Wieder geht es morgends mit dem Bus los, heute über Oldenburg nach Lübeck in ein Industriegebiet. Dort haben wir ein Leihauto gebucht, mit dem wir unser umfangreiches Gepäck nach Hause transportieren wollen. Wenn wir nun schon in Lübeck sind, wollen wir die Gelegenheit nutzen, uns einen Eindruck von der Stadt zu verschaffen. Wir kaufen aber erst einmal ein paar nette Sandwiches zur Stärkung und kommen auf einer Bank mit einem Einheimischen ins Gespräch. Auf dem Weg zu seiner Empfehlung (die "Gänge") kommen wir an einem Kirchturm vorbei, auf dem oben Menschen zu sehen sind und entscheiden uns für einen kurzen Blick über die Stadt. Wie so oft bei unseren Unternehmungen wird das eine längere Sache... Wie sich herausstellt ist St. Petri eine ganz besodere Kirche, denn auf den ersten Blick wirkt das Innere wie eine Baustelle.Der Innenraum ist weiß gestichen und fast völlig leer. In einer Ecke steht eine Orgel und in der Apsis hängt ein einsames Kreuz. Eine Neonschrift versichert jedoch, dass es sich um einen Kirche handelt. Es ist allerdings eine Kirche ohne Gemeinde und ohne klassischen Sonntagsgottesdienst. Sie wird genutzt für Kunst, Kultur, Wissenschaft, Bildung, Konzerte, Empfänge und religions-philosophische Veranstaltungen - eine großartige Idee, die sehr gut angenommen wird. Eine kleine Ausstellung informiert über die Kirchengeschichte.Mit einem Aufzug fahren wir hoch auf den Turm und haben von dort aus einen wunderbaren Blick über die Stadt. Hier im Vordergrund unser kleines enges Parkhaus und im Hintergrund den Lübecker Dom, eine der fünf Altstadtkirchen, die mit ihren insgesamt sieben Türmen das Stadtbild prägen.Ebenfalls einen Doppelturm hat die Marienkirche neben dem Rathausplatz. Im Vordergund das ungewöhliche Dach von Peek&Cloppenburg.
Natürlich können wir von hier aus auch das Holstentor, das Wahrzeichen der Stadt sehen (siehe auch Titelbild). Das Tor und Teile der Altstadtinsel sind UNESCO Welterbestätte: "Die Hansestadt Lübeck ist ein außergewöhnliches Sinnbild der Macht und historischen Bedeutung der Hanse... Die historische Struktur der Altstadtinsel mit ihrem klingenförmigen Grundriss aus der Gründerzeit der Stadt bezeugt die Entfaltung Lübecks zum Handelszentrum."Wir haben noch ein wenig Zeit bis zu unserem nächsten Programmpunkt und laufen noch etwas durch die Stadt. Ich werfen einen Blick auf (und in) die Verkaufsstelle des berühmten Niederegger Marzipans und auf die Cafés am Ufer der Trave. Uns fallen auch verschiedene bunt bemalte Stromkästen auf.Schon vorher in der Stadt und vom Turm aus war uns ein ungewöhnliches Gebäude aufgefallen, bei dem ein weißes Gebäude vor einer Mauer mit Türmen und Löchern stand.Wir lernen, dass es sich um das Rathaus handelt, das zunächst im Stil der Backsteingotik erbaut wurde, aber später diverse An- und Umbauten erhielt, so z.B. durch einen Holzvorbau aus der Renaissance. Im Inneren für ein Renaissance-Portal (mit zwei unterschiedlich großen Türen) in einen Gerichts- und Audienz-Saal, der mit allegorischen Gemälden aus der Rokoko-Zeit geschmückt ist.Um den Stilmix komplett zu machen, sind das Treppenhaus und der Bürgerschaftssaal im neugotischen Stil gestaltet. Viele der großen Repräsentationsräume wurden in Büros aufgeteilt, die auch heute noch benutzt werden.Zum Kaffeetrinken kehren wir in das wundebare Café in der St.-Petri-Kirche zugrück und genießen leckeren Kuchen in der Sonne. Ralf läuft noch zum Historischen Hafen und dann machen wir uns auf den Weg nach Travemünde, wo wir Onkel Volker, den Bruder meines Vaters, zum Essen beim Italiener treffen.Wir verbringen einen netten Abend und habe uns viel zu erzählen, denn Volker war ebenfalls ein begeisterter Segler und hat unter anderem fünf Mal den Atlantik überquert. Am Schluss begleiten wir ihn noch zur Fähre, die ihn wieder zurück über die Trave zum Rosenhof bringt.












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