Montag, 27. Juli 2026
Tag 53 - Aalborg: Sydney, Roboter, Lego und eine Storyhunt
Aalborg ist die viertgrößte Stadt Dänemarks (nach Kopenhagen, Aarhus und Odense) und hat wirklich einiges zu bieten. Wir besuchen heute als erstes das Utzon Center, benannt und entworfen von dem dem aus Aalborg stammenden Architekten Jørn Utzon (1918-2008). Er wurde vor allem durch den Entwurf und Bau des Opernhauses in Syndey mit den an Muscheln oder Segel erinnernden Dächern bekannt. Als junger und unbekannter Architekt hatte er entsprechenden Wettbewerb unter mehr als 200 Einsendungen gewonnen.In einer Ausstellung werden Modelle gezeigt und es wird erklärt, wie die Dächer alle mit Segmenten aus der Oberfläche einer Kugel mit gleichem Radius gebaut werden konnten. Vor der Fertigstellung der Inneneinrichtung wechselte die Regierung in Australien und es kam zu einem Streit mit Utzon über die Kosten in dessen Verlauf Utzon der Projekt verließ. Heute ist das Opernaus UNESCO Weltkulturerbe.Die Sonderausstellung "I'm not a robot" beschäftigt sich mit dem Verhältnis zwischen Mensch und Maschine. Wie beeinflussen Roboter die Art und Weise, wie wir bauen, denken und leben? Und was bedeutet es für uns Menschen, wenn eine Maschine selbstständig lernen und erschaffen kann? Es geht um die "Drei gesetzte der Robotik von Isaak Asimov", um erste Lochkarten für Muster in Webstühlen, um Roboter für Kinder und in Filmen und vor allem um die Frage, was Roboter (und künstliche Intelligenz) eigentlich für uns tun sollen.Und dann gibt es noch "Blocky City", einen sehr großen Raum, in dem mit Legosteinen gebaut werden darf. Und zwar zunächst ganz klassisch einfach mit weißen Steinen in verschiedenen Grundformen (und nicht 3D-Puzzle mit Anleitung wie jetzt üblich). Die Werke können dann eingescannt und virtuell mit dem Programm "Minecraft" weiter bearbeitet werden. Es gibt wirklich beeindruckende riesige Kontruktionen und wir fragen uns, wie oft und wie lange die Erbauer hier im Center waren....Wir wollen natürlich auch mitmachen und bauen zwei nicht ganz so große und ambitionierte Modelle:Nun ist es Zeit für Ralfs Kaffee geworden, den wir heute in einer queeren Buchhandlung einnehmen - sehr nett. Mir gefällte ganz besonders die Regenbogenvase rechts.Um Aalborg noch etwas besser kennenzulernen, haben wir uns die App "StoryHunt" heruntergeladen, die Audio-Stadtführungen anbietet. Wir besuchen heute die zehn "Höhepunkte von Aalborg". Nr. 1 ist gleich das Utzon Center mit seiner ungewöhnlichen Dachform (links und unten rechts) und als nächstes das "Haus der Musik" (oben rechts).Das nächste Objekt ist "Nordstrom", ein ehemaliges Kraftwerk, das jetzt zum Kultur- und Sportzentrum umgebaut worden ist. Innen sind noch die Originalwände und Teile der Einrichtung zu sehen kombiniert mit ungewöhnlichen Lampen und neuen Geschäften.Eine Gedenktafel am nächsten Stopp erinnert an den Widerstand gegen die deutsche Besetzung. Gleich um die Ecke sind wieder zwei Murals (große Wandgemälde) zu sehen. Das Bild mit dem Pflanzenkopf stammt vom chilenischen Künster Inti, das "blaue" Bild von Oliver Vernon aus Brooklyn. Die sechste Station ist die Kirche "Unserer Lieben Frau" in der Altstadt und es wird die Geschichte einer Hexenverbrennung erzählt.Gleich hinter der Kirche geht es nach "Hjelmerstald", eine der ältesten Straßen Aalborgs. Hier stehen eng nebeneinander kleine bunte Häuser mit blühenen Stockrosen davor.Wir betreten einen Innenhof, in dem die Familie Lange ihre Werkstatt hat und ein einem kleinen Skulpturengarten ihre Keramikkunst zeigt (siehe auch Titelbild).Wir werfen noch einen Blick auf die Budolfi-Kirche, die gerade renoviert wird und sich hinter einer Plane versteckt und auf das alte Postamt (jetzt Sparkasse) mit seinem sechseckigen Turm, der im Staatsdienst stehende Brieftauben beherrbergte (siehe die jeweils neuen Taubenlöcher).Dann schauen wir uns noch das prächtige Haus des (damals neureichen) Kaufmanns Jens Bang von 1624 an und beenden die Führung im Schloss Aalborghus, das mehr wie ein nettes Fachwerkhaus als wie ein Schloss aussieht.Wieder ein sehr abwechslungsreicher Tag in Aalborg mit vielen unterschiedlichen Eindrücken aus verschiedenen Epochen der Stadtgeschichte und mit Fragen an die Zukunft. Auf dem Rückweg erledigen wir noch einige Einkäufe und bewundern den Himmel über dem Limfjord.
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