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Dienstag, 1. August 2017

Tag 29 - Falmouth: Pumpe und Party

Der Tag begann dann auch gleich ganz romantisch mit der Reparatur der Bilgenpumpe. Aber irgendwie passend, denn einer unserer ersten Verabredungen war eine Fahrt zur Müllkippe, um Bauschutt zu entsorgen… Die Bilge ist der tiefste Teil des Schiffes und unerwünschtes Wasser läuft dort hinein und soll natürlich wieder heraus. Wir haben eine neue, stärkere Pumpe die so gerade eben in die Unterwelt passt und diese hatte sich von ihrer Grundplatte gelöst und arbeitete nicht richtig.

Die Inspektionsluke ist klein, die Pumpe so groß, in der Bilge sammelt sich alles Mögliche Unerfreuliche an, es ist dunkel und eng und es gibt jede Menge Schläuche und Kabel. Kurz gesagt, eine Arbeit für jemanden, der Vater und Mutter erschlagen hat… Die erste Herausforderung war a) die Pumpe und b) die Grundplatte wieder aus dem Boot herauszubekommen.
Die zweite Aufgabe war es dann, eine Lösung zu finden, die die Pumpe zukünftig fest an ihrem Platz hält, bei Bedarf aber wieder leicht zu lösen ist. Nach gemeinsamen Brainstorming haben wir dann schließlich die Halte-Spangen mit einem Stück Segellatte nach außen gedrückt, in die Segellatte Nuten gefeilt und das Lattenstück dann mit zwei Kabelbindern gesichert.
Danach konnten wir uns dann angenehmeren Aufgaben zuwenden und eine Runde durch Falmouth laufen. Wir landeten wieder beim Yachtausrüster und in unserem neuen Lieblingsladen, der direkt am Hafen liegt und alles Mögliche und Unmögliche zu günstigen Preisen hat.

Zurück im Hafen gab es dann Kaffeetrinken an Bord und die sehr nötige Dusche, bevor wir uns dann auf dem Weg zur Feier unserer Silberhochzeit in der Pizzeria am Hafen machten – sehr lecker und nett!

Montag, 31. Juli 2017

Tag 28 - Salcombe-Falmouth: Segeln in den Sonnenuntergang

Wenn mir vor 25 Jahren jemand vorhergesagt hätte, dass wir an unserer Silberhochzeit 13 Stunden lang 60 Seemeilen hart am Wind segeln würden und das auf einer gemeinsamen Auszeit mit unserem Boot, dann hätte mich das sehr gefreut. Denn schon damals war unser gemeinsames Hobby Segeln, wir haben von einer größeren Segelreise geträumt und auch auf unserer Hochzeitsreise sind wir zusammen mit Freunden nach Norwegen gesegelt. Ich war schwanger mit unserem 1. Sohn und ich habe das 1. und einzige Mal die Fische gefüttert, als wir den Skagerrak bei kräftigem Wind und entsprechender See überquerten. Meiner Freundin Carola zuzusehen, wie sie ein eiskaltes Bier trank und dabei noch von unten in den Magen getreten zu bekommen war einfach zu viel…

Da ging es mir heute wesentlich besser, auch wenn es an Bord durch die steilen Wellen, die wohl noch von gestern übriggeblieben waren, auch bei moderatem Wind eher ungemütlich zuging. Um Falmouth zu erreichen mussten wir ziemlich genau nach Westen und der Wind kam wie angesagt aus Südwest. Für uns bedeutete das einen langen Streckschlag fast in die richtige Richtung und nur zwei kurze Holeschläge, die uns 8 Extrameilen einbrachten.

Insgesamt waren wir mit der Fahrt sehr zufrieden, das Wetter war prima, Sir Henry war in seinem Element und steuerte ermüdungsfrei den optimalen Kurs zum Wind und mehrfach kamen uns Delfine besuchen. Leider schwierig, sie auch zu fotografieren…
Wir segelten also zusammen in den Sonnenuntergang (eigentlich war der Motor an, aber das sind ja nur Details) …
…und erreichen im Schein des Halbmonds ganz romantisch den Hafen von Falmouth (auch nicht wirklich romantisch, denn wir waren müde und klebrig, aber die Romantik wir dann morgen nachgeholt).