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Samstag, 31. Dezember 2022

Zusammenfassung Sommer 2022

Nach unserer Atlantikrunde 2017-2019 haben wir uns überlegt, wo wir in den nächsten Jahren segeln wollen. Insbesondere wegen unserer Eltern ist es uns wichtig, in Europa zu bleiben, damit wir im Notfall kurzfristig daheim sein können. Grundsätzlich wollen wir wieder zurück in die Ostsee, wo wir die ersten 25 Jahre unseres Seglerlebens verbracht haben. Allerdings wollen wir auf dem Weg dahin noch einiges anschauen. Geplant ist, in mehreren Segelsommern von Holland aus über Frankreich, Spanien, Irland, Schottland und Norwegen schließlich wieder nach Fehmarn zu kommen, wo wir jahrelang unser Winterlager hatten.

Natürlich klappt das nicht immer wie geplant, aber grundsätzlich sind wir auf dem Weg. 2020 waren wir wegen Corona nur an der deutschen Nordseeküste unterwegs. 2021 sind wir von Workum in Holland aus bis nach Arzon in der Südbretagne gesegelt. Weil es uns hier so gut gefällt, sind wir in diesem Jahr nach einem Abstecher ins Baskenland und nach Nordspanien wieder nach Arzon ins Winterlager zurückgekehrt.

Statistik

  • Seemeilen: 1075
  • Motorstunden: 70
  • Tage gesamt: 88
  • Segeltage: 36
  • Nächte auf See: 5
  • Liegetage: 45
  • Liegeplätze: 30

Frankreich 1: Le Crouesty, Concarneau, Ste Marine, Fluss Odet (A), St. Nicolas (Glenan, M), Port Louis, Port Tudy (Île de Groix), Port Haliguen, La-Trinite-sur-Mer, La Roche Bernard, La Turballe, Pornichet, Pornic, L'Hérbaudiere (Île de Nourmoutier), Port Joinville (Île d'Yeu), Port Olona (Les Sables d'Olonne), Port Médoc

Baskenland: San Sebastian, Getaria, Mutriko, Bermeo, Getxo Marina (Bilbao)

Spanien: Laredo

Frankreich 2: Port Médoc, La Rochelle, St.-Martin-de-Ré, St.-Gilles-Croix-de-Vie, Port Joinville (Île d'Yeu), Port Guen (Belle-Île, A), Le Palais (Belle-Île), Port Haliguen, Le Crouesty

Donnerstag, 25. August 2022

Tag 88 - Vannes - Griesheim: Zurück nach Hause

Unser Zug geht erst nach 10:00 Uhr, so dass wir es langsam angehen lassen können. Zum Bahnhof sind es tatsächlich nur ein paar Schritte. Auch die Fahrt nach Paris läuft wie am Schnürchen und wir haben gute Plätze mit Tisch.
Wieder steht in meinem Plan der Bahn, dass die Umsteigezeit in Paris nur 50 Minuten beträgt, aber aus Erfahrung klug geworden rechne ich die Differenz selbst aus und siehe da von 13:12 - 15:20 Uhr sind es mehr als zwei Stunden... Schon der Weg aus dem Zug bis zum Taxistand ist eine gefühlte Weltreise. Allerdings ist die Verteilung perfekt organisiert und die Taxis kommen eines nach dem andren vorbei und nehmen ihre Passagiere auf.
Bei der Fahrt kann ich dann noch ein paar Bilder schießen, wie z.B. von der Conciergerie (siehe Titelbild). Sie war die Residenz der Könige von Frankreich, Ort des Revolutionstribunals und Gefängnis mit berühmten Insassen (z.B. Marie-Antoinette, Danton, Robespierre, Napoleon III). Irgendwann möchte ich Paris einmal in Ruhe besuchen, vorzugsweise mit einem Boot... dann könnten wir auch nett im Café sitzen:
Bis Straßburg sind wir genau pünktlich, aber nach der deutschen Grenze (an der wir Masken aufsetzten müssen - was etwas komisch ist, weil wir ja seit Paris mit den gleichen Leuten zusammensitzen...) fängt die Verspätung an. Schließlich sind wir 15 Minuten zu spät in Frankfurt. Wir haben allerdings wieder genug Umsteigezeit und der Anschlusszug ist auch zu spät und extrem voll. Aber egal, wir kommen gut in Darmstadt an und werden dort im wahrsten Sinne des Wortes mit offenen Armen empfangen und gleich auch noch mit leckerem Abendessen verwöhnt!
Insgesamt hatten wir eine gute und stresslose Fahrt - ein passender Abschluss für eine sehr schöne und abwechslungsreiche Zeit unterwegs. Die Zusammenfassung folgt in den nächsten Tagen.

Mittwoch, 24. August 2022

Tag 87 - Le Crouesty-Vannes: Abschied von der Triton

Um 9:00 Uhr haben wir unseren Krantermin und wir sind pünktlich unterwegs durch den noch sehr stillen Hafen.
Die beiden Helfer von unserem Winterlager sind auch schon vor Ort. Wir haben gute Vorarbeit geleistet und es ist wenig Betrieb, so dass das Mastlegen innerhalb einer Stunde erledigt ist. Und dann dauert es auch nicht lange, bis die Triton am Travellift hängt.
Sie wird auf einen Anhänger verladen und dann langsam mit Hilfe eines Traktor durch die Straßen von Vannes bis vor die Lagerhalle gezogen (siehe auch Titelbild). Dort wartet schon der Mast auf uns.
Wir sichern alle Wanten (halten den Mast rechts und links), Stagen (halten den Mast vorne und hinten) und Fallen am Mast - sie werden mit Kabelbindern an den Maststufen befestigt.
Und dann ist es auch schon Zeit, bis hoffentlich zum nächsten Jahr Abschied von unserer lieben Triton zu nehmen. Noch steht sie auf dem Hof, aber den Winter darf sie in einer gemütlichen Halle verbringen.
Wir gehen Mittagessen und verbringen dann noch einige Zeit auf einer schattigen Bank. Durch eine Falschübersetzung haben wir den Busfahrplan nicht richtig gelesen.
Glücklicherweise ist das nicht schlimm, denn wir haben für heute Nacht ein Hotel direkt gegenüber vom Bahnhof gebucht und können dann morgen entspannt zur Heimreise starten.

Dienstag, 23. August 2022

Tag 86 - Le Crouesty: Zusammenpacken

Am Vormittag sortieren wir Bücher, Seekarten, Kleidung, Technik, Lebensmittel, Unterlagen und packen jeweils eine große Reisetasche voll. Ich mache Fotos von Kleidern und Schuhen, die ich an Bord lasse.
Mittags gibt es dann die letzten Reste aus dem Kühlschrank - das haben wir gut eingeteilt! Mittlerweile ist die Sonne herausgekommen und wir können die Segel abschlagen, zusammenlegen und in Säcke verpacken. Außerdem bauen wir den Baum, den Baumniederholer und den Ausbaumer ab und trennen die in den Mast führenden Kabel. Alle Kabel und Fallen (Leinen zum Segelsetzen) werden gut festgebunden und die Edelstahlteile durch ein Handtuch vom Alu-Mast isoliert (das soll Kontaktkorrosion zwischen verschieden edlen Metallen verhindern). Nun ist alles zum Mastlegen morgen vorbereitet (siehe Titelbild). Die Schoten (Leinen zum Segel bewegen) werden aufgeschossen (aufgewickelt) und ebenfalls verstaut.
Nachdem alles verpackt, gegessen und weggeräumt ist, können wir uns an die gründliche. Bootsreinigung machen. Traditionell übernimmt Ralf Bad und Cockpit, während ich mich um Küche und Kühlschrank kümmere. Dann noch saugen und Flächen und Fächer auswischen - fertig. Mittlerweile ist es 19:00 Uhr geworden und wir gehen zum Duschen und dann gleich weiter zum Abendessen, denn das Boot soll jetzt sauber bleiben. Direkt an der Hafenpromenade gibt es ein nettes Restaurant und wir trinken eine Flasche Cidre auf unsere schöne Reise. Ralf ist einen Burger und einen  Crêpe mit Schokosauce und Schokoeis, ich einen Galette mit Jakobsmuscheln und einen "Thé Gourmand" - alles sehr lecker. 
Nun kommt schon die letzte Nacht auf der Triton. Irgendwie ging die Zeit auf dem Boot wieder sehr schnell herum - wir haben es doch gerade erst hier ins Wasser gesetzt... Hoffentlich geht morgen beim Herausheben auch alles glatt

Montag, 22. August 2022

Tag 85 - Port Haliguen (Quiberon) - Le Crouesty: Schleichfahrt

Der Vormittag steht ganz im Zeichen der Wartung des Motors und des Motorraums. Ralf verschwindet daher im Untergrund. Ich fange an, den Kartentisch auszusortieren.
Und dann ist der letzte Segeltag gekommen - nur 10 sm quer über die Baie de Quiberon stehen an. Vorher tanken wir erst noch einmal voll.
Dann geht es hinaus auf die Bucht: Sonne, wenig Welle und wenig Wind ziemlich genau von hinten. Eigentlich hatten wir uns gedacht, nur mit Fock zu fahren, damit wir nicht ausbaumen und die Bulle setzen müssen (siehe Titelbild), aber dafür reicht der Wind nicht aus. Wir ziehen also auch noch das Groß hoch und gehen höher an den Wind, damit wir beide Segel auf einer Seite fahren können und mehr Druck im Rigg haben. Die Taktik funktioniert und wir können langsam aber stetig bis kurz vor den Zielhafen Le Crouesty segeln.
Hier war dann geplant, gleich die Segel abzunehmen und zusammenzulegen. Leider macht uns etwas Regen genau beim Anlegen einen Strich durch die Rechnung, denn nass wollen wir die Segel nicht wegpacken. Hoffentlich ist morgen trockenes Wetter! Zum Abendessen gibt es eine Auswahl von Resten. Wir sind zufrieden, denn die Vorräte sind recht gut aufgebraucht. Morgen wird geputzt und danach bleibt dann die Küche kalt. Überhaupt haben wir in der zweiten Halbzeit verhältnismäßig wenig auf unserem schönen neuen Herd gekocht. Das ist im wesentlichen den Außentemperaturen geschuldet, die bei zusätzlicher Hitze vom Herd das Innere des Bootes in eine Sauna verwandelten. Wir sind gespannt, wie das nächstes Jahr in Irland wird...

Sonntag, 21. August 2022

Tag 84 - Quiberon: Große Wäsche und kleine Ausflüge

Direkt am Ende unseres Steges ist das Sanitärgebäude mit den Waschmöglichkeit. Wir besorgen diverse Zwei-Euro-Stücke und tragen vier große Taschen mit Wäsche und Schlafsäcken nach vorne. Da es nur einen Trockner gibt, der jeweils nur 30 Minuten läuft, so dass er mehrfach gestartet werden muss dauert das Waschen mal wieder den ganzen Tag.
Die Zeit zwischen den Ladungen nutzen wir, um uns die Umgebung etwas anzusehen. Die Hafenanlage ist ganz neu und sehr schön gestaltet. Direkt nebeneinander gibt es die beiden Schiffsausrüster UShip und Accastillage Diffusion - da müssen wir natürlich hin, denn es fehlt immer etwas an Bord... Beim nächsten Ausflug entdecken wir neben dem Leuchtturm eine kleine Kunstgalerie.
Hier zeigt Philippe Gentils seine Werke. Wir sind sehr angetan von den Bildern, die überwiegend Naturmotive zeigen und durch die Verwendung von groben Spachtel aus Untergrund aus verschiedenen Perspektiven sehr unterschiedlich wirken. Wir entscheiden uns dann für einen kleinen Baum.
Da nur Barzahlung möglich ist, führt uns ein weiterer Ausflug zunächst an die Spitze der Halbinsel, wo wir einen kleinen Rundweg laufen (siehe auch Titelbild). Hier sind wir gestern mit der Triton durch ein schmales Fahrwasser gefahren.
Weiter geht es dann "auf die andere Seite" in den eigentlichen Ort mit Strand und Fährhafen, wo wir einen Bankautomaten finden können.
Zwischendurch gab es weitere Pausen für ein kaltes Mittagessen an Bord und Kaffee und Crêpes am Hafen. Insgesamt haben wir für 30 Euro 4 x Waschmaschinen und 7 x den Trockner gestartet und nun ist das Schiff voll mit sauberer und relativ trockener Wäsche. Ralf hat auch schon den Ölwechsel des Motors erledigt, so dass wir schon einiges für das Winterlager vorbereitet haben. Wir beenden den Tag mit Kochen und Wäschefalten. Heute war es regnerisch und schwachwindig. Morgen können wir dann hoffentlich mit gutem Westwind über die Bucht segeln.

Freitag, 19. August 2022

Tag 82 - Belle-Île: Kirchen und Kühe

Bei der Erkundung der Ostseite der Insel führt uns unser Weg zunächst an der Nordküste entlang. Sie ist weniger schroff und steil als die West- und Südküste, die wir uns gestern angesehen haben. Die Hügel sind sanfter und immer wieder sind kleine Stücke Strand zu sehen. Rund um die Insel führt ein Zöllnerpfad von 85 km Länge, der in 5-7 Tagen erwandert werden kann. Das klingt nach wenig Tagesleistung, aber es ist sehr hügelig und teilweise steil und schwer zu laufen.
Wir folgen dem Pfad an verschiedenen Stellen ein kleines Stück und haben Freude an der unterschiedlichen Vegetation (Botaniker vor: was ist das? Ich meine Brombeeren zu erkennen).
Als wir unsere Nacht vor Anker verbrachten, machte Ralf Bemerkungen über ein Haus direkt am Ufer. Er vermutete, dass sich eine reiche Privatperson dort ein Refugium gebaut hätte. Tatsächlich handelt es sich jedoch um ein Wassereservoir: "La Belle Fontaine". Sein Bau wird ebenfalls Vauban zugeschrieben und es wurde dafür benutzt, Schiffe mit Frischwasser zu versorgen. Sie konnten in der geschützten Bucht ankern (wie wir auch) und mit Beibooten und Fässern das Wasser abholen. Heute ist die Anlage liebevoll renoviert.
Wir fahren weiter an der Küste entlang und können uns live davon überzeugen, dass der Küstenpfad wirklich anspruchsvoll zu laufen ist. Ralf probiert ihn aus, ich schaue lieber von unten zu...
Die Landschaft sonst ist sehr abwechslungsreich. Felder, Weiden, Ausblicke aufs Meer, kleine Orte aber auch richtige Wälder mit großen, dunklen Bäumen.
Wir erreichen die Nordost-Spitze der Insel und können uns davon überzeugen, dass es hier eine gut geschützte Ankerbucht gibt. Vielleicht kommen wir ja im Frühjahr noch einmal her.
Gerade als wir auf unserem Aussichtspunkt stehen, kommt eine ganze Reihe Boote unter Spinnaker an der Küste entlang gesegelt. Wir beobachten, wie einige Probleme mit Fallwinden bekommen und wie dann die Untiefentonne an der Ecke gerundet wird. Es handelt sich um Teilnehmer einer Regatta rund um die Insel. Das erklärt auch, warum wir gestern so viele Boote auf dem Wasser gesehen haben (es gab vier Zubringer Regatten) und warum der Hafen bis auf den letzten Platz besetzt war.
Es geht weiter nach Locmaria (Ort der Maria), einem der vier Hauptorte der Insel, wo wir die  Kirche besichtigen und und uns das Mittagsmenü in der örtlichen Crêperie schmecken lassen (natürlich Galette und Crêpes).
Von hier aus führt unser Weg durch das Innere der Insel, wieder landwirtschaftlich mit netten Kühen...
...und Heuwiesen. Von Schaftzucht, die im Dupin-Krimi das Opfer betreibt, oder von Schäfern (einer der Verdächtigen) haben wir auf der Insel nur wenig entdecken können.
Dafür gibt es jede Menge der typisch bretonischen Häuser mit ihren Schieferdächern und den rechts und links am Giebel angebrachten Kaminen. Im literarischen Café (siehe unten links) neben der Kirchen in Bangor (siehe Titelbild) machen wir dann unsere Nachmittags-Pause und ich kaufe mir ein weiteres französisches Asterix-Heft (Die große Überfahrt), mit dem wir viel Spaß haben.
Durch unser Auto konnten wir uns in den zwei Tagen einen guten Eindruck der Insel verschaffen, die ihren Namen (schöne Insel) zu recht trägt und ganz unterschiedliche Orte und Landschaften hat. Wir geben den Wagen zurück (auch das ist wieder perfekt organisiert) und stellen fest, dass es im Hafen richtig leer ist. Die Saison geht langsam zu Ende, es ist keine Regatta und heute wurde die Schleuse nur morgens geöffnet.
Auf für uns geht die Zeit auf der Triton langsam zu Ende. Morgen wollen wir hinüber zur Halbinsel Quiberon und danach nach Le Crouesy, wo unser Winterlager sein wird.
 

Montag, 15. August 2022

Tag 78 - St.-Gilles-Croix-de-Vie - Port Joinville (Île d'Yeu): Mit viel Geduld

Wie schon geschrieben, will das innenliegende Boot um 8:00 Uhr losfahren und so sind wir auch am Start und beschließen, auch aufzubrechen. Es ist Hochwasser und das bedeutet, wenig Strömung im Hafen.
Wir tuckern langsam los und wollen gerne noch im Kanal, der zum Hafen führt, die Segel hochziehen, weil es da nicht so schaukelt. Wir haben die Rechnung aber ohne das Kursschiff gemacht, dass gleich hinter uns ablegt und dem wir im engen Kanal ausweichen müssen.
Egal, dann werden die Segel eben erst draußen gesetzt. Wir kommen noch einem Fischerfähnchen recht nahe aber dann können wir frei segeln. Allerdings zunächst in die falsche Richtung, denn der Wind kommt mal wieder ziemlich von vorne und wir brauchen etwas Landabstand. Nach sechs Seemeilen machen wir eine Wende und das reicht um direkt auf unser Ziel, die Île d'Yeu, zufahren zu können. Wir haben auch noch etwas Gegenstrom und so geht es nur recht langsam voran. Zwischendurch schläft der Wind fast völlig ein, aber wir warten einfach eine Weile und tatsächlich geht es weiter. Letztendlich schaffen wir es, bis direkt vor den Hafen zu segeln. Ralf steuert selbst, um auch den letzten Windhauch noch gut zu nutzen (siehe Titelbild). Kurz nach Niedrigwasser kommen wir im Hafen und es reicht gerade zum Einlaufen. Es gibt erstaunlich viele freie Plätze und wir bekommen einen Liegeplatz in einer Box. Das mit den freien Plätzen ändert sich dann aber recht schnell. Mit dem steigenden Wasser kommen mehr und mehr Boote und irgendwann sind wir ziemlich eingeparkt...
Das ist ungünstig, denn morgen soll es Südwind geben, den wir nutzen wollen um die 50 Seemeilen bis auf die Belle Île zu fahren. Da es dort auch eine Schleuse gibt, die nur drei Stunden offen hat, müssen wir früh los um dort das Abendhochwasser rechtzeitig zu erreichen. Wir reden mit dem Eigner und dem Hafenmeister und hoffen, dass wir uns durch die Lücke quetschen können.
Wir liegen mit dem Heck zum Steg und dort steht unter anderem Segelclub Eich. Wir werden von einem netten Ehepaar angesprochen und Helmut erzählt uns, dass er in Eich Finn (Bootsklasse) Regatten gesegelt ist... Wir laden ihn und seine Frau Angelika auf die Triton ein und es stellt sich heraus, dass ihr Boot MANATEE eine Hallberg Rassy 41 ist, die wir schon in 2019 in Penzance (England) getroffen haben. Damals war Ralf bei ihnen an Bord und hatte Fragen wegen der Erneuerung unseres Deckbelags gestellt. So klein ist die Welt! Sie überwintern ebenfalls in Le Crouesty und wir hoffen, dass wir uns nächsten Mai dort treffen, wenn die Boote wieder ins Wasser kommen.

Nachtrag: Heute ist in Frankreich Feiertag (Mariä Himmelfahrt) und hier im Hafen wird auch entsprechen mit Livemusik gefeiert. Gerade gab es noch ein Feuerwerk direkt über uns (und passend zur bunten Cockpit-Beleuchtung des Stegnachbarn gegenüber):

Sonntag, 14. August 2022

Tag 77 - St-Martin-de-Ré - St.-Gilles-Croix-de-Vie: Wellen und Regen

Bis 9:45 Uhr ist das Tor offen und um 9:00 Uhr machen wir uns auf den Weg Richtung Les Sables d'Olonne. Wieder kommt der Wind schräg von vorne, so dass wir die Segel dicht nehmen müssen. Morgens ist es noch bedeckt, aber zwischendurch kommt die Sonne heraus - die Temperaturen bleiben jedoch eher auf der kühlen Seite. Der Wind kommt jetzt nicht mehr östlich vom Land, sondern westlich vom Meer und nachdem wir aus der Abdeckung von der Insel kommen, stellen wir fest, dass sich recht große Wellen aufgebaut haben. 
Leider wird der Wind schwächer und wir haben nicht mehr genug Druck, um gut gegen die Wellen voranzukommen. Trotzdem beschließen wir, nicht nach Les Sables d'Olonne zu fahren, sonder lieber noch einen Hafen weiter nach Norden an der Küste. Zwischendurch zieht sich der Himmel zu und Ralf muss sogar reffen - und dann wieder ausreffen, als der Spuk vorbei ist. 
Als wir die lange Hafeneinfahrt nach Saint-Gilles-Croix-de-Vie erreichen (siehe Titelbild), beginnt es auch noch, leicht zu regnen. Außerdem müssen wir einen kräftigen Strom beachten. Netterweise werden wir von einem Marina-Mitarbeiten an unseren Platz begleitet.
Zum ersten mal seit langer Zeit müssen wir im Päckchen liegen und das innere Boot sagt gleich, dass es morgen um 8:00 Uhr ablegen will. Nach Studium der Seekarten und der Wettervorhersage, beschließen wir, bei der Gelegenheit auch gleich weiter zu fahren. Also sehe ich an Land nur die Dusche und Ralf zusätzlich noch den Supermarkt, wo er Zutaten fürs Abendessen besorgt. Endlich können wir wieder kochen, ohne das Boot in eine Sauna zu verwandeln.