Dienstag, 28. Juli 2026
Tag 54 - Aalborg: Von Blumen, Bienen und Bildern
Am Vormittag repariert Ralf das Dinghy, dass in einem Segment langsam Luft verloren hat. Offensichtlich ist es beim Ein- bzw. Auswassern an den Relingstützen hängengeblieben. Nach dem Mittagessen wollen wir dann noch einmal in die Stadt gehen, aber Ralfs Bremsen am Fahrrad funktionieren nicht richtig und es dauert eine Weile bis sie wieder in Ordnung und die Hände sauber sind.Dann fahren wir wieder auf den bekannten Wegen los - es ist nett, dass wir uns jetzt schon etwas in der Stadt auskennen. Wir suchen a) Sonnencreme für Ralf und b) eine Möglichkeit, mein Smartphone um den Hals zu hängen. Wohlgemut fahren wir zum ersten Telefonladen - geschlossen. Der zweite hat so etwas nicht und der dritte nur Apple Geräte und Zubehör... Aber es ist auf jeden Fall eine nette Methode, die Stadt zu erkunden und heute sind wesentlich mehr Menschen unterwegs, als die letzten Tage.Es gibt eine lange Fußgängerzone, durch die wir gestern abend noch alleine mit dem Fahrrad gefahren sind......und daneben auch sehr hübsche kleine Stäßchen mit bunten Häusern und den allgegenwärtigen Stockrosen.Diese sind ein absolutes Paradies für Hummeln, die begeistert von einer zur anderen Blüte fliegen und über und über mit Pollen gepudert sind.Wir kaufen in zwei verschiedenen Geschäften Sonnencreme und bekommen im vierten Handy-Laden den entscheidenden Tipp: etwas versteckt soll es ein Einkaufszentrum geben, in dem es einen Geschäft nur für Handyhüllen gibt - und wir finden dort tatsächlich eine Lösung. Ganz in der Nähe bekommt Ralf auch noch seinen Cappuccino aus einer Porzellan-Tasse. Erfolg auf der ganzen Linie!Nun können wir uns mit unserem nächsten "StoryHunt" Abenteuer beschäftigen. Im Jahr 2014 startete die Galeristin Lene Kirk das Street-Art-Projekt "Out in the Open", das Kunst in Form von großen Wandgemälden im wahrsten Sinne es Wortes auf die Straße bringt. Mittlerweile gibt es über 80 Gemälde und wir sehen einige davon auf unserem Spaziergang durch die Stadt. Damit ein Gemälde entstehen kann, muss zunächst eine geeignete Wand gefunden werden und die Genehmigung des Eigentümers eingeholt werden. Dann werden Sponsoren für Farbe, Gerüst und die Bezahlung einens möglichst renommierten Künstlers gesucht. Die Bilder sind sehr unterschiedlich, aber alle auf ihre Art eindruckvoll.Die App führt uns in Stadtteile und teilweise sogar in Hinterhöfe, in die wir ohne sie nie gekommen wären.Es ist eine sehr gute Idee, so aus langweiligen oder sogar hässlichen Wänden ungewöhnliche Kunstwerke zu schaffen (siehe auch Titelbild).Eines der interessantesten Bilder finde ich "Bird with bite" von Don John, einem dänischen Künstler, der es vorzieht, anonym zu bleiben. Die Vorlage für dieses Bild ist ein Linoldruck.Mittlerweile hat es begonnen zu regnen und wir gehen noch eine Runde einkaufen und fahren dann wieder zurück zum Boot. Wir werden weiter die Augen nach den Wandbildern offenhalten, denn in den vergangenen Tagen haben wir nur einen Bruchteil der Bilder gesehen. Es gibt noch einen Dusche, leckeres Abendessen und dann ist es schon wieder Zeit für mich zum Spülen und Bloggen, während Ralf im Cockpit den Tag ausklingen lässt.
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