Sonntag, 2. August 2026

Tag 59 - Livø-Aalborg: Nur unter Fock

Wir verlassen unseren Ankerplatz und machen uns auf den Weg zurück nach Osten. Dazu müssen wir wieder zurück durch die Aggersundbrücke. Es ist zunächst noch kühl und regnerisch.
Unser Weg geht dann wieder durch das schmale Fahrwasser mit zahlreichen roten und grünen Tonnen, den den Weg markieren. Diesmal haben wir etwas Strom, der uns hilft.
Damit wir gut manovrieren können - das Fahrwasser hat mehrere Kurven und uns kommt eine ganze Anzahl von Schiffen entgegen - fahren wir nur mit Fock. Nach und nach wird das Wetter immer besser und die Sonne kommt heraus (siehe Titelbild).
Wir fahren wieder in den Hafen des Aalborger Segelclubs, in dem es uns gut gefallen hat und starten dort zwei Waschmaschinen. Dann gibt es Abendessen im Cockpit mit Blick auf den schönen Sonnenuntergang.

Samstag, 1. August 2026

Tag 58 - Fur-Livø: Dänemarks schönste Insel?!

Dänemark hat über 1400 Inseln von mindestens 100 qm Größe. Davon haben 443 einen Namen und 70 sind dauerhaft bewohnt. Im Jahr 2010 wurde Fur zur schönsten Insel Dänemarks gewählt. Ob das wirklich der Fall ist, wollen wir uns heute ansehen. Dazu nehmen wir den Hop-On-Hop-Off Bus, der die verschiedenen Sehenswürdigkeiten der Insel anfährt.
Die Staßen sind oft nur einspurig und nicht alle sind gepflastert. Sie führen durch sanft hügelige Kornfelder, die friedlich unter blauem Himmel mit Schäfchenwolken liegen.
Wir haben uns zwei Stopps ausgesucht, die wir uns näher anschauen wollen. Der erste ist "Fur Bryghaus", also das Brauhaus. Nicht etwa, weil wir dort Bier trinken wollen, sondern weil hier der Fußweg zum Knudeklint beginnt. Ich packe meine Stöcke aus und wir laufen los (Bild rechts von Ralf).
Knudeklint ist eine Klippe, die sich bis zu 35 m Höhe etwa einen Kilometer lang an der Nordseite der Insel erstreckt. Von oben haben wir einen guten Blick auf den Limfjord (siehe auch Titelbild). Leider ist auf diese Entfernung nicht zu sehen, was die Klippe so außergewöhnlich macht, dass sie dieses Jahr UNESCO-Weltnaturerbe geworden ist.
Die Formationen sind Überreste eines uralten Meeresbodens, auf dem vulkanische Asche, mikroskopisch kleine Kieselalgen und eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt aus der Zeit vor 55 Millionen Jahren Schicht für Schicht bewahrt wurden. Mehr als 700 Arten von Fischen, Vögeln, Insekten, Pflanzen und anderen Organismen wurden hier gefunden. Ich krabble bis an den Rand, um ein paar gute Bilder zu bekommen (Bild unten rechts von Ralf).
Wir laufen zurück zur Brauerei, wo es auch noch eine kleinen Kunstaustellung gibt und Ralf sich ein T-Shirt kauft. Unter andrem sind Bilder der typischen Fische zu sehen, die jedes Jahr von lokalen Künstlern gestaltet und dann auf der Insel verteilt werden.
Unser Bus kommt und die Reise geht weiter bis zu Museum, wo wir erst einmal in dem schönen Garten an dafür aufgestellten Tischen unsere mitgebrachten Brote essen.
Hier können wir nun zahlreiche der gefundenen Fossilien aus der Nähe bewundern. Es Es gibt zahlreiche Vitinen, oft mit Lupen, um die erstanlich gut erhaltenen Details zu sehen. Der Dinosaurier ist eher für die Kinder, denn die Funde stammen aus einern Zeit nach dem Aussterben der Dinos vor 66 Millionen Jahren.
Wir können verschiedene Exponate auch unter dem Mikroskop betrachten und noch mehr Einzelheiten Entdecken.
Nach einem Blick auf  die Windvorhersage, beschließen wir dann, noch ein paar Meilen bis zur nächsten Insel Livø zu segeln und dort zu ankern.
Es ist - mal wieder - Westwind, aber jetzt kommt er von hinten bzw. von der Seite und so haben wir nur mit der Fock eine schnelle Fahrt.
Es wird so kühl, dass wir das Sonnendach wieder gegen unser Cockpitzelt tauschen. Aber der Regen zieht neben uns vorbei und wir bekommen nur noch einen kleinen Regenbogen zu sehen.
Auf der anderen Seite es Bootes zaubert die untergehende Sonne noch leuchtende Ränder an die Wolken. Gerade beim Ankern gibt es immer wieder diese wunderbaren Naturschauspiele.
 

Freitag, 31. Juli 2026

Tag 57 - Fur (A)-Fur Havn: Hochzeitstag!

Heute vor 34 Jahren haben wir geheiratet und sind gleich danach als Hochzeitsreise segeln gegangen. Auch viele der weiteren Hochzeitstage haben wir auf dem Boot und auf oder am dem Wasser verbracht und dieses Jahr ist keine Ausnahme. Wir holen den Anker hoch und fahren ein kurzes Stück "um die Ecke" in den Hafen der Insel.
Wir sind früh da und es gibt reichlich Platz im Hafen. Nette Menschen nehmen uns die Leinen ab und bringen sogar eine kleine Treppe, damit wir besser aussteigen können. Das Wetter ist sonnig, aber nicht zu warm und wir beschließen, die Fahrräder aufzubauen und zur Feier des Tages schön Kaffeetrinken zu gehen. Es ist tatsächlich ein sehr netter Laden, in dem es neben Kaffee und selbstgemachten Leckereien auch noch Softeis und jede Menge Knuddelkit gibt.
Danach fahren wir noch ein Stück weiter und setzen uns auf eine Bank (siehe Titelbild) an einem kleinen Strand mit vielen Muschen und Steinen.
Besonders schön finde ich die vielen Heckenrosen, die mich an meine Kindheitssommer auf der Nordseeinsel Juist erinnern.
Uns gefällt es hier sehr gut und wir wollen morgen noch einen Tag auf der Insel verbringen und die Stimmung genießen.
Wir essen erst ziemlich spät an Bord und schauen zu, wie langsam ein großer Vollmond neben uns aufgeht -- ein passender Abschluss für einen schönen Hochzeitstag.
 

Donnerstag, 30. Juli 2026

Tag 56 - Løgstør-Fur: Heiß und kalt

Nach einer ruhigen Nacht wachen wir auf zu einem zunächst sehr warmen und windstillen Tag. Wir beschließen, uns den kleinen Ort anzusehen. Im Hafen neben uns rührt sich keine Lüftchen.
Es sind einige  Menschen unterwegs, aber wenige davon am Strand. Der besteht auch nicht aus Sand, sondern aus Muscheln auf denen es sich nicht gut mit nackten Füßen läuft.
Über den Hafen führen verschiedene Brücken und Ralf macht noch eine etwas größere Runde.
Danach gehen wir gemeinsam in die "Innenstadt" und sehen unterwegs verschiedene bemalte Muscheln. Løgstør ist die dänische Muschelmetropole und es gibt 12 zertifizierte Zuchtgebiete für Miesmuscheln im Limfjord.
Wir finden ein nettes Café und essen dort zwar keine Muscheln sonder frisch zubereitete Sandwiches, die eine junge Dame in Zeitlupe zusammenstellt.
Auch hier gibt es große Wandgemälde wie dieses von dem Jungen auf der Möwe, der den Doppelleuchtturm, der am Hafen steht in der Hand hält.
Nachmittags setzt dann der vorhergesagte Wind ein und wir machen uns auf den Weg weiter hinein in den Fjord. Hier wird das Gewässer wesentlich breiter mit verschiedenen Inseln.
Hier gibt es keine schmale Fahrrinne mehr und wir können mit wenigen Kreuzschlägen eine Ankerbucht im Norden der Insel Fur erreichen. Der Wind hat zugelegt und wir fahren mit einem Reff im Groß. Wir sind froh, dass der Wind uns etwas abkühlt, denn es ist sehr heiß geworden.
In der Bucht liegen schon mehrere Boote, aber sie ist groß genug und wir finden noch einen guten Platz. Wir genießen die Ruhe vor Anker und ein gemütliches Abendessen. Mittlerweile ist es empfindlich kalt geworden und ich ziehe eine Jacke über - was für ein Unterschied zu heute morgen! Vor einem schönen Sonnenuntergang zieht Ralf noch die Ankerlaterne hoch (siehe Titelbild).

Mittwoch, 29. Juli 2026

Tag 55 - Aalborg-Løgstør: Im Limfjord nach Westen

Der Limfjord ist eigentlich kein Fjord, sondern ein Sund, denn er ist keine tiefe Bucht, sondern verbindet (seit einer großen Sturmflut 1825) die Nordsee mit dem Kattegatt. Die Triton hat jetzt fast vier Wochen in Aalborg, dem größten Hafen im Limfjord verbracht, während wir daheim waren. Bei unserer Ankunft Anfang Juli und auch in den letzten Tagen hatten wir starken bis sehr starken Westwind und wir haben die Zeit genutzt, um uns das sehenswerte Aalborg anzusehen. Heute ist der Wind zwar immer noch westlich, aber schwächer und wir wollen den Limfjord weiter erkunden.
Wir fahren bis kurz hinter die Aggersundbroen (siehe Titelbild) durch ein schmales, teilweise ausgebaggertes Fahrwasser. Wir versuchen es ca. 15 Minuten mit Segeln, aber der Wind kommt zu sehr von Vorne und Kreuzen ist hier nicht möglich.
Die Landschaft neben uns ist sehr flach und sandig und eher unspektakulär, aber uns kommen verschiedene Großsegler entgegen, die am "Tall Ship Race" teilnehmen, bei dem Segelschiffe in verschiedenen Größen mit mindesdes 50 % jugendlicher Besatzung verschiedene Häfen (darunter auch Aalborg) anlaufen. Wir werden uns das wahrscheinlich auf dem Rückweg anschauen.
Die Brücke wird im Juli halbstündlich geöffnet und wir und ein anderes Segler müssen nur kurz warten, bis wir hindurchfahren können.
Der Kollege fährt noch in den vollen Hafen von Løgstør, aber wir finden dort keinen guten Platz mehr und legen uns an eine Kaianlage etwas außerhalb.
Heute ist es schön warm und jetzt ist der Wind fast ganz eingeschlafen. Wir haben die Kuchenbude gegen das Sonnendach getauscht und genießen einen ruhigen Abend im Cockpit. Eine wunderbare Abwechslung, denn bisher hat der Wind nur so um Boot gepfiffen.
Und dann haben wir auch noch den Logenplatz für einen wunderschönen Sonnenuntergang! Auch morgen soll es warm bleiben und wir wollen uns die eine oder andere Insel anschauen.