Mittwoch, 27. Mai 2026

Tag 11 - Sandspollen-Oslo: Beeindruckender Start

Wenig Wind und der auch noch von vorne - das bedeutet, dass wir heute das letzte Stück nach Oslo unter Maschine fahren.
Es ist wieder abwechslungsreich, denn unterwegs treffen wir zahlreiche Schiffe, vom kleinen Containerschiff, Frachtschiffen Fähren bis zum Großsegler.
Oslo selbst sieht von Wasser aus gar nicht wie eine Großstadt (über 700.000 Einwohner) aus. Keine Hochhäuser oder blinkenden Lichter sondern kleine Gebäude auf sanften Hügeln.
Wir haben uns für die Aker Brygge Marina entschieden, die direkt im Stadtzentrum liegt und vor der aus wir viele Sehenswürdigkeiten gut erreichen können. Wir überlegen, was wir in den nächsten Tagen unternehmen wollen, und stellen dabei fest, dass das "Nobel Peace Center" heute bis 20:00 Uhr geöffnet hat. Wir bauen also die Fahrräder auf und fahren ein kurze Stück am Ufer entlang bis zum zentralen Rådhusplassen, wo wir wie erwartet das Rathaus sehen können.
Hier ist auch das Peace Center (siehe Titelbild) und wir gehen hinein, erst einmal nicht sicher, was uns dort erwartet. Wie sich herausstellt, gibt es einen mehrsprachigen Audioguide und wir erfahren einiges über Alfred Nobel und sein Leben. Er hat nicht nur das Dynamit erfunden (und ist damit reich geworden), sondern ihm wurden über 350 Patente erteilt. Mit der Friedensaktivistin Bertha von Suttner diskutierte er über Krieg und Frieden. Sie hatte sich 1876 auf eine Stelle als seine Privatsekretärin beworben und sie regte ihn zur Stifung des Friedensnobelpreises an.
Während die anderen Nobelpreise (Physik, Chemie, Medizin, Literatur) von schwedischen Institutionen vergeben und in Stockholm verliehen werden, bestimmte Nobel in seinem Testament, dass der Friedensnobelpreis vom norwegischen Nobelkommitee vergeben und in Oslo verliehen. Sehr eindrucksvoll ist der Raum, in dem alle bisherigen Preisträger und -trägerinnen gezeigt werden:
Ein Teil der Ausstellung beschäftigt sich mit der Preisträgerin von 2025, Maria Corina Machado, die die Auszeichnung "für ihren Einsatz für die demokratischen Rechte des venezolanischen Volkes“ erhielt.
In einem weiteren Raum wird die Wichtigkeit des Dialogs für den Friedensprozess betont und es werden Gesprächsregeln formuliert.
Eine Sonderausstellung beschäftigt sich mit dem Thema "Wege zum Frieden", fragt, was das Wort Frieden bedeutet und behinhaltet und stellt Beispiele aus fünf Jahrhunterten vor. Insgesamt ein sehr beeindruckendes Museum und ein unglaublich wichtiges Thema!
Nachdenklich fahren wir zurück zum Boot - das war ein intensiver Anfang für unseren Besuch in Oslo. Hier kommt noch die Abendstimmung über dem Hafen für meine liebe Mutter.
 

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