Donnerstag, 15. Mai 2025

Tag 5 - Largs&Failie Quay: Sie schwimmt wieder!

Heute müssen wir packen und aufräumen und unsere kleine Wohnung mit dem Hinterhof-Charme verlassen. Sie war zwar eng und einfach, aber für unsere Zwecke gut geeignet und zentral gelegen.
In der Werft erfahren wir, dass unser Krantermin erst um 13:00 Uhr ist und so nutzen wir die Zeit, um schon mal die erste Runde einkaufen zu gehen. Da wir vermuten, dass die Versorgungsmöglichkeiten auf den Inseln eher schlechter sind als hier und Norwegen sicherlich teurer ist, packen wir zwei Einkaufswagen voll. Die Frage ist, ob das alles in den blauen Panzer passt, der von innen deutlich kleiner ist als von außen.
Da sich die Rückbank umlegen lässt, klappt das Verladen und wir können zurück in Fairlie Quay bis dicht ans Boot fahren und alles mit einer Leine hochziehen.
Ich mache noch ein Foto von unserer frisch lackierten Schraube (zum Vergleich rechts vorher und vorbereitet für den Lack).
Und dann geht es auch schon los bei der TRITON. Erst wird sie auf ein Gestell geladen und von einem Traktor gezogen zum Travellift gebracht und dann fährt dieser sie zum Wasser, wo es dann schnell abwärts geht. (siehe auch Titelbild). 
Wir gehen an Bord, der Motor springt gleich an und dann sind wir schon unterwegs zum Hafen in Largs, wo wir einen Liegeplatz gebucht haben.
Bei ganz wenig Wind ist anlegen kein Problem und dann entspannen wir ein wenig im Cockpit. Wir sind sehr zufrieden, wie gut alles geklappt hat!
Dann räumen wir das Deck auf, Ralf zieht eine neue Reffleine für die Fock ein und ich mache mich daran, den Inhalt von Reise- und Einkaufstaschen sinnvoll im Schiff zu verstauen. Wie jedes Jahr habe ich Bedenken, ob alles hineinpasst und wie jedes Jahr findet dann doch alles seinen Platz. Heute gibt es noch ein kleines Abendessen an Bord und Ralf läuft zur Werft, um unser Auto hier in den Hafen zu holen. Es sind noch verschiedene Arbeiten zu erledigen (z.B. Segel anschlagen und frische Lebensmittel kaufen), aber für morgen haben wir auch noch andere Pläne... 

Mittwoch, 14. Mai 2025

Tag 4 - Largs&Fairlie Quay: Es geht voran!

Heute gibt es diverse Arbeiten an der TRITON, bei denen ich nicht wirklich helfen kann. Also bleibe ich erst einmal in unserer Wohnung, studiere Karten und Handbücher (siehe Titelbild) und mache mir Gedanken über unsere Route und die nächsten Ziele. Im Moment sind wir in Largs im Firth of Clyde (blauer Punkt). Grundsätzlich wollen wir erst einmal zu den Hebriden, einer Inselgruppe an der schottischen Westküste. Dazu müssen wir das bekannte "Mull of Kintyre" runden (unten Mitte) - hier der Song von Paul McCartney: Klick. Wir wollen die verschiedenen Inseln besuchen, z.B. Islay mit seinen Whisky-Brauereien, Skye oder Harris, wo Ralf gerne eine Weste aus dem berühmten Tweed kaufen möchte.
Heute ist Ralf aber erst einmal gut auf dem Boot beschäftigt, stellt die Wantenspannung ein, lackiert die Propeller (von Motor und Bugstrahlruder), und bringt neue Befestigungen für die Rettungsinsel an. Nach dem Mittagessen begleite ich ihn dann zum Boot und wir ziehen schon einmal ein paar Taschen hoch. Der Polierer hat gute Arbeit geleistet und die TRITON glänzt mit ihren 41 Jahre wie neu!
Ich mache ein paar Bilder vom Mast der HOKUKEA, die - wie berichtet - neben uns steht und schicke sie an die Eigner, die im Moment in Irland sind. Der Mast ist beeindruckend lang mit drei Paar Salingen und passt nur mit Ultra-Weitwinkel aufs Foto.
Wir sind sehr zufrieden mit den Fortschritten heute und aus unserer Sicht kann der Krantermin morgen stattfinden. Wir können dann hoffentlich auf die TRITON umziehen, wenn sie wieder im Wasser liegt.

Dienstag, 13. Mai 2025

Tag 3 - Largs&Fairlie Quay: Gut zu tun

Als wir vormittags zur Werft kommen, erwartet uns ein sehr erfreulicher Anblick: die TRITON und die HOKUKEA von MJ und Adam aus Hawaii, die wir letztes Jahr mehrfach getroffen haben, stehen nebeneinander auf dem Hof. Beide von Hallberg Rassy, aber mit 40 Jahren Altersunterschied.
Wir hören, dass unser Mast heute Nachmittag gestellt werden soll, also machen wir uns gleich daran, ihn vorzubereiten. Ein neues Dampferlicht muss montiert werden und der Mast ist natürlich staubig und benötigt eine Wäsche und danach eine Schicht Aluminium-Öl. Außerdem werden alle beweglichen Teile mit Silikon-Spay eingesprüht. Dazu muss er erst einmal ausgepackt werden.
Ich werde von einem Werft-Mitarbeiter zum anderen geschickt, weil wir für die Reinigung gerne einen Wasserschlauch haben wollen und schließlich klappt es, nachdem wir ihn mit unserem eigenen Schlauch und unseren vorrätigen Gardena-Teilen verlängert haben. Wir sind sehr erstaunt, wie warm es in Schottland werden kann - in der Mittagshitze bestimmt knapp 30 Grad... wir haben uns schon vorsichtshalber mit Sonnencreme eingeschmiert und aktivieren jetzt auch noch unsere Sonnenhüte. Zum Schluss wird wieder alles gut festgebunden.
Nach diesen Anstrengungen brauchen wir etwas zu essen und eine Siesta. Dazu geht es zurück in unsere Mini-Wohnung. Der Platz zwischen Küchenzeile und Wand ist so schmal, das ich nur längs durchkomme und wenn wir den (sehr schönen und großen) Toaster benutzten, geht der Rauchmelder an...
Pünktlich um 15:00 Uhr sind wir wieder in der Werft und tatsächlich steht der große Kran bereit, um den Mast auf die TRITON zu heben. Sehr ungewöhnlich finden wir, dass der Mast zum Hochheben ganz oben (und nicht unterhalb der Saling) befestigt wird (siehe Titelbild). Dort wäre er im Gleichgewicht, aber mit der hier verwendeten Methode muss der schwere Fuss mit einem kleinen Karren transportiert werden. Doch viele Wege führen nach Rom und am Ende steht der Mast wo er stehen soll.
Pünktlich bis 16:30 Uhr ist die Arbeit am Mast geschafft und das bedeutet, dass Ralf (und ich) wieder Kaffee, Cola und Kuchen bekommen.
Danach geht es zur dritten Runde ans Boot: die Propeller von Motor und Bugstrahlruder müssen gereinigt werden und die Opferanoden müssen getauscht werden. Die unedlere Opferanode schützt in unserem Fall den Propeller aus Messing vor Korrosion im elektrochemisch aggressivem Salzwasser, indem sie "opfert" und statt dessen verbraucht wird. Hier ein Vergleich von alter und neuer Anode.
Der Bootspolierer ist auch schon da, und wir können  uns eine Rotex von ihm ausleihen. Damit kann Ralf schnell und einfach reinigen und für die neue Farbe vorbereiten.
Wir sind sehr zufrieden mit den heute erledigten Arbeiten! Morgen wir das Boot dann fertig poliert und wir sind - nach einem Blick auf den Wetterbericht - optimistisch, dass es wie geplant am Donnerstag ins Wasser kommen kann.

Montag, 12. Mai 2025

Tag 2 - Largs: Nicht viel zu tun

Wir verbringen eine gute und ruhige Nacht und lassen es morgens langsam angehen. Die letzten Wochen waren doch recht anstrengend und intensiv. Natürlich wollen wir nach der TRITON schauen, die heute aus der Halle gebracht werden soll, um sie zu waschen und zu polieren. Gute Nachricht: die TRITON ist noch da! Schlechte Nachricht: Sie steht abgedeckt im hinteren Ende der Halle.
Hier können wir erst einmal nicht arbeiten, also machen wir uns auf die Suche nach unserem Mast und dem Rigger, der ihn im Winter verpackt hat und jetzt wieder zusammenbauen soll. Gute Nachricht: Der Mast ist noch da! Schlechte Nachricht: er liegt so, dass wir daran nicht arbeiten können und der Rigger ist auch nicht in seiner Werkstatt.
Also "müssen" wir uns anders beschäftigen, fahren zum Hafen, der gleich um die Ecke ist und gehen dort erst einmal ein wenig spazieren. Am anderen Ende der Bucht steht der "Pencil", ein Monument, dass an den "Battle of Largs" am 2. Oktober 1263 während des Schottisch-Norwegischen-Kriegs erinnern soll (siehe Titelbild). Wir kaufen verschiedene Handbücher beim Schiffsausrüster im Hafen, buchen einen Liegeplatz - weil wir hoffen, dass die TRITON wie geplant am Donnerstag ins Wasser kommt und essen eine Kleinigkeit zu Mittag.
Danach kehren wir für eine kurze Siesta in unser Wohnung zurück, bevor wir den kurzen Weg zum Zentrum laufen. Wer Ralf kennt weiß warum: es ist Zeit für Kaffee und Kuchen... Leider verläuft die Suche nach einem Hut ergebnislos. Es ist weiterhin wunderbares Wetter und so warm haben wir Schottland bisher noch nicht erlebt.
Ralf läuft noch eine Runde auf dem Weg am Ufer des Firth of Clyde (laut Tripadvisor die Nr. 1 Attraktion in Largs), während ich auf einer Bank den Blick aufs Wasser genieße. Direkt hinter mir stehen die Besucher Schlange für Kaffee und Eis und die Möwen suchen nach Essensresten.
Nach zwei eher mäßigen Fast-Food-Essen kaufen wir uns zum Abendessen Zutaten für einen großen Salat, verschiedene Käsesorten und Brot - richtig lecker. Zusätzlich amüsieren wir uns mit englischem bzw. schottischen Fernsehen, bei dem wir genau zuhören müssen, um den Akzent zu verstehen. Draußen geht die Sonne unter und wir haben aus unserem Wohnzimmerfenster den Blick auf eine typische Straße (und unsern blauen Panzer).

Sonntag, 11. Mai 2025

Tag 1 - Griesheim-Largs: Betreutes Reisen

Irgendwie ist es immer sehr schnell wieder Mai und wie jedes Jahr gibt es vor dem Abflug noch einiges zu tun - aber bekanntlich ist nichts besser als ein Termin, um etwas geschafft zu bekommen und die langen To-Do-Listen werden alle erfolgreich abgearbeitet. Am Samstag abend bekommen wir noch "einen Salat" von Hildegard... die Veranstaltung wird dann sehr nett, mit drei Salaten, Grillen und Erdbeerkuchen - Danke! Am nächsten Morgen versammelt sich dann das Verabschiedungs-Komitee und unsere Freude Carola und Günter bringen uns netterweise zum Flughafen.
Wir haben unsere Bordkarten schon, können unsere Taschen selbst einchecken, haben keine Schlagen bei Sicherheit und Passkontrolle und bestes Flugwetter (siehe Titelbild). Der Flug ist 10 Minuten zu früh, das Gepäck ist da und auch die seit April erforderliche elektronische Einreise-Genehmigung (ETA)für UK funktioniert problemlos. Wir haben auch das Auto schon gebucht und gehen frohgemut zum Hertz-Schalter.
Wir buchen gerne kleine, sparsame Autos, gerne auch schon mit ein paar Lack-Schäden, damit es nicht mehr so darauf ankommt. Wie sich herausstellt, ist kein kleines Auto mehr da und so werden wir upgegradet auf einen SUV mit fetten Reifen und Metallic-Lackierung. Von außen sieht das Teil aus, wie ein Panzer, aber innen ist nur wenig Platz und Ralf kann kaum durch die niedrige Frontscheibe schauen.
Wir packen den Kofferraum und den Rücksitz voll und fahren erst einmal zu einem Einkaufszentrum mit Vodafone-Laden, weil Ralf eine neue Telefonkarte kaufen will. Das ist immer schwierig mit einem deutschen Telefon und ohne Wohnsitz in UK, aber die nette Verkäuferin hilft geduldig und schließlich ist es geschafft. Auch deutsche Scheckkarten funktionieren nicht immer und unser erster Versuch, etwas Bargeld abzuheben klappt nicht... Aber wir können dann ein paar Euros umtauschen.
Ich gehe noch etwas shoppen und finden für Ralf Kaffee und Kuchen. Das Zentrum ist gut besucht und alle Läden sind vermietet - hier scheint so etwas noch zu laufen. Dann machen wir uns mit unserem blauen Panzer auf den Weg an die Küste nach Largs. Das Land ist grün und hügelig und immer wieder sind Schafe zu sehen.
In Largs habe ich eine kleine Wohnung über Airbnb gebucht. Wir bekommen eine Nachricht mit dem Schlüsselcode für die Tür und können so selbst einchecken. Die Bausubstanz ist einfach und der Schnitt der Wohnung gewöhnungsbedürftig, aber sie ist gut ausgestattet und liegt direkt am Stadtzentrum. Nach einer kurzen Erholungspause machen wir uns dann auf Nahrungssuche und beginnen unseren Schottland-Aufenthalt mit klassischen Fish 'n Chips.
Insgesamt hat alles wie geplant geklappt und wir sind froh, dass wir gut hier gelandet sind. Nun sind wir morgen gespannt, wie die TRITON den Winter überstanden hat. Largs liegt direkt am Firth of Clyde und wir können noch die Ankunft der Fähre beobachten.