Coratriton
Segeln und Mehr
Montag, 25. Mai 2026
Tag 9 - Hvasser-Åsgårdstrand: Gute Fahrt und schöne Kunst
Heute mittag soll ein Starkwindfeld kommen und um das zu vermeiden sind wir schon früh unterwegs in den Oslofjord hinein und nach Norden. Wir segeln mit Wind von hinten und ohne Welle durch eine wunderschöne Schärenlandschaft.Es sind einige andere Boote unterwegs, überwiegend Motorboote, aber auch der eine oder andere Segler - wahrscheinlich auf dem Weg nach Hause nach den Pfingsttagen. Pünklich zum Mittagessen erreichen wir unser Ziel Åsgårdstrand.Wir haben heute kein Problem einen Liegeplatz zu bekommen und es verlassen sogar noch einige Boote den Hafen.Wir machen einen Spaziergang durch den hübschen Badeort, der auch als Künstlerkolonie bekannt wurde. Edvard Munch (siehe Titelbild) hatte hier ein Ferienhaus, das jetzt ein Museum ist - leider ist es heute geschlossen. An verschiedenen Stellen im Ort, an denen Munch hier gemalt hat, sind die entsprechenden Bilder angebracht und Ralf ist so nett und steht für ein Foto Model.Es gibt nach dem Künstler benannte Straßen und in einem Haus steht ein aufblasbarer "Schrei" im Fenster:Auch sonst ist es hier sehr hübsch mit Ausblick auf den Oslofjord und jeder Menge Bänken, um den Ausblick zu genießen.Es ist sehr gepflegt mit jeder Menge Blumen und vor allem in weiß und allen Lilatönen blühendem Flieder.Das war wieder ein schöner und abwechslungsreicher Tag! Es gibt noch ein leckeres Abendessen und - auf Wunsch meiner lieben Mutter - noch ein Bild mit Abendstimmung (inklusive Mond) im Hafen.
Sonntag, 24. Mai 2026
Tag 8 - Stavern-Hvasser: Schaukelnd durch die Schären
Wir beginnen den Tag mit Waschmaschine, Trockner und Dusche. Bei den Duschen unterwegs habe ich ein Punktesystem und diese hier bekommt 3 von 10 möglichen Punkten: Sauber, Sitzplatz und Kleidung kann trocken aufbewahrt werden. Die anderen Kriterien (ausreichend temperierbares Wasser, abnehmbarer Duschkopf, Frischluft und Tageslicht, nah beim Boot und ohne Extrakosten erfüllt sie nicht). Aber hinterher bin ich auf jeden fall sauberer als vorher. Wir falten die Wäsche und essen noch zu Mittag und dann soll es los gehen. Allerdings haben wir ein Problem mit der Heckleine. Der Platz war so unruhig, dass wir sie gegen eine Leine mit Ruckfender ausgetauscht haben und nun lassen sie sich nicht mehr gut lösen. Aber Mr-Fix-It kommt mit dem großen Schraubenzieher:Unser Weg führt in östliche Richtung und der Wind kommt aus Westen, also ziemlich genau von hinten. Dazu kommt eine alte Welle von der Seite, so dass das Boot ziemlich hin und her geschaukelt wird.Damit das Großsegel nicht versehentlich auf die andere Seite schlägt (eine Patenthalse) wird es mit einer Leine, dem "Bullenstander" am Bug befestigt.Der geplante Hafen ist leider schon voll, aber ich habe mir schon eine Alternative überlegt und so fahren wir ein kleines Stück weiter und ankern in einer geschützte Bucht an der Nordseite der kleinen Insel Hvasser. Hier stehen einige attraktive Ferienhäuser.Außer uns liegen hier nur ein paar Motorboote an den Felsen und neben uns ankert noch ein anderes Boot. Es ist sehr schön und friedlich (siehe auch Titelbild).Zum Abendessen gibt es Pizzatoasts, die in unserem Gasherd immer ganz besonders knusprig und lecker werden.Mittlerweile ist es fast völlig windstill und wir genießen wieder eine wunderbare Abendstimmung im Cockpit.
Samstag, 23. Mai 2026
Tag 7 - Jordsbukta-Stavern: Regen, Wind und Sonne
Wir verbringen eine ruhige Nacht vor Anker, aber heute soll es reichlich Wind und auch den einen oder anderen Regenschauer geben. Wir binden also gleich das erste Reff ins Groß und machen uns auf den Weg. Der Wind kommt aus SSW und das bedeutet, dass wir erst einmal kreuzen müssen, bis wir "um die Ecke sind. Dann geht es nach Westen, wir machen eine Halse und das letzte Stück ist dann Kurs Nord. So wird es beim Segeln nicht langweilig.Der angekündigte Regen ist nur kurz (siehe auch Titelbild) und insgesamt macht es uns Spaß, denn die Triton läuft gut und schnell.Bis wir in Stavern, unserem heutigen Ziel, angekommen sind, schaut die Sonne heraus, aber es ist immer noch reichlich Wind und so ist es nett, dass uns ein freundlicher Stegnachbar die Leinen abnimmt. Dann laufen wir gleich los, denn uns fehlen die Einkäufe, die wir am Donnerstag nicht bezahlen konnten und wir sind nicht sicher, wie die Öffnungszeiten am Pfingstsamstag sind. Im Hafen liegen viele kleine historische Holzboote.Ich habe den Hafen extra nach Nähe zu Lebensmittelgeschäften ausgewählt und wir können erfolgreich unsere Einkäufe erledigen - jetzt kann Pfingsten kommen.Die Auswahl in den Läden ist groß und die Preise sind hoch - für ein paar Kleinigkeiten zahlen wir fast 200 €. Uns fällt auf, dass hier, wo immer möglich, Menschliche Dienstleistungen eingespart werden. Für das Hafengeld gibt es eine App und hier im Hafen steht ein Automat, an dem man sich Kajaks ausleihen kann.Ralf macht noch einen Spaziergang und läuft bis zum Ehrenmal für im 1. und 2. Weltkrieg gefallene norwegische Seeleute (Foto von Ralf)......und ich plane die Route für morgen - gar nicht so einfach bei den zahlreichen Inseln, Buchten, Ankerplätzen und kleinen Häfen. Danach gibt es Abendessen und Abendstimmung im Cockpit.
Freitag, 22. Mai 2026
Tag 6 - Stathelle-Jordsbukta: Langsamer Start
Am Morgen erfreut uns ein Videocall mit Schwiegertochter und Enkel - es fällt mir schwer, mich für so lange Zeit von ihm zu trennen. Dann erledigen wir letzte Arbeiten am Schiff. Das Beiboot wird in eine neue Hülle verpackt und auf Deck befestigt, ich kümmere mich um Zeitpläne und Orte für die verschiedenen Crewwechsel, die wir dieses Jahr planen und Ralf reinigt das Deck.Und dann ist es soweit, wir werfen die Leinen los und machen uns auf den Weg - zunächst unter Maschine - durch die Schärenlandschaft. Es geht unter zwei Brücken hindurch......und dann setzen wir die Fock und versuchen, im Fahrwasser aufzukreuzen (siehe Titelbild). Wir sind nur langsam und mit vielen Wenden unterwegs, aber das ist nicht schlimm, denn wir haben es nicht weit.In den Seekarten heißt die Bucht, die wir uns ausgesucht haben "Jordsbukta" aber sie ist auch als "Paradisbukta" bekannt. Es ist das Pfingswochenende und wie sich herausstellt sind auch schone eine ganze Menge andere Boote - überwiegend Motorboote - auf die Idee gekommen, die Bucht anzulaufen. Wir entscheiden uns, etwas Abstand zu halten und werfen unseren Anker. Ralf macht den Ankerball klar.Wir ruhen uns etwas aus und dann gibts es Nudeln mit Bolognese-Sauce zum Abendessen - sehr lecker. Die ganze Zeit war hier in der Buch viel Kommen und Gehen, aber jetzt liegen die Boote friedlich im Abendlicht.Morgen werden wir eine kleine Stadt anlaufen, weil wir noch etwas Einkaufen wollen - gestern hat das Einkaufen ja nicht geklappt, weil wir nicht bargeldlos bezahlen konnten. Heute genießen wir die schöne Stimmung in der "Paradies-Bucht".
Donnerstag, 21. Mai 2026
Tag 5 - Stathelle: Bargeldlos zahlen für Anfänger
An Bord schlafen wir immer sehr gut und so machen wir uns morgens ausgeschlafen an die Arbeit. Ein Segelboot benötigt natürlich auch Segel und die wollen wir heute setzen. Wir beginnen mit dem Focksegel vorne, dass erst hochgezogen und dann aufgerolle wird. Das Großsegel hinten macht mehr Arbeit, denn wir müssen die Segellatten wieder in die entsprechenden Taschen stecken und dann alle Rutscher fetten und in die Schiene am Mast einfädeln.Alles klappt prima, das Wetter wird immer besser und die Triton sieht wieder aus wie ein Segelboot (siehe Titelbild). Unser Zeitplan sieht vor, dass wir jetzt noch ein paar Dinge einkaufen, unterwegs zu Mittag essen und dabei das Auto nochmal laden. Wir fahren also zum nahegelegenen Einkaufszentrum und laden erfolgreich zwei Taschen voll. Aber an der Kasse kommt das böse Erwachen: sechs Karten von drei verschiedenen Konten werden verweigert.Auch die Bank direkt nebenan kann nicht helfen. Offensichtlich wurde das System gehackt und Karten funktionieren nicht mehr. Norwegen ist eines der hochentwickelsten Länder der Erde und Bargeld gibt es auf der Bank nicht - hier ist alles bargeldlos... Wir haben kein norwegisches Geld dabei, so dass wir auch nicht essen oder das Auto laden können... Etwas frustriert geht es wieder aufs Boot, wo wir noch ein paar Kronen vom letzen Jahr haben und Ralf macht sich auf den den Weg zu einem kleinen Flughafen in der Nähe um das Auto pünktlich zurückzugeben. Wir hoffen, dass dort die Karten wieder funktionieren.Tatsächlich klappt alles und Ralf kann das Auto sogar noch die erforderlichen mehr als 70% laden und den Bus zurück mit Karte bezahlen - puh. Vor dem Abendessen geht Ralf dann noch wie jedes Jahr in den Mast, um die Lazy Jacks einzufädeln (ein System, das verhindert, dass das Großsegel beim Bergen vom Baum fällt).Damit sind wir segelfertig und es kann morgen los gehen. Über den Tag ist das Wetter immer besser geworden und wir genießen unser erstes Abendessen im Cockpit.Es ist so schön, wieder an Bord zu sein und die Sonne zu beobachten, wie sie langsam hinter den umliegenden Bergen versinkt. Wir sind froh, dass insgesamt alles so gut geklappt hat.
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