Coratriton
Segeln und Mehr
Mittwoch, 12. August 2026
Tag 69 - Øer Havn: Ausflug nach Ebeltoft
Wir bleiben heute hier und wollen uns das nahegelegene Ebeltoft anschauen. Dazu leihen wir uns an der Rezeption Fahrräder aus und machen uns auf den - für dänische Verhältnisse - ziemlich hügeligen Weg. Der Name Ebeltoft bedeutet übersetzt in etwa "Apfelgarten" und bis heute wird im Herbst ein Apfelfest gefeiert. Dazu sind wir leider zu früh, aber wir sehen unterwegs einen perfekten Apfelbaum, es gibt eine Apfelstatue am Hafen (im Hintergrund die Fregatte Jylland) und im Museumsshop werden Äpfel aus Glas verkauft.Ralf ist erst ein wenig zögerlich, in das ebenfalls direkt am Wasser liegende Glasmuseum zu gehen, aber wir besuchen dann doch das schon architektonisch interessante Gebäude.Die aktuelle Ausstellung nennt sich "All!" und bedeutet, dass alle 1806 Sammlungsstücke ausgestellt sind - teileweise in großen Regalen. Es ist erstaunlich, wie vielen unterschiedliche Stücke aus Glas geschaffen worden sind. Das reicht von aus meiner Sicht eher fragwürdig...Zu wirklich ungewöhnlich, wunderschön und beeindruckend. Ralf und mir gefällt besonders das "Bild" mit den fünf braungemusterten Objekten oben rechts.Ein Freund von Ralfs Großvater Hans hat zunächst Industrieglas geblasen, wurde aber später Glaskünstler mit Ausstellungen im In- und Ausland. Wir fragen, ob sie von ihm Objekte hier im Museum haben. Die Antwort ist ja, aber die Dame ist nicht sicher, wo sie stehen. Also machen wir uns auf die Schatzsuche und finden tatsächlich drei kleine Vasen:Im obenen Stockwerk gibt es eine (ziemlich ungeordnete) Bibliothek und ich habe den Ehrgeiz, ein Buch zu finden, in dem Kurz genannt ist. Tatsächlich gibt es ein Exemplar über deutsches Kunsthandwerk. Und wir finden ein Bild, von dem dänischen Plakat, dass bei uns draußen hängt!Auch der Garten des Museums ist außergewöhnlich angelegt. Die Beete sind quadratisch, es gibt diverse Bänke und verschiedene Kunstwerke. Besonders schön im Sonnenlicht ist eine bunte Glasskulptur (siehe auch Titelbild).In einer Werkstatt können verschiedene Glaskünstler und -künstlerinnen bei der Arbeit beobachtet werden. Heute wird gezeigt, wie Trinkgläser gefertigt werden.Wieder ein unerwartet interessantes Museum mit dem wir in einem so kleinen Ort (knapp 8000 Einwohner) gar nicht gerechnet hätten. Nun ist es Zeit für Ralfs Kaffee und Kuchen und wir fahren ein kurzes Stück in die Altstadt mit dem "kleinsten Rathaus der Welt" (oben rechts). Sie ist sehr hübsch mit alten Fachwerkhäusern, Kopfsteinpflaster und vielen Stockrosen.Es gibt viele nette kleine Geschäfte und Cafés. Mitten in der Altstadt steht riesiger Bäume, zum Teil mit um den Stamm gebauten Bänken. Es gibt einige Besucher, aber es ist nicht überlaufen und gefällt uns sehr gut.Zurück in unserem Hafen klettern wir noch auf den Aussichtsturm, von dem aus wir unsere liebe Triton sehen können.Später gibt es dann noch Abendessen im Cockpit. Mittlerweile ist der Wind völlig eingeschlafen und der Turm gegenüber spiegelt sich im glatten Wasser.
Dienstag, 11. August 2026
Tag 68 - Grenaa-Øer Havn: Ein Hafen mit Schleuse
Nach einer windigen Nacht weht es auch noch am Vormittag kräftig, so dass wir uns beim Hafenmeister Fahrräder ausleien, um uns die Stadt Grenaa anzuschauen. Im 1. Gang (wegen des Gegenwindes) geht es an einem hübschen Kanal entlang Richtung Westen.Die kleine Stadt (rund 14.000 Einwohner) ist hübsch, wirkt aber sehr ruhig und etwas verschlafen. Wir treffen eine junge Dame von der Touristeninformation, die uns die Kirche und das Museum empfiehlt. Alles liegt nah beieinander und wir besuchen als erstes die Kirche. Sie wurde im 13. Jahrhundert als katholisches Gotteshaus erbaut, gehört aber seit der Reformation zur evangelisch-lutherischen Kirche. Einige Details erinnern noch an die katholische Vergangenheit.Vom kleinen Museum erwarten wir nicht viel und werden sehr angenehm überrascht. Anders als z.B. im Museum auf Fur ist die Sammlung hier sehr strukturiert und nach vier Themen sortiert: Erde, Stadt, Meer und Kalkstein. Es gibt jeweils einen Zeitstrahl, der die Exponate von der Altsteinzeit bis zur Neuzeit einordnet. Es ist gut, dass "Erde" und "Stadt" wegen Renovierung geschlossen sind, sonst wären wir wahrschenlich immer noch da... Wir erfahren in der Abteilung "Meer", dass ein Sund die Halbinsel Djursland, auf der Grenaa liegt, teilte. Später wurde der Sund zum Binnensee und dieser wurde leergepumpt und die Fläche landwirtschaftlich genutzt. Wir sehen steinzeitliche Grabstädten und rfahren etwas über die Fischerei und den Tourismus. Vieles ist interaktiv und so können wir eigene Postkarten gestalten (unten links).Bei "Kalkstein" geht es zunächst um Werkzeuge und Waffen aus Feuerstein. In einem Video wird gezeigt, wie eine Feuersteinaxt hergestellt wird und wir erfahren, wie die Radiocarbonmethode zur zeitlichen Einordnung eingesetzt wird. Später wurde hier Kalkstein abgebaut.All das hat länger gedauert als gedacht und wir beschließen, hier noch ein Sandwich zu essen und dann gleich loszusegeln. Wieder ist das Essen überraschend lecker, wir sitzen sehr nett auf dem Platz neben der Kirche und das Restaurant teilt sich den Eingang mit einem tollen Blumenladen.Der Rückweg zum Boot geht - jetzt mit Rückenwind - schnell und bald sind wir unterwegs weiter um die Halbinsel Djursland herum - jetzt ganz ohne Sund oder Binnensee.Mit der heutigen Fahrt haben wir nun offiziell das Seegebiet "Kattegat" verlassen und sind im Gebiet "Belte und Sund" die das Kattegat mit der "Westlichen Ostsee" verbinden. Wir haben frischen Wind, Sonne und blauen Himmel.Allerdings kommen immer wieder recht unangenehme Böen, so dass wir am Ende ein Reff im Groß und zwei in der Fock haben. Wir kommen gut und schnell voran.Weil alle Boote in einem ähnlichen Abstand zum Ufer fahren, haben wir einige Begegnungen und ich nutze die Gelegenheit, um Fotos für Marinetraffic zu mache, eine Seite, auf der Bootsbewegungen in Echtzeit verfolgt werden können. Hier ist unsere Triton: KlickSo kommen wir gut in unserem Zielhafen an. Es handelt sich um ein Feriendorf mit Hafen, bei dem sieben künstliche Inseln mit Ferienhäusern in einer ehemaligen Kiesgrube angelegt wurden. Der Hafen liegt vollständig im Landesinneren und ist nur über eine Schleuse zu erreichen (siehe auch Titelbild). Der Schleusenwärter ist sehr freundlich, nimmt uns die Leinen ab und gibt Tipps.Nun liegen wir sehr geschützt im ruhigen Hafen. Anders als in Grenaa sind hier nur wenige Boote bewohnt.
Montag, 10. August 2026
Tag 67 - Bønnerup-Grenaa: Entlang der Küste
Wir wollen entlang der Küste einen Hafen weitersegeln und da es heute nachmittag sehr windig werden soll, fahren wir gleich morgens los. Auf dem Track ist gut zu sehen, wo wir das Großsegel hochgezogen haben.Zunächst ist es noch etwas schaukelig, aber in Landabdeckung werden die Wellen kleiner und ich mache ein paar Fotos aus dem Bugkorb (siehe auch Titelbild).Wir kommen am Leuchtturm Fornæs vorbei, der so aussieht, wie man sich einen klassischen Leuchtturm vorstellt.Auch in Grenaa ist Nachsaison und wir haben kein Problem, einen guten Platz zu finden. Nach uns kommen noch einige andere Boote. Und wie vorhergesagt, beginnt der Wind immer stärker zu wehen.Zum Abendessen zaubert Ralf eine besonders köstliche Bolognese, für die er extra noch Staudensellerie im Ort besorgt hat.Wir liegen gut und sicher im Hafen, essen gemütlich im Cockpit und bekommen noch einen schönen Sonnenuntergang - wieder ein schöner Segeltag!
Sonntag, 9. August 2026
Tag 66 - Bønnerup: Im Hafen und am Strand
Heute mal keine Besichtigungen und auch kein langer Segeltag sondern einfach nettes Hafenleben: Wäschewaschen, ein paar Mails und Überweisungen und lange Telefonate mit Familie und Freunden. Ralf repariert den Durchflussmengensensor für das Kühlwasser, der eigentlich piepsen soll, das aber nicht mehr zuverlässig getan hat. Nach dem Mittagessen schauen wir uns im Hafen um. Dänemark ist sehr, sehr kinderfreudlich und in jedem Hafen gibt es einen Spielplatz. Hier haben sie das noch getoppt, denn es gibt einen Schrank mit Schwimmewesten und Ausrüstung zum Krabbenfangen mit Eimern, Keschern und Krabbenangeln! Das weckt schöne Erinnerung an unsere Zeit mit dein Kindern - hier mit Philipp (oben rechts).Es gibt auch den obligatorischen Hafengrill mit Pommes und Softeis und ganz in der Nähe einen schönen Strand (siehe auch Titelbild) mit ganz feinem Sand.Die Temperaturen sind angenehm und wir stecken die Füße ins Wasser und haben eine gute Zeit. Hier liegt das Seegras am Ufer, aus dem die Dächer auf Læsø hergestellt wurden. Wie wir gelernt haben, hat das Gras hier - nach einem Schädlingsbefall - nicht mehr die richtige Qualiät, um die Dächer herzustellen. Insbesondere ist es zu kurz.Auf den Steinen der Mole haben sich an der Grenze von Wasser zu Luft zahlreiche kleine Schnecken angesiedelt.Wir genießen noch eine Weile die angenehme Sonne bevor wir wieder in den Hafen zurück gehen. Der ganze Ort hat eine sehr nette und entspannte Stimmung.Heute gibt es Kaffee und Kuchen im Cockpit und wir schauen den netten Schwalben zu, die durch die Luft flitzen und sich ab und zu auf den Festmachern des neben uns liegenden Bootes ausruhen.Nach Kochen, Bloggen und Abspülen werde jetzt noch die Bettchen neu bezogen und ich freue mich auf mein sauberes Nachthemd nach dem Duschen. Eine Besonderheit hier im Hafen sind die sieben Windräder, die auf den Molen stehen. Wir merken, dass es Richtung Herbst geht, denn es wird jeden Tag spürbar früher dunkel.
Samstag, 8. August 2026
Tag 65 - Læsø-Bønnerup: Ein langer Tag
Nach den Starkwindtagen sind wir heute eines von vielen Booten, die den Hafen verlassen. Um 9:00 Uhr legen wir ab, denn wir haben über 50 sm vor uns. Wie sich herausstellt schechtes Timing, denn wir müssen abwarten, bis die Fähre angelegt hat.Vorhergesagt ist - mal wieder - Westwind und wir haben uns einen Hafen im Süden ausgesucht und die Hoffnung, die Strecke gut mit halbem Wind segeln zu können. Allerdings müssen wir erst einmal unter Motor Richtung Westen fahren, um den Untiefen um Læsø auszuweichen. Die ganze Insel ist von Flachstellen umgeben - kein Wunder dass hier viele Schiffe strandeten und die Einwohnern ein zusätzliches Einkommen bescherten.Zunächst ist es noch recht windig mit unangenehmen Wellen die uns ziemlich hin- und her schütteln.Und leider kommt der Wind auch mehr aus Südwest als aus West, so dass wir den Winkel zu unserem Tagsziel nicht ganz schaffen, sondern die Segel dichtnehmen und so viel Höhe machen, wie möglich.Die Windstärke nimmt ab und der Wind dreht mit jeder Wolke, aber insgesamt kommen wir unserem Ziel näher. Die Wellen werden kleiner und das Leben an Bord wird angenehmer (siehe auch Titelbild). Es gibt gemütliches Abendessen an Bord.Am Ende schaffen wir es, bis kurz vor den Hafen zu segeln und wir sind sehr zufrieden mit dem Tag. Es war gut, dass wir auch bei wenig Wind durchgehalten haben und wir kommen mit dem Sonnenunergang in Bønnerup an.
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