Samstag, 4. Juli 2026

Tag 49 - Aalborg-Griesheim: Leben in vollen Zügen

Wir verabschieden uns um kurz nach 8:00 Uhr von unserer lieben Triton, die hoffentlich hier lieb auf uns warten wird.
Wir haben nur einen kurzen Fußweg zur Bushaltestelle und dann wenige Minuten Fahrt zu Bahnhof. Erfreulicherweise gibt es einen Aufzug.
Wir haben eine guten Zeitpuffer und während wir auf den Zug warten, können wir sehen, wie die Eisenbahnbrücke kurz vor der vollen Stunde für die Boote geöffnet wird - gestern sind wir dort hindurchgefahren.
Wir fahren vom Hafen zum Bahnhof in Alborg, nach Aarhus, Fredericia, Flensburg und Hamburg. Alle Umstiege klappen, weil der Zug in Fredericia auf uns wartet und wir dadurch in Hamburg unseren ICE erreichen (siehe auch Titelbild). Ein Blick auf die Alster weckt Erinnerungen an die Deutsche Meisterschaft der Conger, an der wir 1992 teilgenommen haben. Jan war (im Bauch) auch dabei.
Unterwegs sehen wir dann noch die Sonne langsam untergehen - deutlich früher als oben im Norden. Unser letzten Zugwechsel ist dann in Frankfurt, wo dann die Regionalbahn nach Darmstadt die größte Verspätung von allen Zügen hat. Hildegard holt uns netterweise ab - danke! Wir haben für die rund 1000 km von Boot zu Tür etwas mehr als 15 Stunden benötigt. Zurück auf die Triton geht es dann hoffentlich Ende Juli.

Freitag, 3. Juli 2026

Tag 48 - Aalborg: Sauber und ordentlich

Die ganze Nacht und heute den ganzen Tag haben wir hier sehr stürmischen Wind mit Böen Windstärke 8 und wir sind froh, dass wir hier sicher im Hafen liegen.
Wir verbringen den Tag mit Aufräumen, Aussortieren und Putzen. Wir schauen die Bücher, Seekarten und Kleidung durch, Ralf schließt eine neue Gasflasche an und ich spüle die diversen Aufbewahrungsboxen.
Wir schauen die - wenigen - Lebensmittel durch, essen noch ein paar Reste und schmieren uns Brote für die lange Zugfahr (mit 5x Umsteigen) morgen.
Wichtig ist es, das Boot gut Festzubinden und wir tauschen noch die Festmacher aus, damit die Triton auch bei unterschiedlichen Wasserständen (wir hatten durch den Starkwind eine Differenz von fast einem Meter) sicher liegt.
Jetzt, im Abendlicht (siehe auch Titelbild), ist der Wind etwas schwächer geworden aber er soll auch in den nächsten Tagen kräftig wehen und aus westlichen Richtungen kommen. Wir sind froh, dass wir uns entschieden haben, hier zu bleiben.

Donnerstag, 2. Juli 2026

Tag 47 - Hals-Aalborg: Zeitplansegeln

Nach Wochen mit angenehmen Wetter bekommen wir heute das Paket Regen, Wind und Kälte. Wir wollen weiter in den Limfjord hinein und hoffen, mit dem Wind aus südlicher Richtung ein Stück segeln zu können.
Unser Ziel ist Aalborg und dort liegen die geeigneten Häfen hinter zwei Brücken, die für uns zu niedrig sind. Also müssen wir dort pünklich zu den Öffnungszeiten - jeweils zur vollen Stunde - ankommen. Wir setzen also genau so viel Segel, dass die Ankunftszeit stimmt. Zunächst haben wir noch das Groß oben, nehmen es aber dann herunter, weil wir zu schnell sind.
Am Schluss fahren wir nur noch mit einem ganz kleinen Stückchen Fock. Leider haben wir durch den Regen schlechte Sicht, erkennen aber verschiedene Industrieanlagen und Windräder.
In Alborg selbst stehen am Ufer viele architektonisch interessante Wohnanlagen, einige davon noch im Bau.
Wir kommen pünktlich an der Brücke an und nach kurzer Zeit wird sie für uns (siehe Titelbild) und noch einen anderen Segler geöffnet.
Allerdings gibt es nach dieser Brück auch noch eine Eisebahnbrücke und - entgegen anderer Informationen im Netz - werden die Brücken nicht gleichzeitig geöffnet, so dass wir eine ganze Weile Kreise fahren... Aber dann klappt sie auf und wir haben es nicht mehr weit in den Hafen.
Bei Anlegen an Heckpfählen zu zweit tun wir uns noch etwas schwer - aber am Ende sind wir fest und liegen gut festgebunden. Wir bauen das Sonnendach ab und das Cockpitzelt auf, denn Wind und Regen sind noch stärker geworden. Das hält uns aber nicht von unserem Abendessen ab.
Eigenlich wollten wir in den nächsten Tagen im Limfjord weiter nach Westen Segeln und die Inseln dort erkunden. Aber es ist sehr starker Wind aus westlichen Richtungen vorhergesagt und da macht das Weiterfahren keinen Sinn. Wir beschließen daher schon am Samstag (und nicht erst nächsten Mittwoch) zurück nach Deutschland zu fahren.

Mittwoch, 1. Juli 2026

Tag 46 - Asaa-Hals: Der Eingang zum Limfjord

Leichter Wind und Sonne - wieder eine ruhige Fahrt ohne Wellen (siehe Titelbild). Die Triton macht aus sechs Knoten Wind über drei Knoten Fahrt - das gefällt uns. Irgendwann geht der Wind weg und wir fahren das letzte Stück unter Motor zu unserem Ziel Hals am Eingang zum Limfjord.
Es ist ein netter Hafen, in dem es außer den Freizeitbooten auch noch ein paar Fischkutter, Lotsen und eine kleine Werft gibt. Um den Hafen herum sind Restaurants und Cafés und in Laufweite verschiedene Supermärkte. Wir machen einen kleinen Spaziergang und schauen uns die netten Häuser an, hier in Dänemark oft in gelb mit weißen Details und rotem Ziegeldach. Wir kommen an der Statue "Guld-Harald" vorbei
Wir kommen an Wandbildern vorbei und laufen bis zur Kirche, die eher unaufregend aussieht. Gleich daneben steht ein wunderschöner alter Baum, den Ralf als eine Eichenart identifiziert.
Wir kaufen noch ein paar Kleinigkeiten ein und betrachten die anderen Schiffe im Hafen. Mittlerweile ist es recht voll geworden.
Abends gibt es noch ein kleines Konzert vom örtlichen Gesangverein im Hafen und am Ende wird zu Trompetenklängen feierlich die Flagge eingeholt. Zu den Flaggenbräuchen beim Segeln gehört neben der Nationalflagge am Heck und der Gastlandsflagge unter der Steuerbordsaling auch, die Nationale bei Sonnenuntergang einzuholen. Das wird allerdings nicht mehr überall so eng gesehen. Hier meinen sie es aber ernst und wir sehen viele Boote ohne Flaggen. Also wird unsere Flagge auch für die Nacht eingepackt.

Dienstag, 30. Juni 2026

Tag 45 - Frederikshavn-Asaa: Sanftes Segeln

Leichter Wind aus West lässt uns gemütlich an der flachen und sandigen Küste entlang weiter nach Süden segeln.
Es ist sehr entspannend, denn wir sehen keine Fischpötte, müssen keinen Booten ausweichen, es gibt kaum Seezeichen und wir müssen die Segelstellung nur wenig verändern -  Zeit, um auch mal ein Buch zu lesen.
Zwischen Frederikshavn und der Einfahrt in den Limfjord gibt es noch den kleinen Hafen Asaa, den wir uns heute als Tagesziel ausgesucht haben.
Nach etwa 2/3 der Strecke verlässt uns der Wind, so dass wir das letzte Stück unter Maschine zurücklegen müssen.
Wir tasten uns langsam durch die enge Hafeneinfahrt - hier gibt es offensichtlich nur wenige Gastboote.
Tatsächlich bleiben wir kurz im weichen Mudder stecken, können aber wieder zurück und legen uns dann direkt an die Einfahrt, wo das Wasser noch ausreichend tief ist.
Wie sich herausstellt, hat der Hafen auch eine ganze Reihe von Wohnmobilplätzen und es gibt sogar ein offenes Café mit Kuchen und Eis!
Das Nette an der sandigen Küste ist, dass es direkt neben dem Hafen einen Strand gibt, den wir nach der Kaffeepause ganz für uns haben.
Direkt neben unserem Liegeplatz am Hafen steht die Skulptur einer Meerjungfrau, die allerdings nicht aufs Meer hinausschaut, sondern Richtung Land (siehe Titelbild). Sie wurde für die 140-Jahrfeier des Hafens angeschafft und führte zu einem Rechtsstreit mit den Erben von Edvard Eriksen, der die "Kleine Meerjungfrau" im Hafen von Kopenhagen geschaffen hat. Die Erben verlangten, dass die Statue zerstört wird - offensichtlich ohne Erfolg... Heute am Tag gab es einen Wolkenschicht mit nur einigen blauen Stellen, aber der Abendhimmel ist wunderschön!