Donnerstag, 18. Juni 2026
Tag 33 - Grundsund-Hunnebostrand: Starke Kontraste
Es ist grau und windig, als wir uns heute morgen auf den Weg nach Hunnebostrand machen. Der Wind kommt aus Westen mit einer ganz kleinen Südkomponente und wir hoffen, dass wir das Stück Richtung Nordwesten unter Segeln fahren können.Laura gibt alles an der Großschot und sitzt ansonsten auf ihrem Lieblingsplatz im Heckkorb.Jan hat wieder der Steuer übernommen und macht seine Sache sehr gut. Wir können tatsächlich den gewünschten Kurs fahren.Es ist reichlich Wind und wir haben jeweils ein Reff im Groß und in der Fock. Trotzdem liegt die Triton noch auf dem Ohr und wir sausen nur so Richtung Ziel.Aber dann können wir unseren Kurs ändern und laufen in ein schmales Fahrwasser zwischen Schären ein. Sofort sind die Wellen weg und das Boot segelt aufrechter. Mittlerweile ist auch die Sonne herausgekommen. Es geht unter der "Smögenbron" hindurch - wir haben bei unserem Besuch in Kungshamn mit Johanna und Paul dort oben gestanden (Foto von Laura).Hier ist es sehr hübsch, aber das steigert sich noch, als wir durch den Sotekanalen fahren, der künstlich angelegt wurde. Eine Drehbrücke öffent sich für uns (siehe Titelbild) und wir können die Landschaft mit netten kleine Häusern Gänsen und Kühen genießen.Wir sind heute schon früh losgefahren und erreichen unser Tagesziel Hunnebostrand um die Mittagszeit. Das gibt uns Gelegenheit, den hübschen Ort anzuschauen.Ralf macht noch einen Spaziergang und entdeckt wunderschöne Stellen auf einer nahegelegenen Halbinsel (Foto von Ralf).Nach dem Abendessen - Chili con carne mit Guacamole und Salat von Jan - wollen wir auch noch einmal dorthin.Wir warten bis kurz vor Sonnenuntergang um 22:20 und klettern zunächst oben auf die kleine Schäreninsel.Aber auch von unten ergeben sich reizvolle Ausblicke auf Landschaft, Meer und Himmel.Leider verdecken beim eigentlichen Sonnenuntergang dann ein paar Wolken das Ereignis, aber trotzdem hat sich der Ausflug auf die Halbinsel gelohnt. Das war ein sehr abwechslungsreicher Tag mit starken Gegensätzen: erst das Segeln mit starkem Wind und Welle und dann die gemütliche Fahrt durch den Kanal. Der postkartenhübsche Ort und die wunderschöne Abendstimmung mit Blick aufs Meer...
Mittwoch, 17. Juni 2026
Tag 32 - Bächevik (Lyr)-Grundsund: Törnplanung nach Windrichtung
Wir verbringen einen gemütlichen Vormittag in unser Ankerbucht und Ralf und ich machen uns Gedanken, wohin wir in den nächsten Tagen segeln wollen. Da der Wind aus westlichen und südlichen Richtungen kommen wird, entscheiden wir uns, wieder zurück nach Norden zu fahren. Zusammen mit Laura und Jan, der dieses Bild gemacht hat, mache ich die Navigation für heute.Dann gibt es noch ein leckeres Mittagessen mit Rote-Beete-Carpaccio von Laura und Bauernfrühstück von Jan.Unsere Überlegungen sind richtig, denn wir können unseren Kurs komplett schnell und gut segeln.Es gibt wieder einiges zu sehen und Laura schaut mit dem Fernglas ganz genau hin (siehe Titelbild). Wir treffen das Seenotboo MAI RASSY, dass von der Familie Rassy gestiftet wurde.Teilweise ist das Fahrwasser so eng das wir gefühlt fast zum Ufer greifen können wie hier in Gullholmen.Unser Ziel für heute ist der kleine Ort Grundsund. Wir haben Glück und bekommen noch den letzten Liegeplatz. Ralf läuft eine Runde durch den Ort und fotografiert die kleine Kirche.Der Hafen liegt geschützt an beiden Seiten einer schmalen Durchfahrt und hat die typischen falun-roten Häuser mit den weißen Details (Foto von Ralf).Gegenüber liegen die nach uns gekommenen Boote im Päckchen. Eines ist gerade von einer Atlantikrunde zurückgekommen und zeigt die Flaggen der besuchten Länder.
Dienstag, 16. Juni 2026
Tag 31 - Skärhamn-Bächevik (Lyr): Ein Fall für Mr-Fix-It
Unsere Toilette an Bord wird mit Seewasser betrieben. Es gibt verschiedene Ventile, die geöffnet oder geschlossen werden müssen und einen Hebel, mit dem gepumpt wird. Schon gestern haben wir festgestellt, das dieser Hebel sich nicht mehr richtig bewegen lässt und heute ist Ralf angetreten, um das Problem zu beseitigen. Der erste Versuch erfolgt von außen mit einem Schlauch durch das Seeventil (siehe Titelbild) - leider ohne Erfolg. Während Ralf noch mit dem Schlauch hantiert, schaut Jan etwas skeptisch aus der Luke.Dann macht Ralf sich auf den Weg zum Yachtausrüster, um einen Schlauch für den nächsten Reparatur-Versuch zu besorgen und wir nutzen den Schlauch, um die Scheiben zu "entsalzen".Dann führt Mr-Fix-It eine Operation am offenen Herzen bzw. an der Ausleitung der Toilette durch. Neben fortgeschrittener Verkrustung findet er den Grund für die Blockade: letzte Woche hatte Ralf erfolglos das ganze Schiff nach einem seiner In-Ear-Kopfhörer durchsucht - und jetzt haben wir ihn gefunden: Er hat genau den richtigen Durchmessser für eine Totalblockade...Mit dem neuen Schlauch ist der Schaden dann schnell repariert und Ralf ist unser Held für diesen Tag! Heute ist Sonne und wenig Wind vorhergesagt und wir beschließen in eine nahegelegene Ankerbucht zu fahren. Wir gleiten durch die wunderschöne Schärenlandschaft und heute sind kurze Hosen am Start.Schon bald können wir das Großsegel bergen und kurz danach den Anker fallen lassen (Foto von Laura).Es gibt Kaffee und Kuchen im Cockpit und dann pustet die Jugend das Beiboot auf und macht sich auf den Weg, um die Umgebung zu erkunden.Sie klettern auf einen Hügel mit schöner Aussicht, finden einen Strand und wagen sich sogar ins kühle Wasser (Fotos von Laura).Danach gibt es noch eine warme Dusche auf der Badeplattform und der ganze Ausflug hat den beiden sehr gut gefallen.Nun genießen wir noch das goldene Abendlicht in unserer schönen Bucht und schauen der Sonne beim sehr langsamen Untergehen zu.
Montag, 15. Juni 2026
Tag 30 - Mollösund-Mossholmen-Skärhamn: Abschied von Johanna und Paul
Wir wollen heute Johanna und Paul zu einer Busstation bringen, von der aus sie den Hauptbahnhof von Göteborg gut erreichen können. Mit gutem Zeitpuffer machen wir uns auf den Weg. Heute steuert Laura und macht ihre Sache sehr gut.Wir fahren zunächst wieder ein sehr enges Fahrwasser mit originellen Warnschildern, die auf die Gefahren der Untiefen hinweisen.Teilweise geht es sehr dicht am Ufer vorbei und können uns die zahlreichen netten Häuser - jeweils mit eigenem Anlegesteg - anschauen. Die Fahrt ist abwechslungsreich durch die vielen unterschiedlichen Seezeichen, Felsen und den Gegenverkehr.Wir kommen gut in Mossholmen an, essen zu Mittag und machen dort noch ein Foto vom "Team Triton" mit Crewwesten (siehe Titelbild), bevor wir Johanna und Paul zur Bushaltestelle direkt am Hafen begleiten.Der Bus kommt pünktlich auf die Minute und dann sind wir nur noch zu viert. Aber auch die Zeit zu sechst auf dem Boot hat erstaulich gut geklappt. Es war zwar etwas eng im Cockpit, aber sonst gab es keine Probleme.Leider gibt es hier keine Einkaufsmöglichkeiten und so beschließen wir, wieder ein Stück nach Norden in einen größeren Hafen zu fahren. Mittlerweile ist der Wind recht kräftig geworden und so erlebt Laura nun auch noch eine Kreuz mit Maximalgeschwindigkeit.Sie wird nicht seekrank und es ist nur ein kurzes Stück - schon bald können wir das Groß herunternehmen (Foto von Laura).Das Fahrwasser wird ruhiger und die kleine Kirche von Skärhamn begrüßt uns mit einem Lächeln.Wir stocken unsere Vorräte auf und können hier auch wieder Wäsche waschen. Heute hatten wir alle Windrichtungen von Raumwind bis Kreuzen und auch sehr unterschiedliche Windstärken, Sonne, Wolken und Regen - es wird nicht langweilig!
Sonntag, 14. Juni 2026
Tag 29 - Ellös-Mollösund: Durch enge Fahrwasser
Wir nehmen Abschied von Ellös und fahren ein Stück weiter durch das Schärenfahrwasser nach Mollösund.Johanna hatte unvorsichtigerweise gefragt, ob sie auch mal das Großsegel hochziehen darf. Irgendwie hat Ralf das falsch verstanden und jetzt darf Johanna jeden Tag ran - heute sogar mit Reff.Es ist wirlich schön, die Jugend dabei zu haben und alle Arbeiten an Bord werden schnell und gut von der "happiest Crew" erledigt.Allerdings werden die Gesichtsausdrücke etwas angespannter, als wir eine kräftige Schauerböe haben und nicht für alle Platz unter unserem schönen Dach ist - wenigstens kann Ralf seinen schicken neuen Südwester einsetzen!Aber der Regen ist schon bald wieder vorbei, der Wind wird weniger und Jan steuert uns kompetent durch das enge Fahrwasser (siehe auch Titelbild).So kommen wir gut und schnell in Mollösund an, wo wir sehr gerne Kaffeetrinken wollen, wenn möglich auch mit entsprechedem Kuchen. Leider hat noch alles geschlossen.Aber die Bordküche liefert und Paul bereitet "Arme Ritter" zu, die mit "Nötcreme" und karamellisierten Bananen sehr lecker schmecken.Jan baut sich eine "Private-Viewing" Station und verfolgt den Sieg der deutschen Mannschaft gegen Curaçao.Auch beim Abendessen geben Johanna und Paul wieder alles und zaubern ein absolut fanastisches veganes Tikka Masala mit Reis, Karotten und Naan-Brot, das mit veganer Petersilienbutter serviert wird. Wie Ralf sagt: "Wir werden euch aus verschiedenen Gründen vermissen".
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