Freitag, 29. Mai 2026

Tag 13 - Oslo: Hoch hinauf

Das Wetter ist wichtig, auch wenn wir nur Landausflüge planen und heute soll noch einmal ein sonniger Tag sein. Wir entscheiden uns also für einen Ausflug zum Holmenkollen "Ski Museum & Tower". Da Essen gehen hier teuer ist, besuchen wir den Bäcker unseres Vertrauens gleich um die Ecke, die "Backstube"hier im Hafenviertel in einem sehr stylischen Gebäude an einem Platz mit einer riesigen Rose, und versorgen uns mit Sandwiches.
Dann geht es mit unseren Rädern zum Bahnhof, wo wir erst einmal lernen müssen, wie hier Tickets verkauft werden, und dann weiter mit der "T-Bane" (der U-Bahn), die allerdings auf unserer Strecke weitgehend überirdisch fährt.
Dann sind wieder meine Bergziegen-Qualitäten gefragt, denn es geht steil bergauf bis zum Museum - mich motiviert die Chanche auf schöne Bilder von der Aussicht...
Irgendwann können wir dann schon einen ersten Blick auf den Sprungturm erhaschen, also geht es stetig weiter nach oben.
Und dann ist es geschafft und wir erreichen den sehr schön gestalteten Eingang des Skimuseums, wieder überragt von der Sprungschanze.
Die Ausstellung ist relativ klein, aber sehr interessant. Wir erfahren einiges über die Geschichte des Skilaufens. Schon in Höhlenzeichnungen sind Jäger auf Schiern abgebildet, aber es dauerte eine Weile, bis gute Bindungen entwickelt worden waren. Für die Norweger ist das Skilaufen Teil der nationalen Identität. Als nach der Unabhängigkeit 1905 ein dänischer Prinz mit einer englischen Gemahlin (Enkelin von Queen Victoria) zum norwegischen König gewählt wurde, gewann das Paar unter anderem Sympathien durch die Begeisterung für das Skilaufen (Bild unten rechts).
Ein weiterer Raum beschäftigt sich mit verschiedenen Expeditionen in Arktis und Antarktis. Darunter ist die Expedition von Norweger Fridtjof Nansen (1861-1930), der als erster das Inlandeis von Grönland überquerte und einen Rekord für die damals größte Annäherung an den geografischen Nordpol aufstellte. Er war aber auch eine Schlüsselfigur bei der unabhängikeit Norwegens und erhielt für seine Arbeit in der internationalen Flüchtlingshilfe den Friedensnobelpreis. Natürlich geht es auch um das Rennen zum Südpol zwischen dem Norweger Roald Amundsen (1872-1928) und den Briten Robert Scott. Amundsen erreichten den Südpol 35 Tage vor Scott, der tragisch auf dem Rückweg starb.
Wir kommen dann zum Enwicklung des Skisports in Norwegen mit Modellen der Sprungschanze über die Jahre - von einer kleinen Rampe bis zu der beeindruckenden Metallkonstruktion, die heute hier steht.

Im letzten Teil der Ausstellung geht es um Klima und Klimawandel und die Auswirkungen auf Norwegen (und auch das Skilaufen). Sehr amüsant ist ein Film, der verschiedene Outdoor-Ereignisse (Skisprung, Fußball, Konzerte etc.) zeigt, bei denen das Wetter Probleme bereitete, unter anderem durch Nebel, Starkregen oder Sturm.
Und dann fahren wir mit dem Aufzug bis ganz oben auf den Sprungturm und können einen Eindruck davon gewinnen, wie die Springer sich führlen müssen, bevor sie losfahren - nur was für Schwindelfreie (siehe Titelbild). Neben dem Blick die Schanze hinab können wir auch - leider im Gegenlicht - auf den Oslofjord blicken:
Auf der gegenüberliegenden Seite ist es wunderbar grün mit netten Häusern und dem Blick auf die Bahnlinie.
Zum Abschluss bekommt Ralf auch noch einen guten Cappuccino aus einer Porzellantasse - das haben wir bisher in Oslo noch nicht gehabt.
Auf dem Rückweg zur Haltestelle laufen wir noch durch die Unterkonstruktion mit ihren Betonstützten. Auch hier gibt es Kunst am Bau, rechts zu sehen die verlängerten Skistöcke einer Skulptur...
...die einen Skifahrer aus Metall-Schneeflocken darstellt "On the Go" der Künstler Annika Oscarsson, Thomas Nordström und Filip Schmidt:
Das war wieder ein sehr erfolgreicher Ausflug - gerade bei dem wunderbaren Wetter - zu einem sehenswerten Ziel!
Noch ein Nachtrag für meine liebe Mutter: ich war noch unter der Dusche und habe auf dem Weg dahin ein Foto von der beleuchteten Skyline - wieder mit Rathaus - gemacht:

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