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Samstag, 28. August 2021

Tag 55 - Îles Chausey: Liegeplatz mit Aussicht

Wir schlafen aus und nach einem frühen Mittagessen machen sich Ralf und Paul auf, um die Hauptinsel zu erkunden.
Es gibt einen Rundweg um die Insel der – in gemütlichem Tempo mit Pausen – ca 2,5 Stunden dauert.
Das Wetter ist wunderbar, die Sonne strahlt vom blauen Himmel und die Insel ist recht voll mit Touristen. Viele sind nur auf Tagestour hier, aber es gibt auch kleine Hütten zu mieten. Paul und Ralf verewigen sich mit einer Steinskulptur.
Währenddessen bleibe ich an Bord, spüle ab und will eigentlich in Ruhe mein Hörbuch zu Ende hören, als es klopft. Ein englisches Boot will sich neben uns legen – das ist einfacher, als bei der momentan starken Strömung zwei Bojen zu greifen. Wir kommen ins Gespräch und es ist schön, sich „richtig“ unterhalten zu können und nicht auf Französisch zu stammeln und zu raten. Ralf und Paul kommen zurück und beim Kaffeetrinken gibt es „Hafenkino“ als ein professioneller Charterskipper versucht, mit seiner unerfahrenen Crew an einer Boje festzumachen. Erst im dritten Anlauf haben sie Erfolg und dann muss noch ein Beiboot aufgepustet werden, um die Heckleine auszubringen.
Unser Beiboot ist glücklicherweise schon aufgeblasen und Ralf hat für uns einen Tisch im ersten Haus am Platz zum Abendessen gebucht. Das was wir an Liegegeld sparen, können wir so einem nützlichen Zweck zuführen. Als wir gerade ablegen wollen, kommt ein großes Schlauchboot vorbei: schon wieder der französische Zoll! Wir haben jedoch beim letzten Mal eine Bescheinigung erhalten und so dürfen wir weiterfahren.
Bei Anlanden gibt es die Herausforderung, gut zu schätzen, wie weit das Wasser noch steigen wird und das Boot entsprechend weit die Rampe hinaufzutragen, damit es bei der Rückkehr keine bösen Überraschungen gibt…
Wir haben noch etwas Zeit bis zum Essen und laufen noch ein Stück über die autofreie Insel. Es gibt nette Steinhäuschen, Strand und Wiesen, Hummerkörbe und eine kleine Kirche.
Mittlerweile verlassen die Tagesgäste die Insel und es wird langsam leerer. Das ist hier offensichtlich so ähnlich wie auf Helgoland.
Das „Hotel du Fort et des Iles“ ist aber trotzdem gut besucht und das essen ist kein „Touri-Nepp“, wie von Ralf befürchtet, sondern wirklich lecker. Wir essen alle drei Menü mit Lachsrolle als Vorspeise und Kabeljau, Rinderschulter und Muscheln zum Hauptgang. Zum Dessert gibt es dann noch verschiedenen Kuchen – alles ganz ausgezeichnet und dabei noch mit Blick über die Bucht im Abendlicht (siehe Titelbild).
Sehr zufrieden laufen wir zurück zum Beiboot und krönender Abschuss ist, dass wir das Boot exakt an die richtige Stelle getragen haben, so dass wir gleich einsteigen und zurück zur Triton fahren können. Wieder ein sehr schöner Tag! Der einzige Nachteil hier ist, dass die Netzabdeckung wirklich schlecht und langsam ist. Nur im Restaurant konnte ich ein paar Fotos hochladen. Morgen soll es mit dem Nordost-Wind ein großes Stück nach Westen gehen.

Freitag, 27. August 2021

Tag 54 - Saint Helier (Jersey)-Îles Chausey: Gemütliche Fahrt

Wir können ausschlafen, denn wir wollen erst am späten Vormittag auslaufen. Ralf hat noch Zeit, ein Teil für den Motor zu besorgen und dann geht es los. Wir können gleich vor dem Hafen die Segel setzen und dann gleiten wir gemütlich über die kaum bewegte See.
Der Wind kommt günstig von der Seite und wir lesen, hören Musik, und ich backe wieder Muffins, diesmal Banane-Walnuss, die wir zum Kaffeetrinken genießen. Wichtig ist nur, dass wir gut Ausschau halten, denn es gibt wieder eine Menge Fischer-Fähnchen.
Unser Ziel sind die Îles Chausey, eine kleine Inselgruppe dicht vor der französischen Küste. Unser Reiseführer meint, dass sie bei Flut aus 52 Inseln bestehen und bei Ebbe aus 365. Wir können alle in voller Schönheit sehen, denn wir kommen pünktlich zur tiefsten Ebbe an.
Nur die Hauptinsel, fantasievoll Grand Île genannt, ist von ca. 12 Personen ganzjährig bewohnt, aber bei gutem Wetter im Sommer kommen jede Menge Gäste und Servicepersonal auf die Insel. Schon vor der Einfahrt liegen zahlreiche Segler vor Anker.
Unter Maschine tasten wir uns gaaaanz langsam und vorsichtig durch die enge Einfahrt und tatsächlich beginnt der Flachwasser-Alarm zu piepsen, aber dann haben wir es geschafft und legen uns an eine Visitor-Mooring oder besser an zwei, denn wegen der Strömung binden wir uns vorne und hinten an. Kaum ist das erledigt, springt Paul auch schon ins Wasser (siehe Titelbild).
Er taucht und berichtet uns, dass nur noch sehr wenig Wasser unter dem Kiel ist. Aber kein Problem, denn jetzt beginnt es wieder anzusteigen und da wir uns der Nippzeit nähern, wird die nächste Ebbe weniger tief sein. Ralf kocht und ich mache mich an die Planung für die nächsten Tage. Noch haben wir Ostwind und damit wollen wir Strecke nach Westen machen und es „um die Ecke“, also die Nordwest-Spitze der Bretagne schaffen. Ich überlege mir sinnvolle Etappen und Häfen, die wir gut ansteuern können. Paul ist derweil damit beschäftigt das Beiboot aufzupumpen, denn morgen wollen wir die Insel(n) erkunden.