Coratriton
Segeln und Mehr
Dienstag, 9. Juni 2026
Tag 24 - Hamburgsund-Kungshamn: Der frühe Vogel fängt den Ostwind
Um 4:30 Uhr klingelt der Wecker und kurze Zeit später sind wir unterwegs. Die Wettervorhersage kündigt für heute nacht Starkwind aus Südwest an, aber vorher gibt es eine kurze Zeit Ostwind. Wir haben uns daher einen geschützten Hafen ausgesucht, den wir gut erreichen können. Der Plan geht auf: erst geht es noch durch das enge Fahrwasser im Sund......aber draußen können wir dann wunderbar segeln, ganz ohne Kreuzen, weil der Ostwind von der Seite kommt.Schon nach drei Stunden können wir das Großsegel herunternehmen. Johanna bereitet die Lazy Jacks vor.Auch auf unserem Tracking ist gut zu sehen, dass wir heute einfach auf Kurs segeln konnen:Im Hafen suchen wir uns einen Platz mit dem Bug in Windrichtung und so, dass der Wind uns nicht auf die Mauer drückt (siehe auch Titelbild).Dann schlafen wir alle erst noch eine Runde und stehen erst zum Mittagessen wieder auf. Danach starten wir zwei Maschinen Wäsche.Schon unterweg hatten wir uns über ein Café am Hafen informiert und dahin machen wir uns zur Kaffezeit auf den Weg. Es gibt zwar keinen Cappuccino aber eine große Auswahl an Leckereien, die wir dort genießen können.So gestärkt machen wir noch einen Spaziergang zu einem Aussichtspunkt über dem Hafen. Dazu ist erst einmal Treppensteigen erforderlich.Belohnt werden wir mit einem schönen Ausblick auf die Brücke und die Nachbarinsel.Wir sammeln noch die Wäsche ein und dann ist es schon wieder Zeit zum Kochen. Johanna und Paul zaubern ein wieder sehr leckeres Gemüsecurry mit Kichererbsen und Karotten.Danach träumen wir noch von einem "Sundowner" auf der Aussichtsterrasse des örtllichen Hotels (im Bild oben noch mit Sonnenlicht), aber leider hat es in der Vorsaison geschlossen.Wir trösten uns an Bord mit selbst gekochtem Schokoladenpudding mit frischen Erdbeeren und Banane.Über den Tag ist der Wind immer stärker geworden und hat von Osten auf Südwest gedreht. Wir sind froh, dass wir heute morgen losgefahren sind und jetzt hier so gut liegen.Nach hefigem Regen heute mittag (aber erst nachdem wir hier angekommen sind) hat der Wind jetzt die Wolken weggepustet und wir haben noch schönes Abendlicht bekommen.
Montag, 8. Juni 2026
Tag 23 - Grebbestad-Hamburgsund: Und dann waren es vier
Heute soll Paul an Bord kommen und trotz des ausgefallenen Zugs erwarten wir ihn um kurz nach 11 Uhr. Damit er nicht so weit laufen muss, fahren wir mit der Triton weiter in den Stadthafen.Bis wir uns da festgebunden haben (zum ersten Mal seit Jahren wieder an Pfählen) ist der Bus schon angekommen und Paul läuft uns entgegen (siehe auch Titelbild).Er hat eine lange Reise mit diversen Verkehrsmitteln hinter sich, die von Tirol über Griesheim bis hier nach Schweden führte. Wir gehen alle an Bord und dann geht es gleich weiter.Heute führt unser Weg durch enges Schärenfahrwasser. Hier können wir nicht kreuzen und da der Wind immer noch aus Süden kommt, legen wir die Strecke unter Motor zurück.Trotz GPS erfordert das aufmerksames Steuern und wir nehmen für den Überblick auch Papierseekarten zur Hilfe.Da es ein bezeichnetes Fahrwasser gibt, kommen uns auch verschiedene andere Schiffe entgegen, auf die wir aufpassen müssen.Auf direktem Weg kommen wir so schnell in Hamburgsund an, das in einer sehr schmalen Durchfahrt zwischen dem Festland und der Insel Hamburgö liegt.Beide Ufer sind gesäumt von kleinen Holzhäusern in typischem Falunrot mit weißen Akztenten und über allem steht die kleine Kirche.Allerdings sind die Gastliegeplätze alle belegt, so dass wir als zweite im Päckchen liegen müssen. Ralf und die Jugend macht noch einen Spaziergang mit Fährfahrt zur Insel (Foto von Paul).Wenn Johanna hier ist, essen wir alle vegan und heute gibt es das schwedische Nationalgericht in seiner veganen Version: sehr leckere "Köttbullar" (schwedische Fleischklößchen) mit Kartoffelbrei, Pfefferrahmsauce und Gurkensalat. Nach dem Spülen wollen wir noch eine Runde Kartenspielen.
Sonntag, 7. Juni 2026
Tag 22 - Strömstad-Pinnö-Grebbestad: Ein langer Tag
Der Wind soll erst am Nachmittag kommen, also lassen wir es langsam angehen. Wir duschen und überlegen dann, was es hier in Strömstad für Sehenswürdigkeiten gibt. Auf der Karte wird ein Freilichtmuseum angezeigt und wir machen uns auf den Weg - Johann und Ralf zu Fuß und ich mit dem Rad.Wie sich herausstellt, war hier gestern - am Nationalfeiertag - eine große Veranstaltung, aber heute ist zwar das Gelände geöffnet, aber die Häuser selbst können nicht besichtigt werden. Trotzdem ist ein ein hübscher Platz mit vielen netten Details.Neben den kleinen Fischerhütten gibt es auch noch eine Schaukel, die uns an Linda erinnert und die Johanna gleich ausprobiert.Ralf hatte auf eine Tasse Kaffee gehofft und schaut traurig auf die Kaffeemaschine hinter verschlossenen Türen.Nach einem schnelle Mittagessen geht es dann los weiter nach Süden, natürlich wieder mit Südwind - heute allerdings in moderater Stärke (siehe Titelbild). Trotzdem heiße es wieder kreuzen und wir haben auch wieder Gegenstrom, so dass wir nur langsam vorankommen. Trotzdem ist die Stimmung an Bord gut.Wir machen wieder zahlreiche Wenden (insgesamt 11) aber heute können Johanna und ich uns beim Kurbeln an der Winsch abwechseln.Wir müssen aufmerksam steuern und navigieren, denn hier gibt es viele, viele kleine und kleinste Schären-Inseln. Zwischendurch bereiten wir schon das Abendessen vor.Schließlich kommen wir in der ausgewählten Ankerbucht an. Es ist schon spät und Johanna fängt an zu Kochen. Da wir kaum Wind haben und hier alleine sind, will ich unsere neue Drohne ausprobieren. Der erste Flug klapp auch schon ganz gut.Als ich sie aber dann auf dem Deck ablege, um mein Smartphone zu sichern passiert es: sie rutscht unglücklich ab, dotzt kurz auf und wird durch die Reling ins Wasser katapultiert - uuuups, das war ein kurzes Vergnügen...Wir sind auch nicht zufrieden mit unserem Ankerplatz, denn die Triton dreht sich bedenklich nah um Land hin. Also entscheiden wir uns noch, nach dem Abendessen nach Grebbestad zu fahren, wo wir morgen Paul treffen wollen. Der hat seine eigenen Probleme, denn der Nachtzug von Hamburg nach Göteborg fällt aus. Nun sitzt er in einem Bus nach Malmö... Aber wir hoffen, dass er morgen hier ankommt! Das war heute ein langer und ereignisreicher Tag!
Samstag, 6. Juni 2026
Tag 21 - Strömstadt: Ab heute zu dritt
Heute morgen gibt es noch eine Grundreinigung für die Triton von außen (Ralf) und innen (ich), bevor wir zum Bahnhof gehen, um Johanna abzuholen, die 19 Stunden mit verschiedenen Zügen und Bussen unterwegs war. Sie kommt pünklich an und legt sich erst einmal noch ein Stündchen hin, den das Schlafen im Nachtzug war nicht optimal. Von der Busstation ist die Triton schon zu sehen.Ralf und ich machen uns auf den (kurzen) Weg in den Ort, um eine schwedische Telefonkarte für unbegrenztes Internet zu besorgen. Sie wird in einem kleinen Kiosk auch gleich installiert und aktiviert.Hier ist einiges los, denn am Wocheende kommen viele norwegische Besucher. Die Grenze ist nah und Schweden ist aus norwegischer Sicht ein Billig-Land. Wir laufen noch etwas durch das Städchen und lassen es auf uns wirken. Es ist etwas touristisch mit Andenkengeschäften, die Knuddelkit verkaufen und einigen Ständen mit günstiger Kleidung (Ralf bekommt einen Hut und einen Gürtel). Verteilerkästen sind mit historischen Fotos verziert. Insgesamt hat es eine nette Atmosphäre, wirkt aber auf uns ärmer und etwas schmuddeliger als in Norwegen.Durch die Stadt fließt ein Wasserlauf mit Bäumen rechts und links, es gibt viele Bäckereien (aber keine aus unserer Sicht gutes Brot) und Pizzerien und eine Hauswand ist verziert mit Tangotänzern. Das überrascht mich zunächst, aber eine kleine Recherche ergibt, dass es sich um das Kunstwerk "LA CUMPARSITA" von Charlie Granberg. Ich lerne zunächst, das der gleichnamige Tango typischerweise das letzte Lied ist, das einen Tangoabend abschließt. Tatsache ist, dass hier in der Gegend Granit abgebaut wurde, der ab 1970 für Pflastersteine weltweit exportiert wurde, unter anderem nach Südamerika. Eine lokale Legende besagt, dass die Seeleute den Tango aus Buenos Aires mitbrachten und er hier sehr beliebt wurde. Jedenfalls gibt es immer noch ein großes Tangofestival.Das leicht erhöht stehende "Stadshus" ist aus diesem Granit errichtet. Uns interessiert allerdings eher der Coop rechts davon...Wir werfen noch einen Blick auf die nette Hafenansicht, die ein lokaler Künstler etwas idealisiert und mit anderen Proportionen gemalt hat.Wie letztes Jahr ist Johannas Ankuft das Signal für blauen Himmel und Sonnenschein und Ralf nutzt die Gelegenheit, um Befestigungsösen für das Beiboot auf dem Deck anzubringen. Seit dem Baumarktausflug in Oslo sind wir dafür gut ausgerüstet.Nach dem Kaffeetrinken gehen Ralf und Johanna einkaufen und ich überlege mir, welche Häfen und Ankerbuchten wir auf dem Weg nach Ellös anlaufen können. Wir werden weiter Wind aus südlichen Richtungen haben, also von vorne. Im Moment ist es aber absolut windstill und die Lichter der Stadt spiegeln sich im glatten Wasser.
Freitag, 5. Juni 2026
Tag 20 - Utgårdkilen-Strömstad: Schnell nach Schweden
Wir haben eine ruhige Nacht vor Anker in unserer gut geschützten Bucht verbracht, aber heute morgen war der Wind wieder da - glücklicherweise nicht ganz so stark wie gestern und wieder aus Süden, also nicht genau von vorne, so dass wir nur einen kleinen Holeschlag machen mussten, um die Einfahrt von Strömstad gut zu erreichen.Wir konnten die Triton laufen lassen und waren richtig schnell unterwegs - mit jeweils zwei Reffs in Groß und Fock.Auch das Wetter war heute wesenlich besser und nach und nach kam die Sonne heraus und der Himmel wurde blau. Wir überqueren die Grenze nach Schweden und freuen uns, als wir die Ansteuerungstonne von Strömstad sehen.Im Fahrwasser kommt uns dann - mal wieder - eine Fähre entgegen. Gefühlt ist das immer so, wenn wir ein- oder auslaufen (siehe Titelbild). Natürlich wechseln wir auch noch die Gastlandsflagge - zum ersten mal seit 2009 sind wir wieder in Schweden.Wir machen an einem der äußeren Stege fest und Ralf geht los, um nach Waschmaschine und Duschen zu schauen. Wie sich herausstellt, gibt es noch ein inneren Hafenbecken, das geschützter ist und von dem aus wir alles besser erreichen können. Also legen wir das Boot in eine Box mit einem grünen Licht - sehr fortschrittlich, denn früher gabe es dafür Tafeln, die umgedreht werden konnten.Leider ist das aber nicht fortschrittlich genug, denn bei einem Besuch beim Hafenmeister stellt sich heraus, dass die Box nur eine Nacht frei ist. Also bekommen wir einen neuen Platz zugewiesen und legen uns - alle guten Dinge sind drei - wieder um. Jetzt haben wir das Problem, dass unser Nachbar eine falsche Breite angegeben hat und wir (und unsere jeweiligen Fender) nicht zusammen in die Box passen...Also gehen wir wieder zum Hafenmeister und wechseln noch ein viertes Mal den Liegeplatz - was bei kräftigem Seitenwind gar nicht so einfach ist. Aber wir werden mit jedem Manöver besser! Auf dem Bild stehen schon zwei große Taschen mit Wäsche im Cockpit, weil die Waschmaschinen in Oslo defekt waren, hat sich einiges angesammelt. Ralf macht sich auf den - nun kürzeren Weg - zum Waschen und ich beginne das Boot für unsere Gäste vorzubereiten. Die Achterkajüte ist kein Problem, denn die wird regelmäßig benutzt.Aber das Vorschiff ist zum letzten Mal 2013 in London zum Schlafen benutzt worden, als wir mit den drei Jungs und Lukas auf dem Boot waren. Mittlerweile ist es unsere Abstellkammer und auch alle Schapps sind voll.Ich beginne also, alle Gegenstände irgendwo anders im Schiff zu verstauen - gar nicht so einfach, insbesondere weil viele sperrige Dinge ins Vorschiff gewandert sind. Schließlich habe ich fast alles untergebracht und auch den Vorhang wieder aufgehängt, nur für den Gennaker müssen wir noch einen Platz finden.Es gibt wieder ein sehr leckeres Abendessen: Curryhuhn mit Pfirsichen, Brokkoli und Reis.Unser neuen Platz ist auch genau gegenüber vom Bahnhof, wo Johanna hoffentlich morgen nach einer langen Reise wohlbehalten ankommen wird.
Abonnieren
Posts (Atom)























































