Mittwoch, 2. September 2026

Tag 90 - Olpenitz-Strande: Von der Wahl des richtigen Zeitpunkts

Seit Tagen jonglieren wir mit dem richtigen Timing. Wann können wir am besten in welche Richtung fahren? Wie passt es mit dem Wind? Zu wenig? Zu viel? Aus der richtigen Richtung? Wo können wir Wartezeiten gut nutzen? Sind wir gestern mit Westwind nach Süden gefahren, so wollen wir heute mit Sündwest-Wind nach Südosten Richtung Kieler Förde.
Eigentlich wollen wir dazu heute um 10:00 Uhr lossegeln, aber ein Blick in die Wettervorhersage zeigt, dass der Wind heute nachmittag günstiger ist. Also habe ich die Gelegenheit, mir selbst einen Eindruck von Olpenitz zu verschaffen. Wir laufen am Ufer entlang und sehen eine Reihe von Geschäften, die überwiegend Souveniers verkaufen. Es gibt einen Makler, bei dem wir ein schwimmendes Ferienhaus für über 600.000 Euro kaufen könnten (und von den Dingern gibt es eine ganze Menge...). Alternativ ist auch noch eine Villa für knapp 4 Millionen im Angebot. Wir könnten auch Fahrräder oder ein Golfcart leihen oder die Strandbar ausprobieren.
Alles wirkt auf mich sehr künstlich und gar nicht gemütlich oder gewachsen, wie an vielen Orten in Dänemark. Da hilft auch kein Flamingo-Tretboot...
Positiv ist der große EDEKA-Markt, der für uns - aus Dänemark kommend - unglaublich günstige Preise hat. Und es gibt sehr leckere Hering- bzw. Matjesbrötchen in einer kleinen Bude vor dem Eingang. Da schlagen wir gleich zu.
Unsere Entscheidung, noch etwas mit dem Start zu warten, war goldrichtig. So sitzen wir bei dem nächste Gewitter mit Blitz, Donner und Regen noch gemütlich in unserem Cockpitzelt und später können wir dann - nach der vorhergesagten Winddrehung - unseren Kurs bis kurz vor dem Hafen fahren. Wir haben wieder reichlich Wind, aber mit zweifach gereffeften Segeln läuft die Triton wieder sehr gut. Wir sehen zwar wieder schwarze Wolken, aber der Regen erwischt uns nicht.
Auf dem letzten Stück müssen wir dann Anluven (siehe Titelbild). Hier sind auch wieder zahlreiche Boote unterwegs und in der Förde gibt es auch Großschiffahrt. Kein Wunder, denn Kiel ist Fährhafen und hier ist auch die Einfahrt in den Nord-Ostsee-Kanal.
Wir wollen uns in den Hafen Strande legen, weil von hier aus Busse und Fähren fahren. Das ist aber gar nicht so einfach, denn es gibt kaum freie Boxen. Nachdem wir mehrere Gänge abgefahren sind, finden wir schließlich eine mit einem grünen Schild und Ralf parkt geschickt rückwärts ein. Nun brauchen wir noch einen guten Zeitpunkt um über die Hohwachter Bucht nach Heiligenhafen zu fahren.

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