Grillabend

Wir haben heute wunderbares Wetter und entscheiden uns für eine Radtour auf einem  12 km langen Rundweg zur Nordspitze der Insel, der - hier auf der Kanincheninsel - netterweise "Kanino" genant wird (grüne Punkte).
Der Weg führt zunächst am Ufer entlang bis zu einem kleinen Aussichtsturm für die Beobachtung von Vögeln in einem Schutzgebiet. Im Moment sind allerdings nur jede Menge Möwen da.
Die nächste Sehenswürdigkeit ist ein Stein aus der Bronzezeit. Auf einem Schild lesen wir, dass er eine Vertiefung hat, die möglicherweise zu religiösen Zweicken diente. Das Problem: es ist kein Stein zu sehen. Schließlich finden wir ihn neben der Straße versteckt im hohen Gras und er ist eher klein und unspektakulär:
Es geht weiter nach Norden durch einen lichten Wald mit vielen Birken bis der Weg durch einen Zaun mit einem Weiderost auf dem Boden führt und wir uns wundern, welche Art von Tieren nicht hinein oder nicht heraus dürfen. Die Frage wird bald beantwortet, denn wir treffen eine ganze Menge Schafe.
Neben der Weide gibt es eine Sitzgelegenheit, die wir für unser Picknick (und in Ralfs Fall für einen kleinen Mittagsschlaf) benutzen. Auf einem Schild wird erklärt, dass die Schafe (und auch Ponys) das Gras kurz halten sollen um anderen Pflanzen die Chance auf Wachstum zu geben.
Als nächstes wollen wir wieder unsere neue Drohne ausprobieren. Diesmal soll sie uns beim Radfahren filmen und das klappt schon recht gut.
Neben Hasen, Vögeln und Schafen gibt es auch noch eine ganze Weide mit jungen Kühen auf der Insel.
Ralf gibt sein Allerbestes, um die jungen Damen mit frischem Gras anzulocken und sie kommen auch interessiert näher, aber keine traut sich wirklich ganz heran.
Als letzte Station schauen wir uns noch die kleine Kirche an, sehr ähnlich der Kirche auf Tunø (allerdings ohne Leuchtturm) und ebenfalls mit einem sehr gepflegten Friedhof.
Im Hafen ist es ziemlich leer geworden und die TRITON und die NALA DANICA liegen dort friedlich nebeneinander.
Zum Abendessen sind wir mit Annette und Allan zum Grillen verabredet. Dafür gibt es einen schönen Platz direkt am Hafen (siehe auch Titelbild).
Wir haben uns acht Jahre lang nicht gesehen, können aber so reden, als wäre das erst gestern gewesen. So haben wir einen sehr schönen Abend zusammen mit leckerem Essen, zwei Desserts und einem wunderbaren Sonnenuntergang.
 

Donnerstag, 20. August 2026

Tag 77 - Tunø-Endelave: Naturschauspiele und Wiedersehen

Wenn wir Endelave südwestlich von uns gut erreichen wollen, benötigen wir Wind mindestens aus West, besser aus Nordwest. Leider soll der Wind schon ab 10 Uhr nach Südwest bis Süd drehen und daher geht es schon von Sonnenaufgang los Richtung Endelave.
Hinter uns geht blutrot die Sonne zwischen den Wolken auf (siehe Titelbild) und wir können hoch am Wind in Richtung Ziel segeln.
Langsam lösen sich die Wolken auf und es wird wärmer. Wir kommen gut voran und sind sehr zufrieden, dass unsere Taktik aufgeht.
Schon um 9:00 Uhr machen wir im Inselhafen fest. Auch Endelave ist eine der kleinen Dänischen Inseln mit 149 Einwohnern. Später am Vormittag kommen dann unsere Freunde Annette und Allan mit der NALA DANICA. Wir haben uns im August 2017 in Falmouth kennengelernt und danach mehrfach getroffen (Porto Santo, Teneriffa, Barbados), zuletzt im Februar 2018 auf den Union Islands. Wir sind dann nach Norden gefahren und die NALA DANICA weiter nach Westen durch den Panamakanal in die Südsee und nach Neuseeland. Vor dort ist dann das Boot auf einem Frachter zurück nach Dänemark gekommen.
Wir sind gleich wieder gut im Gespräch und haben uns viel aus den letzten acht Jahren zu erzählen. Zwischendurch bauen wir die Cockpitzelte auf, den es kommt ein Regenschauer und dann ein wunderschöner Regenbogen.
Schon vom Boot aus sehen wir zahlreiche Kaninchen, den Endelave ist auch als Kanincheninsel bekannt. In den 1920er Jahren wurden einige hier ausgesetzt und sie haben sich gut vermehrt.
Später sind wir dann bei Annette und Allan zum Essen eingeladen und es wird ein sehr schöner Abend mit leckeren Nudeln und guten Gesprächen.
 

Mittwoch, 19. August 2026

Tag 76 - Tunø: Wenn Engel singen

Regen und reichlich Wind genau aus der Richgung in die wir wollen - nach Studium verschiedener Wetterberichte und der Seekarten, entscheiden wir, dass wir heute hier bleiben.
Am Nachmittag hört der Regen auf, die Fahrräder sind noch aufgebaut und wir entscheiden uns für eine Fahrt ins Dorf. Ralf hat gelesen, dass es heute in der Kirche ein kleines Konzert geben soll, also nichts wie hin. Die Bänke sind mit Sommerflieder geschmückt, die Kerzen brennen und wir junge Damen, die Gruppe Konval Kvartet, singen wunderschön á capella (siehe auch Titelbild). Hier ist ihr Instagram Account: Klick
Danach schauen wir uns noch den (geschlossenen) Minigolfplatz an, der sehr nett aussieht. Wie überall auf der Insel gibt es hier zahlreiche Blumen, teilweise gepflanzt...
...aber auch wild auf den umgebenden Feldern. Es ist einfach sehr schön und friedlich hier. 
Mittlerweile sind die Brombeeren reif geworden und sie sind saftig und süß. Auch das ist eine Kindheitserinnerung an Sommer an der Nordsee.
Ich habe nachgelesen und Tunø gehört zu dem "Verband dänischer Kleininseln". Es sind insgesamt 27 Inseln ohne Landverbindung mit weniger als 1200 Einwohnern. Thema ist unter anderem der Fährverkehr, Förderung von Gewerbe und Landwirtschaft und die Einwohnerzahl zu halten oder sogar zu vermehren. Vorteile sind Natur, Ruhe und Gemeinschaft. Das ist bestimmt alles richtig, aber der landschaftlichen Schönheit ist das ganzjährige Leben hier sicher nicht einfach.
Heute wollen wir früher ins Bett, denn morgen soll es früh losgehen nach Endelave, wo  wir dänische Segelfreunde treffen wollen, die wir auf unserer Atlantikrunde kennengelernt haben. Es wird immer früher dunkel und wir brauchen beim Abendessen Licht im Cockpit.
 

Dienstag, 18. August 2026

Tag 75 - Tunø: Radtour und Drohnentest

Wir beginnen den Tag sehr enspannt. Das ist hier kein Problem, denn auch das volle Besichtigungsprogramm kann an einem halben Tag erledigt werden.
Auf Tunø gibt es die Geschichte, dass der Pfarrer jahrelang mit der Frau des Leuchtturmwärters geschlafen hat... Das war aber kein Grund zur Aufregung, da der Kirchturm auch als Leuchtturm fungiert (siehe Titelbild) und der Pfarrer über 100 Jahre lang auch als Leuchtturmwärter arbeitete. Wir haben uns heute eine Fahrradtour über die Insel vorgenommen, sind aber zunächst bei der Kirche vorbeigefahren, wo uns eine sehr nette Katze begrüßte.
Der kleine Friehof rund um die Kirche ist sehr gepflegt und erinnert mehr an einen botanischen Garten.
Wir werfen auch noch einen kurzen Blick in das kleine Museum, aber wir sind durch die tollen Museen in Aarhus sehr verwöhnt und eine Sammlung von alten Telefonen (auch ein frühes Nokia Handy) beeindruckt uns nicht.
Da schauen wir uns doch lieber einen sehr beeindruckenden Apfelbaum an! Überhaupt sind die Häuser und Gärten hier alle sehr gepflegt und erinnern uns an Tesco, eine der Scilly Inseln.
Die Navigation auf der Insel ist einfach, denn es gibt Die Straße, die vom Hafen an einem Ende der Insel bis auf die andere Seite führt.
Wir fahren die kleinen Hügel hinauf und hinunter bis wir zu einem freien Feld kommen. Hier wollen wir unsere neue Drohne ausprobieren und der erste Versuch klappt schon recht gut.
Leider hat das Hotel geschlossen, in dem wir eigenlich zu Mittag essen wollten, um die lokale Tourismusbrache zu unterstützen. Also fahren wir noch einmal zurück in den Ort und dann wieder die nun schon bekannte Straße entlang, bis wir zu dem kleinen, privaten Flugplatz kommen. Eigentlich ist es nur eine erstaunlich kurze Landebahn und das Flugzeug ist einfach am Wegesrand geparkt...
Kurz darauf erreichen wir das andere Ende der Insel, an dem die Gemeinde netterweise ein Plumpsklo aufgestellt hat.
Als weitere Attraktion gibt es dann auch noch eine Sitzgruppe mit Blick aufs Meer, ein guter Platz um unseren nächsten Drohnenflug zu starten.
Schon auf dem Feld haben wir verschiedene Flugmodi ausprobiert und hier versuchen wir unseren Lieblingsmodus, den Bumerang, bei dem die Drohne in einem weiten Bogen um uns herum fliegt. Hier ein Standbild, das Video ist auf Instagram.
Sehr zufrieden mit unserem Ausflug und dem Test fahren wir durch die hübsche Landschaft zurück in den Hafen.
Heute morgen war es dort ziemlich leer, aber mittlerweile sind die Plätze gut gefüllt, überwiegend von deutschen Booten. Wir plaudern noch ein wenig mit unseren Stegnachbarn und genießen dann die schöne Abendstimmung.