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Samstag, 28. Oktober 2017

Tag 117 - Puerto de Mogán: Entspannung und Pläne

Bevor wir zur nächsten Insel aufbrechen, sollen sich Paul und Leonie erst einmal an das Bordleben gewöhnen. Außerdem will Ralf die neu mitgebrachte Ausrüstung ausprobieren. Daher haben wir noch einen Tag in Puerto de Mogán verlängert. Leonie wird auch gleich zum Helfen verpflichtet und schon bald haben wir Stehhöhe unter dem Bimini.
Außerdem bekommt die Stufe zur Badeplattform einen Tritt aus Holz. Mit nassen Füßen war das runde Edelstahlrohr doch sehr rutschig. In Nord- und Ostsee ist uns das nicht so aufgefallen, weil wir dort eher selten gebadet haben. Die Wassertemperatur war eben nix für Warmduscher. Aber hier macht das Baden im klaren und angenehm temperierten Wasser richtig Spaß.
Währenddessen mache ich mir Gedanken über Reiseplanung und Navigation für die nächsten 10 Tage. Danach wollen wir uns dann in Santa Cruz de Teneriffe mit den anderen Odyssey Seglern treffen. Wegen der vorherrschenden Nordost-Winde scheiden El Hierro und La Palma als Ziele aus, aber wir können uns wahrscheinlich außer Teneriffa auch noch La Gomera ansehen.
Heute ist aus unserer Sicht sehr gutes Wetter, denn der Himmel ist bedeckt und dadurch ist es nicht so heiß. Trotzdem gehen wir nachmittags wieder Schwimmen und essen danach leckeren Kuchen am Hafen.
Nach dem Abendessen zeigt Göran von der PEACH und noch seine Lieblingsbar, wo er Rum und wir köstliche Cocktails bekommen. Da hätten wir ihn lieber mal gleich fragen sollen… Hoffentlich sehen wir uns in der Karibik wieder!

Mittwoch, 18. Oktober 2017

Tag 107 - Fuerteventura-Gran Canaria: Schnelle Reise und viele Wiedersehen

Wie erhofft dreht der Wind auf Nordost und so holen wir Dienstagabend um 19:30 den Anker auf und – aus Erfahrung klug geworden - binden gleich zwei Reffs ins Groß. Genau die richtige Entscheidung. Kaum sind wir ein paar Meter aus der Abdeckung motort kommt der Wind mit Macht. An den Südenden der Inseln sind – wie bereits geschrieben – die Beschleunigungszonen und so wird auch die Fock noch doppelt gerefft. Der Wind kommt von der Seite, die Wellen sind moderat und die Triton rennt los.

Wir dachten, es ist dunkel, denn wir sind ganz kurz nach Neumond, aber weit gefehlt. Morro Jable auf Fuerteventura ist ein hell erleuchtetes Resort, das wir noch meilenweit sehen können und Gran Canaria voraus strahlt so hell, dass der Horizont sehr gut zu sehen ist. Zwischen den Inseln ist kräftiger Wind, der dann in der Beschleunigungszone vor Gran Canaria nochmals zunimmt. Selbst mit den jeweils doppelten Reffs haben wir noch zu viel Segel. Unser Glück ist, dass der Wind nicht nur beschleunigt, sondern auch entlang der Insel umgelenkt wird und daher muss ich Ralf nicht für ein Manöver wecken, sondern kann etwas abfallen und Druck aus dem Groß nehmen. Außerdem weiß ich, dass ich gleich in die Abdeckung der Insel fahren werde. Und so kommt es dann auch. Auf dem Bild ist die Luft schon raus, wir sind kurz vor dem Leuchtturm von Maspalomas, der Wind ist schwächer geworden und wir fahren nur noch weniger als 5 Knoten. Im Hintergrund die Lichter von Gran Canaria.
Kurz danach ist es dann mit der Segelei ganz vorbei und wir fahren die letzten 14 Meilen mit der Maschine dicht an der Küste entlang. Nach 13 Stunden und 78 sm machen wir im Morgenlicht an der Rezeption von Puerto de Mogán fest. Der Hafen ist sehr voll, aber wir haben ja vorab gebucht. Wie sich herausstellt ist unser Platz noch besetzt und wir bekommen einen Notplatz zugewiesen, denn der Kai vor der Rezeption wird für die Fähre gebraucht. Während Ralf die ganzen Formulare ausfüllt knüpfe ich erste Kontakte mit sehr netten Hafenkätzchen. Da können wir unsere Leckerli wieder einsetzten.
Aber erst einmal gibt es ausgiebiges Frühstück für uns und eine Aufräumrunde an und unter Deck für die Triton. Dann verholen wir uns auf unseren Liegeplatz für die nächsten 10 Tage. Die Gasse ist sehr eng aber Ralf legt perfekt rückwärts an. Gar nicht so einfach mit unserem durch den Langkiel schlecht zu manövrierenden Boot. Auch das Ruder von Sir Henry hat unseren Wendekreis nicht gerade kleiner gemacht.
Gerade habe ich ein wunderbares neues Gedicht von meinem lieben Vater bekommen. Darin hat mich besonders eine Zeile angesprochen: „Des Wiedersehens Quelle ist der Abschied!“ Und heute ist für uns der Tag der Wiedersehen. Erst treffen wir Göran mit der PEACH. Wir hatten uns im Juli in Dartmouth gesehen und dann wieder im August in Camariñas. Ganz überraschend bekommen wir auch noch Besuch von Allen und Annette von der NALA DANICA. Wir kennen uns als Falmouth und hatten uns in Porto Santo und dann auf Madeira an Land getroffen. Leider wollen sie heute noch weiter – auf Wiedersehen in der Karibik!

Geplant und sehr erfreulich ist das Wiedersehen mit unseren Freunden Carola und Günter, die in der Nähe 10 Tage Urlaub machen werden. Sie bringen einen ganzen Koffer für uns mit. Unter anderem unser neues Funkgerät…
…aber auch geheimnisvoll verpackte Geschenke und eine lange Röhre mit einer Überraschung -DANKE!
Wir haben viel zu erzählen und sitzen erst eine ganze Weile im Cockpit zusammen. Abends probieren wir dann noch dir örtliche Gastronomie aus – davon gibt es hier in Puerto Morgan eine große Auswahl.

Dienstag, 17. Oktober 2017

Tag 106: Gran Tarajal - Morro-Jable: Wundern, ankern und hoffen

Leider kam der Wind in der Nacht nicht so wie erhofft. Wir haben uns also erst einmal schlafen gelegt. Zufällig waren wir beide um 6:00 Uhr wach, haben uns angesehen und beschlossen, egal ob Wind oder nicht, wir fahren jetzt weg, sonst bekommen wir einen Koller. Es wurde dann kurz nach 7:00 bis wir gewaschen und angezogen und die Triton seefertig war, aber dann ging es – noch in völliger Dunkelheit – los. Die Navigation hatte ich schon gemacht, also mussten wir nur den Plotter anschalten und den Kurs starten. Hm, was war das??? Auf dem Bildschirm war nicht nur unser Boot als kleinen Icon zu sehen sondern noch ein weiteres. Sah aus wie ein AIS-Signal. Aber das wird normalerweise von unserem Funkgerät empfangen und das ist ja defekt und ausgebaut…
Wir sind dann schließlich zu dem Ergebnis gekommen, dass es keine magische Wunderheilung war, sondern dass das Signal von unserem AIS-Sender stammen muss, der auch empfangen kann. Solange das Funkgerät angeschlossen war, hat dessen Antennenweiche dieses Signal gestoppt… Das erklärt allerdings immer noch nicht, warum wir dann von Madeira nach Lanzarote und von Lanzarote nach Fuerteventura keinen AIS-Empfang hatten… Elektronik…

Jedenfalls mussten wir nicht lange motoren, die Sonne ging auf, es entwickelte sich ein netter Wind und wir konnten segeln.
Schon kurz vor 11:00 fiel der Anker in türkisblauem Wasser direkt von einem – diesmal sehr nett aussehenden – Resort. Auch temperaturmäßig ist es auf dem Wasser wesentlich angenehmer und wir konnten uns mit einem Bad erfrischen.
Es ist kein Problem, bis auf den Grund zu sehen, und den Sitz des Ankers zu kontrollieren. Auch einige Fische schwimmen unbeeindruckt unter uns und dem Schiff herum. Gut gekühlt werden alle Schattenspender aufgebaut und danach Frühstück im Cockpit serviert.
Es wurde uns nicht langweilig, denn hier sind jede Menge Boote unterwegs. Segel- und Surfschüler versuchen ihr Glück, fallen auch mal um und müssen gerettet werden, ein Touristenkatamaran mit Megafon und Musik spuckt Duzende von Badenden aus, Stand-Up Paddler und Schwimmer kommen dicht an uns vorbei.
Dann ankert auch noch die LOUSTIC neben uns, ein Katamaran mit französischer Flagge und drei Kindern an Bord. Der Vater kommt mit einem Kajak zu uns herüber und unterhält sich nett mit Ralf auf Englisch. Als der seine Sprachkenntnisse bewundert (aus unserer Erfahrung für Franzosen eher ungewöhnlich) stellt sich heraus, dass er Belgier ist (es geht doch nix über Vorurteile).

Nun genießen wir hier noch ein paar angenehme Stunden, bevor wir wieder auf den Nachtwind hoffen, der kräftig aus NE blasen soll und mit dem wir dann nach Gran Canaria wollen. Wir werden berichten, ob es klappt.

Montag, 16. Oktober 2017

Tag 105 - Fuerteventura: Warten auf Wind

Unser Auto muss um 11:00 Uhr abgegeben werden. Vorher wollen wir noch einmal in den Chinesischen Basar, um uns Polster für das Cockpit zu kaufen. Die gibt es dort sehr günstig und wir haben ausgemessen, dass sie passen. Mittlerweile kennen wir die wenigen Straßen und so ist der Einkauf schnell erledigt. Dann fahren wir zum Resort mit der Autovermietung. Anders als gestern in Caleta de Fuste haben wir es hier mit Edel-Tourismus zu tun, alles sehr schick und gepflegt, aber auch hier ist ein Animateur am Werk… Wir fahren mit dem Taxi zurück nach Gran Tarajal und halten unterwegs noch beim Bäcker für ein paar Baguettes.

Unsere neuen Polster sehen gut aus und sind bequem, aber mittlerweile ist es wieder sehr heiß geworden. Das Thermometer im Schiff zeigt 35°C, bei Windstille definitiv zu viel.
Wir beschließen, dass da nur eine ausgedehnte Siesta hilft und jeder zieht sich mit einem E-Book-Reader in eine Ecke zurück und bewegt sich möglichst wenig. Ich aktiviere wieder den kleinen Ventilator, ist aber auch nicht wirklich eine Verbesserung.
Erst nach 18:00 Uhr bewegen wir uns wieder etwas und kümmern uns um das Vorschiff. Bei der letzten Überfahrt waren unsere Netze aneinander gestoßen. Nun, frisch gewaschen, haben wir sie neu aufgehängt und die Körbe mit Kabelbindern befestigt. Mal sehen, wie sich das bewährt (Unschärfe im Foto wegen Bewegungstest). Bei der Gelegenheit kamen gleich auch der Staubsauger und frische Laken zum Einsatz. Nun hoffen wir auf Wind heute Nacht um nach Morro Jable weiterzusegeln und so unsere Überfahrt nach Gran Canaria um 20 sm zu verkürzen.

Sonntag, 15. Oktober 2017

Tag 104 - Fuerteventura: Sonntags geschlossen

Auf unsere Liste steht heute als erstes das Museo del Sal. Schon auf Lanzarote hatten wir uns für die Salzgewinnung interessiert, aber dort gab es kein Besucherzentrum. Das soll nun hier anders werden und so fahren wir nach Las Salinas del Carmen.
Leider haben wir die Öffnungszeiten nicht richtig recherchiert, denn es ist sonntags geschlossen. Wir können nur eine Runde auf dem Außengelände laufen und die verschiedenen Becken anschauen. Das Salz kristallisiert an der Oberfläche bei einer Temperatur von über 30°C. Es kann dann mit einer Harke geerntet werden, was Fingerspitzengefühl erfordert.
Nun schlauer geworden schauen wir die Öffnungszeiten für die anderen Museen nochmal nach – und siehe da: alle am Sonntag geschlossen. Wir beschließen also, im nächsten Ort einen Festungsturm anzuschauen. Auch das ist nicht wirklich ein Erfolg. Caleta de Fusce ist total auf Tourismus eingestellt. Es fühlt sich an, als wären wir durch ein Portal in einer ganz anderen Welt gelandet. Überall Shops, die alle das gleiche anbieten (Hüte, Shirts, Schmuck, Andenken), jede Menge Restaurants, Bistros und Bars (mit Fußball auf Großbildschirmen), Animateure, Strand mit Schirmchen, und natürlich viele, viele Menschen in Bade- und Strandkleidung, mit Tattoos und Sonnenbrand und nach Schweiß und Sonnencreme „duftend“. Nicht 100%ig unser Ding.
Wir schauen noch im chinesischen Billigladen vorbei und kaufen dann im Supermarkt kalte Getränke (mit Touristenaufschlag). So ausgerüstet fahren wir weiter nach Puerto Rosario, der Inselhauptstadt und suchen uns dort ein schattiges Plätzchen mit Blick auf (Industrie)Hafen, Strand und Flugplatz um unsere mitgebrachten Brote zu essen. Auch diese Stadt kann mich nicht wirklich überzeugen.
Mittlerweile ist es Nachmittag geworden und wir kehren zurück nach Gran Tarajal, dass dankenswerterweise noch eher Dorfcharakter hat und dass wir nach den heutigen Erfahrungen viel mehr zu schätzen wissen. Der Bäcker unseres Vertrauens hat sonntags offen und auch noch Restbestände an Kuchen, den wir nach der Siesta genießen. Gegen Abend besuchen wir dann noch den Strand hier am Ort und erfrischen uns mit einem Bad im Meer und danach einer Dusche. Der Sand hier ist dunkelgrau und die Füße sehen entsprechend witzig aus.

Samstag, 14. Oktober 2017

Tag 103 - Fuerteventura: Mühlen, Ziegen und Atlashörnchen

Eigentlich wollten wir heute Morgen ganz früh Richtung Süden zum nächsten Hafen segeln, aber – entgegen den Angaben des Hafenmeisters – konnten wir das Hafengeld nicht abends bezahlen. Also entschieden wir uns spontan, hier zu bleiben und die Insel von diesem Hafen aus zu erkunden. Wir begannen mit dem Studium der örtlichen Gastronomie, in diesem Fall des Bäckers, und gingen erst einmal frühstücken.
Bei der Autovermietung gab es nur noch das Luxusmodell und so hatten wir diesmal mehr PS und ein Navigationssystem dabei. Auf dem Weg zur alten Hauptstadt Betancuria suchten wir uns ein paar Nebenstraßen aus und kamen an den typischen Ziegenherden vorbei. Angeblich leben auf Fuerteventura mehr Ziegen als Einwohner (etwas über 100.000).
Außerdem gibt es hier jede Menge Windräder, die wohl Wasser für die Tomaten- und Gemüsefelder pumpen.
An verschiedenen Aussichtspunkten treffen wir niedliche Atlashörnchen. Sie wurden in den 60er Jahren aus Nordafrika eingeschleppt und gelten als Schädlinge, da sie jedes noch so kleine Hälmchen Grün fressen. Ralf, der einen Apfel aß, wurde schnell ihr bester Freund…
Aber dann kamen zwei große Raben und die Hörnchen waren schnell wie der Blitz verschwunden.
Die vorherrschende Farbe der Insel ist braun, ab und zu unterbrochen durch eine Palme oder Kaktee. Dazwischen sind immer wieder einsame Häuser und mit braunen Tüchern abgedeckte Felder. Wenn Madeira der richtige Platz war, um Fantasy-Filme zur drehen und Lanzarote mühelos als Kulisse für verschiedene Planeten dienen könnte, so wäre Fuerteventura gut für Western geeignet. Ich kann mir gut vorstellen, wie an High Noon die Straße vor Hitze flimmert, während sich die Kontrahenten mit der Hand an der Waffe gegenüberstehen…

Die Orte sind nett, aber unspektakulär. Unser Ziel Betancuria ist sehr hübsch und wir machen Rast in einem wunderschönen Restaurant im Schatten großer Bäume. Es weht ein leichter Wind und so ist es dort gut auszuhalten. Insgesamt ist es heute nicht ganz so heiß wie gestern, aber wir sind immer ganz froh, wenn wir wieder in unserem klimatisierten Auto sitzen.
Auf der Rückfahrt besichtigen wir noch das kleine Mühlenmuseum, das Informationen über die verschiedenen Arten des Mahlens liefert (Mörser, Handmühle, Tiermühle, Windmühle). Die Spanier unterscheiden zwischen „El Molino“ (der Windmühle) und „La Molina“ (die Windmühle). Die männliche Molino ist ein rundes Gebäude mit zwei oder drei Stockwerken. Die vier oder sechs Flügel sind an einer beweglichen Haube angebracht. Die weibliche Molina ist einstöckig. Die Flügel sind am Flachdach des Mühlenhauses angebracht und bewegen über eine Verbindungsstange die Mühlsteine im Inneren des Gebäudes.

Freitag, 13. Oktober 2017

Tag 102 - Gran Tarajal: Calima und ein kleines Bier

Calima ist ein heißer, trockener Sandwind aus Afrika, der alles mit einem feinen Sandstaub überzieht und die Temperaturen um ca. 10°C erhöht – und genau diesen hatten wir heute. Nicht wirklich mein Wetter…
Wir sind nach dem Frühstück mal ganz laaaangsam und möglichst im Schatten in den Ort gelaufen. Unterwegs sehen wir ein nettes Bild von einem Meeresgott – möglicherweise Triton.
Wir besichtigen die Kirche, die in unserem Reiseführer als einziges sehenswertes Bauwerk bezeichnet wird. Leider nur von außen, denn sie ist geschlossen…
…und finden noch einen Seepferdchenbrunnen, der uns an Linda denken lässt. Sie weiß schon, warum…
Dann schleichen wir im Schatten wieder zurück zum Boot und machen Siesta. Ralf schafft es noch, ein Kabel anzubringen und ich höre das letzte Kapitel meines Buches und setze unseren 12V Ventilator ein.

Abends treffen wir uns mit den Crews von LOTHLORIEN und THYRA in einem netten Restaurant am Strand. Mittlerweile sind die Temperaturen akzeptabel geworden. Wir haben es sehr nett und Spaß mit dem Wirt, der sehr gut Deutsch spricht und ein echter Witzbold ist. Ralf bestellt: „Das kleinste Bier, das Sie haben“ und bekommt entsprechend ein Schnapsglas voll!

Donnerstag, 12. Oktober 2017

Tag 101 - Lanzarote-Fuerteventura: Schell-Langsam-Schnell

Wir müssen noch den Stromadapter und den Schlüssel für die Duschen zurückgeben, also wollen wir pünktlich zur Öffnungszeit des Marina-Büros um 9:00 Uhr los. Der Start verzögert sich etwas, weil unsere Stegnachbarn Simon und Amanda von der CARRIED AWAY uns noch Tipps für Fuerteventura geben und wir noch mit der GREYHOUND schwätzen, die gegenüber angelegt hat. Aber um 9:30 segeln wir los Richtung Fuerteventura.

Zwischen den Kanarischen Inseln gibt es sogenannte Acceleration Zones, in denen der Wind stark beschleunigt werden kann
Wir erleben das heute zunächst in der Meerenge zwischen Lanzarote und Fuerteventura. Für uns gut, denn es war nur wenig Wind angesagt und die Beschleunigung kommt uns gerade recht. So sind wir die ersten zwei Stunden richtig schnell unterwegs. Hinter der Insel wird der Wind dann viel schwächer und dreht auf die angesagte Richtung (Nordost). Glücklicherweise sind die Wellen nicht so groß, daher müssen wir uns nicht mit schlagenden Segeln herumärgern. Also halten wir durch und nachmittags nimmt der Wind dann auch wieder zu. Das nette dabei ist, dass wir an Bord ganz normal leben können. Es gibt warmes Essen, Ralf macht Tauwerk-Schäkel und ich versuche mich an meinem ersten Armband (wie gestern auf dem Markt gesehen). Schnell die Anleitung gegoogelt und aus Leinenresten entsteht der Prototyp.
So geht es langsam an der Küste entlang. Wir kommen in die nächste Beschleunigungszone und es wird noch einmal richtig schnell. Im letzten Büchsenlicht nehmen wir dann das Groß herunter und nähern uns dem Hafen Grand Tarajal. Es dauert eine Weile bis wir unter den ganzen Lichtern die Einfahrt identifiziert haben aber hier ist es windgeschützt und alles so, wie in der Karte angegeben. Sogar ein Hafenmeister hat noch Dienst und weist uns eine Box zu. Insgesamt haben wir für die 46 sm fast 12 Stunden gebraucht, aber wir sind froh, dass wir durchgehalten haben und die gesamte Strecke gesegelt sind. Schnell noch das Schiff aufklaren und dann im Cockpit entspannen.