Samstag, 6. Juni 2026
Tag 21 - Strömstadt: Ab heute zu dritt
Heute morgen gibt es noch eine Grundreinigung für die Triton von außen (Ralf) und innen (ich), bevor wir zum Bahnhof gehen, um Johanna abzuholen, die 19 Stunden mit verschiedenen Zügen und Bussen unterwegs war. Sie kommt pünklich an und legt sich erst einmal noch ein Stündchen hin, den das Schlafen im Nachtzug war nicht optimal. Von der Busstation ist die Triton schon zu sehen.Ralf und ich machen uns auf den (kurzen) Weg in den Ort, um eine schwedische Telefonkarte für unbegrenztes Internet zu besorgen. Sie wird in einem kleinen Kiosk auch gleich installiert und aktiviert.Hier ist einiges los, denn am Wocheende kommen viele norwegische Besucher. Die Grenze ist nah und Schweden ist aus norwegischer Sicht ein Billig-Land. Wir laufen noch etwas durch das Städchen und lassen es auf uns wirken. Es ist etwas touristisch mit Andenkengeschäften, die Knuddelkit verkaufen und einigen Ständen mit günstiger Kleidung (Ralf bekommt einen Hut und einen Gürtel). Verteilerkästen sind mit historischen Fotos verziert. Insgesamt hat es eine nette Atmosphäre, wirkt aber auf uns ärmer und etwas schmuddeliger als in Norwegen.Durch die Stadt fließt ein Wasserlauf mit Bäumen rechts und links, es gibt viele Bäckereien (aber keine aus unserer Sicht gutes Brot) und Pizzerien und eine Hauswand ist verziert mit Tangotänzern. Das überrascht mich zunächst, aber eine kleine Recherche ergibt, dass es sich um das Kunstwerk "LA CUMPARSITA" von Charlie Granberg. Ich lerne zunächst, das der gleichnamige Tango typischerweise das letzte Lied ist, das einen Tangoabend abschließt. Tatsache ist, dass hier in der Gegend Granit abgebaut wurde, der ab 1970 für Pflastersteine weltweit exportiert wurde, unter anderem nach Südamerika. Eine lokale Legende besagt, dass die Seeleute den Tango aus Buenos Aires mitbrachten und er hier sehr beliebt wurde. Jedenfalls gibt es immer noch ein großes Tangofestival.Das leicht erhöht stehende "Stadshus" ist aus diesem Granit errichtet. Uns interessiert allerdings eher der Coop rechts davon...Wir werfen noch einen Blick auf die nette Hafenansicht, die ein lokaler Künstler etwas idealisiert und mit anderen Proportionen gemalt hat.Wie letztes Jahr ist Johannas Ankuft das Signal für blauen Himmel und Sonnenschein und Ralf nutzt die Gelegenheit, um Befestigungsösen für das Beiboot auf dem Deck anzubringen. Seit dem Baumarktausflug in Oslo sind wir dafür gut ausgerüstet.Nach dem Kaffeetrinken gehen Ralf und Johanna einkaufen und ich überlege mir, welche Häfen und Ankerbuchten wir auf dem Weg nach Ellös anlaufen können. Wir werden weiter Wind aus südlichen Richtungen haben, also von vorne. Im Moment ist es aber absolut windstill und die Lichter der Stadt spiegeln sich im glatten Wasser.
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