Mittwoch, 12. August 2020

Tag 4 - Workum: Viele Projekte

Gestern Abend haben wir noch bis fast 23:00 Uhr gearbeitet bis wenigstens der Salon (wo wir schlafen) in einem benutzbaren Zustand war... Ein langer, heißer Tag und nach dem Duschen fielen wir dann nur noch ins Bett!

Heute nutzen wir die etwas kühleren Morgenstunden, um den Baum zu installieren und alle Fallen (Leinen um Segel nach oben zu ziehen oder herunter zu lassen) klarzumachen. Außerdem fädeln wir die ganzen Kabel aus dem Mast zum Anschließen unter Deck. Ich kümmere mich um Sauberkeit und Ordnung in der Navi-Ecke und in der Küche. Ralf repariert erfolgreich die Wasserpumpe des Kühlschranks durch Reinigung der Flatterventile.
Ich schließe Kartenplotter und Funkgerät an, die erstaunlicherweise gleich funktionieren. Sogar das Echolot und das passive AIS (mit dem wir andere Schiffe sehen können) zeigen richtig an. Langsam wird es wieder richtig heiß und wir gehen über zu ruhigen Tätigkeiten. Ich schreibe einen Blog-Post über den Austausch des Decksbelags: Klick und Ralf schraubt die frisch polierten Anzeigeinstrumte wieder an.
Die Achterkajüte heben wir uns für später auf, wenn es hoffentlich nicht mehr ganz so heiß ist. Statt dessen gehen wir - jetzt wo Platz unter Deck ist und der Kühlschrank geht - lieber eine Runde Einkäufe erledigen.
 Den Abend lassen wir dann auf dem netten Marktplatz von Workum bei Nudeln und Pizza ausklingen. 

Dienstag, 11. August 2020

Tag 3 - Workum: Ab ins Wasser

Wieder Lunchpakete schmieren und dann zum Boot. Als wir ankommen, steht der ferngesteuerte Transportwagen schon bereit. Wir müssen über die Straße zum Nachbarn, denn bei unserem Winterlager-Platz gab es Steit zwischen dem Eigentümer und dem neuen Pächter und jetzt ist kein Kran mehr da... aber Marco steuert die 12 t Triton als ob es ein kleines Modellauto wäre...
Der Nachbar ist eher von der unfreundlichen Sorte, aber mit seinem Kran kann er umgehen...
...und ruck-zuck ist das Boot zurück in seinem Element:
Dann muss noch der Mast gestellt werden und auch das geht schnell und professionell. 
Der Motor springt sofort an und wir fahren auf dem Wasserweg zurück in "unseren" Hafen. Nun ist der Zeitdruck weg und das ist auch gut so, denn es ist SEHR heiß. Wir spannen als Erstes unser Sonnendach auf und beginnen langsam mit der Chaos-Beseitigung.
Überall Tüten mit Klamotten, Ölzeug, Schuhen, Schlafsäcken, Kissen, Büchern, Seekarten, Elektronik, Ersatzteilen... dazwischen Werkzeug und abgebaute Teile... Viele Decksbeschläge sind durchgeschaubt und um dranzukommen, wurden Deckenstücke entfernt. Über allem noch feiner Staub und es stellt sich heraus, dass der Einsatz eines Staubsaugers unter Deck die Temperaturen noch erhöhen kann...

Aber so nach und nach verschwindet alles an seinem Platz. Nur die Kleidung kann ich noch nicht einräumen. Als Schutz vor Wassereinbrüchen stecke ich sie in Müllbeutel, aber an Bord gibt es nur welche mit widerlich-künstlichem Lavendel-"Duft" und die verweigere ich. Also "müssen" wir nochmal in die Stadt und nutzen die Chance zu einem Eis und einem kühlen Getränk.
Mit kühlen Getränken sieht es an Bord nämlich noch ziemlich flau aus, denn wir konnten den Kühlschrank noch nicht wieder zum Leben erwecken. Ralf vermutet ein Problem mit der Kühlwasserpumpe... Noch ein Punkt für die To-Do-Liste... Mittlerweile liegt das Deck im Schatten und wir können noch eine Runde arbeiten, es gibt noch eine Menge zu tun...

Montag, 10. August 2020

Tag 2 - Workum: Drei-Schicht-Betrieb

Am Boot gibt es vor dem Kran-Termin noch viel zu tun und so schmieren wir uns beim Frühstück nur ein Lunchpaket und machen uns auf den Weg zum Schiff. Während Ralf die Decksdurchlässe anschließt und einen Ölwechsel beim Bugstrahlruder macht, kümmere ich mich um den Mast.
Zunächst müssen alle Wanten, Stagen (=Drähte, die den Mast halten) und Leinen soweit gelöst werden, dass Abschrubben und dann Stück für Stück Polieren möglich ist. Dieses Jahr viel Arbeit, denn er hat wohl im Freien gelegen und einige Vögel und Spinnen haben sich darauf verewigt...

Nach der Mittagspause arbeiten wir dann zusammen weiter. Unser guter "Sir Henry", die Wind-Selbststeuer-Anlage, muss wieder montiert werden.
Wir ziehen unzählige Taschen mit einer Leine hoch, denn in der Halle können wir mit dem Auto direkt neben das Boot fahren. Dann muss alles noch provisorisch unter Deck verstaut werden... Es (das neue Deck) ist wirklich sehr schön geworden und sieht nicht auf den ersten Blick nach "Plastik" aus. Zum Vergleich: im Cockpit ist noch Holz.
Ralf streicht noch eine weitere Lage Spezial-Antifouling auf den Propeller und danach gehen wir Kleinigkeiten einkaufen und essen zu Abend.
In unserer letzten Schicht reinige und poliere ich noch den Baum und den Ausbaumer. Das ist im Vergleich zum Mast richtig nett, denn beide haben drinnen gelegen und mussten nur entstaubt werden. Ralf montiert derweil die UKW-Antenne, den Windmesser und die Dreifarben-Laterne oben auf dem Mast.

Sonntag, 9. August 2020

Tag 1 - Workum: Wieder in Holland

Zwei Monate später als geplant sind wir heute morgen um 9:00 Uhr Richtung Workum aufgebrochen. Das Auto wurde im Tetris-System geladen, denn wir hatten letzten Herbst das Boot vollständig ausgeräumt und nun musste alles und noch zwei neue Fahrräder wieder mit...
Unterwegs nutzten wir die Gelegenheit, meinen Lieblingsonkel Martin zu besuchen und zusammen lecker zu essen.
Die Weiterfahrt war - dank Klimaanlage - sehr angenehm und unsere Unterkunft ist zwar einfach, aber mit wunderbarer Aussicht auf den Kanal(siehe oben). Auch sonst ist es hier sehr nett.
Morgen starten wir mit der umfangreichen To-Do-Liste und am Dienstag haben wir dann einen Kran-Termin

Samstag, 11. Juli 2020

Februar - Juli 2020: Projekt neues Deck

Nach 36 Jahren und insbesondere der harten Nutzung auf unserer Atlantik-Runde hat die Triton einen neuen Decksbelag verdient. Das bedeutet, dass zunächst das alte Teakdeck herunter muss. Es besteht aus einzelnen Holzleisten, die verschraubt und verklebt sind. Wie sich herausstellt handelt es sich um 2.250 Schrauben, die alle einzeln entfernt werden müssen... Im Februar ist Ralf mit zwei Helfern am Start. Nicht nur das Deck muss abgeschraubt werden, sondern auch alles, was sonst noch darauf befestigt ist...

Wie sich herausstellt, ist auch das zum Kleben verwendete Silikon echt hartnäckig und die Jungs arbeiten mit allen Tricks, um die Teakstreifen zu entfernen. Am Ende funktionieren ein spezielles Brecheisen, Holzkeile und eine Multimaster-Maschine mit oszillierenden Werkzeugen am besten. Die Klebstoffreste werden mit einem kleinen Hobel, der eine Rasierklinge enthält, entfernt.
Erst dann kann das Deck abgeschliffen werden, um es für den neuen Belag vorzubereiten.
Die Decksumrandung bleibt aus Holz, aber die Klampen werden entfernt, um wiederaufbereitet zu werden. Auch hier hat die elektrolytische Korrosion zwischen der Klampe aus Aluminium und dem Bolzen aus Edelstahl zugeschlagen.
Eigentlich sollten die Arbeiten dann nach Ostern weitergehen, aber - wie allen anderen - kam auch uns Corona dazwischen. Holland war zu und wir mussten bis Mitte Juni für die nächste Runde Bootsarbeit warten. Die erwähnten 2.250 Schrauben haben auch 2.250 Löcher im Deck hinterlassen, die jetzt alle einzeln mit angedicktem Epoxidharz gefüllt werden müssen. Dabei ist eine Spritze hilfreich.  
Nun kann der Bodenleger in Aktion treten. Wir haben uns gegen Plantagen-Teak und für das synthetische Material "Flexiteek" entschieden. Zunächst wird eine Schablone erstellt und danach die einzelnen Teile angefertigt. Zum Verkleben wird mit einer Folie ein Vakuum erzeugt.
Ralf fährt noch ein weiteres Mal nach Holland, um sich von den Fortschritten der Arbeiten selbst zu überzeugen und ist begeistert von der Qualität.

Im letzten Schritt schrauben dann Philipp und Ralf alle abgenommenen Teile wieder fest und streichen auch schon das Antifouling.