Samstag, 13. Mai 2017

X-49: Der Countdown läuft

Ich habe eine Countdown-App auf meinem Smartphone und heute sind es nur noch 49 Tage. Langsam beginne ich zu glauben, dass wir wirklich losfahren werden. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren und wir sind dabei, unsere jeweiligen Listen abzuarbeiten. Ganz nach Neigung und Fähigkeiten ist Ralf für die technischen Aspekte am Boot zuständig und ich kümmere mich mehr um Organisation, Verwaltung und Logistik.

Unglaublich, was es da für einen Papierkram gibt. Wir haben dieses Jahr neu bekommen bzw. umgetauscht:
  • 2x Pyroschein (Kurs und Prüfung)
  • 2x Führerschein als Karte 
  • 2x internationaler Führerschein (Passbilder, Antrag, Abholung)
  • 2x Reisepass (Passbilder, Antrag, Abholung)
  • 2x Visum USA (andere Passbilder ohne Brille,  Online-Antrag, Abholung)
  • 2x Impfausweis (vier Impftermine)
Dazu kommen noch diverse andere Arzttermine und viele Stunden Recherche. Wo wollen wir eigentlich hin? Welche Papiere benötigen wir? Was ist Voraussetzung für die Anträge? Welche Ausrüstung Bücher und Seekarten sind sinnvoll und wo bekommen wir die her? Wie kann ich meine elektronischen Geräte mit Bordstrom laden? Wie bekommen wir überhaupt Bordstrom? Was ist mit der Kommunikation? Und der Sicherheit?

Daneben müssen wir uns hier noch so überflüssig wie mögich machen und unsere verschiedenen Verpflichtungen organisieren und deligieren - alles nur mit der großen Unterstützung von Familie und Freunden möglich - DANKE!

Im Moment läuft es gut - viele Bälle in der Luft, aber die Aussicht, dass sie an der richtigen Stelle landen...

Montag, 1. Mai 2017

X-61: Pyroschein

Heute in zwei Monaten wollen wir zu unserer Reise aufbrechen und die Vorbereitungen laufen auf allen Ebenen. Dazu gehört natürlich auch die Beschäftigung mit der Sicherheit an Bord und so haben wir am Samstag den "Fachkundenachweis für Seenotsignalmittel" abgelegt, auch bekannt als Pyroschein. Dieser berechtigt den Inhaber, "pyrotechnische Seenotsignalmittel der Unterklasse T2 zu kaufen, damit umzugehen und sie auf Wasserfahrzeugen zu befördern." Und das ist genau das, was wir vorhaben.

Die Prüfung besteht aus 15 Fragen aus einem Pool von 60 Fragen, auf den ersten Blick absolut machbar, aber die Fragen sind überwiegend frei zu beantworten und die Musterantworten gehen von völlig sinnfrei bis merkwürdig. Ich habe versucht, die gesetzlichen Regelungen in grafische Form zu bringen (s.o.) und das hat mir dann sehr geholfen. In der praktischen Prüfung mussten wir dann noch die Auswahl und den Umgang mit den verschiedenen Signalmitteln zeigen. Nun habe ich neben zwei Sportbootführerscheinen (Binnen und See), zwei Funkscheinen (LRC und UBI) eben auch noch den Pyroschein und wir können unsere verschiedenen Signalmittel kaufen.

Montag, 24. April 2017

Ansegeln 2017

Bei schönem Wind sind wir am Wochenende in die Saison 2017 gestartet - es war kalt aber überwiegend sonnig und wir hatten wieder viel Spaß mit unserem gut segelnden Boot! Die Muskeln waren nach der Winterpause noch eher wie Pudding (zu bemerken auch am Muskelkater) aber wir haben die 3,5 Stunden auf dem Wasser sehr genossen.

Für weitere Bilder siehe hier: 170422Ansegeln

Samstag, 31. Dezember 2016

Zusammenfassung: Round Britain 2013-2016

Das ist natürlich nur eine Sparversion von "Round Britain", denn wir sind ja nicht außen um Irland gesegelt und haben durch den Caledonian Canal abgekürzt...

Trotzdem sind wir glücklich, dass das Projekt so gut geklappt hat. Eigentlich hatten wir die verrückte Idee, zur Olympiade 2012 nach London zu segeln. Aus verschiedenen Gründen hat sich aber unser Refit nach Motorschaden in der Nähe von Göteborg um ein Jahr verlängert, so dass wir erst 2012 rheinabwärts ins IJsselmeer fahren konnten.

2013 ging es dann zum ersten richtigen Nordsee-Versuch nach London und das hat uns so gut gefallen, dass das Projekt Round Britain geboren wurde. Zunächst sind wir aber wieder nach Workum, NL zurückgekehrt (blaue Route).

2014 sind wir also wieder die niederländische und belgische Küste entlang nach Calais gesegelt und habe dann den Sprung an die englische Südküste gemacht. Weil wir gerne auch die Kanalinseln besuchen wollten, haben wir das Boot dann am Ende der Saison in Tréguier in Franreich ins Winterlager gelegt (grüne Route).

2015 waren dann der Rest der Südküste, Landsend und Wales an der Reihe und unser Winterlager war dann in Nordengland, Glasson Dock in der Nähe von Lancaster (gelbe Route).

2016 führte der Frühjahrstörn über die Isle of Man und Nordirland bis in die Nähe von Glasgow bevor wir dann durch den Crinan Canal und den Caledonian Canal wieder an die Ostküste kamen. Wir wollten eigentlich in England weiter nach Süden kommen, hatten dann aber ein so günstiges Wetterfenster, dass wir schon von Hartlepool wieder zurück nach Den Helder segelten und uns noch ein paar Tage im IJsselmeer entspannten (rote Route).

Für ein Fazit des Projekts siehe nächste Seite:

Insgesamt war es eine gute Idee, das Projekt in Urlaubsetappen zu verwirklichen. Wir waren jeweils ca. zwei Wochen im Frühjahr und ca. vier Wochen im Sommer unterwegs. Dazu kam noch ca. eine Woche vor Ort (meist mit geliehenem Wohnwagen), um das Boot fit für die Saison zu machen.

Es war eine tolle Erfahrung, immer wieder neue Häfen anlaufen zu dürfen und nicht nach der Hälfte wieder umkehren zu müssen. Gerade 2015 und 2016 war bis auf die Häfen im IJsselmeer alles neu für uns und daher eine Herausforderung. Es hat viel Spaß gemacht, immer wieder Neues zu entdecken und wir haben uns auch die Zeit genommen, Land und Leute kennenzulernen.

Bretonen, Waliser, Nordiren, (Nord)engländer und Schotten sind jeweils ein ganz eigener Menschenschlag mit oft eigener Sprache und Kultur. Glücklicherweise sprechen aber fast alle auch englisch und es war besonders angenehm sich wirklich gut verständigen zu können. Wir sind mit vielen sehr netten und hilfsbereiten Einheimischen ins Gespräch gekommen und haben gute Tipps erhalten.

Landschaftlich und kulturell ging es von einem Highlight zum anderen: nette Orte, steile Klippen, romantische Flussläufe, hohe Berge, beeindruckende Burgen, viele nette Schafe, Schleusen und Lochs (Nessie haben wir allerdings nicht gesehen), Museen und Schlachtfelder und - speziell für Ralf - Dampfeinsenbahnen und natürlich die Waverly, ein seetüchtiger Raddampfer...

Seglerisch war besonders der Umgang mit der Tide anspruchsvoll - immer wieder war die Frage: wann können wir aus dem Hafen heraus, wann können wir in den Zielhafen hinein und gibt es dazwischen eventuell Stellen, an denen ein bestimmtes Zeitfenster und/oder Strömungen zu beachten ist? Daher haben wir jeden Abend einen genauen Travelplan erstellt der dann auch überwiegend gut funktioniert hat. Das größte Problem war immer, wenn wir zu schnell waren und dann bei schönsten Wind abpowern mussten oder vor Einfahrten hin- und hergefahren sind.

Das Wetter war überwiegend gut (in Schottland sollte man aber keine hohen Ansprüche an die Temperatur stellen...) und der Wind überwiegend ausreichend bis gut. Wir hatten auch Glück mit der Windrichtung, speziell auf den langen Schlägen über den Kanal bzw. die Nordsee.

Wir hatten zwischen 2-6 Personen an Bord, teilweise alle drei Kinder und auch noch - nacheinander - zwei Freunde der Kinder - das hat aber ganz prima geklappt und wir haben uns sehr gut verstanden. Auch nur zu zweit sind wir mit dem Boot in allen Situationen gut zureicht gekommen.

Fazit: Ein rundum gelungenes Projekt!

Sonntag, 21. August 2016

Törn Sommer 2016: Übersicht

Der Sommerurlaub 2016 stand ganz im Zeichen von Schottland. Da wir auf jeden Fall zurück nach Workum wollten, wählten wir die verkürzte Version durch den Caledonian Canal - ein sehr lohnenswerter Trip unter anderem durch Loch Ness. Die wunderbare Landschaft, die verschiedenen Begegnungen und die reichhaltige Kultur haben uns sehr beeindruckt!

Nach einigen Häfen an der englischen Ostküste war dann das Wetter günstig für den Sprung zurück über die Nordsee und so verbrachten wir dann die letzten Urlaubstage noch gemütlich im IJsselmeer bevor wir dann die Triton wieder im bewährten Winterlager in Workum unterbrachten. Nun wartet sie dort auf die Ausrüstung für unsere große Reise...