Wie geplant fahren wir am Abend in Angra los Richtung São Miguel. Es geht zunächst nur langsam voran, den bei Wind aus nördlichen Richtungen sind wir in der Abdeckung von Terceira. Entsprechend fahren wir einige Manöver, davon zwei Halsen während des Abendessens... Dabei können wir hinter uns den Sonnenuntergang beobachten:
Aber dann kommen wir hinter der Insel heraus und der leichte Wind pustet uns bei recht ruhiger See in die gewünschte Richtung. Wir sind gleich wieder im Rhythmus der Wachen und ich habe Spaß bei meiner Tagwache in strahlender Sonne.
Und dann sind wir hinter der nächsten Insel, denn unser Zielhafen Ponta Delgada liegt an auch an der Südküste. Ein wenig dreht sich der Wind noch um die Ecke, aber dann ist er plötzlich weg und wir motoren die letzten 10 (von 100) sm.
Dabei fängt es dann auch noch an, richtig zu regnen. Wir hatten zwar schon ein paar graue Vormittage in Horta, aber so feucht wie jetzt war es schon lange nicht mehr. Wir suchen uns ein Box im großen Yachthafen und sehen mit Erstaunen nicht nur eine Superyacht sondern das erste Hochhaus!
Donnerstag, 4. Juli 2019
Mittwoch, 3. Juli 2019
Tag 57 - Angra: Arbeit und Pläne
Es muss mal wieder etwas gearbeitet werden und daher verbringen wir den Tag an Bord. Ralf bearbeitet unsere hölzernen "Ersatzteile": das neue Fenderbrett wird geschliffen, die Kanten abgerundet, Löcher zum Festmachen gebohrt und es wird seegangssicher festgeschraubt.
Der "Vollpfosten" bekommt einen Gewindestab eingeklebt und Verstärkungen und Löcher zum Befestigen - nun sind wir gespannt, wie er mit dem Gennaker funktioniert (das ist nur seine Transportposition - im Einsatz wird er vorne durch einen Ring gesteckt und ragt über den Bug hinaus).
Und dann kommt auch wieder der Lieblings-Rost-Entferner zum Einsatz - bald gibt es keine Stelle mehr, die nicht silbern glänzt...
Meine Arbeit lässt sich nicht so gut fotografieren, denn ich verbringe den Tag mit Briefen, Buchhaltung und Formularen (Symbolbild).
Außerdem mache ich die Navigation zu unserem nächsten Ziel - wir wollen heute Abend so um 19:30 lossegeln nach Ponta Delgada auf São Miguel, der Hauptinsel. Heute Nacht ist noch Wind, aber der soll morgen über den Tag schwächer werden und dann ganz weggehen. Wir rechnen mit ca. 16-20 Stunden für die 90 sm und hoffen, dass wir - zur Abwechslung - morgen im Tageslicht ankommen und nicht unterwegs auf halber Strecke den unterseeischen Vulkan treffen...
Der "Vollpfosten" bekommt einen Gewindestab eingeklebt und Verstärkungen und Löcher zum Befestigen - nun sind wir gespannt, wie er mit dem Gennaker funktioniert (das ist nur seine Transportposition - im Einsatz wird er vorne durch einen Ring gesteckt und ragt über den Bug hinaus).
Meine Arbeit lässt sich nicht so gut fotografieren, denn ich verbringe den Tag mit Briefen, Buchhaltung und Formularen (Symbolbild).
Außerdem mache ich die Navigation zu unserem nächsten Ziel - wir wollen heute Abend so um 19:30 lossegeln nach Ponta Delgada auf São Miguel, der Hauptinsel. Heute Nacht ist noch Wind, aber der soll morgen über den Tag schwächer werden und dann ganz weggehen. Wir rechnen mit ca. 16-20 Stunden für die 90 sm und hoffen, dass wir - zur Abwechslung - morgen im Tageslicht ankommen und nicht unterwegs auf halber Strecke den unterseeischen Vulkan treffen...
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Tag 56 - Terceira: Hoch hinauf und tief hinab
An der Süd-Ost-Ecke der Insel gibt es ebenfalls eine Aussicht zu bewundern...
...und dazu noch einen Leuchtturm für unsere Leuchtturm-Sammlung - im Hintergrund wieder die Doppel-Insel aus einer anderen Perspektive.
In der Mitte der Ostküste liegt die zweite größere Stadt der Insel: Praia da Vitória, in der wir unsere Mittagspause auf einem hübschen Platz mit einem mittelmäßigen Pizza verbringen.
Natürlich gibt es auch hier wieder eine Heilig-Geist-Kapelle, frisch gestrichen und ich kann Ralf nur zustimmen: "Die haben hier keine Angst vor Farbe...!"
Hatten wir beim Essen eben noch schöne Sonne, so hat sich das Wetter leider zugezogen und es fängt auch leicht an zu regnen, als wir auf den Aussichtspunkt oben über der Stadt ankommen. Aber auch unter grauen Wolken ist das Hafenbecken gut zu erkennen.
Neben dem Yacht-Hafen gibt es auch noch einen Handelshafen und sogar ein Industriegebiet - wir merken, dass die Insel wesentlich mehr Einwohner hat und dass hier - auch touristisch - mehr los ist. Ganz besonders deutlich wird das bei der Höhle "Algar do Carvão", wo auf dem Parkplatz neben zahlreichen Mietwagen sogar ein Reisebus steht.
Über einen Tunnel gelangen wir in das Innere der Höhle...
...die mit Treppen erschlossen ist (siehe oben) und in der es viele unterschiedliche Gesteinsformationen zu sehen gibt:
Durch einen Schacht gelangt Tageslicht ins Innere, dass immer schwächer wird, je weiter wir nach unten steigen.
Immer wieder fallen uns die so abwechslungsreichen Tiere und Pflanzen der Insel auf, so heute eine mutige Eidechse und immer wieder neue Blüten, Farne und Moose:
Die nette Dame in der Tourist-Information hatte uns empfohlen, in "Quinta dos Açores", sozusagen der Werksverkauf eines Unternehmens, das Fleisch und Milchprodukte von den Azoren herstellt und vermarktet. Unter anderem gibt es ca. 30 Sorten Eis - und das auch noch mit schöner Aussicht:
Unser letzter Aussichtspunkt des Tages ist dann noch das "Forte de São Sebastião", dass unseren Hafen in Angra überblickt.
Zu unserer Überraschung stellen wir fest, dass das Fort selbst keine Festung ist, sondern eine aufwendige Hotelanlage, allerdings mit ziemlich wenigen Gästen.
Abends kommen dann noch Annelie und Kim von der CASSE TETE vorbei, die mit ihrem Mietwagen von Praia aus hierher gefahren sind. Wir verbringen einen sehr netten Abend in der Bar am Hafen. Sie werden wohl noch eine Weile auf Terceira bleiben müssen, bis ihr Motor repariert ist.
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Dienstag, 2. Juli 2019
Tag 55 - Terceira: Wettergeschehen und Naturwunder
Nach den beiden Tagen in Angra wollen wir uns heute etwas auf der Insel umsehen. Terceira ist 29 km lang und 17,5 km breit und hat ca. 56.000 Einwohner. Ralf geht morgens zur Autovermietung und soll das für uns bestimmte Fahrzeug zusammen mit einer Praktikantin am Hafen abholen. Die beiden suchen das Auto, können es aber nicht finden. Hmmm. Gestern war an dieser Stelle doch der Straßen-Stierkampf. Hmmm. Und der hat verspätet angefangen, weil ein kleines weißes Auto im Weg stand und erst abgeschleppt werden musste. Hmmm. Langer Rede kurzer Sinn - das wäre unser Auto gewesen...
Große Aufregung in der Autovermietung aber wir bekommen ein anderes Fahrzeug und können uns auf den Weg machen. Eigentlich hatten wir vor, einen der höchsten Punkte der Insel anzufahren, wegen der schönen Aussicht dort, aber je höher wir kommen, umso dicker wird der Nebel bzw. die Wolkenschicht, bis wir die Hand vor Augen nicht mehr sehen können...
Etwas frustriert kehren wir um und probieren es lieber an der Küste. Dort sind die Wetterverhältnisse tatsächlich besser und wir entdecken verschiedene der kleinen Helig-Geist-Kapellen:
Nach und nach vertreibt die Sonne die Wolken und als wir den Leuchtturm an der Westseite der Insel erreichen haben wir schon blauen Himmel. Am 1. Januar 1980 wurde Terceira von einem Erdbeben schwer getroffen. Gerade in Angra wurden viele Häuser zerstört. Betroffen war auch der alte Leuchtturm, so das hier jetzt ein moderner Stahlturm steht. Es gibt einen schönen Picknick-Platz mit Grill, Pizzaofen und Waschräumen.
Ein Stück weiter haben wir - mal wieder - eine herrliche Aussicht auf eine Bucht und den blauen Atlantik:
Wir fahren weiter an der Westseite der Insel entlang und vom nächsten Miradouro aus sind gut die ordentlich angelegten Felder und Weiden zu erkennen:
Und wieder blüht es überall: Blumen, Bäume, Hecken, Sträucher - eine Vielzahl von Farben, Strukturen und Gerüchen!
Mittlerweile haben wir Hunger bekommen und finden - durchs Zufallsprinzip (was sieht nett aus und hat viele Besucher) das Restaurant "O Pedro" in Biscoitos. Die Speisekarte ist eine gewisse Herausforderung da unleserlich (portugiesisch und handgeschrieben) aber wir bestellen wieder "Alcatra" und es ist sehr lecker!
Nun geht es wieder zurück ins Landesinnere und hinauf in die Berge, aber nun ist der Nebel uns egal, denn wir wollen in die Höhle oder besser den Lavakanal "Gruta do Natal". Ausgerüstet mit Helmen steigen wir in die Tiefe. Nach der Beschreibung hat die "Weihnachtshöhle" wenige Höhenunterschiede und hohe Decken... Naja, für mich sind der unebene Boden und die ungesicherter Treppen (keine Normstufen...) eine echte Herausforderung... der Helm kommt öfter zum Einsatz und das letzte kurze Stück ist ca. 1m hoch...
Aber ich habe mit Hilfe von Ralf, meinem Stock und Hartnäckigkeit überlebt und kann die Geschichte erzählen und auf der Weiterfahrt die schöne Landschaft genießen, die mich etwas an den Schwarzwald erinnert.
Es gibt auch ein Wiedersehen mit den Stieren, die sich - wenn sie keinen Dienst haben - auf grünen dem Grasen (und wahrscheinlich Wiederkäuen) hingeben. Sie schauen auf, als wir mit dem Auto anhalten und entfernen sich, als wir aussteigen. Wahrscheinlich befürchten sie, wieder in die kleinen Kisten gesteckt und dann geärgert zu werden...
Es ist schon so spät, dass wir nur noch ein Ziel anfahren können, die "Furnas do Enxofre", vulkanische Schwefelquellen und Furmarolen. Ein gesicherter Rundgang führt durch das Gelände. Heute gibt es keine große Gasentwicklung und es riecht nur an einigen Stellen unangenehm nach Schwefel.
Als letzte Aktion geht es dann noch zum Einkaufen und zum Duschen im Hafen. Die Duschen schließen um 20:00 Uhr und das wird ganz subtil damit klargemacht, dass plötzlich nur noch kaltes Wasser kommt, dann nur noch heißes und dann wird es ganz abgestellt. Besonders nett, wenn man sich - wie Ralf - gerade eingeseift hat...
Große Aufregung in der Autovermietung aber wir bekommen ein anderes Fahrzeug und können uns auf den Weg machen. Eigentlich hatten wir vor, einen der höchsten Punkte der Insel anzufahren, wegen der schönen Aussicht dort, aber je höher wir kommen, umso dicker wird der Nebel bzw. die Wolkenschicht, bis wir die Hand vor Augen nicht mehr sehen können...
Nach und nach vertreibt die Sonne die Wolken und als wir den Leuchtturm an der Westseite der Insel erreichen haben wir schon blauen Himmel. Am 1. Januar 1980 wurde Terceira von einem Erdbeben schwer getroffen. Gerade in Angra wurden viele Häuser zerstört. Betroffen war auch der alte Leuchtturm, so das hier jetzt ein moderner Stahlturm steht. Es gibt einen schönen Picknick-Platz mit Grill, Pizzaofen und Waschräumen.
Ein Stück weiter haben wir - mal wieder - eine herrliche Aussicht auf eine Bucht und den blauen Atlantik:
Wir fahren weiter an der Westseite der Insel entlang und vom nächsten Miradouro aus sind gut die ordentlich angelegten Felder und Weiden zu erkennen:
Und wieder blüht es überall: Blumen, Bäume, Hecken, Sträucher - eine Vielzahl von Farben, Strukturen und Gerüchen!
Mittlerweile haben wir Hunger bekommen und finden - durchs Zufallsprinzip (was sieht nett aus und hat viele Besucher) das Restaurant "O Pedro" in Biscoitos. Die Speisekarte ist eine gewisse Herausforderung da unleserlich (portugiesisch und handgeschrieben) aber wir bestellen wieder "Alcatra" und es ist sehr lecker!
Nun geht es wieder zurück ins Landesinnere und hinauf in die Berge, aber nun ist der Nebel uns egal, denn wir wollen in die Höhle oder besser den Lavakanal "Gruta do Natal". Ausgerüstet mit Helmen steigen wir in die Tiefe. Nach der Beschreibung hat die "Weihnachtshöhle" wenige Höhenunterschiede und hohe Decken... Naja, für mich sind der unebene Boden und die ungesicherter Treppen (keine Normstufen...) eine echte Herausforderung... der Helm kommt öfter zum Einsatz und das letzte kurze Stück ist ca. 1m hoch...
Aber ich habe mit Hilfe von Ralf, meinem Stock und Hartnäckigkeit überlebt und kann die Geschichte erzählen und auf der Weiterfahrt die schöne Landschaft genießen, die mich etwas an den Schwarzwald erinnert.
Es gibt auch ein Wiedersehen mit den Stieren, die sich - wenn sie keinen Dienst haben - auf grünen dem Grasen (und wahrscheinlich Wiederkäuen) hingeben. Sie schauen auf, als wir mit dem Auto anhalten und entfernen sich, als wir aussteigen. Wahrscheinlich befürchten sie, wieder in die kleinen Kisten gesteckt und dann geärgert zu werden...
Es ist schon so spät, dass wir nur noch ein Ziel anfahren können, die "Furnas do Enxofre", vulkanische Schwefelquellen und Furmarolen. Ein gesicherter Rundgang führt durch das Gelände. Heute gibt es keine große Gasentwicklung und es riecht nur an einigen Stellen unangenehm nach Schwefel.
Als letzte Aktion geht es dann noch zum Einkaufen und zum Duschen im Hafen. Die Duschen schließen um 20:00 Uhr und das wird ganz subtil damit klargemacht, dass plötzlich nur noch kaltes Wasser kommt, dann nur noch heißes und dann wird es ganz abgestellt. Besonders nett, wenn man sich - wie Ralf - gerade eingeseift hat...
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Montag, 1. Juli 2019
Tag 54 - Angra do Heróismo: Weiße Kronen und schwarze Stiere
Um 10:00 Uhr gibt es eine Heilig-Geist-Prozession, die direkt bei uns am Hafen startet und bis zur Kathedrale führt. Auf den Azoren hat die Heilig-Geist-Verehrung eine große Tradition, es gibt zahlreiche kleine Kapellen (Impérios), Bruderschaften aus deren Mitte ein Imperador gewählt und gekrönt wird und verschiedene Feierlichkeiten. Heute sind offensichtlich Abordnungen der Kapellen mit Schildern und Flaggen gekommen und die Kronen werden stolz durch die Stadt getragen.
Im Gegensatz zu gestern Abend sind aber nicht so viele Zuschauer dabei - wahrscheinlich müssen sich die meisten noch von der Nacht erholen, in der der letzt DJ erst um 3:00 Uhr morgens mit seinem Programm begonnen hat... Wir setzen jedenfalls unser begonnenen Besichtigungsprogramm fort und laufen zum "Museo de Angra do Heróismo", das unser Reiseführer wärmstens empfiehlt. Das Museum ist in einem ehemaligen Franziskaner-Kloster untergebracht und ganz unerwartet haben wir das Vergnügen, ein kostenloses Konzert in der dazugehörenden Kirche "Nossa Senhora da Guia" zu hören. Barokmusik von Pachelbel und Kerll auf der Orgel und eine Sonate von Vivaldi für Cello und Cembalo.
Auch die Kirche selbst - die ebenfalls aus Museum genutzt wird - ist sehenwert:
In den anderen Ausstellungsräumen gibt es im Erdgeschoss einen bunten Mix von moderner Kunst bist zu historischen Waffen und Kutschen. Das Obergeschoss beschäftigt sich mit portugiesischer Geschichte, insbesondere in Bezug auf Terciera. Die verschiedenen Epochen sind durch unterschiedliche Farben gekennzeichnet und es gibt in jedem Teil dazu Filme, leider nur auf Portugiesisch.
Aus der wechselvollen Historie nur ein kurzer Ausschnitt: Napoleon versuchte, auf seinen Eroberungszügen durch Europa natürlich auch, Portugal einzunehmen. Auch wenn das mit Hilfe der Briten (Wellington!) letztendlich verhindert werden konnte, floh doch die königliche Familie nach Brasilien. Zwischen den Söhnen des geflohenen Königs kam es nach dessen Tod zu Streitigkeiten: der Miguelistenkrieg - Liberale gegen Absolutisten (1832-1834). Die Azoren, insbesondere Terceira, standen auf des Seite des bereits gestern erwähnten Dom Pedro IV und unterstützten ihn bei seinem siegreichen Feldzug. Durch seine Tocher, Königing Maria II, bekamen zwei Städt auf Terceira Beinamen: Angra wurde wegen seiner Standhaftigkeit der Zusatz "do Heróismo" verliehen und Praia da Vitória wurde wegen eines Sieges über die Absolutisten entsprechend benannt.
Nach der Besichtigung laufen wir zurück an den Hafen, wo wir in den Buden vor der Kirche "Igreja da Miserocórdia" etwas zu Mittag essen.
Und dann ist es schon Zeit uns einen guten Platz für die nächste Veranstaltung zu suchen: "Tourada a corda" (Stierkampf am Seil). In diesem Fall findet sie am Wasser und es haben sich schon jede Menge Schaulustige, auch mit Booten, versammelt.
Der Legende nach verhinderten die Einwohner von Terceira am 25. Juli 1581 den Landungsversuch von spanischen Invasoren, indem sie Stiere auf sie losließen. Daher sind auch zwei Stiere im Wappen der Azoren zu sehen (Neben einer Taube für den Heiligen Geist, neun Sternen für die neun Inseln und einem Habicht als Wappenvogel). Die Inschrift „Antes morrer livres que em paz sujeitos“ bedeutet: „Lieber als Freie sterben, als im Frieden Unterworfene zu sein“.
Egal ob das stimmt, es finden mehr als 200 dieser Straßen-Stierkämpfe jedes Jahr auf Terceira statt. Die Tiere werden in bunten Kisten (Gaiolas) zum Kampfstätte gebracht und nacheinander herausgelassen, was durch einen Knall angezeigt wird. Die Bullen werden von "Pastores" in traditioneller Kleidung mit einem Seil "kontrolliert", um zu verhindern, dass sie das "Arrarial" verlassen. Mutige (oder verrückte) Freiwillige provozieren den Bullen, teilweise mit Jacken oder Regenschirmen.
Die Stiere verfolgen die Teilnehmer sogar bis ins Wasser...
...und mein Eindruck ist, dass sie (die Stiere) bei dem warmen Wetter heute lieber einen Eimer Süßwasser und ein Bad hätten, als sich von den blöden Menschen ärgern zu lassen... Wir schauen uns nur zwei (von vier) Tieren an und gehen als dieses - angezeigt von zwei Knallsignalen - wieder in seiner Kiste ist, zurück auf unser schattiges Boot.
Von dort aus haben wir einen Logenplatz und das Abschluss-Feuerwerk zu beobachten, dass den 10-tägigen Feier-Marathon beendet - uns haben zwei Tage ausgereicht! Morgen wollen wir beginnen, den Rest der Insel zu erkunden.
Im Gegensatz zu gestern Abend sind aber nicht so viele Zuschauer dabei - wahrscheinlich müssen sich die meisten noch von der Nacht erholen, in der der letzt DJ erst um 3:00 Uhr morgens mit seinem Programm begonnen hat... Wir setzen jedenfalls unser begonnenen Besichtigungsprogramm fort und laufen zum "Museo de Angra do Heróismo", das unser Reiseführer wärmstens empfiehlt. Das Museum ist in einem ehemaligen Franziskaner-Kloster untergebracht und ganz unerwartet haben wir das Vergnügen, ein kostenloses Konzert in der dazugehörenden Kirche "Nossa Senhora da Guia" zu hören. Barokmusik von Pachelbel und Kerll auf der Orgel und eine Sonate von Vivaldi für Cello und Cembalo.
Auch die Kirche selbst - die ebenfalls aus Museum genutzt wird - ist sehenwert:
In den anderen Ausstellungsräumen gibt es im Erdgeschoss einen bunten Mix von moderner Kunst bist zu historischen Waffen und Kutschen. Das Obergeschoss beschäftigt sich mit portugiesischer Geschichte, insbesondere in Bezug auf Terciera. Die verschiedenen Epochen sind durch unterschiedliche Farben gekennzeichnet und es gibt in jedem Teil dazu Filme, leider nur auf Portugiesisch.
Aus der wechselvollen Historie nur ein kurzer Ausschnitt: Napoleon versuchte, auf seinen Eroberungszügen durch Europa natürlich auch, Portugal einzunehmen. Auch wenn das mit Hilfe der Briten (Wellington!) letztendlich verhindert werden konnte, floh doch die königliche Familie nach Brasilien. Zwischen den Söhnen des geflohenen Königs kam es nach dessen Tod zu Streitigkeiten: der Miguelistenkrieg - Liberale gegen Absolutisten (1832-1834). Die Azoren, insbesondere Terceira, standen auf des Seite des bereits gestern erwähnten Dom Pedro IV und unterstützten ihn bei seinem siegreichen Feldzug. Durch seine Tocher, Königing Maria II, bekamen zwei Städt auf Terceira Beinamen: Angra wurde wegen seiner Standhaftigkeit der Zusatz "do Heróismo" verliehen und Praia da Vitória wurde wegen eines Sieges über die Absolutisten entsprechend benannt.
Nach der Besichtigung laufen wir zurück an den Hafen, wo wir in den Buden vor der Kirche "Igreja da Miserocórdia" etwas zu Mittag essen.
Und dann ist es schon Zeit uns einen guten Platz für die nächste Veranstaltung zu suchen: "Tourada a corda" (Stierkampf am Seil). In diesem Fall findet sie am Wasser und es haben sich schon jede Menge Schaulustige, auch mit Booten, versammelt.
Der Legende nach verhinderten die Einwohner von Terceira am 25. Juli 1581 den Landungsversuch von spanischen Invasoren, indem sie Stiere auf sie losließen. Daher sind auch zwei Stiere im Wappen der Azoren zu sehen (Neben einer Taube für den Heiligen Geist, neun Sternen für die neun Inseln und einem Habicht als Wappenvogel). Die Inschrift „Antes morrer livres que em paz sujeitos“ bedeutet: „Lieber als Freie sterben, als im Frieden Unterworfene zu sein“.
Egal ob das stimmt, es finden mehr als 200 dieser Straßen-Stierkämpfe jedes Jahr auf Terceira statt. Die Tiere werden in bunten Kisten (Gaiolas) zum Kampfstätte gebracht und nacheinander herausgelassen, was durch einen Knall angezeigt wird. Die Bullen werden von "Pastores" in traditioneller Kleidung mit einem Seil "kontrolliert", um zu verhindern, dass sie das "Arrarial" verlassen. Mutige (oder verrückte) Freiwillige provozieren den Bullen, teilweise mit Jacken oder Regenschirmen.
Die Stiere verfolgen die Teilnehmer sogar bis ins Wasser...
...und mein Eindruck ist, dass sie (die Stiere) bei dem warmen Wetter heute lieber einen Eimer Süßwasser und ein Bad hätten, als sich von den blöden Menschen ärgern zu lassen... Wir schauen uns nur zwei (von vier) Tieren an und gehen als dieses - angezeigt von zwei Knallsignalen - wieder in seiner Kiste ist, zurück auf unser schattiges Boot.
Von dort aus haben wir einen Logenplatz und das Abschluss-Feuerwerk zu beobachten, dass den 10-tägigen Feier-Marathon beendet - uns haben zwei Tage ausgereicht! Morgen wollen wir beginnen, den Rest der Insel zu erkunden.
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