Montag, 18. Mai 2026

Tag 2 - Stathelle: Pflegeprogramm

Wir haben eine gute Nacht in unserem kleinen Holzhäuschen verbracht und starten am nächsten Tag mit Vorfreude in den grauen Morgen. 
In der Werft ist wenig los - wahrscheinlich sind viele Boote schon im Wasser. Wir finden die Triton in ihrer beheizten Halle, wo sie lieb auf uns gewartet hat.
In diesem Jahr ist die Liste der Arbeiten nicht so lang, da wir planen, unser Winterlager in Deutschland zu haben. Dort können wir dann mit dem Auto hinfahren und entsprechend Material mitnehmen. Aber auf jeden Fall müssen die Opferanoden getauscht werden und die Propeller von Motor und Bugstrahlruder benötigen neue Farbe (siehe auch Tittelbild). Im Fall vom Bugstrahruder müssen Sie zunächst ausgebaut werden:
Nach dem Mittagessen, dass wir im Sozialraum der Werftarbeiter einnehmen dürfen, kümmern wir uns dann um den Mast. Er muss gereinigt und mit einer speziellen Aluminium-Politur behandelt werden. Er steht zu weit vom Wasserschlauch weg und beim Schieben fällt er herunter:
Soweit wir sehen können, ist glücklicherweise nichts kaputt gegangen. Ich kümmere mich also um den Mast und am Ende glänzt er wieder wirklich schön!
Die Farbe auf den Propellern ist mittlerweile getrocknet und Ralf kann alles wieder zusammenbauen und abschmieren. Mit der neuen Opferanode sieht die Schraube richtig schick aus:
Wir machen mittlerweile nicht mehr alle Arbeiten selbst, sondern haben die Werft beauftragt, den Rumpf zu polieren. Als wir ankommen, ist das noch nicht gemacht, aber tatsächlich taucht ein netter junger Mann auf, der sich mit Hilfe einer Mini-Arbeitsbühne eifrig an die Arbeit macht.
Morgen müssen wir dann noch den Mast fertig zusammenbauen und dann steht dem Einwassern am Mittwoch von unserer Seite aus nichts mehr im Weg. Zufrieden fahren wir den kurzen Weg zurück in unser Häuschen und kaufen unterwegs noch etwas zum Abendessen ein. Ralf ist mittlerweile Spezialist für Selbst-Check-Out-Kassen geworden.

Sonntag, 17. Mai 2026

Tag 1 - Griesheim - Porsgrunn: Auf nach Norwegen

Gefühlt haben wir das Boot gerade erst ins Winterlager gebracht und schon ist es wieder Zeit für die neue Saison. Die Monate daheim waren gefüllt mit Familie, Freunden, Arbeit und vielen - überwiegend schönen Erlebnissen. Letztes Wochenende haben wir noch ganz wunderbar einen runden Geburtstag gefeiert und dann gab es noch einiges zu organisieren. Heute morgen hieß es dann Abschiednehmen, insbesondere vom Enkel, was mir wirklich schwergefallen ist. Liebe Freunde brachten uns zum Flughafen, wo Gepäckaufgabe und Sicherheitykontrolle reibungslos funktionierten und dann ging es auch schon an Bord.
Wir waren fast pünktlich, das Gepäck kam schnell und vollständig und auch das Auto stand bereit. Hier in Norwegen sind die Leihwagen fast alle elektrisch. Vor das Fahrt haben unseren noch auf Schäden kontrolliert und entsprechende Fotos gemacht.
Bis zu unserem Ziel Porsgrunn sind es dann noch rund 200 km und wir machten zwischendurch einen Boxenstopp zum Abendessen. Dabei nutzen wir gleich die Gellegenheit, zu lernen, wie das Laden hier funktioniert. Glücklicherweise gibt es die App "Elton", die mit vielen Anbietern zusammenarbeitet. Uns fallen viele festlich gekleidete junge Menschen auf, die Jungs im Anzug, die Mädchen wahlweise im Minikleid, schönem Sommerkleid oder auch in Tracht. Wie sich herausstellt, wird heute der wichtigste norwegische Nationalfeiertag "Grunnlovsdag" (Verfassungstag). Am 17. Mai 1814 wurde die norwegische Verfassung unterzeichet. Danach fahren wir weiter durch die gepflegte Baumlandschaft mit zahlreichen Tunneln.
In Porsgrunn habe ich ein ganzes Haus gemietet, weil es das günstigste Angebot war. Es ist gemütlich (und gut geheizt) und wir lassen den erfolgreichen Reisetag langsam ausklingen. Morgen geht es dann zur Triton.

Montag, 1. September 2025

Zusammenfassung Sommer 2025


Seit der Saison 2021 sind wir auf dem Weg von Holland zurück in die Ostsee, wo wir die ersten 25 Jahre unseres Seglerlebens verbracht haben. Damit wir unterwegs noch etwas von Europa sehen, sind wir von Holland aus die französische Küste entlang in die Biskaya gesegelt. Nach einem Abstecher ins Baskenland 2022 sind wir 2023 von Morlaix aus nach Irland gestartet, das wir dann zu 3/4 umrundet haben Dann ging es nach Schottland, wo wir unser Winterlager 2024/2025 im Firth of Clyde hatten. Dieses Jahr haben wir auf den ersten Teil der Reise die Hebrideninseln, Orkney und Shetland erkundet und nach der Halbzeitpause sind wir von Bergen aus an der norwegischen Küste entlang bis kurz vor dem Oslofjord gesegelt..

Statistik

  • Seemeilen: 1.255
  • Motorstunden: 96
  • Tage gesamt: 98
  • Nächte an Land: 5
  • Segeltage: 49
  • Nächte auf See: 1
  • Liegetage: 43
  • Liegeplätze: 47

Schottland: Largs, Holy Island, Lamlash, Campbeltown, Port Ellen, Ardminish Bay (Gigha), Caighouse (Jura), Craobh, Oban, Tobermory (Mull), Lock Scresort (Rum), Canna, Mallaig, Portree (Skye), Rona, East Tarbert (Harris), Stornoway (Lewis), Bay of Culheim, Kinlochbervie

Orkney und Shetland: Stromness, Kirkwall, Whitehall, Fair Isle, Lerwick

Norwegen: Hjellestad, Bergen, Bekkjarvik, Munkavagen, Gjermundshamn, Nordheimsund, Sild, Rosendal, Leirvik, Langevag, Skudeneshavn, Stavanger, Tananger, Egersund, Kirkehamn, Vare, Kristiansand, Slattholmen, Faervikilen, Lyngör, Nodvikbukt, Kragerö, Brevik, Stadhelle

Freitag, 29. August 2025

Tag 98 - Porsgrunn-Griesheim: Zurück nach Hause

Ich habe unsere Unterkunft ausgesucht, weil sie nah an einer Bushaltestelle liegt und Ralf hat gestern auch schon den Weg dahin ausgekundschaftet. Also laufen wir heute morgen frohgemut los. Die Haltestelle ist auch da, aber in ihr hängt ein ominöses Schild das wir spontan aus dem Norwegischen übersetzten: "Hier fahren keine Busse mehr!" Also schauen wir nach der nächsten Haltestelle und ich entdecke in mir ungeahnte Sprinterqualitäten... jedenfalls schaffen wir es gerade noch, unseren Bus zu erreichen - Puh!
Damit geht es dann zum Busbahnhof und dann weiter mit dem Flixbus Richtung Oslo. Der Flughafen liegt dann nochmal weiter im Norden, so dass wir in den Zug umsteigen müssen. Wir haben für alle Wechsel ausreichend Zeit eingeplant und kommen gut am Flughafen an. Dort stellt sich beim Einchecken heraus, dass Ralfs Tasche 1,8 kg zu schwer ist. Wir haben aber noch einen unbenutzten Rucksack dabei und können umpacken.
Gestern in unserer Unterkunft haben wir noch die Reste von Brot, Schinken und Käse in leckere Sanwiches umgewandelt, die wir unterwegs essen können. Jetzt gibt es noch eine letzte Zimtschnecke, die hier tatsächlich frisch gebacken werden.
Dann ist es Zeit, ins Flugzeug zu steigen. Heute ist es wieder kalt, grau, regnerisch und herbstlich, so dass uns der Abschied von Norwegen nicht allzu schwer fällt. Wir müssen dann noch eine Stunde im Flieger warten, weil das Wetter in Frankfurt so schlecht ist, dass dort Wartezeiten entstehen. Aber dann geht es doch los und wir haben einen guten Flug (siehe Titelbild). Weil wir durch die Verzögerung den Flughafenbus verpasst haben, holt Paul uns netterweise vom Flughafen ab und daheim gibt es ein leckeres Abendessen mit der Jugend.

Donnerstag, 28. August 2025

Tag 97 - Wector Yachting: Einmal mit Profis

Seit 2013 lassen wir unser Schiff im Winterlager, wo wir am Ende der Saison mit dem Segeln aufhören. Die Triton war schon mehrfach in Frankreich, in USA, in England, in Irland und in Schottland. Wir sind auf alle möglichen Arten von Betrieben gestoßen, von "Wie, der Mast muss runter, damit das Schiff in die Halle passt?" über vier Mitarbeiter, die den ganzen Tag benötigen, um das Schiff aus dem Wasser zu heben bis zu absoluten Profis auf unserem Stamm-Liegeplatz in den Niederlanden. Wir haben also den Vergleich. Heute hatten wir um 10 Uhr unseren Krantermin und mussten nur kurz warten, bis wir in die Box einfahren konnten.
Mit einem speziellen Gabelstapler wurde dann ruck-zuck der (von uns gut vorbereitete) Mast vom Schiff gehoben und an die Seite auf Böcke gelegt.
Dann war die Triton an der Reihe. Von den Mitarbeitern wurde sie mit langen Enterhaken in Position gebracht und dann aus dem Wasser gehoben. Es ist wichtig, die Gurte richtig zu positionieren, aber Ralf hat dazu eine Zeichnung und es klappte sehr gut (siehe auch Titelbild).
Danach stand dann eine gründliche Reinigung des Unterwasserschiffs auf dem Programm - ebenfalls schnell und gut.
Danach konnten wir uns um den Mast kümmern und alle Wanten, Stagen und Fallen gut verpacken. Dabei achten wir darauf, dass die Edelstahl-Seile nicht mit dem Aluminium-Mast in Berührung kommen.
Wir dürfen den Sozialraum der Werft für unser Mittagessen nutzen - alle sind sehr nett und hilfsbereit! 
Ralf erledigt noch einige letzte Griffe von der Checkliste an Bord und dann ist es schon Zeit, uns von der Triton zu verabschieden, die auf einem Gestell darauf wartet, in die beheizte Halle gefahren zu werden.
Wir werden von einem Mitarbeiter mit in die Nachbarstadt Porsgrunn genommen und gleich bis zu unserer Unterkunft gebracht. Es ist eine sehr nett eingerichtete kleine Souterrain-Wohnung in der Nähe der Bushaltestelle. Dort können wir dann die Füße hochlegen und den Tag und die Saison langsam ausklingen lassen. Die Werft und die Mitarbeiter waren nett, kompetent und schnell - wir sind sehr zufrieden.