Dienstag, 19. Mai 2026

Tag 3 - Stathelle: Schneller als gedacht

Heute haben wirrt wunderbares Wetter und so macht es richtig Spaß, die letzten Arbeiten am Mast zu erledigen. Damit ist aus unserer Sicht alles fertig,um die Triton zurück in ihr Element zu bringen. Ralf reinigt das Cockpit, damit es auch noch poliert werden kann und ich beschäftige mich mit den Einstellungen in unserem Elektroauto und finde heraus, wo unsere Gasflaschen (eine deutsch und eine englisch) befüllt werden können. Das ist dann der nächste Punkt auf unserer Agenda.
Wir nutzen die Gelegenheit gleich noch zum Besuch im Baumarkt und zu Stromtanken. Wieder klappt das prima mit der Elton-App, in der die Lademöglichkeiten in der Nähe angezeigt werden. Während das Auto läd, gehen wir noch Mittagessen.
Als wir zurückkommen, ist die Triton schon aus der Halle geholt worden und steht vor dem Kran bereit.
Und dann geht alles ganz schnell und professionell. Die Triton wird mit Fernbedienung unter den Travellift gefahren, hochgehoben und dann sanft zu Wasser gelassen (sieheauchTitelbild).
Ein Segelboot braucht natürlich einen Mast und der wird mit einem Gabelstapler gebracht. Diesmal haben wir alle Leinen, Wanten und Stagen richtig sortiert und so ist er schnell aufgestellt und provisorisch festgemacht. 
Insgesamt hat die ganze Aktion eine Stunde gedauert - da haben wir schon ganz anderes erlebt (sechs Leute brauchen 1,5 Tage...). Wir bekommen einen Liegeplatz zugewiesen und können noch weitere Arbeiten erledigen. Die Kabel der Instrumente auf dem Mast müssen unter Deck gefädelt und angeschlossen werden, Ralf spannt die Wanten und Stagen, die den Mast halten und ich schließe den Kartenplotter wieder an.
Erfreulicherweise funktionieren alle Geräte und auch unser AIS Signal wird wieder gesendet und wir sind auf Marinetraffic zu finden: Klick
Ich mache noch eine Inventur der Lebensmittel an Bord, damit wir die Einkäufe sinnvoll planen können. Wir sind so gut beschäftigt, dass wir nicht auf die Zeit achten - wichtig, weil das Tor um 16:30 Uhr geschlossen wird.
Es ist aber noch jemand da, der uns herauslassen kann und so kehren wir in unser Häuschen zurück. Das gab es noch nie: die Triton schwimmt und wir schlafen nicht an Bord... Wir merken, dass wir weiter im Norden sind, denn  um 23:00 Uhr ist es noch nicht ganz dunkel.

Montag, 18. Mai 2026

Tag 2 - Stathelle: Pflegeprogramm

Wir haben eine gute Nacht in unserem kleinen Holzhäuschen verbracht und starten am nächsten Tag mit Vorfreude in den grauen Morgen. 
In der Werft ist wenig los - wahrscheinlich sind viele Boote schon im Wasser. Wir finden die Triton in ihrer beheizten Halle, wo sie lieb auf uns gewartet hat.
In diesem Jahr ist die Liste der Arbeiten nicht so lang, da wir planen, unser Winterlager in Deutschland zu haben. Dort können wir dann mit dem Auto hinfahren und entsprechend Material mitnehmen. Aber auf jeden Fall müssen die Opferanoden getauscht werden und die Propeller von Motor und Bugstrahlruder benötigen neue Farbe (siehe auch Tittelbild). Im Fall vom Bugstrahruder müssen Sie zunächst ausgebaut werden:
Nach dem Mittagessen, dass wir im Sozialraum der Werftarbeiter einnehmen dürfen, kümmern wir uns dann um den Mast. Er muss gereinigt und mit einer speziellen Aluminium-Politur behandelt werden. Er steht zu weit vom Wasserschlauch weg und beim Schieben fällt er herunter:
Soweit wir sehen können, ist glücklicherweise nichts kaputt gegangen. Ich kümmere mich also um den Mast und am Ende glänzt er wieder wirklich schön!
Die Farbe auf den Propellern ist mittlerweile getrocknet und Ralf kann alles wieder zusammenbauen und abschmieren. Mit der neuen Opferanode sieht die Schraube richtig schick aus:
Wir machen mittlerweile nicht mehr alle Arbeiten selbst, sondern haben die Werft beauftragt, den Rumpf zu polieren. Als wir ankommen, ist das noch nicht gemacht, aber tatsächlich taucht ein netter junger Mann auf, der sich mit Hilfe einer Mini-Arbeitsbühne eifrig an die Arbeit macht.
Morgen müssen wir dann noch den Mast fertig zusammenbauen und dann steht dem Einwassern am Mittwoch von unserer Seite aus nichts mehr im Weg. Zufrieden fahren wir den kurzen Weg zurück in unser Häuschen und kaufen unterwegs noch etwas zum Abendessen ein. Ralf ist mittlerweile Spezialist für Selbst-Check-Out-Kassen geworden.

Sonntag, 17. Mai 2026

Tag 1 - Griesheim - Porsgrunn: Auf nach Norwegen

Gefühlt haben wir das Boot gerade erst ins Winterlager gebracht und schon ist es wieder Zeit für die neue Saison. Die Monate daheim waren gefüllt mit Familie, Freunden, Arbeit und vielen - überwiegend schönen Erlebnissen. Letztes Wochenende haben wir noch ganz wunderbar einen runden Geburtstag gefeiert und dann gab es noch einiges zu organisieren. Heute morgen hieß es dann Abschiednehmen, insbesondere vom Enkel, was mir wirklich schwergefallen ist. Liebe Freunde brachten uns zum Flughafen, wo Gepäckaufgabe und Sicherheitykontrolle reibungslos funktionierten und dann ging es auch schon an Bord.
Wir waren fast pünktlich, das Gepäck kam schnell und vollständig und auch das Auto stand bereit. Hier in Norwegen sind die Leihwagen fast alle elektrisch. Vor das Fahrt haben unseren noch auf Schäden kontrolliert und entsprechende Fotos gemacht.
Bis zu unserem Ziel Porsgrunn sind es dann noch rund 200 km und wir machten zwischendurch einen Boxenstopp zum Abendessen. Dabei nutzen wir gleich die Gellegenheit, zu lernen, wie das Laden hier funktioniert. Glücklicherweise gibt es die App "Elton", die mit vielen Anbietern zusammenarbeitet. Uns fallen viele festlich gekleidete junge Menschen auf, die Jungs im Anzug, die Mädchen wahlweise im Minikleid, schönem Sommerkleid oder auch in Tracht. Wie sich herausstellt, wird heute der wichtigste norwegische Nationalfeiertag "Grunnlovsdag" (Verfassungstag). Am 17. Mai 1814 wurde die norwegische Verfassung unterzeichet. Danach fahren wir weiter durch die gepflegte Baumlandschaft mit zahlreichen Tunneln.
In Porsgrunn habe ich ein ganzes Haus gemietet, weil es das günstigste Angebot war. Es ist gemütlich (und gut geheizt) und wir lassen den erfolgreichen Reisetag langsam ausklingen. Morgen geht es dann zur Triton.

Montag, 1. September 2025

Zusammenfassung Sommer 2025


Seit der Saison 2021 sind wir auf dem Weg von Holland zurück in die Ostsee, wo wir die ersten 25 Jahre unseres Seglerlebens verbracht haben. Damit wir unterwegs noch etwas von Europa sehen, sind wir von Holland aus die französische Küste entlang in die Biskaya gesegelt. Nach einem Abstecher ins Baskenland 2022 sind wir 2023 von Morlaix aus nach Irland gestartet, das wir dann zu 3/4 umrundet haben Dann ging es nach Schottland, wo wir unser Winterlager 2024/2025 im Firth of Clyde hatten. Dieses Jahr haben wir auf den ersten Teil der Reise die Hebrideninseln, Orkney und Shetland erkundet und nach der Halbzeitpause sind wir von Bergen aus an der norwegischen Küste entlang bis kurz vor dem Oslofjord gesegelt..

Statistik

  • Seemeilen: 1.255
  • Motorstunden: 96
  • Tage gesamt: 98
  • Nächte an Land: 5
  • Segeltage: 49
  • Nächte auf See: 1
  • Liegetage: 43
  • Liegeplätze: 47

Schottland: Largs, Holy Island, Lamlash, Campbeltown, Port Ellen, Ardminish Bay (Gigha), Caighouse (Jura), Craobh, Oban, Tobermory (Mull), Lock Scresort (Rum), Canna, Mallaig, Portree (Skye), Rona, East Tarbert (Harris), Stornoway (Lewis), Bay of Culheim, Kinlochbervie

Orkney und Shetland: Stromness, Kirkwall, Whitehall, Fair Isle, Lerwick

Norwegen: Hjellestad, Bergen, Bekkjarvik, Munkavagen, Gjermundshamn, Nordheimsund, Sild, Rosendal, Leirvik, Langevag, Skudeneshavn, Stavanger, Tananger, Egersund, Kirkehamn, Vare, Kristiansand, Slattholmen, Faervikilen, Lyngör, Nodvikbukt, Kragerö, Brevik, Stadhelle

Freitag, 29. August 2025

Tag 98 - Porsgrunn-Griesheim: Zurück nach Hause

Ich habe unsere Unterkunft ausgesucht, weil sie nah an einer Bushaltestelle liegt und Ralf hat gestern auch schon den Weg dahin ausgekundschaftet. Also laufen wir heute morgen frohgemut los. Die Haltestelle ist auch da, aber in ihr hängt ein ominöses Schild das wir spontan aus dem Norwegischen übersetzten: "Hier fahren keine Busse mehr!" Also schauen wir nach der nächsten Haltestelle und ich entdecke in mir ungeahnte Sprinterqualitäten... jedenfalls schaffen wir es gerade noch, unseren Bus zu erreichen - Puh!
Damit geht es dann zum Busbahnhof und dann weiter mit dem Flixbus Richtung Oslo. Der Flughafen liegt dann nochmal weiter im Norden, so dass wir in den Zug umsteigen müssen. Wir haben für alle Wechsel ausreichend Zeit eingeplant und kommen gut am Flughafen an. Dort stellt sich beim Einchecken heraus, dass Ralfs Tasche 1,8 kg zu schwer ist. Wir haben aber noch einen unbenutzten Rucksack dabei und können umpacken.
Gestern in unserer Unterkunft haben wir noch die Reste von Brot, Schinken und Käse in leckere Sanwiches umgewandelt, die wir unterwegs essen können. Jetzt gibt es noch eine letzte Zimtschnecke, die hier tatsächlich frisch gebacken werden.
Dann ist es Zeit, ins Flugzeug zu steigen. Heute ist es wieder kalt, grau, regnerisch und herbstlich, so dass uns der Abschied von Norwegen nicht allzu schwer fällt. Wir müssen dann noch eine Stunde im Flieger warten, weil das Wetter in Frankfurt so schlecht ist, dass dort Wartezeiten entstehen. Aber dann geht es doch los und wir haben einen guten Flug (siehe Titelbild). Weil wir durch die Verzögerung den Flughafenbus verpasst haben, holt Paul uns netterweise vom Flughafen ab und daheim gibt es ein leckeres Abendessen mit der Jugend.