Wir wollen weiter durch den großen Belt und haben uns als Ziel den Hafen von Korsør ausgesucht - nur 18 Seemeilen entfernt. Der Wind soll insgesamt aus Nordwest kommen mit Boen bis zu 18 Knoten (Windstärke 5). Guter Dinge fahren wir bei strahlender Sonne los. Sicherheitshalber haben wir bereits Fock und Großsegel gerefft. Da der Wind von hinten kommt, ist die Fock ausgebaumt. Nach und nach wirdder Himmel hinter uns immer dunkler und der Wind nimmt immer weiter zu.Wir haben deutlich mehr als die vorhergesagten 18 Knoten Wind und beschließen, das Großsegel ganz herunter zu nehmen (siehe Titelbild). Nur mit der gerefften Fock machen wir bei 25 Knoten Wind (Stärke 6) immer noch schnelle Fahrt.Dann beginnt es auch noch, heftig zu regnen. Bei Wind von hinten nützt da unser schönes Dach nicht viel und wir installieren unseren Regenvorhang. Ralf aktiviert seinen schönen neuen Südwester.Wir sind schnell unterwegs und die Brücke über den großen Belt kommt immer näher. Die Durchfahrt ist ein Nadelöhr und hier sind große Schiffe unterwegs. Gerade ist aber keines in Sicht und wir beschließen, das Fahrwasser diagonal zu kreuzen. Auf einmal werden wir auf Kanal 16 von BELT TRAFFIC angefunkt und nach unseren Absichten gefragt. Wir antworten, dass wir nach Korsør wollen und werden darauf hingewiesen, dass wir das "Traffic Separation Scheme" (im Bild rot umrandet), also das Verkehrstrennungsgebiet, unter der Brücke umfahren müssen (Kurs Triton in gelb).Gut, dass wir nur noch unter Fock fahren und so den Kurswechsel einfach vornehmen können. Auch der Regen ist deutlich weniger geworden.Wir müssen aber noch die Zufahrt zum Verkehrstrennungsgebiet überqueren und es ist immer die Frage, ob wir es schaffen, noch vor einem Schiff zu passieren oder ob es besser ist, sicherheitshalber dahinter entlang zu fahren. Ralf ist für vor dem Schiff und so ist es noch einmal spannend und wir werfen für wenige Minuten die Maschine zur unterstützung an.Das war mit Wind, Regen, Segelmanövern, Brückendurchfahrt und Schiffsbegegnungen eine spannende Fahrt und wir sind froh, als wir gut im Hafen von Korsør angelegt haben.Wir laufen noch zum Hafenbüro um das Liegegeld zu bezahlen und ein sehr leckeres Softeis zu essen. Mittlerweile ist der Himmel wieder blau.Aber heute ändert sich das Wetter sehr schnell und auf dem Rückweg zum Boot ziehen hinter der Brücke schon wieder dunkle Wolken auf.Nach Jahren in Tidenrevieren wo wir entweder längsseits am Steg oder in Boxen mit Fingerstegen angelegt haben, müssen wir uns hier in der Ostsee erst einmal wieder an Boxen mit Heckpfählen gewöhnen. Insbesondere bedeutet das, dass wir nicht an der Seite sondern über unseren hohen Bug aus- und einsteigen müssen. Wir haben dazu eine Leiter und noch zusätzlich einen Hocker.Zum Abschluss eines Tages mit so unterschieldichem Wettergeschehen bekommen wir noch einen dramatischen Sonnenuntergang.












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