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Samstag, 18. November 2017

Tag 138 - Santa Cruz: Kommunikation auf See

Heute geht es los Richtung Karibik. Sobald wir die Reichweite des Funknetzes von Teneriffa verlassen haben, können wir nur noch per Satellitentelefon kommunizieren.

Wir rechnen mit 22-28 Tagen, so dass wir im Zeitraum 9. – 16. Dezember ankommen sollten – aber das ist nur eine Schätzung.

Für Interessierte: unser Kurs kann bei Cornellsailing verfolgt werden. Die Position wird ca. 2x täglich aktualisiert. Ich habe dazu eine extra Seite im Blog eingerichtet – siehe oben bei Seiten: "Tracking ab 18.11.2017". Hier der Link: Klick

Außerdem werde ich versuchen, regelmäßig per Mail über Satellit zu bloggen. Erste Versuche sind bereits erfolgreich verlaufen. Fotos werden nachgeliefert.

Aber bitte keinen Sorgen machen, wenn es hier oder auf der getrackten Position keine Updates gibt – wahrscheinlich sind das nur technische Probleme mit der Satellitenkommunikation.

Auf Wiedersehen in Barbados!

Freitag, 17. November 2017

Tag 137 - Santa Cruz: Noch 1x schlafen!

Endspurt vor dem Start: es gibt noch einige „must-have“ Punkte auf der Liste. Der Anker wird wieder am Boot bzw. an der Kette befestigt. Den werden wir in der Karibik sicher oft benötigen, denn dort ist es üblich zu ankern. Netterweise hat der Yachtausrüster unser Fockfall neu gespleißt (Draht mit Leine verflochten) und Ralf und Paul ziehen es wieder in den Mast.
Im Zweifel wäre mir diese Arbeit lieber gewesen, als mich mal wieder mit dem Satellitentelefon zu amüsieren… Unterwegs bekommen wir täglich Wetterdaten in komprimierter Form von der Firma Wetterwelt. Ich hatte diese ab Samstag angefordert und ein nettes Mail mit einigen Fragen zurückerhalten. Um diese zu klären, habe ich dort angerufen und mir dann Probedaten schicken lassen, die aber in einem Format waren, dass ich nicht öffnen konnte. Alleine der Abruf dauerte eine Ewigkeit, weil der Satellitenempfang im Hafen durch Abdeckungen sehr schlecht ist. Letzendlich konnte ich die Probleme aber lösen und bekam die richtigen Daten und dazu noch ein kostenloses Wetterrouting.
Eine willkommene Abwechslung war ein unerwarteter Besuch. Normalerweise spiele ich Dienstagsabends in einer sehr netten Akkordeon-Gruppe. Die Schwester einer meiner Mitspielerinnen ist im Moment auf Mallorca und ist heute extra aus dem Süden der Insel nach Santa Cruz gekommen, hat uns im Hafen aufgespürt und brachte einen lieben Brief und ein sehr witziges Foto mit. Auch auf diesem Weg danke an die No-Names und Peter – ich habe mich total gefreut!
Zwischendurch habe ich endlich alle Listen fertigbekommen und ausgedruckt, Unterlagen sortiert und Belege abgelegt. Nach diesen Anstrengungen haben wir erst einmal in unserem Lieblingscafé einen (bzw. drei) Burger gegessen und dann war es auch schon Zeit für die Steuerleute-Besprechung mit Jimmy Cornell, bei der wir über Aus- und Einreise Formalitäten und die beste Route in die Karibik informiert wurden.
Vorletzte Einkäufe und eine Menge Kleinigkeiten auf der Liste waren dann noch zu erledigen – so langsam reicht es uns und wir sind froh, wenn es morgen endlich losgeht. Es ist ein eigenartiges Gefühl, am Vorabend der Erfüllung eines nahezu lebenslangen Traums zu sein. Ich kann noch gar nicht wirklich glauben, dass wir es wirklich tun werden. Die letzten Tage (eigentlich die ganze Reise) war so intensiv, dass ich nur wenig Zeit zum Innehalten und reflektieren hatte. Ich bin gespannt, ob das in den nächsten Wochen anders sein wird.

Donnerstag, 16. November 2017

Tag 136 - Santa Cruz: Ladegrenze erreicht

Wie Insider wissen, hat Ralf eine besondere Vorliebe für Äpfel und wenn die Apfel-Situation an Bord kritisch wird, sinkt die Stimmung rapide. Selbst Nutella-Infusionen können da nicht mehr helfen. Also war die Aufgabenstellung, eine entsprechende Menge Äpfel mitzunehmen. Da Ralf im Normalbetrieb mindestens drei Stück am Tag isst (und auch gerne mal die Kerngehäuse großzügig verteilt) haben einfache Berechnungen ergeben, dass die benötigte Apfelmenge (wenn Paul und ich vielleicht auch mal einen essen wollen) das noch vorhandene Stauvolumen des Schiffs übersteigt. Ralf wird also für die Überfahrt auf die „Zwei-Äpfel-Diät“ gesetzt. Neben Äpfeln haben wir aber auch noch auf dem „Mercado Municipal Nuestra Senora de Africa“, ein paar andere Früchte und Gemüse eingekauft, so dass die Gefahr von Skorbut gebannt sein sollte.
Weil wir nicht alles auf dem Markt bekommen haben, geht es wieder in den Alcampo, und tatsächlich kann ich fast alle Punkte auf der Liste abhaken. Diesmal reicht auch ein Einkaufswagen.
Zurück an Bord werden Früchte und Gemüse gewaschen und sorgfältig in Kisten und Netze verpackt. Besondere Zuwendung bekommen natürlich die Äpfel, die einzeln nebeneinander in Klappboxen gelegt – jeder zweite liebevoll in Küchenpapier gewickelt… Während ich das Vorschiff vollpacke bauen Ralf und Paul die von Eduardo pünktlich gelieferte Beschattung fürs Cockpit auf: sie passt perfekt, nun muss sie nur noch beim Segeln funktionieren.
Dann steht noch der Rigg-Check an, dazu geht Ralf in den Mast, um alle Fallen, Wanten und Stagen zu überprüfen (das sind alle Leinen und Drahtseile, die den Mast festhalten oder mit denen Segel hochgezogen werden). Dabei stellt sich heraus, dass das Fockfall, dass doch extra einen neuen Fallenauslass bekommen hatte, innerhalb des Mastes eine Scheuerstelle bekommen hat. Gut, dass wir das bemerkt haben, so kann es noch repariert werden.
Der lange Tag ist noch nicht zu Ende, denn heute ist wieder eine Potluck Party, um die neu angekommenen Segler kennenzulernen. Wieder treffen wir nette und interessante Leute – jeder der hier ist, hat schon einige Seemeilen hinter sich und kann entsprechend gute Geschichten erzählen.

Mittwoch, 15. November 2017

Tag 135 - Santa Cruz: Kaufen, Waschen, Reden

Wir haben schon immer gerne Segelbücher gelesen und daheim stehen diverse Regalmeter mit entsprechender Literatur. Ein aktuelles Buch, das uns sehr gefällt ist von Antje und Ingo Paulus: „14 Monate Sommer“ über ihre Atlantikrunde 2014/15. Dazu gehört auch ein sehr netter Blog: klick Wir sind so ziemlich auf der gleichen Route unterwegs und machen sehr ähnliche Erfahrungen. So stand heute auch das Füllen der Gasflasche auf dem Programm und genau wie dort im Blog geschrieben geht das bei der Firma DISA im Industriegebiet. Das Gelände sieht wenig einladend aus, aber die Befüllung (für rund 8 €) klappt einwandfrei. Danke an Paul für das Foto.
Heute haben wir nämlich klassische Rollenverteilung. Die Jungs sind mit dem Auto unterwegs, um die Gasflasche zu füllen, zum Baumarkt zu gehen und Angelzeug zu besorgen. Adolf von der MARIPOSA hat uns einen Angelladen empfohlen und dort kaufen die beiden 200 m Leine, Rollen und Zubehör und lassen sich dort auch noch verschiedene Köder anfertigen, die Doraden besonders gut gefallen sollen. Ich bin gespannt… (Auch dieses Foto ist von Paul).
Während die beiden sich amüsieren, verstaue ich die restlichen Einkäufe vom Vortag und schleppe dann zwei große Taschen in die Wäscherei. Glücklicherweise sind zwei Maschinen frei und so geht das Waschen selbst flott. Nur 30 Minuten in der Profi-Maschine. Ich komme mit Gislid von der JULO ins Gespräch, einer Najad 46, und wir unterhalten uns sehr nett. Vielleicht sehen wir uns ja in der Karibik wieder. Ich fülle die halbe Ladung in den Trockner und laufe zurück zum Boot, um die andere Hälfte aufzuhängen. Wieder zurück zum Waschraum, nur um festzustellen, dass der blöde Trockner nicht richtig funktioniert. Also auch die zweite Runde auf dem Boot aufhängen. Die Reling und die Handläufe reichen gerade so aus.
Bis ich fertig bin, sind auch die Herren wieder mit ihrer Beute zurück und wir machen uns auf zur nächsten Einkaufsrunde. Diesmal gehen wir in der Carrefour, der auch eine beeindruckende Größe hat. Nach meinem Blogbeitrag gestern gibt es weniger Bemerkungen und wir füllen wieder zwei Einkaufwagen und verstauen alles im Boot. So langsam ist die Kapazitätsgrenze der Triton erreicht und selbst mir fallen keine weiteren Stauräume mehr ein. Morgen dann noch Obst, Gemüse und Eier vom Markt.
Mein lieber Vater hat heute Geburtstag und wir haben ein sehr nettes Video-Gespräch mit meinen Eltern in Deutschland und später auch noch mit unserem ältesten Sohn Jan in Mexiko – wie schön, dass das Roaming in der EU abgeschafft wurde und das es diese technischen Möglichkeiten gibt.

Dienstag, 14. November 2017

Tag 134 - Santa Cruz: Stauprobleme

Am Vormittag habe ich Erfolg mit der Aktualisierung der elektronischen Navionics-Seekarten. Probehalber programmiere ich gleich mal den direkten Kurs nach Barbados: 2615 sm. Tatsächlich werden wir unsere Route nach den Windverhältnissen richten und vermutlich nicht direkt sondern erst einmal nach Südwesten fahren, um den Passat sicher zu bekommen. Wir arbeiten weiter an der Bestandsaufnahme der vorhandenen Lebensmittel. Ich hatte viel bereits in Deutschland gekauft und per Anhänger mit zum Boot genommen.
Wir bekommen mittags unser gemietetes Auto und machen uns gleich auf den Weg zum Einkaufen. Aus dem Internet habe ich einen großen Supermarkt herausgesucht, der in einem Einkaufszentrum nur 6 km entfernt liegt und recht günstig sein soll (für Interessierte Alcampo). Dort angekommen sind wir erst einmal beeindruckt von (gezählten) 67 Kassen.
Wir fangen links außen an und arbeiten uns systematisch die Gänge entlang, um nichts zu verpassen. Bewaffnet mit einem Übersetzungsprogramm füllen sich unsere beiden Einkaufswagen schnell. Wie immer, wenn ich Proviant für die Triton kaufen wird die Einkaufsrunde von Unkenrufen begleitet: „Kauf‘ nicht so viel!“ - „Das können wir nie stauen!“ – „Die Triton wird sinken!“. Ich mache das jetzt wirklich schon Jahrzehnte, davon 18 Jahre auf der Triton und ich weiß, was ich benötige und was ich wo stauen kann. Seufz. Ich habe viel größere Bedenken, dass wir unsere Beute auch vollständig in unseren Kleinwagen (Citoën C1) packen können und auch Ralf und Paul schauen zweifelnd:
Irgendwie geht es dann doch noch und wir können direkt an die Mauer neben dem Schiff fahren. Nicht bedacht haben wir, dass jetzt gerade Niedrigwasser ist und der Abstand zum Steg daher ziemlich groß. Aber auch diese Hürde wird genommen. Leichte Gegenstände werden elegant herunter geworfen und alles andere wird dann fachmännisch abgeseilt.
Bleibt nur noch zu erwähnen, dass wir alles problemlos im Schiff verstaut haben und es immer noch schwimmt… 

Montag, 13. November 2017

Tag 133 - Santa Cruz: Tanken, Kleben, Scannen

Als wir gelesen haben, dass es hier im Hafen keine Tankstelle gibt, haben wir auf der Herfahrt noch versucht, in einem anderen Hafen unsere Diesel-Vorräte aufzufüllen und waren ärgerlich, dass das nicht geklappt hat. Wie sich herausstellte, gibt es hier aber eine viel bessere Möglichkeit, denn der Tankwaren kommt direkt zum Schiff – ohne Extrakosten. Und das auch noch überpünktlich, denn statt um 10:15 Uhr stehen die Jungs schon eine halbe Stunde früher auf der Matte.
Aber wir sind froh, dass dieser wichtige Punkt unserer Liste abgehakt ist. Auch unser schöner, neuer, roter Kanister ist gefüllt. Ralf und Paul beginnen dann damit, Verstärkungen auf unser neues Großsegel zu kleben. Das geht erst, wenn es schon eine Weile im Einsatz ist, damit wir sehen können, wo die Wanten am Segel scheuern.
Es ist interessant, wie die Gruppendynamik an Bord funktioniert. Für rund drei Monate war ich mit Ralf alleine auf dem Boot und immer, wenn eine helfende Hand gebraucht wurde, haben wir uns gegenseitig unterstützt. Mit Leonie waren wir auf der einen Seite zwei Paare, die auch mal etwas getrennt unternommen haben, auf der anderen Seite hatte ich aber auch weibliche Gesellschaft – etwas, das ich ja selten an Bord habe, denn wir waren ja immer mit unseren drei Jungs und eventuell noch zusätzlichen Freunden unterwegs. Nun sind wir wieder zu dritt und jetzt arbeiten Ralf und Paul viel zusammen an der „Hardware“. Ich bin eher für die „Software“ zuständig: alles was mit Elektronik, PC, Kommunikation, Navigation zu tun hat. So sitze ich auch heute wieder an meinem Arbeitsplatz und kümmere mich um die Navionics-Seekarten. Immerhin habe ich jetzt schon eine Vorgangsnummer. Außerdem scanne ich die neuen Dokumente und ergänze weiter die Staulisten.
Eine unendliche Geschichte ist die Befestigung unseres Ankers. Da haben wir jetzt schon verschiedene Verbindungen zwischen Anker und Kette ausprobiert, aber keine Lösung passt und gefällt bisher wirklich gut. Ich bin aber auf jeden Fall dafür, dass der Anker wieder am Boot befestigt wird…
Zwischendurch laufen wir noch in die Stadt zum Essen (chinesisch) und auf dem Rückweg investiere ich Urlaubs- und Geburtstagsgeld in ein neues Spielzeug und kaufe mir eine GoPro Kamera (für Interessierte: die Hero5 Session). Demnächst dann also hoffentlich Aktion-Fotos…

Am Abend treffen wir uns mit den Crews von KISU und MARIPOSA wieder in der schönen Bar an dem kleinen See. Die netten Begegnungen gehören für mich zu den Highlights dieser Reise. Paul hat sich mit ein paar Crewmitgliedern von großen Seglern angefreundet und besucht sie auf ihrem Schiff.

Sonntag, 12. November 2017

Tag 132 - Santa Cruz: Die Karten werden neu gemischt

Auch wenn es auf den Bildern so aussieht, als würden nur Ralf und Paul arbeiten, so habe ich auch eine lange Liste, die ich abarbeite oder es zumindest versuche. Heute haben wir unsere Papier-Seekarten umsortiert. Alle „durchsegelten“ Karten von Holland, Belgien, Frankreich, Spanien und Portugal sind ganz nach unten in das Fach unter meine Koje gewandert. Die Ostküste der USA ist auf Vollständigkeit geprüft und nach oben gelegt worden. Und im Kartentisch liegen jetzt die Karten der Karibik und der Übersegler für den Atlantik.
Dann waren die elektronischen Seekarten an der Reihe – das ist mein Gebiet. Unsere Karibik-Karten sind von NV-Verlag und es gibt dazu eine kostenlose App. Mit einem Code können dann die entsprechenden elektronischen Karten geladen werden. Außerdem habe ich auch die Navionics-Karten auf dem Smartphone. Hier war ein Update fällig. Als letztes wollte ich auch noch die Navionics-Karte für unseren Plotter (wie ein Navi im Auto) updaten. Dabei stellte sich heraus, dass ich die Karibik- und USA-Karten nicht aktivieren kann, da ich eine Update-Version habe aber keine alten Karten, zu denen das Update gehört… Also muss ich versuchen, morgen dort jemanden zu erreichen.

Während ich mich mit der Elektronik herumquäle haben Ralf und Paul noch die Winschen am Mast gewartet. Dazu wurden sie zunächst entfettet und dann neu geschmiert (teilweise mit Fett, teilweise mit Öl). Ich kann nur sagen, dass die zum Entfetten verwendete Verdünnung entsetzlich stank und ich unter Deck nahezu ohnmächtig wurde. Die Tatsache, dass wir wieder Calima (Wüstenwind) mit Temperaturen über 30°C hatten, half dabei auch nicht wirklich…
Selbst nach Einbruch der Dunkelheit arbeiteten die beiden noch weiter (dazu muss man allerdings sagen, dass es schon früh dunkel wird, schon kurz nach 18:00 Uhr geht die Sonne unter.)

Samstag, 11. November 2017

Tag 131 - Santa Cruz: Chaos an Bord

Weiter geht es mit den Vorbereitungen. Wir haben unser Beschattungs-Modell fertig, um es Eduardo zu zeigen, der es für uns nähen soll. Er kommt auch pünktlich und macht einen kompetenten Eindruck, aber er spricht nur Spanisch. Eigentlich hatten wir ja auf Paul gesetzt, der fünf Jahre Spanisch in der Schule hatte, aber bisher hat der noch nicht mit großen Sprachkenntnissen geglänzt. Mit Händen, Füßen und Zeigen hoffen wir uns trotzdem verständlich gemacht zu haben. Wir sind gespannt ob und was am nächsten Mittwoch geliefert wird… Dann starten wir zum großen Backskisten-Ausräumen. Es ist ganz erstaunlich, was dort alles hineinpasst und schon bald haben wir Chaos im ganzen Schiff.
Ziel der Aktion waren unter anderem die vielen Konserven, die wir noch in Deutschland gekauft hatten und die bisher unter dem Boden der Backskiste gestaut waren, denn wir konnten bisher ja noch überall frische Lebensmittel kaufen. Nun habe ich alles neu sortiert und es wird dann irgendwo besser erreichbar im Bauch der Triton verschwinden.
Zwischendurch winken wir noch der YUANA, die heute – zusammen mit sieben anderen Booten aus der ersten Gruppe – Richtung Kapverden startet. Die Fahrt der Boote (und ab 18.11.17 dann auch unsere) kann getrackt werden: klick. Von unserer letzten Woche gibt es einen netten Bericht (mit Fotos auch von uns) auf der Cornell-Seite: klick. Als wir uns verabschiedeten hieß es: „Auf Wiedersehen in Barbados!“
Ralf zerlegt noch unsere alte Badeleiter, denn vielleicht können wir die Rohre noch gebrauchen. Sie wandern zusammen mit Land-Schuhen und jeder Menge Wasserflaschen auf den Platz ganz unten in der Backskiste und auch das Chaos wird wieder beseitigt.
Inzwischen beschäftige ich mich mit Listen: To-Do-Listen, Staulisten, Einkauflisten, Zeitplänen etc. Aber wir haben das Gefühl, dass die Triton schon in einem guten Zustand ist und wir auch schon eine Menge Lebensmittel und Getränke an Bord haben. Ich brauche aber noch ein WLAN, vielleicht in einem Café, um unsere elektronischen Seekarten zu aktualisieren.

Abends gehen wir noch mit unseren dänischen Freunden von der NALA DANICA auf ein Bier in die Stadt, später kommt auch noch die Crew der XENIA dazu.
Beide Schiffe wollen morgen los, zu den Kapverden oder direkt in die Karibik. Wir immer gibt es viel zu erzählen und wir haben einen netten Abend vor der nächtlichen Kulisse von Santa Cruz.

Freitag, 10. November 2017

Tag 130 - Santa Cruz: Team Triton

Wir sind jetzt ganz im Vorbereitungs-Modus. Im Moment ist es hier recht windig und daher gehen wir in den Raum vor dem Regattabüro, um ein Muster für unsere Cockpit-Beschattung zuzuschneiden und eine Segellatte einzukleben. Außerdem kaufen wir ein paar Cornell-T-Shirts und für mich eine Kappe.
Dann geht es auch schon wieder in den Real Club Náutico, wo es diesmal ganz offiziell wird. Nach ein paar einführenden Reden werden die Crews einzeln begrüßt und bekommen eine Plakette überreicht. Danach gibt es noch nette Häppchen und Getränke.
Zurück auf dem Schiff lade ich ein paar Fotos von der Veranstaltung hoch und dann laufen wir in die Stadt zu unserem Lieblingscafé. Der Vorteil von den längeren Hafenzeiten ist ganz klar, dass wir und jetzt schon recht gut auskennen und wissen, wo wir gerne hingehen.
Auf unserer Einkaufsliste stehen noch ein paar Kanister, denn uns hat auch die "rote Hysterie" ergriffen. Viele Boote fahren an Deck diverse rote Kanister mit zusätzlichem Diesel für den Motor. Wir haben 325 l Diesel in zwei Tanks an Bord, damit kommen wir langsamer Fahrt ungefähr 500-600 sm weit. Die Entfernung Teneriffa-Barbados beträgt ca. 2600 sm, die wir natürlich am liebsten unter Segel zurücklegen wollen. Mit dem neuen 20 l Kanister können wir im Fall des Falles nochmals 10 Stunden weiter dieseln. Allerdings wollen wir ihn möglichst nicht an Deck stauen. Der weiße Kanister ist für Wasser. Er wird nur zu 80% gefüllt, damit er schwimmt und er kann ggf. mit in die Rettungsinsel mitgenommen werden.

Donnerstag, 9. November 2017

Tag 129 - Santa Cruz: Strategie und Taktik

Für Paul beginnt der Tag heute sehr früh, denn er begleitet Leonie um 6:30 Uhr zum Busbahnhof. Wir lassen uns dann aber noch etwas Zeit, bevor wir mit der Arbeit beginnen. Für unsere neue Cockpit-Abschattung wollen wir ein Modell aus Plastik bauen, um zu sehen, ob es passt. Ralf und Paul kleben Plastiksäcke zusammen.
Unerwartet kommen dann Luc und Nera vom Cornell-Team vorbei und wollen die Sicherheitsinspektion machen. Wir dachten, der Termin wäre erst morgen. Egal, wenn sie schon mal da sind, dann wird der Punkt eben gleich erledigt. Es gibt eine lange Checkliste, bei der glücklicherweise die meisten Punkte schon von uns vor der Abfahrt oder in den ersten Wochen erledigt worden sind. Aber wir bekommen noch ein paar sinnvolle Anregungen, z.B. binde die Rettungsinsel jetzt schon am Boot fest, denn möglicherweise vergisst du das dann bei der ganzen Aufregung im Notfall…
Bis das alles erledigt ist, können wir nur noch eine Kleinigkeit essen und dann geht es wieder in den Real Club Náutico für die nächsten Seminare. Doina Cornell (die Tochter von Jimmy) spricht über Klimawandel und Ozeane am Beispiel ihrer persönlichen Erfahrungen in der Arktis und im Südpazifik und stellt zwei Forschungsprojekte vor, an denen wir während der Überquerung teilnehmen können. Es geht um Beobachtung und Meldung von Seevögeln und Plastikmüll. Jimmy Cornell selbst informiert uns über Strategie und Taktik der Atlantiküberquerung und über die weitere Routenplanung. Außerdem gibt er verschiedene Tipps, z.B. zu Downwind-Segeln und Ankergeschirr.
In den Pausen gibt es wieder Gelegenheit, sich mit den anderen Teilnehmern auszutauschen und die schönen Räumlichkeiten des Segelclubs zu genießen.
Abends schauen wir uns noch einige der sehr großen Boote an, die mittlerweile an unserem Steg liegen. Ich freue mich immer über meine zwei Männer im Gleichschritt…
Paul geht noch los, um die ADVENTURESS zu besichtigen, einen klassischen Schoner von 1924. Er kommt total begeistert zurück und ist kurz davor, zu desertieren, wenn denn ein Platz dort frei wäre… So muss er sich damit begnügen, mit Ralf über das Boot zu fachsimpeln.