Samstag, 13. Mai 2023

Tag 4 - Arzon: Frische Farbe

Heute soll neues Antifouling (gegen Bewuchs des Unterwasserschiffs) gestrichen werden. Wie immer beim Streichen dauert die Arbeitsvorbereitung länger als der Farbauftrag. Gestern hat Ralf die alte Farbe angeschliffen und heute wird noch etwas nachgearbeitet. Wie gut, dass wir dafür die Schleifmaschine und den Staubsauger mitgebracht haben!
Der Rumpf wird ringsherum "entstaubt". Wir versuchen es erst mit Spiritus, aber der löst die alte Farbe an, so dass wir dann Tücher dafür benutzen. Danach kann abgeklebt werden.
Bis zur Mittagspause haben wir die erste Hälfte geschafft. Ich arbeite mit der kleinen Walze (siehe Titelbild) und mit dem Pinsel während Ralf die großen Flächen übernimmt.
Nachmittags dann die zweite Seite und nach der Kaffeepause werden noch die Propeller des Bugstrahlruders (siehe oben Löcher rechts und links) ausgebaut und bekommen neue Farbe.
Hier der Blick quer durch die Triton, wo sie später wieder eingebaut werden. Sie helfen uns beim Manövrieren in engen Häfen.
Letze Tat für heute ist Sprüh-Antifouling für die Schiffsschraube. Dank des Schleifers haben wir die alte Farbe bis auf die Bronze entfernt. Wir sind sehr zufrieden mit der Arbeit und den Ergebnissen heute. Nun geht es nach hause zum Abendessen und in die Badewanne.

Freitag, 12. Mai 2023

Tag 3 - Arzon: Austauschen und Verstauen

 
Wir sind schon früh auf dem Boot, denn es gibt einiges zu tun. Alles was wir gestern hochgezogen haben, muss jetzt gut verstaut werden. Es sind schon jede Menge Lebensmittel und Getränke dabei, Bücher, Zeitschriften, Seekarten, Elektronik, Kleidung...
Während ich alles in den verschiedenen Stauräumen verteile, bereitet Ralf alles für den Austausch der Batteriebank vor. Es gibt eine Starterbatterie für den Motor und vier weitere für den Stromverbrauch an Bord. Sie können über Landstrom oder über unsere Solarpanele geladen werden.
Die alten Batterien werden durch das Fenster der Achterkajüte herausgehoben und die neuen entsprechend heruntergelassen.
Ich sortiere nicht mehr benötigte Seekarten und Handbücher aus und die neuen für dieses Jahr ein. Nach ein paar Jahren mit dem französischen Block Marine haben wir jetzt wieder den Reeds dabei, denn wir wollen im Juli Richtung Irland segeln. Ralf tauscht noch das Paddelrad des Loggebers  - da ist doch einiges an Bewuchs und wir verstehen, warum die Logge (misst die Bootsgeschwindigkeit) manchmal nicht richtig angezeigt hat.

In diesem Jahr haben wir bei der Werft das Waschen und Polieren des Rumpfes in Auftrag gegeben und angeblich soll heute ein Team kommen, um das zu erledigen. Das ist auch der Grund, warum wir heute im Schiff arbeiten und nicht außen streichen. Irgendwann taucht dann eine junge Dame auf, die mit der Politur beginnt - ohne vorher den Gilb zu entfernen oder das Boot zu waschen... das ist uns nicht recht und wir schicken sie nach hause... Die Politur macht es nur schwerer, die gelbe Verfärbung zu entfernen. Auf dem Bild vorne poliert und noch gelb, weiter hinten: Gelbfärbung unten teilweise behandelt von Ralf:
Nachmittags geht Ralf noch zum Boot, um das Unterwasserschiff anzuschleifen, damit wir es morgen streichen können. Der Werftbesitzer meldet sich und wir verabreden, dass wir den Gilb entfernen und er sich um eine professionelle Politur am Montag kümmert. Wir sind gespannt, ob das klappt. - Wir sind jedenfalls mit unserer Arbeit zufrieden. Die Batterien sind getauscht, der reparierte Klodeckel montiert, das Schiff geschliffen und innen ist alles am Platz.

Donnerstag, 11. Mai 2023

Tag 2 - Illiers-Combray - Arzon: Ankommen und Auspacken

Wir verbringen eine ruhige Nacht in unserem schönen, großen und frisch renovierten Zimmer und haben dann noch einmal vier Stunden Fahrt bis nach Arzon. Es ist schon unser zweites Winterlager hier und so kennen wir uns aus. Die Werft, bei der unser Boot liegt, hat Mittagspause und wir beschließen daher, auch etwas essen zu gehen. Ich habe Lust auf Galettes (herzhafte Buchweizenpfannkuchen) und wir erinnern uns, dass wir letzes Jahr mit Jan sehr nett in der Crêperie la Sorcière gegessen haben. Es ist wieder sehr lecker und wir lassen auf die Galettes auch noch Crêpe folgen:

Danach bekommen wir den Schlüssen für die Halle und können endlich unsere liebe Triton wiedersehen. Auf den ersten Blick hat sie den Winter gut überstanden.
Die nächsten Stunden verbringen wir damit, den Inhalt des vollgepackten Kofferraums so nach und nach aufs Boot zu schaffen. Ich hole Gepäck aus dem Auto und binde es an eine Leine, die dann von Ralf hochgezogen wird. Im Gegenzug bekomme ich die alte Rettungsinsel, die Fahrräder und Bettzeug so dass das Auto am Ende der Aktion nicht wesentlich leerer ist (siehe Titelbild). Netterweise hilft uns ein Mitarbeiter der Werft mit den schweren Batterien und der neuen Rettungsinsel;
Wir sind zufrieden mit dem, was wir geschafft haben und fahren zu unserer kleinen Ferienwohnung. Im Vergleich zum netten Hotel letzte Nacht ist sie recht einfach aber ausreichend eingerichtet.
Pluspunkt ist der schöne Balkon (größer als die Schlafkammer), von dem wir sogar einen Blick aufs Meer und auf die gepflegte Anlage haben. Nun ist es Zeit, die Füße etwas hochzulegen.
Später gehen wir noch in den "Super U", um frische Lebensmittel zu kaufen und essen dann leckeren Käse, Pâtés und Salat mit frischem Brot. Morgen soll das Schiff von Werftmitarbeitern poliert werden und wir wollen es innen einräumen. Für Samstag ist dann der Anstrich des Unterwasserschiffs geplant.

Mittwoch, 10. Mai 2023

Tag 1 - Griesheim - Illiers-Combray: On the Road again

Nach einem schwierigen Winter mit vielen Veränderungen sind wir nun wieder auf dem Weg zum Boot. Diesmal mit dem Auto, denn wir haben viele Ausrüstungsgegenstände für die Triton dabei. Unter anderem neue Batterien, eine neue (kleinere) Rettungsinsel und Räder für unser Beiboot (damit wir es in Tiderevieren höher auf den Strand ziehen können). Dazu noch Handbücher, Seekarten, die aufgefüllte Gasflasche, Farbe für das Unterwasserschiff, Kleidung, Schuhe, Elektronik und schon viele Lebensmittel und Getränke. 
Für die Übernachtung haben wir uns ein kleines Hotel in Illiers-Combray ausgesucht, eine Ort, den Marcel Proust in seinem Romanzyklus "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" unsterblich gemacht hat. Morgen geht es dann weiter nach Arzon.

Samstag, 31. Dezember 2022

Zusammenfassung Sommer 2022

Nach unserer Atlantikrunde 2017-2019 haben wir uns überlegt, wo wir in den nächsten Jahren segeln wollen. Insbesondere wegen unserer Eltern ist es uns wichtig, in Europa zu bleiben, damit wir im Notfall kurzfristig daheim sein können. Grundsätzlich wollen wir wieder zurück in die Ostsee, wo wir die ersten 25 Jahre unseres Seglerlebens verbracht haben. Allerdings wollen wir auf dem Weg dahin noch einiges anschauen. Geplant ist, in mehreren Segelsommern von Holland aus über Frankreich, Spanien, Irland, Schottland und Norwegen schließlich wieder nach Fehmarn zu kommen, wo wir jahrelang unser Winterlager hatten.

Natürlich klappt das nicht immer wie geplant, aber grundsätzlich sind wir auf dem Weg. 2020 waren wir wegen Corona nur an der deutschen Nordseeküste unterwegs. 2021 sind wir von Workum in Holland aus bis nach Arzon in der Südbretagne gesegelt. Weil es uns hier so gut gefällt, sind wir in diesem Jahr nach einem Abstecher ins Baskenland und nach Nordspanien wieder nach Arzon ins Winterlager zurückgekehrt.

Statistik

  • Seemeilen: 1075
  • Motorstunden: 70
  • Tage gesamt: 88
  • Segeltage: 36
  • Nächte auf See: 5
  • Liegetage: 45
  • Liegeplätze: 30

Frankreich 1: Le Crouesty, Concarneau, Ste Marine, Fluss Odet (A), St. Nicolas (Glenan, M), Port Louis, Port Tudy (Île de Groix), Port Haliguen, La-Trinite-sur-Mer, La Roche Bernard, La Turballe, Pornichet, Pornic, L'Hérbaudiere (Île de Nourmoutier), Port Joinville (Île d'Yeu), Port Olona (Les Sables d'Olonne), Port Médoc

Baskenland: San Sebastian, Getaria, Mutriko, Bermeo, Getxo Marina (Bilbao)

Spanien: Laredo

Frankreich 2: Port Médoc, La Rochelle, St.-Martin-de-Ré, St.-Gilles-Croix-de-Vie, Port Joinville (Île d'Yeu), Port Guen (Belle-Île, A), Le Palais (Belle-Île), Port Haliguen, Le Crouesty