Samstag, 5. September 2026

Tag 93 - Strande-Kiel-Strande: Geburtstags-Ausflug

Heute, an meinem Gebutstag, haben wir noch einmal einen Ausflug nach Kiel geplant. Das Wetter soll wechselhaft, aber insgesamt besser als gestern sein. Mittlerweile kennen wir uns aus und so fahren wir zielstrebig mit dem Bus nach Kiel und laufen zum - sehr gut gemachten - Welcome Center.
Dort beginnt der "Stadtspaziergang", den wir für heute gebucht haben. Kiel hat etwa 250.000 Einwohner und ist hufeisenförmig um die Förde herum immer weiter gewachsen. Im Laufe der Zeit stand die unter dänischer, österreichischer, schwedischer, russischer und preußischer Herrschaft war sogar eine Zeit lang unbedeutendes Mitglied der Hanse. In den 1860er Jahren wurde Kiel Marinehafen und damit begann der Aufschwung. Auch heute wird der Hafen noch intensiv genutzt.
Es fahren regelmäßig Fähren nach Göteborg und Oslo - gerade dieser Fähre sind wir im Oslofjord mehrfach begegnet.
Wegen der Eigenschaft als Marinestützpunkt wurde Kiel im 2. Weltkrieg zu 80% zerstört, so dass es keine Altstadt mehr gibt und stattdessen eine Menge - teilweise hässliche Nachkriegsarchitektur.
Vom Beginn es 20. Jahrhunderts ist das Rathaus mit seinem hohen Turm. Hier sammeln sich gerade Wolken für den nächsten Regenschauer.
Das älteste Gebäude Kiels ist die Nikolai-Kirche, die schon seit seit dem 13. Jahrhundert an gleicher Stelle steht, seither jedoch mehrfach wiederaufgebaut und umgebaut wurde.
Eher Thema Bausünde ist der gleich nebenan gelegene Alte Markt, der 1972 im Rahmen der Austragung der Olympischen Spiele vollstandig umgestaltet wurde. Der Boden wurde abgesenkt und rings herum sind Pavillions errichtet worden.
Auch vom Schloß ist nicht mehr viel übrig geblieben, und wir können nur ein kleines Gebäude anschauen.
Nach der Stadtführung nehmen wir ein leichtes Mittaessen und besichtigen dann noch die Nikolai-Kirche von innen. Wir haben Glück und es gibt etwas Orgelmusik. Ich zünde eine Kerze für die Familie an und sende allen gute Gedanken.
Wir gehen dann noch in das Meer-Informationszentrum "Sea Level" haben aber nicht viel Zeit, denn die nächste Veranstaltung wartet bereits auf uns.
Samstags gibt es die Möglichkeit, auf die Aussichtsplattform des Rathausturms zu fahren und wir haben das für Nachmittags gebucht, weil wir da auf etwas Sonne hoffen. Der Plan geht auf und wir haben einen wunderbaren Blick über Stadt und Hafen mit Nikolai-Kirche und Kreuzfahrtschiff (siehe auch Titelbild).
Auch in die andere Richtung gibt es etwas zu sehen und wir schauen über den Rathausplatz auf das Binnengewässer "Kleiner Kiel".
Wir sind sehr zufrieden mit dem Besuch auf dem Turm in der Sonne und nun ist es Zeit, einen Platz zum Kaffeetrinken zu finden. Wir entscheiden uns für das Ufer an einem künstlichen Kanal.
Wenige Minuten nachdem ich dieses Foto gemacht habe, beginnt es wieder, heftig zu regnen, so dass wir uns nach drinnen flüchten. Danach laufen wir zurück an den Hafen, wo Ralf noch einen Abstecher zum Seefahrtsmuseum macht. Ich sitzte derweil am Fähranleger und direkt hinter dem Heck der AIDAnova.
Die Fähre gehört zum öffentlichen Nahverkehr und bedient Häfen auf beiden Seiten der Förde für einen sehr moderaten Preis von 5,40 € pro Person für 90 Minuten Kreuzfahrt.
Wir kommen am Einganz zum Nord-Ostsee-Kanal vorbei, der Kiel mit Brunsbüttel in der Elbemündung verbindet und mit knapp 30.000 Schiffsbewegungen die meistbefahrene künstliche Seeschifffahrtsstraße der Welt ist. Er erspart den Schiffen die Fahrt um Skagen und verkürzt die Strecke um rund 250 Seemeilen.
Wir legen auch wieder in Laboe an, wo bei dem starken Wind heute zahlreiche Kite-Surfer unterwegs sind.
Die AIDAnova hat mittlerweile abgelegt und fährt langsam aus der Kieler Förde hinaus in die Ostsee. Begleitet wird sie von einem kleinen Lotsenboot, denn ab Leuchtturm Kiel besteht für die Großschifffahrt Lotsenpflicht.
Wir sind nach unserem schönen Ausflug nur ganz kurz an Bord, denn wir wollen zum Abschluss des Tages noch im Restaurant am Hafen essen gehen. Daher bin ich auch noch nicht dazu gekommen, all die lieben Geburtstagsgrüße zu lesen, geschweige denn zu beantworten. Ich werde mich aber bald melden.
 

Freitag, 4. September 2026

Tag 92 - Strande-Kiel-Strande: Wohlfühl-Wellness

Heute regnet es nur einmal und wir haben beschlossen, uns heute ein gemeinsames Geburtstagsgeschenk zu machen. In kompletter Regenkleidung machen wir uns mit dem Bus auf den Weg nach Kiel zu Hotel Birke.
Hier gibt es die Möglichkeit einen Wellness-Tag zu verbringen und wir haben uns ein schönes Programm ausgesucht. Wir beginnen mit einem Körperpeeling aus Salz und Öl und einer Gesichtsmaske im Trepidarium - ein Genuss!
Danach bekommen wir einen Tee gereicht und habe etwas Zeit, um das Schwimmbad mit verschiedenen Massagedüsen auszuprobieren.
Nun ist es schon Zeit für einen kleinen Imbiss, den wir gemütlich im dazugehörenden Bistro einnehmen (siehe auch Titelbild). Es dauert eine Weile, denn das Tablett mit unserem Essen stürzt auf dem Transport ab und wir bekommen zum Ausgleich für die Wartezeit noch zusätzlich einen Cappuccino und ein Eis aufs Haus.
Anschließend gibt es eine Ganzkörpermassage für Ralf und eine Rückenmassage für mich - sehr angenehm. Nach diesem anstrengenden Programm ruhen wir uns dann ein wenig aus und beschließen den Tag mit Sauna und Dampfbad.
Das war ein schöner Kontrast zum Leben auf dem Boot und den mehr oder weniger gepflegten Duschen in den Häfen und sicher das Beste, was wir an so einem Regentag machen konnten. Der Bus bringt uns wieder gut nach Strande und hält direkt am Hafen.
Zum Abschluss des Tages hört dann der Regen auf und wir bekommen sogar noch ein paar Sonnenstrahlen.
 

Donnerstag, 3. September 2026

Tag 91 - Strande-Laboe-Strande: Singing in the Rain

Der Himmel ist grau und es regnet - aber mit der richtigen Kleidung ist das kein Hinderungsgrund für einen kleinen Ausflug. Direkt bei uns im Hafen ist der Fähranleger und wir fahren auf die andere Seite der Bucht nach Laboe.
Dort angekommen amüsieren wir uns über das Schild, das uns auf der "Sonnenseite der Kieler Förde" begrüßt - davon ist heute eher weniger zu merken...
Das hält uns aber nicht davon ab, uns den Hafen und die darin liegenden Schiffe anzuschauen.
Wir fotografieren uns gegenseitig an dem Touristenschild mit dem Ortsnamen, das ebenfalls im Hafen steht und haben Spaß. (Foto von Ralf).
Gleich nebenan ist ein Informationszentrum von der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger und wir werfen einen Blick hinein. Außer uns ist niemand da und wir unterhalten uns einen ganze Weile mit dem ehrenamtlichen Mitarbeiter, der das Zentrum betreut. Er war 42 Jahre lang bei der Marine und hat zuletzt 12 Jahre lang ein U-Boot kommandiert. Wir bekommen interessante Informationen über die militärischen Sperrgebiete in der Ostsee. Er berichtet, dass dieses Zentrum nach einer Rettungsaktion vor den Toren von Laboe von den Geretteten gespendet wurde. Außerdem erhalten wir jede Menge Werbeartikel. Eine sehr nette Begegnung!
Danach laufen wir die Strandpromenaden entlang, die heute mit den gelben Blättern und im Regen schon sehr herbstlich wirkt.
Es gibt diverse Geschäfte, viele für Freizeitkleidung (heute Regenjacken), Andenken, oder Fischbrötchen und Eis (heute nicht besonders gut besucht).
Wie sich herausstellt, dürfen wir nicht so ohne weiteres an den Strand, sondern müssten dazu eine Eintrittskarte (3 Euro) kaufen. Ich ignoriere das kurz und fotografiere die leeren Strandkörbe (siehe Titelbild).
Auf dem Rückweg zur Fähre machen wir noch einen Abstecher auf den Wochenmarkt, wo wir am Fischstand Frischkäse mit Lachs, Dillhäppchen und Schillerlocken kaufen (alles sehr lecker).
Das Marineehrenmal und das U-Boot besuchen wir heute nicht - das haben wir früher schon mehrfach angeschaut. Aber wir kommen an der Schiffsschraube im Hafen vorbei, die von einem dänischen Schiff stammt, dessen Besatzung von der DGzRS aus Seenot gerettet wurde.
Wir essen dann auch noch Fischbrötchen direkt an der Fähre. Auf dem Dach des Ladens (und auch an anderen Stellen in Laboe) stehen Skulpturen von frechen Möwen.
Die Fähre bringt uns dann zurück in unseren Hafen und wir staunen, wie dicht sie hinter den Schiffen vorbeifährt.
Wir verbringen den Rest des Tages mit Wäschewaschen und planen, wir wir die nächsten Tage verbringen wollen. Wir wollen erst  am Wochenende weiter nach Heiligenhafen segeln, weil dann in der Hohwachter Bucht nicht geschossen wird und wir keinen Umweg wegen des Schießgebiets fahren müssen. Samstag soll es sehr windig werden und daher wollen wir erst am Sonntag los. Für Morgen und für meinen Geburtstag am Samstag haben wir schon ein paar nette Ideen.
 

Mittwoch, 2. September 2026

Tag 90 - Olpenitz-Strande: Von der Wahl des richtigen Zeitpunkts

Seit Tagen jonglieren wir mit dem richtigen Timing. Wann können wir am besten in welche Richtung fahren? Wie passt es mit dem Wind? Zu wenig? Zu viel? Aus der richtigen Richtung? Wo können wir Wartezeiten gut nutzen? Sind wir gestern mit Westwind nach Süden gefahren, so wollen wir heute mit Sündwest-Wind nach Südosten Richtung Kieler Förde.
Eigentlich wollen wir dazu heute um 10:00 Uhr lossegeln, aber ein Blick in die Wettervorhersage zeigt, dass der Wind heute nachmittag günstiger ist. Also habe ich die Gelegenheit, mir selbst einen Eindruck von Olpenitz zu verschaffen. Wir laufen am Ufer entlang und sehen eine Reihe von Geschäften, die überwiegend Souveniers verkaufen. Es gibt einen Makler, bei dem wir ein schwimmendes Ferienhaus für über 600.000 Euro kaufen könnten (und von den Dingern gibt es eine ganze Menge...). Alternativ ist auch noch eine Villa für knapp 4 Millionen im Angebot. Wir könnten auch Fahrräder oder ein Golfcart leihen oder die Strandbar ausprobieren.
Alles wirkt auf mich sehr künstlich und gar nicht gemütlich oder gewachsen, wie an vielen Orten in Dänemark. Da hilft auch kein Flamingo-Tretboot...
Positiv ist der große EDEKA-Markt, der für uns - aus Dänemark kommend - unglaublich günstige Preise hat. Und es gibt sehr leckere Hering- bzw. Matjesbrötchen in einer kleinen Bude vor dem Eingang. Da schlagen wir gleich zu.
Unsere Entscheidung, noch etwas mit dem Start zu warten, war goldrichtig. So sitzen wir bei dem nächste Gewitter mit Blitz, Donner und Regen noch gemütlich in unserem Cockpitzelt und später können wir dann - nach der vorhergesagten Winddrehung - unseren Kurs bis kurz vor dem Hafen fahren. Wir haben wieder reichlich Wind, aber mit zweifach gereffeften Segeln läuft die Triton wieder sehr gut. Wir sehen zwar wieder schwarze Wolken, aber der Regen erwischt uns nicht.
Auf dem letzten Stück müssen wir dann Anluven (siehe Titelbild). Hier sind auch wieder zahlreiche Boote unterwegs und in der Förde gibt es auch Großschiffahrt. Kein Wunder, denn Kiel ist Fährhafen und hier ist auch die Einfahrt in den Nord-Ostsee-Kanal.
Wir wollen uns in den Hafen Strande legen, weil von hier aus Busse und Fähren fahren. Das ist aber gar nicht so einfach, denn es gibt kaum freie Boxen. Nachdem wir mehrere Gänge abgefahren sind, finden wir schließlich eine mit einem grünen Schild und Ralf parkt geschickt rückwärts ein. Nun brauchen wir noch einen guten Zeitpunkt um über die Hohwachter Bucht nach Heiligenhafen zu fahren.