Dienstag, 23. Juni 2026

Tag 38 - Lysekil: Klar Schiff

Wir legen einen Hafentag ein, um die Triton gründlich aufzuräumen, Wäsche zu waschen und einige Verwaltungsarbeiten zu erledigen. Wir waschen die Schlafsäcke und Laken und ich beziehe alle Betten frisch und räume die Schränke und Fächer wieder ein. Die Sonne hilft uns beim Trocknen.
Nach dem Mittagessen setze ich mich an den Schreibtisch für Überweisungen und der Beschäftigung mit dem Wohnungseigentumsgesetz während Ralf einen Spaziergang im nahegelegenen Naturschutzgebiet macht (Foto von Ralf).
Er kommt zufällig am Skandia Museum vorbei, das von einem Verein betrieben wird. Hier wurden früher Dieselmotoren der Marke Skandia gefertigt und nun werden verschiedene Modell dort gezeigt und teilweise auch vorgeführt. Leider ist das Museum heute geschlossen, doch Ralf kommt mit dem Vereinsvorsitzenden ins Gespräch und bekommt eine Privatführung (Foto von Ralf).
Hier steht auch der Ersatzmotor für den Schlepper "HARRY", der unten am Hafen liegt (Foto von Ralf).
Wie es der Zufall will, habe ich mich auch noch etwas in Lysekil umgesehen habe dabei HARRY auf seinem Liegeplatz fotografiert.
Ich fahre die Hafenpromenade entlang, auf der ich viele nette Motive finde (siehe auch Titelbild) und klettere die Treppen zu einem kleinen Leuchtturm hinauf.
Von dort habe ich in die eine Richtung einen wunderbaren Blick über die Schärenlandschaft und die Badeanstalt...
...und in die andere Richtung auf die mitten in die Felsen gebauten Häuser und den Kirchturm, der hinter ihnen herausschaut.
Wir machen uns auch Gedanken, wo wir unser Boot in der Halbzeitpause liegen lassen wollen und fragen bei den entsprechenden Häfen an. Wichtig ist uns, dass wir mit dem Zug nach hause fahren können, deswegen wollen wir zum dänischen Festland hinüber. Im Moment planen wir, in den Limfjord nach Struer zu segeln.

Montag, 22. Juni 2026

Tag 37 - Valön-Lysekil: Ganz gemütlich

Wir verbringen eine ruhige Nacht in unserer Ankerbucht und lassen es auch morgens langsam angehen. Es ist war genug für eine Dusche auf der Badeplattform - wir merken, dass es Sommer wird.
Nach dem Mittagsimbiss wird dann der Anker hochgezogen - das macht Arbeit, denn Anker und auch die Kette sind schmutzig und müssen Stück für Stück gereinigt werden.
Wir haben wieder Schärenfahrwasser und ziehen nur die Fock hoch, damit wir gut und schnell manövrieren können.
Wir kommen so gut voran, dass wir unsere Pläne ändern und bis Lysekil weiterfahren. Bis auf den Sotenkanalen (durch den wir schon mit Laura und Jan in die andere Richtung gefahren sind), können wir die ganze Strecke segeln.
Wir sitzen entspannt im Cockpit und es gibt pünklich Kaffee und Kuchen für Ralf - die Stimmung an Bord ist sehr gut!
In Lysekil gibt es ausreichend Platz im Hafen und wir können längsseits anlegen (für mich einfacher zum Aussteigen). Im Hafen schwimmen unzählige Feuerquallen, hübsch anzusehen, aber sehr unangenehm beim Baden.
Das Städtchen ist auf den ersten Blick sehr nett und nicht überlaufen. Wir wollen hier die Bettwäsche erledigen und sind sehr angetan, als wir Industriemaschien vorfinden.
Während wir warten, laufen wir noch ein Stück die Hafenpromenade entlang und entdecken diesen farbenfrohen Schlepper.
Es wird im Moment gar nicht mehr ganz dunkel und um 23:30 Uhr fotografiere ich den Mond über dem Hafen und gleich danach die Kirche gegen den noch hellen Himmel (siehe Titelbild).

Sonntag, 21. Juni 2026

Tag 36 - Grebbestad-Valön: Abschied und Ankern

Heute müssen wir uns von Laura und Jan verabschieden. Die letzten zwei Wochen mit der Jugend in unterschiedlichen Konstellationen waren intensiv und für uns sehr schön und abwechslungsreich. Alle waren hilfsbereite und verträgliche Mitsegler und wir hatten eine gute Zeit. Und alle dürfen gerne wiederkommen - nur der große Alu-Koffer (noch von meinen Eltern) muss nächstes Mal daheim bleiben! Heute wurde er an Deck gepackt und dann zur Bushaltestelle gerollt.
Wir winken den beiden noch zum Abschied zu und gehen dann erst einmal eine Runde Einkaufen.
Nach dem Ramba-Zamba gestern abend im "Röde Orm" wollen wir noch zu einer Ankerbucht und wieder Richtung Süden fahren.
Es geht - teilweise mit Maschinenhilfe - durch das enge Schärenfahrwasser und zum Greifen nah am Land vorbei.
Heute ist wunderbares Sommerwetter und die hübschen roten Häuser leuchten nur so in der Sonne.
Wir merken deutlich, das jetzt die Saison ernsthaft angefangen hat, denn außer uns sind noch zahlreiche Segler und Motorbootfahrer unterwegs.
Auch in unserer Ankerbuch liegen noch 11 weitere Boote und wir benötigen drei Versuche, bis der Anker hält und wir zu unserer Zufriedenheit liegen. Zum Abschluss bekommen wir noch (um 22:30) einen wunderbaren Sonnenuntergang (siehe Titelbild).

Samstag, 20. Juni 2026

Tag 35 - Fjällbacka-Grebbestad: Segel, Essen, Fußball

Morgen treten Laura und Jan die Heimreise an, also müssen wir heute in einen Hafen mit einer guten Busverbindung fahren. Da bietet sich das nur gut fünf Seemeilen entfernte Grebbestad an, in dem wir am 7. Juni Paul abgeholt haben. Wir segeln ganz entspannt nur unter Fock durch die Schären.
Das Schiff fährt so ruhig, dass wir Gelegenheit für einen Brunch haben. Jan bereitet French Toast zu, die wir mit Früchten und Joghurt genießen.
Wir sind kaum mit dem Spülen fertig, als es auch schon Zeit ist, das Vorsegel wegzurollen und die Fender auszubringen.
Der Gästehafen ist direkt vor einer Reihe von Restaurants und wir bekommen noch einen freien Platz. Als wir vor zwei Wochen Paul abgeholt haben, war hier noch alles geschlossen, aber heute steppt der Bär. Es ist nicht nur Midsommer, sondern es spielt auch die schwedische Nationalmannschaft (gegen die Niederlande) und es wimmelt nur so von Fans in allen Altersgruppen.
Wir kaufen etwas ein und gehen dann zur nächsten Mahlzeit über, dem Kaffeetrinken mit diversen süßen und salzigen Leckreien.
Vor der nächsten Mahlzeit gehen wir etwas spatzieren und Laura und Jan wagen sich sogar ins Wasser.
Aber schon bald ist es Zeit für unser Abschlussessen. Jan hat für uns ein nettes Restaurant ausgesucht. Es ist ein Stück weit entfernt, also fahre ich mit dem Rad und die anderen drei laufen (siehe Titelbild). In einer alten Scheune wird leckere Pizza serviert.
Ich lerne, dass es sich um neapolitansche Pizza handelt, die einen besonders dünnen Teig und einen fluffigen Rand hat - jedenfalls sind wir sehr zufrieden.
Zurück auf dem Boot kommen wir gerade rechtzeitig, um das Spiel der deutschen Mannschaft gegen die Elfenbeinküste zu streamen. Wir haben nur ein Tablet, aber das reicht zum Mitfiebern und zur Freude über den Sieg.
Wähenddessen geht direkt vor unserem Boot die Party weiter. Auch die 1 : 5 Niederlage im Spiel hat die Stimmung nicht dauerhaft gedämpft. Die Bässe dröhnen und vor dem "Röde Orm" hat sich eine lange Schlange gebildet. Eine kurze Internetrecherche ergibt, dass das Etablissement bis 3:00 Uhr geöffnet hat...
 

Freitag, 19. Juni 2026

Tag 34 - Hunnebostrand-Fjällbacka: Midsommer!

Mal wieder Südwind, aber wir wollen ja nach Norden und so fahren wir gemütlich durch das Schärenfahrwasser. 
Ralf aktiviert den Ausbaumer und wir fahren damit mehrer Manöver, bevor wir ihn kurz vor unserem Zielhafen bergen.
Alle an Bord helfen mit und es ist wirklich schön, die Jugend an Bord zu haben. Laura übt die Fenderknoten und Jan schießt die Großschot auf.
Sicherheitshalber haben wir einen Platz im Hafen reserviert und nach der Ankunft gibt es erst einmal Mittagessen.
Bisher war es eher kühl, aber heute können wir bei schönem, angenehm warmen Wetter im Cockpit entspannen.
Der nächste Punkt auf der Tagesordnung ist dann die Midsommerfeier auf dem Ingrid-Bergmann-Platz am Hafen (Sie hatte hier ein Haus). Die Menschen sind festlich gekleidet, viele mit Blumenkränzen und anderen floralen Accessoires. 
Eine kleine Kapelle spielt offensichtlich bekannte Lieder, denn alle singen mit und tanzen dabei fröhlich um einen Maibaum, der festlich geschmückt ist (siehe auch Titelbild).
Für einen so kleinen Ort (890 Einwohner) sind erstaunlich viele Menschen gekommen. Jetzt sind auch alle Restaurants und Cafés offen und gut besetzt.
Laura, Jan und Ralf besteigen noch den Hausberg und klettern dabei durch eine Felsspalte (Fotos von Laura).
Von oben haben die drei einen wunderbaren Blick über Hafen und den Schärengarten, der das Segeln hier so abwechslungsreich macht (Foto von Laura).
Natürlich bleibt es jetzt sehr lange hell und es gibt dieses ganz spezielle goldene Abendlicht.
Die Verpflegung an Bord ist wirklich ausgezeichnet - so gab es heute zwei warme (und leckere Mahlzeiten). Zum Abschluss wird dann noch ein kleines Snackbord serviert - es geht uns wirklich gut!