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Donnerstag, 21. Juni 2018

Tag 352 - St. Michaels-Annapolis: Still und starr ruht die Bay

Wir werden von einem Fischer geweckt, der uns unseren Ankerball zurückbringt. Dieser ist eigentlich mit einer Leine vorne am Anker befestigt und dient dazu a) zu sehen wo der Anker liegt b) andere hoffentlich daran zu hindern, ihren Anker über unseren zu werfen und c) durch den anderen Winkel den Anker notfalls besser herausziehen zu können. Bei Ankern hatte ich die zu kurze Leine verlängert und diese Verbindung hat sich gelöst. Merke: lieber eine ausreichend lange Leine verwenden… Der Anker selbst hat sehr gut gehalten und ist nun voller Mudder…
Während Ralf Wasser schöpft und die Kette und den Anker reinigt, fahre ich langsam durchs Fahrwasser. Heute stellt sich die Frage nach Segeln gar nicht erst, denn es ist absolut kein Wind. Wir tuckern gemütlich dahin nur ab und zu muss einer aus dem Cockpit und die Fahrtrichtung an der Selbststeueranlage korrigieren. Heute ist Müsli-Tag und dazu gibt es frisches Obst.
Unser Weg führt aus der Eastern Bay hinaus über die Chesapeake Bay und und in den Eastern River hinein. In Annapolis wollen wir einige Tage bleiben und von dort aus die Hauptstadt Washington besichtigen.
Es gibt ein öffentliches Mooring-Feld und wir finden problemlos eine freie Boje sehr geschützt und ganz in der Nähe der Stadt. Der junge und nette Hafenmeister kommt mit dem Boot vorbei und kassiert das Liegegeld – im Verhältnis zu den Preisen in den Marinas hier sind 35 Dollar die Nacht noch das echte Sonderangebot….

Mittwoch, 10. Januar 2018

Tag 191 - St. Anne - St. Pierre: Wetterbericht

Gestern waren wir noch unter Wasser, heute sind wir dann mal wieder „richtig“ auf dem Wasser unterwegs. Jan hat sich noch Segeln gewünscht und so machen wir uns auf den Weg nach Norden. Bei strahlender Sonne geht es los und die Herren machen (angeregt durch die Tipps von der MARIPOSA gestern) gleich mal zwei Köder klar.
Bei Setzen des Großsegels ist ein Zeisig (Band zum Befestigen des herabgelassenen Segels am Baum) ins Wasser gefallen und wie sich herausstellt hat er sich dann gleich in den zwei Angelleinen verwickelt und Chaos verursacht. Wir holen das ganze Gewirr und auch noch zwei Fische an Bord. Diesmal wirklich Barracudas (glauben wir zumindest nach Studium des Bestimmungsbuchs und des Internets). Das ist leider ein Problem, denn Barracudas sind Rifffische und können die auch für Menschen unangenehme Fischkrankheit Ciguatera haben. Daher verzichten wir auf das Festmahl.
 
Jan und ich entwirren erfolgreich die ganzen Schnüre und währenddessen bildet sich in Luv (Windseite) von uns eine große, schwarze Wolke, die unangenehm nach Regen und Wind aussieht. Wir verkleinern vorsichtshalber die – sowieso schon gerefften – Segel nochmals und dann geht es auch schon los und bläst aus allen Löchern.
Trotz (oder wegen?) des Wetters ist die Stimmung an Bord sehr gut:
Nach einer halben Stunde ist der Spuk vorbei und bei der Ansteuerung der Bucht von St. Pierre im Norden der Insel ist der Wind dann weg und wir bekommen stattdessen schlechte Sicht und teilweise Nebel.
Wir finden trotzdem einen Ankerplatz, gar nicht so einfach, denn das Wasser ist kurz vor der Küste noch über 20 m tief und steigt dann sehr schnell auf unter zwei Meter an. Kaum haben wir festgemacht, hört der Regen auf und die Abendsonne scheint pünktlich zu unserem Kaffeetrinken (mit leckeren Apfeltörtchen unseres Lieblingsbäckers) auf das Städtchen.
Abgerundet wird das abwechslungsreiche Wetter dann wieder durch einen pastellfarbenen Sonnenuntergang.

Donnerstag, 26. Oktober 2017

Tag 115 - Mogán-Tauro-Mogán: No Fish Today

Die Triton darf auch mal wieder etwas Seeluft schnuppern. Wir wollen mit unseren Freunden in eine nahegelegene Ankerbucht fahren. Zur Abwechslung ist heute auch in dieser geschützten Ecke Wind und so können wir sogar Segel setzen und einfach mal nur so zum Spaß segeln. Günter kennt sich mit angeln aus und baut ein beeindruckendes Gerät zusammen. Ich frage mich im Stillen, wie groß die eventuelle Beute wohl sein wird und was wir machen sollen, wenn tatsächlich ein Fisch anbeißt. Ich habe noch nie etwas getötet, das größer war als eine Fliege. Und auch die fange ich eher mit Glas und Bierdeckel und lasse sie dann frei…
Jedenfalls ist es interessant, die Technik mit der Angel zu beobachten und offensichtlich baut sich auch (bei 5-6 Knoten Fahrt) auch schon ohne zusätzlichen Fisch ganz schön Druck auf.

Glücklicherweise können wir das vom Leben zum Tode befördern auf einen anderen Tag verschieben und statt Fisch gibt es in der Ankerbucht Playa de Tauro dann eine Erfrischung zunächst im Wasser und dann im Cockpit. Nach einem sehr schönen Nachmittag fahren wir im Abendlicht den kurzen Weg zurück in unsere Marina.
Dabei können wir die diversen Wassersportaktivitäten beobachten. Neben der Glasbodenfähre, die regelmäßig bei uns im Hafen anlegt, sehen wir das gelbe U-Boot (eines der wenigen Passagier-U-Boote der Welt), Angelboote mit langen „Fühlern“, Jetskis (teilweise mit Anhängern), Katamarane mit und ohne Segel, Stand-Up-Paddler, Segelboote mit Gennaker oder Parasailor, Wasserskiboote und auch wieder (wie in den Rías) Boote die einen Fallschirm ziehen.
Heute Abend gibt es dann noch einen Abschieds-Cocktail mit unseren Freunden und Spaghetti Bolognese von Chefkoch Ralf an Bord. Morgen freuen wir uns dann auf Paul und Leonie.