Dienstag, 16. Juni 2026

Tag 31 - Skärhamn-Bächevik (Lyr): Ein Fall für Mr-Fix-It

Unsere Toilette an Bord wird mit Seewasser betrieben. Es gibt verschiedene Ventile, die geöffnet oder geschlossen werden müssen und einen Hebel, mit dem gepumpt wird. Schon gestern haben wir festgestellt, das dieser Hebel sich nicht mehr richtig bewegen lässt und heute ist Ralf angetreten, um das Problem zu beseitigen. Der erste Versuch erfolgt von außen mit einem Schlauch durch das Seeventil (siehe Titelbild) - leider ohne Erfolg. Während Ralf noch mit dem Schlauch hantiert, schaut Jan etwas skeptisch aus der Luke.
Dann macht Ralf sich auf den Weg zum Yachtausrüster, um einen Schlauch für den nächsten Reparatur-Versuch zu besorgen und wir nutzen den Schlauch, um die Scheiben zu "entsalzen".
Dann führt Mr-Fix-It eine Operation am offenen Herzen bzw. an der Ausleitung der Toilette durch. Neben fortgeschrittener Verkrustung findet er den Grund für die Blockade: letzte Woche hatte Ralf erfolglos das ganze Schiff nach einem seiner In-Ear-Kopfhörer durchsucht - und jetzt haben wir ihn gefunden: Er hat genau den richtigen Durchmessser für eine Totalblockade...
Mit dem neuen Schlauch ist der Schaden dann schnell repariert und Ralf ist unser Held für diesen Tag! Heute ist Sonne und wenig Wind vorhergesagt und wir beschließen in eine nahegelegene Ankerbucht zu fahren. Wir gleiten durch die wunderschöne Schärenlandschaft und heute sind kurze Hosen am Start.
Schon bald können wir das Großsegel bergen und kurz danach den Anker fallen lassen (Foto von Laura).
Es gibt Kaffee und Kuchen im Cockpit und dann pustet die Jugend das Beiboot auf und macht sich auf den Weg, um die Umgebung zu erkunden.
Sie klettern auf einen Hügel mit schöner Aussicht, finden einen Strand und wagen sich sogar ins kühle Wasser (Fotos von Laura).
Danach gibt es noch eine warme Dusche auf der Badeplattform und der ganze Ausflug hat den beiden sehr gut gefallen.
Nun genießen wir noch das goldene Abendlicht in unserer schönen Bucht und schauen der Sonne beim sehr langsamen Untergehen zu.
 

Montag, 15. Juni 2026

Tag 30 - Mollösund-Mossholmen-Skärhamn: Abschied von Johanna und Paul

Wir wollen heute Johanna und Paul zu einer Busstation bringen, von der aus sie den Hauptbahnhof von Göteborg gut erreichen können. Mit gutem Zeitpuffer machen wir uns auf den Weg. Heute steuert Laura und macht ihre Sache sehr gut.
Wir fahren zunächst wieder ein sehr enges Fahrwasser mit originellen Warnschildern, die auf die Gefahren der Untiefen hinweisen.
Teilweise geht es sehr dicht am Ufer vorbei und können uns die zahlreichen netten Häuser - jeweils mit eigenem Anlegesteg - anschauen. Die Fahrt ist abwechslungsreich durch die vielen unterschiedlichen Seezeichen, Felsen und den Gegenverkehr.
 
Wir kommen gut in Mossholmen an, essen zu Mittag und machen dort noch ein Foto vom "Team Triton" mit Crewwesten (siehe Titelbild), bevor wir Johanna und Paul zur Bushaltestelle direkt am Hafen begleiten.
Der Bus kommt pünktlich auf die Minute und dann sind wir nur noch zu viert. Aber auch die Zeit zu sechst auf dem Boot hat erstaulich gut geklappt. Es war zwar etwas eng im Cockpit, aber sonst gab es keine Probleme.
Leider gibt es hier keine Einkaufsmöglichkeiten und so beschließen wir, wieder ein Stück nach Norden in einen größeren Hafen zu fahren.
Mittlerweile ist der Wind recht kräftig geworden und so erlebt Laura nun auch noch eine Kreuz mit Maximalgeschwindigkeit.
Sie wird nicht seekrank und es ist nur ein kurzes Stück - schon bald können wir das Groß herunternehmen (Foto von Laura).
Das Fahrwasser wird ruhiger und die kleine Kirche von Skärhamn begrüßt uns mit einem Lächeln.
Wir stocken unsere Vorräte auf und können hier auch wieder Wäsche waschen. Heute hatten wir alle Windrichtungen von Raumwind bis Kreuzen und auch sehr unterschiedliche Windstärken, Sonne, Wolken und Regen - es wird nicht langweilig!
 

Sonntag, 14. Juni 2026

Tag 29 - Ellös-Mollösund: Durch enge Fahrwasser

Wir nehmen Abschied von Ellös und fahren ein Stück weiter durch das Schärenfahrwasser nach Mollösund.
Johanna hatte unvorsichtigerweise gefragt, ob sie auch mal das Großsegel hochziehen darf. Irgendwie hat Ralf das falsch verstanden und jetzt darf Johanna jeden Tag ran - heute sogar mit Reff.
Es ist wirlich schön, die Jugend dabei zu haben und alle Arbeiten an Bord werden schnell und gut von der "happiest Crew" erledigt.
Allerdings werden die Gesichtsausdrücke etwas angespannter, als wir eine kräftige Schauerböe haben und nicht für alle Platz unter unserem schönen Dach ist - wenigstens kann Ralf seinen schicken neuen Südwester einsetzen!
Aber der Regen ist schon bald wieder vorbei, der Wind wird weniger und Jan steuert uns kompetent durch das enge Fahrwasser (siehe auch Titelbild).
So kommen wir gut und schnell in Mollösund an, wo wir sehr gerne Kaffeetrinken wollen, wenn möglich auch mit entsprechedem Kuchen. Leider hat noch alles geschlossen.
Aber die Bordküche liefert und Paul bereitet "Arme Ritter" zu, die mit "Nötcreme" und karamellisierten Bananen sehr lecker schmecken.
Jan baut sich eine "Private-Viewing" Station und verfolgt den Sieg der deutschen Mannschaft gegen Curaçao.
Auch beim Abendessen geben Johanna und Paul wieder alles und zaubern ein absolut fanastisches veganes Tikka Masala mit Reis, Karotten und Naan-Brot, das mit veganer Petersilienbutter serviert wird. Wie Ralf sagt: "Wir werden euch aus verschiedenen Gründen vermissen".
Nach dem Essen (und einer Spülorgie von Ralf) spielen wir noch eine Runde Karten und haben viel Spaß.

Samstag, 13. Juni 2026

Tag 28 - Ellös: Die Hallberg-Rassy Rally

Ich bin eine Vertreterin der 4x-Freuen Philosophie: Vorfreude - Freude wenn das Ereignis stattfindet - diese Freude aussprechen - schöne Erinnerung. Auf die Hallberg-Rassy Rally habe ich mich schon viele Monate gefreut, besonders weil Jan & Laura und Paul & Johanna mit dabei sind. Und heute war es dann soweit - um 11:00 Uhr ist der Start und 38 Boote laufen aus - ein sehr schöner Anblick!
Ralf steuert sehr aufmerksam über den Kurs und zeigt sein Können als Regattasegler: sehr gute Tonnenmanöver, die "Lee-Banane" auf dem Vorwindkurs und taktische Wenden auf der Kreuz.
Jan und Paul machen auf der Hohen Kante Gewicht für die Optimierung des Trimms und auch Johanna, Laura und ich wechseln bei jeder Wende die Seite.
Raumschots hält Paul das Vorsegel auf die andere Seite, damit es nicht vom Groß abgedeckt wird.
Manchmal wird es eng, aber wir können uns vor wesentlich größeren Schiffen positionieren und sind sehr zufrieden.
Nach 74 Minuten haben wir die zwei Runden abgesegelt und können sogar auf der Ziellinie noch ein paar Boote abfangen.
Anschließen segeln wir noch eine Runde nur zum Vergnügen und essen unsere vorbereiteten Brote. Hier die Segelanweisung und ein Tracking unserer Fahrt heute:
Wir entspannen ein wenig an Bord und laufen dann um die Bucht zu einem sehr witzigen Kaffee. Wir suchen uns diverse Leckerein aus und bekommen den Kaffee in einer sehr bunten Kanne serviert.
Die fünf mobilen Crewmitglieder besteigen dann noch den nahegelegenen Berg (Foto von Laura).
Am Abend gibt es dann noch einmal ein Essen für alle Teilnehmer und anschließend werden die Preise verteilt. Es gibt für jedes Boot eine eigene Kategorie, so dass jedes ein Gewinner ist.
Wir gewinnen den Preis für die "Happiest Crew" und finden, dass passt sehr gut. Während der Veranstaltung werden zahlreiche Fotos und ein Film der Rally gezeigt. Hier ist unser Boot, wir im Hintergrund beim Runden der Tonne und ein Drohnenbild der Flotte (Fotos von Hallberg Rassy).
Insgesamt war es wirklich eine tolle Veranstaltung, interessant mit vielen Begegnungen, professionell organisiert, aber trotzdem entspannt und das Segeln heute mit den ganzen anderen Booten aus 50 Jahren Baugeschichte hat uns viel (und 4x) Freude gemacht (siehe auch Titelbild)!
 

Freitag, 12. Juni 2026

Tag 27 - Ellös: Interessante Einblicke und nette Begegnungen

Alle haben eine gute Nacht verbracht und nach wahlweise Tee oder Kaffee sind wir erst  einmal getrennt unterwegs. Ralf und ich laufen auf der Uferstraße zum Stadthafen.
Mittags sind wir dann alle auf dem Boot und auf Wunsch von Paul gibt es leckere Pizza-Toasts und außerdem Hafenkino - von allen konzentriert beobachtet.
Es laufen noch verschiedene Boote ein, darunter die Hallberg Rassy 69 von Chef Magnus Rassy, der persönlich steuert (siehe auch Titelbild).
Um 14:00 Uhr beginnt dann die Veranstaltung im Shop, wo es Drinks und Knabbereien gibt und außerdem die Möglichkeit, mit 20 % Rabatt Kleidung und das Hallberg-Rassy Buch zu erwerben. Wir schlagen zu und bekommen es gleich signiert.
Dann haben wir Gelegenheit, das Flaggschiff (und die neue 370) zu besichtigen. Ein qualitativ hervorragend ausgebautets Boot mit einer unglaublichen Menge von Technik, sowohl an Deck als auch im begehbaren Motorraum.
Der Innenraum ist sehr hell und freundlich und es gibt reichlich Platz, sowohl am Kartentisch, als auch in den Kabinen. Auf dem Bildschirm können wir Ralf und Paul auf der 370 sehen.
Alles hat beeindruckende Dimensionen: Der hohe Mast, die zwei Steuerräder und die Flächen an Deck.
Wir sind alle in unseren neuen Crew-Westen (Team Triton) unterwegs und werden bald von den anderen erkannt ("das ist aber eine große Crew"). Das Foto ist von Laura:
Nachdem wir nun die fertigen Boote besichtigt haben, bekommen wir jetzt die Chance, die Produktion anzuschauen. Die Rümpfe werden in einer anderen Anlage gefertigt und dann hier in Ellös ausgebaut. Neben den bekannt guten Holzarbeiten werden hier Leitungen und Geräte für Heizung, Elektronik und Hydraulik installiert.
Die Führungen für die über 100 Teilnehmer sind sehr gut organisiert und werden auf schwedisch, englisch und deutsch durchgeführt (Foto von Laura).
Die in den verschiedenen Werkstätten gefertigten Teile werden dann in mehreren großen Produktionshallen in die unterschiedlichen Rümpfe eingebaut.
Da das Deck bereits mit dem Rumpf fest verbunden ist, müssen alle Komponenten durch den Niedergang passen. Die Boote werden nach Kundenwünschen individuell ausgestattet.
Neben den interessanten Einblicken in den Fertigungsprozess haben wir auch die Gelegenheit, uns mit den anderen Seglern auszutauschen, ganz besonders beim Abendessen, bei dem ein "Westküsten Büffet" serviert wird.
Für uns gibt es leckere Fisch-Variationen und der Koch hat für Johanna verschiedene vegane Alternativen vorbereitet. Wir unterhalten uns nett mit Kate und Mike (die Freunde von MJ und Adam, die wir auch schon in Son getroffen haben). Zufällig sitzt der Chef Magnus Rassy neben uns und wir haben Gelegenheit auch ihm einige Fragen zu stellen.
Ein sehr interessanter und abwechslungsreicher Tag - nun sind wir gespannt auf die Rally morgen. Hoffenlich haben wir gutes Wetter und schönen Wind!