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Montag, 1. September 2025

Zusammenfassung Sommer 2025


Seit der Saison 2021 sind wir auf dem Weg von Holland zurück in die Ostsee, wo wir die ersten 25 Jahre unseres Seglerlebens verbracht haben. Damit wir unterwegs noch etwas von Europa sehen, sind wir von Holland aus die französische Küste entlang in die Biskaya gesegelt. Nach einem Abstecher ins Baskenland 2022 sind wir 2023 von Morlaix aus nach Irland gestartet, das wir dann zu 3/4 umrundet haben Dann ging es nach Schottland, wo wir unser Winterlager 2024/2025 im Firth of Clyde hatten. Dieses Jahr haben wir auf den ersten Teil der Reise die Hebrideninseln, Orkney und Shetland erkundet und nach der Halbzeitpause sind wir von Bergen aus an der norwegischen Küste entlang bis kurz vor dem Oslofjord gesegelt..

Statistik

  • Seemeilen: 1.255
  • Motorstunden: 96
  • Tage gesamt: 98
  • Nächte an Land: 5
  • Segeltage: 49
  • Nächte auf See: 1
  • Liegetage: 43
  • Liegeplätze: 47

Schottland: Largs, Holy Island, Lamlash, Campbeltown, Port Ellen, Ardminish Bay (Gigha), Caighouse (Jura), Craobh, Oban, Tobermory (Mull), Lock Scresort (Rum), Canna, Mallaig, Portree (Skye), Rona, East Tarbert (Harris), Stornoway (Lewis), Bay of Culheim, Kinlochbervie

Orkney und Shetland: Stromness, Kirkwall, Whitehall, Fair Isle, Lerwick

Norwegen: Hjellestad, Bergen, Bekkjarvik, Munkavagen, Gjermundshamn, Nordheimsund, Sild, Rosendal, Leirvik, Langevag, Skudeneshavn, Stavanger, Tananger, Egersund, Kirkehamn, Vare, Kristiansand, Slattholmen, Faervikilen, Lyngör, Nodvikbukt, Kragerö, Brevik, Stadhelle

Donnerstag, 3. Juli 2025

Tag 54 - Lerwick-Nordsee: Auf zu neuen Ufern!

Heute wollen wir zur Überfahrt nach Norwegen starten. Schon gestern habe ich dafür Vorbereitungen getroffen und als Entwürfe gespeichert: Travel Report für die Behörden in UK, dass die Triton mit zwei Personen an Bord das Land verlässt, Travel Report für die Behörden in Norwegen, dass wir dort ankommen. Alles natürlich mit allen Einzelheiten, von Passnummer zu Bootslänge... Außerdem die Navigation von Lerwick zu einem kleinen Hafen in der Nähe von Bergen. Nun wird alles noch einmal überprüft und mit aktuellen Abfahrtzeiten losgeschickt. Wir vergleichen Wetterberichte und passen die Navigation an. Ich prüfe noch in der App vom norwegischen Zoll, ob wir mit unseren acht Litern Cidre über dem Limit liegen (gerade noch OK für zwei Personen). Wir verpacken noch das Beiboot und binden es auf dem Deck fest.
Dann müssen wir noch etwas warten, denn ein riesiges Kreuzfahrtschiff hat vor dem Hafen geankert und zwei Tender bringen die Passagiere an Land. Ihre Maschinen sind so kräftig, dass wir an die Kaimauer gedrückt werden und nicht ablegen können.
Aber dann geht es endlich los und bei leichtem Wind und Sonnenschein nehmen wir Abschied von Lerwick, Shetland, Schottland und UK. Hier haben wir dieses Jahr wirkliche eine schöne Zeit verbracht.
Mit Wind von der Seite sind wir sehr schnell unterwegs erst noch mit Sonne und später mit der einen oder anderen Schauerböe.
Wir fallen in den gewohnten Rhythmus von Wache und Freiwache. Ich schlafe schon einmal etwas vor, während Ralf oben Wache hält.
Dann tauschen wir und Ralf kann unten entspannen, während ich oben aufpasse. Es wird nicht langweilig, denn wir müssen den Kurs korrigieren und nach anderen Schiffen und hier in der Nordsee auch nach Ölplattformen Ausschau halten (siehe Titelbild). Diese funkt uns sogar an und will wissen, an welcher Seite wir passieren wollen.
 

Mittwoch, 2. Juli 2025

Tag 53 - Shetland: 4000 Jahre Geschichte

Noch wissen wir nicht, wann genau wir nach Norwegen aufbrechen wollen und wohin dort wir genau fahren werden. Wir beobachten weiter das Wetter. Damit wir handlungsfähig sind und uns kurzfristig entscheiden können, fahren wir die Triton gleich morgens an die Tankstelle, um ausreichend Treibstoff zu haben.
Das erledigt, wollen wir natürlich etwas von der Insel sehen und nach unseren Erfahrungen ist es dafür gut, die öffentlichen Busse zu verwenden. Wir suchen uns den Jarlshof an der Südspitze der Insel als Ziel aus und laufen zur Bushaltestelle. Es ist wunderbares Wetter und die Fahrt geht an der Küste entlang, vorbei ein Schafen, Kühen und - natürlich - Shetland Ponys.
Die Insel ist sehr hügelig und grün, aber es wir sehen keine Bäume, bestenfalls ein paar Hecken oder Büsche. Immer wieder öffnen sich tolle Aussichten.
Wir erreichen unser Ziel und laufen vorbei an einer Weide mit drei Shetland Ponys. Zwei andere Touristen machen Fotos. Auf einmal kommt aus ihrer Richtung das Wiehern eines Pferdes - die Ponys reagieren sofort und traben und gallopieren zum Zaun. Wie sich herausstellt kennt die Dame sich mit Pferden aus und hat einen entsprechenden Klingenton auf ihrem Smartphone. Ralf ist bereit, einen Apfel zu teilen und hat sofort drei neue beste Freunde (siehe auch Titelbild).
Dann geht es weiter zum "Jarlshof" - ähnlich wie Skara Brae, das wir auf Orkney besichtigt haben, handelt es sich hier um eine archäologische Ausgrabungsstätte. Aber anders als dort ist es nicht ein Dorf aus der Jungsteinzeit, sondern hier gibt es in verschiedenen Schichten die Überreste von Gebäuden aus der Zeit von ca. 2500 v. Chr. bis ins 17. Jahrhundert n. Chr.
Es beginnt mit einer ovalen Hütte aus der Jungsteinzeit, eine Schmiede aus der Bronzezeit, aus der Eisenzeit einen "Broch", einen doppelwandigen, runden (Wohn)Turm, ein Langhaus aus der Wikinger-Zeit, ein mittelalterliches Farmhaus und ein befestigtes Herrenhaus aus dem 17. Jahrundert.
Es gibt einen Audio-Guide, der einen guten Eindruck über die verschiedenen Zeiten vermittelt und erklärt, wie sich die Gebäude veränderten und wie die hier siedelnden Wikinger den Stil ihrer eigenen rechteckigen Langhäuser mitbrachten, die die runden Bauten ersetzten. Nicht verändert hat sich, dass alle Bewohner Landwirtschaft und Viehzucht betrieben und Von einer Aussichtsplattform haben wir einen guten Überblick über das Gelände und die Küste.
Zurück in Lerwick haben wir noch Zeit für einen Spaziergang an der Wasserfront. Hier gab es zahlreiche Landeplätze, sogenannte "Lodberries", bei denen die Häuser direkt ans Wasser gebaut sind. Das bekannteste ist sicher das Haus des fiktiven Inspektors Jimme Perez aus den Shetland-Krimis von Ann Cleeve und der dazugehörenden Fernseh-Serie.
Auch sonst haben wir wieder schöne Ausblicke und sehen, wie unser Stegnachbar sich auf den Weg nach Süden macht.
Wieder ein schöner und abwechslungsreicher Tag auf einer neuen Insel mit wieder anderem Charakter - und das auch noch bei Traumwetter! Der freie Platz neben der Triton ist schon wieder belegt, als wir zurück in den Hafen kommen. Morgen müssen wir enscheiden, wann und wohin wir weiter segeln wollen.
 

Dienstag, 1. Juli 2025

Tag 52 - Fair Isle-Lerwick: Champagner-Segeln!

Eigentlich wollten wir heute nur bis zur Südspitze der Hauptinsel von Shetland segeln, aber gerade da lief es so gut, dass wir einfach weiter bis nach Lerwick gefahren sind.
Auf dem ersten Stück kam der Wind noch so von hinten, dass wir die Fock ausbaumen mussten. Es gab noch eine Restwelle und wir kamen nur relativ langsam voran. Aber es war schön, ein trockenes Cockpit und warme Sonne zu haben.
Die Solarplatten werden so ausgerichtet, dass unsere Batterien optimal geladen werden können - wichtig, denn auf Fail Isle gab es keinen Landstrom und zu der Zeit sind wir noch davon ausgegangen, in der Nacht vor Anker zu liegen.
In der Abeckung der Insel sind die Wellen dann weg und der Wind kommt genau von der Seite - der beste Kurs überhaupt. Wir gleiten nur so übers Wasser - wunderbar (siehe Titelbild). So erreichen wir die Einfahrt zur Stadt und zum Hafen. Wir bergen das Großsegel fahren nur mit Fock weiter.
Lerwick wird auch von Kreuzfahrtschiffen angelaufen und wir sind froh, als wir sehen, dass eines gerade ablegt. Mehrere Tausend Kreuzfahrt-Touristen in einer Stadt mit 7.000 Einwohnern finden wir etwas zu viel des Guten.
Im Hafen bekommen wir noch den letzten Platz am Steg, weil ein schwedisches Boot etwas nach vorne rutscht und die Lücke größer macht. Sie nehmen uns auch noch die Leinen ab - perfekt! Nun genießen wir das Abendessen im Cockpit (mal ohne Cockpitzelt) und die friedliche Abendstimmung im Hafen.

Montag, 30. Juni 2025

Tag 51 - Whitehall-Fair Isle: Zur Vogelinsel

Da der Wind vormittags noch kräftig ist und nachmittags abnehmen soll, entscheiden wir uns mal wieder für einen frühen Start. Um kurz nach sechs Uhr legen zwiehen wir das Großsegel - mit einem Reff - schon an unserer Mooring hoch und es gelingt tasächlich, unter Segeln abzulegen (der Moter lief sicherheitshalber mit).
Der Wind pustst so kräftig, dass wir die Fock 2x gerefft setzten und auch noch ein weiteres Reff ins Groß binden. So läuft die Triton sehr schnell und ausgewogen und "Sir Henry", unserer Windselbststeueranlage, kann sie gut steuern.
Auch die Strömung hilft wieder mit und wir machen teilweise bis zu neun Knoten Fahrt. Daher taucht schon bald unser Ziel am Horizont auf.
Fair Isle - die friedliche Insel - liegt günstig zwischen den Orkney Inseln und der Hauptinsel der Shetlands und bietet sich daher für einen Zwischenstop an.
Sie ist nur 5 x 2,5 km groß und bekannt für handgestrickte Pullover mit bunten Mustern und für ihre Vogelwelt. Im Moment leben ca. 60 Personen, 1200 Schafe und über 20.000 Papageientaucher (siehe Titelbild) auf der Insel. Funfact: die Insel hat die geringsten Temperaturunterschiede in den britischen Inseln. In den letzten 60 Jahren war die höchste gemessene Temperatur 22,6 Grad und die niedrigste -5,6 Grad. Im kleinen Hafen gibt neben der Fähre noch Platz für zwei Boote. Wir kommen als erste an und nach uns läuft die deutsche DUMPIE ein, die auch in Stromness neben uns lag und zusammen mit uns dort weggesegelt ist.
Wegen der zahlreichen Vögel gibt es ein großes Vogelbeobachtungszentrum. Dort gibt es auch eine Lounge und eine Dusche - das wollen wir nutzen. Es geht bergauf und wir haben einen schönen Blick über die Einfahrt zur Bucht.
Gleich neben dem Gebäude (ein Neubau, weil das letzte Zentrum 2019 abgebrannt ist) gibt es eine weitere Bucht in deren Klippen zahlreiche Vögel nisten.
Und hier sind auch die Papageientaucher. Ich "schleiche" mich näher heran und verwende das digitale Zoom für ein paar Bilder. Erst Highland-Rinder und jetzt Papageientaucher in ihrem natürlichen Habitat - jetzt kann ich Schottland zufrieden verlassen!
Die Dusche ist teuer (fünf Pfund) und nicht belüftet, aber sauber und mit reichlich warmem Wasser und abnehmbaren Duschkopf - sehr angenehm! Wir laufen zurück zum Boot und haben schon auf Marine Traffic gesehen, dass wir noch Gesellschaft bekommen werden. Es wird ganz international, denn neben uns zwei deuschen Booten kommt noch eine norwegische Motoryacht, ein Finne, der sich neben uns legt und eine sehr große schweizer Hallberg Rassy, die sich neben die DUMPIE legen will - Hafenkino vom Feinsten.
Da es keine gute Idee ist, wenn sich eine 14m Yacht außen neben ein 10m Boot legt, verholen sich sich aber dann neben das große Motorboot - so können wir hoffentlich alle eine ruhige Nacht verbringen. Ralf tauscht dann auch noch die Gastlandsflagge von Orkney gegen die von Shetland aus. Morgen wollen wir weiter zur Hauptinsel segeln.