Das Wetter ist wichtig, auch wenn wir nur Landausflüge planen und heute soll noch einmal ein sonniger Tag sein. Wir entscheiden uns also für einen Ausflug zum Holmenkollen "Ski Museum & Tower". Da Essen gehen hier teuer ist, besuchen wir den Bäcker unseres Vertrauens gleich um die Ecke, die "Backstube"hier im Hafenviertel in einem sehr stylischen Gebäude an einem Platz mit einer riesigen Rose, und versorgen uns mit Sandwiches.Dann geht es mit unseren Rädern zum Bahnhof, wo wir erst einmal lernen müssen, wie hier Tickets verkauft werden, und dann weiter mit der "T-Bane" (der U-Bahn), die allerdings auf unserer Strecke weitgehend überirdisch fährt.Dann sind wieder meine Bergziegen-Qualitäten gefragt, denn es geht steil bergauf bis zum Museum - mich motiviert die Chanche auf schöne Bilder von der Aussicht...Irgendwann können wir dann schon einen ersten Blick auf den Sprungturm erhaschen, also geht es stetig weiter nach oben.Und dann ist es geschafft und wir erreichen den sehr schön gestalteten Eingang des Skimuseums, wieder überragt von der Sprungschanze.Die Ausstellung ist relativ klein, aber sehr interessant. Wir erfahren einiges über die Geschichte des Skilaufens. Schon in Höhlenzeichnungen sind Jäger auf Schiern abgebildet, aber es dauerte eine Weile, bis gute Bindungen entwickelt worden waren. Für die Norweger ist das Skilaufen Teil der nationalen Identität. Als nach der Unabhängigkeit 1905 ein dänischer Prinz mit einer englischen Gemahlin (Enkelin von Queen Victoria) zum norwegischen König gewählt wurde, gewann das Paar unter anderem Sympathien durch die Begeisterung für das Skilaufen (Bild unten rechts).Ein weiterer Raum beschäftigt sich mit verschiedenen Expeditionen in Arktis und Antarktis. Darunter ist die Expedition von Norweger Fridtjof Nansen (1861-1930), der als erster das Inlandeis von Grönland überquerte und einen Rekord für die damals größte Annäherung an den geografischen Nordpol aufstellte. Er war aber auch eine Schlüsselfigur bei der unabhängikeit Norwegens und erhielt für seine Arbeit in der internationalen Flüchtlingshilfe den Friedensnobelpreis. Natürlich geht es auch um das Rennen zum Südpol zwischen dem Norweger Roald Amundsen (1872-1928) und den Briten Robert Scott. Amundsen erreichten den Südpol 35 Tage vor Scott, der tragisch auf dem Rückweg starb.Wir kommen dann zum Enwicklung des Skisports in Norwegen mit Modellen der Sprungschanze über die Jahre - von einer kleinen Rampe bis zu der beeindruckenden Metallkonstruktion, die heute hier steht.
Im letzten Teil der Ausstellung geht es um Klima und Klimawandel und die Auswirkungen auf Norwegen (und auch das Skilaufen). Sehr amüsant ist ein Film, der verschiedene Outdoor-Ereignisse (Skisprung, Fußball, Konzerte etc.) zeigt, bei denen das Wetter Probleme bereitete, unter anderem durch Nebel, Starkregen oder Sturm.Und dann fahren wir mit dem Aufzug bis ganz oben auf den Sprungturm und können einen Eindruck davon gewinnen, wie die Springer sich führlen müssen, bevor sie losfahren - nur was für Schwindelfreie (siehe Titelbild). Neben dem Blick die Schanze hinab können wir auch - leider im Gegenlicht - auf den Oslofjord blicken:Auf der gegenüberliegenden Seite ist es wunderbar grün mit netten Häusern und dem Blick auf die Bahnlinie.Zum Abschluss bekommt Ralf auch noch einen guten Cappuccino aus einer Porzellantasse - das haben wir bisher in Oslo noch nicht gehabt.Auf dem Rückweg zur Haltestelle laufen wir noch durch die Unterkonstruktion mit ihren Betonstützten. Auch hier gibt es Kunst am Bau, rechts zu sehen die verlängerten Skistöcke einer Skulptur......die einen Skifahrer aus Metall-Schneeflocken darstellt "On the Go" der Künstler Annika Oscarsson, Thomas Nordström und Filip Schmidt:Das war wieder ein sehr erfolgreicher Ausflug - gerade bei dem wunderbaren Wetter - zu einem sehenswerten Ziel!Noch ein Nachtrag für meine liebe Mutter: ich war noch unter der Dusche und habe auf dem Weg dahin ein Foto von der beleuchteten Skyline - wieder mit Rathaus - gemacht:
Coratriton
Segeln und Mehr
Freitag, 29. Mai 2026
Donnerstag, 28. Mai 2026
Tag 12 Oslo: Radtour zu den Highlights
Nach unseren Erfahrungen ist es eine gute Idee, in einer neuen Stadt an einer Stadtführung teilzunehmen, gerne auch mit dem Fahrrad - und genau das haben wir heute getan. Unser Guide Luka ist ein Deutscher, der der Liebe wegen nach Oslo gezogen ist. Hier im Hintergrund das alte Rathau von 1641.Unser erster Stop ist die Festung Akershus, einer mittelalterlichen Burg, die auch heute noch zu militärischen Zwecken genutzt wird - wir sehen einige Gruppen von Kadetten. Sie ist aber auch für die Allgemeinheit zugänglich. Von den Befestigungsanlagen haben wir einen wunderbaren Blick über Hafen und Fjord.Wir kommen dann am Rathaus und am Nationaltheater vorbei, auf das wir einen kurzen Blick werfen können.Es geht bergauf bis zum königlichen Schloss, das ebenfalls noch als Residenz der norwegischen Könige genutzt wird. Ich erkenne die Statue vor dem Schloss an der markanten Nase, weil ich den historischen Roman "Desiree" von Annemarie Selinko gelesen haben. Es ist Jean Baptiste Bernadotte, ein französischer Marschall unter Napoleon, der vom schwedischen Reichstag als Nachfolger des kinderlosen Königs gewählt wurde und als Karl Johan den Thron von Schweden und Norwegen (das damals mit Schweden in Personalunion verbunden war) bestieg. Er ließ das Schloss und die Prachtstraße in die Stadt errichten.Wir fahren weiter zum Vigeland Skulpturenpark, einer Anlage, die von dem norwegischen Künstler Gustav Vigeland (1869-1943) in über 20 Jahren Arbeit geschaffen wurde. Es gibt 212 Stein- und Bronze-Skulpturen, die sich überwiegend mit dem Kreislauf des menschlichen Lebens beschäftigen. Darunter ist auch ein Monolith und eine Brunnenanlage (siehe auch Titelbild).Die Figuren sind alle unbekleidet, lebensecht und zeigen sehr unterschiedliche Situationen und Emotionen.Besonders beliebt ist die Skulptur eines kleinen Jungen, der gerade einen Wutanfall hat. Seine linke Hand ist ganz blank, weil sie von allen Touristen berührt wird. Der Park ist sehr gut besucht, von Kindergarten-Gruppen, die hier spielen bis zu zahlreichen asiatischen Touristen mit Selfie-Sticks, die die Posen der Figuren nachstellen.Wir fahren noch am Hafenviertel vorbei (wo auch die Triton liegt) und das in den letzten 20 Jahren vollständig saniert wurde und jetzt zu den teuersten Gegenden in Oslo zählt. Im Hintergrund ist ein Kreuzfahrtschiff zu sehen. Wir erfahren, dass die Stadt so verkehrsberuhigt ist, weil die sechs-spurige Stadtautobahn unterirdisch verläuft.Damit endet die Tour und wir haben wir können uns jetzt gut in der Stadt orientieren. Wir bekommen noch einen Empfehlung, wo wir ein Sandwich essen können und schauen uns dann noch das Rathaus von der anderen Seite (siehe gestern) und von innen an. Nach der Unabhängikeit von Schweden im Jahr 1905 entstand der Wunsch nach einen repräsentativen Gebäude. Es gab einen Architekturwettbewerb mit mehrfach geänderten Entwürfen, so dass erst 1930 mit dem Bau begonnen wurde und die Eröffnung (Aufgrund es 2. Weltkrieges) erst 1950 stattfand.Bei der künstlerischen Gestaltung wurden folgende Regeln festgelegt: Geschichte, Kunst und Kultur Norwegens sollen dargestellt werden und im Zentrum sollte „das Volk“ stehen. Sämtliche Materialien hatten norwegischer Herkunft zu sein. In der großen Innenhalle wird der Friedensnobelpreis verliehen.Die großen Wandgemälde zeigen Szenen aus der Geschichte Norwegens und Oslos - auch in Hinblick auf Handel und die Arbeiterbewegung.Außen gibt es neben Skulpturen 16 Holzreliefs, die sich mit der nordischen Mythologie beschäftigen - hier einige Beispiele: oben links: Odin auf seinem achtbeinigen Hengst Sleipnir, oben rechts: ein Adler sitzt in der Weltesche Yggdrasil, unten links: der Hund Gorm bewacht den Eingang zur Unterwelt und drei Hähne warnen vor dem kommenden Kampf, unten rechts: drei Walküren kommen als Schwäne und verwandeln sich in schöne Frauen: Alrund, Svankit und Alvid.Wieder ein schöner, interessanter und abwechslungsreicher Tag bei strahlendem Wetter - wir sind sehr zufrieden! Zum Abschluss noch die Abendstimmung von Bord aus, diesmal Richtung Innenstadt:
Mittwoch, 27. Mai 2026
Tag 11 - Sandspollen-Oslo: Beeindruckender Start
Wenig Wind und der auch noch von vorne - das bedeutet, dass wir heute das letzte Stück nach Oslo unter Maschine fahren.Es ist wieder abwechslungsreich, denn unterwegs treffen wir zahlreiche Schiffe, vom kleinen Containerschiff, Frachtschiffen Fähren bis zum Großsegler.Oslo selbst sieht von Wasser aus gar nicht wie eine Großstadt (über 700.000 Einwohner) aus. Keine Hochhäuser oder blinkenden Lichter sondern kleine Gebäude auf sanften Hügeln.Wir haben uns für die Aker Brygge Marina entschieden, die direkt im Stadtzentrum liegt und vor der aus wir viele Sehenswürdigkeiten gut erreichen können. Wir überlegen, was wir in den nächsten Tagen unternehmen wollen, und stellen dabei fest, dass das "Nobel Peace Center" heute bis 20:00 Uhr geöffnet hat. Wir bauen also die Fahrräder auf und fahren ein kurze Stück am Ufer entlang bis zum zentralen Rådhusplassen, wo wir wie erwartet das Rathaus sehen können.Hier ist auch das Peace Center (siehe Titelbild) und wir gehen hinein, erst einmal nicht sicher, was uns dort erwartet. Wie sich herausstellt, gibt es einen mehrsprachigen Audioguide und wir erfahren einiges über Alfred Nobel und sein Leben. Er hat nicht nur das Dynamit erfunden (und ist damit reich geworden), sondern ihm wurden über 350 Patente erteilt. Mit der Friedensaktivistin Bertha von Suttner diskutierte er über Krieg und Frieden. Sie hatte sich 1876 auf eine Stelle als seine Privatsekretärin beworben und sie regte ihn zur Stifung des Friedensnobelpreises an.Während die anderen Nobelpreise (Physik, Chemie, Medizin, Literatur) von schwedischen Institutionen vergeben und in Stockholm verliehen werden, bestimmte Nobel in seinem Testament, dass der Friedensnobelpreis vom norwegischen Nobelkommitee vergeben und in Oslo verliehen. Sehr eindrucksvoll ist der Raum, in dem alle bisherigen Preisträger und -trägerinnen gezeigt werden:Ein Teil der Ausstellung beschäftigt sich mit der Preisträgerin von 2025, Maria Corina Machado, die die Auszeichnung "für ihren Einsatz für die demokratischen Rechte des venezolanischen Volkes“ erhielt.In einem weiteren Raum wird die Wichtigkeit des Dialogs für den Friedensprozess betont und es werden Gesprächsregeln formuliert.Eine Sonderausstellung beschäftigt sich mit dem Thema "Wege zum Frieden", fragt, was das Wort Frieden bedeutet und behinhaltet und stellt Beispiele aus fünf Jahrhunterten vor. Insgesamt ein sehr beeindruckendes Museum und ein unglaublich wichtiges Thema!Nachdenklich fahren wir zurück zum Boot - das war ein intensiver Anfang für unseren Besuch in Oslo. Hier kommt noch die Abendstimmung über dem Hafen für meine liebe Mutter.
Dienstag, 26. Mai 2026
Tag 10 - Åsgårdstrand-Sandspollen: Sonne und Wind
Der Tag beginnt ohne Sonne und ohne Wind und so verschieben wir unsere Abfahrt auf den Nachmittag und nutzen die Zeit, um einige Punkte von der To-Do-Liste zu erledigen. In meinem Fall bedeutet das am Schreibtisch zu sitzen und Mails zu schreiben. Ralf hat sich dagegen sein Fahrrad vorgenommen und ein defektes Pedal ausgetauscht. Wie sich herausstellt, war das komplizierter als gedacht, aber Mr-Fix-It mit dem umfangreichen Werkzeugarsenal der Triton konnten das Problem lösen (Foto von Ralf).Nach dem Mittagessen kommt die Sonne heraus und der Wind beginnt kräftig zu blasen. Für uns das Signal zum Aufbruch weiter den Oslo-Fjord hinauf nach Norden.Es ist nicht langweilig, denn hier sind einige Schiffe unterwegs. Wir werden gleich von einer Fähre angetutet (d.h. sie gibt ein Schallsignal) und wir müssen den Kurs ändern, um ihr auszuweichen.Dann geht es in schneller Fahrt weiter (siehe Titelbild). Wir können bei Nordwestwind die bis zur schmalen Durchfahrt (siehe Bild oben) segeln. Danach kommt der Wind zu sehr von vorne und wir müssen den Motor aktivieren. An Bord wird Kaffee und Brot mit Erdnussbutter und Marmelade serviert.Dann haben wir unser Tagesziel auch schon erreicht, denn wir entscheiden uns für die geschützte Ankerbucht Sandspollen. Die Einfahrt ist nochmal spannend, denn der Wind legt noch mal zu und es ist ziemlich eng. Aber in der Bucht gibt es dann reichlich Platz und wir lassen unseren Anker fallen. Hier ist es sehr schön mit netten Ferienhäusern.Wir sind froh, dass wir den größeren Teil der heutigen Strecken so schön segeln konnten. Morgen wollen wir dann weiter nach Oslo. Die Abendstimmung hier ist nicht ganz so schön, weil die umstehenden Bäume den Blick auf den eigentlichen Sonnenuntergang verhindern. Aber zumindest die letzten Sonnenstrahlen habe ich eingefangen:
Montag, 25. Mai 2026
Tag 9 - Hvasser-Åsgårdstrand: Gute Fahrt und schöne Kunst
Heute mittag soll ein Starkwindfeld kommen und um das zu vermeiden sind wir schon früh unterwegs in den Oslofjord hinein und nach Norden. Wir segeln mit Wind von hinten und ohne Welle durch eine wunderschöne Schärenlandschaft.Es sind einige andere Boote unterwegs, überwiegend Motorboote, aber auch der eine oder andere Segler - wahrscheinlich auf dem Weg nach Hause nach den Pfingsttagen. Pünklich zum Mittagessen erreichen wir unser Ziel Åsgårdstrand.Wir haben heute kein Problem einen Liegeplatz zu bekommen und es verlassen sogar noch einige Boote den Hafen.Wir machen einen Spaziergang durch den hübschen Badeort, der auch als Künstlerkolonie bekannt wurde. Edvard Munch (siehe Titelbild) hatte hier ein Ferienhaus, das jetzt ein Museum ist - leider ist es heute geschlossen. An verschiedenen Stellen im Ort, an denen Munch hier gemalt hat, sind die entsprechenden Bilder angebracht und Ralf ist so nett und steht für ein Foto Model.Es gibt nach dem Künstler benannte Straßen und in einem Haus steht ein aufblasbarer "Schrei" im Fenster:Auch sonst ist es hier sehr hübsch mit Ausblick auf den Oslofjord und jeder Menge Bänken, um den Ausblick zu genießen.Es ist sehr gepflegt mit jeder Menge Blumen und vor allem in weiß und allen Lilatönen blühendem Flieder.Das war wieder ein schöner und abwechslungsreicher Tag! Es gibt noch ein leckeres Abendessen und - auf Wunsch meiner lieben Mutter - noch ein Bild mit Abendstimmung (inklusive Mond) im Hafen.
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