Posts mit dem Label Arbeit werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Arbeit werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 3. Juli 2026

Tag 48 - Aalborg: Sauber und ordentlich

Die ganze Nacht und heute den ganzen Tag haben wir hier sehr stürmischen Wind mit Böen Windstärke 8 und wir sind froh, dass wir hier sicher im Hafen liegen.
Wir verbringen den Tag mit Aufräumen, Aussortieren und Putzen. Wir schauen die Bücher, Seekarten und Kleidung durch, Ralf schließt eine neue Gasflasche an und ich spüle die diversen Aufbewahrungsboxen.
Wir schauen die - wenigen - Lebensmittel durch, essen noch ein paar Reste und schmieren uns Brote für die lange Zugfahr (mit 5x Umsteigen) morgen.
Wichtig ist es, das Boot gut Festzubinden und wir tauschen noch die Festmacher aus, damit die Triton auch bei unterschiedlichen Wasserständen (wir hatten durch den Starkwind eine Differenz von fast einem Meter) sicher liegt.
Jetzt, im Abendlicht (siehe auch Titelbild), ist der Wind etwas schwächer geworden aber er soll auch in den nächsten Tagen kräftig wehen und aus westlichen Richtungen kommen. Wir sind froh, dass wir uns entschieden haben, hier zu bleiben.

Dienstag, 23. Juni 2026

Tag 38 - Lysekil: Klar Schiff

Wir legen einen Hafentag ein, um die Triton gründlich aufzuräumen, Wäsche zu waschen und einige Verwaltungsarbeiten zu erledigen. Wir waschen die Schlafsäcke und Laken und ich beziehe alle Betten frisch und räume die Schränke und Fächer wieder ein. Die Sonne hilft uns beim Trocknen.
Nach dem Mittagessen setze ich mich an den Schreibtisch für Überweisungen und der Beschäftigung mit dem Wohnungseigentumsgesetz während Ralf einen Spaziergang im nahegelegenen Naturschutzgebiet macht (Foto von Ralf).
Er kommt zufällig am Skandia Museum vorbei, das von einem Verein betrieben wird. Hier wurden früher Dieselmotoren der Marke Skandia gefertigt und nun werden verschiedene Modell dort gezeigt und teilweise auch vorgeführt. Leider ist das Museum heute geschlossen, doch Ralf kommt mit dem Vereinsvorsitzenden ins Gespräch und bekommt eine Privatführung (Foto von Ralf).
Hier steht auch der Ersatzmotor für den Schlepper "HARRY", der unten am Hafen liegt (Foto von Ralf).
Wie es der Zufall will, habe ich mich auch noch etwas in Lysekil umgesehen habe dabei HARRY auf seinem Liegeplatz fotografiert.
Ich fahre die Hafenpromenade entlang, auf der ich viele nette Motive finde (siehe auch Titelbild) und klettere die Treppen zu einem kleinen Leuchtturm hinauf.
Von dort habe ich in die eine Richtung einen wunderbaren Blick über die Schärenlandschaft und die Badeanstalt...
...und in die andere Richtung auf die mitten in die Felsen gebauten Häuser und den Kirchturm, der hinter ihnen herausschaut.
Wir machen uns auch Gedanken, wo wir unser Boot in der Halbzeitpause liegen lassen wollen und fragen bei den entsprechenden Häfen an. Wichtig ist uns, dass wir mit dem Zug nach hause fahren können, deswegen wollen wir zum dänischen Festland hinüber. Im Moment planen wir, in den Limfjord nach Struer zu segeln.

Freitag, 5. Juni 2026

Tag 20 - Utgårdkilen-Strömstad: Schnell nach Schweden

Wir haben eine ruhige Nacht vor Anker in unserer gut geschützten Bucht verbracht, aber heute morgen war der Wind wieder da - glücklicherweise nicht ganz so stark wie gestern und wieder aus Süden, also nicht genau von vorne, so dass wir nur einen kleinen Holeschlag machen mussten, um die Einfahrt von Strömstad gut zu erreichen.
Wir konnten die Triton laufen lassen und waren richtig schnell unterwegs - mit jeweils zwei Reffs in Groß und Fock.
Auch das Wetter war heute wesenlich besser und nach und nach kam die Sonne heraus und der Himmel wurde blau. Wir überqueren die Grenze nach Schweden und freuen uns, als wir die Ansteuerungstonne von Strömstad sehen.
Im Fahrwasser kommt uns dann - mal wieder - eine Fähre entgegen. Gefühlt ist das immer so, wenn wir ein- oder auslaufen (siehe Titelbild). Natürlich wechseln wir auch noch die Gastlandsflagge - zum ersten mal seit 2009 sind wir wieder in Schweden.
Wir machen an einem der äußeren Stege fest und Ralf geht los, um nach Waschmaschine und Duschen zu schauen. Wie sich herausstellt, gibt es noch ein inneren Hafenbecken, das geschützter ist und von dem aus wir alles besser erreichen können. Also legen wir das Boot in eine Box mit einem grünen Licht - sehr fortschrittlich, denn früher gabe es dafür Tafeln, die umgedreht werden konnten.
Leider ist das aber nicht fortschrittlich genug, denn bei einem Besuch beim Hafenmeister stellt sich heraus, dass die Box nur eine Nacht frei ist. Also bekommen wir einen neuen Platz zugewiesen und legen uns - alle guten Dinge sind drei - wieder um. Jetzt haben wir das Problem, dass unser Nachbar eine falsche Breite angegeben hat und wir (und unsere jeweiligen Fender) nicht zusammen in die Box passen...
Also gehen wir wieder zum Hafenmeister und wechseln noch ein viertes Mal den Liegeplatz - was bei kräftigem Seitenwind gar nicht so einfach ist. Aber wir werden mit jedem Manöver besser! Auf dem Bild stehen schon zwei große Taschen mit Wäsche im Cockpit, weil die Waschmaschinen in Oslo defekt waren, hat sich einiges angesammelt. Ralf macht sich auf den - nun kürzeren Weg - zum Waschen und ich beginne das Boot für unsere Gäste vorzubereiten. Die Achterkajüte ist kein Problem, denn die wird regelmäßig benutzt.
Aber das Vorschiff ist zum letzten Mal 2013 in London zum Schlafen benutzt worden, als wir mit den drei Jungs und Lukas auf dem Boot waren. Mittlerweile ist es unsere Abstellkammer und auch alle Schapps sind voll.
Ich beginne also, alle Gegenstände irgendwo anders im Schiff zu verstauen - gar nicht so einfach, insbesondere weil viele sperrige Dinge ins Vorschiff gewandert sind. Schließlich  habe ich fast alles untergebracht und auch den Vorhang wieder aufgehängt, nur für den Gennaker müssen wir noch einen Platz finden.
Es gibt wieder ein sehr leckeres Abendessen: Curryhuhn mit Pfirsichen, Brokkoli und Reis.
Unser neuen Platz ist auch genau gegenüber vom Bahnhof, wo Johanna hoffentlich morgen nach einer langen Reise wohlbehalten ankommen wird.
 

Sonntag, 31. Mai 2026

Tag 15 - Oslo: Architektur und Aussichten

Es ist kein Wind und für den Abend Regen vorhergesagt, daher verlängern wir noch einen Tag in Oslo. Vormittags telefonieren wir mit unseren jeweiligen Müttern und erledigen einige Verwaltungsaufgaben, bevor wir zum Mittagessen wieder unsere bewährte "Backstube" aufsuchen, die einfach gut und günstig ist.
Im Januar 2000 beschloss der Osloer Stadtrat, dass möglichst viele der Hafenflächen in Oslo für die Stadtentwicklung genutzt werden sollen. Das Gebiet sollte so umgestaltet werden, dass es für Wohnungen, die Wirtschaft und Erholungszwecke genutzt werden kann. Eine insgesamt 9 km lange Hafenpromenade sollte die einzelnen Stadtgebiete verbinden. Das Projekt läuft bis 2030 und ist in großen Teilen bereits fertiggestellt.
Unser Hafen liegt etwa in der Mitte bei Nr. 5, gestern sind wir auf dem Weg zu den Museen bis zu Nr. 1 ganz rechts gefahren und heute wollen wir noch einmal nach rechts zum Munch Museum und zur Oper fahren. Wir schauen uns das ungewöhnliche Gebäude des "MUNCH" nur von außen an, denn für die 26.000 qm mit 11 Galerien auf 13 Stockwerken haben wir keine Zeit mehr. Das Gebäude ist von Lambda, dem 11. Buchstaben des griechischen Alphabeths inspiriert.
Neben dieser modernen Architektur gibt es hier aber auch eine Ansammlung von kleinen schwimmenden Saunahütten.
Wir fahren weiter Richtung Opernhaus und kommen noch ein einem kleinen Strandbad vorbei.
Direkt am Ufer stehen viele neue Wohngebäude, die im Rahmen des Stadtentwicklungsprojekts entstanden sind.
Das Opernhaus selbst sollte wie die Oper von Sydney direkt am Hafen stehen, ist von einem Eisberg inspiriert und überwiegend aus weißem Carrara-Marmor gebaut. Während unser Fahrt um den Hafen können wir es aus verschiedenen Blickwinkeln bewundern.
Eine Besonderheit ist die begehbare Dachfläche, die der Öffentlichkeit zugänglich ist und von oben schöne Aussicht auf Hafen und Stadt bietet (siehe auch Titelbild).
In Oslo darf überall mit Fahrrädern und Scootern gefahren werden, wenn es nicht ausdrücklich verboten ist. Ein solches Verbot sehen wir dann im eindrucksvollen Inneren (!) des Opernhauses - auf die Idee, dort zu fahren wäre ich erst gar nicht gekommen...
Langsam ziehen die angekündigten Regenwolken auf und wir vertagen uns in ein nettes Café, dass Ralf im Vorrüberfahren aufgefallen ist. Tatsächlich gibt es sehr leckeren Kuchen und guten Kaffee.
So gestärkt kann Ralf dann noch den Impeller der Wasserpumpe tauschen, wärend ich mich um Überweisungen kümmere.
Morgen machen wir uns dann langsam wieder auf den Weg nach Süden um ab nächsten Samstag so nach und nach die Jugend einzusammeln.

Donnerstag, 21. Mai 2026

Tag 5 - Stathelle: Bargeldlos zahlen für Anfänger

An Bord schlafen wir immer sehr gut und so machen wir uns morgens ausgeschlafen an die Arbeit. Ein Segelboot benötigt natürlich auch Segel und die wollen wir heute setzen. Wir beginnen mit dem Focksegel vorne, dass erst hochgezogen und dann aufgerolle wird. Das Großsegel hinten macht mehr Arbeit, denn wir müssen die Segellatten wieder in die entsprechenden Taschen stecken und dann alle Rutscher fetten und in die Schiene am Mast einfädeln.
Alles klappt prima, das Wetter wird immer besser und die Triton sieht wieder aus wie ein Segelboot (siehe Titelbild). Unser Zeitplan sieht vor, dass wir jetzt noch ein paar Dinge einkaufen, unterwegs zu Mittag essen und dabei das Auto nochmal laden. Wir fahren also zum nahegelegenen Einkaufszentrum und laden erfolgreich zwei Taschen voll. Aber an der Kasse kommt das böse Erwachen: sechs Karten von drei verschiedenen Konten werden verweigert.
Auch die Bank direkt nebenan kann nicht helfen. Offensichtlich wurde das System gehackt und Karten funktionieren nicht mehr. Norwegen ist eines der hochentwickelsten Länder der Erde und Bargeld gibt es auf der Bank nicht - hier ist alles bargeldlos... Wir haben kein norwegisches Geld dabei, so dass wir auch nicht essen oder das Auto laden können... Etwas frustriert geht es wieder aufs Boot, wo wir noch ein paar Kronen vom letzen Jahr haben und Ralf macht sich auf den den Weg zu einem kleinen Flughafen in der Nähe um das Auto pünktlich zurückzugeben. Wir hoffen, dass dort die Karten wieder funktionieren.
Tatsächlich klappt alles und Ralf kann das Auto sogar noch die erforderlichen mehr als 70% laden und den Bus zurück mit Karte bezahlen - puh. Vor dem Abendessen geht Ralf dann noch wie jedes Jahr in den Mast, um die Lazy Jacks einzufädeln (ein System, das verhindert, dass das Großsegel beim Bergen vom Baum fällt).
Damit sind wir segelfertig und es kann morgen los gehen. Über den Tag ist das Wetter immer besser geworden und wir genießen unser erstes Abendessen im Cockpit.
Es ist so schön, wieder an Bord zu sein und die Sonne zu beobachten, wie sie langsam hinter den umliegenden Bergen versinkt. Wir sind froh, dass insgesamt alles so gut geklappt hat.

Dienstag, 19. Mai 2026

Tag 3 - Stathelle: Schneller als gedacht

Heute haben wirrt wunderbares Wetter und so macht es richtig Spaß, die letzten Arbeiten am Mast zu erledigen. Damit ist aus unserer Sicht alles fertig,um die Triton zurück in ihr Element zu bringen. Ralf reinigt das Cockpit, damit es auch noch poliert werden kann und ich beschäftige mich mit den Einstellungen in unserem Elektroauto und finde heraus, wo unsere Gasflaschen (eine deutsch und eine englisch) befüllt werden können. Das ist dann der nächste Punkt auf unserer Agenda.
Wir nutzen die Gelegenheit gleich noch zum Besuch im Baumarkt und zu Stromtanken. Wieder klappt das prima mit der Elton-App, in der die Lademöglichkeiten in der Nähe angezeigt werden. Während das Auto läd, gehen wir noch Mittagessen.
Als wir zurückkommen, ist die Triton schon aus der Halle geholt worden und steht vor dem Kran bereit.
Und dann geht alles ganz schnell und professionell. Die Triton wird mit Fernbedienung unter den Travellift gefahren, hochgehoben und dann sanft zu Wasser gelassen (sieheauchTitelbild).
Ein Segelboot braucht natürlich einen Mast und der wird mit einem Gabelstapler gebracht. Diesmal haben wir alle Leinen, Wanten und Stagen richtig sortiert und so ist er schnell aufgestellt und provisorisch festgemacht. 
Insgesamt hat die ganze Aktion eine Stunde gedauert - da haben wir schon ganz anderes erlebt (sechs Leute brauchen 1,5 Tage...). Wir bekommen einen Liegeplatz zugewiesen und können noch weitere Arbeiten erledigen. Die Kabel der Instrumente auf dem Mast müssen unter Deck gefädelt und angeschlossen werden, Ralf spannt die Wanten und Stagen, die den Mast halten und ich schließe den Kartenplotter wieder an.
Erfreulicherweise funktionieren alle Geräte und auch unser AIS Signal wird wieder gesendet und wir sind auf Marinetraffic zu finden: Klick
Ich mache noch eine Inventur der Lebensmittel an Bord, damit wir die Einkäufe sinnvoll planen können. Wir sind so gut beschäftigt, dass wir nicht auf die Zeit achten - wichtig, weil das Tor um 16:30 Uhr geschlossen wird.
Es ist aber noch jemand da, der uns herauslassen kann und so kehren wir in unser Häuschen zurück. Das gab es noch nie: die Triton schwimmt und wir schlafen nicht an Bord... Wir merken, dass wir weiter im Norden sind, denn  um 23:00 Uhr ist es noch nicht ganz dunkel.