Coratriton
Segeln und Mehr
Montag, 24. August 2026
Tag 81 - Korsør-Lohals: Sanft und friedlich
Heute morgen haben wir für den 9. September einen Krantermin von der Werf bekommen. Das bedeutet, dass wir noch zwei Wochen Zeit haben und entscheiden müssen, wohin wir segeln wollen/können. Der Ostwind soll nur zwei Tage anhalten, einer davon sehr stark, und so beschließen wir, uns schnell nach Westen zu bewegen und dann gemütlich zurück zu segeln. Heute ist wenig Wind, der dann komplett einschlafen soll und daher wollen wir nur ein kurzes Stück an die Nordspitze von Langeland fahren.Es sind nur knapp 15 Meilen und wir schaffen es tatsächlich, davon 2/3 langsam zu Segeln.Es gibt keine Wellen, die Sonne strahlt vom wolkenlos blauen Himmel und wir sitzen im T-Shirt im Cockpit. Was für ein Gegensatz zu gestern mit Regen und Starkwind, und komplettem Ölzeug! Gestern haben wir das Groß heruntergenommen, weil zu viel Wind war, heute machen wir das gleiche, weil zu wenig Wind ist!So kommen wir unter Maschine gut im Hafen von Lohals an und können uns noch einen Platz längseits an der Mole im Fischereihafen sichern. Der Ort ist klein (eine Straße) aber hat - gerade bei dem wunderbaren Wetter eine sehr schöne Stimmung. Wir essen ein Eis und setzen uns an die Hafeneinfahrt, um zuzuschauen, wie immer mehr Boote kommen.Hier stehen sehr bequeme Liegen und wir genießen die warme - aber nicht zu heiße - Sonne. Ralf trägt sein neues T-Shirt aus Tunø. Abends ist es dann völlig windstill im Hafen und die Boote spiegeln sich im stillen Wasser (siehe Titelbild).
Sonntag, 23. August 2026
Tag 80 - Kerteminde-Korsør: Jede Seemeile will gesegelt werden
Wir wollen weiter durch den großen Belt und haben uns als Ziel den Hafen von Korsør ausgesucht - nur 18 Seemeilen entfernt. Der Wind soll insgesamt aus Nordwest kommen mit Boen bis zu 18 Knoten (Windstärke 5). Guter Dinge fahren wir bei strahlender Sonne los. Sicherheitshalber haben wir bereits Fock und Großsegel gerefft. Da der Wind von hinten kommt, ist die Fock ausgebaumt. Nach und nach wirdder Himmel hinter uns immer dunkler und der Wind nimmt immer weiter zu.Wir haben deutlich mehr als die vorhergesagten 18 Knoten Wind und beschließen, das Großsegel ganz herunter zu nehmen (siehe Titelbild). Nur mit der gerefften Fock machen wir bei 25 Knoten Wind (Stärke 6) immer noch schnelle Fahrt.Dann beginnt es auch noch, heftig zu regnen. Bei Wind von hinten nützt da unser schönes Dach nicht viel und wir installieren unseren Regenvorhang. Ralf aktiviert seinen schönen neuen Südwester.Wir sind schnell unterwegs und die Brücke über den großen Belt kommt immer näher. Die Durchfahrt ist ein Nadelöhr und hier sind große Schiffe unterwegs. Gerade ist aber keines in Sicht und wir beschließen, das Fahrwasser diagonal zu kreuzen. Auf einmal werden wir auf Kanal 16 von BELT TRAFFIC angefunkt und nach unseren Absichten gefragt. Wir antworten, dass wir nach Korsør wollen und werden darauf hingewiesen, dass wir das "Traffic Separation Scheme" (im Bild rot umrandet), also das Verkehrstrennungsgebiet, unter der Brücke umfahren müssen (Kurs Triton in gelb).Gut, dass wir nur noch unter Fock fahren und so den Kurswechsel einfach vornehmen können. Auch der Regen ist deutlich weniger geworden.Wir müssen aber noch die Zufahrt zum Verkehrstrennungsgebiet überqueren und es ist immer die Frage, ob wir es schaffen, noch vor einem Schiff zu passieren oder ob es besser ist, sicherheitshalber dahinter entlang zu fahren. Ralf ist für vor dem Schiff und so ist es noch einmal spannend und wir werfen für wenige Minuten die Maschine zur unterstützung an.Das war mit Wind, Regen, Segelmanövern, Brückendurchfahrt und Schiffsbegegnungen eine spannende Fahrt und wir sind froh, als wir gut im Hafen von Korsør angelegt haben.Wir laufen noch zum Hafenbüro um das Liegegeld zu bezahlen und ein sehr leckeres Softeis zu essen. Mittlerweile ist der Himmel wieder blau.Aber heute ändert sich das Wetter sehr schnell und auf dem Rückweg zum Boot ziehen hinter der Brücke schon wieder dunkle Wolken auf.Nach Jahren in Tidenrevieren wo wir entweder längsseits am Steg oder in Boxen mit Fingerstegen angelegt haben, müssen wir uns hier in der Ostsee erst einmal wieder an Boxen mit Heckpfählen gewöhnen. Insbesondere bedeutet das, dass wir nicht an der Seite sondern über unseren hohen Bug aus- und einsteigen müssen. Wir haben dazu eine Leiter und noch zusätzlich einen Hocker.Zum Abschluss eines Tages mit so unterschieldichem Wettergeschehen bekommen wir noch einen dramatischen Sonnenuntergang.
Samstag, 22. August 2026
Tag 79 - Endelave-Kerteminde: Kleiner Belt oder Großer Belt?
Annette und Allan wollen schon früh los und so sind wir um 6:30 Uhr am Start, um die beiden zu verabschieden. Es war ein sehr schönes Wiedersehen und wir hoffen, dass es nicht wieder acht Jahre bis zum nächsten Treffen dauert!Kurz danach machen wir uns auch auf den Weg. Unser Winterlager ist in Heiligenhafen (rotes X) und wir müssen uns entscheiden, ob wir durch den Kleinen Belt (zwischen Fünen und dem Festland - hellblaue Linie) oder durch den Großen Belt (zwischen Fünen und Seeland) fahren wollen. Da Ostwind erwartet wird, nehmen wir die Option weiter östlich und suchen uns Kerteminde als Zielhafen aus (gelbe Tracklinie). So haben wir verschiedene Optionen für di Fahrt nach Süden.Bei dem langen Schlag von über 30 sm heute lohnt es sich, Sir Henry zu aktivieren und er macht seine Sache bei dem kräftigen Wind sehr gut.Wir fahren mit zwei Reffs im Groß und einem in der Fock und machen schnelle Fahrt. Zwischendurch kommt der Wind so weit von hinten, dass wir die Fock ausbaumen (siehe Titelbild). Auf dem letzten Stück Richtung Kerteminde geht es dann noch einmal hart an den Wind und Ralf steuert von Hand.Wir sind sehr zufrieden mit der schnellen Überfahrt. Langsam bekommen wir auch Übung mit Anlegemanövern zwischen Dalben und heute klappt es trotz des starken Windes sehr gut.Hier gibt es zwei Supermärkte ganz in der Nähe des Hafens und wir nutzen die Gelegenheit, unsere Vorräte noch einmal aufzustocken und uns etwas umzusehen, zum Beispiel im großen Handelshafen neben uns.
Freitag, 21. August 2026
Tag 78 - Endelave: Radtour und Grillabend
Wir haben heute wunderbares Wetter und entscheiden uns für eine Radtour auf einem 12 km langen Rundweg zur Nordspitze der Insel, der - hier auf der Kanincheninsel - netterweise "Kanino" genant wird (grüne Punkte).Der Weg führt zunächst am Ufer entlang bis zu einem kleinen Aussichtsturm für die Beobachtung von Vögeln in einem Schutzgebiet. Im Moment sind allerdings nur jede Menge Möwen da.Die nächste Sehenswürdigkeit ist ein Stein aus der Bronzezeit. Auf einem Schild lesen wir, dass er eine Vertiefung hat, die möglicherweise zu religiösen Zweicken diente. Das Problem: es ist kein Stein zu sehen. Schließlich finden wir ihn neben der Straße versteckt im hohen Gras und er ist eher klein und unspektakulär:Es geht weiter nach Norden durch einen lichten Wald mit vielen Birken bis der Weg durch einen Zaun mit einem Weiderost auf dem Boden führt und wir uns wundern, welche Art von Tieren nicht hinein oder nicht heraus dürfen. Die Frage wird bald beantwortet, denn wir treffen eine ganze Menge Schafe.Neben der Weide gibt es eine Sitzgelegenheit, die wir für unser Picknick (und in Ralfs Fall für einen kleinen Mittagsschlaf) benutzen. Auf einem Schild wird erklärt, dass die Schafe (und auch Ponys) das Gras kurz halten sollen um anderen Pflanzen die Chance auf Wachstum zu geben.Als nächstes wollen wir wieder unsere neue Drohne ausprobieren. Diesmal soll sie uns beim Radfahren filmen und das klappt schon recht gut.Neben Hasen, Vögeln und Schafen gibt es auch noch eine ganze Weide mit jungen Kühen auf der Insel.Ralf gibt sein Allerbestes, um die jungen Damen mit frischem Gras anzulocken und sie kommen auch interessiert näher, aber keine traut sich wirklich ganz heran.Als letzte Station schauen wir uns noch die kleine Kirche an, sehr ähnlich der Kirche auf Tunø (allerdings ohne Leuchtturm) und ebenfalls mit einem sehr gepflegten Friedhof.Im Hafen ist es ziemlich leer geworden und die TRITON und die NALA DANICA liegen dort friedlich nebeneinander.Zum Abendessen sind wir mit Annette und Allan zum Grillen verabredet. Dafür gibt es einen schönen Platz direkt am Hafen (siehe auch Titelbild).Wir haben uns acht Jahre lang nicht gesehen, können aber so reden, als wäre das erst gestern gewesen. So haben wir einen sehr schönen Abend zusammen mit leckerem Essen, zwei Desserts und einem wunderbaren Sonnenuntergang.
Donnerstag, 20. August 2026
Tag 77 - Tunø-Endelave: Naturschauspiele und Wiedersehen
Wenn wir Endelave südwestlich von uns gut erreichen wollen, benötigen wir Wind mindestens aus West, besser aus Nordwest. Leider soll der Wind schon ab 10 Uhr nach Südwest bis Süd drehen und daher geht es schon von Sonnenaufgang los Richtung Endelave.Hinter uns geht blutrot die Sonne zwischen den Wolken auf (siehe Titelbild) und wir können hoch am Wind in Richtung Ziel segeln.Langsam lösen sich die Wolken auf und es wird wärmer. Wir kommen gut voran und sind sehr zufrieden, dass unsere Taktik aufgeht.Schon um 9:00 Uhr machen wir im Inselhafen fest. Auch Endelave ist eine der kleinen Dänischen Inseln mit 149 Einwohnern. Später am Vormittag kommen dann unsere Freunde Annette und Allan mit der NALA DANICA. Wir haben uns im August 2017 in Falmouth kennengelernt und danach mehrfach getroffen (Porto Santo, Teneriffa, Barbados), zuletzt im Februar 2018 auf den Union Islands. Wir sind dann nach Norden gefahren und die NALA DANICA weiter nach Westen durch den Panamakanal in die Südsee und nach Neuseeland. Vor dort ist dann das Boot auf einem Frachter zurück nach Dänemark gekommen.Wir sind gleich wieder gut im Gespräch und haben uns viel aus den letzten acht Jahren zu erzählen. Zwischendurch bauen wir die Cockpitzelte auf, den es kommt ein Regenschauer und dann ein wunderschöner Regenbogen.Schon vom Boot aus sehen wir zahlreiche Kaninchen, den Endelave ist auch als Kanincheninsel bekannt. In den 1920er Jahren wurden einige hier ausgesetzt und sie haben sich gut vermehrt.Später sind wir dann bei Annette und Allan zum Essen eingeladen und es wird ein sehr schöner Abend mit leckeren Nudeln und guten Gesprächen.
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